Primus ist der erste, daher gilt die Primel als einer der ersten Frühlingsblüher und sozusagen sinnbildlich die erste (der Primus).

Dass aber nebst den bereits auf den schneefreien Wiesen durchtreibenden Himmelschlüssel die bei uns gebräuchlichsten stängellosen Primeln zu Hauf in den Tiroler Gärtnereien angebaut und angeboten werden, lässt der Sehnsucht nach Frische, Duft, Frühling und dauerhaft wärmeren Temperaturen freien Lauf. Drum behaupte ich mal:

PRIMELN sind PERFEKT FÜR GARTEN- UND BLUMENANFÄNGER

Primeln sind die perfekten Frühlingsblumen, denn sie blühen bereits ab Februar. Sie sind leicht zu pflegen, während der Blütezeit brauchen sie viel Wasser, zurückschneiden muss man sie nicht.

Zudem sind Primeln äußerst vielseitig: Manche Arten eignen sich besonders als Bodendecker, andere ergänzen perfekt den Steingarten. Auch in Balkonkisten und Schalen machen Primeln was her.

Primeln - Wuchs und Anbau

An halbschattigen oder sonnigen Standorten gedeihen Primeln am besten, lediglich Himmel-Schlüsselblumen und Aurikeln benötigen viel Sonne. Diese beiden Arten brauchen zudem einen relativ trockenen Boden, in dem sich keine Winternässe sammeln darf.

Alle anderen Sorten sind mit frischen und nährstoffreichen Böden zufrieden.

Große Unterschiede zwischen den verschiedenen Sorten gibt es beim Wachstum: Während Kissen-Primeln recht niedrig sind, wachsen Etagen-Primeln bis zu 40, manchmal sogar 50 Zentimeter in die Höhe. Die meisten Primeln sind bei uns winterhart.

Wenn man von Primeln spricht, meint man in erster Linie die in unzähligen Sorten und Zuchtformen erhältliche stängellose Primel Primula vulgaris, eine Züchtung, die die Tiroler Gärtnereien selbst in ihren Gewächshäusern produzieren.

Primeln können bereits jetzt in den nicht gefrorenen Boden gepflanzt werden oder in Schalen, Körben, Balkonkistchen vor die Eingangstüre, auf die Terrasse kommen sie auch mit Temperaturen unter null Grad zurecht. Bei starken Frösten bzw. bei Schneefall wäre anzuraten, die Pflanzen mit einigen Lagen Zeitungspapier zu umhüllen, wenn es kälter als minus drei Grad wird.

Das schützt die Blüten vor dem Frost.

Primeln kräftig gießen

Primeln sollten im Frühjahr mit Kompost versorgt werden. Weiteres Düngen während des Jahres ist in der Regel nicht nötig, allerdings sollte man sie oft gießen, um den Ballen feucht zu halten; Staunässe dagegen gilt es zu vermeiden.

Speziell bei Kissen-Primeln, die mit den Jahren weniger kräftig blühen, ist es möglich, die Polster einfach zu teilen und die einzelnen Teile neu zu pflanzen. Diese Behandlung sorgt für kräftige Farben im nächsten Jahr.

Zudem sollte man bei allen Sorten welke Blüten regelmäßig entfernen, damit neue Blüten leichter nachwachsen können. Zurückschneiden muss man Primeln nicht.

Primeln im Zimmer sollten bei kühlen Temperaturen gehalten werden, bei normaler Zimmertemperatur vergilben und verblühen sie schon nach 2-3 Wochen, man sollte sie dann im Mai ins Freie pflanzen, im nächsten Jahr blühen sie ab März/April wiederum.

Andere Primelarten

Primula obconica ist die bekannte und in vielen Farben erhältliche Becherprimel, die aus Taiwan stammt und bei uns keine Fröste verträgt. Neue Sorten enthalten kein Primin mehr, das ist ein Inhaltsstoff, der Juckreiz verursacht.

Primula malacoides ist die bunte Mehlprimel, die ebenso schwach temperierte Räume liebt, aber keine Fröste verträgt. Sie wird nicht mehr so häufig angeboten, ist aber sehr dankbar und kann sehr gut Sonne und niedrige Temperaturen vertragen, blüht am Fensterbankl bis April.

Bekannteste Primeln sind die leider giftige Alpenaurikel (Primula auricola) und die Himmelschlüssel (Prmula veris), beide werden mittlerweile in nicht giftigen Zuchtformen angeboten, wie auch die nahe verwandte Primula pubescens mit fast schwarzen Blüten.

Diese Arten sind Sonnenanbeter und brauchen trockenen, durchlässigen Boden mit wenig Nährstoiffen, sie verwildern teilweise auch im Garten, sind aber DIE Frühlingsboten, blühen um diese Zeit auch schon da und dort gemeinsam mit Gänseblümchen und Winterlingen auf Wiesen, die wenig gedüngt werden.

Interessante Sonderarten und Besonderheiten sind die Orchideen- oder Raketenprimel, die Etagenprimel oder auch Kugelprimeln, Sumpfprimeln, die wirklich auf feuchten Wiesen bzw. im Sumpf am besten gedeihen.

Der in zahlreichen Tiroler Volksweisen beschriebene Rote Speik ist ebenso eine recht bekannte Primel (Primula glutinosa), eine seltene heimische Art ist die lila blühende Sieboldsprimel, die da und dort im Unterland vorkommt, schattige Plätze liebt, Feuchtigkeit braucht.

Man sieht also, Primeln sind vielfältig und durchaus nicht nur Frühlingsboten, nein, oft auch fast schon „Sommerbumen“…