Email
office@blumenpark.at
Telefon
+43 (0) 512 30 28 00
Öffnungszeiten

Mo – Sa: 09.00 – 18.00 Uhr  |  Sonn- & Feiertags: 10.00 – 16.00 Uhr

Erwins Gartenschule

Inspirationen. Tipps. Wissen.

In Erwins Gartenschule erhalten Sie aktuelle Informationen für den Garten direkt vom Chef. Auch die Themen der Freitagsshow auf ORF Radio Tirol, in der Erwin Seidemann als Pflanzenexperte auftritt, werden hier aufbereitet. Viel Spaß beim Stöbern durch unsere Bibliothek!

?
?
Wählen Sie eine oder mehrere Kategorien durch Klick auf die Buttons und lassen Sie sich die jeweiligen Beiträge anzeigen
Arbeiten im Garten
Tipps für Balkon und Terrasse
Wunderbare Pflanzenwelt
Bio? Na logo!
Do it yourself!
Grüne Räume-Grüne Träume!
ORF Beitrag
Blumen / Blüten
Winter
Pflanzenschutz
26.9.2022
Ungewöhnliche Frühfröste im September - was tun

Frostschäden treten bei Pflanzen ab einer Temperatur von unter 0 °C auf.

Sie können zum Erfrieren von Knospen, Sprossen, Blättern und Wurzeln führen. Im ungünstigsten Fall stirbt

die ganze Pflanze ab. Nicht nur zwischen verschiedenen Arten sind deutliche Unterschiede

in der Frosthärte festzustellen, sondern auch bei den verschiedenen Organen einer Pflanze.

So werden z. B. Blattknospen erheblich weniger geschädigt als Blütenknospen.

Unterirdische Organe wie Wurzeln, Rhizome, Knollen und Zwiebeln reagieren erheblich

empfindlicher auf Frost als oberirdische Pflanzenteile. Dies führt dazu, dass ''sicher

frostharte'' Arten in Blumenkistchen oder im Kübel im Winter trotzdem absterben können,

wenn der Wurzelballen durchfriert und die empfindlichen unterirdischen Pflanzenteile

geschädigt werden (z. B. bei den meisten Narzissenzwiebeln).

Im Garten eingepflanzt, geschieht dies wesentlich seltener, da meist nur die oberste

Bodenschicht gefriert. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei auch das Vorhandensein einer

isolierend wirkenden Schneedecke. Dass selbst gleiche Organe unterschiedlich durch Frost

geschädigt werden, kann man besonders gut an Blättern beobachten. Letztendlich kann es

bis zum kompletten Verlust der Belaubung kommen. Bei Gehölzen treten am Stamm oft

Frostrisse auf. So können auf den ersten Blick vermeintlich unbeschädigte Gewebe trotzdem

geschädigt sein. Kleinere Schädigungen an Ästen werden meist erst durch eine spätere

Narbenbildung erkennbar.

Von entscheidender Bedeutung für den Grad der Schädigungen ist der Zeitpunkt des

Auftretens von Frösten. Nicht nur heimische Arten, sondern auch viele fremdländische, bei

uns gepflanzte Arten sind an Fröste gewöhnt und bereiten sich jährlich auf die kalte

Jahreszeit vor. Sie ''härten sich ab''. Regelmäßige Winterfröste können ihnen daher

normalerweise nichts anhaben. Treten aber Fröste im Herbst früher als gewöhnlich auf

(Frühfröste) und treffen so auf die noch nicht abgehärteten Pflanzen bzw. auf noch nicht

ausgereifte Triebe, kann es zu ernsthaften Schäden kommen.

Wie schützen sich Pflanzen selbst vor Frost?

In unseren Breiten ist bei Gehölzen im Winter als Anpassung an die winterlichen

Temperaturen und stark verkürzte Tageslänge der jährliche Laubabwurf eine wichtige

Anpassung an das saisonal geprägte Klima. So sind fast alle heimischen Gehölze winterkahl

(Ausnahmen sind z. B. Buxus, Efeu sowie die Nadelgehölze bis auf die Lärche).

Eine einfache Überlebensstrategie von Pflanzen, deren Organe nicht frostresistent sind, ist

die Überdauerung als Samen oder mit unterirdischen Speicherorganen wie Rhizomen,

Zwiebeln und Knollen. Bei vielen Pflanzen (Stauden wie Rittersporn, Phlox oder

Pfingstrosen) liegen die Überdauerungsknospen unmittelbar an der Erdoberfläche und

werden entweder durch abgestorbene Pflanzenteile oder winter- bzw. immergrüne Blätter

geschützt. Außerdem profitieren sie oft von einer schützenden Schneedecke.

Die Pflanzen ''entfliehen''; mit ihren oberirdischen Teilen der winterlichen Kälte. Pflanzen,

deren Sprosse und/oder Blätter dem Frost ausgesetzt sind, haben Mechanismen entwickelt,

um den schädlichen Wirkungen von Frost entgegenzuwirken.

Da Eis gegenüber Wasser ein größeres Volumen aufweist, käme es beim Gefrieren des

Zellsaftes zum Platzen der Zellen. So wird in einem begrenzten Maße die Bildung von

gefährlichen Eiskristallen verhindert. Wenn aber eine bestimmte Temperatur unterschritten

wird, kommt es zum schlagartigen Gefrieren.

Pflanzen bilden wasserlösliche Kohlenhydrate aus, können aktiv den Gefrierpunkt des

Zellsaftes herabsetzen und so die Bildung von Eis zeitlich etwas hinauszögern. Aus diesem

Grund werden Kartoffeln oder Rettiche bei Frosteinwirkung süß und somit dient dieser

Zucker als internes ''Frostschutzmittel“. Kälte bedeutet erheblichen Stress für den

Stoffwechsel der Pflanze. Um die Stresstoleranz zu steigern, ist eine geeignete

Akklimatisierung, also das schrittweise Erhöhen der Stressfaktoren nötig, damit es zur sog.

Abhärtung kommt. So trägt ein kühler Spätherbst mit niedrigen Temperaturen dazu bei, dass

Pflanzen entsprechend abgehärteter wird.

Welche Pflanzen sind besonders von Frühfrösten betroffen?

Jegliches nicht winterfeste Fruchtgemüse wie Paprika und Tomaten, aber auch Zucchini und

Gurken, muss man den gesamten oberirdischen „Apparat“ mit Vlies schützen.

Mediterrane Kübelpflanzen wie Oleander, Zitrusgewächse oder Balkonblumen wie

Pelargonien schützt man am besten mit einer Vliesabdeckung, aber auch andere Gemüse

und Obstarten gehören im Fruchtstadium zur Reife hin geschützt.

Man muss die Frosttoleranz der einzelnen Pflanzen auch ein bisschen abschätzen können.

Wenn sehr krautige, stark Wasser führende Pflanzen Frost bekommen, sind sie gefährdeter,

wie beschrieben, als solche mit hohem Holzanteil.

Wichtig ist es, die Pflanzen nicht zu früh einzuräumen, sondern sie möglichst lange draußen

zu lassen und sie schrittweise ans Winterquartier und eben die dann winterlichen

Bedingungen zu gewöhnen.

Frostschäden treten bei Pflanzen ab einer Temperatur von unter 0 °C auf. Sie können zum Erfrieren von Knospen, Sprossen, Blättern und Wurzeln führen. Im ungünstigsten Fall stirbt die ganze Pflanze ab.

zum Beitrag
Schädlinge
Pflanzenschutz
9.9.2022
Engerlinge – im Rasen und im Garten
Als Engerlinge werden Larven von Käfern bezeichnet. Bei Garten-, vor allem Rasenbesitzern sind die dicken, weißen Larven absolut unbeliebt, denn sie können Wurzeln, Rasen und Pflanzen schädigen. 


Aus welchen Tieren können Engerlinge entstehen?

Engerlinge entstehen aus dem Gartenlaubkäfer, der Mai- und Junikäfer, der Nashorn- und Rosenkäfer. Alle legen Eier ab, aus denen dann gefräßige Larven entstehen. Aber nicht alle Larven sind eine Gefahr für unsere Rasenflächen. Denn die Larven von Nashorn- und Rosenkäfer ernähren sich nicht, wie die anderen drei Blatthornkäferarten, von Rasenwurzeln. 

Vor einer Bekämpfung lassen sich diverse Engerlinge gut identifizieren.


Schädliche Arten erkennen

Larven

Alle C-förmig gekrümmt

Bräunliche Kopfkapsel

Drei Beinpaare im Bereich der Brust


Deutlich sind die Unterschiede durch die Größe der einzelnen Larven zu sehen:

Gartenlaubkäfer höchstens 2 cm

Junikäfer bis zu 3 cm

Maikäfer bis zu 6 cm

Die Maikäferlarve fällt als größte der drei schädlichen Engerlinge auf.


Käfer

Um schädliche Käferlarven rechtzeitig bekämpfen oder einem Befall vorbeugen zu können, sollten auch das Aussehen dazu gehörende Käfer bekannt sein. Im Frühjahr, meist ab Mai, fliegen dann erste Gartenlaubkäfer und Maikäfer. Alle Käfer leben dabei nur ein bis zwei Monate.


Engerlinge vorbeugen

Wer einen Befall des Rasens mit Engerlingen vermeiden möchte, sollte schon die Eiablage der Käfer von etwa Mai bis Juli eindämmen oder verhindern. 


Dazu gehören folgende Maßnahmen:

Beleuchtungen wie Strahler abends nicht einschalten, Käfer mögen es hell, meiden die Dunkelheit und fliegen überwiegend am Tag, außer Junikäfer. Gute Bewässerung können Engerlinge nicht leiden; trockener, sandiger und warmer Boden lädt zur Eiablage ein.


Engerlinge bekämpfen

Es sollte nicht gleich die chemische Variante sein, um Engerlinge im Rasen zu bekämpfen. Denn neben Vorbeugemaßnahmen gibt es mehrere weitere Möglichkeiten, um Käferlarven sinnvoll und mit ungefährlichen Mitteln zu bekämpfen. 


Tiere als nützliche Helfer

Ein gutes und natürliches Mittel, um Engerlinge im Rasen zu bekämpfen, ist es, deren natürlichen Feinden im Garten zu beherbergen. Folgende Maßnahmen sind dabei sinnvoll:

Igel-geschützte Quartiere, sichere Futterplätze

Nistplätze für Amseln und andere Vögel an Bäumen


Mit Pflanzen bekämpfen

Wer gleich neben einer Rasenfläche oder als deren „Umzäunung“ Pflanzen, wie beispielsweise Geranien oder Rittersporn platziert, kann Engerlinge garantiert reduzieren. 

Es sind für Käferlarven giftige Pflanzen und besitzen für Engerlinge giftige Wurzeln

Knoblauch wirkt ebenso abschreckend

Bei kleineren Rasengebieten lässt sich mit Knoblauchpflanzen oft schon das Ablegen der Eier durch die Käfer verhindern, die Knoblauch ebenfalls meiden.

Engerlinge lassen sich auch gut in Fallen locken. Dies lässt sich dabei gut mit Kompost und Pferdemist arrangieren, beide Stoffe mögen Käferlarven ganz besonders:

Große Kübel, Übertöpfe oder Wassereimer

Kuhmist, Pferdemist oder Kompost

Behälter in Löcher geben, mit Erde bedecken und markieren


Nematoden

Nematoden sind Fadenwürmer, etwas weniger als 1 mm groß, aber mit einer starken Lupe gut sichtbar. Speziell geeignete räuberische Nematoden sind im Fachhandel erhältlich Packungsinhalt mit den Nematoden laut Gebrauchsanweisung anrühren, mit Pumpen und geeigneten Vorrichtungen, zum Beispiel einer Gießkanne, auf dem Rasen verteilen. 

Diese Methode hat nur Vorteile:

Biologische Bekämpfung

Fadenwürmer infizieren Engerlinge

Bakterium tötet Engerlinge ab (dauert nur 2-3 Tage)


Unbedingt beachten:

Anwendungszeit zwischen Mai und Oktober

Temperaturen über 12 °C

Feuchter Rasen

Als Engerlinge werden Larven von Käfern bezeichnet. Bei Garten-, vor allem Rasenbesitzern sind die dicken, weißen Larven absolut unbeliebt, denn sie können Wurzeln, Rasen und Pflanzen schädigen.

zum Beitrag
Herbst
Gemüsepflanzen
2.9.2022
Herbstzeit ist (nochmals) Pflanzzeit im Gemüsebeet

Es gibt drei echte Wachstumszeiten, das sind Frühjahr, Sommer und Herbst, der Winter ist in erster Linie Erntezeit, aber durch den Klimawandel auch schon zumindest „Nachwachszeit“, wenngleich auch langsamer.

Die letzten Jahre sind ganz neue Gemüsesorten hinzugekommen, die gar nicht so exotisch sind, obwohl sie unter Asialeafs im Handel zu finden sind. Das kann man sich alles bequem selbst und seine gesunden Speisen mit Grün aus dem eigenen Garten noch gesünder machen. Die meisten Menschen haben schon Hochbeete zuhause oder auch andere Terrassentröge, die dafür geeignet sind. Meistens genügt die Erde, die schon im Sommer aufgetragen war, eventuell eine Kalkgabe, Steinmehl und ein bisschen Kompost, schon kann’s losgehen. Die meistens dieser Salate sind winterhart oder halten starken Frost aus, können mit Vlies abgedeckt und für die Mehrfachernte verwendet werden.

Im Abstand von etwa 15 cm werden die Gemüsearten gepflanzt, fest eingegossen und bis der Boden durchfriert, laufend etwas gegossen. Dann mit Vlies im Winter durchgehend abgedeckt und nur zur Ernte geöffnet. Schnee ist egal.

Wenn es im September gesät oder als kleine Mehrsaatkorn-Pflanze gepflanzt wird, hat man 100% Anwuchs, dann nach ein paar Wochen die erste Ernte, im Oktober die zweite, dann Dezember die dritte und dann nochmals im März. Dann sollte man aufhören sondern besser neu pflanzen.


Welche Gemüsearten sind hier gemeint?

Gemeint sind vorwiegend BLATTGEMÜSE - hier auszugsweise einige Beispiele:


Blattkohl und Blattsenf-Arten:

Unter dem Namen „Asia-leafs“ verbergen sich asiatische Kohlgemüsearten wie Pak Choi, Tatsoi, Mizuna, Frizzey Lizzy und Frizzey Joe. Das sind ganz leicht scharf schmeckende Blattgemüse, die man ROH, frittiert, karamellisiert, gekocht verzehren kann oder einfach gemischt in Wintersalaten mit einem leicht süßen Dressing (meine Empfehlung;-)).

Diese Arten sind winterfest, können unter Vliesschutz in Hoch- und Frühbeeten den ganzen Winter draußen sein und wachsen nach etwa 6 Wochen nach. Dadurch sind sie dann mitten im Winter erntereif. Das geht dann noch ein drittes Mal. 

Wichtig ist es, an frostfreien Tagen, am besten mittags zu ernten. 

Es gibt rot-, grün- und gelblaubige Arten.

Pflücksalate wie Lattiche, Batavia-Grün und Feldsalat (Vogerl): 

Das sind ganz leicht bitter bis neutral schmeckende, meistens winterfeste Salatarten (heißen oft „Babyleaf“ oder „Multileaf“), die ebenfalls an frostfreien Tagen um die Mittagszeit erntbar sind, meist 3-4 x bis zum April aber nur unter Vliesschutz. Am besten lässt man das Vlies die ganze Zeit über drauf. 

Je früher gepflanzt wird, desto früher und länger die Erntezeit. Man bekommt diese Salate vorgezogen und wenn man sie JETZT bis 10.10.in etwa noch selbst aussät wird es auch noch was. Man verwendet diese am besten gemischt oder solo – oder gemischt in oft zugekauften Salaten oder mit anderen, typischen Wintersalaten wie Zuckerhut, Endivie oder Chinakohl.


Hirschhornwegerich, Winterportulak, Barbara-Kresse

Das sind echte Wintergemüsearten, die auch ohne Winterschutz winterfest sind, unter Schutz jedoch mehr Ertrag bringen. Es sind meist neutral, aber auch kresse-ähnlich schmeckende Blattgemüse, die am besten in Wintersalaten eingemischt, oft auch zur Speisenverzierung dienen und auch sehr ballaststoffreich sind.


Grünkohl: 

Immer beliebter wird Grünkohl, die Nationalspeise von Niedersachsen/Norddeutschland. Er ist winterhart und schmeckt nach den ersten Nachtfrösten am besten. Gekocht wie Kohlgemüse mit seinen speziellen Zutaten wie Mettwurst, Rauchwurst (Pinkel) oder Speck und Kochschinken- eine Delikatesse. Wird sortenbedingt bis 120cm hoch, kann jetzt noch – als Großpflanze – gepflanzt werden und die Blätter dann von unten nach oben geerntet. Bekommt man geschnitten meist nur im guten Fachhandel und ist sehr gesund und nahrhaft.


Blatt- und Stielmangold: 

Wird als recht große Pflanze im Herbst gepflanzt und erstmals geerntet. Er ist dann im Freien winterfest, treibt frühzeitig schon im Feber aus und wird dann im März oder April ein zweites Mal geerntet. Danach würde er bitter werden, wenn man nochmals ernten will.

Es gibt drei echte Wachstumszeiten, das sind Frühjahr, Sommer und Herbst, der Winter ist in erster Linie Erntezeit, aber durch den Klimawandel auch schon zumindest „Nachwachszeit“, wenngleich auch langsamer.

zum Beitrag
Schädlinge
Pflanzenschutz
26.8.2022
Dickmaulrüssler / “Rüsselkäfer“ und die „biologische Kriegsführung“ dagegen

Wie sieht dieser Lästling aus?

Der Käfer ist 1 cm lang, flugunfähig, glänzendschwarz, hat einen rüsselförmigen Kopf. Vermehrung eingeschlechtlich, es gibt nur weibliche Tiere bei uns. Sie verbergen sich tagsüber am Fuß der Pflanzen. Sie kriechen April/Mai im Freiland, im geschützten Bereich (Gewächshaus) kommen sie schon im März aus der Erde. Etwa einen Monat danach werden bis zu 700 Eier im Boden abgelegt. Die Larven schlüpfen drei Wochen später, sie sind 10 mm lang, weißlich mit braunem Kopf, beinlos - ihre Gestalt ist ähnlich dem Engerling. Sie überwintern wie die Käfer in der Erde.

Die Käfer fressen nachts an den Blüten und Blättern (Buchtenfrass), die Larven an den Wurzeln und dem Wurzelhals, sie fressen Knollen von innen her auf. Die Blätter haben blauschwarze Flecken, sie fallen später ab. Die Larven sind die eigentlichen Schädlinge. Ihre Gänge sind mit Kot angefüllt. Pflanzen welken, fallen z.T. um, können leicht aus dem Boden gezogen werden. Sie bevorzugen Erdreich aus Kompost oder Torf.

Befallen werden Rosen, Azaleen, Lorbeer, Rhododendron, Chrysanthemen, Clematis, Efeu, Eiben (Nadeln, Rinde, Wurzeln), Engelstrompeten, Erdbeeren, Farne,  Flieder, , Hortensien, Liguster, Lilien, Weinreben, Kiwi.  Auch und vor allem Pflanztröge werden oft befallen. Während der ganzen Vegetationsperiode ist Befall möglich. Im Frühjahr sind die Käfer oft an den Fensterscheiben und an warmen Hauswänden zu sehen. Sie fressen nachts und legen ihre Eier im März bzw. Juni-Juli einzeln oder in Gruppen in die Erde. Im Freiland können die Larven April-Mai und August bis September vorgefunden werden.


Vorbeugung / Bekämpfung:

Gegen die Tiere: Frühmorgens gegen 4-6h (während der Kältestarre unter 13°C) absammeln. Topfpflanzen umtopfen und dabei die Larven auslesen. Stamm mit Rapsölpräparaten angießen oder Pflanzen 3 Abende hintereinander mit Rainfarntee zur Fraßzeit sprühen. 

Gegen die Larven kann man parasitäre Nematoden (Heterorhabditis) im Fachhandel erwerben. Dabei muss die Bodentemperatur mindestens 13° betragen. Einsatz im Frühjahr (April/Mai) oder im Herbst (August/September). 


Abwehr: 

Natürliche Feinde sind Igel, Kröten, Laufkäfer, Maulwurf, Nematoden (Fachhandel) haben sich bewährt, vor allem bei großflächigem Einsatz - Spitzmäuse und Vögel wie Amseln oder Meisen. 

Anwendung von Nematoden: Gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit und Bodenmindesttemperatur von 10-13° sind Voraussetzung. Über den Boden gießen, ganz einfach anzuwenden! Sie übertragen beim Eindringen Bakterien, die die Larven und Puppen töten. 


Vorbeugung:

Häufige Bodenbearbeitung. Keinen frischen Mist verwenden. Fruchtwechsel.

Käfer vergrämen mit Knoblauch-Extrakt oder Rainfarn-Tee.

Töpfchen mit Holzwolle aufstellen oder Bretter auslegen, die Käfer verbergen sich dann darin tagsüber. Kübel mit Leimringen gegen die Käfer schützen. 

Der Käfer ist 1 cm lang, flugunfähig, glänzendschwarz, hat einen rüsselförmigen Kopf. Vermehrung eingeschlechtlich, es gibt nur weibliche Tiere bei uns. Sie verbergen sich tagsüber am Fuß der Pflanzen.

zum Beitrag
Lavendel
Duftende Pflanzen
19.8.2022
Lavendel - der Duft der Provence

Überall blüht er (noch), aber nimmer lange und der Lavendel ist ja derjenige, der einer der ersten mit dem Rückschnitt ist. Der Lavendel ist nämlich  tatsächlich „everbodys darling“, bei wenigen Duftpflanzen ist man so am Schwärmen wie beim Lavendel. Lavendel ist aber nicht gleich Lavendel, bezüglich Arten, deren Winterhärte und Pflege gibt es Unterschiede. Aber eines ist gewiss: Gesunde Lavendelbüsche, die in Tirol überwintern sollen, brauchen kaum Nährstoffe, ausgenommen Magnesium und vor allem KALK! Lavendel wächst in der Provence auf fast reinem Kalkstein, das sagt schon viel aus.

Lavendel und Rosen? Ein klassisch-untrennbares Gespann? Mitnichten. Rosen lieben tiefgründigen, humosen und nährstoffreichen Boden, Lavendel dagegen Kalkboden, den wiederum Rosen gar nicht gern mögen.

Was braucht Lavendel? Lavendel braucht grundsätzlich kalkreichen Boden, also keine saure Erde, verträgt auch keine Abdeckung mit Rindenmulch, auch wenn es häufig gemacht wird. Besser ist die Mulch Abdeckung mit Quarzsand oder Flusssand. Lavendel braucht einen sehr sonnigen Standort ohne große Schatteneinwirkung, gut drainierten Boden, keine Staunässe.  Dem Kalkmangel wird man gerecht, indem man jährlich Magnesiumkalk einstreut, etwa 2 Esslöffel je Pflanze. Wenn man allgemeinen Gartendünger gibt, wird die Pflanze lang und weich, oft unansehnlich, lange Blütenstiele. 

Rückschnitt des Lavendel: Der beste Rückschnitt ist JÄHRLICH im Spätsommer nach der Blüte. Der volle Duft entfaltet sich so und anders erst gegen Ende der Blütezeit, wenn man trocknen will, erntet man vor der Hochblüte, also wenn die meisten Blüten geöffnet sind, dann am liebsten „umgekehrt“ aufhängen an einem lufttrockenen Ort(„Örtchen“). Das gilt auch für Lavendelsträußchen für den Kleiderschrank.

Wenn man den Lavendel jährlich und nicht zu tief hinunterschneidet, dann bleibt er schön kompakt und rund. Man kann im zeitigen Frühjahr März/April noch einmal nachschneiden, Hauptschnitt ist aber September/Zweidrittel/Ein Drittel-Methode)

Lavendelblüten verwendet man auch für Süßspeisen (Lavendelzucker), wo man selbst, wenn die Blüten komplett vertrocknet sind, diese noch verwenden darf und kann.

Verwendung von Lavendel: Viele verwenden Lavendel dekorativ am Hauseingang als großen, wohlriechenden Eingangsduft, andere am Balkon, auf der Terrasse, manche sogar als „Bodendecker“ für magere Hänge, als Pflanze im Kiesbeet, solo oder in Gemeinschaft mit anderen mediterranen Pflanzen wie Salbei und Thymian, Bohnenkraut oder Ysop.

