Wenn man heuer durch Tirol schaut – jetzt sogar schon da und dort in höheren Lagen genauso – dann sieht man, wie schön die Rosen blühen. Viele sagen sogar, dass sie noch schöner sind als 2018, wo man ja vom schönsten Rosenjahr aller Zeiten in Tirol geschwärmt hat.

Aber leider ist das etwas trügerisch. Die nächtlichen Gewitter, die Hitze in kurzen Perioden, abwechselnd mit vielen Gewittern du Starkregengüssen, setzen den schönen Blüten, aber auch den Pflanzen selbst arg zu, auch wenn man bis dato nur ansatzweise Schäden ausgemacht hat.

Gerade bei Rosen, die ja Symbol für vorbeugendes Handeln, Stärken und pflegen ist, spielt es eine bedeutende Rolle, zumal die meisten Rosen ja mehrmals blühen, daher muss man sich auch an bestimmte Dinge halten!

Was ist im Moment zu tun? Was sind die häufigsten Pflegefehler?

 

- falscher Standort

Luftige Standorte mit Sonnengarantie, windumspielte, nicht zu zugige Flecke lieben sie. Humusreiche Böden mit einem guten Anteil Lehm und Sand für guten Wasserabzug sind ihnen wichtig! Nährstoffe in Form von organischem Material wie Kuhdung, Grünkompost usw. tun ihnen ausgezeichnet, aber auch da nicht unbegrenzt, am besten im 2-Jahresrhythmus.

 

- Nachbaukrankheit

Rose auf Rose funktioniert nicht! Das heißt, wo einmal eine Rose gepflanzt wurde, muss der Boden auf 50x50 cm ausgetauscht werden.

 

- Rosen beim Pflanzen nicht in die Erde pressen

Wichtig ist die lockere Umgebung. Beschädigte Wurzeln oberhalb der Verletzungsstelle abschneiden. Und außerdem die Veredelungsstelle 5 cm unter die Erdoberfläche geben, selbst dann noch anhäufeln, also um die Stelle gut verrottete Komposterde geben.

 

- Düngermangel/Düngerüberschuss

Meistens werden zu stickstoffbetonte Dünger verwendet, manchmal jedoch wird gar nie gedüngt. In welcher Form auch immer man Nährstoffe zuführt, ob mittels Kompost, Kuhmist, Kaffeesatz oder mineralischen Düngern (handelsüblicher Rosendünger), egal, Hauptsache es geschieht ausgewogen, das bedeutet nicht einseitig! Zuviel Stickstoff z.B. führt zu weichen Trieben, weniger Blüten und hoher Mehltauanfälligkeit! Umgekehrt führen Mängel zu Sternrußtau und anderen bedrohlichen Pilzkrankheiten und Schädlingsbefall! Wenn man im Herbst mit Kalium, Magnesium und Schwefel gedüngt hat, spart man sich viel Dünger und Ärger im April/Mai und beginnt erst mit dem Erscheinen der ersten Blühknospen mit der Düngung.

 

- enger Standort

Enge Abstände der Pflanzen führen automatisch zu Pilzbefall, der nur schwer wieder loszuwerden ist! In Regenjahren ist das noch problematischer und man soll einzelne Triebe entfernen.

 

- Sortenfrage

sich an den Fachmann wenden, welche Sorten besonders anfällig gegen Mehltaupilze sind, diese dann vorbeugend z.B. mit einem Blattstärkungsmittel und auch Bittersalz (Schwefelhaltiges Magnesium) behandeln. Ansonsten gibt es viele Sorten, die schon weniger anfällig sind, manche bleiben bis zum Herbst frei von jeglichen Schädlingen (von den meisten jedenfalls!).

 

Rosenkrankheiten

 

Sternrußtau, Rost, Echter Mehltau

Dunkelviolettfarbene Flecken, die in feuchten Jahren häufig auftreten, rote Pusteln auf der Blattunterseite, mehliger Belag auf der Blattoberseite! Alle 3 sind z.B. im 3-4 Wochenrhythmus tropfnass über die Pflanzen sprühen, das stärkt UND macht Blätter saftig grün! Ackerschachtelhalmbrühe ist dafür ideal geeignet. Es gibt auch eine Reihe von natürlichen Bekämpfungsmitteln nicht synthetischen Ursprungs zu kaufen, wenn man sich seinen Tee/seine Brühe nicht selbst herstellen möchte.

 

Läuse und Zikaden

Schauen ähnlich aus, zweitere hüpfen nur mehr. Sind mit Knoblauch- und Zwiebeltees gut bekämpfbar, Viele verwenden auch verdünnte Magermilch. Ein Bekämpfungsmittel ist auch, eiskaltes Wasser über die Rosen zu spritzen, die Läuse kriechen danach nie mehr hinauf. Brennessel-Wermuttee in Kombi gegen Läuse, Zikaden UND Spinnmilben sind sehr gute und wichtige Vorbeuger und Heiler.

 

Rote Spinne

Tritt bei zu zugigem Standort und zu trockener Witterung gerne auf. Ist auch sehr gut mit Schmierseife oder eben Brennessel-Wermuttee beizukommen, es sollte auch auf Nützlingsschonung geachtet werden.

 

Gegen Rüsselkäfer helfen natürlich Nematoden am besten, man sollte prinzipiell hier keine chemischen Präparate mehr verwenden. Gegen das Tier selbst hilft Rainfarntee ausgezeichnet, am besten 3x hintereinander sprühen (an 3 Tagen beispielsweise).

 

Rosenschnitt nach der ersten Blüte

Im Sommer sollte nach der 1. Blüte die Rose soweit zurück geschnitten werden, dass das unterste Blatt fünffach gefiedert ist. Zu schwacher Rückschnitt lässt nur ganz schwache Seitentriebe nachreifen, zu tiefer Schnitt hemmt die Neutriebbildung! Leider sind Rosen oft nicht immer – pflegeintensiver als andere Blumen und Gartenpflanzen, aber sie danke es mit reichlich Erst- und Nachblüte – wie keine zweite Blume!