Anbau und Ernte

Viele unterschiedliche Sorten machen es möglich, diese köstlichen Früchte sowohl im Garten als auch auf der Terrasse anzubauen. Wahrscheinlich sind es weit mehr als 1.000 Sorten, die Pflanzenzüchter aus der Wildform der Erdbeere inzwischen entwickelt

haben, ein eindrucksvoller Beweis für die Beliebtheit dieser schmackhaften Früchte, die eigentlich keine Beeren, sondern „Sammelnüsschen“ sind, botanisch betrachtet. Man unterscheidet zwischen drei Erdbeertypen: Die großen Gartenerdbeeren (Fragaria anannassa) bringen jährlich nur einmal Früchte hervor; die mehrmals tragenden Erdbeeren, Kulturformen der Walderdbeere; Monatserdbeeren gelten aufgrund ihres guten Geschmacks, der den Walderdbeeren ähnlich ist, als Leckerbissen. Die Erdbeerernte kann sich von Mai bis in den Oktober hinziehen. Für den Anbau genügen ein kleines Beet, ein Trog, eine Ampel, ja selbst eine Balkonkiste.

Standort

Erdbeeren gedeihen außer in sehr kalkhaltigem Erdreich in fast jedem Boden. Die besten Erfolge erzielt man in nährstoffreicher, durchlässiger und leicht saurer Erde.

Pflanzzeit

Erdbeerpflanzen, die man zwischen Juni und August gepflanzt hat, tragen zu Beginn des folgenden Sommers erste Früchte mit meist recht reichhaltiger Ernte.

Gartenerdbeeren (einmal tragende Ananaserdbeeren) sollte man schon im September pflanzen, wenn man bereits im Folgejahr ernten möchte. Pikiert man die Erdbeeren dagegen erst im Spätherbst, werden sie voraussichtlich im folgenden Jahr noch nicht oder wenig tragen. Die Gartenerdbeeren liefern normalerweise über drei Jahre hinweg eine gute Ernte, danach bauen sie rapide ab.

Mehrmals tragende Erdbeeren ("Immertragende") werden Sommer oder Herbst gepflanzt. Schon im Folgejahr können erste Früchte geerntet werden. Man kann sie auch zu Beginn des Frühlings pflanzen und noch im selben Jahr ernten. Damit die Pflanze gestärkt in den Winter geht, entfernt man ab Oktober alle Früchte, die sowieso nicht mehr ausreifen würden

Pflege

Gekaufte Pflanzen setzt man aus dem Topf in das vorbereitete Beet und bedeckt sie knapp mit Erde. Man lässt zwischen den Setzlingen 25cm und zwischen den Reihen etwa 50cm Abstand. Für einen kleinen Garten bietet sich das Pflanzen in kleinen Gruppen an. Erdbeerpflanzen die bereits Blüten angesetzt haben, sollte man im zeitigen Frühjahr bei Frostgefahr gut abdecken. Dabei sollte immer auf ein feuchtes Erdreich geachtet werden.

Vermehrung

Jungpflanzen von Gartenerdbeeren und mehrmals tragenden Erdbeeren zieht man aus Ausläufern oder erwirbt sie im Fachhandel eingetopft. Ausläufer von Monatserdbeeren bilden sich in den Sommermonaten. Aus ihnen lassen sich problemlos neue Pflänzchen ziehen.

Ausläufer sollten nur von kräftigen Exemplaren genommen werden. Von jeder Mutterpflanze sollte man nicht mehr als zwei, maximal drei Triebe verwenden, alle anderen werden abgeschnitten.

Müssen die Erdbeerpflanzen getrennt werden, gräbt man im September ausgewachsene Pflanzen aus und trennt sie dann.

Düngung und Schutz

Für eine ausgeglichene Nährstoffversorgung düngt man mit gut verrottetem Gartenkompost oder Mist oder auch Schafwollpellets jeweils nach der Ernte und noch einmal etwa einen Monat später.

Eine Unterlage aus Stroh oder Schilf bzw. Holzwolle hält die Beeren sauber, trocken und gesund.

Sobald alle Pflanzen abgeerntet sind, säubert man das Beet gründlich. Alte Blätter und überzählige Ausläufer schneidet man ab.

Man entfernt sie zusammen mit der Strohunterlage und entfernt alles, um Schädlinge und Krankheitskeime zu reduzieren.

Anschließend lockert man den Boden zwischen den Reihen gut auf.

Ernte

Am besten pflückt man die Erdbeeren am Morgen, wenn sie noch kühl von der Nacht sind. Möglichst nimmt man die Beeren mit dem Stiel ab. Schadhafte Früchte sortiert man aus.

Monatserdbeeren tragen relativ lange. Ihre kleinen, dunkelroten, süßen Früchte erscheinen laufend den ganzen Sommer lang.

Schädlinge und Krankheiten

Alle drei Jahre sollte man die Erdbeerpflanzen verpflanzen, damit sich keine Krankheitskeime und Schädlinge anhäufen und die Erde sich wieder erholen kann.

Bei Erdbeeren tritt häufig Grauschimmel auf. Man sollte die Pflanzen nicht zu dicht pflanzen und auf eine Strohschicht betten. Bei starkem Befall kann man mit Knoblauchtee spritzen.

Gegen Rhizomfäule und den Echten Mehltau, beides Pilzkrankheiten, hilft eine Mischkultur mit Knoblauch oder Zwiebel zwischen den Reihen, eine Spritzung mit Ackerschachtelhalm verringert das Pilzrisiko.

Mit diesen beiden Maßnahmen kann man auch die Rotfleckenkrankheit wirksam bekämpfen.

In Jahren mit vielen Schnecken mulcht man mit trockenem Material und versucht, Nützlinge wie Laufkäfer und Igel gezielt zu fördern.

Sortenauswahl

Gartenerdbeere

Elsanta - trägt ab Juni Früchte mit gutem süßsäuerlichem Aroma

Korona - super süß und sehr aromatisch, gute Ernte, schnelle Kultur, Ende Mai schon reif.

 

Mehrmals tragende Sorten:

Mieze Schindler - altbewährte Sorte, selbstunfruchtbar, mit typischen Erdbeer- Aroma, man muss eine Befruchtersorte dazu pflanzen, die zugleich blüht (zB. Lipstick); ist die älteste Erdbeer-Sorte

Ostara - reift von Jun bis zum ersten Frost, gute Erträge mit mittelgroßen, aromatischen, süßsäuerlichen Früchten

Cupido - der neue Star am Erdbeerhimmel. Süß, resistent, robust, für Beete und Tröge, reichtragend, süßsäuerlich

Vima Zanta - sehr reichliche Ernte mit, angenehm süßen Früchten

Weissfrucht - für Frischverzehr, süße, weisse Früchte

Rügen - eine recht alte Sorte mit ausgezeichneter Fruchtsüße

Alexandria - die beste und ertragreichste Walderdbeere

 

Sonderform:

Toscana Hot Pink - pinkfarbene Blüten und tiefrote Früchte. Reichtragend,kurzlaubig, für Balkonkisten, auch als Balkonfrucht zu verwenden. Auch Ampelerdbeere