Lavendelpflanzen sind, in welcher Form auch immer, fast in jedem Garten oder Haushalt vertreten.  Lavendel sind abweisend für Schnecken, was große Vorteile bringt, werden selbst auch nicht von den schleimigen Plagegeistern angeknabbert.

Lavendel wirkt – wenn die Pflanze in Vollblüte ist (und nur dann!!!) – repellent gegen Schädlinge wie Läuse, Milben, vielen Insekten!

Winterharte, weniger winterharte und frostempfindliche Lavendel-Arten:

Lavandula angustifolia („Echter Lavendel“), der kurznadelige, grüne oder graugrüne mit der Hauptsorte Hidcote Blue und den beiden „zweitwichtigsten“ Munstead und Dwarf`s Blue. Es gibt nebst blau auch rosa oder weiß blühende Sorten, die aber von untergeordneter Bedeutung sind. Es ist die winterhärteste Art, keine Frage. Manche sagen auch „Schweizer Lavendel“ zu den harten Typen, stimmt so nicht ganz, es gibt aber Schweizer Auslesen. Diese Art ist auch für höhere Lagen geeignet!

Lavandula intermedia: Provence-Lavendel. Das ist jener, der die Riesenfelder in Südfrankreich so schön lila aussehen lässt, bei uns nicht alle Sorten 100% winterfest. Die Intermedia-Typen sind die inhaltsstoff-reichsten mit dem typischen, eher stechenden „Speik-Geruch“, ist sehr ertragreich, wird bis zu 1,50m hoch, hat den 10-fachen Blüten und Inhaltsstoff-ertrag und wird in Frankreich „Lavandin“(„lawandö“ genannt und ist am allermeisten „durchzüchtet“, weil er auch wirtschaftlich von großer Bedeutung ist!

Lavandula dentata: Zahnlavendel mit wunderschönen, meist tief-lila Blumen und grauem, gezahnten Laub. Leider ist der Zahnlavendel nur zum (Groß-)Teil winterfest, für höhere Lagen nicht geeignet.

Lavandula lanata, der wollige Lavendel mit weißer Behaarung, ist weniger nässeempfindlich und ist absolut winterfest! Ist mal was anderes, wer weißes Laub mag, der Kontrast ist gegeben, bleibt aber eher kompakter, ist manchmal ja vorteilhaft.

Lavandula stoechas: Schmetterlings- oder Schopflavendel mit der Heimat Türkei, welcher nur in Tallagen und das auch nicht immer winterfest ist. Diese Art hatte in den vergangenen Jahren den größten Aufschwung, weil sie schnell wächst und früh blüht, meist schon im Gewächshaus vorgetrieben im April. Der Schopflavendel hat ein einzigartiges, eher zimtiges Aroma.

Überall blüht er (noch), aber nimmer lange und der Lavendel ist ja derjenige, der einer der ersten mit dem Rückschnitt ist. Der Lavendel ist nämlich tatsächlich „everbodys darling“, bei wenigen Duftpflanzen ist man so am Schwärmen wie beim Lavendel.

zum Beitrag
Blumen / Blüten
Sommer
15.8.2022
Eibischgewächse – Hibiskus

Eibischgewächse - ein Hingucker im Spätsommer....und die Erinnerung an einen schönen Urlaub im Süden.

 

Eibischgewäche, wie sich Malven und Hibiscus nennen, sind ab Juli/August am Zug und bringen Schönheit, Farbe, Eleganz und Bodenständigkeit zugleich in unsere Gärten und auf dieTerrassen! Und sind ein Symbol, das wir gerne aus dem Süden im Herzen mitnachhause nehmen, weil gerade im Mittelmeerraum Hibiscus wie fast keine zweitePflanze mit ihrer Blütenfülle den Ton angibt.

Gerade in der zweiten Jahreshälfte, wo 75% des Blühpotenzials der Natur bereits erschöpft ist, macht sich die Blütenvielfalt und – kraft der Eibischgewächse bemerkbar. Der Straucheibisch(Hibiscus syriacus) ist der bekannteste, bei uns winterharte Zierstrauch dieser Familie, weitere wie die Buschmalve Lavatera, die Gemeine Malve, die altbekannte Stockrose (Gartenmalve) Alcea oder einfach der Zimmereibisch (Hibiscus rosa-sinensis) sind ebenso bekannt wie beliebt.
Dieberühmteste Malvenart ist allerdings eine auch bei uns verwendete, nämlich inder Bekleidungsindustrie: Die Baumwollpflanze!

Nicht alle Arten sindwinterfest, aber allen ist eines gemeinsam: Sie sind eifrig im Blühen, anspruchslos an den Boden und einfach faszinierende Pflanzen!
Nicht gemeinsamist ihnen, dass nur einzelne Arten auch Heilkraft besitzen wie die getrockneten Blüten der Stockrose, verarbeitet als Tee beispielsweise gegen Halsschmerzenund Krankheiten der Atemwege.

Was ist das Besondere an dieser Zierpflanze?

Sicherlich die je nach Artfaszinierende, große, trichterförmige Blüte in den unterschiedlichsten Farben vonrot, rosa, weiß, blau, gelb und allen Nuancen dazwischen, in der man sich schonmal verlieren kann.

Der Wuchs ist meist strengaufrecht, sparrig und die Verzweigung ist meist in der Fortdauer des Jahresdementsprechend gut.

Die Ansprüche sindunterschiedlich, je nach Art und Winterhärte!

 

Arten/Gattungen:

Hibiscus syriacus (Garteneibisch, Hibiskus)

Die Heimat ist China, Japan und Indien, er wird bis2 Meter hoch, ist ein Tiefwurzler, kann sich also das Wasser von tief untenholen und liebt daher trockene, durchlässige Böden und sonnige Standorte. DerAustrieb im Frühjahr erfolgt spät, also meist erst Ende Mai, im Oktoberverliert der die Blätter bereits wieder, also ist Sichtschutz nicht gegeben…DieBlüten erscheinen frühestens im Juli, dann aber bis in den Spätherbst hinein.Rückschnitt ist möglich, aber nicht ratsam oder üblich! Die Pflanze ist als Bienennährgehölz,aber nicht für medizinische Zwecke geeignet.

Die Verwendung ist als spätblühender Blütenstrauch, sowohl in gemischter Pflanzung mit anderen, aber auchsolitär oder als Heckenpflanze!

Hibiscus moscheutus (Riesenhibiscus)

Diese aussergewöhnlich großblumige(20cmDurchmesser!!) Art ist ein Hingucker der besonderen Art, wächst kompakt, wirdbis 1m hoch, braucht gut durchlässigen Boden oder einen tiefen Topf, der imHalbschatten bis volle Sonne stehen kann. Im Herbst stark zurückschneiden und im Freien überwintern. Blüht von August bisNovember!

Alcea(Stockrose, Gartenmalve)

Die Heimat ist Sibirien, also ist die Winterhärteabsolut gewährleistet. Die Blüte ist im 2. Standjahr aber am schönsten. DieStaude wird 2 Meter hoch, kann einfach oder gefüllt blühend sein, sie istwindstärkeempfindlich(kann umfallen), also soll sie gestützt werden. AlsBauerngartenpflanze unverzichtbar im typischen Tiroler Garten, ist dieStockrose Bienennähr- und Heilpflanze(gegen Husten, Halsschmerzen etc.)bekannt. Der Standort sollte sonnig, der Boden humos sein. Der Nachteil: derMalvenrost auf den Blättern zieht weite Kreise und kann die Pflanzen manchmalfast zum Absterben bringen!

Lavatera (Buschmalve): Ist ebenfalls eine Staude, also winterhart, wirdebenfalls für sonnige Standorte verwendet, aber auch im Halbschatten durchausgedeihlich. Die Pflanze kann in rosa oder weiß erblühen, wird 120cm hoch undist sehr dankbar, sie ist ein verlässlicher Blüher in der 2. Jahreshälfte, dieBlüten werden getrocknet für Heilzwecke(Halsschmerzen) verwendet.

 

Malva (Malve)

Ist mehr oder weniger der Buschmalve ähnlich, wird aber nur einenhalben Meter hoch und blüht mit großen Blüten ebenso in Rosa und Weiß. Der Standort ist sonnig, warm und der Boden kann „schlecht“ sein, die Pflanze blüht trotzdem von Mai bis Oktober ohne Unterlass und ist zu 100% winterfest, auch inhöheren Lagen.
Es gibt Wildarten davon bei uns, die auf Weg- und Waldesrändernvorkommt, eine nährstoffreichen Boden anzeigt und deren Früchte, Blüten undWurzeln, als Tee (oder Salbe) verwendet, schleim- und entzündungshemmend wirken.

Hibiscus rosa-sinensis(Chinesischer Roseneibisch)

Dieser immergrüne Strauch, der nach vielen Jahrenauch bei uns bis 2 Meter hoch werden kann, ist sehr frostempfindlich undbenötigt ganzjährige Zimmertemperatur von 18°C. Nur ab Ende Mai darf man diePflanze bis September auf Sommerfrische in den lichten Schatten ins Freie, beispielsweise auf eine Terrasse stellen. Die Pflanze sollte ganzjährig alle 2 Wochen gedüngt werden, kann 365 Tage im Jahr blühen (Hauptblüte bei uns Juni-Oktober), die Einzelblüte blüht nur wenige Tage, aber stetig nach. Im Raum braucht sie gute Durchlüftungsmöglichkeiten und einen hellen Platz.
Achtung! Auf Lausbefall achten, am besten Lausstäbchen verwenden zur Vorbeugung.
Blütenkönnen 15cm Durchmesser haben, einfach oder gefüllt blühend sein und in zigFarben einen strahlenden Auftritt haben.
Die Standardhöhe ist 30-40cm.

Gossypium(Baumwollpflanze)

Die bekannteste und bedeutendste Kulturpflanze ausder Familie der Eibischgewächse. Ursprünglich stammt die Baumwolle aus Südafrika, mittlerweile aber weltweit angebaut und die tischtennisballgroßen Fruchtstände verwendet. Nach der Ernte bzw. Samenproduktion stirbt die Pflanzeab und wird neu ausgesät.
Die Baumwolle wird bei uns bis 1 Meter hoch, sollteim Raum hell stehen und nicht zu feucht gehalten werden. Die Pflanze hat keinenhohen Zierwert, die Baumwolle wird als Fruchtstand im trockenen Zustand gerneals Trockenblume verkauft und verwendet, vor allem im Herbst und Winter.Ansonsten hat die Pflanze bei uns nur eingeschränkte Lebensdauer im Zimmer undgilt als eher empfindlich gegen Wurzelkrankheiten, wenn man einmal nicht ganzaufpasst.

Eibischgewächse / Hibiskus – ein spätsommerlicher Hingucker für Garten, Balkon und Terrasse.

zum Beitrag
Gartenarbeit
Sommer
5.8.2022
Augustarbeiten im Garten und auf der Terrasse

Balkon- und Kübelpflanzen pflegen: 

Ausreichendes Wässern der Balkon- und Kübelpflanzen ist extrem wichtig. Verblühtes gehört entfernt, vereinzelt reagieren bestimmte Pflanzen wie z.B. eine Vanille, Kap Margerite, Margerite, aber auch manche Fuchsien bei großer Hitze mit kurzen Blühpausen. Ausreichende Düngegaben (mit organischen Flüssig- und Feststoffdüngern wie Schafwolle), dann werden diese Zeiten verkürzt. Wie überhaupt man jetzt im Sommer die Balkonblumen und Kübelpflanzen praktisch bei jedem 2.Gießen düngen sollte, um ALLES aus ihnen herauszuholen.


Zweijahresblumen aussäen: 

Es klingt noch sehr früh, aber: Wenn man im Frühjahr prächtige Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht oder Goldlack, Stockrosen und Gänseblümchen in seinem Garten blühend betrachten möchte und sich die Arbeit selbst antun will, um Erfolgserlebnisse zu haben, so muss man im August mit der Aussaat beginnen. Wichtig ist zu wissen, dass Stiefmütterchen Dunkel-Keimer sind und man die Saatkiste nicht nur leicht mit Erde bedecken soll, sondern ein paar Tage dunkel stellen soll!

Heckenschnitt! 

Falls noch nicht geschehen, so sollte man Koniferen Hecken (Thuja, Zypresse, Eiben, Fichte, Lorbeer) im August schneiden, um bis zum Winter Neutriebe zu bilden. Eiben dürfen ins alte Holz zurückgeschnitten werden, alle anderen nicht so stark. Laubholzhecken wie Buchen, Liguster usw. gehören jetzt nur noch nachformiert, sie sollten bereits früher geschnitten worden sein (Mai-Juli).


Rückschnitt zur Blühförderung: 

Verblühte Rosenblüten oder sogar ganze Triebe herausschneiden, um die Blüte auch im heurigen Jahr noch zu fördern, wäre sehr wichtig. Gewisse Stauden sollte man ganz zurückschneiden (Pfingstrosen z.B.), um den Durchtrieb im kommenden Gartenjahr zu fördern, aber noch nicht so früh, erst ab Ende August.


Letzte Düngung: 

Gerade im Sommer können Langzeitdünger wie Hornspäne, aber auch sogenannte Reifedünger (Patentkali) nochmals bei Zierpflanzen verabreicht werden, ev. aber mit der Aufwandmenge etwas reduziert. Es bewirkt eine gute Ausreifung der Pflanze und einen kräftigen Jahresabschluss, die Pflanzen gehen gut versorgt und gestärkt in die kalte Jahreszeit. Aber aufgepasst! Keine zu lange wirkenden Langzeitdünger verwenden, sonst schließt die Pflanze nicht mehr ab! Und noch wichtiger: CALCIUM! Eine angepasste Kalziumdüngung stärkt jede Pflanze, auch den Rasen, besonders nach diesen stressigen Hitzeperioden.


Letzte Salatpflanzung: 

Wintergemüse wie Chinakohl, Endivien, aber auch Kopfsalat, Eissalat, Romanischer und dgl. können noch bis Ende August gepflanzt werden, danach dann nur noch winterharte Gemüsearten wie Grünkohl oder Mangold.


Wintersalate aussäen! 

Wer auch im Winter in Hoch- und Frühbeeten, in Balkonkisten etc. Ernte haben möchte, kann jetzt noch dorthin Pflücksalate, Asiasalate(Schnittkohl), Winterpostelein, Rucola, Spinat, etc. säen, die Pflanzen halten das locker aus (bis minus 10°C und tiefer), wenn man Vliese parat hält, damit ist auch im Winter eine gute Ernte garantiert!


Pflegearbeiten bei Tomaten und anderen Fruchtgemüsen:

 Blüte muss bei Tomaten ab August keine mehr gefördert werden, sie würde bis Oktober so und anders nicht mehr ausreifen. Wichtiger ist es, bestehende Früchte durch Ausgeizen von Seitentrieben, aber auch durch Entspitzung der Staude zu fördern und ihnen so die Ausreifung erleichtern.


Rückschnitt von Steinobst

Der Sommerschnitt bei Steinobstarten wie Kirsche, Weichsel, Marille, Pflaume, Zwetschke oder Pfirsich hat sich insofern sehr bewährt, weil man den meist sehr starkwüchsigen Baum gut von der Struktur her erkennt, wo es mangelt bzw., wo zu viel Holz ist. Die doch stark rinnenden Wundstellen verheilen außerdem sehr gut, weil heuer noch genug Zeit ist und man braucht meist auch größere Wunden nicht zu verbinden. 


Erdbeeren jetzt pflanzen

Es wissen die wenigsten, dass eine Sommerpflanzung gerade bei Ananaserdbeeren den Vorteil bringt, dass die Pflanzen heuer noch die Vorbereitungen bzw. den Ansatz zum Vollertrag fürs kommende Jahr leisten können. Es ist aber sehr gut, die Pflanzflächen zu wechseln, nötigenfalls Gründüngung durchzuführen. Nicht Erdbeere auf Erdbeere pflanzen, der Boden ist sonst sehr ausgelaugt! Auch Monats- und immer tragende Erdbeersorten lieben den Sommer-Pflanztermin!

In diesem Beitrag erfahren Sie alles über Garten- und Terrassenarbeiten im August.

zum Beitrag
Sommer
22.7.2022
Richtiges, zugleich sparsames Gießen bei Hitzeperioden

1.   Anbesonders heißen Tagen sollten die Pflanzen gleich am Morgen (bis spätestens 10 Uhr) gegossen werden.

2.   DerMorgen ist dem Abend vorzuziehen, da Feuchtigkeit ansonsten Schädlinge wieSchnecken zu sehr anzieht und es zudem zu Pilzerkrankungen (Falscher und Echter Mehltau) kommen kann.

3.   DieBeete lieber weniger oft (alle paar Tage), dafür jedoch ausgiebig gießen,anstatt jeden Tag ein bisschen. Wenn Pflanzen jeden Tag Wasser bekommen, werden sie “faul” und bilden keine tiefer gehenden Wurzeln aus.

4.   Immerin der Nähe des Wurzelballens gießen, um den Verlust durch Verdunstung so gering wie möglich zu halten! Nicht nur über die Blätter „drüber spritzen“…

5.   Mulchenhilft in den bepflanzten Beeten vor Verdunstung.

6.    Darauf achten, dass man die Blätter so wenig wie möglich mit Wasser benetzt, da der Wassertropfen ansonsten wie eine Lupe funktioniert und die Blätter verbrennt. Das betrifft das Gießen während des starken Sonnenscheins.

7.   Balkonblumen und Kübelpflanzen, die in der prallen Sonne stehen, müssen eventuell sogar am Morgen UND am Abend gegossen werden, damit sie nicht unter Hitzestress leiden. Einfach am Nachmittag kurz mit dem Finger in der Erde überprüfen und bei Trockenheit am Abend gießen.

8.   Regenwasser ist ideal zum Bewässern des Gartens. Wasser aus der Regentonne ist wärmer als Leitungswasser und daherbesser geeignet. Beim Gießen mit kaltem Wasser werden Boden und Pflanzeschlagartig abgekühlt – es kann zu einem Kälteschock kommen, der das Wachstumhemmt.

9.   Der Rasenmäher hat bei diesen Verhältnissen Pause! Abgesehen davon, dass es bei der Hitze zu anstrengend ist: kurz geschnittener Rasenvergilbt bei Hitze noch schneller. Längere Grashalme dagegen beschatten den  Boden und verhindern so das zu schnelleAustrocknen. Das heißt, HÖHER  stehenlassen (mindestens 6cm hoch!).

10. Rasenflächen (gesät oder mit Rollrasen), die neu angelegt werden (müssen), täglich wässern – zwischen 10 und 20 Liter je m²/Tag!

11. Tomaten, die abends „schlappen“, ohne Bedenken oder schlechtem Gewissen trocken in die Nachtgehen lassen und besser morgens gießen. Das stärkt die Pflanze und macht sie robuster in Regenperioden!

12. Nicht auf „Vorrat“ oder „Verdacht“ gießen, z.B., wenn man am Wochenende wegfährt…nicht die Pflanze länger als ein paar Stunden ins Wasser „stellen“, manchmal sind schon ein paar Minuten zu viel des Guten.

13. Bewässerungssysteme für Flächen, aber auch Tropfbewässerungen für Balkonblumen,Terrassen- oder Zimmerpflanzen haben sich bewährt, sind auch nicht mehr soteuer und helfen WIRKLICH. Zum Beispiel jener Telfer Firma, die mittels TonKegel ohne Pumpe oder Strom Wasser aus der Leitung oder aus der Regentonne liefert, ganz von selbst.

14. Ganz wichtig und bewährt hat sichdie Flüssigdüngung mit einem (Bio)-Volldünger PLUS aufgelösten Mineralstoffen wieMagnesiumsulfat (=Bittersalz), quasi als Elektrolyt wie für uns Menschen.

Mineralstoffe härten das Zellgewebe, aber nicht übertreiben. Die Flüssigdüngung geht via Gießwasser und ist für jeden – ohne Pflanzen zu schädigen – anzuwenden und sehr einfach zu dosieren. Die Nährstoffversorgung ist sehr entscheidend fürden weiteren Wachstums- und Ertragsverlauf des Sommers!

Gießen im Sommer. Wertvolle Tipps für die heiße Jahreszeit.

zum Beitrag
Pflanzen schneiden
Sommer
1.7.2022
Baum- und Strauchschnitt zu ungewöhnlicher Zeit im Sommer

Aufgrund des heurigen Witterungsverlaufs wachsen die Bäume und Sträucher vor allem im Garten, aber auch auf der Terrasse noch üppiger als üblich, fast schon explosionsartig. Feuchte Mainächte, teilweise auch feuchtwarme Juninächte lassen heuer nicht nur den Schädlingen freien Lauf, nein, auch das Wachstum geht zügig voran und das ist für heuer noch gar nicht vorbei. Normalerweise ist der Herbstschnitt bzw. jener im zeitigen Frühjahr der Übliche. Im laublosen Zustand im Winter ist dies oft nur sehr schwer abschätzbar und man ist um jeden grünen oder blühenden Zweig zunächst froh. Da kann man viel Nützliches wegschneiden – meist aus Unkenntnis.

Daher stellt sich im Sommer die Frage: Kann man seine Sträucher auch jetzt schneiden?

Ja, je nach Gattung kann man Sträucher sehr wohl zurück- oder ausschneiden. Der Arbeitsprozess ist um diese Zeit, was das anfallende Schnittgut anbelangt, aufwändiger, dafür sind die Pflanzen jedoch stabiler.

Vorteile des Sommerschnitts:

  • Pflanzen ruhen bei uns zwischen November und März. Die eigenen Abwehrmechanismen sind ebenso ruhend. Im Sommer, wenn die Pflanze in Saft ist, bildet sie an den Schnittstellen sofort Wundschutz aus, die Wunden verheilen prompt  ohne dass Bakterien oder Schädlinge eintreten können!
  • Auslichtungsschnitte sind im Sommer erfolgreicher, da besser abschätzbar und sanfter (weil sofort erkennbar, wenn ein Ast heraus genommen wird), aber auch die Pflanze hat im Herbst weniger Zeit, neue Knospen nachzubilden. Der Effekt bleibt erhalten, die Pflanzen werden entlastet!
  • Blüten- und Blatt-Triebe sind zum Beispiel beim Obst wesentlich leichter für den Laien unterscheidbar!

Frühblühende Ziersträucher wie die Forsythie, das Pfaffenhütchen, der Hartriegel, der Duftschneeball, die Magnolie und andere sind auch jetzt gut formbar, dem Auslichtungsschnitt im laublosen Zustand im Winter aber nicht gleichzustellen. Der Fliederstrauch sollte nicht mehr geschnitten werden, da die Blüten für kommendes Jahr bereits angesetzt sind. Lediglich bestehende Fruchtstände dürfen noch entfernt werden, da sie der Pflanze viel Kraft rauben.

Sommerblühende Ziersträucher wie der Falsche Jasmin, die Hortensien, der Sommerflieder oder der Hibiskus (ist eher selten zurück zu schneiden) können ebenso unmittelbar nach der Blütezeit zurück geschnitten werden, was zum Vorteil hat, dass sofort wieder neue Blüh-Triebe ausgebildet wird. Der generelle Rückschnitt von Sommerblühern erfolgt aber vorzugsweise im Spätwinter!

Beerensträucher können um diese Zeit ebenfalls ausgelichtet werden. Ribiselsträucher sind dafür ebenso dankbar wie die fertig abgeernteten Frühsommerhimbeeren. Hierbei soll altes Holz entfernt werden, damit wieder mehr Sonne ins Innere der Pflanzen gelangt.

Hecken können jetzt geschnitten werden.

Thujen, Liguster, Buchs, Hainbuchen und andere sollten in Form gebracht werden. Nach September sollte aber nicht mehr geschnitten werden.

Obstbäume sollen prinzipiell im Spätwinter geschnitten werden. Ein Sommerschnitt nach der Ernte entlastet den Baum, weil die Pflanze eh schon etwas „schwächelt“ und nicht zusätzliche Energie in Zweig- und Astbildung stecken muss! Junge Apfel- oder Birnbäume, die noch wenig oder gar nicht getragen haben, sollten vorzugsweise im Sommer geschnitten werden, weil ein Schnitt nach der (gedachten) Ernte die Bildung von Fruchtholz fördert!  Steinobst wie Kirsche, Zwetschke oder Marille kann ausgelichtet werden. Vor allem Wasser- und Steiltriebe, meistens in der Mitte der Bäume, die kerzengerade nach oben wachsen, sind zu entfernen. Letzteres gilt für alle Obstbäume. 

