Bromelien - tropische Schönheiten

Bromelien sind tropische oder subtropische Pflanzen. Zu den bekanntesten bei uns zählt die Ananas. Nach der Blüte sterben die meisten Pflanzen langsam ab.

Bromelien nehmen ihre Nährstoffe und die benötigte Feuchtigkeit durch ihre Wurzeln und durch ihre Blätter auf. In Zimmerkultur überwiegen epiphytische Arten, welche in der Natur auf Ästen und Stämmen von Bäumen oder auf Felsen wurzeln. Einige Bromelien wachsen jedoch terrestrisch, also in der Erde.

Mischformen der Bromelien

Andere Gattungen der Bromelien kommen wiederum mit den epiphytischen und auch mit den terrestrischen Lebensbedingungen gleich gut zurecht. Die in der Zimmerkultur gehaltenen Bromelienarten sind in der Regel ohne Stamm und haben ledrige, schwertförmige und gebogene Blätter welche eine Rosette bilden. Diese Rosette kann röhrenförmig sein oder auch lockeren und offenen Blattkreis bestehen. Bei den meisten Bromelien überlappen sich diese Blätter und bilden einen wasserdichten, trichterförmigen Kessel in dem sich Regen und Tauwasser sammelt. Dies ist für die Bromelie der Wasser- und Nährstoffvorrat in trockenen Zeiten.

Nahrungsaufnahme der Bromelien

Insbesondere die epiphytisch lebenden Bromelien sind nicht nur auf die Nahrungszufuhr durch ihre Wurzeln angewiesen; sie können auch Nahrung über Ihre Blätter aufnehmen. In den Blatttrichter fallende Insekten zersetzen sich langsam und die dabei frei werdende Nährstoffe werden von den Bromelien als Nahrung aufgenommen. Einige Arten der Bromelien haben sich von der Nahrungszufuhr über die Wurzeln vollkommen unabhängig gemacht. Diese Bromelien sind in der Lage, ihren gesamten Nahrungsbedarf über die Rosette aufzunehmen. Diese Bromelienarten besitzen ihr Wurzeln dann nur noch zur Verankerung oder sie verzichten sogar vollkommen auf die Ausbildung von Wurzeln.

Bromelien und das Licht

Bromelien-Arten mit dünnen Blättern brauchen wenig Sonnenlicht!

Epiphytische Gattungen der Bromelien mit weichen, dünnen Blättern benötigen einen hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Sonnenbestrahlung mit Schutz vor der prallen Mittagssonne

Epiphytische Bromelien mit harten, ledrigen Blättern siedeln im Freien meist an offenen und sonnigen Standplätzen, auf Felsen oder weiter oben in den Kronen der Bäume. Dementsprechend ist auch der Lichtbedarf der hartblättrigen Bromelien größer. Werden diese Bromelien regelmäßig von der Morgen- oder Abendsonne beschienen, so bekommen die Blätter eine sehr schöne, kräftige Färbung und die Pflanze setzt Blüten an.

Kräftige Sonnenbestrahlung für Erdbromelien

Erdbromelien benötigen für ein gesundes Wachstum und eine Blütenbildung einen sehr hellen Standort. Diese Bromelien vertragen auch direktes, kräftiges Sonnenlicht sehr gut.

Geeignete Temperaturen für Bromelien

Für alle Arten von Bromelien sind die in Wohnräumen herrschenden Temperaturen ganzjährig geeignet. Bromelien reagieren allgemein empfindlich auf Kälte. Temperaturen unter 14 °C schädigen bereits nach einigen Tagen die Blätter der Bromelien. Steigen die Temperaturen über 18 °C an, so sollte man die Bromelie täglich mit lauwarmem weichen Wasser, am besten Regenwasser, besprühen

Bromelien brauchen weiches, entkalktes Wasser

Bromelien gießt man gleichmäßig mit weichem Wasser. Hartes, kalkhaltiges Wasser hinterlässt unschöne Flecken auf den attraktiven Blätter der Pflanzen. Auch der Wuchs und die gesunde Entwicklung einer Bromelie wird von kalkhaltigem Wasser negativ beeinflusst. Das beste Gießwasser für die Bromelien ist sauberes Regenwasser. Regenwasser wird von den Bromelien besonders gut vertragen. Dies bekommen sie auch in der Natur und darauf ist die Bromelien biologisch eingestellt. Wer keine Möglichkeit hat Regenwasser in sauberer Qualität zu sammeln, kann Leitungswasser mit einem Wasserfilter enthärten. Diese Filter werden meist zur Enthärtung von Leitungswasser für Tee angeboten, sie sind mittlerweile überall erhältlich.

Zwischen den einzelnen Wassergaben lässt man die Oberfläche der Erde leicht antrocknen. Bei Bromelien die über eine Zisterne verfügen, achtet man darauf das diese stets mit Wasser gefüllt ist. Um zu verhindern das dieses Wasser faulig wird, ersetzt man es ca. alle 3 bis 4 Wochen durch Frischwasser.

Aufgebundene Bromelien reichlich besprühen

Auf Substrat aufgebundene epiphytische Bromelien werden regelmäßig vollständig mit weichem Wasser besprüht. Insbesondere das die Wurzeln umgebende Torfmoos sollte gut angefeuchtet werden. Auf keinen Fall sollte man kalkhaltiges Wasser verwenden.

