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Erwin’s Gartenschule

Artenvielfalt im Garten und am Balkon!

Einen „Artenvielfaltsgarten“ selbst anlegen!

Die meisten heimischen Schmetterlinge und Bienen ernähren sich von Blüten. Viele Pflanzen sind auf Schmetterlinge und Bienen als Bestäuber angewiesen und bieten den Nektar als "Gegenleistung" für den Pollentransport. Dieses über Jahrmillionen gewachsene Zusammenspiel wird heute oft gestört, zum Beispiel durch neue Pflanzen, die keinen Nektar geben und durch chemische Pflanzenschutzmittel, die den wertvollen Insekten schaden. Nur mit den richtigen Blüten kann man Schmetterlinge und Bienen in den eigenen Garten locken. Als Faustregel gilt: je vielfältiger ein Garten, desto attraktiver für die „Flieger“! Gärten, die nur aus kurz gemähter Rasenflächen bzw. Thujen-Hecken bestehen, eignen sich auch nicht für die ganzen Bestäuber.

Wild ist gut - kurz gemähte Rasen sind für Schmetterlinge und Bienen wie Wüsten, „wilde Ecken im Garten“ wie Oasen, die Natur weiß selbst, was am besten für sie ist. Ein Teilbereich des Rasens in eine nicht so häufig gemähte Blumenwiese umwandeln!

Nicht alles auf einmal mähen - um nicht auf einen Schlag den ganzen Lebensraum von Faltern und Raupen zu zerstören, sollten nicht alle Flächen gleichzeitig gemäht werden.

Auf heimische Pflanzen setzen - statt ausschließlich exotische Zierpflanzen im Garten zu pflanzen, lieber mit heimischen Pflanzenarten kombinieren, das schmeckt den Bienen und Schmetterlingen besser.

Verzicht auf Chemie im Hausgarten - blühende Pflanzen sollten niemals mit Insektenbekämpfungsmittel behandeln werden und auch Pflanzenschutz-Stäbchen für die Erde sind pures Gift für Bienen und Schmetterlinge! Ameisenköder, Wespensprays, Gelsenstecker und Fenster-Aufkleber gegen Fliegen sind ebenfalls giftig für viele Nützlinge. 

Wildblumenbeet anlegen

De einfachste Einstieg in einen schmetterlings- und bienenfreundlichen Garten ist ein Wildblumenbeet. Ein Wildblumenbeet kann man auch in großen Kübeln oder Blumentöpfen einsäen, z.B. für den Balkon!

Viele Wildblumen gedeihen am besten auf nährstoffarmen und mageren Böden. Wildblumenmischungen für Magerstandorte erbringen Nektar für viele Bienen, Falter und Futter für die Raupen vieler Arten.

Wer keinen nährstoffarmen Boden zur Verfügung hat, kann auch auf fetteren Böden ein Blumenbeet für Schmetterlinge und Bienen anlegen. Eine Wildblumenwiese wird sich jedoch nur dann auf Dauer halten, wenn dem Boden zur Abmagerung Sand oder Kies beigemischt wurde.

Auf nährstoffreichem Boden ist auch die Feuchtwiese eine gute Alternative. Ständig zugeleitetes Dachrinnenwasser reicht für die Etablierung eines Stücks Nasswiese aus. Hier können sich Hahnenfuß und Kuckuckslichtnelke halten und hier wächst auch der äußerst gut besuchte Baldrian.

 

Blumenwiese anlegen

Bei einer Wildblumenwiese gilt: Wichtiger als die Größe der Fläche ist die Qualität der Wiese. Für Bodenbeschaffenheit, Lage und passenden Pflanzen gelten bei Wiesen die gleichen Aussagen wie bei den Beeten.

Wie man erfolgreich eine Blumenwiese und -beet anlegen kann:

  1. Boden ca. 1-2 Spaten tief umgraben.
  2. Rasen, Pflanzenteile und Wurzeln entfernen und den Boden mit der Harke und einem Rechen durcharbeiten bis er locker und feinkrümelig ist.
  3. Auf mageren, nährstoffarmen Böden entstehen artenreiche Wildblumenwiesen. Im Garten kann dazu der Boden mit feinem Kies oder Sand vermischt werden (bis zu 50%!!).
  4. Die Blumensamen mit der Hand auf das Saatbeet streuen (eventuell zum gleichmäßigen Ausstreuen mit Sägemehl vermischen).
  5. Die Samen mit dem Rücken des Rechens leicht in den Boden eindrücken oder einklopfen. Nicht mit Erde abdecken, da sie nur im Licht keimen! Die Erde während der Keimzeit (ca. 4-6 Wochen) gut feucht halten.