Der Sommerschnitt vermindert meist den Schädlingsbefall, da sich im Dickicht der Pflanzen weniger Schädlinge verbreiten und aufhalten können! Krebswucherungen an Obstgehölzen sollten auch um diese Jahreszeit beseitigt werden.

Koniferen (Nadelgehölze) können ausgelichtet oder leicht zurück geschnitten werden. Es kann den Vorteil haben, dass Braunstellen, die sich durch den Rückschnitt knapp vor oder in der Frostperiode bilden, vermieden werden können.

Aufgrund des heurigen Witterungsverlaufs wachsen die Bäume und Sträucher vor allem im Garten, aber auch auf der Terrasse noch üppiger als üblich, fast schon explosionsartig.

zum Beitrag
Bäume
Blumen / Blüten
24.6.2022
Linde – der Baum der Liebe(nden)

Warum ist die Linde der Baum der Liebe? 

Wegen ihrer herzförmigen Blätter in erster Linie und dem damit verbundenen Mythos (Am Brunnen vor dem Tore – der Mensch kehrt IMMER wieder zu seiner Linde zurück).

Linden haben eine gräuliche Borke (Rinde), sind glatt und wurden daher öfters „eingeritzt“ mit Liebesbotschaften, die darin verewigt sind. 

Von Linden gibt es sehr viele Arten und Sorten, die allermeisten sind bei uns in Mitteleuropa und somit Tirol auch 100% winterfest, das heißt, ein Baum für höhere Aufgaben.

Die beiden wichtigsten bei uns sind die Sommerlinde und die Winterlinde, die durch ein einziges Merkmal gut zu unterscheiden sind. Die Blätter der Sommerlinde sind unterseitig leicht weißlich behaart, jene der Winterlinde bräunlich. Beide haben in der Humanmedizin überragende Bedeutung, besonders die Blüten, aber auch in Deodorants durch ihren leicht süßlichen Charakter.

Was bewirken Anwendungen (Tees, Tinkturen, Cremes, Öle etc.) mit Lindenblüten?

Sie sind beruhigend, blutdrucksenkend, harntreibend, fiebersenkend, verdauungsfördernd, schmerzlindernd. Sie helfen bei Appetitlosigkeit, Verstopfung, Hitzewallungen, Hustenreiz, Schlafstörungen, Migräne, Rheuma u.v.m.

Honige werden mit Lindenblüten aromatisiert (eingelegt). Flavanoide, Saponine, Gerbstoffe und viele ätherische Öle als Inhaltsstoffe sind dafür verantwortlich. Die Blüten dienen auch der Speisendekoration oder als Beigabe in Kaltgetränken, mit und ohne Alkohol. Die jungen Blätter und Blüten werden dem Salat beigemengt, dies ergibt ein proteinreiches und erfrischendes Mahl.

Die Blütezeit der beiden groß wachsenden Bäume sind Juni bis August, die Sommerlinde blüht jedoch etwas zeitiger als die Winterlinde.

Nicht jeder kann so einen groß wachsenden Baum – wird bis 20m hoch und 15 m breit – in den Garten pflanzen, es gibt daher auch Säulen- und Kleinkronenformen wie die interessante Sommerlinden-Sorte „Winter orange“, bei welcher sich die Rinde und Zweige im Winter kräftig orange verfärben und sich so als Kontrast vor weißen Wänden oder im Schnee gut abhebt und einen hohen Zierwert besitzt.

Die Herbstfärbung der Linden ist auch sehr schön goldgelb. Der ganze Baum ist und wirkt sehr anmutig, außergewöhnlich und edel und ist zudem auch ein guter Schattenspender wenngleich er Zeit braucht, „anzukommen“.


Linden benötigen tiefgründigen, humosen, leicht sauren Boden, nicht allzu kalkreich und salzreich (Winterstreudienste), das ist nichts für sie. Es ist kein typischer Straßen Baum, eher ein Park Baum, Haus Baum, Gartenbaum.

„Herlinde“-n verehren den Baum und treffen sich quer über den Kontinent jährlich an deren Namenstag.

Weitere besondere Lindenarten sind die Silberlinde (mit leicht silbrigem Laub), die Mongolische und die Holländische Linde mit hellerem Laub und sogar manchmal leicht geschlitzt. Diese werden künftig stärker unser Stadtbild prägen, sie sind, wie auch die heimischen Linden absolut windunempfindlich, eine hervorstechende, tolle Eigenschaft!

Linden werden hauptsächlich in der ersten Jahreshälfte, wenn es frostfrei ist, gepflanzt, aber auch im Herbst ist es möglich. Der Boden muss wirklich GUT sein, nicht verdichtet, sondern locker. Sie ist auch empfindlich gegen „zu asphaltieren“.

Warum ist die Linde der Baum der Liebe? Wegen ihrer herzförmigen Blätter in erster Linie und dem damit verbundenen Mythos

zum Beitrag
Schatten
Bäume
10.6.2022
Schattenspendende Bäume für Hausgarten und Terrasse

Der Ruf nach Schatten im Hausgarten wird lauter, vor allem bei Familien mit kleinen Kindern, die die Sandkiste beschatten wollen, aber auch ältere Menschen, die sich ihr Gartenbankl in den Schatten stellen wollen, zugleich auf technische Hilfsmittel (Markise, Schirm etc.) verzichten möchten, weil es nirgends so fein ist, wie unter einem schattenspendenden Baum.

Natürlich wirft jeder Baum seinen Schatten, keine Frage, aber es ist ein Riesenunterschied, ob man im Schatten einer „heissen“ Thuje, einer Fichte, oder eben unter einem kühlenden Nussbaum sitzt.

Selbstverständlich passt beispielsweise ein Nussbaum aufgrund der Größe nicht in jeden Garten oder gar auf eine Terrasse, der ja mächtig wird, ähnlich wie ein Bergahorn.

Man stelle sich grad einen schattigen Wald vor, wie angenehm sich das bei Hitze anfühlt, aber eben, diese Bäume sind für einen normalen Hausgarten eben zu groß, daher müssen es die „Kleinen“ richten.

Welche Attribute gibt es an einen solch Schatten spendenden Baum?

Die Attribute an einen schattenspendenden Baum sind zweifelsohne der frühe Austrieb im April, die rasche, recht dichte Belaubung, die dichte, aber nicht zu schwere Krone, die Anspruchslosigkeit gegenüber Wind und Wetter, die Winterhärte und der geringe Pflege und Reinigungsauswand!

Natürlich ist auch ein Obstbaum ein guter Schattenspender, zum Beispiel ein Apfelbaum, eine Kirsche oder eine Zwetschke, nachteilig ist aber meist der hohe Schädlingsdruck im Sommer, da sitzt man ungern darunter.

Die Himalaya Birke ist ein nicht 100% blickdichter, aber angenehm schattenspendender Baum, der 4-7 Meter hoch wird und nicht allzu breit. Auffällig ist ihr großes Laub und ihr sehr weißer Stamm! Anspruchslos hinsichtlich Boden und Wind!

Der Trompetenbaum (oder Catalpa) macht meist eine kugelige Krone von Natur aus, gibt auch Wildformen. Auffällig ist das große, lappenartige, herzförmige Laub und die dichte Belaubung, zählt zu den kleinkronigen Bäumen. Der Vorteil ist, dass man die Pflanze sehr gut schneiden kann und somit im Winter keinen Lichtverlust hat. Es gibt auch welche mit niederem Stamm und diese wären für die Verwendung als Trog Pflanze für die Terrasse absolut empfehlenswert!

Die Blutpflaume ist ein rotlaubiger Schattenspender mit wunderschöner Frühjahrsblüte, schlankem, dichten Wuchs und Fruchtschmuck. Nachteil ist der oft beschriebene „Dreck“ durch abfallende Blüten nach Wind oder Regen. Ansonsten sicher einer der schönsten Schattenspender!

Japanische Ahorne sind gleichsam für Garten und Trog sehr gut als Schattenspender geeignet. Der Vorteil ist der frühe Aprilaustrieb und der rasche, dichte Laubansatz. Nicht jede Sorte ist geeignet, weil manche selbst Schatten brauchen. Die meisten vertragen jedoch die Sonne und geben kühle Temperaturen abseits der Sonne.

Die Parrotie (Eisenholzbaum, Scheinbuche) ist mitunter selbst am Waldrand zu finden, nicht bei uns, aber in seiner ursprünglichen Heimat, dennoch kann man ihn als Schattenspender bezeichnen, weil er sehr anspruchslos ist, aber eben „besseren Boden“ verlangt. Eine Pflanze mit exzellenter Herbstfärbung!

Unter den Kastanien gibt es sogar kleinwüchsige Pflanzen, die sich „Säulenroßkastanie“ nennen. Sie sind als Gruppe sehr attraktiv anzupflanzen und spenden angenehmes Kühl, ähnlich einer Walnuss! Absolut hart und anspruchslos, das einzige ist der Befall mit Miniermotten….aber da gibt’s auch schon natürliche Abwehrgeschütze…

Natürlich wirft jeder Baum seinen Schatten, keine Frage, aber es ist ein Riesenunterschied, ob man im Schatten einer „heissen“ Thuje, einer Fichte, oder eben unter einem kühlenden Nussbaum sitzt.

zum Beitrag
Rosen
3.6.2022
Rosen-Begleitpflanzen Wozu denn das?

Wozu braucht man eigentlich Rosen-Begleitpflanzen?

Als Farbergänzung: Es gibt bei Rosen ein riesiges Farbspektrum. Blautöne fehlen jedoch in diesem Spektrum. Das Blau eines Rittersporns, einer Dreimasterblume, eines hohen Enzian und auch der Clematis ist wunderschön und ergänzt das Rosa, das Weiß, das Gelb wunderbar.

Als Blühpausenfüller: Mehrfach blühende Rosen blühen im 5-6-Wochenrhythmus, das heißt, dass ab Mai (meist 1. und schönste Blüte) alle 6 Wochen mit einer Pause zu rechnen ist, dann kommt in dieser Zeit der erste „Pausenfüller“ zum Einsatz und überbrückt diese Zeit.

Als Schädlingsvertreiber: Das Mutterkraut (= Kamillenart = Tanacetum) hat diesen Vorteil, nebst den naturheilkräftigenden für uns Menschen (Kopfschmerzvorbeugend, beruhigend, entzündungshemmend usw.). 

Als Unkrauthemmer: Auch in Rosenbeeten kann sich lästiges Beikraut bilden, das entfernt werden muss. Ist der Boden oberflächlich durch Dichtpflanzung zwischen den Rosen belegt, bleibt Unkraut fern.

Als Mehltauanzeiger: So wie die Rose selbst in vielen Weingütern als DER Anzeiger für Echten Mehltau herangezogen werden und gerne an der Spitze einer Rebpflanzung gestellt wird, damit frühzeitig und an erster Stelle Echten Mehltau erkennbar gemacht wird und man sofort die entsprechenden Gegenmaßnahmen einleiten kann! 

Genauso ist der Rittersporn ein Mehltauanzeiger für die Rose und wenn man dementsprechend Gegenmaßnahmen ergreifen möchte, sprich vorbeugende oder kurative Spritzung, dann sieht man das vorher an den gewissen Begleitpflanzen.

Als Insektenmagneten: Die Rosen sind nicht immer die Bienen-Profis, die Begleiter eigentlich fast immer, egal ob Katzenminze oder Frauenmantel u.a.m.


Welche Ansprüche haben Rosen gegenüber den Begleitern?

Rosen bevorzugen ja kalkarme, lehmige (etwas „fettere“), aber durchlässige, tiefgründige Böden. Rosen müssen mehrmals pro Jahr organisch gedüngt werden, die Begleitpflanzen sollten diese Ansprüche teilen, wenn möglich diese Bedingungen vertragen.

Sie sollen keine „Fresser“, aber auch keine „Magersüchtigen“ sein: DER Rosenbegleiter schlechthin, der Lavendel ist eigentlich ein Beispiel dafür, dass Rosen keine magersüchtigen lieben. Wenn Lavendel als Liebhaber magerer, eher kalkreicherer Böden in stark gedüngten Rosenbeeten sich wohl fühlen soll, dann sollte man zu den Lavendelpflanzen Sand beigeben, der den Boden etwas abmagert und „verdünnt“. Kalkgaben sollten auch eher direkt bei den Lavendelpflanzen erfolgen.

Es dürfen keine Tiefwurzler sein: Türkenmohn oder hohes Schleierkraut sind ebenso wie die Rosen Tiefwurzler. Sie sind daher als Begleitpflanzen direkt bei den Rosen ungeeignet, weil die Wurzeln in Konkurrenz treten. Wenn man die Begleitpflanze irgendwann mal entfernen möchte oder muss, tut man sich sehr schwer, sollte es ein Tiefwurzler sein, man verletzt dann meist auch die Rose daneben.

Es dürfen keine „Wucherer“ sein: All zu starkwüchsige Pflanzen, die die Rosen zuwuchern, wie zum Beispiel Schlinger (Efeu, Knöterich, Wein) und Bodendecker, aber auch andere, starkwüchsige Zwergsträucher, sind nicht als Begleitpflanzen geeignet, sie würden der Rose nicht nur die „Show stehlen“, nein, sie würde sie im Wachstum und der Entwicklung entscheidend beeinflussen und die Rose sollte ja bekanntlich immer im Mittelpunkt stehen!

Welche typischen Begleitpflanzen kennt man (kleine Auswahl)?

Mutterkraut (Tanacetum parthenium): Kamillenart, die durchaus auch Ziercharakter besitzt durch das feine Laub und die weiße Kamillenblüte.

Rittersporn: wundervolle Farben, vor allem das Blau dieser Pflanze verführt zum Träumen und ergänzt sich mit den Rosen ideal!

Clematis (Waldrebe): ideale Ergänzungspflanze bei Kletterrosen und Hochstammrosen. Blaue Sorten wie Jackmannii, The President usw. sind wunderbare Begleiter.

Alchemilla (Frauenmantel), Coreopsis(Mädchenauge), Achillea(niedrige Sorten der Schafgarbe) oder Katzenminze sind gelbe Begleiter zum Beispiel bei rote Beet- und Edelrosen.

Einjährige Sommerblumen: Auch Sommerblumen, wie sie jährlich neu pflanzt nach den Eismännern im Mai, sind durchaus interessante Begleitpflanzen, was auch häufig angewandt wird. Was zu beachten ist, ist klar. Nicht die Rosenwurzeln beschädigen und auf die Hände aufpassen, wenn man zwischen die Rosen hineinpflanzt….

Rosen-Begleitpflanzen eignen sich als Farbergänzung, Blühpausenfüller, Schädlingsverteiber, u.v.m. ...

zum Beitrag
Gartenpflege
Düngen
27.5.2022
Selbstherstellung von Brühen zur Pflanzenstärkung

Pflanzen (Blätter, Blüten, haben eine besondere Kraft, besonders jene mit hohem Anteil bestimmter Inhaltsstoffe: Brennnessel, Kamille, Schafgarbe, Schachtelhalm, Thymian, Lavendel, Salbei, Beinwell, Wermut, Rainfarn, Efeu, aber auch Rindenteile von Eichen. Sogar „Unkräuter“ aus dem eigenen Garten stärken „verjaucht“ die Pflanzen im Garten, zumindest als Dünger. Frei nach dem Motto: Pflanzensaft gibt Pflanzen Kraft!


Was braucht man zu Herstellung?

  • Gefäße aus Holz, Kunststoff oder Glas, nicht aus Metall oder Emaille. Gefäße müssen verschließbar sein, also einen Deckel haben.
  • Teekocher oder einen „Tauchsieder“ (braucht nur bis 80°C heiss werden).
  • Sieb (inkl. Feinsieb)
  • Sprühgerät (oft genügen Bügelsprüher) oder eine Gießkanne mit feiner Brause


Folgende Grundregeln:

100g frisches Kraut/Blüten auf 1 Liter oder 20-30 Gramm Getrocknetes Kraut/Blüte auf 1 Liter Wasser.

Jauchen beginnen nach 2 Tagen zu schäumen, sie dauern in der Regeln 2-3 Wochen im Sommer, im Winter etwas länger. Die Verdünnung zum Ausbringen ist dann 1:20 bis 1:5

Brühen werden 24 Stunden angesetzt wie Jauchen, dann allerdings zum Kochen (80°C) gebracht. Die Verdünnung ist 1:3 bis 1:5.

Tees macht man so, dass das Kraut mit heißem Wasser übergossen wird, nach Erkalten abgesiebt und meist unverdünnt gesprüht. Zum Beispiel macht man so Basilikumtee, der sehr gut gegen Weiße Fliegen wirkt.

Kaltwasserauszüge macht man dann, wenn man die Inhaltsstoffe wie ätherische Öle (bei Schafgarbenblüten) nicht beschädigen möchte. Das heißt, das Material 24-48 Stunden kalt ansetzen und dann 1:1-1:3 verdünnt ausbringen.

Aber auch Extrakte sind sehr ergiebig, aber aufwändiger in der Herstellung. Sie sind ebenso dazu geeignet, Inhaltsstoffe länger haltbar zu machen. 

Ein Beispiel dafür ist der Knoblauchextrakt, der durch die Extrahierung länger haltbar bleibt und das wichtige Allicin  nicht verloren geht, wie es sonst beim Kochen teilweise passiert.


Jauchen haben einen denkbar schlechten Ruf, weil sie „stinken“. Das Wort „fermentierter Extrakt“ ist der neue Terminus, der seitens der EU vorgegeben wird.

Der Geruch wird durch kräftiges Einrühren von Steinmehl abgedämpft, ganz wegbekommen tut man ihn nicht.

Jauchen halten abgeseiht über Jahre als Dünger. Dagegen Brühen und Tees, aber auch Kaltwasserauszüge sollten nach spätestens 48 Stunden aufgebraucht sein, sonst beginnen sie mit der Verjauchung, der Geruch verändert sich maßgeblich.


Jedes der schon genannten Kräuter hat eine bestimmte Funktion, manche kann man auch miteinander vermischen NACH der Fertigstellung, gemeinsam anzusetzen ist teilweise möglich, aber nicht immer zielführend.

Brühen sind kein Wundermittel. Es ist wichtig, wieder näher dran zu sein, Pflanzen besser zu beobachten und vorbeugend zu arbeiten bzw. zu Befallsbeginn. 

Wenn eine Pflanze von Wollläusen übersäht ist, wirken nur mehr ölhaltige Mittel, nicht mehr ein Wermuttee. Dieser wirkt aber sehr gut, wenn Läuse im Anflug sind und erst geringe Spuren hinterlassen, da wirken Wermut genauso wie Brennnesseltee abschreckend, zurückweisend, vergrämend.

Das betrifft auch den Rüsselkäfer, der aktuell den Rosen mit Gefräßigkeit zusetzt, Rainfarntee diesen Tieren aber dermaßen zusetzt, dass sie die Rose verlassen müssen, ohne dass ein Nützling zu Schaden kommen muss.

Schachtelhalm, Schafgarbe wirken sehr gut gegenüber allen Arten von Blattpilzen wie Rost, Mehltau etc.

Salbei hat eine sehr gute Wirkung gegenüber der berüchtigten Krautfäule bei Kartoffeln oder Tomaten.

Die Kräuter kann man zum Teil in der Natur sammeln, wenn man Augen offen hält, aber keinen Raubbau begehen will, sanft vorgeht. Natürlich kann man getrocknete Kräuter auch in Apotheken oder Drogerien beziehen, wichtig ist es auch hier, auf die Bioqualität zu achten.

Pflanzen (Blätter, Blüten, haben eine besondere Kraft, besonders jene mit hohem Anteil bestimmter Inhaltsstoffe: Brennnessel, Kamille, Schafgarbe, Schachtelhalm, uvm. Sogar „Unkräuter“ aus dem eigenen Garten stärken „verjaucht“ die Pflanzen im Garten, zumindest als Dünger.

zum Beitrag
Rasen
Blumen / Blüten
20.5.2022
Blumenwiese anlegen und pflegen

Immer mehr Menschen wollen keine strengen, gedüngten, wöchentlich gemähten Flächen mehr, zumindest will aber bald jeder zweite sowas wie eine natürliche Blumenwiese in seinem Garten. Das geht natürlich leichter, wenn man einen entsprechend größeren Garten hat. Und was der Hauptgrund für viele Menschen mittlerweile ist, dass man auch einen Beitrag zum Artenschutz (Artenvielfalt) leisten will gegen das Bienen- und Insektensterben!


Welche Flächen sind besonders geeignet?

Stark besonnte, mit schottrigem Material aufgefüllte Flächen. Nährstoffarmut, Trockenheit sind vorteilhaft, ausgenommen in der Keim- und Anfangsphase, da sollte es feucht gehalten werden.


Wie sollte man vorgehen?

Die bestehende Erde sollte abgemagert werden, es soll mindestens 50, besser 70% mineralischer Anteil (Schotter), dann leicht aufgefräst werden. Danach sät man eine hochwertige (billige Wiesenblumenmixturen enthalten nur Kornblumen und Mohn, die nach dem ersten Jahr wieder verschwunden sind) Mischung ein, am besten 10-20 Gramm/m², gießt fleißig an und dann sieht man nach einigen Tagen/Wochen bereits die Sämlinge, je nach Art. Auch lästige Beikräuter aus dem Bestand wie der Sauerampfer werden kommen, die man aber mit der Sense nach etwa 1,5-2 Monaten abmäht, dann können sich die richtigen Kräuter wieder viel besser entwickeln.

Wiesenblumen sind Lichtkeimer, also nicht mit Erde bedecken, sondern nur leicht einwalzen. Anfangs feucht halten! Gemäht wird in der Regel im Sommer und im Herbst, nicht öfters! Es besteht mittlerweile auch die Möglichkeit – damit es schneller geht – sogenannte Wildstauden als Leitpflanzen bereits vorkultiviert – mit einzupflanzen und dazwischen zu säen. Man hat dann einen kleinen Vorsprung von 1-2 Jahren und die Wiese tut sich leichter.


Was ist die Zebrasaat?

Diese macht man bei bestehenden Rasenflächen. Man fräst einen schmalen Streifen heraus, arbeitet viel Sand ein, sät dort ein und vor zu breiten sich in ein paar Jahren die Blumen auch in dem bestehenden Rasen aus. Wenn dieser ungedüngt bleibt, ist es allerdings eine Geduldsfrage.

Voraussetzung ist, dass man nicht mehr düngt. Gut ist, wenn man das Saatgut mit Quarzsand vermengt, damit gibt’s eine bessere Verteilung!


Wie oft und wie tief mähen?

1-2x pro Jahr bei den besten Mischungen pro Jahr, das Schnittgut sollte 3-5 Tage liegen gelassen werden, damit der Samen gut eindringen kann in die Erde, dann entfernt man es. Man schneidet nie tiefer als 8-10cm!

Wie stellt man eine Rasenfläche auf Blumenwiese um?

Nicht einfach. Man braucht 3-5 Jahre Geduld, zumindest, kann auch länger dauern! Nicht mehr düngen, die Flächen werden zuerst mit Braunelle, Gänseblümchen und Ehrenpreis besiedelt, später mit Margeriten, hier gibt es natürlich auch Hilfestellungen vom Fachmann oder eben auch die Heumulchsaat, wie beschrieben. 

Was kann man Gutes einbringen?

Die Heumulchsaat ist die Alternative zur Nachsaat, die muss aber rasch gehen. Das heißt, man fragt einen Bauern zur Mahd hin nach ein paar frischen Quadratmetern Blumenwiese, wo viele Blumen drin sind, holt diese ab und verteilt sie 2-3 cm dick auf der bestehenden, eventuell schlecht bestückten, vorher gemähten Blumenwiese oder auf der Umstellfläche, die man eben statt eines Rasens haben möchte. 

Selbst Samen sammeln? Ja, das funktioniert, man braucht nur viel Geduld, man sollte die „richtigen“ Blumen und Kräuter suchen und finden, alle zur Samenreifezeit sammeln und dann vor zu einsäen, macht Spaß, ist günstig, aber sehr aufwändig. Umgekehrt hat man echt nur jene Blumen in der Wiese, die man auch in seiner heimatlichen Umgebung hat. Schön! Aber bitte KEIN Springkraut sammeln, das wäre fatal….


Einjährige Blumenwiesen

Immer häufiger anzutreffen sind einjährige Blumenwiesen, die viele Blumen beinhalten, die im Frühjahr (April/Mai) eingesät werden und im Spätherbst mit den ersten Frösten absterben, häufig bleibt der Samen aber im Boden und keimt nächstes Jahr wieder (Mohn, Cosmeen, Kornblumen). Der Vorteil ist die freie Gestaltung, die Pflegeleichtigkeit, umgekehrt aber die jährlich wiederkehrende Neuanlage. Super geeignet für große Tröge, aber auch für kleinere Flächen und Streifen.


