Wenn der Morgentau einsetzt, wenn der Tag warm und schwül ist, wenn es abends gewittrig wird, dann, ja dann, tun sich Pilzkrankheiten leicht! Und das fängt bekanntermaßen um diese Zeit verstärkt an.

Eine der „lästigsten“ Begleiterscheinungen in einem sonst so schönen und ertragreichen Gartenjahr ist der Befall von Mehltaupilzen auf Gemüse, Rosen und vielen Balkon- und Gartenpflanzen.

Prinzipiell unterscheidet man 2 Arten von Mehltaupilzen, den Echten Mehltau und den Falschen.

Der Unterschied zwischen den beiden ist auch für wenig geschulte Pflanzenfreunde einfach feststellbar.

Unterschied Echter und Falscher Mehltau:

Der Echte Mehltau dringt über die Blattunterseite ein und wird auf der Oberseite mittels eines weißen, abwischbaren  Belags sichtbar.

Der Falsche Mehltau fabriziert auf der Blattunterseite einen grauweißen Belag und wird oberseitig durch braune Flecken vom Rand und auch von der Mitte her sichtbar.

Beide Pilzarten sind nicht miteinander verwandt. Während der Echte Mehltau eine Art Rostpilz ist, die genauso schnell kommt, wie vergeht, so ist der Falsche Mehltau ein Gefäßparasit, der innerlich in der Pflanze, in den Gefäßen, im Saftstrom verbreitet wird und daher schwieriger zu bekämpfen ist.

Wann treten Mehltaupilze auf?

Mehltau tritt auf Blättern auf.

Echter Mehltau, der auf den Blattoberseiten wächst und durch das Blattgewebe durchdringt, ist sogar  fast jedem Gartenlaien als Krankheit bekannt. Weißbemehlte Rosen, Rittersporne oder Indianernesseln, Phlox und Astern, Kürbisse und Gurken gibt es praktisch jedes Jahr einmal. Pilzwetter mit warmen/heissen Tagen und abendlichen Gewitern oder eben Morgentau, fördern die Ausbreitung der Krankheit. Bei kleinem, beginnendem Befall an den Triebspitzen können Stauden und Gehölze zurück geschnitten werden und treiben dann oft kerngesund wieder aus. Es gibt von allen Gartenpflanzen Züchtungen, die weitgehend, aber eben „relativ mehltauresistent“ sind.

Standort- und Pflegefehler bilden schwächliche und weiche Pflanzen aus, ein zu dichter Stand, wie häufig bei Gemüse(insbesondere Salate) und zu viel Gießwasser über die Blätter machen die Pflanzen anfällig für diese Mikropilze.

So gehören auch kranke, befallene Pflanzenreste aus dem Garten entfernt, sonst überwintern die Sporen darin.

Bekämpfung von Echtem Mehltau:

Es gibt verschiedene blattstärkende Brühen. Zum einen Brühen aus Acker-Schachtelhalm. Ackerschachtelhalmtriebe werden am Feld- und Wegesrand gesammelt, ca. 100g frisch auf ein Liter kaltem Wasser getan, nach 24 Stunden Ansetzzeit auf 80°C erhitzt, dann auf drei Liter verdünnt und über die Pflanzen gesprüht.

Schwefelpräparate helfen ebenfalls nur bei Befallsbeginn, so auch das gute, alte Bittersalz, das eigentlich ein Magnesiumdünger ist, aber durch seinen Schwefelanteil ein ausgezeichneter Mehltauvorbeuger ist.

Chemische Präparate sind weniger hilfreich als natürliche, das ist die Erfahrung.

Die Behandlung sollte im Abstand von 3-4 Wochen erfolgen.

TIPPS

1. Bei besonders heisser Witterung vorbeugend am MORGEN (nicht Abend!) mit kaltem Wasser anfällige Pflanzen über das Blatt giessen und kühlen

2. Verdünnte, angesäuerte Magermilch 1:10 verdünnt über die Blätter giessen oder sprühen

 

Falscher Mehltau dringt von der Unterseite ins Pflanzengewebe ein, ist also nur auf der Blattunterseite grau-weiß, oberseits dann braunfleckig. Gemüse wird sehr häufig befallen, zum Beispiel Spinat, Salat, Kohl, und auch Zwiebel. Sehr stark befallene Pflanzen sind nicht mehr zu retten. Kranke und durch diese Krankheit welke Pflanzen müssen aus dem Garten entfernt werden, wenn man nicht möchte, dass die Sporen im Garten bleiben. Es muss auch nicht sein, das nächstes Jahr wieder ein Befall mit Falschem Mehltau eintritt.

Bekämpfung von Falschem Mehltau:

Vorbeugende Kupferspritzungen über die Pflanzen, aber auch das Gießen mit pflanzenstärkenden Präparaten wie Salbeiauszug wirkt hervorragend. 200 Gramm getrockneten Salbei (aus der Apotheke) auf 10 Liter kaltes Wasser geben, 24h ziehen lassen, unverdünnt giessen oder kräftig sprühen!

Aber auch die vorher beschriebene Ackerschachtelhalmbrühe wirkt hervorragend, ebenso Backpulver 10g auf 1 Liter Wasser über die Pflanzen kräftig sprühen.

Natürlich gibt es gegen Mehlatu auch einen passenden "Tee für gesunde Pflanzen" im Blumenpark:

Erwins Pilz-Mischung gegen Mehltau-, Rost- und Rußtaupilze
15-25 Gramm (= 3-5 EL) Teemischung in 1 Liter Wasser geben, aufkochen, abseihen, abkühlen lassen und auf die Pflanzen sprühen! Eventuell nach 1 Woche wiederholen, bei Rosen monatliche Anwendung ab Mai.
Für alle Pflanzen geeignet, mit Blattdüngern oder Effektiven Mikroorganismen gut mischbar.
Organisches Produkt! Spritzbrühe kann Flecken verursachen.
Fertige Spritzbrühe innerhalb von 24h verbrauchen.
Mischung aus Ackerschachtelhalm, Schafgarbenblüten und Pfefferminzblättern