Die Rose - Königin der Blumen

Heuer ist das schönste Rosenjahr, das - was ich mich entsinne - jemals in Tirol war. Ein kalter März und dann ging es (fast) nur mehr bergauf: warme Temperaturen, wenig Niederschlag. Die Rosen sind erblüht, dass es nur mehr so eine Pracht ist. Und doch: nach der Blüte ist vor der (nächsten) Blüte. Die meisten Rosen blühen ein zweites, heuer vielleicht sogar ein drittes Mal dann im Herbst.

Was ist denn jetzt im Juni bei Rosen zu tun? Was sind die häufigsten Pflegefehler? Wenn heuer irgendwo eine Rose nicht tut, dann sind wir selber die Schuld, dann stimmt was nicht am Standort, an der Düngung, am Schnitt vielleicht?!

Die häufigsten Pflegefehler:

- falscher Standort

Luftige Standorte mit Sonnengarantie, Wind umspielte, nicht zu zugige Flecke lieben sie. Humusreiche Böden mit einem guten Anteil Lehm und Sand für guten Wasserabzug sind ihnen wichtig. Nährstoffe in Form von organischem Material wie Kuhdung, Grünkompost usw. tun ihnen ausgezeichnet, aber auch da nicht unbegrenzt, am besten im 2-Jahresrhythmus.

- Nachbaukrankheit

Rose auf Rose funktioniert nicht. Das heißt, wo einmal eine Rose gepflanzt wurde, muß der Boden auf 50x50 cm ausgetauscht werden.

- Rosen beim Pflanzen nicht in die Erde pressen

Wichtig ist die lockere Umgebung. Beschädigte Wurzeln oberhalb der Verletzungsstelle abschneiden.

Und außerdem die Veredelungsstelle 5 cm unter die Erdoberfläche geben, selbst dann noch anhäufeln, also um die Stelle gut verrottete Komposterde geben.

- Düngemangel/Düngerüberschuß

Meistens werden zu stickstoffbetonte Dünger verwendet, manchmal jedoch wird gar nie gedüngt. In welcher Form auch immer man Nährstoffe zuführt, ob mittels Kompost, Kuhmist, Kaffeesatz oder mineralischen Düngern (handelsüblicher Rosendünger), egal, Hauptsache es geschieht ausgewogen, das bedeutet nicht einseitig. Zuviel Stickstoff z.B. führt zu weichen Trieben, weniger Blüten und hoher Mehltauanfälligkeit. Umgekehrt führen Mängel zu Sternrußtau und anderen bedrohlichen Pilzkrankheiten und Schädlingsbefall.

- enger Standort

Enge Abstände der Pflanzen führen automatisch zu Pilzbefall, der nur schwer wieder loszuwerden ist. In Regenjahren ist das noch problematischer und man soll einzelne Triebe entfernen.

Welche Sorte passt zu welchem Standort?

Am Besten, man wendet sich an einen Fachmann. Dort erfährt man auch, welche Sorten besonders anfällig gegen Mehltaupilze sind. Diese dann vorbeugend z.B. mit einem Blattstärkungsmittel und auch Bittersalz (Schwefelhältiges Magnesium) behandeln. Ansonsten gibt es viele Sorten, die schon weniger anfällig sind, manche bleiben bis zum Herbst frei von jeglichen Schädlingen (von den meisten jedenfalls!).

 

Rosenkrankheiten

Sternrußtau, Rost, Echter Mehltau

Dunkelviolettfarbene Flecken, die in feuchten Jahren häufig auftreten, rote Pusteln auf der Blattunterseite, mehliger Belag auf der Blattoberseite! Alle 3 sind z.B. mit Blattdüngern (Humulus TK42 oder BlütoVin) plus Bittersalz in der Vorbeuge sehr gut abwehrbar. Einfach im 3-4 Wochenrhythmus tropfnass über die Pflanzen sprühen, das stärkt UND macht Blätter saftig grün.

Ackerschachtelhalmtee wiederholt verwendet ist sehr gut wirksam.

Es gibt auch eine Reihe von natürlichen Bekämpfungsmitteln nicht synthetischen Ursprungs (z.B. von der Fa. Neudorff oder Fa. Florissa Natürlich), die gut funktionieren.

Läuse und Zikaden

Schauen ähnlich aus, zweitere hüpfen nur mehr. Sind mit Knoblauch- und Zwiebeltees gut bekämpfbar, Viele verwenden auch verdünnte Milch. Ein Bekämpfungsmittel ist auch, eiskaltes Wasser über die Rosen zu spritzen, die Läuse kriechen danach nie mehr hinauf.

Läuse, Zikaden und Spinnmilben

da ist ein Brennnessel-Wermuttee sehr gut geeignet.

Rote Spinne

Sie tritt bei zu zugigem Standort und zu trockener Witterung gerne auf. Ist auch sehr gut mit Schmierseife oder eben Brennessel-Wermuttee beizukommen, es sollte auch auf Nützlings Schonung geachtet werden.

Rüsselkäfer

Gegen Rüsselkäfer helfen natürlich Nematoden am besten. Gegen das Tier selbst hilft Rainfarntee ausgezeichnet, am besten 3x hintereinander sprühen (an 3 Tagen beispielsweise).

 

Rosen düngen

Man muss grundsätzlich sagen, dass man keinerlei stark Calcium-hältigen Produkte verwenden soll, da Rosen kalkfliehend sind. Das heißt nicht, dass sie Calcium nicht vertragen. Magnesium-Kalk ist eine gute Alternative, weil der Säuregrad niedrig ist.

Am besten verwendet man jährlich einmal im Frühjahr einen Bodenaktivator, dann auch ab Beginn des Austriebs (April) einen Rosendünger organischen Ursprungs wie zB. Hornspäne, Rosendünger (beide tierischen Ursprungs), ab Juli dann am besten Patentkali  anwenden, um die Winterhärte entscheidend zu steigern und die Nachblüte zu unterstütze. Ab Ende Oktober nicht mehr düngen, damit die Pflanze abschließen kann, dann erst wieder im April beginnen.

 

Rosenschnitt im Sommer

Im Sommer sollte nach der 1. Blüte die Rose soweit zurück geschnitten werden, dass das unterste Blatt fünffach gefiedert ist. Zu schwacher Rückschnitt lässt nur ganz schwache Seitentriebe nachreifen, zu tiefer Schnitt hemmt die Neutriebbildung.

 

Rosen als Kübelpflanzen

Rosen werden immer häufiger als Kübelpflanze verwendet und sollten standortgerecht verwendet werden, auch wenn die Bodenfrage eine seltene ist. Regelmäßiger Rückschnitt ist nicht nur der Optik wegen eine wichtige Sache, auch wegen der Blüten- Nachbildung. Ebenso ist der Winterschutz, wo der Topf gut eingewickelt werden soll, genauso wichtig, aber auch, dass Rosen im Winter eher absonnig platziert werden sollen. Die monatliche Nachdüngung mit einem organischen Streudünger ist empfehlenswert.