Erwin’s Gartenschule
Bodenvorbereitung für's neue Gartenjahr

Die wichtigste Arbeit des Gartenjahres: die Bodenvorbereitung im Frühjahr!
Ohne Floskeln strapazieren zu wollen, so kann man doch sagen, dass die Vorbereitung dessen, was Wachstum und Leben bedeuten, mitunter das Wichtigste sein muss. Der Boden ist die Quelle und die Grundlage für ALLES.
Wichtige Voraussetzung: man hat Boden zur Verfügung, sei es im eigenen oder gemeinschaftlichen Garten, gleichsam bedeutungsvoll.
Bevor man sich an die Arbeit macht, sollte man sich den Untergrund genauer ansehen. Das kann auch ein Laie unterscheiden, ob ein Boden prinzipiell "gut" oder "schlecht" ist, also ab er eher "gleim" ist, wie wir in Tirol sagen, sprich verdichtet, oder locker humos?
Was ist in den letzten Jahren auf der Fläche geschehen? Hat man organisches Material wie Kompost, Stallmist oder Humus eingearbeitet, hat man Hilfsstoffe wie Mikroorganismen, Kalk, Gesteinsmehle oder organisch-biologische Dünger verwendet, oder nicht? Hat man zu viel oder zu wenig getan?
Allzu viel kann ebenso ungesund sein.
Bodenuntersuchung machen lassen
Wenn man nicht weiß, was drin ist, sollte man den Boden nach Hauptnährstoffen und Beschaffenheit untersuchen lassen. Die AGES oder diverse Labore führen sowas durch, ist erschwinglich und gibt nach Rücksprache mit Fachleuten dort den nötigen Aufschluss, bevor man unnötig hineinbuttert.
Das genügt alle 2-3 Jahre
Soll man den Boden generell umgraben?
Da gibt es hundert verschiedene Meinungen zu dem Thema! Von der Logik her sollte die Hauptarbeit (grobscholliges Umgraben) dessen im Herbst passieren, aber auch im Frühjahr sollte, falls nicht im Herbst geschehen, Material zugeführt werden.
Kompost ist gut, vor allem aus dem eigenen Hausgarten. Aber nicht zu viel, 1-2 cm höchstens und das nur alle 2 Jahre, am besten abwechselnd mit gut abgelagertem Stallmist, nicht zugleich, das wäre viel zu üppig!
Organische Dünger sparsam verwenden, aber abgestimmt auf die Kultur. Es macht einen Unterschied, ob man Salat oder Kohlgemüse, Rosen oder Lavendel anpflanzt. Verwendet man Schafwollpellets als Dünger, muss man für die Gartensaison planen, zweimaliges Düngen genügt praktisch fürs ganze Jahr, andere hingegen muss man öfters nachstreuen, Mineralstoffe wie Kalzium genügen einmalig, müssen aber beachtet werden!
Stallmist etc. sind nur die Grundlage, sozusagen die Vorspeise, auf Dauer muss man nachdüngen.
Boden umgraben und auflockern: im Frühjahr verwendet man Grabgabel oder Grubber, die nur mehr sanft mit dem Boden umgehen, ohne die Gesamtstruktur (Kapillarsystem) zu zerstören.
Alte, verdichtete Böden müssen vor dem Aussäen unbedingt aufgelockert werden. In einem verfestigten, harten Boden können die jungen Pflanzen schlecht wachsen. Lockerer Boden ist auch wasserdurchlässiger und es kann keine Staunässe entstehen. Der Boden sollte daher mit einer Gartengabel oder einem Grubber umgegraben werden. Die Oberfläche wird dann mit einer Harke bzw. einem Holzrechen geglättet.
Kompost einbringen
In nährhaltigem Boden wächst z.B. Gemüse besonders gut. Deshalb empfiehlt es sich, die Erde mit Kompost zu mischen, er enthält eine Vielzahl wichtiger Nährstoffe.
Gegebenenfalls düngen
Alte oder häufig für den Gemüseanbau genutzte Böden enthalten kaum Nährstoffe. Wenn man keinen Kompost zum Aufwerten des Bodens hat, kann auch ein spezieller Dünger verwendet werden.