Blumenzwiebeln in der Wiese?

Ist sicherlich eine tolle Sache, gehört im September oder Oktober gemacht. Am besten sind Krokusse, Wildtulpen, Wildnarzissen, Blausternchen, Traubenhyazinthe, Herbstzeitlose giftig) oder ähnliche Blumen mit Wildcharakter. Gemäht werden diese dann erst im Juni, wenn sie eingezogen haben, derweil sollten aber bereits viele heimische Blumen blühen!

Blumenwiesen sind höchst trittempfindlich, man sollte mehr oder weniger NICHT hineingehen, wenn, dann nur mit Sense oder Balkenmäher, schon gar nicht  „einfach so“ mit dem Rasenmäher!

Immer mehr Menschen wollen keine strengen, gedüngten, wöchentlich gemähten Flächen mehr, zumindest will aber bald jeder zweite sowas wie eine natürliche Blumenwiese in seinem Garten.

zum Beitrag
Terrasse
Kübelpflanzen
13.5.2022
Kübelpflanzen für Balkon und Terrasse

Die Kübelpflanzen für Balkon und Terrasse, ein Hingucker, auffällig und im Sommer nicht weg zu denken.

Sie sind das gewisse Etwas, der Tupfen auf dem I, das mediterrane, südliche Flair, das einen umgeben kann. Genauso wie Balkonblumen gehören sie dazu, die Kübelpflanzen.

Sie versprühen Urlaubsfreude, machen Lust auf Meer, Sonne, Sommer, Strand usw. Sie vermitteln positive Gefühle in Bezug auf Wohlfühleffekt zuhause im eigenen Garten und der dazugehörenden Terrasse, werten Hauseingänge und sogar kleine Balkone auf und dienen oft sogar als Raumteiler und Sichtschutz für bestimmte Bereiche.

Und sie sind des Tirolers liebstes Pflanzen-Kind: die Oleander, Margeriten, Wandelröschen und dgl. Durch unsere Tiroler „Lust auf Italien“ verkörpern diese Pflanzen diese Lebensart.

Kübelpflanzen 

- verschönern und beleben Eingangsbereiche, Terrassen- und Sitzplätze, gestalten Bereiche abwechslungsreich

- sind (meist) nicht winterhart, aber überwinterbar!

- brauchen gewisse Grundpflege (Düngung, Bewässerung, Ausputzen verblühter Blütenstände)

- lassen sich überall verwenden. Es gibt sie für volle Sonne, aber auch für lichten Schatten.

- Sind oft das Tüpfelchen auf dem i auf manchen Terrassen

- Überwinterung meist im Haus in kühlen, hellen Räumen, oft auch in Wintergärten

- Der richtige Dünger: Biodünger flüssig oder in fester Form und dazu noch das Blattgrün bestimmende Eisen!

Beispiele für die volle Sonne:

Oleander: Kübelpflanze Nummer 1 durch den starken Italienbezug der Tiroler. Braucht im Sommer viel Wasser, Dünger (2x/Wo), Verblühtes sollte herausgebrochen werden, Rückschnitt eher im Herbst denn im Frühjahr ratsam (sonst blüht er zu spät).

Enzianbäumchen (Solanum rantonetti): dunkelblaue, runde Blüten, wird insgesamt bis 2,5m hoch, kann aber ganzjährig geschnitten und formiert werden; Verblühtes fällt ab (nicht putzen, dafür kehren!). Braucht täglich Wasser, 2x/Woche Dünger

Jasminbäumchen (Solanum jasminioides): Kletterer, der aufgebunden strauchförmigen Charakter besitzt; sehr populär durch dunkles Laub im Kontrast mit weißen Blüten; hat Ansprüche wie der Enzianbaum

Wandelröschen (Lantana): Blüten in kleinen Dolden unzählig über dem Laub stehend, starkwüchsig bis 2m hoch werdend; Verblühtes fällt selbst ab, verbleibende Samenstände können entfernt werden. Braucht täglich Wasser und fast 2-täglich Dünger. Sollte im Herbst geschnitten und formiert werden.

Margerite (Chrysanthemum frutescens): darf fast in keinem Haushalt fehlen. Weiße, gelbe oder rosa Blüten; als Hochstamm oder Busch; Verblühtes muss stets samt Blütenstiel herausgeschnitten werden; täglich Wasser und 2x/Woche Dünger. Rückschnitt im Laufe des Winters, nicht unbedingt gleich beim Einräumen notwendig.

Zitrusgewächse: brauchen den sonnigsten Platz; Symbol für den Süden; wöchentlich einmal Zitrusdünger, zusätzlich 3x pro Jahr Eisendünger; benötigen im Sommer meist trocken, im Winter hingegen niemals austrocknen lassen; Dezember bis Februar nicht düngen. Gießen mit Kalkarmen Wasser, sonst gelbes Laub.

Die neue Nummer EINS unter den Kübelpflanzen ist die Sundevilla mit ihren großen roten, rosa oder weißen Glockenblüten für die volle Sonne, hat kaum Ansprüche, verträgt Trockenheit und ist einfach zu überwintern (kühl/hell). Klar braucht sie Nährstoffe, aber nicht mehr als andere!

Die Kübelpflanzen für Balkon und Terrasse, ein Hingucker, auffällig und im Sommer nicht weg zu denken.

zum Beitrag
Giftige Pflanzen
Garten
Terrasse
Zimmerpflanzen
6.5.2022
Giftpflanzen im Haus und im Garten

Viele Pflanzen, mit denen man sich im Alltag umgibt, bergen kleine oder größere Gefahren in sich, man ist sich dessen meist nicht bewusst. Pflanzen können gut riechen, attraktives Äußeres haben und auch schönen Beerenschmuck tragen, der besonders für Kinder, aber auch Haustiere interessant scheint. Und da kann es zu Vergiftungsunfällen kommen.

Nach Unfällen mit Haushaltschemikalien (Putz- und Waschmittel) und Arzneimitteln (meist flüssiger Natur) sind Pflanzen die häufigste Ursache für Vergiftungsunfälle im Haushalt.


Warum sind Pflanzen überhaupt giftig?

Das ist eine Art Abwehrmechanismus, den die Pflanzen aufgebaut haben, sei es durch giftige Inhaltsstoffe, aber auch durch Dornen, Stacheln und auch Behaarungen, die aggressiv auf die menschliche Haut wirken und dadurch verbrennungsähnliche Ausmaße annehmen kann. Pflanzen können nicht wie Menschen oder Tiere den Standort verlassen, können sich somit auch nicht wehren und müssen auf Inhaltsstoffe als Überlebens- und Fortpflanzungssinn zurückgreifen. Beispielsweise ist das Fruchtfleisch der Eibenbeere nicht giftig, der Same mittig allerdings tödlich. Und dieser Same schützt sich durch seine Giftigkeit. Tiere sind hier instinktiver als Menschen, die mehr oder weniger keinen natürlichen Instinkt diesbezüglich besitzen.


„Giftpflanzen“ für Mensch und Tier ähnlich „giftig“?

Es sind gibt Pflanzen, die von der Giftigkeit und den Begleit- und Folgeerscheinungen konform gehen, andererseits gibt es Pflanzen, die für den Menschen Genuss bedeuten (Avocado), für den Hund giftig (tödlich) sein können. Besonders gefährdet sind Jungtiere, die meist verspielt sind, die Oleanderblätter oder Beeren schnell im Maul haben. Graskauen ist kein Problem, allerdings auch nicht jenes einer stark gedüngten Wiese. Beim Stöckchenwerfen sollten auch nicht unbedingt Holz einer Eibe oder Akazie genommen werden.

Natürlich spielen Zimmerpflanzen für Hunde, Katzen, Kleinnager und Vögel eine größere Rolle als für Rinder, Pferde oder Masttiere.


Beispiele für „giftige“ Pflanzen im Garten und auf der Terrasse:

  • Seidelbast (Daphne): beliebter, wohlriechender Winterblüher. Die Rinde, die roten Beeren und deren Samen sind bereits bei geringem Verzehr tödlich (ab 10 Beeren).
  • Schneeglöckchen: stehen eigentlich unter Naturschutz, die Blätter verursachen Durchfall und Benommenheit.
  • Schneeball (Viburnum lanatum): Rinde und Laub verursachen bei Verzehr Magenentzündungen, die Beeren Durchfall. In den baltischen Staaten macht man aus getrockneten Beeren Tees zur Förderung der Darmflora….
  • Mohn: Darüber braucht man zur Herstellung von Drogen (Morphium, Heroin) mittels Opium keine Worte verlieren….Schlafmohn auch genannt.
  • Sadebaum (Juniperus sabina, Kriechwacholder): heimisch wachsendes Giftgehölz mit aggressiven Triebspitzen, die Hautentzündungen, Hautverbrennungen und Ähnliches hervorrufen können. In hohem Maße auch giftig!
  • Robinie (Akazie): Rinde und Samen können durch ihre Süße anlocken, verursachen bei Verzehr jedoch leichte Vergiftungserscheinungen.
  • Ampfer: In größeren Mengen verzehrt kann die enthaltene Oxalsäure wie beim Rhabarber Erbrechen und Blutdrucksenkung verursachen.
  • Safran (Krokus): Das Einatmen des Blütendufts kann Kopfschmerzen und Lähmungserscheinungen nach sich ziehen, das Einatmen des Blütenstaubs Herzrasen.
  • Rosskastanie: Schale und unreife Samen sind giftig und verursachen Sehstörungen, Durchfall und regen das Durstgefühl sehr an.
  • Rizinus: Diese beliebte Gartensommerblume ist durch ihre Öle, bei dessen Produktion die Giftstoffe übrig bleiben, als Abführmittel bekannt. Der Samen kann durch Zerkauen absolut tödlich sein. Durchfall, Mundbrennen und Entzündungen sind die ersten Bilder.
  • Rittersporn: Samen und Blätter sind sehr giftig, es gibt Hautrötungen, bei Verzehr sogar Störungen des Bewegungsapparates.
  • Rhododendron: Blüten sind giftig bei Verzehr! Sie verursachen Atemnotstand, Erbrechen und Dauerübelkeit.
  • Primeln: mäßig giftig, aber doch bei Verzehr Magenkrämpfe hervorrufend
  • Spindelstrauch (Euonymus alatus): Die schönen, roten Früchte im Herbst sind ein echtes Herzgift, verursachen aber auch Leber- und Nierenschäden.
  • Oleander: Der Milchsaft kann bei offenen Wunden über die Haut eindringen und kann zu Herzmuskelverkrampfungen führen, aber auch Beeren und Blätter sind giftig.
  • Schneerose: Die Samen sind sehr giftig, 3 Samenkerne sind bereits tödlich…
  • Narzisse: Die Zwiebel und deren Schleim, auch im Vasenwasser verursacht Hautentzündungen, Erbrechen bis hin zum Kollaps.
  • Maiglöckchen: Blätter und Früchte, aber auch das Vasenwasser (Schleim) können bei Verzehr zum Herztod führen.
  • Liguster: Der Verzehr von Rinde, Blättern oder Beeren ziehen Vergiftungserscheinungen wie Kopfschmerzen mit Erbrechen nach sich!
  • Thuja: Diese beliebte, der Tiroler Natur allerdings nicht entsprechende Heckenpflanze verursacht bei Verzehr Leber- und Nierenschäden.
  • Kirschlorbeer: Samen der schwarzen Früchte bewirken Atemnot, auch das Laub.
  • Hortensien: Sogar Hortensien verursachen Kontaktallergien(Sinnesorgane!), allerdings nur geringfügig!
  • Lonicera (Heckenkirsche): In den roten und schwarzen Beerenfrüchten sind Bitterstoffe, die Fieber nach sich ziehen, besonders bei Kindern, aber auch Durchfall und Übelkeit.
  • Goldregen: Eine der giftigsten Gartenpflanzen, besonders die Samen! Verzehr mit Todesfolgen!!
  • Ginster: Samen und Blätter lassen Magen und Darm verrückt spielen, auch die Lunge bekommt zu wenig Sauerstoff.
  • Fingerhut: Eine der giftigsten Stauden, Blüten und Blätter verursachen bei Verzehr sogar Herztod!
  • Buxus: Blätter, Blüten und Triebe sind relativ giftig, verursachen bei Verzehr Krämpfe, Lähmungen und Herzrasen.
  • Glyzine (Blauregen): Der Samen verursacht ab dem Verzehr von 2 Stück starke Magenbeschwerden!
  • Akelei: Die Blätter sind leicht giftig und ziehen Herzrhythmusstörungen nach sich.
  • Cyclamen: Die Knollen verursachen starke Darmbeschwerden, Durchfall, aber auch der Rest der Pflanze.
  • Stechapfel (Datura): Seitdem Stechapfelsamen in Verkaufspackungen von Getreide enthalten waren, ist man aufmerksam gemacht worden auf die Problematik und dass der Verzehr von 15-20 Samen für Kinder und Jungtiere tödlich sein kann. Giftig wie die Tollkirsche. Halluzinationen und Erbrechen, Schluckstörungen sind die schwerwiegende Folge einer Vergiftung mit Stechapfelsamen.
  • Riesenbärenklau: Durch bloße Berührung der Pflanzen kann Herzstillstand herbeigeführt werden! Vorsicht!!
  • Ackerschachtelhalm/Zinnkraut


Beispiele für giftige Gemüsearten für Tiere:

Kohlarten (Kleinnager), Kartoffel- und Tomatenpflanzen (Hunde, Katzen), rohe Bohnen, Erbsen, Linsen, Radieschen, Lauchgewächse (Porree, Zwiebel, Knoblauch), Rhabarberblätter, Pilze (jene, die auch für den Menschen giftig sind)


Beispiele für „giftige“ Zimmerpflanzen:

  • Amaryllis: Zwiebel sollen nicht gegessen werden, sie verursachen rasch Übelkeit mit Erbrechen.
  • Clivia: Der Pflanzensaft bewirkt bei Kontakt Hautreizungen, der Verzehr Schweißbildung, Erbrechen, Übelkeit.
  • Philodendron: Wie viele Aronstabgewächse bei Verzehr krampfbildend, verursacht starken Harndrang und Reizungen der Schleimhäute.
  • Passionsblume: Die Blüten können das Zentrale Nervensystem lähmen.
  • Ficus: Entgegen anders lautenden Meinungen sind Ficus nicht sehr giftig, der Milchsaft kann mäßig reizen, der Verzehr der Blätter bewirkt starke Bauchschmerzen.
  • Flamingo (Anthurium): Wenn der Saft der Laubblätter in die Augen kommt, kann das zu Reizungen führen, man bekommt bei Verzehr auch Schluckbeschwerden.
  • Wüstenrose (Adenium): ist giftig wie der Fingerhut, besonders die Blätter. Kann zum Herztod führen!
  • Dieffenbachia
  • Kroton (Wunderstrauch)
  • Yucca-„Palme“
  • Christusdorn: Hunde, Katzen usw. erblinden bei Verzehr!
  • Aloe: für Menschen fast ungiftig, für Tiere tödlich!


Beispiele für ungiftige Zierpflanzen:

Zierkirschen (ausgenommen Mandelbäumchen), Vogelbeeren….

Astern, Begonien,  verschiedene Palmen, Stiefmütterchen, Rosen, Osterkaktus, Hibiskus, Usambaraveilchen, Pelargonien, Weihnachtsstern(!!!), Fleissiges Lieschen, Erica-Gewächse, Thymian, Melisse, Salbei, Lavendel, Margeriten, Gerbera, Kamelie, Bubikopf, Geldbaum, Chlorophytum (Grünlilie), Banane, Zypresse, Baldrian, Zitrus-Gewächse, Ringelblume, Gloxinie, Jasmin, Tagetes.


Was tun im Notfall?

Durch warmes Wasser Erbrechen herbeiführen.

Den Tierarzt aufsuchen, Pflanzenreste aufbewahren, damit man die Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen einleiten kann.


Sollte man keine Giftpflanzen mehr im Garten haben?

Es ist ein Leichtes, zu sagen, dass eh nie was passiert, wenn dann wirklich mal der Unglücksfall eintritt.

Aber Panikmache ist hier fehl am Platz, Fast alle Pflanzen beinhalten irgendwelche Inhaltsstoffe, die „giftig“ sind, man sollte sich nur dessen bewusst sein, die eigenen Schlüsse daraus ziehen und dementsprechend handeln. Es sind Gottseidank kaum bis gar keine Vergiftungsfälle bekannt! Der Instinkt lässt Tiere da selten im Stich!


Thema Bienen:

Bienen können in ihrem Nektar Pollen giftiger Pflanzen transportieren, deren giftiger Inhaltsstoff sich im Millionstel im Honig verbreiten, manchmal auch nur schwer abbauen lässt. Es verdünnt sich in unseren Breiten aber sehr, sodass man kaum Nachweise erbringen kann, ob noch Reststoffe vorhanden sind. Am gefährlichsten sind das Jakobskraut, der Hahnenfuß und die Pontische Azalee (kommt in der Türkei vor), aber wie gesagt, all das kommt NIE reinsortig vor, daher ist die Vergiftungsgefahr für Mensch und Tier unerheblich.


Beispiele für eine Unzahl Bienen - freundlicher Pflanzen mit geringer Giftigkeit:

Ahorn, Apfel, Kirsche, Aster, Bartblume, Borretsch, Edelkastanie, Kornblume, Him- und Brombeere, Himmelsleiter, Koriander, Klee, Linde, Lilie, Löwenzahn, Sonnenblume, Sonnenbraut, Wein, Wilder Wein, Erika, Ysop, Weide, Thymian…

Viele Pflanzen, mit denen man sich im Alltag umgibt, bergen kleine oder größere Gefahren in sich, man ist sich dessen meist nicht bewusst.

zum Beitrag
Gemüsepflanzen
29.4.2022
Gurkenvielfalt – Genuß und Anspruch

Gurken stammen aus Indien und werden bereits seit über 3000 Jahren angebaut und genossen. Sie ist sehr frost- und kälteempfindlich als Pflanze und natürlich bei uns nicht winterfest!


Man kann Gurken aus Saatgut ziehen, das passiert im April, man kann sie aber im Fachhandel kaufen und sich die warmen Bedingungen der Vorkultur sparen. Allesamt sind sie Kürbisgewächse. Daher gibt es unzählige Formen und Arten die dementsprechend mehr oder weniger stark wüchsig sind.

Eine mittlerweile gebräuchliche Vermehrungsform an Gurken ist das Veredeln! Das macht man nicht selbst, sondern kauft die bereits veredelten Pflanzen, die einen Wildkürbis als Unterlage haben. Diese veredelten Exemplare sind widerstandsfähiger gegen Wurzelkrankheiten als reine, aus Saatgut vermehrte Gurkenpflanzen. Gefürchtet ist vor allem die Welkekrankheit Fusarium. 

Veredelte Gurken werden so eingepflanzt, dass die Veredelungsstelle wenige Zentimeter über dem Boden liegt.


Alternativ können Gurken auch selbst aus Saatgut vorgezogen werden. Damit die Keimung gelingt, sollte die Umgebungstemperatur mindestens 20 Grad Celsius betragen. Die gekeimten Pflänzchen stehen später gern etwas kühler bei 13-15°Grad Celsius. Achtung: Temperaturen unter zehn Grad Celsius mögen Gurken nicht. Wenn es etwa ab Mitte Mai warm genug ist und die Gurken Pflänzchen schon zwei Laubblätter ausgebildet haben, dürfen sie ins Freiland.

Moderne Hybridsorten bilden Früchte, ohne dass zuvor eine Bestäubung erfolgt ist (Jungfernfrüchtigkeit). Bei älteren Sorten wachsen männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze. Für die Bestäubung dieser einhäusigen Gurken braucht es unbedingt Insekten.


Der richtige Standort für Gurken

Gurken sind Starkzehrer und stellen daher recht hohe Ansprüche an Nährstoffversorgung, Wärme und Feuchtigkeit. Ein warmer, sonniger und windgeschützter Standort ist ideal. 

Man kann Gurken entweder über den Boden (selten) ranken oder an einem Gestell in die Höhe wachsen lassen. Letzteres ist sehr zu empfehlen, weil es zum einen Krankheiten vorbeugt. Zum anderen wachsen die Früchte schöner und sind auch leichter zu ernten.


Beim Pflücken gilt: 

Die Gurken sollten vorsichtig mit einer sauberen Schere oder einem Messer abgeschnitten werden, um die Pflanze vor Verletzungen zu schützen.

Mittlerweile werden Gurken aber in Trögen oder Hochbeeten gezogen, lediglich Freiland taugliche Arten wie Feldgurken wachsen im offenen Gemüsebeet gut!


Gurken sind, wie erwähnt, Starkzehrer, haben aber salzempfindliche Wurzeln. Als Nährstoffversorgung ist organische Langzeitdünge wie Schafwolle oder Hornspäne, Gesteinsmehl oder reifen Kompost empfehlenswert. Wird ein organischer Langzeitdünger verwendet, kann eine Gabe im Frühjahr schon ausreichend sein. Bei anderen Düngern sollte vorher die nötige Menge nach dem darin enthaltenen Stickstoffgehalt berechnet werden, um eine Überdüngung zu vermeiden.

Gurken lieben es weder zu trocken noch zu nass und auch kaltes Wasser vertragen sie nicht besonders gut. Die  Flachwurzler sollten nicht punktuell, sondern flächig mit handwarmem Wasser gegossen werden. 

Damit die Pflanzen tiefer wurzeln, sollte die ersten beiden Wochen nach der Pflanzung etwas zurückhaltender gegossen werden. Auch die Abdeckung des Bodens mit Stroh oder Mulch ist günstig für das Pflanzenwachstum. Ebenso geeignet ist schwarzer, wasserdurchlässiger Vlies. Dieser dient nicht nur als Verdunstungsschutz, die Erde darunter heizt sich auf, was die Gurkenwurzeln freut. Außerdem werden durch Mulch und Vlies störende Unkräuter im Zaum gehalten


Generell wird, je nach Verwendung, zwischen folgenden Sorten unterschieden (ein kleiner Auszug!) :

  • Trauben- oder Einlegegurken
  • Salatgurken
  • Schlangengurken
  • Minigurken: Snackgurken; mit Schale essen
  • Zitronengurke: Frischverzehr; leicht sauer, erfrischend, 12cm lang, gelb!
  • Stachelgurke Kiwano(erinnert an Melone, Kiwi, Banane vom Geschmack); frisch verzehren
  • Scheibengurke (Inkagurke): junge Gurke zum Rohverzehr, später zum Füllen mit asiatischen Gerichten
  • Melothria-Minigurke: Frischverzehr, ebenso mit Schale essen
  • Schwammgurke Luffa: wird als Schwammersatz durch skelettartige Struktur, nicht zum Verzehr geeignet


Gurken stammen aus Indien und werden bereits seit über 3000 Jahren angebaut und genossen. Sie ist sehr frost- und kälteempfindlich als Pflanze und natürlich bei uns nicht winterfest!

zum Beitrag
Balkonblumen
Insekten
22.4.2022
Bienen- und insektenfreundliche Balkonblumen

Balkone sind wertvolle Jausen- und Labe-Stationen!

Bei der Zusammenstellung seiner persönlichen Balkon- und Terrassenbepflanzung geht es klarerweise um die Üppigkeit, den Farbenreichtum, den Duft, aber mittlerweile auch um das Nascherlebnis (Snack-Paprika, Zwergtomate, Minigurken, Erdkirsche, Erdbeere etc.), das kleine, aber feine Ernteerlebnis durch Küchen- und Teekräuter, letztendlich aber um das „große Ganze“, die Mischung, „von allem etwas“….und um den Schutz unserer heimischen Fauna – Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Vögel, diverse Insekten.

Beschränken wir uns hier auf die „Freundlichkeit“ der Balkonblumen gegenüber Honigbienen, das schließt weitgehend auch andere Insekten mit ein. Die Natur erlebt ja ein Wechselspiel zwischen Geben und Nehmen: Die Blume gibt – naiv ausgedrückt – der Biene Nektar (Kohlehydrate) als Nahrung, dafür hat die Biene bei der „Ernte“ desselben die Aufgabe die Pollen (Eiweiß) der Blume zum Zwecke deren Fortpflanzung weiterzutragen, was meist auch mit Bravour gelingt und so die Vielfalt garantiert. Natürlich gelangt auch jene Menge Pollen zu den Stöcken, wo sie von den fleißigen Arbeitsbienen „weiterverarbeitet“ werden nebst des Nektars….