Für den Anfang braucht es Geduld, denn die ersten Samen keimen erst nach einigen Wochen. Besonders Wildblumen wachsen langsam. Kommen unerwünschte Arten zuerst, diese mit der Hand regelmäßig entfernen. Erst nachdem die Pflanzen ihre Samen ausgestreut haben, sollte gestutzt oder gemäht werden. Die Mahd nicht liegenlassen, damit der Boden weiterhin nährstoffarm bleibt. Die beste Zeit dafür ist logischerweise das Frühjahr!

Balkon schmetterlings- und bienenfreundlich gestalten:

Wer keinen Garten zur Verfügung hat, kann natürlich auch den Balkon schmetterlings- und bienenfreundlich gestalten. Dauerhaft "einziehen" werden Schmetterlinge und Bienen auf dem Balkon vermutlich nicht. Aber als Raststation für vorbeifliegende Bestäuber sind Balkone sehr wichtig. Kletterpflanzen zum Beispiel sind ein Ruheplatz für Schmetterlinge, und die Blütenpracht bietet den Faltern reichlich Nahrung, beispielsweise Efeublüte im Herbst. Im Blumentopf mögen Schmetterlinge und Bienen alles, was duftet. Am besten Küchenkräuter wie Basilikum, Pfefferminze oder Salbei blühen lassen. Pelargonien und anderen Balkonblumen besitzen oft wenig Nektar  - sie bieten kein "Futter" für die Schmetterlinge. Ein Wildblumenbeet kann man auch in großen Kübeln, Blumentöpfen oder -kästen einsäen.

Autor
Erwin Seidemann
Datum
28.5.2021
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Nützlinge
Schädlinge
Pflanzenschutz
21.5.2021
Feuchte Witterung = Blattlaus-Zeit

 

Blattläuse saugen Pflanzensaft und schwächen so die Pflanzen. Junge Triebe und Knospen sind besonders empfindlich und wegen des zarten Gewebes auch sehr beliebt, sodass die Blattläuse dort zuerst siedeln. Befallene junge Triebe verkrüppeln oder vertrocknen. Hinzu kommt, dass die Blattläuse Honigtau absondern, der die Blätter verklebt. Auf diesem Klebefilm siedeln sich die Rußtaupilze an, die die Blätter mit einer schwärzlichen Schicht überziehen. Diese „erstickt“ dann die Blätter.

Es gibt viele verschiedene Blattlausarten. Einige sind auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert, wie z.B. die Rosenblattlaus, die Apfelblattlaus, die Pfirsichblattlaus usw. Andere suchen dagegen verschiedene Wirtspflanzen aus wie z.B. die Salatwurzellaus, die von Salat zu Pappeln wandert und viele weitere Gartenpflanzen besiedelt. Sie kommen meist in großen Kolonien vor.

Sie vermehren sich in rasender Geschwindigkeit, eigentlich in Stunden. Die weiblichen Blattläuse bringen OHNE Befruchtung lebenden Nachwuchs zur Welt, sie sparen sich dadurch Partnersuche, Begattung und Eiablage. Wird es den Läusen zu eng, bilden sie schnell geflügelte Stadien aus und suchen sich neue Pflanzen. Im Sommer gibt es praktisch nur Weibchen, die Männchen braucht man dann für die Winterstadien. Sie begatten im Herbst die Weibchen, die Eier überwintern dann auf den Trieben, am Holz, am Stamm, auf Wurzeln, auf Pflanzenresten. Und Ameisen sind quasi der Hofstaat der Läuse – gibt’s auf einer Pflanze nichts mehr zu finden, tragen sie diese zur nächsten usw.

 

Es gibt viele Hausmittelchen

Ein alter, aber umso besserer Trick ist das Abspritzen mit eiskaltem Wasser, die abfallenden Läuse gehen nicht wieder rauf, leider erwischt man nicht immer alle.

Ein altes Mittel ist 1:10 verdünnte, angesäuerte Magermilch, da verklebt es die Viecher richtig!

