Nebst einer schönen Herbstfärbung vieler Pflanzen sticht auch eine besonders schöne Fruchtausbildung bei Bäumen, Sträuchern und Zwerggewächsen heraus.

Gartenpflanzen und solche, denen wir in der freien Natur begegnen, können daher einfach ins Auge stechen, aber auch Vögel und anderen Tieren können sie im Winter als Nahrungsgrundlage dienen.

Viele Früchte sind essbar, einige sind auch genießbar, andere wiederum sind jedoch giftig!

Beispiel:

Die meisten Kirschbäume, egal, ob essbare oder Zier-Formen sind fruchtzierend, aber auch mehr als manchmal nur wohlschmeckend, eine bei uns verwendete Art ist aber auch von Fruchtseite her sehr giftig, nämlich Prunus tenella, die Zwergmandel. Daher Vorsicht bei der Verwendung der Pflanzen.

Was bei uns z.B. auch nicht essbar scheint, auch nicht für Vögel, ist in anderen Ländern vielleicht Gang und Gebe, weil Geschmäcker ja bekanntlich unterschiedlich ausfallen können.

Beispiel:

Viburnum lantana , der wollige Schneeball, ist bei uns ein Landschaftsgehölz mit schöner Blüte und recht schönem Fruchtbesatz. Sogar Vögeln schmeckt die rote Beerenfrucht nicht sonderlich und man findet den Fruchtbesatz in getrockneter Form noch am Strauch. In Russland zum Beispiel wächst die Pflanze auch und man bereitet davon Marmelade und Schnäpse, die dann gegen Kreislaufprobleme verwendet wird, scheint ihr Gutes haben.

Sträucher mit schönem Fruchtbesatz  können bei uns in Tirol, mittlerweile aber auch in anderen Bundesländern, aufgrund der Feuerbrandverordnung verboten sein!

Um etliche Pflanzen ist es sehr schade, beispielsweise der bei uns heimische Vogelbeerbaum (oder auch Mehlbeere, Eberesche genannt), der mit wunderschönem Fruchtbesatz von orange bis rot aufwarten kann.

Aber auch die Felsenbirne (Amelanchier) , welche wunderbar weiß im Frühling blüht, danach schöne Früchte produziert, die sogar genießbar sind, aber schöne Herbstblattfärbung aufweisen, sind nicht mehr pflanzbar.

Auch die japanische Zierquitte hat vielen Menschen mit Blüte und Frucht erfreut, auch sie ist aus den Gärten vielerorts bereits entfernt worden und nicht mehr nachgepflanzt.

Andere wie Weissdorn, Cotoneaster oder auch der oft beliebte Feuerdorn sind strengstens verboten zu pflanzen, weil sie während der Blütezeit Feuerbrand auf Obstgehölze wie Apfel, Birne und Quitte übertragen können! Für all diese Pflanzen gibt es sicherlich adäquate Ersatzpflanzen, die Fruchtschönheit kann leider nicht immer kompensiert werden.

Es gibt natürlich auch eine Menge Ziersträucher mit schönem Fruchtbesatz, die hohe Giftigkeit aufweisen:

Beispielsweise die sehr gern verwendete Eibe, die mit allen Pflanzenteilen, so auch mit der roten Beerenfrucht giftig ist, aber auch die Ilex und die Mahonie, die ebenfalls mit ihren sicherlich optisch sehr schönen Früchten giftig sind! Ebenfalls giftig mit der Frucht sind Liguster, Geißblatt, das Pfaffenhütchen (Spindelstrauch oder auch Euonymus), aber auch der Kern des bei uns mit roten Beeren vorkommenden Traubenholunders ist sehr giftig, auch wenn das Fruchtfleisch als Vitamin A/B/C-Spender verwertbar für Saft und Gelee ist.

 

Auf jene Pflanzen, die Früchte mit Zier- UND Genusswert haben wir es besonders abgesehen. Hasel- und Walnuss, Kirsche, Heidel-, Preisel-, Him- und Brombeere sind ebensolche Beispiele dafür wie die Maroni(Edelkastanie Castanea sativa) oder zur Verwertung der Schwarze Holunder! Darüber braucht man sich nicht all zu lange unterhalten.

Interessant sind hier Pflanzen mit hohem Zierwert bei den Früchten, die aber nicht unbedingt zum Verzehr bestimmt sind, auch wenn sie nicht giftig sind.

Beispiele:

Die von der Blüte und vom Wuchs her relativ unauffällige, mit ihren violetten Beerenfrüchten von Oktober bis Februar geradezu ins Auge stechende Schönfrucht oder „Liebesperlenstrauch“ (Callicarpa bodinieri giraldii) ist was ganz Besonderes unter den Fruchtzierenden. Die Pflanze kann bis zu 2 Meter hoch werden, sollte im Pflanzjahr sicherlich besser Winterschutz mit Vlies erhalten und liebt sonnige, bodenwarme Lagen mit gutem, humosem Gartenboden. Die Früchte stechen besonders bei Schneefall besonders ins Auge, man glaubt, die Pflanze blüht im Winter. Natürlich bleiben die Früchte auch den Amseln nicht ganz verborgen…

Die Kornelkirsche (Cornus mas) ist ein Wildgehölz, das auch im Garten Verwendung findet, nebst Blütenschmuck im April auch als Fruchtbringer wunderschön anzusehen ist und als Schnaps mehr als nur Genussreife erlangt. Im Garten liebt die Pflanze kalkhaltigen Boden, ist auch als Heckenpflanze verwendbar, auch wegen ihrer guten Schnittverträglichkeit.

