Zuerst stellt sich die Frage, welcher Baum es denn sein soll.

Prinzipiell ist jede immergrüne Pflanze als Weihnachtsbaum geeignet, natürlich gibt es da einige Auffassungsunterschiede. Manche schmücken aus Platzgründen sogar ihre Zimmerpalmen als „Christbaum“.

Manche sagen wiederum, der Baum müsse duften. Das tut er natürlich dann, wenn es eine Tanne, eine Fichte oder gar eine Föhre ist, weil die Harze und die ätherischen Öle jenen Duft verbreiten, der uns den „Waldduft“ bescheren. Bitte aber keine Bäume aus dem Wald deswegen ausgraben!

Nicht um den Gärtner das „Geschäft“ zu nehmen, sondern weil die dort ausgegrabenen Bäume nicht  überleben würden! Zudem würden die Pflanzen für danach viel zu groß werden und für den „normalen“ Hausgarten überdimensioniert.

Beliebte Sorten für Christbäume:

Blaufichte (Blautanne)

Aus Nordamerika stammend, mit Blauanteil in der Nadel. Wird im Gegensatz zu den geschnittenen immer noch am häufigsten als „Lebender“ verwendet. Sticht!

Nordmanntanne

Der Standardchristbaum als „Geschnittener“, als Lebender auch gerne und häufig verwendet. Ist teurer als die Blaufichte, weil sie langsamer wächst. Wenn sie gleich teuer wie die Blaufichte angeboten wird, dann stammt sie nicht aus der Baumschule, in der sie regelmäßig verschult (umgepflanzt) wurde, sondern wurde unmittelbar vor dem Verkauf aus dem Christbaumquartier gezogen und ist (fast) mit einem geschnittenen gleichzusetzen. Sticht nicht!

Zuckerhutfichten (in Sorten)

Ist ein wenig im Trend. Durch die sehr dichte Benadelung, die gleichmäßige Kegelform und die kompakte Größe ideal für viele kleinere Wohnräume. Ein echter Hingucker und sehr gut haltbar. Sticht weniger als die Blaufichte!

Serbische Fichte

Schlanker Fichtenbaum mit silbernem Anteil in der Nadel. Ist sehr preiswert, wirkt aber nicht mehr ganz typisch „Weihnachtsbaum-artig“.

 

Föhren mit diversen Arten

Das “Tiroler Modell“ - Heimisch, langnadelig, aber eben nicht mehr typisch als Christbaum. Mit den Jahren rieselt die Pflanze, d.h., sie verliert einen Teil ihrer Nadel, die sie zwar wieder erneuert, aber sie hinterlässt Spuren! Föhren können als Christbaum für rustikalere Räume und Zwecke aber doch sehr attraktiv sein.

 

Heimische Fichten und Tannen

Sind praktisch nicht zu verwenden, weil sie kaum Überlebenschancen besitzen.

 

Hinweise beim Kauf

Wie bereits bei den Nordmann-Tannen erwähnt, sollte man hier sehr wohl auf den Preis schauen.

Ein „Lebender“ Nordmann um 9,90.- Euro ist sicherlich ein kürzlich erst gestochener und nicht eingewurzelter Christbaum, der praktisch einem abgeschnittenen gleichzusetzen ist.

Ein im Topf gewachsener mit einer Höhe von 1-1,25 m kostet sicherlich 40-50.- Euro aufwärts, weil diese Pflanze ja mehrmals umgepflanzt wurde, bevor sie in den Topf gelangt, um einen entsprechenden Wurzelballen zu erziehen, daher ist der Preis aufgrund der Arbeit und des Alters gerechtfertigt.

Ein kleiner Baum kann also durchaus Chancen besitzen, über den Winter zu kommen, ein großer, nie verpflanzter allerdings sicherlich nicht.

 

Allgemeine Pflegehinweise

Die Pflege ist denkbar einfach, wenn man die Spielregeln einhält. Klar, wie immer halt. Diesmal ist es aber echt so.

Zuerst sollte man darauf achten, dass sich der Baum langsam an die Raumtemperatur gewöhnt. Man belässt die Pflanze bis 3-4 Tage vor dem „Heiligabend“ im Freien, stellt ihn dann in einen kalten, aber frostfreien Raum, um ihn dann am Vorabend ins Zimmer zu stellen.

Zuvor ein gutes Einwässern nicht vergessen!

In weiterer Folge den Ballen nicht mehr ganz austrocknen lassen, d.h. jeden 2. Tag gießen. Ideal wäre es auch, die Pflanze 1-2 mal pro Tag zu besprühen, um die Nadeln nicht eintrocknen zu lassen. Dabei muss man jedoch auch auf den Behang denken, dass dieser absolut robust gegen Wasser sein sollte.

Nach 4-5 Tagen, also, wenn geht, noch vor Silvester, stellt man die Pflanze wieder für einige Tage in jenen kalten Raum, in dem er auch knapp vor Heiligabend stand, erst dann ins Freie räumen. Dort muss man dann aber auch bis zum Einpflanzen im Frühjahr wöchentlich mit kaltem Wasser gießen. Wenn man die Möglichkeit hat, die Pflanze im Winter in der kalten Garage in Fensternähe stehen zu lassen, dann sollte man diesen Platz zukommen lassen.

Dann im Frühjahr kann man die Pflanze in den Garten einpflanzen und dann im Herbst (September) wieder in einen Topf einpflanzen, so fern man den Baum wieder zu Weihnachten als Christbaum verwenden will. Man kann auch im Frühjahr mit dem Topf eingraben, muss aber beachten, dass er dann in den Boden einwurzelt …das macht die Sachen oft schwierig.