Wenn man das (Früh) Jahr 2019 unter ein Motto stellen kann, dann ist die Unbeständigkeit der Witterung und die damit verbundene starke Schädlingspopulation, allen voran Blattläuse jeglicher Art!

Das spüren wir an der Nachfrage nach natürlichen Präparaten, aber auch selbst und persönlich an der Vielzahl der Behandlungen. Die mal feuchte, mal heiße Witterung spielt unseren klebrigen, saugenden Freunden sehr in die Karten. Was dagegen tun in der Vorbeuge und in der Bekämpfung OHNE chemische Keule?

Blattläuse saugen Pflanzensaft und schwächen so die Pflanzen. Junge Triebe und Knospen sind besonders empfindlich und wegen des zarten Gewebes auch sehr beliebt, sodass die Blattläuse dort zuerst siedeln.

Befallene junge Triebe verkrüppeln oder vertrocknen. Hinzu kommt, dass die Blattläuse Honigtau absondern, der die Blätter verklebt. Auf diesem Klebefilm siedeln sich die Rußtaupilze an, die die Blätter mit einer schwärzlichen Schicht überziehen. Diese „erstickt“ dann die Blätter.

Es gibt viele verschiedene Blattlausarten. Einige sind auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert, wie z.B. die Rosenblattlaus, die Apfelblattlaus, die Pfirsichblattlaus usw.

Andere suchen dagegen verschiedene Wirtspflanzen aus wie z.B. die Salatwurzellaus, die auch auf Salat UND Pappeln, vielen anderen Gartenpflanzen siedelt.

Sie kommen meist in großen Kolonien vor.

Sie vermehren sich in rasender Geschwindigkeit, eigentlich in Stunden. Die weiblichen Blattläuse bringen OHNE Befruchtung lebenden Nachwuchs zur Welt, sie sparen sich dadurch Partnersuche, Begattung und Eiablage. Wird es den Läusen zu eng, bilden sie schnell geflügelte Stadien aus und suchen sich neue Pflanzen.

Im Sommer gibt es praktisch nur Weibchen, die Männchen braucht man dann für die Winterstadien. Sie begatten im Herbst die Weibchen, die Eier überwintern dann auf den Trieben, am Holz, am Stamm, auf Wurzeln, auf Pflanzenresten.

Es gibt viele Hausmittelchen….

Nicht mehr zu empfehlen ist für mich persönlich die Schmierseife, die meiner Meinung nach mehr kaputt als gut macht, kann aber da wie dort noch angewandt werden, muss jeder selbst entscheiden.

Ein alter, aber umso besserer Trick ist das Abspritzen mit eiskaltem Wasser, die abfallenden Läuse gehen nicht wieder rauf, leider erwischt man nicht immer alle.

Ein altes Mittel ist 1:10 verdünnte, angesäuerte Magermilch, da verklebt es die Viecher richtig!

 

Die wichtigsten Pflanzenauszüge sind:

Brennnessel: als Kaltwasserauszug (24h angesetzt) oder als Tee (mit heißem Wasser übergossen): 100 Gramm frische Brennnessel mit 1 Liter Wasser, kalt oder heiß, wie gesagt, je nach Herstellungsart.

Rainfarnbrühe: 10g getrockneten Rainfarn mit 1 Liter Wasser 24h stehen lassen, dann aufkochen, abkühlen und dann sprühen.

Knoblauchtee: 100 Gramm Knoblauch hacken, mit 1 Liter heißem Wasser überbrühen, ziehen lassen, dann sprühen.

Wermuttee: 5g getrockneten Wermut mit 1 Liter heißem Wasser, ziehen lassen, abseihen, sprühen.

Neem-Öl: im Handel gibt es auch Produkte auf Neemöl-Basis, welches das für Nützlinge schonendste ist!

Paraffin- und Rapsölprodukte: gut, aber leider nicht immer pflanzen- oder nützlingsschonend.

Blattläuse kann man auch „vertreiben“, z.B. mit Lavendel während dessen Blütezeit!

Vorbeugen kann man ebenso:

  • Wenig „treibende Dünger“ verwenden, besser den Mineralstoffhaushalt stärken, z.B. durch Kalk- oder Magnesiumgaben, weniger Stickstoff
  • Nicht am späten Abend gießen und die Pflanzen dadurch „verwöhnen“, nicht feucht in die Nacht gehen lassen.
  • Die Pflanzen nicht unnötig stressen, nicht in der Sonne bespritzen
  • Lausanfällige Pflanzen vermeiden
  • Duftpflanzen dazwischen einpflanzen wie Salbei, Thymian, Lavendel usw.
  • Nicht in Bereichen spritzen, wo es nicht relevant ist wie beispielsweise in Gartenbereichen, die „unwichtig sind“, weil dort  meistens die natürlichen Feinde zuschlagen und sich das bald reguliert hat (Stichwort Marienkäfer und deren Larven)