Darauf sollte bei der Vorbereitung des Bodens (egal, ob für Rasenflächen, Gemüse, Bäume oder Blumenbeete) ebenfalls geachtet werden:
· Boden umgraben und auflockern
· Kompost oder Dünger einbringen
· pH-Wert des Bodens kontrollieren lassen
· Unkraut entfernen
Ein Gemüsegarten sollte nach Möglichkeit komplett von Unkraut befreit werden. Erstens kann man die kleinen Pflänzchen, die vorher ausgesät wurden, schlecht von Unkraut unterscheiden und zweitens nimmt das Unkraut dem Gemüse Nährstoffe und Feuchtigkeit. Die im Boden enthaltenen Nährstoffe sind wichtig, damit man später eine gute Ernte hat.
pH-Wert des Bodens (Säuregrad) bestimmen
Der pH-Wert des Bodens im Garten ist für eine gute Ernte sehr wichtig. Der Boden sollte bestenfalls einen neutralen pH-Wert von 6,5 - 7 haben. Es gibt spezielle Messgeräte, mit denen der pH-Wert auf einfache Weise ermittelt werden kann.
Liegt der gemessene Wert unter 6,5, ist der Boden säuerlich. Auch eine ständige Neubepflanzung sowie das Auswaschen durch Gießen oder Regen nehmen dem Boden wichtige Bestandteile. In diesem Fall kann der Boden mit Kalk oder Gesteinsmehl behandelt werden.
Liegt der Wert über 7,5, ist der Boden alkalisch. Hier kann Granitmehl in den Boden gemischt werden. Auch der Einsatz von Kaffeesatz hat sich schon oft bewährt.

Ähnliche Beiträge

Egal, ob man „neue“ Zwiebeln kauft oder „Übersommerte“ aus dem dunklen Keller holt, die Zeit sollte nicht übersehenwerden, damit die Zwiebel noch ausreichend Möglichkeit hat, Wurzeln zu bilden.
Zwiebelblüher sind anpassungsfähig und anspruchslos
Betrachtet man die unscheinbaren Zwiebeln, ist kaum zu glauben, welche Blütenpracht aus ihnen hervorgeht. Sie sind meist braun und manchmal sogar schrumpelig und doch bilden sie oft noch im Spätherbst kleine, spitze Triebe aus, dann wächst auch schon die Spannung, was da wohl hervorsprießen mag.
Blumenzwiebeln haben sich perfekt an die Naturbedingungen angepasst. Sie trotzen Eis und Schnee, nutzen z.B. die Zeit bis zum Laubaustrieb der Gehölze (solange ist es nämlich noch sonnig unter dem Baum) und machen nach der Blüte den dann nachtreibenden Pflanzen Platz.
Den Boden gutvorbereiten
Alle Zwiebelpflanzen benötigen durchlässigen Boden ohne Staunässe.
- Schwere Lehmböden sollten mit Sand, feinem Split, lockerem Laubhumus und/oder etwas gut verrottetem, reifem Kompost verbessert werden, aber nur mäßig, in reinen Kompost gar nie pflanzen, da verbrennen die kleinen Würzelchen der Zwiebeln.
- Zierlaucharten brauchen sehr sandigen Boden, den Humusanteil daher gering halten.
- Tulpen, Narzissen und Kaiserkronen brauchen einen sehr hohen Humusanteil, hier kann Kompost und Laub-Erde eingearbeitet werden. Sorgen Tonschichten unterhalb der Humusschicht für einen Wasser undurchlässigen Boden, so hilft es nur, diese Schichten aufzugraben und großzügig mit grobem, gewaschenen (kalkfreien) Sand oder Splitt zu vermischen und den Oberboden zusätzlich mit viel Humus zu vermengen.
Das richtige Einpflanzen:
Das Wichtigste beim Pflanzen ist die richtige Tiefe. Sie hängt von der Größe der Zwiebeln ab, aber auch von der Bodenbeschaffenheit. Als Faustregel gilt, dass die Pflanztiefe etwa dem Zwei- bis Dreifachen des Zwiebeldurchmessers entsprechen muss.
Bei leichteren Böden sollte von Haus aus tiefer gepflanzt werden, um der Pflanze mehr Halt zu geben. Den meisten Zwiebelpflanzen macht es auch nichts aus, wenn man tiefer pflanzt, das schützt sogar oft vor Verletzungen – dieBlütezeit verzögert sich halt dann oft um 1-2 Wochen!