Was haben jetzt Balkonblumen mit diesem Kreislauf zu tun, zumal die Bienen jene meist fremdländischen Pflanzen ja gar nicht kennen?

Bienen sind Kosmopoliten, sie suchen sich das, was ihnen schmeckt. Sie steigen da auch in luftige Höhen auf, um sich den Schmaus zu holen, auch wenn gerade hier nicht die Fortpflanzung der Balkonblume im Vordergrund steht, sondern die gesunde Jause im Speziellen. Bienen finden nicht immer geeignete Nahrung. Speziell während der Sommerhitze, wo nicht betreute Flächen oft vertrocknen, Wasserquellen versiegen, viele Pflanzen Frühjahrsblüher sind und im Sommer wenig bis nichts liefern können. Umso wichtiger sind Balkonpflanzen mit hoher Effektivität und reichhaltigem Buffet.

In Studien speziell an der Bayrischen Landesversuchsanstalt für Wein und Gartenbau  in Veitshöchheim wurden Versuche angelegt und durch Anflugzählungen die Attraktivität für Bienen und andere nektarliebende Tierarten erhoben.

Die meisten Balkonblumen haben durch die Intensivzüchtungen und dem Drang und die Forderung der Verbraucher nach schier endloser Blütezeit von April bis November keinerlei Relevanz für die Bienen. Sie sind also „unfreundlich“ diesen gegenüber z.Bsp. wie die meisten Petunien, Million Bells (Callibrachoa), Pelargonien (Balkongeranien) - also DIE typischen, üppigen und anspruchslosen Balkonblumenarten, wonach wir Menschen suchen. Man braucht ja nicht darauf zur Gänze verzichten, aber man kann dagegen halten und die Balkonkisten aufwerten und insektenfreundliche Pflanzen dazwischen pflanzen, was auch beispielsweise Läuse fernhalten kann. In Monokulturen können sich Schädlinge leichter breitmachen.


Was gibt es also für Sterne am Bienen-„Balkon-Himmel“?

Salvia farinacea, der Mehlsalbei: ein Ziersalbei in dunkel- oder hellblau bzw. weiß, häufig in Beeten zu sehen, aber durch seine attraktiven Blautöne für Mischungen in Balkonkisten bestens geeignet und ein Leckerbissen für Bienen.

Lobularia, das Steinkraut: in Weiß, Rosa, Lila oder Violett ist er einer der Superstars für Balkon, Beet oder auch das Grab. Er ist duftend, und lange blühend, praktisch winterhart und ein Universalgenie für Insekten und Menschen.

Bidens, der Zweizahn der im lateinischen Namen „Bidens“ schon praktisch den (englischen) Bienentanz (Bee-Dance) in sich trägt. Besonders die weißen Sorten zeichnen sich durch hohe Anflugzahlen und tolle Nahrungsquelle gleichzeitig aus, wobei weiße Blumen allgemein attraktiver und lieber angeflogen werden als anders Farbige. Die gelben, orangen und neuerdings kirschfarbenen Sorten sind dennoch die beliebteren und ebenso gern gesehenen Labe-Stationen.

Strauchbasilikum „Magic“, ist ein wahrer Bienenmagnet während der Blütezeit (Juni-Oktober). Er ist nicht nur verlockend sondern auch eine echte Nahrungsquellen und gleichzeitig wunderbar zur Herstellung von Pesto, geeignet. Zudem vertreibt Basilikum die Weiße Fliege (ein hartnäckiger Lästling) von unseren Fuchsien und anderen Balkonblumen.

Lobelia, das Männertreu in Blau, Weiß, neuerdings auch in Rose gilt unter Bienenfreunden als besonders ergiebig und attraktiv, was das Nahrungsangebot, sowohl Pollen als auch Nektar betrifft, obwohl – auf den ersten Blick – nicht so viel „da“ ist. Sie enthalten sozusagen versteckte Kapazitäten.

Scaevola, die Fächerblume war letztes Jahr bereits Balkonblume des Jahres mit dem Namen „Bienenparadies“ - das sagt schon Vieles aus. Sie haben blaue, weiße oder rosa Blütchen, die zart, aber in großer Zahl zwischen den bekannten anderen Balkonblumen sprießen und blühen, anspruchslos und wetterfest sind.


All diese Blumen sind gut miteinander misch- und kombinierbar, aber auch mit den beliebten Standard-Balkonblumen wie vorher genannt, in ein Kistchen zu pflanzen, ganz nach Geschmack und Bedarf. Allen ist die Anspruchslosigkeit als Eigenheit nachzusagen, also kein hohes Attribut.

Um die Natürlichkeit, Leuchtkraft, Duft und Geschmack zu fördern, verzichten viele Menschen bei der Substratwahl schon auf Torf. Was anfangs im Mai häufiger zu gießen ist, entpuppt sich als wassersparend, weil torffreie Substrate die Pflanzen stressresistenter und fähiger zur Wasseraufnahme machen. Die Ernährung ist auch hier entscheidend für die Gesundheit und den Blüherfolg, dazu verwendet man die bereits sehr beliebte und bewährte Schafwolle in Form von Pellets, die es im guten Fachhandel zu kaufen gibt. Herkunft Österreich, also auch hier ist Ressourcenschonung groß geschrieben! 

Bei der Zusammenstellung seiner persönlichen Balkon- und Terrassenbepflanzung geht es klarerweise um die Üppigkeit, den Farbenreichtum, den Duft

zum Beitrag
Gartenpflege
15.4.2022
Richtig umtopfen

Jetzt gerade im Frühling, wenn die Pflanzen voll ins Wachsen kommen und die Motivation Richtung Pflanzen auch beim Menschen steigt, ist die Zeit reif zum Umtopfen.

Der Tag ist länger als die Nacht, die Sonneneinstrahlung intensiver, auch überwinterteBalkon - und Kübelpflanzen zeigen kräftigen Durchtrieb.

 

Wann umtopfen?

Den genauen Termin zu definieren, ist schwierig. Es ist natürlich zu früh, wenn der Wurzelballen noch nicht einmal richtig durchwurzelt ist. Es ist prinzipiell nie zu spät, es sei denn, die Wurzel hat den Topf schon gesprengt.

Natürlich spielt die Blütezeit der Pflanze auch eine mit entscheidende Rolle. Manche Pflanzen wie z.B. Azaleen oder Orchideen und andere mehr sollten gleich nach dem Verblühen umgetopft werden. Ansonsten ist der April für viele Zimmer - und Terrassenpflanzen der ideale Monat.

 

Tipp:

Ganz stark durchwurzelte Pflanzen, die nur unter Zerschlagen / Zerschneiden / Zersägen des Topfes ausgetopft werden können, sind 24 Stunden vorher intensiv zu wässern, damit sich der Ballen vom Topf Rand leichter lösen kann und so der Pflanze ein Wurzelschaden erspart bleibt.

Immer wieder taucht die Frage auf, welcher Topf der Richtige ist.

Erlaubt ist, was gefällt, aber Naturmaterialien wie Ton/Terrakotta/Holz etc. sind wurzelfreundlicher als Töpfe aus Kunststoff.

 

Das wichtigste Organ der Pflanze ist ihre Wurzel.

Man prüfe zuerst, ob die Wurzeln intakt sind. Braune und stark „riechende“ sind zu entfernen. Eine sehr anregende Methode ist das vorsichtige Aufrauen des Ballens. Mehr Kenntnis über die Pflanze sollte man beim Abschneiden einzelner Wurzeln haben. Es gibt immer wieder Barbaren, sowohl im Hobby - wie auch im Profibereich.

 

Wichtig dabei!

Man sollte, so gut es geht, die richtige Erde verwenden, was aber nicht bedeutet, dass man für 10 unterschiedliche Pflanzen 10 verschiedene Substrate braucht. Die Erde sollte der Pflanze angepasst werden. Zum Beispiel eine hochwertige Universal-Bioerde, die sowohl für Oleander als auch für viele Zimmerpflanzen wie ein Gummibaum verwendet werden kann. Die Pflanzen lieben grobe Struktur der Erde, da sie über Jahre drin stehen werden und daher auch entsprechende Speicherkapazität sein sollte. Eine Orchideenerde ist für Orchideen, Kakteenerde für Kakteen zu verwenden, Zitrusgewächse gehören aufgrund des erhöhten Eisenbedarfs in Zitruserde, der Rest kann fast in jene hochwertige Erde in Bioqualität, wenn geht TORFFREI, gepflanzt werden. Man sollte nicht beim Erdenkauf sparen, denn da ist das Beste gerade gut genug!

 

Wie groß sollte der nächst größere Topf sein?

Auf keinen Fall zu groß! Der nächste Topf sollte ein Viertel, höchstens ein Drittelgrößer als der bisherige sein, es sei denn die Pflanze ist lange nicht umgetopft worden und hat bereits Ausmaße angenommen, die dem alten Topf bei weitem nicht mehr entsprochen haben.

Beispielsweise sollte von einem 20er in einen 26er Topf umgetopft werden.

Auch sollte niemals tiefer getopft werden als vorher. Oft sind daher Stützhilfen notwendig. Beispielsweise Bambus- oder Moosstäbe sind gute, Pflanzen schonende Materialien.

 

Die richtige Technik bei „kleinen“ Pflanzen:

Die Erde sollte man zuerst auf einem Tisch ausleeren.

Am besten verwendet man besagte hochwertige Blumenerde (Bio) aus dem Fachhandel, aber auch Praxismischungen mit ein wenig Kompost sind möglich.

Die Erde sollte leicht angefeuchtet sein.

Man dreht die Pflanze um und schlägt den Topf mit dem Rand auf der Tischkante auf, zieht dies dann vorsichtig heraus, so dass keine Wurzeln zu Schaden kommen. Man füllt den neuen Topf zu einem Drittel mit Erde auf, gibt den Wurzelballen hinein und schüttet Erde hinein, bis der Topf übervoll ist.

Dann stößt man den neuen Topf samt Pflanze mehrere Mal auf, damit sich die Erde setzt.

Die Erde drückt man sanft an und streift den Überhang ab, bis sich ein so genannter Gießrand gebildet hat.

Die Erde erstmals kräftig gießen, damit sich alle Poren und der Ton, der in der Erde sich befindet mit Wasser ansaugt, sodass die Erde in weiterer Folge nicht mehr ganz austrocknen kann.

 

Die richtige Technik bei „großen“ Pflanzen:

Hier kann es passieren, dass man den alten Topf zerschlagen muss, um ihn herunter zukriegen. Dabei gilt es ebenso wie bei kleineren Objekten, Wurzel schonend umzugehen. Gegebenenfalls kann man die Wurzelaußenschicht ruhig etwas aufklopfen oder auch aufrauen.

Am besten gibt man unten eine Topfscherbe auf die Bodenöffnung, danach eine dünne Drainageschicht (Leca) drauf, damit das Wasser gut abrinnen kann, dann die entsprechende Erde um den Wurzelballen herum.

Danach gilt dasselbe wie bei kleineren Pflanzen, nur, dass man hier oft zu zweit sein muss, um die Arbeit gut zu verrichten.

 

Welche Pflanzen kann (soll?) ich im Laufe des Frühjahrs mit gutem Gewissen umtopfen?

Die meisten Zimmer-Grünpflanzen wie Palmen, Ficus und dgl. ebenso wie die meisten Kübelpflanzen, die im Sommer auf der Terrasse stehen wie Oleander, Lantanen, Fuchsien, Pelargonien usw.. Blütenpflanzen sollte ja am besten nach der Blütezeit, also am Beginn oder am Ende ihrer Ruhephase umgetopft werden, um sie nicht zusätzlich zu stressen.

Unnötigen Stress sollte man Pflanzen natürlich nicht bereiten, aber gerade ein Umtopfen kann manchmal mit Rückschnitt und Reinigung verbunden werden, sodass dies oft einen starken Wachstumsschub für die Pflanzen ergeben kann.

 

Wenn man sich nicht ganz sicher ist, oder wenn man sich manchmal die Pflanze gar nicht richtig anzugreifen traut, z.B. die sehr wurzelempfindlichen Orchideen, der befragt am besten den Fachmann!

Jetzt gerade im Frühling, wenn die Pflanzen voll ins Wachsen kommen und die Motivation Richtung Pflanzen auch beim Menschen steigt, ist die Zeit reif zum Umtopfen. Den genauen Termin zu definieren, ist schwierig. Es ist natürlich zu früh, wenn der Wurzelballen noch nicht einmal richtig durchwurzelt ist. Es ist prinzipiell nie zu spät, es sei denn, die Wurzel hat den Topf schon gesprengt.

zum Beitrag
Gewürze
Aussaat
8.4.2022
Oregano und Majoran – zwei Unverzichtbare

Majoran

Der Majoran (oder nach ihrem häufigsten Verwendungszweck: Wurstkraut, Bratlkraut, Kuttelkraut benannt) gehört zur Familie der Lippenblütler und stammt aus Kleinasien, aber auch aus dem Mittelmeergebiet und ist frostempfindlich. Er wächst an sonnigen und warmen Standorten, in geschützter Lage. Der echte Majoran ist ein zartes, buschiges, ausdauerndes, mehrjähriges (im HAUS zu überwintern), bei uns aber nicht frosthartes Kraut. Die Blätter des 25 bis 50 Zentimeter hohen Gewächses sind klein, oval und fein behaart. Die Ernte sollte vor der Blütezeit (Juni bis September) folgen. Zum Trocknen werden die ganzen Stängel, samt Blüte und Knospen, geerntet. Frisch werden lediglich die Blätter verwendet.

Ausgesät wird Majoran ab April im warmen, hellen Raum oder ab Mai direkt ins Freie. Er liebt kalkhaltigen, nährstoffreichen Boden und volle Sonne!

Verwendung: Im Geschmack hat Majoran eine gewisse Ähnlichkeit mit Oregano, das ebenfalls aus der gleichen Familie stammt, ist aber wesentlich lieblicher. Die Blätter werden frisch oder getrocknet zum Würzen von Kartoffelgerichten, Suppen (Kartoffelsuppe), Soßen, Würsten, Eintöpfen, Hackfleisch, Hülsenfrüchten, Schweinsbraten und Lamm verwendet.

Majoran als Heilkraut

Majoran-Tee wirkt beruhigend auf das Nervensystem, hilft bei Asthma, regt den Appetit an und fördert die Bildung von Magensäften. Zudem fördert er die Milchbildung bei Stillenden. Die aus Majoran gewonnene Salbe, wird gegen Blähungen und Schnupfen bei Säuglingen verwendet. Auch bei Gelenkschmerzen, Nervenschmerzen, Verrenkungen und Wunden, wirkt die Salbe heilend.

Majoran als Tee gegen Ameisen: wer wirklich zu viel Majoran im Garten hat, kann diesen abschneiden. 100 Gramm frisches Kraut mit 1 Liter heißem Wasser überbrühen, 1:3 verdünnt gegen Ameisen, da ist aber Thymian und Salbei genauso wirksam, daher den Majoran eher besser trocknen…..

Oregano

Der (das) Oregano leitet sich vom Griechischen ab („Oros“ = Berg und „Ganos“ = Schmuck, Glanz) und bedeute so viel wie Schmuck der Berge. Der am häufigsten verwendete deutsche Name ist DOST oder Wilder Majoran . Er stammt aus dem Mittelmeerraum, wird heute aber weltweit in warmen und gemäßigten Breiten angebaut und genutzt. Es bevorzugt trockene und sonnige Standorte und ist winterhart. In freier Natur wächst Oregano, auch als „Wilder Majoran“ bekannt, auf trockenen Wiesen, an Waldesrändern und Böschungen mit kalkhaltigem Grund. Beim Wilden Majoran handelt es sich um eine mehrjährige krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von bis zu 70 Zentimeter erreichen kann und wunderschön blüht, häufig sogar als Schnittblume und Beiwerk in Blumengeschäften angeboten, hält ausgezeichnet, gibt dem Strauß einen ursprünglichen und romantischen Charakter.

Angebaut wird das winterharte Kraut im Spätsommer (Ernte der Samen), aber auch mit Vorliebe wird der Stock im Herbst geteilt, das Aroma verstärkt sich in den Folgejahren wieder mehr, was sonst verebben würde. Auch Stecklinge können entnommen werden. Kalkreiche, warme, fruchtbare Böden sind dem Oregano eigen!

Verwendung: Zum Trocknen werden die Stängel abgeschnitten und in einem dunklen Zimmer aufgehängt. Nach dem Trocknen werden die Blätter einfach vom Stängel abgestreift und trocken gelagert. Das Aroma bleibt auch im getrockneten Zustand lange erhalten. Oregano ist ein traditionelles und wichtiges Gewürz in der italienischen und spanischen Küche und auch in der griechischen und türkischen Küche ist es sehr beliebt.

Es ist das klassische Pizzagewürz und bestimmt, zusammen mit Basilikum, den Charakter vieler italienischer Gerichte wie Pasta asciutta, Tomatensauce, Gebratenes Gemüse, Gegrilltes Fleisch, Nudelgerichte, Fleisch- und Gemüseeintöpfe oder Salate.

Oregano als Heilkraut:

Die Pflanze diente zur Heilung von Hämorrhoiden und zur Geburtsbeschleunigung. Das Gewürz ist appetitanregend und hat verdauungsfördernde Wirkung. Weiteres wirkt es gegen Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen. Als Tee ist Oregano heilsam gegen Husten und Atemwegserkrankungen. Weiteres findet das Oregano Öl (es enthält einen hohen Anteil an Phenolen) in der Aromatherapie eine verbreitete Anwendung. Es gilt als einer der stärksten natürlichen Antibiotika überhaupt und tötet Bakterien ab. Weiteres wurde dessen positive Wirkung bei Verdauungsbeschwerden, sowie Erkrankungen der Atemwege festgestellt.

Oregano produziert üppige Büsche und kann auch gut als Tee gegen Schädlinge verwendet werden! 100 Gramm frisches Kraut mit 1 Liter heißem Wasser überbrüht, 1:3 verdünnt sehr gut gegen Schildläuse!!! Sollte man im Hinterkopf haben, bevor mal alles kompostiert, was man nicht mehr trocknen und verwenden will.

Oregano-Vielfalt:

Der heimische Oregano (Dost) mit der schönsten Blüten, wird 50-60cm hoch, ist mild pfeffrig im Geschmack, winterhart und kann überall in der Küche angewendet werden.

Der arabische (syrische) Oregano ist der intensivste im Geschmack, ist DAS Pizzagewürz der Türken und Italiener, wird häufig als „Zatar“ oder „Hot and Spicy“ angeboten! Er hat weißlich, filzig behaarte Blätter und ist auch winterhart.

Der Kreta-Dost wächst bei uns langsamer, ist milder und DER Oregano für Tees!

Der Griechen-Oregano ist durch seine roten Stiele bekannt und ist etwas milder als der syrische, aber immer noch intensiv herb bis pfeffrig und super für Pizza und Pasta!

Der mexikanische Oregano schmeckt und riecht wie Oregano, wird wie solcher verwendet, schaut aber ganz anders aus und ist eigentlich auch ein Eisenkraut….Falls einem das mal unterkommt

Der Majoran (oder nach ihrem häufigsten Verwendungszweck: Wurstkraut, Bratlkraut, Kuttelkraut benannt) gehört zur Familie der Lippenblütler und stammt aus Kleinasien

zum Beitrag
Allergien
Blumen / Blüten
1.4.2022
Allergien im "Zusammenspiel" mit unseren Garten- und Terrassenpflanzen

Allergien betreffen viele Menschen, vor allem jene, die viel in der Natur machen, gerade jetzt im Frühling und die ihren Garten oder die Terrasse lieben. Und das quer übers Jahr und leider durchgängig im Garten vom Gemüsepflanzl bis zu der Balkonblume.


Die wichtigsten Allergiebereiche im Zusammenhang mit Pflanzen

Atemwege:

Die häufigsten Krankheiten sind Asthma und Heuschnupfen. Die müssen nicht zwangsläufig mit Pflanzen in Zusammenhang stehen, tun es aber häufig. Gerade bei Kindern und Jugendlichen kann lästiger Heuschnupfen auftreten, aber auch Erwachsene leiden darunter.

Heuschnupfen tritt bei Pollenflug durch Gräser im Sommer und Herbst und bei Bäumen allgemein am häufigsten auf und das schon ab dem Frühjahr (Weiden, Birken etc.). Allergien durch Pilzsporen sind meist im Sommer und Herbst, aber auch schon im Frühjahr durch organische Masse, verrottendes Laub, umgegrabene Komposthäufen, Totholz etc. bemerkbar.

Atemwege können aber auch durch Aromen und Düfte blockiert werden, wie zB dann, wenn die Pflanzen am meisten Duft versprühen, um Insekten anzulocken und dadurch die Befruchtungsreife anzeigen. Duftende Blüten wie ein Geißbart verströmt um die Mittagszeit den meisten Duft (Honigdrüsen) und solche Blumen, die vorwiegend durch Motten bestäubt werden, sind abends aktiv. Beide sind für Atemwegsallergiker schlecht, genauso wie Kräuter, die durch Reibung Aromen verströmen und die Atemwege zumachen wie Thymian, Lavendel, Salbei etc.


Haut: Ausschläge und Ekzeme

Die bekanntesten sind Neurodermitis (nicht unbedingt mit Pflanzen im Zusammenhang, verstärken es aber), Urtikaria („Nesselsucht“ -  durch Gräser, Rasenschnitt, Nesseln verursacht) und Kontaktekzeme (Ringelblume, Efeu, Becherprimeln, Chrysanthemen, Zwiebelblumen wie Tulpen, Hyazinthen).

Hier spricht man von Hautirritationen, wenn sich Bläschen bilden wie bei der Nesselsucht oder flächige Rötungen mit Ekzemen. Bei Neurodermitis ist die Ursache ja nicht 100% erforscht, steht indirekt aber auch mit manchen Pflanzen in Verbindung. Schwere Hautirritationen verursachen u.a. Goldregen, Essigbaum, Eisenhut, Oleander, Rizinus, Eibe, Wandelröschen u.v.m., diese sind auch Großteils giftig. Leichte bis mittlere Hautirritationen verursachen bei Allergikern Narzissen, Akelei, Lupine, Rittersporn, aber auch Bäume wie die Rosskastanie, die Feige etc.

Nicht zu unterschätzen sind Insektenstiche durch Wespen, Bienen, Hornissen und sogar Stechmücken, deren Reaktionen bei Allergikern ja hinlänglich bekannt sind. Hier sind die Bestäuber- und Weidepflanzen manchmal mit ausschlaggebend, wenn das Insekt vorher grad dort war und dadurch die Abwehrreaktionen verstärken kann.


Wie kann man als Allergiker gärtnern?

Zuerst wird man einen Allergologen aufsuchen, der einen austestet und die Pflanzen ausmacht, die für die Allergien infrage kommen können.

Wenn man Atemwege durch Pilzsporen blockiert bekommt, wird man offene Komposthäufen, Totholzbereiche, Rindenmulch, verrottende Laubhäufen meiden. Hier gilt es bei Kontakt Mundschutz tragen, Brillen aufzusetzen, nach Kontakt Haare waschen, Hände waschen, auch wenn man Gartenhandschuhe trägt usw.


Zu welcher Tages/Jahreszeit ist’s am besten, im Garten zu arbeiten?

Im Winter klarerweise, wenn es ans Schneiden geht, aber auch hier haben Asthmatiker bei zu tiefen Temperaturen Probleme.

Für Allergiker ist die Tageszeit – an warmen, windstillen Tagen wohlgemerkt – zwischen späten Vormittag und frühen Abend am besten, weil sich Pollen und Sporen durch die Thermik eher über Kopf befinden und davor und danach sich abgesenkt haben und lästig werden.

Pilzsporen kommen eher bei feuchter, Gräser Pollen bei trockener Witterung vor. Rasenmähen ist generell nichts für alle Allergiker!


