Seit vielen Jahren üben Pflanzen dieser Art eine besondere Faszination auf uns Menschen aus. Die einen lehnen sie als leblos und abstoßend ab, die anderen sind glühende Verehrer von ihnen und schreiben sich in eigenen Vereinen ein, um ihre Sammlerleidenschaft mit anderen zu teilen.

 

Faszinierend ist vor allem die äußerliche Gestalt, die Abwechslung in den Formen und Strukturen, der Reichtum der Blütenpracht und die Anspruchslosigkeit im Dasein.

 

Entgegen der landläufigen Meinung besitzen Kakteen keine Stacheln, sondern Dornen!! Rosen hingegen haben Stacheln, welches Ausstülpungen der Oberhaut (Epidermis) sind, dagegen sind Dornen umgebildete Blätter oder Sprosse!

 

Was sind Sukkulenten

Succus bedeutet zu Deutsch „Saft“, also sind es dickfleischige Saftpflanzen mit fleischig-verdickten Blättern oder Trieben.

Es sind Besiedler niederschlagsarmer Gebiete mit ganz kurzen Regenperioden und langen trockenen, z.T. auch kühlen Zeiten. Das Wurzelwerk liegt meist knapp unter der Erdoberfläche, dafür jedoch sehr weit verbreitet, damit das schnell verrinnende Niederschlagswasser aufgenommen und eingelagert werden kann.

Die Heimat dieser Pflanzen liegt in weiten Teilen Amerikas, vor allem in Mexiko, aber auch in Süd- und Nordamerika. Nur wenige Blattkakteen stammen aus tropischen Gebieten Afrikas. Es gibt 40 Sukkulentenfamilien und hier über 14.000 Arten.

Der Prototyp einer Sukkulente und gleichzeitig eine Ausnahmestellung in der Pflanzenwelt ist der Kaktus. Kakteen haben sich im Laufe von Jahrmillionen auf bestimmte Formen umgebildet und so ihr Erscheinungsbild der Natur angepasst.

Geringe Verdunstungsflächen, hohe Wasserspeicherkapazität in seinen Zwischenräumen. Kakteen sind daher auch vom Kleinst-(Mikro-)Klima sehr stark beeinflusst, d.h., dass Dornen nicht nur Abwehrverhalten der Pflanzen symbolisieren, sondern auch kleine Schattenspender für die meist stark bewachste Oberfläche darunter ist.

Kakteen wachsen säulig oder kugelig, z.T. dicht und bunt bedornt. Blattkakteen hingegen wachsen epiphytisch am Baum mit langen Blatttrieben. Die Königin der Nacht wächst sogar rankend in dichten Büschen über andere Pflanzen drüber.

 

Was Kakteen zum Leben brauchen

Einen einheitlichen Bogen über alle zu spannen, ist sehr schwierig, weil die Arten zu verschieden sind.

Generell kann mit Ausnahmen aber von viel Wärme (über 20°C), hoher Sonneneinstrahlung (NUR ältere Pflanzen!) und schwacher Feuchtigkeit im Sommer und vollkommene Trockenheit und Temperaturen um 10°C im Winter gesprochen werden.

Die Luftfeuchtigkeit sollte gering sein, ausgenommen Blattkakteen wie Oster- und Weihnachtskaktus, die höhere Boden- und Luftfeuchtigkeit benötigen!

 

Erde

Humusreich mit neutralem PH-Wert, groben Flusssand oder Vermiculliteton einmischen. Als Drainage eignet sich Kies am Topfgrund.

Wichtig ist ein Abzugsloch im Gefäß. Natürlich gibt es auch fertige Spezialmischungen als Kakteenerde angeboten, welche durchaus zu verwenden sind.

Kakteen sollten im 2-Jahres-Rhythmus umgetopft werden, was aber nicht bedeutet, dass immer ein viel größerer Topf verwendet werden muss, nur das Austauschen der mittlerweile sicherlich verdichteten, weil verrotteten Blumenerde ist wichtig. Das Umtopfen erledigt man am besten mit einer Gurkenzange, Pinzette oder einem Blatt Papier, in dem man den Kaktus vorsichtig in die Hand nimmt.

 

Wasser und Düngung

Während der Wachstumsphase von April bis August sollte wöchentlich leicht gegossen, alle drei bis vier Wochen gedüngt werden.

Im Winter genügt es monatliches bis sechswöchiges Gießen und ab August kein Dünger mehr. Es sollte Kakteendünger verwendet werden, da dieser einen höheren Anteil Calcium (zur Zellstärkung), Phosphor (zur Ausreifung) und Magnesium (Zentralatom im Blattgrün bei Sukkulenten) enthält.

Aber Achtung! Die meisten Kakteen werden zu Tode gepflegt mit zu viel an Wasser. Kakteen daher selten gießen, komplett austrocknen lassen und dann aber kräftig gießen, vor allen im Sommer. Zu Schlechtwetterperioden hin gar nicht wässern.

 

Klima

Im Winter sind 5 – 10 Celsius bei den meisten gut, ab März können Zimmertemperaturen gegeben werden. Wichtig ist die Kühlperiode für den Knospenansatz.

Im Sommer sind warme Zimmertemperaturen wichtig, das Aufstellen im Freiland ist sehr gut, nur der Regen muss den Pflanzen fernbleiben.

Wichtig ist die absolute Helligkeit von mindestens vier Stunden am Tag.

Warme Plätze in der Nähe eines Fensters sind unerlässlich. Frostfreiheit ist bei den allermeisten Arten Pflicht, manche sind in einzelnen Teilen Mitteleuropas winterfest.

 

Krankheiten und Schädlinge

Durch ein Zuviel an Wasser können sich Stängel- oder Fußfäulnispilze einschleichen, die relativ schwer bekämpfbar sind, weil die Pflanze von selbst abtrocknen und wieder frische Wurzeln machen muss.

Woll-, Schild- oder Schmierläuse können ebenso vorkommen wie die Rote Spinne, nur dann wenn Kulturfehler vorliegen wie extreme Trockenheit in Wachstumsperioden und bei Ansteckung durch andere Pflanzen.

Das Abwaschen mit Schmierseifenlösungen hat sich bewährt. Ebenso das Kräftigen der Pflanzen durch das Umtopfen alle 2 Jahre.

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