- Um die Pflanzlöcher auszuheben, genügt meist eine kleine Handschaufel oder gar ein Zwiebelstecher. Hier können bequem bis zu 30 cm tiefe, zylindrische Löcher gegraben werden, in denen man die Zwiebel locker hineinlegt. Bei Bedarf kann die Zwiebel dann mit dem Sand oder auch organischer Langzeitdünger wie Hornspäne unterlegt werden. Man füllt dann das Loch oder die ausgehobene Fläche wieder mit dem lockeren, grobanteilsarmen Aushubmaterial an.
- Wenn größere Mengen gepflanzt werden, leistet der Zwiebelpflanzer (Zwiebelstecher) gute Dienste.
- Beim Pflanzen in eine vorhandene Rasenfläche bietet es sich an, größere Rasenstücke „aufzuklappen“ und die Zwiebeln in Gruppen darunter zu verteilen, dann den Rasen wieder drauflegen. Man bedenke aber, dass sich die Rasenmahd im kommenden Frühjahr nach der Blütezeit bzw. dem Einziehen der sich gebildeten Laubblätter der Zwiebel richtet. Es kann passieren, dass man diese Flecken bis Juni stehenlassen kann, um auch im darauffolgenden Frühjahr sichere Blüte zu bekommen. Da kann die Fläche oft unansehnlich werden und man bereut dann diesen Schritt häufig, weil man sich auch einen schönen Rasen wünscht. Also nicht wahllos verteilen, sondern nur auf gezielten Punkten und wenn möglich nur frühblühende Arten und Sorten. Krokusse, Wildtulpen und klein-kronige Narzissen bieten sich sehr gut an dafür.
- Auch der Schutz gegen Mäusefraß ist wichtig, wenn der Garten unter diesem Problem leidet. Eigene Pflanzkörbe, die mit in den Boden eingegraben werden, oder engmaschige Hasengitter werden unter den Zwiebel gelegt, somit gelangt die Maus nicht ran.
Die Zwiebeln unbedingt mit der Spitze nach oben pflanzen, der Austrieb tut sich dadurch leichter.
Wichtig beim Neukauf ist auch die Zwiebelqualität bzw. die Zwiebelgröße.
Man sollte daher meistens die größtmögliche Zwiebelgröße kaufen, diese garantiert auch die beste und reichhaltigste Blüte, weil in ihnen auch die meisten Nährstoffe gespeichert sind, was man mit einer zusätzlichen Düngung nicht mehr wettmachen kann.
Als Anhaltspunkt ein paar Zwiebelgrößenbeispiele: es werden immer die Umfänge auf den Verpackungen beschrieben:
Gartentulpen mind. 11-12 cm Umfang
Wildtulpen 6-7 cm Umfang
Hyazinthen 15-16 cm Umfang
Narzissen sollten als 2 Zwiebeln zusammengesetzt sein, sie heißen dann auch Doppelnasen
Traubenhyazinthen 4-5cm Umfang usw.
Beim Kauf auch darauf achten, dass die Zwiebeln keine mechanischen Beschädigungen aufweist, oder gar Risse, wo man ins Innere sieht. Auch Flecken und schrumpelige (ledrige) Stellen sollten nicht sein.
Es ist auch möglich, Zwiebeln inTöpfe auf die Terrasse zu pflanzen.
Dort gelten dieselben Gesetzmäßigkeiten wie in den Boden gepflanzt. Die Töpfe sollten die ausreichende Tiefe besitzen, eventuell sollte man sie auch zusammenstellen, dann über den Winter eine Schicht Laub oder Stroh herumgeben, um vor ganz starken Trockenfrösten zu schützen. Wenn man Blumenerde hierfür verwendet, dann eine nicht zu stark aufgedüngte. Daher unbedingt beim Kauf informieren!
Mankann auch Blumenzwiebeln miteinander vermischen
D.h. unterhalb z.B. Narzissen pflanzenund die oberen Schichten Traubenhyazinthen. Die Narzissen blühen früher, danach dringen die blauen Zwerge durch das Laub der Osterglocken. Im Normalfall ist es aber ratsamer, hohe Arten hinten und nach vorne im Beet gestaffelt nach Blütezeit niedrige Arten zu pflanzen. So kann man sich ein Bild von Winterling über Schneeglöckchen bis Krokus, Hyazinthe, Narzisse bis hin zu Tulpe und Kaiserkrone machen und so von Februar bis Mai eine bunte oder auch bei richtiger Wahl Blütenpracht Ton in Ton erhalten und sich dran bei Erfolg erfreuen.