Beispiele von für Allergiker geeigneten Pflanzen:

Einjährige: Löwenmaul, Begonie, Petunie, Nemesie, Ziersalbei, Gladiole

Stauden: Zierlauch, Storchschnabel, Stockrose, Erica, Johanniskraut, Ziersalbei, Felberich

Sträucher und Kletterpflanzen: Hortensie, Kletterhortensie, Echter Wein, Forsythie, Deutzie, Weigele, Fünffingerstrauch, Hartriegel, Magnolie, Him- und Brombeere

Bäume: Judasblattbaum, Tulpenbaum, Eberesche, Blutpflaume

Kräuter: Petersilie, Schnittlauch, Minze, Lorbeer, Liebstöckel, Kerbel


Beispiele für Allergiker, welche Pflanzen sie meiden sollten:

Gemüse: Artischocken, Tomaten, Rhabarber, Sellerie

Kräuter: Lavendel, Kamille, Schafgarbe, Brennnessel

Einjährige und Stauden: Gräser(!), Pelargonien, Ringelblumen, Vanilleblume, Wandelröschen, Sonnenblumen(ausgenommen pollenlose Sorten), Zinnien, Dahlien, Nelken, Zimmer-Calla

Bäume wie Haselnuss, Birke, Pappel, Weide, Ahorn, Erle, Ulme etc

Allergien betreffen viele Menschen, vor allem jene, die viel in der Natur machen, gerade jetzt im Frühling und die ihren Garten oder die Terrasse lieben. Und das quer übers Jahr und leider durchgängig im Garten vom Gemüsepflanzl bis zu der Balkonblume.

zum Beitrag
Duftende Pflanzen
Insekten
25.3.2022
Blumenzwiebeln als erste Nahrungsquelle für Honig- und Wildbienen und andere Insekten

Zwiebelgewächse gehören zu den interessantesten Gartenpflanzen. Im Herbst gepflanzt, sind sie im Frühjahr plötzlich da und sind noch dazu nützlich, nicht nur für das Auge des Menschen, auch als Nektarspender für Hummeln und Bienen!  Zu ihnen gehören Tulpen, Narzissen, Kaiserkronen, Schneeglöckchen, Krokusse und viele andere seltene wie die Schachbrettblume, der schnelle Winterling oder das Blausternchen. Ihre Zwiebeln sind winterhart, können einmal gepflanzt viele Jahre in der Erde bleiben.


Anemonen 

Anemonen haben einfache, aber auffällige Blüten, sind vielfältig. Es gibt solche, die man am Waldesrand antrifft, andere wiederum als Schnittblume, die sehr gut hält in der Vase. Aber die letztgenannte kann man auch als Knollenpflanze in die Erde pflanzen und erfreut uns jährlich durch pink, creme oder blaublühende Schönheiten!


Hyazinthe

Diese riechen bekannt betörend süßlich-blumig und mit bunten Blütenblättern - so präsentiert sich die Hyazinthe, die zur Familie der Spargelgewächse gehört. Die volle Sonne wollen sie nicht immer, brauchen feuchte, halbschattige Lagen!


Märzenbecher 

Der streng unter Naturschutz stehende Märzenbecher (Leucojum vernum), der oft mit dem Schneeglöckchen verwechselt wird, gehört zur Familie der Amaryllisgewächse und bildet unterirdische Zwiebeln aus. Die Pflanze besitzt im Unterschied zum Schneeglöckchen gleichlange Blütenblätter und ihre Blütenglöckchen sind viel größer. Sie sind im Halbschatten an geschützten Plätzen sehr beliebt!


Traubenhyazinthe (Muscari)

Blaue Farbtupfer innerhalb eines sattgrünen Blumenbeetes. Mit der Traubenhyazinthe können im heimischen Garten leicht dekorative und stilvolle Akzente gesetzt werden. Anspruchslos und robust, finden auch Anfänger schnell Gefallen an dem Gewächs: Wenn die Traubenhyazinthe an einem optimalen Standort ungestört gedeihen darf, funktioniert auch die Vermehrung von selbst und sie verwildern im Garten, beliebt unter Laubbäumen!


Kaiserkrone 

Die Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) ist eine imposante Zierpflanze, die in jedem Garten durch ihre markante Krone an der sich glockenartige Blüten bilden, zum wahren Blickfang wird. Mit ihren majestätisch prachtvollen Blüten die in verschiedenen Farben erstrahlen präsentiert sie sich oft als Einzelpflanze oder in Gruppen in Staudenbeeten und Rabatten.


Zierlauch (Allium) 

Zierlauch gehört zweifellos mit seinen wunderschönen, großen Blütenbällen, die auf den kraftvollen Stielen zu schweben scheinen, zu den wirkungsvollsten und imposantesten Blumenzwiebeln im späteren Frühjahr. Und sie gehören zu den beliebtesten Insekten (Bienen)-Nahrungsquellen!

Denn jede einzelne Blütenkugel setzt sich aus zahlreichen, perfekt geformten und filigranen Sternenblüten zusammen, die in faszinierenden Farbtönen erstrahlen. Die Eigenschaft, dass zugleich mit dem Aufblühen der Blüte das Laub vergilbt, ist ein Manko, aber die Natur lässt sich nicht beeinflussen. Sie ist auf sonnigen, trockenen Standorten zuhause, besser jedoch auf leicht geschützten, bei hohen Arten auch windgeschützten Orten!


Narzissen (Osterglocken) 

Narzissen gehören mit zu den ersten Frühlingsblühern des Jahres. Osterglocken in heimischen Gärten kultiviert und als Vorboten der warmen Jahreszeit geschätzt. Dabei sind die Blumen auch noch überaus leicht zu kultivieren und zaubern in Töpfen einen bunten Frühlingsgruß auf Balkon und in den Garten. Die Wildformen wie die Dichternarzisse, die Reifrocknarzisse oder die Odorus-Narzisse gehen von weiss bis gelb duften auch sehr gut. Sie können gut in Rasenflächen mit eingebaut werden und ergeben schöne Bilder. Abgemäht dürfen sie dann aber erst werden, wenn das Laub nach der Blüte wieder einzieht.


Herbstzeitlose 

Die Herbstzeitlose ist eine sehr dekorative Zwiebelblume, die dem Herbstkrokus stark ähnelt und rosa bis violettfarbene, je nach Sorte gefüllte oder ungefüllte Blüten hervorbringt. Sie ist relativ robust und anspruchslos. Allerdings sollte man, wenn man sich dazu entscheidet, Herbstzeitlose zu pflanzen, die Giftigkeit dieser kleinen Pflanze nicht außer Acht lassen und vor allem nicht unterschätzen. Besonders dann nicht, wenn Kleinkinder oder Haustiere damit in Berührung kommen könnten.


Tulpen 

Tulpen sind vielseitig, und solche Blumen möchten viele Gärtner in ihrem Garten haben. Tulpen lassen sich fast überall hin pflanzen, sie erfreuen auch noch mit ziemlich bescheidenen Pflegeansprüchen - wenn Sie die richtige Sorte in Ihren Garten einladen. Neuerdings sind Wildformen wie Tulipa turkestanica, Tulipa saxatilis oder Tulipa clusiana sehr beliebt und attraktiv für Insekten. Sie neigen im überschaubaren Maß zum Verwildern und sind weniger anfällig gegenüber Mäusen als Hybriden.


Schachbrettblume 

Eine besonders schöne Zwiebelpflanze  ist die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris). Sie wird nicht sehr groß, ist aber anspruchsvoll: Sie braucht viel Licht und feuchten Boden. Man pflanzt sie auch in einen größeren Topf, der dann im Frühjahr auf der Terrasse steht (viel Licht) und den man besser  feucht halten kann (immer Wasser im Untersetzer). Nach der Blüte räumt man den Topf zur Seite, gießt ihn aber weiterhin, weil die Pflanzen sonst im kommenden Jahr nicht mehr blühen.


Winterling (Eranthis) 

Winterlinge sind die ersten Blüher und ähneln den Buschwindröschens, sind anspruchslos, wollen aber nicht unter Nadelbäumen wachsen! Sie brauchen durchlässigen Gartenboden, bestechen aber durch ihre leuchtend-gelben Blüten! Da der Winterling auch noch vor den Krokussen blüht, ist er wirklich eine der wenigen „Tankstellen“ für Hummeln im Frühjahr!


Blausternchen 

Die Blausternchen (Scilla) sind die Alternative zur Traubenhyazinthen, das strahlende Enzianblau erblüht unter Bäumen, wollen das ganze Jahr über feuchten, guten Gartenboden und keine Trockenperioden oder Starkfrost ohne Feuchtigkeit! Ansonsten sehr anspruchslos!

Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Krokusse, da diese zwar einerseits eine der bekanntesten, aber nicht immer die bewusst wahrgenommenen sind. 

Krokusse und andere Frühblüher als Bienenweide

Warum sind Frühblüher wie genau der Krokus so immens wichtig?

Vor allem Frühblüher wie der Krokus dienen im zeitigen Frühjahr den (Wild)-Bienen und anderen Insekten als erste wichtige Nahrungsquelle. Gerade völkerbildende Arten wie Honigbienen und Hummeln sind auf Frühblüher wie Krokusse und anderen angewiesen. Nektar und Pollen sorgen für den Aufbau und die Stabilisierung der Völker in einer schweren Zeit.

Frühlings-Krokusse erreichen einen hohen Nektarwert und einen mittleren Pollenwert. Obwohl bei uns nicht überall heimisch vorkommend, haben sie den Status 'einheimisch' erhalten. Die Attraktivität auch für viele Wildbienenarten ist hoch.


Welche Krokusse und andere, zu kombinierende Frühblüher sind insektenfreundlich?

Um ein vielfältiges Nahrungsangebot für Insekten schon im schon im zeitigen Frühjahr zu schaffen, eignen sich besonders Blumenzwiebeln und Knollen. Unter den Krokussen und Frühblühern gibt es besonders bienenfreundliche Sorten, die auch für das Beet, den Rasen oder die Blumenkiste geeignet sind. Krokusse pflanzen ist einfach und besondere Pflege benötigen sie auch nicht.

Der Krokus ist mal blau, violett, gelb, weiß oder gestreift und zählt zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). Es werden rund 100 Arten unterschieden, hinzukommen noch zahlreiche durch Kreuzung entstandene Hybriden. Heimat der Wildarten ist der Krokus-Gürtel, ein Gebiet von der Iberischen Halbinsel über Süd- & Mitteleuropa und Nordafrika sowie den Balkan bis hin zum Kaukasus und Westchina. Grundsätzlich teilt man die Gattung Crocus nach ihrer Blütezeit auf. Von Februar bis April blühen die Frühlings- oder Frühblüher und von September bis Oktober blühen die Herbstkrokusse oder Herbstblüher.

In unseren Gärten haben Kleiner Krokus, Elfen-Krokus und Frühlings-Krokus Einzug gehalten. Als besonders bienenfreundlich hat sich jedoch ein bunter Mix von frühblühenden Wildkrokussen bewährt.  


Eine Bienenweide aus Wildkrokussen gestalten:

Wildkrokusse des Frühlings, im Handel oft unter der Bezeichnung Botanische Krokusse bekannt, lassen sich in einem auch im Winter sonnig platzierten Beet mit durchlässigem Boden gut mit anderen Frühblühern kombinieren. Hierfür eignen sich andere besonders bienenfreundliche Frühblüher wie

  • Kegelblume (Puschkinia),
  • Blausternchen (Scilla),
  • Sternhyazinthe (Chionodoxa),
  • Traubenhyazinthe (Muscari).
  • Wildtulpe (kleinblumig),
  • Dichternarzissen (Wildformen)
  • Winterling (Eranthis)

Als schöne Augenweide wirkt ein bunter Krokus-Teppich unter Laubbäumen(nicht Nadelbäumen) oder Sträuchern. Die Zwiebelchen können aber auch einfach in den Rasen gepflanzt werden. Hierfür eignen sich bienenfreundliche Wildkrokusse am besten. Grundsätzlich die Zwiebel immer in Gruppen pflanzen, damit sie in so genannten Tuffs genügend Farbwirkung erzielen. Wildkrokusse haben den großen Vorteil, dass sie vermehrungsfreudig sind. So entsteht mit den Jahren ein phantastischer Krokusteppich im Frühjahr. Auch nach der Blüte vorsichtig mit dem Rasenmäher umgehen. Solange das Laub der Frühblüher noch grün ist, ist die Vermehrung noch nicht abgeschlossen. Schließlich will man im nächsten Frühjahr wieder einen Krokuswiese haben. Für Bienen weniger oder nicht empfehlenswert sind hingegen Züchtungen bzw. Hybriden und gefüllt blühende Arte.


Ist jeder Standort und Boden für Krokusse geeignet?

Ein sandig durchlässiger, nicht zu nasser Boden ist empfehlenswert und die Sonne ist wichtig. Schattenpflanzungen sind unter Nadelbäumen nur bedingt bis gar nicht geeignet.


Wie tief pflanzt man Krokusse und wie weit auseinander?

Prinzipiell pflanzt man Zwiebel doppelt so tief wie ihr Durchmesser, manchmal auch noch tiefer, der Abstand sollte ca. 10cm betragen.

Zwiebelgewächse gehören zu den interessantesten Gartenpflanzen. Im Herbst gepflanzt, sind sie im Frühjahr plötzlich da und sind noch dazu nützlich, nicht nur für das Auge des Menschen, auch als Nektarspender für Hummeln und Bienen!

zum Beitrag
Erde
Pflanzenschutz
18.3.2022
Die "richtige Erde" für meine Pflanzen

Aus einer Unzahl von angebotenen Marken an Blumenerden auszuwählen, ist schon schwer genug. Das richtige zu nehmen und das für die eigenen Pflanzen, welche ja auch Geld kosten, noch schwieriger. Auf den Inhalt kommt es an. Für jede Pflanze die richtige Erde, so könnte die Devise lauten. Was aber nicht bedeutet, dass man bei 10 Pflanzen 10 Erdensäcke zuhause liegen haben muss.

Gewöhnlicher Gartenhumus ist für eine Pflanzung in einem Topf kaum bis gar nicht geeignet. Für Pflanzungen direkt im Garten ist allerdings eine gute Gartenerde IMMER geeignet und sogar notwendig! 


Geht es auch ohne Torf im Garten und auf der Terrasse?

Torf sparen – „nur“ zum Schutz der Moore!?

Moore, speziell Hochmoore zu erhalten, gehören zu den größten Aufgaben des Klimaschutzes. Moore machen etwa drei Prozent der weltweiten Landfläche aus, speichern aber 30 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs – doppelt so viel wie alle Wälder zusammen. Moore werden entwässert, darauf gewachsener Torf wird gewonnen und verwendet für gartenbaulich genutzte Substrate.

Häufiger wird er als Heizmaterial gebraucht, was dem Ganzen einen noch negativeren Anstrich gibt. Wir zerstören unser funktionierendes Ökosystem nachhaltig, wenngleich der Raubbau nicht mehr in dem Maße stattfindet, wie er es vor 30-40 Jahren getan hat. Moore werden wieder rekultiviert, zumindest in wichtigen Produktionsländern wie Deutschland. 

Dennoch muss es uns zu denken geben und nach Alternativen Ausschau gehalten werden und dem Ganzen auch die Chance gegeben werden – zum Wohle unserer Nachkommen. Bis neues Moor entsteht, dauert es 40.000 Jahre und länger…

Es kommt auf jeden einzelnen an, sich Gedanken zu machen und an und mit Alternativen zu arbeiten, einige wenige zeigen, dass es möglich ist und die Qualität der Pflanzen nicht leidet, im Gegenteil.


Was sollte eine „normale“ Blumenerde beinhalten und welche Eigenschaften sollte sie haben?

Die Grundfarbe ist dabei nicht grau, sondern dunkelbraun, bisweilen fast schwarz, allerdings von guter, krümeliger Struktur. Sie kann einen geringen Anteil an Steinen und anderen Materialien aufweisen, aber nicht durchzogen. Schotter und dergleichen darf dann nur in Erde drin sein, die beispielsweise für „magere“ Beete bestimmt ist, wie z.B. Steingärten. Viele Pflanzen brauche ihr eigenes „Medium“, die meisten in unseren Breiten wachsen jedoch am besten in guter Gartenerde.

Meistens meinen die Gartenfreunde es mit ihren Pflanzen zu gut und übervorteilen sie!

Ohne Torf gezogene Pflanzen sind robuster, stabiler, weisen weniger Schädlinge auf und sind nachweislich resistenter gegenüber Hitze, Trockenheit und Kulturfehler.

Was ist drin im Erdensack anstatt Torf?

  1. Rindenhumus ist das Endprodukt kompostierter Rinde 
  2. (Grüngut) Kompost sollte nur bis zu 25 % im Substrat verwendet werden, speziell hauseigener. Es sind meist viel zu hohe Salzgehalte enthalten und es kann zu starken Missbildungen der Pflanzen kommen. Grünkompost, also jener aus Grünschnitt, wird speziell zur Bodenverbesserung verwendet. Aufgepasst auf Unkrautsamen!  
  3. Holzfaser ist aufgefasertes Nadelholz, welcher unter starkem Maschineneinsatz hergestellt wird und als echter Torfersatz zu sehen ist, besonders was seine stabile und faserige Struktur angeht.
  4. Zuschlagstoffe wie Biodünger (Schafwollpellets!), dienen der Ernährung und der guten Wasserspeicherung.
  5. Kokosfasern/Kokosmark: aus der Hülle der Kokosnuss, beste Eigenschaften als Torfersatz, aber der ökologische Fingerabdruck (Import aus Sri Lanka usw.) macht zu schaffen….
  6. Miscanthus-Schilf ist ein nachwachsender, auch in Österreich erzeugter Rohstoff, der vereinzelt auch schon in Substraten verwendet wird.
  7.  Regenwurmhumus wird gemein hin auch als „Bodengold“ bezeichnet und kann zur Verbesserung der Wasser- und Nährstoffaufnahme mit eingemischt werden. Man kann in so genannten Wurmkisten auch selbst zuhause herstellen und ist geruchlos, aber ungeheuer wertvoll, weil er zum Wertvollsten zählt, was die Natur zurückgibt!      

Aus einer Unzahl von angebotenen Marken an Blumenerden auszuwählen, ist schon schwer genug. Das richtige zu nehmen und das für die eigenen Pflanzen, welche ja auch Geld kosten, noch schwieriger.

zum Beitrag
Gartenarbeit
Pflanzen schneiden
11.3.2022
Was es um diese Zeit im Garten zurückzuschneiden gilt...

Der Rückschnitt bei Ziersträuchern ist nämlich kein Faktum, das passieren MUSS wie z.B. bei Obstgehölzen, um den Ertrag zu steigern. Er stellt lediglich Verjüngung der meist starkwüchsigen Pflanze in Kombination mit einer Verbesserung des Blühverhaltens dar.

Eines steht fest: Schnitt bedeutet Wachstum! Alles, was beschnitten wird, wächst in Folge noch stärker!

 

Schnittverhalten allgemein:

Prinzipiell unterscheidet man zwischen Frühjahrs-, Frühsommer- und Sommerblühern. Für den Schnitt ist nämlich der Zeitpunkt der Blütenanlage und der Blüte beim jeweiligen Gehölz ausschlaggebend.

  1. Frühjahrsblüher: bilden ihre Blüten an der Spitze und entlang der Vorjahrstriebe aus bzw. wie bei manchen Forsythien Sorten entlang der 2-jährigen Ruten.
  2. Frühsommerblüher: bilden ihre Blüten an kurzen Neutrieben des vorjährigen Holzes aus (Weigele, Deutzie, Pfeifenstrauch).
  3. Sommerblüher: bilden ihre Blüten an der Spitze und entlang der Neutriebe des diesjährigen Holzes aus (Sommerflieder, Trompetenstrauch, Rispenhortensie).

 

1) Frühjahrsblüher:

Der Schnitt ist, wenn man keinen herben Verlust der Blüte in Kauf nehmen möchte, natürlich nicht im Herbst/Winter durchzuführen, sondern ausschließlich unmittelbar nach der Blütezeit. Hier kann der Schnitt die Üppigkeit des Wachstums bremsen oder wie beim Mandelröschen ein Vergreisen des Holzes verhindern.

Beispiele:

1. Forsythien: Die stärksten, alten, basalen Langtriebe werden entfernt. Schwächere Langtriebe können belassen werden. 2-jährige Ruten ebenfalls noch nicht entfernen, da sie oft im 2. Jahr noch schöner blühen.

2. Flieder: Ist fast am schwierigsten zu schneiden, ohne die Blüte zu verlieren. Am besten entfernt man unmittelbar nach der Blüte alles Verblühte. Darunter bilden sich nämlich starke Neutriebe mit Endknospen für das nächste Jahr. Bei stärkerer Verjüngung schneidet man sonst im Winter etappenweise zurück und zwar auf junge Stammaustriebe oder starke Stammknospen. Der ganze Strauch gehört geschnitten, weil sonst nur unbeschnittene neue Blüten erzeugen.

3. Blutjohannisbeere: Steht auch für andere Frühjahrsblüher - obwohl sie auf einjährigen und mehrjährigen Trieben blüht - jährliches Zurücksetzen älterer Triebe auf jüngeres Holz ist notwendig!

Allgemein entwickeln Frühjahrsblüher ihre Blüten häufig auf 2-jährigen Kurztrieben, daher ist es wichtig, bei dünnen, jährigen Ruten auf untere starke Auge zu schneiden, damit die Wüchsigkeit gebremst und auf starke Formen Rücksicht genommen wird. Viele dieser Blüher wie Magnolien, Schneebälle, Zierkirschen und mehr müssen oft gar nicht geschnitten werden. Man braucht oft nur auslichten.

 

2) Frühsommerblüher:

Diese würden, nach der Blüte geschnitten, nurmehr sehr schwache Neutriebe ausbilden. Triebkraft und Blühwilligkeit würden extrem drunter leiden. Daher lichtet man solche Sträucher lediglich im Winter aus oder verjüngt die Pflanzen auf junge, starke, basale oder vom Stamm abgeleitete Seitentriebe (Deutzie, Weigele...)

 

3) Sommerblühende Sträucher (nicht Bäume!):

Zum Beispiel Campsis (Trompetenblume), Sommerflieder, Bartblume usw. müssen erst im Frühjahr auf basale Augen stark zurückgeschnitten werden. Schneidet man nicht und die Pflanze friert nicht zurück, bildet sie ohnehin wieder ganz starke Triebe aus, die halt dann im Jahr darauf zurückfrieren. Dann ist der Neu Trieb nach dem Schnitt aber bedeutend schwächer. Daher besser jährlich zurückschneiden, auch wenn die Pflanze nicht zurück friert! Je stärker zurück geschnitten wird, desto williger wächst und blüht der Strauch!

 

ROSENSCHNITT:

Beet- und Edelrosen: kürzt man im Herbst um die Hälfte ein, um Triebbruch zu verhindern. Im Frühjahr kürzt man dann starkwüchsige Sorten auf 5-8 Augen, schwachwüchsige auf 3-5 Augen ein.

Kletterrosen: Hier lässt man die Haupttriebe stehen, weil sie an den Kurzruten der alten Triebe blühen. Die Triebe dieses Jahres werden dann stark eingekürzt und alle paar Jahre überhaupt entfernt, weil sie vergreisen und an Blühkraft stark nachlassen. Die Hoffnung ist dann, dass die daran befindlichen bei Knospen durchtreiben.

Strauchrosen: Hier entfernt man meist nur totes Holz. Verjüngung ist hier sehr hilfreich, aber schmerzhaft.

 

STAUDENSCHNITT:

Der Rückschnitt bei Stauden im Frühjahr ist ein relativ einfacher, da er zwar einerseits individueller, aber andererseits auch leichter durchzuführen ist.

Die meisten Gartenbesitzer schneiden abgeblühte Stauden wie Rittersporn, Phlox, Sonnenhut, Farne, Gräser und dgl. bereits im Herbst zurück und entfernen das Schnittgut, weil es optisch einfach ansprechender aussieht. Grundsätzlich wäre es aber besser, die Pflanzen, die im Winter abgestorbenen Teile im Frühjahr zurück zu schneiden. Warum? Höhere Winterhärte durch Eigenschutz und der Vorteil, dass viele Nützlinge im Pflanzendickicht überleben können. 

  1. Gräser, Farne: schneidet man fast bodengleich zurück.  
  2. Sommerblühende Stauden: Verdorrtes zurückschneiden, ruhig gröber „hineinfahren“.
  3. Frühjahrsblüher: Kann man z.T. im April noch durch führen, sollte dann aber mit Vorsicht getan werden.
  4. Johanniskraut und Lavendel: gelten als Staude, sind aber Halbsträucher, die im Frühjahr bis zu 2/3 zurück geschnitten werden dürfen, ohne Schaden zu erleiden.
  5. Auflockern des offenen Bodens zwischen den Pflanzen im Staudenbeet ist sinnvoll, sollte 2-3 x im Jahr gemacht werden.
     

