Wir sprechen über die 2 bekanntesten und gefürchtetsten Pilzkrankheiten im Hausgarten (z.B. bei Rosen und Gemüsepflanzen), am Balkon und der Terrasse, den beiden Mehltaupilzen, dem Falschen und dem Echten.

Gerade jetzt, wo das Wetter doch ein paar trübe Tage und feuchte Nächte zu bieten hat, spielen die beiden Krankheiten eine leider große Rolle, wir nehmen das im Gartencenter verstärkt wahr, weil sehr viele Fragen dahingehend kommen, auch an mich selbst.

Prinzipiell unterscheidet man diese beiden Arten von Mehltaupilzen, den Echten und den Falschen.

Der Unterschied zwischen den beiden ist sehr einfach feststellbar.

 

Unterschied Echter und Falscher Mehltau

Der Echte Mehltau dringt über die Blattunterseite ein und wird auf der Oberseite mittels eines weißen, abwischbaren  Belags sichtbar.

Der Falsche Mehltau fabriziert auf der Blattunterseite einen grauweißen Belag und wird oberseitig durch braune Flecken vom Rand und auch von der Mitte her sichtbar.

Beide Pilzarten sind nicht miteinander verwandt. Während der Echte Mehltau eine Art Rostpilz ist, die genauso schnell kommt, wie vergeht, so ist der Falsche Mehltau ein Gefäßparasit, der innerlich in der Pflanze, in den Gefäßen, im Saftstrom verbreitet wird und daher schwieriger zu bekämpfen ist.

 

Wann treten Mehltaupilze auf?

Mehltau tritt auf Blättern auf.

Echter Mehltau, der auf den Blattoberseiten wächst und durch das Blattgewebe durchdringt, ist auch jedem Gartenlaien als Krankheit bekannt. Weißbemehlte Rosen, Rittersporne oder Indianernesseln, Salbei, Phlox und Astern gibt es praktisch jedes Jahr einmal. Feuchtwarme Frühjahrs-Wochen, also Pilzwetter, fördern die Ausbreitung der Krankheit außerordentlich. Bei einem schwach  beginnenden Befall an den Triebspitzen können Stauden und Gehölze zurück geschnitten werden und treiben dann oft kerngesund wieder aus. Es gibt von allen Gartenpflanzen Züchtungen, die weitgehend „relativ“ mehltauresistent sind.

Standort- und Pflegefehler bilden schwächliche und weiche Pflanzen aus, ein zu dichter Stand, wie häufig bei Gemüse (insbesondere Salate) und zu viel Gießwasser über die Blätter machen die Pflanzen anfällig für diese Mikropilze.

So gehören auch kranke, befallene Pflanzenreste aus dem Garten entfernt, sonst überwintern die Sporen darin.

 

Bekämpfung von Echtem Mehltau

Es gibt verschiedene blattstärkende Brühen. Zum einen Brühen aus Acker-Schachtelhalm. Ackerschachtelhalmtriebe werden am Feld- und Wegesrand gesammelt, ca. 100g frische in ein Liter kaltem Wasser eingelegt, nach 24 Stunden Ansetzzeit auf 80°C erhitzt, dann auf drei Liter fertige Brühe verdünnt und über die Pflanzen gesprüht, am liebsten am Vormittag.

Schwefelpräparate helfen ebenfalls nur bei Befallsbeginn, so auch das gute, alte Bittersalz, das eigentlich ein Magnesiumdünger ist, aber durch seinen Schwefelanteil ein ausgezeichneter Mehltauvorbeuger ist!

Chemische Präparate sind weniger hilfreich als natürliche, das ist die Erfahrung! Die Behandlung sollte im Abstand von 3-4 Wochen erfolgen.

Weitere wichtige Tipps sind: angesäuerte, abgestandene Milch verdünnt auf 1:5-1:10 und dann gesprüht, es geht auch Molke verdünnt oder Backpulver.

 

Der Falsche Mehltau dringt von der Unterseite ins Pflanzengewebe ein, es ist also nur auf der Blattunterseite grau-weiß, oberseits später dann braunfleckig. Gemüse wird sehr häufig befallen, zum Beispiel Spinat, Salat, Kohl, und auch Zwiebel. Sehr stark befallene Pflanzen sind nicht mehr zu retten. Kranke und durch diese Krankheit welke Pflanzen müssen aus dem Garten entfernt werden, wenn man nicht möchte, dass die Sporen im Garten bleiben. Es muss auch nicht sein, das nächstes Jahr wieder ein Befall mit Falschem Mehltau eintritt. Vorbeugende Kupferspritzungen über die Pflanzen, aber auch das Gießen mit Pflanzen stärkenden Präparaten wie Salbeiauszug wirken hervorragend. 200 Gramm getrockneten Salbei (aus der Apotheke) auf 10 Liter kaltes Wasser geben, 24h ziehen lassen, unverdünnt gießen oder kräftig sprühen!

Aber auch die vorher beschriebene Ackerschachtelhalmbrühe wirkt gut.

Falscher Mehltau kommt besonders gerne bei Kartoffeln, Tomaten, Gurken und Salaten vor, aber auch an winterharten Blütenstauden. Hier muss man achtsam sein, um keine Missernten einzufahren.