 

Die wichtigsten Pflanzenauszüge sind:

Brennnessel: als Kaltwasserauszug (24h angesetzt) oder als Tee (mit heißem Wasser übergossen): 100 Gramm frische Brennnessel mit 1 Liter Wasser, kalt oder heiß, wie gesagt, je nach Herstellungsart.

Rainfarnbrühe: 10g getrockneten Rainfarn mit 1 Liter Wasser 24h stehen lassen, dann aufkochen, abkühlen und dann sprühen.

Knoblauchtee: 100 Gramm Knoblauch hacken, mit 1 Liter heißem Wasser überbrühen, ziehen lassen, dann sprühen.

Wermuttee: 5g getrockneten Wermut mit 1 Liter heißem Wasser, ziehen lassen, abseihen, sprühen.

Neem-Öl: im Handel gibt es auch Produkte auf Neemöl-Basis, welches das für Nützlinge schonendste ist!

Paraffin-und Rapsölprodukte: gut, aber leider nicht immer pflanzen- oder nützlingsschonend, dasselbe gilt für die gute, alte Schmierseife.

Blattläuse kann man auch „vertreiben“, z.B. mit Lavendel während dessen Blütezeit!

Vorbeugen kann man ebenso:

·       Wenig „treibende Dünger“ verwenden, besser den Mineralstoffhaushalt stärken, zB durch Kalk- oder Magnesiumgaben, weniger Stickstoff!

·       Nicht am späten Abend gießen und die Pflanzen dadurch „verwöhnen“

·       Die Pflanzen nicht unnötig stressen, nicht in der Sonne mit Wasser bespritzen!

·       Lausanfällige Pflanzen vermeiden

·       Duftpflanzen dazwischen pflanzen wie Salbei, Thymian, Lavendel usw.

·       Nicht in Bereichen spritzen, wo es nicht relevant ist wie beispielsweise in Gartenbereichen, die „unwichtig sind“, weil dort meistens die natürlichen Feinde zuschlagen und sich das bald reguliert hat (Stichwort Marienkäfer und deren Larven)

Nützlinge wie Florfliegen, Gallmücken und Schlupfwespen forcieren, nicht vernichten, sie sind wahre Blattlaushelden und besiedeln sich, wenn man chemiefrei arbeitet, fast von selbst!

Blattläuse saugen Pflanzensaft und schwächen so die Pflanzen. Junge Triebe und Knospen sind besonders empfindlich und wegen des zarten Gewebes auch sehr beliebt, sodass die Blattläuse dort zuerst siedeln.

zum Beitrag
Balkonblumen
Bienen
Umweltschutz
23.4.2021
Einen Bienen-Eldorado auf Terrasse und Balkon

Honigbienen und ihre wilden Artgenossen benötigen, so wie wir Menschen auch, für ihr Überleben energiereiche Nahrungsquellen. War das über Millionen von Jahren kein Problem, so ist das Angebot während der letzten Jahrzehnte weltweit dramatisch rückläufig geworden. Nektar und Pollen sind aus vielen Gründen kaum noch vom zeitigen Frühling bis in den Herbst hinein in ausreichender Menge verfügbar, und Bienen und andere Bestäuber finden nur dann ein für ihr Überleben ausreichendes und vor allem auch rückstandsfreies Nahrungsangebot vor, wenn wir für sie überlebenswichtige Trachtpflanzen ganz bewusst bereithalten, wo immer es in unserer zubetonierten Welt dafür noch Möglichkeiten gibt.

 

Aber wer hat schon einen großen Garten? Für nicht wenige besteht das Gartenglück oft nur aus einem winzig kleinen Balkon oder einem Fensterbrett. Und trotzdem sollte und möchte man mittun und auch einen Beitrag leisten, um Biene  & Co das Überleben zu erleichtern. Wenn jedoch unser Engagement, unabhängig von der Größe unseres Balkons, wirklich etwas bringen soll, dann heißt es zwangsläufig, mit gärtnerischer Raffinesse ans Werk zu gehen. Je begrenzter die Möglichkeiten, umso ausgeklügelter die Gestaltung.

