Was ist das Faszinierende an eigenen Tomaten am Haus und im Garten?

 

Die Tomate hat Kultcharakter – einerseits verpönt ob der weiten Reise, vor allem im Winter, zu uns, dann die Nähe durch unser südliches Nachbarland, denen der beste Geschmack nachgesagt wird.

Gibt es den typischen Geschmack einer „Tiroler Tomate“?

Tomaten sind keine „Gemüsegartenpflanzen“, dazu brauchen sie doch ihre eigene Umgebung. Sie brauchen nicht viel,  es genügt eine Terrasse, ein kleiner Balkon, es ist für jeden die passende Sorte dabei. Und falls zusätzlicher Platz da ist:  Ein kleines Gewächshaus schützt die Pflanze zusätzlich vor äußeren, negativen Einflüssen (Regen, Hagel).

Ein paar Fakten

Heimat ist Südamerika, genauer gesagt Peru.

Verbreitung in Mitteleuropa erst seit knapp 100 Jahren.

Wuchs

Die Tomate wird in Stabform mit unbegrenztem Wachstum (5 Meter) und in Buschform mit begrenztem Wachstum gehalten.

 

Frucht

Von der Frucht her unterscheidet man Hellfrucht (2 Samenkammern, rund, wenig Trockensubstanz), Fleischtomatentypen(unregelmäßige Frucht, mehrere Kammern), Flaschentomaten (längliche, spät reifende Frucht), Perettitomaten (birnenförmig) und Cocktailtomaten (kleinfruchtig, sehr schmackhaft), aber auch Cherrys, die noch kleiner sind.

Manche Fleischtomaten wie Ochsenherz werden bis 1 kg schwer, manche wie Cherry nur 7-10 g. Noch kleinere sind Johannisbeer-Tomaten, die nur 1-2 g wiegen, aber sehr schmackhaft sind.

Farbe

meist rot, auch gelb, weiß, violett, gestreift; meistens rund, flachrund, länglich, je nach Typ

 

Boden

durchdringend humusreich, gelockert, regelmäßig feucht gehalten, schwachsaurer pH-Wert; sehr nährstoffreich. Es gibt eigene Tomatenerden, ist nicht wirklich nötig, aber sie sollte eben sehr nährstoffreich sein, schon von Anfang an.

 

Pflanzung

nach der Aussaat im März oder dem Kauf einer getopften Pflanze im Mai zu den Eismännern hin auspflanzen an einen sonnenreichen Platz. Ideal pflanzt man in ein großes Gefäß, einen Kübel.

 

Düngung

Schafwolle/Schafwollpellets: In den Boden mit einarbeiten, bei Topfkultur als Depot 1-2 Handvoll unter den Tomatenwurzelballen geben. Wirkung setzt)nach 3 Wochen ein.

Als Startdünger empfiehlt sich abgelagerter Hühnermist, der wirkt die ersten 3 Wochen.

Auch andere organische Dünger wie Hornspäne, Kleedünger etc. sind positiv.

 

Pflege

- aufstäben: 1,50-2 m hohe Stützstäbe verwenden, eintriebig ziehen

- ausgeizen: alle Nebentriebe bei jenen, die nicht strauchartig wachsen, die aus der Pflanze entspringen(aus den Blattachseln heraus) gehören entfernt und zwar vollständig, nicht nur abzwicken, weil dann kommt genügend Licht zur Frucht und die Pflanze verkrautet nicht.

 

Pflanzenstärkung

vorbeugend gegen Krautfäule, die in kühlen Sommern bereits vor der Ernte einsetzen kann, mit Salbei-Kaltwasserauszug oder –tee, auch Ackerschachtelhalm hat sehr gute Wirkung, spritzen! Gegen diverse Blattfleckenpilze vorbeugend mit Ackerschachtelhalmbrühe behandeln! Gegen Läuse und Weiße Fliege mit Brennnessel-Wermutbrühe. Kalkgaben sind ungemein wichtig, auch als Steinmehl!

 

Ernte

Bei vorkultivierten Pflanzen und schnellen Sorten meist schon ab Ende Juni/Anfang Juli, ansonsten im Freiland ab August; nur vollreife Früchte haben besten Geschmack.

 

Inhaltsstoffe

Karotin, Apfel- und Zitronensäure; Vitamine A,B,C mit hohem, gesundheitlichen Wert, außer dass die unreife Frucht mit dem Inhaltsstoff Solanin sogar gesundheitsschädlich ist.

 

Arten

Zwerg- und Strauchgtomaten

bis zu 6 cm hoch, kein Ausbrechen erforderlich. Je nach Sorte für Balkontröge, für große Töpfe oder für die Freilandauspflanzung in den Boden geeignet, auch als Ampelpflanze. Früchte sind meistens rot, aber auch gelbe Sorten sind möglich; kirschgroße, geschmacklich ausgezeichnete Früchte. Hauptsorten sind Evita, Siderno und Romello, das ist eine besondere Bodendeckertomate.

 

Fleischtomaten

Pflanzen werden bis 1,60 m hoch, Früchte plattrund bis gerippt; zum Kochen, Grillen, aber auch für Salate, bis zu 600 Gramm/Frucht; älteste Sorte ist Montfavet. Aufbinden/Ausgeizung erforderlich

 

Rispen- und Salattomaten

im Freien bis 2 m hoch, die Klassische, muss ausgegeizt werden.

 

Cocktail- und Cherrytomate

Bis zu 2 Meter hoch werdend, brauchen Gerüste, muss aber ausgegeizt werden. Für Frischverzehr, zum Zieren von Speisen usw. Sehr beliebt.

 

Sonderformen wie Pelati und San Marzano als Saucentomaten

bis zu 1,60 Meter hoch werdend; für Salate und für die Ketchupproduktion! Sehr saft- und ertragreich. Aufbinden erforderlich!

 

Besonderheiten

Tomatoffel oder Tomaten auf Süßkartoffel: Tomaten werden schon seit langem veredelt, neu ist eine Veredelung auf anderen Typen wie Tomaten auf Kartoffel, das heißt oben wächst die Tomaten, im Erdreich die Kartoffel.

Witzig, aber machbar!