In Essen blühen die Narzissen auf den Verkehrsinseln, der Winter hat dort nicht stattgefunden, noch nicht. Bei uns liegt wenigstens Schnee und die Pflanzen durchleben wirklich Winterruhe, die meisten halt. Viele haben aber bereits jetzt ihren Höhepunkt bzw. spenden uns, den Betrachtern, ein tolles optisches Erlebnis! Und das JETZT schon.

Und es ist gewiss kein Wunder oder eine Laune der Mutter Natur, dass man da oder dort bereits im Jänner/Feber was Blühendes entdeckt. In milden Wintern vermutet man dann alle möglichen Hintergründe, warum das so ist.

Dabei sollte man den Begriff Winterblüher äußerst vorsichtig betrachten. Bei milden Wetterphasen im Winter kann eine Pflanze einmal bereits zu Weihnachten, ein anderes Mal erst Ende Feber blühen, je nach Tiefgang der Temperaturen und je nach Höhenlage.

Bei -12°C zum Beispiel blüht eine Zaubernuss sicher nicht im Jänner, bei Plusgraden kann es aber passieren.

 

Beispiele für winterblühende, winterharte Gartenpflanzen

 Zaubernuss: Die gelben, orangen oder ziegelroten, wohlriechenden Blüten blühen 5-6 Wochen lang, sie werden bis zu 150cm hoch, die Blätter kommen nach der Blüte. Der Standort sollte eher halbschattig sein, der Boden humos und gut! Hummeln, die ja als Wildbienen die ersten sind, lieben diese Pflanze.

Scheinhasel: Blüte in Hellgelb, ähnlich einer Haselnuss. Strauch wird nur 1 m hoch.

Winterschneeball: intensiver Duft, Blüte rosa, Standort sonnig, Boden humos. Wird 2,5m hoch, wächst sparrig.

Seidelbast: giftiger, aber wohlriechender Zwergstrauch für Sonne bis Halbschatten, Blüte in Rosa und Weiß.

Winterjasmin: gelbe Kletterpflanze auf mauern wachsend, sonniger, anspruchsloser Standort. Immergrün seitens der Triebe, hat nur wenig Laub im Sommer. Duftend und sehr beliebt!

Mahonie: immergrüne, leicht bedornte Pflanze für den Halbschatten auf gutem Gartenboden. Blüte zwischen Dezember und März in leuchtendem Gelb, Pflanze wird maximal 1,30m hoch. Triebe halten geschnitten wochenlang in der Vase.

Schneerose: Kalkliebende, fast heimische Waldpflanze, wächst im Unterholz. Blüht je nach Sorte zwischen Dezember und Mai.

Winterling, Cyclamen, Krokus: Zwiebelpflanzen, die schon im Jänner unter der Schnee- und Laubdecke blühen können, an sonnigen bis halbschattigen Standorten, wo es ein bisschen feuchter ist. Gerade Krokusse und Winterlinge blühen an sonnigen Böschungen schon im Feber und die Wildbienen suchen sie wie einen Bissen Brot als Nahrungsquelle!

 

Wohin sollte man Winterblüher pflanzen?

Da es meistens besondere Pflanzen sind, sollte man sie auch für besondere, relativ unbedrängte Standorte wählen, am besten in der Nähe von Wintergärten oder Eingängen und in Vorgärten, damit man sie auch gut sehen kann, wenn man sich nicht im Garten aufhält. Und auch, damit man den meist angenehmen Duft mitbekommt.

Diese Pflanzen brauchen meistens einen etwas „besseren“ Gartenboden, aufgebessert mit organischen Bestandteilen wie Kompost, Lauberde, aber auch Pflanzhumus.

 

Wann sollte man einpflanzen?

Am besten ist es, die Pflanzen im Winter zu sichten, sich dann zu entscheiden und dann im Frühjahr einpflanzen. Auch der Herbst ist noch eine sehr gute Pflanzzeit dafür, aber da vergisst man das manchmal leider wieder.

 

Pflege

Wenn man von Pflege spricht, dann meist von der jährlichen, leichten Bodenverbesserung mit Humus. Schnitt ist nur selten durchzuführen, weil der äußere Habitus sonst in Mitleidenschaft gezogen wird. Und wenn man schon mal die Schere ansetzen muss, dann ausschließlich nach der Blüte im Frühjahr.