Diesmal haben wir ein Thema, das aus Pflanzensicht total meines ist, allerdings bin ich nicht der große Kenner dieser unzähligen Arten, daher habe ich von Peter Huemer inhaltlich Unterstützung bekommen.

Als heuer im Zuge des Artensterbens in Deutschland und Österreich eine Diskussion in Gang gekommen ist, dachte ich mir, das bringe ich mal und jetzt ists soweit.

Wir möchten keine Löcher bei unseren Gartenpflanzen haben, spritzen gegen Raupen und wundern uns, wenn wir dann keine Schmetterlinge mehr finden…

Wenn wir das eine oder andere mit sanften Mitteln bekämpfen und fernhalten, ist es okay, vor allem ,wenn wir unser Gemüse schützen, beispielsweise gegen einen Kohlweissling, der unsere Kohlgemüse verspeist oder gegen einen Apfelwickler, der sich unsere Äpfel vornimmt, aber generell alles niederspritzen, damit wir gar nichts mehr an Artenvielfalt haben, macht wenig Sinn.

Einen Garten für Schmetterlinge - was es zu beachten gilt

Schmetterlinge erfreuen uns Menschen durch ihre Schönheit, Leichtigkeit und scheinbare Unbeschwertheit. Sie sind aber auch gleichzeitig ein zerbrechlicher Anzeiger für intakte Natur. Der Rückgang an bunten Faltern macht daher – zu Recht – betroffen, und er ist allgegenwärtig! Hand auf´s Herz, wer kennt noch bunte Sommerwiesen, bevölkert von einer flatterhaften Vielfalt. Unvermeidbares Schicksal oder kann doch gegengesteuert werden?

Die gute Nachricht: auch der einzelne Gartenbesitzer kann etwas für das Überleben der Falter tun und wird als Lohn viele Stunden entspannter Naturbeobachtung genießen können. Ein bisschen weg von der maßlos übertriebenen Ordnungs- und Sauberkeitsliebe wird aber nötig sein um Vielfalt erleben zu dürfen.

Und 2700 Schmetterlingsarten in Tirol sind eine enorme Vielfalt, selbst wenn man nur wenige dieser Arten normalerweise zu Gesicht bekommen wird. Spinner, Schwärmer und Spanner, Eulenfalter und Kleinschmetterlinge unter diese oft zweideutigen Namen verbergen sich mehr als 90% der einheimischen Falter, fast alle sind aber nachtaktiv. Die bekanntesten Flattertiere finden sich jedoch daher den Tagfaltern, darunter Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Zitronenfalter, Schwalbenschwanz, Kaisermantel oder verschiedenste Bläulinge. Eine gezielte Förderung dieser Arten hilft nicht nur diesen sondern auch vielen anderen, versteckt lebenden.

Doch wie gestalte ich einen schmetterlingsfreundlichen Garten? Voraussetzung sind Grundkenntnisse über die Lebensweise der einzelnen Schmetterlingsarten und auch ein gewisser gestalterischer Mut.

Wesentlich für die Schmetterlinge sind zwei Voraussetzungen: Saugpflanzen für die Falter und Raupennahrungspflanzen. Tatsächlich eigenen sich bei weitem nicht alle Blüten für Schmetterlinge und die Raupen sind fast noch heikler. Beispielsweise fressen Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge nur Brennnesseln, der Zitronenfalter nur Faulbaum und Verwandte oder der Schwalbenschwanz nur Doldenblütler. Unter diesem Gesichtspunkt sind für einen Schmetterlingsgarten folgende Maßnahmen nötig:

  • Anlage von Raupennahrungspflanzen : z. B. Weiden, Pappeln, Faulbaum, Schlehen, Hochstammobstbäume, Brennnesseln, Doldenblütler (Möhren u.ä.), Schmetterlingsblütler, Kreuzblütler, höher stehende Gräser.

 

  • Anpflanzung und Förderung von Nektarpflanzen: z. B. Brombeere, Salbei, Minze, Wasserdost, Blutweiderich, Disteln, Skabiosen, Flockenblumen, Schafgarbe Kreuzblütler. Blüten sollten möglichst vom Frühjahr bis in den Frühherbst vorhanden sein.

 

  • Anlage von Blumeninseln: manche nicht direkt genutzten Flächen sollten nicht gedüngt und höchstens ein bis dreimal jährlich gemäht werden. Vor allem betrifft dies auch Saumgesellschaften zwischen Gehölzen und Freiflächen die besonders wertvolle Lebensräume für Schmetterlinge sind.

 

  • Bevorzugung einheimischer Gehölze gegenüber exotischen Pflanzen.

 

  • Weitestgehender Verzicht auf Insektizide.

 

  • TIPP: rosa, lila, violett und blau blühende Pflanzen üben besondere Anziehungskraft aus.

 

  • Der Schmetterlingsstrauch Buddleia, welcher fremdländisch ist und sogar schon in der Schweiz verboten ist, ist kein großer Freund und Nahrungsgeber für Schmetterlinge, selbst wenn man ihm das nachsagt! Diesen also im Garten eher verbannen, auch wenn er noch so schön ist…

 

Viel Freude beim Pflanzen setzen - und hoffentlich viele Schmetterlinge im Garten.