Heute ist das Thema Salbei.

Nummer 1 bei Bienen, Insekten und Schmetterlingen, Nummer 1 bei vielen Gartenfreunden und sicher ganz weit vorne bei Kochen...

Salvia, so nennt der Botaniker diese Pflanzenart, ist eine Gattung mit etwa neunhundert verschiedenen Arten Einjähriger, Zweijähriger, staudiger und strauchiger Pflanzen. Einige davon sind Knollen oder Rhizom bildend. Salvien sind weltweit in gemässigten und tropischen Gebieten verbreitet. Die meisten Salbei sind Sonnenkinder, sie mögens hell und sonnig. Am liebsten stehen sie in leicht kalkhaltigen gut durchlüfteten Substraten. Die Erde darf gerne etwas feucht sein, ein guter Wasserabzug, vor allem auch im Winter, muss aber stets gewährleistet sein. Ist der Boden nur mässig mit Nährstoffen angereichert entwickeln sich die Pflanzen optimal in Bezug auf Wuchs, Habitus und Blütenfreuden. Salbei gehören zu den Lippenblütlern und haben oft sehr aromatische Blätter. Vielfach sind sie auch eine beliebte Bienenweide.

Gartensalbei

Zu den Gartensalbei zählen wir die einheimischen Salbeiarten wie zum Beispiel den Wiesensalbei und den Steppensalbei mit ihren wunderschönen Gartensorten. Aber auch die vor allem wildstaudig verwendeten Arten wie die klebrigen, quirligen und eisenkrautigen Salbei. Den Silberblattsalbei mit seinen grauwolligen Blattrosetten, den Salvia lyrata mit dunkel purpurviolettem Laub und ähnliche Spezialitäten aus dem Reich dieser Lippenblütlern, zählen wir auch zu den Gartensalbei. Meistens sind diese Pflanzen nicht besonders langlebig, sie begeistern uns aber mit ihren speziellen Blätterkleidern und ihren reinfarbenen Blüten, mit denen sie uns bereits als junge Pflanzen verschwenderisch verwöhnen.

Küchensalbei

Damit meinen wir vor allem den Salvia officinalis, die Müsliblätter, mit seinen vielen unterschiedlichen Selektionen und Sorten. Er ist im Mittelmeerraum beheimatet und wurde von den Römern über die Alpen gebracht und im nördlicheren Europa angesiedelt. Deshalb sind sie auch nicht überall ganz hundertprozentig winterhart. Sie benötigen dann einen Winterschutz. Man kann sie in Töpfen und Kübeln halten und so auf einfache Weise im Kalthaus überwintern oder man kann die Pflanzen im Garten etwas anhäufeln mit ganz lockerem Substrat. Bei vielen Arten und Typen kann man auf diese Weise einen basalen Neuaustrieb fördern, der die Pflanzen auf natürliche Art regeneriert und verjüngt und in kalten Wintern ein Überleben sichert. Anhäufeln kann man die Pflanzen beispielsweise mit einem Gemisch von Torf und feinem Laub. Die aromatischen Salbeiarten haben verschiedene Verwendungszwecke. In der Küche schätzt man sie als feines Gewürz für tolle mediterrane Küchenideen. Als ätherisches Öl in der Duftlampe wirkt Salbei harmonisierend, die Seele reinigend und stärkend. In der Medizin werden die starken Heilkräfte (Atemwege!) seit Jahrtausenden genutzt und als Räucherpflanzen (Isländischer Räuchersalbei) sind sie vor allem den Indianern und Südamerikanern bekannt. Sogar drogenartige Salbeiarten mit halluzinogenen Wirkungen waren den Azteken bekannt und werden heute noch genossen. Da ich selber jedoch nicht so richtig weiß, ob man diesen Salbei auch bei uns als Küchenpflanze bezeichnen soll, will ich nicht mehr darüber sagen.

Blütensalbei

Dazu möchten wir alle Salbeiarten zählen, die uns mit ihrem wunderbaren, überreichen Blütenschmuck begeistern. Meistens sind die Blüten von reiner Farbe und die Pflanzen schmücken sich über eine lange Zeit damit. Einjährige Salbeiarten, die wir als Sommerflor in Rabatten verwenden blühen in verschwenderischer Fülle. Zweijährige Pflanzen wie zum Beispiel den Muskatellersalbei, der sich im zweiten Jahr zur prächtigen Solitärstaude entwickelt. Und die Vielzahl an tropischen Arten, die wir in Töpfen und Trögen als einjährige Pflanzen kultivieren können und uns während eines langen Blütensommers daran erquicken können. Von diesen Salvias kennen wir auch eine Fülle, die ihren grossen Blütenauftritt auf den Spätsommer oder den Herbstbeginn aufsparen. Diese sind für Topfgärten besonders wertvoll, spielen sie doch im späten Jahr noch einmal ein tolles Blütenkonzert vor unseren Häusern. Wenn wir dann auch die Gelegenheit haben sie an einem frostfreien, hellen Platz zu halten, dauert die Blütensaison bis an Weihnachten. In leicht temperierten hellen Wintergärten lassen sich Herbst und winterblühende Arten pflegen. Das sind vor allem halbstrauchige und strauchige Arten mit ganz tollem Blätterschmuck, aufrechtem oft majestätischem Wuchs und imposanten Blütenrispen. Da kann man nur sagen, mit etwas Einfallsreichtum für einen idealen Standort, sind Salbei die Pflanzen für dreihundertfünfundsechzig Tage Blütenfreuden im Jahr.

Fruchtsalbei

Dazu gehören jene, die bei uns als Kübelpflanze gehalten werden und je nach Art nach unterschiedlichen Früchten schmeckt! Es sind sehr zierende Sorten, die zum Beispiel da heissen: Honigmelonensalbei, Ananas-Salben, Heisse Lippen Salbei, Fruchtsalbei etc. Je nach „Geschmack“ kann man sich kräftig schmeckende Kaltgetränke und Tees zubereiten, aber auch als Duftkraut auf die Terrasse stellen. Sie sind sehr frostempfindlich und müssen frostfrei überwintert werden, haben aber auch durch meist rote, rosafarbene oder blaue Blüten sehr hohen Zierwert und sind ansonsten äussert pflegeleicht.