Geeignete Erde für Bromelien

Erdbromelien und Mischformen

Bromelien benötigen eine kalkfreie Erde. Diese sollte außerdem locker und etwas krümelig sein. Eine für Bromelien gute Mischung besteht aus jeweils gleichen Teilen Torf und Lauberde. Der Torf kann auch durch kalkfreie mineralische Erde auf Kompostbasis ersetzt werden.

Aufbinden epihytischer Bromelien

Epiphytische Bromelien bekommen ein Gemisch aus zwei Teilen Rinde oder Osmunda Fasern (dies sind die getrockneten Wurzeln des Königsfarnes) und einem Teil Sphagnum. Diesem Gemisch sollte man zur Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen Horn- oder Knochenmehl. Die Vermehrung durch Kindel ist bei den Bromelien die einfachste Art der Vermehrung. An der Basis der Mutterpflanze treten kleine Jungpflanzen auf, die man vorsichtig abtrennt und direkt in einen neuen Topf mit der geeigneten Erdmischung einsetzt.

Vermehrung einer Bromelie mit Seitensprossen

Kindl nicht zu früh von der Mutterpflanze trennen

Bei den meisten Bromelien findet die Bildung dieser Kindl vor der Blüte jedoch eher selten statt. Während und nach der Blüte bilden aber fast alle Gattungen der Bromelien Kindel und Ausläufer mit Trieben. Diese sollte man aber erst dann abschneiden, wenn sie bereits die für Bromelien übliche Rosettenform aufweisen und eine Größe von 8 bis 10 cm erreicht haben.

Nicht alle Bromelien bilden Seitensprosse

Einige Gattungen der Bromelien bilden keine Seitensprosse und man muss sie aus Samen aufziehen. Andere Arten wiederum bilden einen einzigen Spross innerhalb der Pflanze während oder kurz nach der Blüte. Diesen Trieb lässt man wachsen ohne ihn zu entfernen, die Mutterpflanze stirbt nach der Blüte langsam ab.

Bromelien können in Kunststoff - oder Tontöpfen eingepflanzt werden. Töpfe aus Plastik halten die Feuchtigkeit länger und es muss seltener gegossen werden. Tontöpfe sind aber wegen des höheren Eigengewichts und der damit verbundenen besseren Standfestigkeit besonders bei größeren Bromelien zu empfehlen. Wie bei fast allen Pflanzen sollte man Kiesel oder Tonscherben auf den Topfboden legen und dann die Erdmischung(aus Torf und Rinde, Moos und Sphagnum) einfüllen. So verhindert man Staunässe und Wurzelschäden.

Terrestrisch wachsende Bromelien sollte man erst umtopfen, nachdem die Wurzeln der Pflanzen den Topf vollständig ausfüllen.

Epiphytische Bromelien topft man um, wenn das Verhältnis zwischen Pflanze und Topfgröße nicht mehr harmonisch ist oder der Pflanztopf zum umkippen neigt.

Einige Epiphyten benötigen keine Erde

Einige der epiphytischen Bromelien wachsen überhaupt nicht in Erdgemischen. Eine der bekannten Bromelien hierfür ist die kleine Tillandsia. Diese Gattungen wachsen direkt auf einem Substrat aus Holz, Baumfasern oder Korkeiche. Die Basis der Pflanze und vorhandene Wurzeln werden mit Sphagnum (Torfmoos) umwickelt und mit einem kunststoffummantelten Draht direkt auf dem Substrat festgebunden. Nachdem die Bromelie ausreichend Wurzeln gebildet hat, kann man die Drahtbefestigung wieder entfernen.

Düngen der Bromelien

In den warmen Monaten, während der Wachstumszeit der Bromelien, verabreicht man regelmäßig leichte Düngergaben mit handelsüblichem Flüssigdünger in schwacher Konzentration. Der Dünger kann beim normalen Gießen über die Erde oder auch direkt in die Blattzisterne verabreicht werden. Das Düngen erfolgt bei gut wachsenden Bromelien im Abstand von etwa 3 Wochen.

Keine Düngung während der Ruheperiode

Einige Bromelien benötigen eine Ruhepause im Herbst oder Winter. In den tropischen und subtropischen Gebieten, der Heimat zahlreicher von Hobbygärtner kultivierter Bromelien, fällt die Ruhezeit mit einer Trockenzeit zusammen. Aus diesem Grund hält man während der meist kurzen, wenige Wochen dauernden Ruhezeit das Substrat nur leicht feucht, jedoch nicht vollkommen trocken. Während der Ruhezeit in den kühleren Monaten sollte auf ein Düngen der Bromelie gänzlich verzichtet werden.

Blattdüngung beim einsprühen der Bromelien

Auf Substrat wachsende epiphytische Bromelien werden regelmäßig vollständig mit weichem Wasser besprüht. Eine schwache Konzentration an Flüssigdünger wird dem Wasser beigemischt. Die Pflanzen nehmen diese Nährstoffe auch über ihre Blätter auf.

Besonderheiten der Bromelien

Bromelien blühen erst wenn sie blühreif sind. Dies kann je nach Art bis zu 20 Jahre dauern. Einige Bromelien blühen aber bereits nach zwei bis drei Jahren. Bis auf ganz wenige Ausnahmen blüht eine Bromelie nur einmal in Ihrem Leben. Nach der Blüte vermehrt sie sich mit Ablegern oder Kindeln. Die Mutterpflanze bildet nach der Blüte hübsche Beeren, die einige Monate lang halten können. Danach stirbt die Bromelie langsam ab.