Wenn man auf seiner Terrasse, insbesondere aber im Garten den ganzen Sommer sich an einem Blütenfeuerwerk erfreuen möchte, dabei aber sein eigenes persönliches Erfolgserlebnis von Wachstum bis zur Blüte haben möchte, kann auf unterschiedliche Art und Weise dorthin gelangen, unter anderem aber durch das Einpflanzen von Blumenzwiebeln und Knollen beispielsweise von Dahlien, Gladiolen, Freesien, Lilien usw.

Die Vorbereitungsarbeiten dafür laufen im April, dann kann man bereits ab Juli mit Blütenreichtum rechnen.

Allgemein stammen die meisten dieser Arten aus Südafrika, teils aber auch aus Südamerika, züchterisch bearbeitet manchmal in Holland oder Japan.

Der Standort erklärt sich bei vielen Arten schon aus der Herkunft fast von selbst: Die meisten wollen eine warme, vollsonnige, aber zum Teil auch Wind geschützte Stelle im Garten, einen „normaler“ Gartenboden, der gut drainagiert, durchlässig ist, wo sich das anfallende Regenwasser nur kurz halten kann. Eine Aufbereitung des Bodens mit organischen Materialien wie abgelagerter Stallmist oder/und Kompost im Vorfeld kann viel Gutes tun.

Als kleine Faustregel der Pflanztiefe kann gelten, dass man die Knollen und Zwiebel mindestens doppelt so tief einpflanzt als diese Teile Durchmesser haben!

Verwendet können viele dieser Sommer blühenden Blumenzwiebeln auf unterschiedliche Art und Weise werden, es können ungewohnte, dennoch harmonische Gartenbilder entstehen. Wer beispielsweise einmal die sehr anmutig wirkenden Zwerggladiolen zwischen Rosen gepflanzt hat, möchte dieses Bild meist dann das darauf folgende Jahr auch nicht missen.

Viele können auch Blühlücken füllen, das heißt, wenn in einem Staudenbeet grad nichts blüht in den wenigen heißen Sommerwochen.

Man kann teils davon aber einfach in einen (großen) Topf einpflanzen und auf die Terrasse stellen, sich somit seine eigene Kübelpflanze „produzieren“(Dahlien, Lilien, Montbretien, Gladiolen usw.).

Seit Jahrzehnten findet man diese Schönheiten aber schon in der Floristik, in der Haltbarkeit sind die meisten davon fast unübertroffen. Dahlien, die beliebtesten Sommerschnittblumen überhaupt, sind nur dann schlechte Schnittblumen, wenn sie falsch behandelt werden. Man muss darauf achten, dass keine Laubblätter im Wasser stehen, die Stiele in kurzen Abständen(2 Tage) anschneiden, das Wasser dann auch wechseln.

Überwintern kann man die Zwiebeln und Knollen nach dem herbstlichen Verblühen dann ebenfalls, wenn man sich die Arbeit antun möchte. Das Laub zieht spätestens mit dem ersten Frühfrost langsam ein, dann nimmt man sie aus dem Boden heraus und überwintert die unterirdischen Teile, ziemlich frei von daran heftender Erde in einem recht kühlen(maximal 10°C) und dunklen Raum. Wenn es dort extrem trocken ist, schlägt man die Teile in Papier ein oder auch in Sägespäne gemischt mit Torf.

Wenn man die Zwiebel im Sommer im Topf gepflanzt gehabt hat, stellt man sie samt diesem und der Erde in den Keller, im Frühjahr entfernt man die alte Erde dann und pflanzt sie frisch ein.

Die wichtigste Gattung aus dieser Kategorie sind die Dahlien! Dahlien können bis zu 2m hoch werden, es gibt aber auch welche, die nur 20cm hoch sind.

