Draußen ist noch kalter Winter. Auf frisches Grün muss man dennoch nicht verzichten. Mit Keimsprossen holt man sich ganz einfach selbst gezogenes Gemüse aufs Fensterbrett – und/oder ein leckeres Topping für ein Butterbrot oder eine wärmende Suppe.

Daher erkläre ich kurzerhand die Fensterbank zur Anbauzone:

Jetzt wachsen dort Keimsprossen, neudeutsch nun auch Microgreens genannt.

Aber egal, wie man`s nun nennt: Es ist nicht nur lecker und gesund, weil es viele Vitamine, Ballaststoffe und Mineralien enthält. Es ist auch einfach anzubauen.

Keimlinge und Sprossen sind wahre Alleskönner: Sie geben nicht nur für Salate ein knackiges Topping ab, sondern verfeinern auch Aufstriche, garnieren Suppen oder würzen Saucen.

Vor allem in der asiatischen Küche sind die jungen Pflanzentriebe mit dem nussigen, scharfen oder süßlichem Geschmack sehr beliebt. Sogar in Shakes oder beim Brotbacken werden sie als gesunde Zutat geschätzt. Dank ihres Nährstoff- und Vitaminreichtums gelten sie neuerdings als Superfood. Vor allem für Vegetarier und Veganer stellen sie einen wichtigen Lieferanten von Proteinen und B-Vitaminen dar.

Der Anteil an Vitamin C sowie Nährstoffen ist um ein Vielfaches höher als in ausgewachsenen Pflanzen. Außerdem können die Vitalstoffe in Sprossen und Keimlingen vom Körper besser aufgenommen werden.

Kresse selbst ziehen

Einfache Kresse trägt ihren Namen zurecht: Es ist nämlich wirklich einfach, sie anzubauen.

Bereits nach wenigen Tagen keimen die Samen, nach etwa 10-14 Tagen kann sie geerntet werden.

Für den Anbau braucht man nicht einmal einen Blumentopf mit Erde.

Die kleinen Pflänzchen sind sehr anspruchslos und gedeihen auf Zellstoff oder einer kleinen Vliesmatte. Ein Teller oder eine flache Schale mit Küchenpapier oder Watte genügen.

Und so geht‘s

Den Teller mit Küchenpapier auslegen und den Zellstoff gut anfeuchten.

Warten, bis sich das Material vollgesaugt hat, dann das überschüssige Wasser wegschütten.

Die Samen auf das aufgequollene Material eng verteilen und sie vorsichtig festdrücken. Kresse gehört zu den Lichtkeimern, man muss sie nicht zusätzlich abdecken.

Nun das „Kressebeet“ noch einmal befeuchten – am besten mit einer Sprühflasche, überschüssiges Wasser wieder weggeben. Samen soll feucht sein, aber nicht schwimmen.

Den Teller oder die Schale an einen hellen Ort aufstellen, zum Beispiel auf die Fensterbank.

Darauf achten, dass die Samen nicht austrocknen, daher regelmäßig mit Wasser besprühen, am besten morgens und abends besprühen. Steht der Teller über einer laufenden Heizung, kann es sein, dass man auch zwischendrin wässern muss. Durch die Wärme trocknet der Zellstoff schnell aus.

Nach etwa zehn Tagen kann man die Kresse ernten, mit einer Schere einfach bodengleich abschneiden. Leider wächst Kresse nicht nach. Um regelmäßig Kresse ernten zu können, kann man mehrere Teller-Beete anlegen, die man im Abstand von ein paar Tagen anlegt.

 

Alternativen zu Kresse:

Aus Samen von Alfalfa, Senf, Radieschen, Rettich, Buchweizen, Sesam, Mungbohne und Sonnenblumen, Brokkoli(Kohlgemüse im Allgemeinen), Bockshornklee, Leinsamen kann ebenso Keimlinge ziehen, wie aus Weizen und Hafer.

Allerdings sollte man für die Zucht von Sprossen darauf achten, dass man nur Samen verwendet, die auf der Verpackung auch explizit dafür ausgewiesen sind. Bestenfalls sind sie in Bio-Qualität, was zu bevorzugen ist.

Viele dieser Sprossen zieht man am besten in einem mehrstöckigen Keimgerät. Keimsprossen lassen sich in diesem Behälter leicht ziehen. Allerdings muss man die Keimlinge regelmäßig spülen und lüften: Im feuchten Mikroklima können sich schnell gesundheitsschädliche Bakterien, die Hefe- oder Schimmelpilze bilden.

Riechen die Sprossen komisch oder sind sie schleimig, sollte man sie nicht essen!

Oft setzt die Ernte nach weniger als einer Woche ein.