Der Rückschnitt bei Ziersträuchern ist nämlich kein Faktum, das passieren MUSS wie z.B. bei Obstgehölzen, um den Ertrag zu steigern.

zum Beitrag
Terrasse
Eingangsbereich
Frost
4.3.2022
Was man jetzt schon "hinaustun" darf und was nicht

Wir machen – dem sehr schönen, aber leider – für Gartenfreunde – saukalten Wetter geschuldet eine kleine Tour durchs Pflanzenreich, was man denn schon rausstellen bzw. rauspflanzen kann.

Wie viele Minusgrade halten welche Blumen, Kräuter und Gemüse aus und wie kann man sie schützen wenn es solche Temperaturen gibt?

 

Voraussetzungen zur Pflanzung ins Freie:

Der Boden sollte gelockert, vorbereitet und nötigenfalls mit frischer Pflanzerde aufgebessert werden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Boden nicht mehr so stark gefroren, also „offen“ ist… daran scheitert es im Augenblick, das kann um diese Zeit durchaus vorkommen. Wir waren es aber schon anders gewöhnt, nämlich, dass es Ende Feber schon frühlingshaft war in den vergangenen Jahren. Und man muss schon einen Wasseranschluss haben, um die Pflanzen zu gießen.

Für die empfindlicheren unter den Pflanzen ist aber IMMER ein Vlies parat zu halten, nötigenfalls die eine oder andere Nacht noch rein ins kalte Vorzimmer….

 

Machen wir die Kategorien wie folgt durch:

1. Blumen (Primeln, Narzissen, Stiefmütterchen, Nelken, Gänseblümchen, Goldlack, Tulpen….)

2. Stauden, Bäume und Sträucher wie zB Obstbäume, Blütensträucher, Blütenstauden (Polsterstauden, Steingartenpflanzen)

3. Kräuter und Gewürze (Thymian, Rosmarin, Salbei, Bohnenkraut, Rucola, Basilikum)

4. Gemüse (Salatpflanzen, Kohlgemüse, Mangold….)

5. Kübelpflanzen (Oleander, Margeriten)

 

1. Blumen:

Aus dem Gewächshaus stammende können, je nach Abhärtungsgrad schon ohne weiteres ins Freie, lediglich Temperaturen unter MINUS 5°C setzen den geöffneten Blüten, nicht den Knospen oder Pflanzen selbst zu. Steifmütterchen, Narzissen können also bereits problemlos ins Freie. Es ist immer besser, Freiland taugliche Pflanzen ins Freie zu geben und nicht im warmen Zimmer zu verweichlichen. Notfalls immer ein Vlies parat halten, das zahlt sich schon aus! Viele pflanzen sich auch Schalen bei Eingängen, Vorgärten, Gräber, das geht IMMER.

2. Stauden und Bäume:

Diese können IMMER ins Freie, sind meist unbelaubt bei Obst und Sträuchern, kurz vor dem Austrieb. Da ist es NULL Problem, auch eine Magnolie, ein Schneeball, alles winterfest und abgehärtet. Himbeeren, Erdbeeren, alles darf bereits raus, aber – stimmt – der gefrorene Boden. Pickeln sollte man nicht müssen.

3. Kräuter:

Mediterrane, meist winterfeste Kräuter und Gewürze wie Rosmarin, Thymian, Salbei, Bohnenkraut, Oregano etc. dürfen selbstverständlich schon raus, auch Schnittlauch, Rucola und Petersilie. Basilikum, Majoran, Dille oder Kerbel sollte noch nicht raus denn dafür ist es definitiv zu früh. Aber so ein Kräuterkistl vermittelt schon fast Sommergefühle und die ersten Kräutlein sind immer die gschmackigsten.

4. Gemüsepflanzen:

Der frühe Vogel fängt den Wurm, wie es heißt. Wenn man früher anfängt, hat man beste Chancen auf den besten Salat des Jahres, weil im Frühjahr dieser am besten wird, die meisten Inhaltsstoffe hat. Eichblattsalate und Lollos sind die härtesten (bis minus 5°C), Kopfsalat, Eissalat, Romanischer oder Pflücksalate brauchen Vlies, ein Frühbeet oder ein geschütztes Hochbeet. Kohlgemüse wie Kohlrabi und Co. brauchen auch noch leichten Vliesschutz, aber gerade sonnige Standorte bieten hier schon tollen Schutz, gepaart mit Vliesabdeckung und nach 45-50 Tagen gibt das einen knackigen Kohlrabi. Auch Mangold darf schon raus, Sellerie oder Rohne besser noch nicht.

 

5. Kübelpflanzen:

Margeriten oder Oleander dürfen noch nicht raus und wenn, dann bitte nur geschützt an der Hauswand. Möglich sind Freilandpalmen oder Oliven, Zitrus leider definitiv noch nicht, wäre auch schade um die reifenden Früchte. Aber bitte nicht bis Mitte Mai warten, Kübelpflanzen kann man schon im April vielerorts zum Abhärten ins geschützte Freie rausstellen, sprich an die Hausmauer, Pergola etc.

Wir machen – dem sehr schönen, aber leider – für Gartenfreunde – saukalten Wetter geschuldet eine kleine Tour durchs Pflanzenreich, was man denn schon rausstellen bzw. rauspflanzen kann.

zum Beitrag
Gemüsepflanzen
Kräuter
Gewürze
25.2.2022
Rucola – Gemüse? Gesundes Kräutlein? Gewürz?

Egal ob auf Pizza, im Pesto oder als Salat – Rucola erfreut sich großer Beliebtheit. Der dunkelgrüne Blattsalat mit dem würzigen Geschmack ist aber nicht nur markanter Bestandteil vieler Rezepte, sondern auch gesund.

Was ist Rucola?

Unter dem italienischen Namen Rucola oder dem deutschen Namen Rauke (Rukola – neue Schreibweise!) werden unterschiedliche Arten von Kreuzblütengewächsen zusammengefasst:

Schmalblättriger Doppelsame (Diplotaxis tenuifolia):

wird auch als Wilde Rauke bezeichnet. Diese wird am häufigsten angeboten! Die Blätter sind klein, schmal, gezahnt und schmecken intensiv. Sie ist zweijährig, das heißt sie überwintert einmal GUT, dann verliert sie an Geschmack und Würzigkeit und ist nimmer schön. Blütezeit Mai bis September.

Garten-Senfrauke (Eruca sativa):

Sie hat größere Blätter, die vor allem zum Blattende hin auseinander gehen. Aus den Samen wird auch Öl gewonnen. Sie ist voll winterhart und wird, wenn man nicht erntet 50cm hoch und „pletschig“

Mauer-Doppelsame (Heimische Wildform einer Diplotaxis):

Die Blätter sind schmaler und kleiner. Sie wird auch Acker-Doppelrauke genannt, kommt am Wegesrand vor, schmeckt scharf, hat aber wenig Ertrag und ist nicht gartentauglich. Wilder Rucola wächst vor allem in Italien, Frankreich und Griechenland. Man findet Rucola dort aber genauso als Kulturpflanze.

Wie gesund ist Rucola?

Wie die meisten anderen Kreuzblütengewächse (wie beispielsweise Kohl) enthält Rucola sehr viele Nährstoffe, insbesondere im Vergleich zu anderen Salaten. Zudem kommt Rucola auf nur etwa 28 Kalorien pro 100 Gramm. Rucola enthält vor allem Antioxidantien (schützen vor sogenannten "freien Radikalen"), Magnesium, Vitamin E, Kalzium, Kalium und Senfölglucoside (entzündungshemmend).

Nachteil: Rucola kann vor allem im Winter Nitrat aus dem Boden anreichern, weshalb der Salat nicht uneingeschränkt als gesund gilt.

Wann ist Rucola „ungesund“?

Grundsätzlich ist Rucola nicht giftig, sondern gesund. Häufig enthält er jedoch recht hohe Mengen an Nitrat. Dieses entsteht, wenn Mikroorganismen beispielsweise Dünger im Boden zersetzen. Der Rucola nimmt Nitrat über seine Wurzeln auf und speichert es. Ein Mensch mit 80kg Körpergewicht sollte nicht mehr als 50g Rucola/Tag essen.

Dies kann aber auch in unterschiedlichen Konzentrationen bei anderen Blattsalaten der Fall sein. Salate sind besonders betroffen, da Nitrat vor allem in den Blättern und Stielen einer Pflanze gespeichert wird. Bio-Rucola ist aufgrund anderer Stickstoffaufnahme weniger Nitrat-trächtig!

Prinzipiell ist Nitrat nicht ungesund. Jedoch kann es beispielsweise durch den Kontakt mit Bakterien in Mund oder Magen zum Teil zu Nitrit umgewandelt werden. Nitrit nimmt Einfluss auf den Blutfarbstoff Hämoglobin.

Je nach Art des Anbaus (konventionell oder ökologisch) kann Rucola zudem, wie andere Lebensmittel auch, unterschiedlich stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet sein.

Worauf sollte man beim Kauf von Rucola achten?

Wichtig ist zum einen die Farbe der Blätter. Sie sollten keine braunen Ränder oder gelbe Flecken aufweisen, sondern noch völlig grün sein. Auch wenn die Blätter welk wirken, ist der Salat nicht mehr saftig und frisch. Die Größe der Blätter gibt Aufschluss über den Geschmack: Je größer die Blätter, desto intensiver ist er. Große Blätter schmecken beim Rucola deshalb oft etwas bitter.

Wie bewahrt man Rucola auf?

Am besten sollten Sie Rucola nach dem Kauf direkt verwenden und nicht lange aufbewahren. Wollen Sie Rucola lagern, dann idealerweise im Kühlschrank, denn so hält er sich am längsten. Eingewickelt in feuchtes Küchenpapier bleibt er circa drei Tage frisch. Die gekühlte Lagerung vermindert zudem die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit in der Pflanze.

Rucola kann man leider nicht einfrieren. Wie andere Blattsalate auch erhält er nach dem Auftauen eine matschige Konsistenz.

Auch die Samen von Rucola sind essbar. Sie lassen sich wie Senfkörner verwenden, beispielsweise gemahlen zum Würzen von Saucen.

Rucola selbst anbauen

Rauke lässt sich sehr leicht auch im eigenen Garten oder einem geeigneten Topf anbauen. Die Aussaat der Rucola-Samen kann von Feber bis September erfolgen. Die Pflanze keimt bereits bei 15 bis 20 Grad– vorkultiviert im Gewächshaus oder dann später direkt ausgesät. Sandig-lehmiger Boden und ein Standort in Sonne oder Halbschatten sind ideal.

Nach nur drei Wochen im Sommer beziehungsweise etwa sieben Wochen im Frühling und Herbst kann man Rucola ernten. Wenn man die Blätter nicht zu tief abschneidet, wächst Rucola nach und kann bis zu dreimal/Jahr und im Folgejahr weiter geerntet werden.

Fazit: Rucola in Maßen genießen

Rucola enthält im Vergleich zu den meisten anderen Blattsalaten hohe Mengen an wertvollen Inhaltsstoffen, wie Kalium, Magnesium oder Vitamin E, und ist mit seinem würzigen Geschmack eine Bereicherung für viele Gerichte.

Allerdings kann der Salat in Blättern und Stielen auch hohe Konzentrationen von Nitrat anreichern, das in umgewandelter Form und in größeren Mengen für den Menschen schädlich sein kann.

In Maßen genossen ist der würzige Rucola also eine gute und gesunde Ergänzung für viele Mahlzeiten. Durch seinen intensiven Geschmack reichen oft auch kleinere Mengen aus, um ein Gericht zu bereichern.

Egal ob auf Pizza, im Pesto oder als Salat –Rucola erfreut sich großer Beliebtheit. Der dunkelgrüne Blattsalat mit dem würzigen Geschmack ist aber nicht nur markanter Bestandteil vieler Rezepte, sondern auch gesund.

zum Beitrag
Aussaat
Gemüsepflanzen
18.2.2022
Frühbeet – altmodisch oder neu entdeckt?

Seit dem Hochbeet-Hipe scheint es, als ob auch Beete, die Gemüsearten zum Verfrühen bringen – sogenannte Frühbeete – ebenso eine Renaissance. Es ist so simpel und kann wirklich viel Freude und Ertrag bringen, je nach Lage und Ausführung, Wetter und Anstrengung.

Vorteile eines Frühbeets

Mit einem Frühbeet dauert das Gartenjahr fast 365 Tage.

Es kann bereits im zeitigen Frühjahr zur Vorkultur von verschiedenen Gemüsearten genutzt werden, eignet sich aber auch zur Dauerkultur von Obst (Erdbeeren) und Gemüse (Kohlarten, Pflücksalat, Vogerlsalat etc.). Es bringt selbst im Winter Erträge ein – können darin doch zum Beispiel Wintersalate angebaut werden. Zudem sind diese niedrigen „Miniatur-Gewächshäuser“ in der Regel sehr einfach herzustellen, dazu kostengünstig und finden auch in kleineren Gärten Platz. Je nach Modell können sie problemlos versetzt oder abgebaut und vorübergehend verstaut werden.

 

Frühbeet-Modelle

Für welches Modell man sich letztendlich entscheidet, ist abhängig davon, wofür man das Frühbeet verwenden will und wieviel Platz vorhanden ist. Frühbeete aus Holz haben den Vorteil, dass man sie nach der Anzucht-Saison einfach abbauen und bis zum nächsten Frühjahr im trockenen lagern kann. Massive Frühbeete, beispielsweise aus Mauersteinen, halten zwar viel länger, aber ihr Standort will wohl überlegt sein. Sie lassen sich nicht so ohne weiteres versetzen.

 

Bausatz oder Eigenbau?

Bausätze, aus denen sich ein Frühbeet rasch aufbauen lässt, werden mittlerweile so preiswert angeboten, dass die früher üblichen Eigenkonstruktionen immer seltener zu finden sind. Wer jedoch ein stabiles Frühbeet aus einem kräftigen Holzrahmen vorzieht, weil es zum Beispiel im Garten weniger aufdringlich wirkt, bleibt beim Selbstbau.

Die einfachste Variante besteht wie gesagt aus einem flachen Holzrahmen, der zu einer der beiden längeren Seiten nach unten hin abgeschrägt ist. Mit dieser Seite wird das Frühbeet beim Aufstellen nach Süden ausgerichtet. Als Abdeckung dient ebenfalls ein Holzrahmen. Er wird mit robuster, transparenter Folie bespannt und mit Scharnieren an der hinteren, höheren Holzwand befestigt. Etwas teurer ist ein Deckel aus Polycarbonat-Stegdoppelplatten. Die Anschaffung lohnt trotzdem, da diese wesentlich robuster sind und besser gegen Kälte isolieren. Wie beim Gewächshaus kann zwar die Wärmestrahlung in das Frühbeet eindringen, die von der Erde abgestrahlte Wärme wird aber rein durch die Abdeckung im Frühbeet festgehalten.

Materialien und Maße

Für ein Standard-Frühbeet eignet sich mindestens 20 Millimeter starkes Fichtenholz sehr gut. Besser noch ist fäulnisbeständigeres Holz wie beispielsweise Lärche oder gar Zirbe.

In jedem Fall sollte es vorab mit einem pflanzenverträglichen, aber natürlichem Holzschutzmittel behandelt werden. Die Höhe des Holzrahmens sollte je nach Verwendungszweck vorne mindestens 35 Zentimeter, hinten 50 Zentimeter betragen. Wenn das Frühbeet nicht nur für die Jungpflanzenanzucht verwendet wird, kann der Rahmen auch noch höher sein. Die schräge Form ermöglicht eine bessere Lichtausnutzung.

Die Tiefe des Frühbeets sollte einen Meter (lieber eben nur 35-40 cm) nicht überschreiten, damit man von vorne auch noch an die hinteren Pflanzen herankommt. Die Länge kann individuell gewählt werden. Ein Längenmaß von 1,5 bis 2 Meter bietet immerhin 1,5 bis 2 Quadratmeter Anbaufläche. Für die ersten Salate und Radieschen genügt das schon.

Der optimale Standort

Frühbeete funktionieren im Grunde wie Miniatur-Gewächshäuser. Die Wärme entsteht entweder über eine Naturheizung (Mistpackungen) beziehungsweise über das eingefangene Licht. Frühbeete sollten im Garten also immer an einem sonnigen Platz stehen. So können sie das noch schwache Licht zu Beginn der Gartensaison bereits voll ausnutzen und auch im Winter noch von der natürlichen Sonneneinstrahlung profitieren.

Naturheizung für das Frühbeet

Wer besonders früh aussäen will, kann sein Frühbeet mit einer Art „Naturheizung“ ausstatten. Dazu wird der Boden im Beet etwa 40 Zentimeter tief ausgehoben und anschließend eine etwa 20 Zentimeter hohe Schicht Pferdemist eingefüllt. Wenn es sich um reinen Pferdemist ohne Stalleinstreu handelt, sollte man ihn zuvor im Verhältnis von etwa 1:1 mit Stroh oder Laub mischen. Diese Schicht deckt man mit einer ebenfalls 20 Zentimeter hohen Schicht Gartenerde ab, die vorher mit etwas Pflanzerde oder Kompost angereichert wurde. Die Mikroorganismen beginnen umgehend mit der Zersetzung des stickstoffreichen Pferdemists und entwickeln dabei Kohlendioxid und Wärme. Beides dringt durch die obere Bodenschicht und bietet den ausgesäten Jungpflanzen optimale Bedingungen zum Keimen und Wachsen – selbst wenn draußen noch Schnee liegt.

Bis die obere Bodenschicht nach dem Einfüllen des Pferdemists gut durchgewärmt ist, vergeht etwa eine Woche – danach kann man mit der Aussaat beginnen.

 

Schon zeitig reift das erste Frühgemüse heran, mindestens vier Wochen früher als im Freiland. Bevorzugt pflanzt man darin Salat, Spinat, Kohlrabi, Radieschen und Kräuter. Mit einem Frühbeet beginnt die Gartensaison je nach Region und Witterung bereits normalerweise im Februar, spätestens aber im März.

Es können erste frostempfindliche Jungpflanzen vorgezogen werden, um dann später im Gemüse- oder auch im Blumenbeet ausgepflanzt zu werden.

Im Sommer lässt sich das Frühbeet für die Kultur von Paprika, Melanzani, Gurken, Zucchini oder sogar Melonen nutzen. Im Winter wachsen dort dann die Wintergemüsearten wie beschrieben.

Viele Gartenbesitzer nutzen ihr Frühbeet auch für die Aufzucht von Sommer-Gemüse-Arten mit langer Kulturdauer, die nach der Aussaat noch einmal pikiert und ins Gartenbeet umgesetzt werden. Dazu zählen zum Beispiel Tomaten, Gurken, Paprika und alle Arten von Kohl.

Seit dem Hochbeet-Hipe scheint es, als ob auch Beete, die Gemüsearten zum Verfrühen bringen – sogenannte Frühbeete – ebenso eine Renaissance.

zum Beitrag
Blumen / Blüten
Frühling
11.2.2022
Blumenzwiebeln – bekanntere wie seltenere Arten

Den Temperaturen zufolge und der wachsenden und wachstumsfördernden Kraft der Sonne zu verdanken, sprießen an manchen Stellen im Garten und auf der Terrasse – sofern man welche im Herbst gepflanzt hat – Blumenzwiebeln hervor.

Auch wenn das Wetter phasenweise noch dem Winter den Vorzug gibt, so gehen mit dem Erwachen dieser Sprösslinge auch die Wildbienen und Hummeln einher. Diese suchen jene Blüten als Nahrungsquelle, zusätzlich zum Nahrungsangebot aus den Winterblühern wie Palmkatzln und Co.

Wichtig sind mittlerweile die Wild- und Ursprungsformen der Blumenzwiebel-Blüher und weniger deren hochgezüchteten Sorten!

 

Zwiebelgewächse gehören daher zu den interessantesten Gartenpflanzen.

Im Herbst gepflanzt, sind sie im Frühjahr plötzlich da und sind eben noch dazu nützlich, nicht nur für das Auge des Menschen sondern auch als Nektarspender und wahre Kraftquelle für Hummeln und Wildbienen!  Zu den angesprochenen gehören Tulpen, Narzissen, Kaiserkronen, Schneeglöckchen, Krokusse und viele andere, eher seltene wie die Schachbrettblume, der Winterling, die Blausternchen und andere.

Diese Zwiebeln sind winterhart. Sie können einmal gepflanzt viele Jahre in der Erde bleiben. Von einigen haben wir hier Bilder aus dem Netz kopiert zum besseren Verständnis. Hier einige Beispiele wie die Schachbrettblume, Schneeglöckchen, Traubenhyazinthen, oder auch Märzenbecher bzw. Wildtulpen/Wildnarzissen:

 

Der streng unter Naturschutz stehende Märzenbecher (Leucojum vernum), der oft mit dem Schneeglöckchen verwechselt wird, gehört zur Familie der Amaryllisgewächse und bildet unterirdische Zwiebeln aus. Die Pflanze besitzt im Unterschied zum Schneeglöckchen gleichlange Blütenblätter und ihre Blütenglöckchen sind viel größer. Sie sind im Halbschatten an geschützten Plätzen sehr beliebt.

Die Traubenhyazinthe (Muscari) ist ein blauer Farbtupfer innerhalb eines sattgrünen Blumenbeetes. Mit der Traubenhyazinthe können im heimischen Garten leicht dekorative und stilvolle Akzente gesetzt werden. Anspruchslos und robust, finden auch Anfänger schnell Gefallen an dem Gewächs. Wenn die Traubenhyazinthe an einem optimalen Standort ungestört gedeihen darf, funktioniert auch die Vermehrung von selbst und sie verwildern im Garten, besonders unter Laubbäumen. 

Die Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) ist eine imposante Zierpflanze,  die in jedem Garten durch ihre markante Krone an der sich glockenartige Blüten bilden zum wahren Blickfang wird. Mit ihren prachtvollen Blüten die in verschiedenen Farben erstrahlen präsentiert sie sich oft als Einzelpflanze oder in Gruppen majestätisch in Staudenbeeten und Rabatten.

Der Zierlauch (Allium) gehört zweifellos mit seinen wunderschönen, großen Blütenbällen, die auf den kraftvollen Stielen zu schweben scheinen, zu den wirkungsvollsten und imposantesten Blumenzwiebeln im späteren Frühjahr. Jede einzelne Blütenkugel setzt sich aus zahlreichen, perfekt geformten und filigranen Sternenblüten zusammen, die in faszinierenden Farbtönen erstrahlen. Die Eigenschaft, dass zugleich mit dem Aufblühen der Blüte das Laub vergilbt, ist ein Manko, aber die Natur lässt sich nicht beeinflussen. Sie ist auch auf sonnigen, trockenen Standorten zuhause, bevorzugt jedoch leicht geschützte, bei hohen Arten auch windgeschützten Orte.

Die Narzissen (Osterglocken) gehören mit zu den ersten Frühlingsblühern des Jahres. Osterglocken werden in heimischen Gärten kultiviert und als Vorboten der warmen Jahreszeit geschätzt. Dabei sind die Blumen auch noch überaus leicht zu kultivieren und zaubern in Töpfen einen bunten Frühlingsgruß auf den Balkon und in den Garten.

Krokusse gehören neben Schneeglöckchen, Primeln und Osterglocken zu den bekanntesten Frühblühern. Bereits ab Ende Januar schauen die ersten Krokusspitzen aus der Erde und streben der Sonne entgegen. Mit ihren bunten Knospen, läuten die kraftvollen kurzstieligen Liliengewächse den Frühling ein. Sie kommen in fast allen Regionen mit gemäßigtem Klima vor.

Tulpen sind vielseitig, und solche Blumen möchten viele Gärtner in ihrem Garten haben. Tulpen lassen sich fast überall hin pflanzen. Sie erfreuen auch noch mit ziemlich bescheidenen Pflegeansprüchen - wenn Sie die richtige Sorte in Ihren Garten einladen. Wildtulpen sind Schönheiten, die bisher nicht so angenommen wurden, aber immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Eine besonders schöne Zwiebelpflanze ist die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris). Sie wird nicht sehr groß, ist aber anspruchsvoll. Sie braucht viel Licht und feuchten Boden – man pflanzt sie auch in einen größeren Topf, der dann im Frühjahr auf der Terrasse steht (viel Licht) und den man besser feucht halten kann (immer Wasser im Untersetzer). Nach der Blüte räumt man den Topf zur Seite, gießt ihn aber weiterhin, weil die Pflanzen sonst im kommenden Jahr nicht mehr blühen.

