Balkonblumen sind in unseren Breiten immer noch und immer wieder ein absolutes MUSS!

Was seit jeher in den Ferienregionen Tirols, Vorarlbergs, Salzburgs, Oberösterreichs, der Steiermark und in Kärnten Kulturgut war - die roten Geranien, die in Hülle und Fülle klassischerweise die Balkone geziert haben  - hat sich heute bedingt durch Zeitgeist und moderne Architektur jedoch etwas verschoben.

Neue Sorten, angepasst an die in den letzten Jahren sehr heißen Sommer, und moderne Farben sowie ein Bewusstwein für Bio-Gartnerei halten Einzug.

Moderne Farben und Bio-Ansatz

Wichtig ist heute nach wie vor ein grosser Blütenreichtum, neu sind "trendige" Farben wie z.B. rosa und violett, aber auch viele kleinblumige Pflanzen, die aber durch Üppigkeit glänzen. Es ist nicht mehr wichtig, die größten Blüten und längsten Schwaden zu haben – wenngleich das mancherorts immer noch ein Kriterium ist – man achtet heute auf Bienen- und Insektenfreundlichkeit, auf die Verwendung von ökologischen Pflegemitteln, chemiefreie Dünger und verzichtet auf die Verwendung von Torf in der Erde.

Ein solcher „Ökoversuch“ hat 2016 und 2017 in Tirol stattgefunden, wo sich 35 Betriebe aus den Vereinen der Privatzimmervermieter und von Urlaub am Bauernhof beteiligt haben.

Das erste Jahr war ein durchwachsenes, das zweite ein sehr guter Erfolg.

Blumen in torffreier Erde mussten in den ersten 3-4 Wochen zwar häufiger gegossen werden, im Endeffekt sind die Pflanzen aber durch die starke Wurzelbildung und die Verwendung von natürlichen Düngern wie Schafwollpellets und Flüssigdünger aus Traubentrester sehr üppig gewachsen.

Positiv: im Vergleich zu ihren konventionellen Blumen-Nachbarn hatten die Versuchs-Pflanzen KEINE Pilzkrankheiten oder Läuse und waren weniger gefährdet für Starkregen, Kälte und Stürme.

Die Bio-Balkonkiste anlegen

Für 1 Meter Balkonkiste braucht es etwa einen 20 Liter-Sack torffreie Bioblumenerde, dazu 80-100 Gramm Schafwoll-Pellets aus Österreich, eventuell noch eine „Starthilfe“ mit 50 Gramm Hornspänen oder Hühnertrockenmist. Das gibt Kraft für den ganzen Sommer.

Wer starkzehrende Pflanzen wie Geranien oder Hängepetunien verwendet, düngt ab Juli dann flüssig mit einem Bio-Balkonblumendünger wöchentlich nach oder verbreicht nochmals eine Dosis Hornspäne.

Welche Blumensind geeignet

Welche Blumen sind für heutzutage die meist verwendeten nebst Petunien und Geranien, die immer noch die klare Nummer 1 und 2 sind?

Verbena, das Eisenkraut, ist hitzeverträglich, fast hitze-bedürftig und besticht durch Farben- und Blütenreichtum, wird maximal 40cm lang und ist nicht windanfällig. Verblühtes kann man, muss man aber nicht ausbrechen, lassen sich ausgezeichnet mit stehenden Pflanzen kombinieren.

Lobularia, der Duftsteinrich, ist eigentlich eine echte „Biene Maja“, das heißt eine Bienenpflanze par excellence, sowohl Nektar, als auch Pollenspendend, sogar winterfest und ist durch ihre weiße oder rosa-bläuliche Üppigkeit nur schwer wegzudenken. Toll ist auch eine Kombination mit roten Pflanzen, wird bis 60cm lang! Wird am Balkon häufig auch zwischen Paradeisern/Tomaten gepflanzt, da viele Bestäuber angelockt werden. Ist in Versuchen an Lehranstalten als DIE Bienenpflanze des Balkons auserkoren worden.

Bidens, der Zweizahn, welcher man ähnliche Bienenfreundlichkeit nachsagt, ist in Gelb längst ein Renner bei jeder Balkonbepflanzung, in Orange, Pink oder Weiss noch weniger bekannt, aber immer häufiger – Stichwort neue Farben. Wasser- und Hitze bedürftig, kann ausgeputzt werden, man kommt nur nicht mehr nach, weil die Blütenpracht einer möglichen Reinigung davon ziehen.

Trends 2019 - Zweifarbiges ist angesagt

Gesternte Blütenfarben sind absolut im Trend, besonders bei Petunien und Minipetunien (Zauberglöckchen). Petunien sind sehr stark von der guten wasser- und Nährstoffversorgung abhängig, benötigen Eisen in Form von Tannenrinde, um ihr üppiges Blattgrün zu betonen.

Wunderschöne Rankpflanzen

Die neuen Farben der altbekannten „Schwarzäugigen Susanne“ bewachsen EINJÄHRIG Zäune und hohe Stäbe bis 3 Meter Länge und mehr. Pink, rostrot und weiß machen den orangen und gelben mächtig Konkurrenz und sind absolut anspruchslos. Anfangs mäßig gießen und düngen, im Laufe des Sommers aber dann kräftig nachlegen. Weiss sich zu behaupten und ist an Blütenreichtum und Wachstum kaum zu überbieten.