Cornus alba, der Weiße Hartriegel, ist auch mit seinem Fruchtschmuck elegant, die Früchte sind ebenso wie die Blüten cremeweiß.

Zieräpfel (auch als Holzäpfel bezeichnet, botanisch Malus) finden immer größere Beliebtheit in Tirol, auch wenn die Früchte nicht unbedingt sehr genießbar sind. Umso schöner ist der wunderschöne Fruchtbehang, welcher je nach Sorte von cremeweiß, rot über orange bis gelb gehen kann! Der Baum ist schnittverträglich, er wird bis zu 5 Meter hoch und ist absolut winterhart. Die Früchte werden sehr gerne in der Floristik als Dekoration verwendet, auch aufgrund der ausgezeichneten Haltbarkeit.

Auch Zierbirnen (Pyrus) sind interessant für Dekozwecke.

Ein Wildgehölz, das auch „Schmerzen bereiten kann“, ist der Sanddorn (Hippophae) mit seinen langen Stacheln. Umso anspruchsloser und schöner ist er dafür in Frucht dann in weiterer Folge. An einem sonnigen, windigen, salzreichen Platz, wo kaum noch was wächst, dort fühlt er sich besonders wohl. Um seine wunderschöne, orange Beerenpracht zu entwickeln, benötigt er Gruppenpflanzungen seiner selben Art. Er kann dann bis zu 3-4 Meter hoch werden. Die Früchte finden auch in der Homöopathie Verwendung, auch in Müsliriegeln, Säften und Marmeladen.

Niedrige Zwerggehölze, die nur bis zu 30 cm hoch werden können und gerne im Oktober in herbstlichen/winterlichen Bepflanzungen Gebrauch finden können(in Kombinationen mit Heidegewächsen zum Beispiel), sind etwa die Gaultheria oder die Pernettya. Erstere wird nur 15 cm hoch, ähnelt der Preiselbeere sehr stark, wird auch Schein- oder Teppichbeere genannt, braucht ebenso wie Zweitere eher sauren Boden. Sie kann nach Frostschäden im Frühjahr auch zurück geschnitten werden, sollte halbschattigen Platz bekommen und dabei müsste man auch Torf beimengen.

Die Pernettya (zu Deutsch Torfmyrte) hingegen bringt Früchte in rahm-weiß, rosa, pink oder rot hervor und wirkt sehr edel, wird etwa 30 cm hoch und man sollte sie im ersten Winter besonders schützen bei uns in Tirol, weil sie in Gärtnereien in wärmeren Gebieten vorkultiviert worden ist, die Winterhärte daher etwas darunter leidet. Auch sie braucht windgeschützte Lage und schwachsauren und noch dazu feuchten Boden, der immer wieder als solcher erneuert werden sollte. Das heißt, bei uns ist die Pflanze meist immer nur für einen Winter geeignet.

Ein recht häufig verwendeter Bodendecker mit ganz, ganz bescheidenen Ansprüchen ist Symphoricarpus, die Schneebeere mit weißen oder rosaroten Beerenfrüchten, die nicht wohlschmeckend sind, auch nicht für die Fauna hierzulande. Sie wächst auf Böschungen, hält das Laub sehr lange(bis Dezember häufig sogar), ist absolut winterhart und salzverträglich, mit ihrer Blüte im Juni nur mäßig interessant, kann aber durchaus als Cotoneaster-Ersatz Verwendung finden aufgrund der geringer Ansprüche und der Dichtheit im Wuchs bei bodendeckenden Bepflanzungen auf Böschungen, neben Autobahn und als Straßengrün.

Besonderheiten in Tirol, auch wenn in Tallagen, wo wenig Wind geht, absolut hart und verträglich sind zum Beispiel der Maulbeerbaum (schwarze Früchte), die Echte Aralie (schöne, kugelige Früchte mit mäßiger Giftigkeit) und die mit schwarzen, glänzenden Früchten üppig besetzte Apfelbeere (Aronia), die bei uns ganz selten angeboten wird, aber durchaus interessantes Äußeres zu bieten hat.

In den 80ern sehr beliebt war die Berberitze mit ihren zahlreichen Vertretern. Warum sie an Beliebtheit eher verloren hat, liegt nicht an ihren wunderschönen, manchmal gelben, manchmal roten oder bläulichen Beeren, sondern liegt an der Schmerzempfindlichkeit der TirolerInnen, die sich des Öfteren schon an den starken Stachel weh getan haben dürften. Weil ansonsten ist die Berberitze als Schutz vor Eindringlingen bei Verwendung auch als Hecke sehr beliebt, solange man sie nicht selbst schneiden muss…