Und noch was !
Das kräftige Gießen im Herbst ist sehr wichtig für eine ausreichende Wurzelbildung.
Dann die Zwiebel allerdings nicht mehr verwöhnen, höchstens erst wieder nach dem Austrieb im Frühjahr.
Egal, ob man „neue“ Zwiebeln kauft oder „Übersommerte“ aus dem dunklen Keller holt, die Zeit sollte nicht übersehen werden, damit die Zwiebel noch ausreichend Möglichkeit hat, Wurzeln zu bilden...
zum Beitrag
Nach dem schier endlos langen Winter scharren die Gemüse- und Kräuter-Fans, die ein Hochbeet besitzen, mit den Hufen. Die meisten haben – in welcher Form auch immer – auf der Terrasse, am Balkon und vorwiegend im Garten ihr eigenes, kleines oder größeres Hochbeet. Über den Winter hat sich dort viel nach unten hin abgesetzt, die tieferen Schichten sind verrottet und das Volumen obenauf fehlt. Manchmal sind es nur ein paar Zentimeter, oft aber mehr.
Prinzipiell: Was ist ein Hochbeet?
Ein Hochbeet ist ein Biotop (ja, ist es wirklich - Teiche sind z.B. Feuchtbiotope), das künstlich angelegt wird, meist aus Lärchen-oder Fichten-Kanthölzern (geht aber auch Stein, Ziegel, Kunststoff, Fertigbauteile, sogar Blech) errichtet, praktischerweise viereckig, meistens in den Maßen 3m lang, 0,8-1m hoch und 1-1,20m breit, so, dass man noch bequem in die Mitte langen kann. Man kann es sich von jedem Hobbybastler oder Zimmerer/Spengler, je nach Material aufstellen lassen, oder für die ganz bequemen in Fertigbauweise kaufen. Das Hochbeet wird im Im Garten 5-10cm tief eingegraben, ansonsten kann man es aber auch einfach auf die Terrasse stellen (Statik beachten!), besser auf den Steinboden wegen des Wasserabzugs. Mit dieser Größe kommt man – ohne Tomaten/Zucchini/Gurken und ohne Gewürze/Kräuter gerechnet – als 4-köpfige Familie gut über die Runden. Das ist doch was….
Was ist drin im Hochbeet?
Richtigerweise wird es unten mit einem Hasenstallgitter gegen Mäuse ausgekleidet. Dann wird an den 4 Innenwänden eine Noppenfolie eingezogen, danach erfolgt der schichtweise Aufbau der Erde, wobei von unten nach oben die Schichtdicke abnimmt, aber da ist man recht flexibel:
Unterste Schicht 20-25cm mit grobem Strauchschnitt (aus Gartenrückschnitten), dann drauf feiner Strauchschnitt und Laub (15-20cm), dann Gartenerde (10-15cm), dann abgelagerter Kompost (10-15cm) und dann drauf z.B. Gemüseerde (10cm maximal).
Der Aufbau geht dahingehend, dass die unteren Schichten die Rotteschichten sind, da Wärme frei wird und somit ein Mikroklima erzeugt, das 5-8°C höherliegt als normal, die Pflanzen früher dran und robuster sind. Das ist der„Hochbeet-Effekt“!
Vor- und Nachteile?
Der Vorteil ist die Verfrühung, das „Nichtbückenmüssens“ (gut fürs Kreuz), das bodenneutrale Arbeiten, das Gesundbleiben durch das naturnahe Anbauen.
Der Nachteil ist, dass alle 5-7 Jahre das Hochbeet ausgeräumt werden sollte, weil sonst der Effekt durch das Fertigverrotten der untersten Schichten nicht mehr gegeben ist. Oder man nimmt es als normales Gemüsehochbeet her, ist dann aber kein typisches und sinngemäßes mehr, man braucht sich aber wenigstens nicht mehr zu bücken. Dann ist es eben nur mehr ein „hohes Beet“.
