Pfefferonis, Chilis oder Paprikas sind alle 3 botanisch gesehen Capsicum annuum und Nachtschattengewächse, also von der Pflanze her sehr giftig - jedoch nicht die Frucht!

Pfefferoni waren die Ursprungsform, stammen aus Südamerika und sind botanisch gesehen auch „ganz was anderes“, nämlich Kreuzungen, Wildformen aus Capsicum pubescens, Capsicum frutestens und andere.

Die scharfen Pfefferoni enthalten auch das richtige Capsaicin, ein geschmackloser Inhaltsstoff, der aber durch den besonderen Stoff Hautreizungen verursacht, damit einen brennenden Schmerz, so auch im Mund, man nennt das dann „Schärfe“.

Je mehr Capsaicin enthalten, desto schärfer, je weniger bis gar keines, desto milder.

Die Heimat ist Mittel-, Südamerika, Kolumbus hat sie von seiner 2. Amerikareise mit nach Spanien gebracht, daher oft der Name „Spanischer Pfeffer“. Diese Alkaloide greifen die Rezeptoren an den Schleimhäuten an und vermitteln somit ein wärmendes Gefühl.

Sollte man zu viel erwischen, was tun?

Capsaicin ist fettlöslich, daher hilft Wasser trinken nicht, sondern eher zu Milch oder einem Butterbrot greifen, das löst dieses Alkaloid wieder leichter und schneller.

Anbau, Kultur und Pflege der Pflanze

Sie werden im Dezember oder Jänner in ein durchlässiges Substrat angebaut und bis 0,5cm dick abgedeckt, die Keimdauer kann bis zu 60 Tagen betragen, meist aber nach 20 Tagen bei den gebräuchlich Sorten.

Die Keimtemperatur ist bei Pfefferoni bis 26-28°C!

Es ist eine sehr wärmebedürftige Kultur, das zieht sich bis in den Sommer, Herbst fort.

Ab Mai bilden sich Blüten aus, da müssen sie dann ins Freie und zwar an einen sehr warmen Standort, es braucht ein gut durchlässiges Substrat mit relativ hohen Nährstoffanteil, es hat sich die Schafwolle gut bewährt, aber auch andere Dünger wie Hühnermist oder Pferdemist (getrocknet). Paprika mögen keinen zu kalkreichen Standort, wollen es eher humusreicher.

Die Pflanze braucht pro Tag 1-2 Liter Wasser, auch Pfefferoni brauchen das.

Wöchentliche Düngung übers Gießwasser mit einem Bioflüssigdünger macht die Pflanze sehr wuchsfreudig und ertragreich.

Man sollte sie nicht höher als 1 Meter werden lassen, die erste Blüte („Königsblüte“) ist gut auszubrechen, besonders bei großfruchtigen Paprika. Wenn sie höher würde, ist es gut, sie abzuschneiden und die ab August ausgebildeten Früchte größer und intensiver werden zu lassen.

Die Paprika färben von grün (oder sogar oft schwarz) über gelb nach rot ab.

Es gibt dünnwandige Paprika (Neusiedler Ideal) zum Füllen, aber auch dickwandige (Türkischer Spitzpaprika). Kleinfruchtige Snackpaprika werden immer beliebter. Sie sind bereits ab Juli erntbar, hingegen Paprika erst ab August in unseren Breiten, Haupternte ist September, Pfefferoni ebenso, lediglich die Chilis werden erst in der kühlen Jahreszeit richtig scharf und reif, dann aber richtig.

Für Pfefferonis bzw. Chilis gab es früher die Schärfeskala 1-10, wo 1 mild ist und 10 bzw. 10+++ sehr böse… heute gibt es die Skalierung nach „Scoville“(benannt Wilbur Scolville vor ca. 100 Jahren), wobei ein Milder Spiralpfefferoni, der angenehme Schärfe und Würze aufweist und einem Gulyas noch gut tut, eine Schärfe von 500-1500 Scoville aus.

Die Weltmeister-Chilis wie Trinidad Moruga Scorpion oder Carolina Reaper (alles Bhut Jolokia-Chilis) weisen etwa 2,2 Millionen (!!!!!) Scoville aus.

Das bedeutet, dass man die 2,2-Millionen fache Menge einer nicht scharfen Speise kochen muss, damit man in dieser keinen scharfen Geschmack mehr verspürt. Das heißt, ein Chili von 1x1 mm macht einen Chilieintopf von 10kg nahezu „ungenießbar“, also nur mehr scharf und böse…

Scharfe Chilis, die den heißesten und wärmsten Platz im Garten und auf dem Balkon wollen, lieben es zur Reife hin sehr stressig, also dann wenig gießen, austrocknen lassen, soviel Sonne wie möglich geben, dann wird’s richtig scharf.

Chilis sind unterschiedlich, was die Schärfe anbelangt, an der Spitze sind sie „milder“, um die Kerne herum extrem, oft aber auch unterschiedlich an der Pflanze selbst.

Chilis „schmecken“, wenn man den Riesenschock samt Tränen verdaut hat, nach Zitrone, nach Orangen, Tropic und Vanille, selten nach „Pfeffer“. Sie sind ja als Gewürz gedacht, nicht als Speise.

Man findet weltweit Chili-Freunde auf Webseiten wie  Pepper-Joe, Chili-Fee, die meisten Chilifreaks gibt es auf www.chiliheads.de. Die Website hat bis zu 3 Mio. Zugriffe in Deutschland pro Monat, vor allem um diese Zeit, in der man Informationen und  Samen austauscht.

Neuerdings ist die schärfste Chili mit 16 Mio Scoville ausgetestet worden. Sie heißt „Blair`s 16 Million Reserve“, besteht aus reinen Capsicain-Kristallen und ist ungenießbar für den Menschen, aber auch ein Mad Dog Nr.9 Plutonium ist mit 9 Mio. ein Hammer.