 

Damit ein Balkon mit geringem Platzangebot den ganzen Sommer über bis in den Herbst hinein sowohl Bienen als auch uns Freude bereitet, greift man am besten zu einjährigen, speziell für die Balkonkultur gezüchteten Pflanzen. Von Jahr zu Jahr werden mehr bienenfreundliche Balkonblumen angeboten, mit denen man „Klassiker“, wie Pelargonien oder Surfinien, auf die man ihrer unbestrittenen Fernwirkung wegen vielleicht nicht ganz verzichten möchte, zumindest „unterfüttern“ und ergänzen kann. Beide sind zwar altbewährt, liefern aber keine Bienennahrung, ausgenommen Wildpelargonien, die Besuch von Schwebfliegen erhalten. Zur Gewissensberuhigung pflanzt man dann am besten den unermüdlich blühenden Duftsteinrich (Lobularia marittima), auch als Steinkraut oder in Tirol als „Biene Maya“ bezeichnet, als Bienenleckerbissen dazwischen.

 

Auch die blütenreichen Bidens, eigentlich heißen sie ja „Zweizahn“, eignen sich dafür. Man pflanzt sie allerdings besser in einen eigenen, nicht zu kleinen Topf, da sie in einem Blumenkistchen wahre Nährstoffräuber sind. Hübsche Effekte erzielt man auch mit der im leisesten Windhauch tanzenden Prachtkerze (Gaura lindheimeri), die reichlich Bienenbesuch erhält.  

 

Einen nervenberuhigenden und zur entspannten Bienenbeobachtung geeigneten Erholungsort kann man mit einer blauen Balkonbepflanzung schaffen, für die Fächerblume (Scaevola Blume des Jahres 2021 in Tirol), Eisenkraut (Verbena), einjähriger Mehlsalbei (Salvia farinacea), Männertreu (Lobelia erinus), die stark duftende Vanilleblume (Heliotropium arborescens) oder die hübsche Kapaster (Felicia amelloides) attraktiv kombiniert werden. Dies trifft auch auf weiße Blüten, wie den „Weißen Willi“ zu. Er wird auch als Bienenschleierkraut oder Zauberschnee bezeichnet, ist überaus wüchsig und pflegeleicht, entwickelt aber im Laufe des Sommers zunehmend Platzbedarf. Eine lange Blütezeit hat das anspruchslose Kapkörbchen (Osteospermum), das mit heißen Standorten zurechtkommt, während sich Knollenbegonien eher im Halbschatten wohlfühlen. Sie tragen zweierlei Blüten, gefüllte männliche und ungefüllte weibliche. Zur nahen Betrachtung auf kleinen Balkonen eignet sich auch der Elfenspiegel (Nemesia), der ebenso wie der ihm ähnelnde Elfensporn (Diascia) in vielen Farben angeboten wird. Die den ganzen Sommer über mit kleinen weißen Blüten aufwartende hübsche Schneeflockenblume (Sutera duffusus, früher Bacopa) wächst gerne hängend, während Tagetes, von denen man nur ungefüllte Sorten, z.B. Tagetestenuifolia, verwenden sollte, immer aufrecht stehen.

 

Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich auf Balkon und Terrasse auch die so bezeichneten Snack-Gemüsearten wie Chili, Kirschtomaten, Minipaprika und -gurken usw., von denen wir allerdings nur dann ernten können, wenn vorher fleißige Bestäuber am Werk waren. Aber auch viele bienenfreundliche Kräuter fühlen sich hier ausgesprochen wohl und sind zudem vor Schnecken sicher.

 

Last but not least gibt es zwei absolut unverzichtbare „must's“, sowohl für Bienen- Neueinsteiger wie erfahrene Routiniers. Beide lassen sich auf Balkon oder Terrasse, und zur Not auch auf einem Fensterbrett halten, und werden von Sommermitte bis zum Frost von Bienen aller Art gestürmt. Das ist einmal das nur einjährige Afrikanische oder Blaue Basilikum (Ocimum basilicum), und dann die mehrjährige Bergminze, auch als Steinquendel bekannt (Calamintha nepeta).  Ihre unzähligen, für das menschliche Auge eher unspektakulären Blüten sind für Bienen das Eldorado schlechthin. Beide sind wetterfest und auch ohne besonders grünen Daumen zu halten.

 

Eines soll aber nicht verheimlicht werden – wer bienenfreundlich pflanzt, muss ab und zu zur Gartenschere greifen und befruchtete Blüten ausschneiden, wenn unsere Balkonblumen bis zum Herbst durchblühen sollen. Aber viel Samenansatz ist ein untrügliches Zeichen für viel Bienenbesuch und dokumentiert unsere erfolgreiche Bienenverköstigung.

