Was ist eigentlich ein Hochbeet?

 

Ein Hochbeet ist ein Biotop (ja, ist es wirklich - Teiche sind z.B. Feuchtbiotope), das künstlich angelegt wird, meist aus Lärchen-Kanthölzern errichtet. Geeignet sind auch aus Stein, Ziegel, Kunststoff, Fertigbauteile, sogar Blech, manche machen Weidengeflechte zu Hochbeeten. Praktischerweise sind sie viereckig, meistens in den Maßen 3 m lang, 80 cm hoch und 1-1,20 m breit, so, dass man noch bequem in die Mitte langen kann. Man kann es sich von jedem Hobbybastler oder Zimmerer/Spengler, je nach Material aufstellen lassen, oder für die ganz bequemen in Fertigbauweise kaufen.

Im Garten 5-10 cm tief eingraben, ansonsten aber auch auf die Terrasse einfach aufstellen (Statik beachten!), besser auf den Fliesenboden wegen des Wasserabzugs.

Mit dieser Größe kommt man – ohne Tomaten/Zucchini/Gurken und ohne Gewürze/Kräuter gerechnet – als 4-köpfige Familie so halbwegs gut über die Runden! Das ist doch was…

Was ist drin im Hochbeet?

Richtigerweise wird es unten mit einem Hasenstallgitter ausgekleidet um die Mäuse abzuhalten. Nun an den 4 Innenwänden eine Noppenfolie zur Isolation anbringen. Danach erfolgt der schichtweise Aufbau, wobei von unten nach oben die Schichtdicke abnimmt, aber da ist man recht flexibel:

Unterste Schicht 20-25 cm mit grobem Strauchschnitt (aus Gartenrückschnitten) oder Rindenteile, dann Gartenerde (20 cm), dann abgelagerter Kompost (10-15 cm) und dann drauf z.B. Gemüseerde (10-15 cm maximal).

Der Hochbeeteffekt

Der Aufbau geht dahingehend, dass die unteren Schichten die Rotteschichten sind, wo mit der Zeit Wärme frei wird und somit ein Mikroklima erzeugt wird, das 5-8 °C höher liegt als normal, die Pflanzen früher dran und robuster sind.

Die Vor- und Nachteile eines Hochbeets

Der Vorteil ist die Verfrühung der Ernte, das „Nichtbückenmüssens“ (besser für den Rücken), das bodenneutrale Arbeiten, die sehr gesunden Pflanzen durch das naturnahe Anbauen.

Der Nachteil: Das Beet muss jährlich aufgefüllt werden, in dem Fall aber nur Kompost und Hochbeet/Gemüseerde. Alle 5-6 Jahre wird das Hochbeet ausgeräumt und komplett neu gefüllt, weil sonst der Effekt durch das Fertigverrotten der untersten Schichten nicht mehr gegeben ist. Oder man nimmt es als normales Gemüsehochbeet her, ist dann aber kein typisches und sinngemäßes mehr, man braucht sich aber wenigstens nicht mehr zu bücken.

Tipp

Die oberste Schicht gehört, wie oben erwähnt, jährlich mit einer dünnen Kompost-Schicht und einer Gemüseerde/Hochbeeterde-Schicht ergänzt.

Die Schichten durch ein eventuelles Umstechen nicht vermengen.

Daher nur aufhacken oben, die unteren Schichten sind locker genug, da braucht man nicht umzustechen.

 

Welche Gemüse und Kräuter kann man pflanzen?

Prinzipiell alles, man muss sich nur entscheiden und eventuell auch Pflanzengemeinschaften berücksichtigen, die sich gut oder besser vertragen. Die meisten Kräuter vertragen sich untereinander gut, lediglich wasserbedürftige und wenig Wasserbedürftige nicht so, beispielsweise Thymian und Pfefferminze.

Wichtig ist aber die Pflanzung von Salaten, Kohlgemüsen und Sonderpflanzen wie Mangold, Zwischensaaten mit Karotten und Radieschen.

ALLES wird nicht gehen, weil es wichtig ist, die Pflanzabstände einzuhalten und nicht gierig zu werden, es wächst ohnehin alles sehr gut im Hochbeet.

Die Düngung mit dem langsam fließenden Stickstoff aus Schafwollpellets oder abgelagertem Hühnermist sind sehr gut und empfehlenswert, erspart so machen Kraftakt gegenüber Schädlingen, der wenig Erfolg zeigt, wie man weiß.