Nun ist Pflanzzeit, die Beete und Gärten werden hergerichtet und es stellt sich die Frage nach der richtigen Erde. Aber was ist die richtige Erde? Was ist Bio-Erde und warum gibt es so viele verschiedene Sorten?

Es gibt in der EU-Verordnung klare Richtlinien, was in einer Bio-Erde drin sein darf und was nicht.

Die Erde muss frei sein von

  • Chemischen Hilfs- und Zuschlagstoffen wie z.B. Styropor, Styromull, anderen Kunststoffteilen
  • Frei von synthetischen Düngern/Kunstdüngern: es dürfen nur natürlich-organische Dünger wie Schafwolle, Wirtschaftsdünger (Stallmiste), pflanzliche Dünger, Hornspäne (mit Abstrichen) u.a. verwendet werden
  • Frei von chemischen Pflanzenschutzmitteln und Pestiziden, auch „Lausstäbchen“ dürfen nicht verwendet werden
  • Keine Schwermetall belasteten Klärschlamm-Erden

Torffrei / Torf reduziert

Die Erde muss zumindest TORF-reduziert sein. Torf ist der Hauptinhalt der konventionellen Erden, die angeboten werden. Die meisten kommen aus dem Baltikum, werden also von weit hergekarrt. Um dem Torfabbau entgegenzuwirken und die Moore, die ja entscheidet am Weltklima mitwirken, zu schützen, verwendet man regional entstehende und nachwachsende Rohstoffe wie Grünkompost, Rindenhumus und Holzfaser, aber auch Kokosmark, das auch von weit her kommt (Sri Lanka).

Frei von Fremdstoffen

Bio-Erden müssen frei von Fremdstoffen wie Metallen etc. sein, es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass in Spuren welche durch die Grobsiebung von Grünkomposten enthalten sind, aber alles im Höchstmaß natürlich, welches aber sehr niederschwellig ist.

Bio-Erden dürfen keine gesundheitsgefährdenden Mikroorganismen wie Listerien oder anderen Negativ – Bakterien beinhalten, auch keine Keime, allerdings sind – bedingt durch lebendige (organische) Zuschlagstoffe wie Komposte – Mikroorganismen enthalten, die das ganze „Werk“ am Leben erhalten.

Ohne Bodenleben gibt es kein Leben in der Pflanze, ist also unbedingt vonnöten!

Unkrautsamen

Es dürfen natürlich KEINE Unkrautsamen enthalten sein, diese werden durch die Rottewärme der Komposte weitestgehend zerstört.

In konventionellen Erden darf, wenn die Grenzwerte für Pflanzenschutzmittel und Salzgehalte eingehalten werden, fast alles verwendet werden, selbst Klärschlamme dürfen eingesetzt werden.

 

Was ist bei Bioerden gesondert zu beachten?

Sie sollten innerhalb von 6-8 Monaten spätestens verwendet werden, überhaupt dann, wenn sie torffrei sind. Die Organik im Sack fängt „zu arbeiten“ an und es kann Versalzung entstehen, die Nährstoffe werden ja durch die Mikroorganismen im Boden „frei“.

Die Bio-Erde sollte kühl und schattig gelagert werden und sollte im Winter nicht stark frieren.

Spezial-Bio-Erden sind vor allem bei Gemüse und Tomaten gefragt und positiv, weil die Nährstoffe, die enthalten sind, sehr stabilisierend auf das Pflanzenwachstum sich auswirken und die Pflanzen weniger Trockenstress bereiten.

Wir arbeiten bei uns seit 5 Jahren ausschließlich torffrei in der Produktion, sind unzählige Male kontrolliert worden und haben noch nie was nachgewiesen bekommen, was die Pflanzen und den Menschen negativ beeinflussen konnte!

Bio-Erden sind teurer. Warum?

Bio-Erden sind schwerer, daher passen weniger Paletten auf einen LKW und sind daher finanziell stärker belastet. Zudem sind Weiss- und Schwarztorf immer noch mitunter die billigsten Zuschlagstoffe, billiger als die geregelte und gütegesicherte Herstellung von Grünkompost und Rindenhumus.

Es sind auch Kunstdünger billiger als Schafwollpellets, weil sie großindustriell hergestellt werden, nicht, wie Schafwolle, durch die Gegend chauffiert werden müssen.

Letztendlich ist es immer ratsam eine Bio-Erde für seine Pflanzen zu verwenden.