 

Wer sich mit Biene & Co noch nie näher befasst hat, der wird der Idee, ihnen auf dem Balkon einen Festschmaus anzubieten, anfangs vielleicht zögerlich gegenüberstehen. Aber Bienen sind äußerst friedfertige Tiere und einzig und alleine darauf konzentriert, ihr Volk, die Bienen, mit Nektar und Pollen zu versorgen. Sollten Sie also die Möglichkeit haben, pflanzen Sie unbedingt bio-bienenfreundlich. Was übrigens keineswegs ausschließt, dass beim Bienenfüttern nicht auch für uns ein bisschen Seelennahrung in Form von Farbe, Duft und Schönheit abfällt.

 

Wenn Sie mehr über Biene & Co und ihre Bedürfnisse erfahren möchten, sollten Sie „Bienenparadies Biogarten“ lesen.

Auszug aus unserem Buch „Bienenparadies Biogarten“ und Artikel in der ORF Nachlese

zum Beitrag
Blumen / Blüten
Frost
Duftende Pflanzen
2.4.2021
Pflanzenportrait: Eine elegante Schönheit namens Magnolia

Eine der weitverbreitetsten Ziersträucher, die dennoch nicht „abgedroschen“ ist, jedes Jahr, genau um diese Zeit, versetzt sie durch ihre tolle Blütenpracht und Eleganz ins Staunen und man spürt: jetzt geht`s los mit dem Gartenjahr. Leider hat sie ihre Tücken, oft wird durch Spätfröste, wie er jetzt bevorsteht, der Blütenflor zerstört. Wollen wir hoffen, dass sie noch knospig ist, weil dann übersteht sie den kommenden Kälteeinbruch nächste Woche gut.

Die am weitesten verbreitete und prachtvollste Magnolie ist die Tulpen-Magnolie (Magnolia soulangeana). Sie ist gleichzeitig eine der ältesten Magnolien-Züchtungen überhaupt und entstand um 1820 im Königlichen Gartenbauinstitut Fromont bei Paris. Die Tulpen-Magnolie kann wie die meisten Magnolien mit den Jahren stattliche Ausmaße erreichen – acht bis zehn Meter breite Kronen sind bei rund 50 Jahre alten Pflanzen keine Seltenheit. Die hellrosafarbenen, tulpenförmigen Blüten erscheinen im April vor dem Laubaustrieb in unglaublicher Fülle.

Magnolien sind durch ihre in den Blättern gewonnenen Alkaloide in der TCM-Medizin sehr verbreitet, die Alkaloide helfen bei hohem Blutdruck, Schlafstörungen, Hustenreiz, Magen/Darmproblemen. Die Blüten sind essbar und werden manchmal gebacken angeboten, vor allem die aufgehenden Blüten, sind in China und Japan weitverbreitet.

Standort und Boden

Man gönnt Magnolien im Garten einen Logenplatz in Einzelstellung und kalkuliert unbedingt genügend Standfläche ein, denn viele Arten und Sorten gehen im Alter in die Breite. Je nach Sorte sollte die Krone zu allen Seiten drei bis fünf Meter Platz haben, um sich auszubreiten. In Mitteleuropa bereiten Spätfröste der Blütenpracht der Magnolien leider oft ein jähes Ende – die Blütenblätter verfärben sich dann binnen weniger Tage braun und fallen zu Boden.

Besonders spätfrostgefährdet ist die Tulpen-Magnolie, die meisten anderen Sorten vertragen ein paar Minusgrade, ohne gleich ihre Blütenblätter abzuwerfen. Als besonders frosthart gilt die Stern-Magnolie (Magnolia stellata), insbesondere die Sorte 'Royal Star'. Auch die Blüten der mit rund drei Metern Wuchshöhe und -breite kleinsten Frühlingsmagnolie zeigen die höchste Frosttoleranz, da sie sich oft schon Anfang März öffnen.

Grundsätzlich bevorzugen alle Magnolien einen warmen, vor kalten Winden geschützten Standort. Der Boden sollte gleichmäßig feucht, humusreich und möglichst leichtsauer (kalkfrei) sein. Auf Sandböden ist die Frosthärte im höher als auf feuchten, nährstoffreichen Lehmböden. Letztere sollten daher mit Sand, Kompost und Lauberde verbessert werden.