Tipp:
Die oberste Schicht gehört jährlich mit einer dünnen Kompost (1cm)-Schicht und einer Gemüseerde-Schicht ergänzt. Man sollte die Auffüllgabe aber nicht umstechen, sondern nur aufhacken oben auf, die unteren Schichten sind lockergenug, da braucht man nicht umzustechen. Super wäre ein Gabe mit Huminstoffen,oder Regenwurmhumus, gerne auch Steinmehl, auch eine Kalk Gabe ist sehr positiv. All das kann man gemeinsam auf die zu bepflanzenden Stellen geben, ist Boden belebend und vor allem fördert es sie Pflanzengesundheit, nimmt Stress und unterstützt die Nährstoffaufnahme, auch dann, wenn der Boden noch so kaltist wie aktuell.
Welche Gemüse und Kräuter kann man jetzt bereits pflanzen?
Unabhängig von allem sollte man ein Wachstumsvlies parat halten, bzw. fixdrauflegen, weil es darunter einfach die kalten Nächte (es muss gar nicht zufrieren) ab puffert und sich das Mikroklima sehr positiv auf ein gesundes Wachstum auswirkt.
Pflanzen kann man schon sämtliche Salatarten, aber auch Kohlgemüse, Rucola, Mangold, Zwiebel, Porree.
Aufpassen soll man mit Sellerie, Fenchel, aber auch Basilikum. Dafür ist es noch zu früh.
Im Frühling ist es an der Zeit, die Hochbeete für die neue Bepflanzung herzurichten.
zum Beitrag
Gerade heuer in diesem doch außergewöhnlichen Winter können Pflanzen schon Schäden aufweisen. Nachwehen von der Jänner Kälte sind jetzt erst richtig sichtbar geworden. Zuerst ein relativ langer Herbst mit milden Temperaturen, dann aber ein extrem kalter Jänner mit Trockenheit, dazwischen Schnee, dann wieder der recht milde Februar, aber eben sehr trocken und schließlich dann jetzt die Kälte samt Schneefall, vor allem nach dem Austrieb der meisten Pflanzen. Temperaturschwankungen innerhalb von wenigen Stunden haben den Pflanzen wenig bis keine Vorbereitungszeit gelassen und können zu massiven, zumindest optischen Schäden gekommen. Die eigentlichen Schäden sieht man ohnehin erst im weiteren Verlauf der Wachstumsperiode.
Was kann alles passieren und wie kann man schützend reagieren?
Prinzipiell können sehr viele Pflanzen mit frühem Durchtrieb von Spätfrösten beschädigt werden, vor allem Pflanzen mit früher Blüte wie Marille, Pfirsich, Kirsche, weniger aber Blütenpflanzen wie Zwiebelblüher (Narzissen, Tulpen) und Stiefmütterchen, Gänseblümchen und auch Ziergehölze.
Unter den Baumarten können sogar Walnuss, Buche, Tanne, Fichte, Esche, Lärche Schäden erleiden. Klingt ungewöhnlich, aber nach erfolgtem Durchtrieb sind Temperaturen um die minus 8°C die Grenze für Folgeschäden. Nicht, dass die Pflanzen„eingehen“, aber sie können doch optische Folgeschäden bekommen.
Folgeschäden können bis in den Sommer hineinreichen, aber auch noch in die nächsten Wachstumsjahre
Ein Laubbaum, den die Leittriebspitze (Hauptast) abfriert, muss erst einen neuen solchen ausbilden, in dieser Zeit kann die Pflanze deformieren, verruten, weil sie selbst erst wieder die Orientierung nach einer neuen Mitte (Krone) finden muss.
Eine Marille, die trotz Vliesschutz Blütenfrost erleidet, kann z.B. erst bei der Fruchtausbildung sichtbare Spätfrostschäden sichtbar machen, weil der Fruchtknoten einen Frostschaden erlitten hat, es der Pflanze aber trotzdem nicht 100% geschadet hat.
Blattschäden an Triebspitzen bei Ahorn, Esche, Platane und dgl., die früh austreiben und Spitzenbräune, sogar Schwärze erleiden, sind optisch nicht schön, aber doch kosmetisch zu korrigieren, indem man die Pflanze ausschneidet und so eine Verrutung (Besenwuchs) vermeidet.