Dahlien und Schnecken – das ist das leidigste aller Themen! Am besten kultiviert man seine Dahlien an einem schneckensicheren Ort in einem größeren Topf vor, stellt sie aber da schon in die Sonne. Damit kann man im April beginnen. Wenn man dann die richtige Größe erachtet, dass man sie einpflanzen kann, dann sind die schleimigen Gesellen meist nicht mehr imstande, die Pflanze dermaßen zu schwächen, dass sie eingehen. Schattige, feuchte Plätze, z.B. neben Hecken sind zu vermeiden, ebenso das Mulchen mit Grasschnitt, das zieht Schnecken magisch an.

Verblühte Dahlienblüten gehören entfernt, da der Samenansatz die Pflanze deutlich schwächen kann.

 

Wenn Zwiebelblüher blühfaul werden….

…sollte man die geeigneten Maßnahmen zur Verjüngung anwenden.

Der Grund dafür kann unter anderen auch im Alter liegen, das heißt, auch diese Pflanzen haben eine eingeschränkte Lebensdauer(je nach Art 10-20 Jahre), daher sollte man sie nach dem einen oder anderen Jahr auch schon wieder mal teilen, bei Dahlien ist das die ideale Verjüngungskur.

Während des Austriebs brauchen die Pflanzen vermehrt Wasser und Nährstoffe(in Form von einer einmaliger organischen Gabe), im Sommer dann nicht mehr, im Herbst sollte man sie überhaupt in Ruhe lassen, bis das Laub am Einziehen ist und man dies recht problemlos

entfernen(Ausnahmen wie Canna sind davon nicht so betroffen) und die Zwiebeln(…) ausgraben kann.

 

Gladiolen sind die zweitbeliebteste Gattung aus dieser Gruppe. Sie werden ebenfalls im April gepflanzt und blühen bis 1,50m hoch in leuchtenden Farben, eine typische Sommerblume und eine der besten und stabilsten Sommerschnittblumen, besonders für hohe Vasen! Sie sind sehr anspruchslos und brauchen nur ganz wenig an gutem Boden, Sonne und das wars, Schnecken können ihnen nichts anhaben!

 

Eine Ausnahme unter den – gut im Frühjahr zu pflanzenden Blumenzwiebeln – sind die bei uns fast immer winterharten Lilien! Am häufigsten gepflanzt werden die so genannten „Asiatischen Hybriden“, die bei uns die volle Winterhärte besitzen und, im Herbst oder Frühjahr(!) gepflanzt, über Jahre im Garten überwintern und zwischen Juni und September in Etappen in unterschiedlichen Farben(weiß, gelb, rosa, lila, orange, rot) blühen und bis zu 1 Meter und höher werden können, eine sehr schmucke Sache! In Europa gibt es mit der Feuerlilie, der Madonnenlilien und der Türkenbundlilie drei heimisch vorkommende Arten.

 

Eine besondere Art stellt die Türkenbundlilie dar. Die Zwiebel hat lediglich einen Durchmesser von 1,5 cm, umso mehr verblüfft sie durch anmutende Schönheit und stattliche Größe. Bis zu 1,5 Meter hoch kann die Pflanze in den Gärten werden, in höheren Lagen, wo sie auch wild vorkommen kann, bleibt sie niedriger. Sie blüht rosafarben und die Blütenhüllblätter ringeln sich nach unten hin ein, sodass die Blüte dann letztendlich aussieht wie ein Turban! Daher kommt auch ihr Name und nicht, weil sie ihre ursprüngliche Heimat in der Türkei hat(kommt zwischen Europa und Asien immer wieder vor!).

Achtung! Die Türkenbundlilie(oder kurz: der Türkenbund) steht in Mitteleuropa unter strengem Naturschutz, die Stiele dürfen nicht abgeschnitten, die Zwiebel nicht ausgegraben werden!!! Sie kommt eher in kalkreichen Böden in Tirols Bergen(oberhalb von 1000 Meter)vor, fast häufiger jedoch in den Südtiroler Dolomiten. Selten gibt es die Zwiebeln zu kaufen, auch wenn sie seit Jahrzehnten immer wieder in alten Gärten anzutreffen ist, im Juli und August blüht sie nämlich wunderschön und sehr grazil!