 

Pflege und Schnitt

Einmal gepflanzt, sorgen Magnolien viele Jahrzehnte lang für überreiche Blütenfülle. Sie werden von Jahr zu Jahr schöner und kommen mit einem Minimum an Pflege aus.

Das Wurzelwerk der Magnolien verläuft sehr flach durch den Oberboden und reagiert empfindlich auf jegliche Art von Bodenbearbeitung. Daher sollte man die Baumscheibe nicht mit der Hacke bearbeiten, sondern einfach mit einer Schicht Rindenmulch abdecken oder mit verträglichen Bodendeckern bepflanzen.

Geeignete Arten sind beispielsweise die Schaumblüte (Tiarella) oder das  Immergrün (Vinca). Im Frühjahr sind Magnolien für ein paar Nährstoffe in Form von organischem Volldünger (zB. Schafwolle oder Hornspäne) und Kompost dankbar. Wenn der Boden in trockenen Sommern trotz Mulchschicht austrocknet, sind zusätzliche Wassergaben wichtig.

Die Magnolien sind eine sehr altertümliche Pflanzengattung. Die ersten Arten sind vor über 100 Millionen Jahren entstanden und damit vermutlich die Ahnen aller heute lebenden Blütenpflanzen. Die Blüten der heutigen Magnolien-Arten sind trotz ihrer Schönheit botanisch immer noch sehr einfach aufgebaut und lassen Rückschlüsse auf das Aussehen der ersten Blütengehölze zu. Ein Grund für das hohe Alter der Pflanzengattung ist sicherlich ihre hohe Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge. Weder Blattpilze noch Schadinsekten rühren die Pflanzen an, so dass Hobbygärtner bei ihren Magnolien auf Pflanzenschutzmaßnahmen verzichten können.

Magnolien sind zwar grundsätzlich schnittverträglich, nach Möglichkeit sollten sie Ihre Magnolien jedoch frei wachsen lassen. Zudem verheilen Schnittwunden bei Magnolien sehr langsam. Im Gegensatz zu Forsythien und vielen anderen Frühlingsblühern vergreisen die Sträucher nicht, sondern bilden mit den Jahren immer mehr Blüten. Man kann Magnolien bei Bedarf mit der Gartenschere etwas auslichten, sollte aber nie versuchen, die Kronen zu verkleinern. Damit zerstört man auf Dauer die malerische Wuchsform, denn die Sträucher reagieren an der Schnittstelle mit starkem Neuaustrieb. Der beste Zeitpunkt für Schnittmaßnahmen ist bei Magnolien der Hochsommer.


Weitere Arten/Sorten


Durch intensive Züchtung – hauptsächlich in Neuseeland und den USA – gibt es bei Magnolien inzwischen eine riesige Sortenvielfalt, die nur langsam Einzug in die Baumschulen hält. Zu den exotischsten Varianten gehören zweifellos die gelben Magnolien („Yulan“), von denen nach und nach immer mehr Sorten auf den Markt kommen.

Aber auch einheitlich purpurrote Züchtungen wie die Sorte 'lilliflora Nigra“ oder „Susan“' gibt es seit Jahren.

Magnolia loeberii Merill ist eine großblumige, schlankwüchsige Sorte mit hellrosa Blüten. Die Kobushimagnolie treibt ebenso wunderbare Blüten im April und ist sommergrün, im Gegensatz zur Magnolia grandiflora, die immergrün, nur bedingtwinterhart in unseren Breiten und von der Blüte zwar hübsch, aber nicht bedeutungsvoll ist, verkörpert aber DEN mediterranen Garten wie eine Säulenzypresse oder Pinie.

Ebenso eine Sommer blühende Sorte ist M. sieboldii, die in weiß wunderbar blüht, durch den üppigen Laubbesatz aber meist zu wenig auffällt.

Ein toller, neuer „Typus“ ist die Hybridmagnolie „Genie“, die dunkelrote, riesige Blüten im April bringt und sogar duftet.

Eine der weit verbreitetsten Ziersträucher, die dennoch nicht „abgedroschen“ ist, jedes Jahr, genau um diese Zeit, versetzt sie durch ihre tolle Blütenpracht und Eleganz ins Staunen und man spürt: jetzt geht`s los mit dem Gartenjahr.

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