Schutz gibt es keinen 100%-gien und richtigen:
Frostberegnungen sind bei Obstbäumen, vor allem in Südtirol, aber auch im Oberland, eine gute Methode. Das heißt, man lässt mittels eines Kreisregners Wasser über die Pflanzen verteilen und das ab einer Temperatur von minus 2-3°C. Das Wasser bildet dann einen Schutzpanzer um die Blüten, was ein Vorteil ist. Der Nachteil ist, dass die Anschaffungskosten hoch sind, man Unmengen an sauberen und frischen Leitungswasser braucht, sehr hohe Wassermengen auf den Boden verteilt. Aber auch die Bruchgefahr ist gegeben, wenn das Eis die jungen Triebe nach unten zieht!
Schutz durch Vlies an Hausmauern bei Marillen und anderen Obstspalieren ist absolut zu empfehlen, untertags sollte das „weiße, dünne Gewand“ aber wieder entfernt werden, um es nötigenfalls am Abend wieder darauf zu verspannen. Hat es außen minus 5°C, so hat es unter dem Vlies 0°C. Man kann aber davon ausgehen, dass es an Hausmauern nicht so stark friert, weil das Haus selbst ja auch noch Wärme abstrahlt.
TIPP! Viele haben auch schon den Versuch unternommen mit einer Spritzung mit verdünntem Baldrianblütenextrakt. Das funktioniert tatsächlich, ist seit Jahren bekannt.
Was soll man tun, wenn man Frühjahrsblüher vor einer Woche ausgepflanzthat, beispielsweise am Friedhof?
Der Schnee ist zwar einerseits ein gutes Dämmmaterial, andererseits aber dann doch auch Druckvon oben. Blüten können abbrechen, die erste Blüte, zum Beispiel eines Stiefmütterchens, kann Schaden durch Frost erleiden, weil die Pflanzen ja aus den Gewächshäusern der Gärtner kommen.
Auch Primeln, die im Gewächshaus vorgetrieben wurden, können einen leichten Schaden davontragen, die Pflanzen sind jedoch ebenso wie die vorher genannte winterhart und daher treiben sie schnell wieder durch und blühen dann wieder schön weiter.
Eine Abdeckung mit Vlies ist nur dann gut und ratsam, wenn man sich sicher ist, dass es nicht draufschneit, weil sonst durch den Druck darunter alles „zerdrückt“ wird.
Was tun, wenn man Terrassenpflanzen bereits ausgepackt hat bei schönem Wetter?
Töpfe braucht man dann natürlich nicht mehr einwickeln, allerdings sehr wohl die oberirdischen, manchmal bereits ausgetriebenen Pflanzenteile.
Was tun, wenn man die NICHT winterharten Kübelpflanzen (Oleander undCo.) bereits ins Freie geräumt hat?
Am besten stellt man sie ganz nahe ans Haus an einen halbschattigen Platz und deckt sie fest mit Vlies zu. Das müsste die ärgste Kälte abhalten und der Schnee setzt ihnen am allerwenigsten zu.
Balkonblumen im Allgemeinen haben in Tirol im März und April nur in den seltensten Ausnahmefällen im Freien was verloren, sie sollten unbedingt bis Mai geschützt im Haus stehenbleiben und gepflegt werden!
Was tun mit Aussaaten und Auspflanzungen von Gemüse im Hausgarten?
Im Normal fallschützt das Vlies, wie bereits erwähnt, bis zu Temperaturen von minus 5°C, aber im Gegensatz zu anderen Pflanzen, sollte man das Vlies Tag und Nacht auf den Gemüsepflanzen drauf lassen, weil das Vlies zugleich auch wachstumsfördernd ist und das Gemüse oft noch intensiver schmeckt.
Was tun, wenn der späte, schwere Schnee auf die Sträucher und Bäume drückt?
Pflanzen, die es stark verbiegen kann, wie zum Beispiel immergrüne Pflanzen (Bambus, Lorbeerkirsche und dgl.) gehören genauso vom schweren, feuchten März/April-Schnee befreit durch Abschütteln, wie zum Beispiel Blütensträucher, die jetzt bereits blühen, wie die Forsythie oder das Pfaffenhütchen.
Wobei die Bauern früher immer gesagt haben: Der März-Schnee ist der beste Dung`weil er sehr feucht ist und langsam in den fast schon tiefgründig geöffneten Boden eindringt und langsam und dauerhaft Wasser zuführt, von dem Pflanzen lange zehren könnten.
Es schneit auf die ersten Blüten – was ist zu tun?
zum Beitrag