Winterling (Eranthis) sind die ersten Blüher und ähneln den Buschwindröschens. Sie sind anspruchslos, wollen aber nicht unter Nadelbäumen wachsen! Sie brauchen durchlässigen Gartenboden und bestechen durch ihre leuchtend-gelben Blüten! Da der Winterling auch noch vor den Krokussen blüht, ist er wirklich eine der wenigen „Tankstellen“ für Hummeln im Frühjahr!

Die Blausternchen (Scilla) sind die Alternative zur Traubenhyazinthen. Das strahlende Enzianblau erblüht unter Bäumen. Sie wollen das ganze Jahr über feuchten, guten Gartenboden und keine Trockenperioden oder Starkfrost ohne Feuchtigkeit. Ansonsten sind sie sehr anspruchslos.

Der Frühling naht und mit ihm die ersten Vorboten: Blumenzwiebeln – bekanntere wie seltenere Arten

zum Beitrag
Zimmerpflanzen
Giftige Pflanzen
4.2.2022
Giftpflanzen im Haus

Viele Pflanzen, mit denen man sich im Alltag umgibt, bergen kleinere oder größere Gefahren in sich und man ist sich dessen meist nicht bewusst. Pflanzen können gut riechen, attraktives Äußeres haben und auch schönen Beerenschmuck tragen, der besonders für Kinder, aber auch Haustiere interessant scheint. Und da kann es zu Vergiftungsunfällen kommen.

Nach Unfällen mit Haushaltschemikalien (Putz- und Waschmittel) und Arzneimitteln (meist flüssiger Natur) sind Pflanzen die häufigste Ursache für Vergiftungsunfälle im Haushalt.

 

Warum sind Pflanzen überhaupt giftig?

Das ist eine Art Abwehrmechanismus, den die Pflanzen aufgebaut haben, sei es durch giftige Inhaltsstoffe, aber auch durch Dornen, Stacheln und auch Behaarungen, die aggressiv auf die menschliche Haut wirken und dadurch verbrennungsähnliche Ausmaße annehmen kann.

Pflanzen können nicht wie Menschen oder Tiere den Standort verlassen. Sie können sich somit auch nicht wehren und müssen auf Inhaltsstoffe als Überlebens- und Fortpflanzungssinn zurückgreifen. Tiere sind hier instinktiver als Menschen, die mehr oder weniger keinen natürlichen Instinkt diesbezüglich besitzen.

Es heißt nämlich auch nicht, dass Mensch und Tier auf dieselben Pflanzen allergisch reagieren. Eine Ziege kann z.B. eine Herbstzeitlose fressen, es passiert nichts. Wenn ein Mensch das tut, kann er daran sterben.

 

Beispiele für „giftige“ Zimmerpflanzen:

  1. Amaryllis: Die Zwiebeln sollen nicht gegessen werden, sie verursachen rasch Übelkeit mit Erbrechen.
  2. Clivia: Der Pflanzensaft bewirkt bei Kontakt Hautreizungen, der Verzehr Schweißbildung, Erbrechen, Übelkeit.
  3. Philodendron und Aronstabgewächse: Wie eben die meisten Aronstabgewächse bei Verzehr krampfbildend, verursacht starken Harndrang und Reizungen der     Schleimhäute.
  4. Passionsblume: Die Blüten können das zentrale Nervensystem lähmen.
  5. Ficus: Entgegen anders lautenden Meinungen sind Gummibäume nicht sehr giftig. Der Milchsaft kann mäßig reizen, der Verzehr der Blätter bewirkt starke     Bauchschmerzen.
  6. Flamingo (Anthurium): Wenn der Saft der Laubblätter in die Augen kommt, kann das zu Reizungen führen. Man bekommt bei Verzehr auch Schluckbeschwerden.
  7. Wüstenrose (Adenium): Sie ist giftig wie der Fingerhut, besonders die Blätter. Sie kann sogar zum Herztod führen!
  8. Weihnachtsstern: Er ist weniger giftig als allgemein angenommen. Man muss 72 Weihnachtssterne auf einen Satz essen, um zu sterben und das tut wohl     niemand!
  9. Zyklame: Als beliebte Winter-Zimmerpflanze ist die Knolle derselben giftig und verursacht starke Magenkrämpfe und Darmbeschwerden.
  10. Mistel: Die Blätter und Stängel sind bei Verzehr nicht gerade darmfördernd. Misteln kommen gerade in der Adventszeit im Zimmer zur Verwendung.
  11. Efeu: Die Beeren sind giftig, kommen aber im Raum kaum mal zum Fruchten. Der Puls steigt bei Verzehr, Atemnot tritt ein und Kopfschmerzen können entstehen. Auch Blätter sollten nicht verzehrt werden.

 

Beispiele für ungiftige Zierpflanzen:

Zierkirschen (ausgenommen Mandelbäumchen), Vogelbeeren….

Astern, Begonien, Farne, verschiedene Palmen, Stiefmütterchen, Rosen, Osterkaktus, Hibiskus, Usambaraveilchen, Pelargonien….

 

Was tun im Notfall?

Durch warmes Wasser Erbrechen herbeiführen.

Den Arzt verständigen, Pflanzenreste aufbewahren, damit man die Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen einleiten kann.

  

Sollte man keine Giftpflanzen mehr Zuhause haben?

Es ist ein Leichtes, zu sagen, dass eh nie was passiert, wenn dann wirklich mal der Unglücksfall eintritt.

Aber Panikmache ist hier fehl am Platz, weil es wichtig ist, dass Kinder auf solche Pflanzen aufmerksam gemacht werden, den Bezug herstellt und man die Kinder richtig aufklärt!

Fast alle Pflanzen beinhalten irgendwelche Inhaltsstoffe, die „giftig“ sind, man sollte sich nur dessen bewusst sein, die eigenen Schlüsse daraus ziehen und dementsprechend handeln.

Wenn man der Meinung ist, dass man sich keiner Gefahr aussetzt, was meistens auch so ist, dann kann man die Pflanzen ohne weiteres verwenden. Wenn doch, dann sollte man sie zwecks ruhigem Gewissen auch nicht verwenden. Die Auswahl wird dann jedoch ziemlich dünn!

Viele Pflanzen, mit denen man sich im Alltag umgibt, bergen kleinere oder größere Gefahren in sich und man ist sich dessen meist nicht bewusst.

zum Beitrag
Aussaat
Kräuter
28.1.2022
Küchen-Kräuter zuhause selbst vorkultivieren

Warum nicht jene Kräuter, die man so gerne zum Würzen und Verfeinern, zum Teemachen oder für diverse Wehwehchen verwendet, selbst vorkultivieren?

Es braucht gar nicht viel dafür! Und wenn man was selbst gemacht hat, macht’s doppelt Freude, schmeckt noch einmal besser, kostet die Hälfte und man weiß, was man Gesundes hat!

Wie oft ärgert man sich über Kräuter im Winter, sie sind fast schon zum Wegwerfprodukt verkommen. Manche glauben, Gärtner machen das „absichtlich“, damit dann bei ihnen und den Supermärkten immer wieder gleich „frische“ nachgekauft werden. Ich kann beruhigen, das ist beileibe nicht so.

Wer ärgert sich nicht über schnell „eingehenden“ Basilikum, welkende Petersilie und anderen, nach Gebrauch Wegwerf-Pflanzen wie Schnittlauch, Rosmarin usw., gerade um DIESE Jahreszeit?

 

Im Sommer ist es für jeden Gartenbesitzer ein Leichtes, täglich frische Kräuter aus dem eigenen Garten zu haben – im Winter hingegen gestaltet sich dies ein wenig schwieriger, denn zum einen sind die meisten der Gartenkräuter zu diesem Zeitpunkt bereits ordnungsgemäß zurückgeschnitten, zum anderen schlichtweg erfroren. Was also tun, um auf die Würze frischer Kräuter nicht verzichten zu müssen? Eine einfache Lösung wäre, diese in der Wohnung anzubauen.

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Kräuter im Haus auszusäen?

Pauschal gibt es diesen nicht, denn eigentlich können Kräuter für die Wohnung ganzjährig gesät werden. Wer dies aber tut, um direkten Anschluss an seine Gartenkräuter zu bekommen, sollte zeitlich dementsprechend kalkulieren: wie lange brauchen die gewünschten Kräuter, um von einem Samenkorn zu einem erntefähigen Kraut zu reifen?

 

Kräuter im Haus richtig säen

Zunächst ist es wichtig, sich rechtzeitig um entsprechendes Saatgut zu bemühen. In der Regel ist es nämlich so, dass die meisten Fachhandel Samen nicht unbedingt in den Wintermonaten anbieten – zumindest für Kräuter wenig.

Hat man die gewünschten Samen, hoffentlich in BIO-Qualität, können sie ganz einfach in mit Bio-Aussaaterde gefüllte Töpfe (welche sauber gewaschen sein sollen) oder Joghurtbecher (mit Löchern) ausgesät werden, und zwar genau so, wie auf den Samentüten beschrieben (Saattiefe, Menge der Samen etc.). Darüber hinaus ist es wichtig, dass das Saatgut nicht zu eng in die Erde gebracht wird. Denn im Gegensatz zu einem Beet in freier Natur hat es in einem Pflanzgefäß keine Möglichkeit, sich auszubreiten. Die allermeisten Samen brauchen nicht abgedeckt zu werden, benötigen viel Sonne und Wärme, am besten Südwestseiten im Haus.

Danach sollte die Erde feucht gehalten werden, aber keinesfalls nass, denn Kräuter lieben absolut keine Staunässe – auch nicht, wenn sie sich noch im Keimstadium befinden! Austrocknen sollten sie hingegen auch nicht, passiert meistens bei Basilikum, bzw. man Kräuter auf die Heizung stellt.

 

Der richtige Standort für Kräuter 

Kräuter, die Sonne lieben, sollten auch im Winter an einem Platz stehen, an dem sie täglich mindestens sechs Stunden Licht (im günstigsten Fall sogar Sonne) bekommen – vorzugsweise also Südfenster.

Lichtmangel führt nämlich nicht nur zu kleineren Blättern, was durchaus zu verschmerzen wäre, sondern auch zu weniger Aroma – und das ist ja nicht wirklich Sinn und Zweck einer Würzung mit Kräutern.

Insbesondere Lavendel, Oregano, Salbei und Thymian müssen nicht nur sonnig, sondern auch anfangs bei 18°C, später bei 10-12 Grad stehen. Alle anderen Kräuter wie Petersilie, Majoran, Basilikum benötigen zwar auch Helligkeit für ihr Wachstum, aber in weiterer Folge weiterhin 15-18°C. bis zum Auspflanzen im Mai.

Einer besonderen Behandlung bedarf das Basilikum: es bevorzugt zur Keimung und ersten Aufzucht Temperaturen zwischen 20° und 24°C – also fast schon tropisches Klima…

Generell sind Temperaturen zwischen 15° und 21° C optimal. Niemals ganz austrocknen lassen, dann und wann besprühen, alle 2 Wochen mit Kräuterdünger düngen, aber erst, wenn die Pflanzen 1cm hoch sind.

TIPP: Trauermücken sind gerade in der lichtarmen Zeit gefährliche Begleiter, die gerne Wurzeln anknabbern, die Pflanzen dann leider absterben und die Arbeit umsonst machen. Am besten mit Neemöl, welches Nützlings schonend ist (ungiftig und dennoch wirksam) aber auch Tee ausgetrocknetem Wermut oder einfach geschälte Knoblauchzehen in die Erde stecken.

 

Welche Kräuter eignen sich für den Anbau im Haus?

Den meisten der heimischen Kräuter macht es nichts aus, in der Wohnung gehalten zu werden. Allerdings sollten prinzipiell nur diese Kräuter gezogen werden, die auch wirklich Verwendung finden bzw., die man selten oder nie zu kaufen kriegt, höchstens als Saatgut, nicht als fertige Pflanze.

Des Weiteren ist zu beachten, dass es einige Kräuter gibt, die zwar durchaus gerne ein Dach über dem Kopf hätten, aber einen solch intensiven Geruch verbreiten, dass der Hausbesitzer sie lieber nicht in seinen eigenen vier Wänden hat. Paradebeispiel für Kräuter mit einem intensiven, für viele negativen Duft sind Wermut und Koriander.

  

Sehr gut zum Eigenanbau geeignet, sind:

- Basilikum

- Bohnenkraut

- Estragon

- Lavendel

- Minze

- Oregano

- Rosmarin

- Salbei

- Thymian

- Zitronenmelisse

- Schnittlauch

 

Noch ein Tipp: Die Töpfe häufig drehen, damit die Kräuter einen gleichmäßigen Wuchs bekommen und nicht einseitig auswachsen!

Warum nicht jene Kräuter, die man so gerne zum Würzen und Verfeinern, zum Teemachen oder für diverse Wehwehchen verwendet, selbst vorkultivieren?

zum Beitrag
Kräuter
Superfood
21.1.2022
Micro Greens – Keimsprossen und Grünsprossen - Superfoods von der Fensterbank!

Wir reden über Micro Greens – neudeutsch – Keimsprossen und Grünsprossen! Was ist da der Unterschied?

Keimsprossen sind sozusagen die Vorstufe (noch nicht grüntriebig) zu den Grünsprossen. Je nach Sorte kann man manchmal schon nach ein paar Tagen ernten. Die früher bekanntesten sind Soja, Mungo und Alfalfa (Luzerne). Heute kommen noch viele weitere hinzu wie Adzukibohnen, geschältes Getreide, Sonnenblumen, Ronen, Senf, Kichererbsen, Linsen usw.

Keimsprossen werden häufig in solch Etagenkeimboxen herangezogen und wachsen nur durch Wasserzufuhr.

 

Grünsprossen brauchen etwas länger. Da verwendet man in flachen Schalen (aus Ton, Glas, Aluminium-Grillschalen usw.) gutes Biosubstrat, manchmal auch dünne Schafwoll- / Hanfmatten und sät darauf aus. Je nach Raumtemperatur braucht es dann zwischen 1 oder 3 Wochen. Das bekannteste ist die normale Gartenkresse, aber mittlerweile eine Unzahl (Rot- und Weißkraut Sprossen, Radieschen, Brokkoli, Erbsen, Bockshornklee (Groß in Mode) Shiso („rotes Wild-Basilikum“ = Perilla), Basilikum, Rucola, usw.

 

Was beiden zu Eigen ist: Man muss sehr sauber arbeiten, vor allem bei Keimsprossen, die fast steril sein müssen. Kontaminiertes Saatgut (durch Bakterien und Pilze) erzeugen Schimmel und entwickeln dann Stoffe, die für Menschen bedenklich sind. Also häufig durchspülen, Wasser wechseln und Boxen wieder verschließen.

Grünsprossen hingegen sind meist „gschmackiger“, aber weniger empfindlich. Sie wachsen oft in Erde und haben mehr Puffer, brauchen aber meist länger.

Sie schmecken aber ganz gleich wie theoretisch dann ein fertiges „Produkt“, sprich: Erbsensprossen schmecken wie Erbsen, Radieschensprossen wie Radieschen etc.

 

Und was noch wichtiger ist: die Keimlinge enthalten in konzentrierter Form mehr und stärkere Konzentrationen an Vitamin C, K und E bzw. Karotinoide oder auch wichtige Mineralstoffe und Aminosäuren (wichtig für Veganer!!!) wie dann das ausgewachsene Gemüse! Und das auf kleinstem Raum – gerade jetzt im Winter!

Wofür zu verwenden? Zum Verfeinern von Salaten, Suppen, Soßen, als Wok-Gemüse, auf Sandwiches, zum Garnieren, als Smoothies oder einfach aufs Butterbrot!

Wie funktionierts? Bei Zimmertemperatur geht’s am Schnellsten. Am geschmacklich besten geht’s bei Temperaturen um die 10-15°C. Düngung ist keine nötig, es genügt, wie gesagt, Wasser bei Keimsprossen und bei Grünsprossen Pflanzerde oder Schafwoll- / Hanfmatten plus der grüne Giessdaumen. Beides (Matten und Erde) ist hygienisch sauber. Wenn Schimmel auftritt, hat man es zu nass gehalten, besser dann entfernen. Von Löschpapier oder Watte bzw. Steinwolle halte ich persönlich nicht viel, weil der Geschmack fader ist als jene Sprossen, die auf Erde gezogen wurden, diese sind viel intensiver.

 

Tipp: besonders große Samen von diversen Bohnen oder Erbsen über Nacht im Wasser vorquellen und am nächsten Tag dann aussäen. Die Samen können ruhig dicht an dicht liegen. Abgedeckt muss bei den meisten Samen nicht werden, sie können offen auf dem Substrat liegen bleiben. Zu Beginn einige Mal mit Wasser besprühen, aber mit Bedacht, sonst werden sie zu nass!

Keimsprossen in Anzuchtgläsern oder Etagenboxen müssen mindestens einmal täglich gespült und Wasser gewechselt werden, die Gefahr von Bakterien ist einfach zu groß. Daher am Anfang lieber auf Grünsprossen bauen, die machen richtig Spaß.

Wir reden über Micro Greens – neudeutsch – Keimsprossen und Grünsprossen! Was ist da der Unterschied?

zum Beitrag
Gewürze
Chili
14.1.2022
Chilis, Pfefferoni, Paprika aussäen

Scharfe Chili und Pfefferoni und teilweise auch milde Paprika sind JETZT an der Zeit, ausgesät zu werden, falls nicht schon geschehen. Viele machen das schon zu Weihnachten, vor allem was die total langsam wachsenden und keimenden Chilisamen betrifft…. Wir haben letzte Woche ausgesät, die weiteren Sorten dann im Laufe des Januar.

Pfefferoni, Chilis oder Paprikas sind alle 3 botanisch gesehen Capsicum annuum und Nachtschattengewächse. Von der Pflanze her sehr giftig, die Frucht jedoch nicht!

Pfefferoni waren die Ursprungsform. Sie stammen aus Südamerika und sind botanisch gesehen auch „ganz was anderes“, nämlich Kreuzungen, Wildformen aus Capsicum pubescens, Capsicum frutestens und andere.

Die scharfen Pfefferoni enthalten auch das richtige Capsaicin. Das ist ein geschmackloser Inhaltsstoff, der aber durch den besonderen Stoff Hautreizungen verursacht und damit einen brennenden Schmerz im Mund, man nennt das dann „Schärfe“. Je mehr Capsaicin enthalten ist, desto schärfer, je weniger bis gar keines, desto milder ist es.

Die Heimat ist Mittel-Südamerika. Kolumbus hat sie von seiner 2ten Amerikareise mit nach Spanien gebracht (daher oft der Name „Spanischer Pfeffer“).

Diese Alkaloide greifen die Rezeptoren an den Schleimhäuten an und vermitteln somit einwärmendes Gefühl.

  

Sollte man zu viel erwischen, was tun?

Capsaicin ist fettlöslich, daher NICHT Wasser trinken, sondern Milch trinken oder ein Butterbrot essen. Das löst dieses Alkaloid wieder leichter und schneller.

  

Anbau, Kultur und Pflege der Pflanze:

Sie werden im Dezember oder Jänner in ein durchlässiges Substrat angebaut und bis 0,5cm dick abgedeckt. Die Keimdauer kann bis zu 60 Tagen betragen, bei den gebräuchlichen Sorten keimt es bereits nach 20 Tagen. Die Keimtemperatur ist bei Pfefferoni bis 26-28°C!!!!

Es ist eine sehr wärmebedürftige Kultur, das zieht sich bis in die Sommer, Herbst fort. Ab Mai bilden sich Blüten aus, da müssen sie dann ins Freie und zwar an einen sehr warmen Standort. Es braucht ein gut durchlässiges Substrat mit relativ hohen Nährstoffanteil. Dabei hat sich die Schafwolle gut bewährt, aber auch andere Dünger wie Hühnermist oder Pferdemist (getrocknet). Paprika mögen keinen zu kalkreichen und schottrigen Standort. Sie wollen es eher humusreicher!

Die Pflanze braucht pro Tag im Sommer 1-2 Liter Wasser, ebenso wie die Pfefferoni. Wöchentliche Düngung übers Giesswasser mit einem Bioflüssigdünger macht die Pflanze sehr wuchsfreudig und ertragreich.

Man sollte sie nicht höher als 1 Meter werden lassen. Die erste Blüte („Königsblüte“) ist herauszubrechen, besonders bei großfruchtigen Paprika. Wenn sie höher würde, ist es gut, sie abzuschneiden und die ab August ausgebildeten Früchte größer und intensiver werden zu lassen.

Die Paprika färben von grün (oder sogar oft schwarz) über gelb nach rot ab. Es gibt dünnwandige (Neusiedler Ideal) zum Füllen, aber auch dickwandige (Türkischer Spitzpaprika).

Klein fruchtige Snackpaprika werden immer beliebter. Sie sind bereits ab Juli erntbar, hingegen Paprika in unseren Breiten erst ab August. Die Haupternte ist im September, ebenso wie bei den Pfefferoni. Lediglich die Chilis werden erst in der kühlen Jahreszeit richtig scharf und reif, dann aber richtig.

 

Für Pfefferoni bzw. Chilis gab es früher die Schärfeskala 1-10, wo 1 mild ist und 10 bzw. 10+++ sehr böse…. Heute gibt es die Skalierung nach „Scoville“ (benannt Wilbur Scoville vor ca. 100 Jahren), wobei ein Milder Spiralpfefferoni, der angenehme Schärfe und Würze aufweist und einem Gulyas noch gut tut, eine Schärfe von 500-1500 Scoville hat.

Die Weltmeister-Chilis wie Trinidad Moruga Scorpion oder Carolina Reaper (alles Bhut Jolokia-Chilis) weisen etwa 2,2 Millionen(!!!!!) Scoville aus.

Das bedeutet, dass man die 2,2-Millionen fache Menge einer nicht scharfen Speise kochen muss, damit man in dieser keinen scharfen Geschmack mehr verspürt. Das heißt, ein Chili von 1x1 mm macht einen Chilieintopf von 10kg nahezu „ungenießbar“, also nur mehr scharf und böse….

 

Scharfe Chilis, die den heißesten und wärmsten Platz im Garten und auf dem Balkon wollen, lieben es zur Reife hin sehr stressig. Also dann wenig Gießen, austrocknen lassen, soviel Sonne wie möglich geben, dann wird’s richtig scharf. Chilis sind unterschiedlich, was die Schärfe anbelangt, an der Spitze sind sie „milder“, um die Kerne herum extrem, oft aber auch unterschiedlich an der Pflanze selbst.

Chilis „schmecken“, wenn man den Riesenschock samt Tränen verdaut hat, nach Zitrone, nach Orangen, Tropic und Vanille jedoch selten nach „Pfeffer“. Sie sind ja als Gewürz gedacht, nicht als Speise.

Man findet dann weltweit Blogs bei Pepper-Joe, Chili-Fee, die meisten Chilifreaks gibt es auf www.chiliheads.de. Da sind bis zu 3 Mio. Zugriffe in Deutschland pro Monat, vor allem um diese Zeit. Auch auf Tauschbörsen werden die Samen ausgetauscht.

 

Neuerdings ist der schärfste mit 16 Mio. Scoville ausgetestet worden und heißt „Blair's 16 Million Reserve“. Er besteht aus reinen Capsicain-Kristallen und ist ungenießbar für den Menschen, aber auch ein Mad Dog Nr. 9 Plutonium ist mit 9 Mio. ein Hammer...

Scharfe Chili und Pfefferoni und teilweise auch milde Paprika sind JETZT an der Zeit, ausgesät zu werden, falls nicht schon geschehen. Viele machen das schon zu Weihnachten, vor allem was die total langsam wachsenden und keimenden Chilisamen betrifft….

zum Beitrag
Zimmerpflanzen
Eingangsbereich
7.1.2022
Oma's Pflanze im neuen Gewande

Großmutters alte Pflanzen wie beispielsweise der Philodendron (auch Monstera oder Baumfreund genannt) liegen wieder im Trend.

 

Philo´s tun unserem Wohlbefinden sehr gut. Die Pflanze kann, vorausgesetzt sie steht am richtigen Standort, sehr gut Schadstoffe wie Benzol, Formaldehyd und Kohlenmonoxid aus der Luft absorbieren. Sie erhöhen durch ihre meistens sehr großen Laubblätter die Luftfeuchtigkeit im Raum merklich, sind also eine „grüne Klimaanlage“.

Dass es aber nicht nur grüne Laubformen gibt, zeigen die Bilder. Die erste Form ist die klassische, wie sie vor 50 und mehr Jahren bereits in unseren Häusern stand und viel Platz eingenommen haben, unverwüstlich schienen, aber aufgrund der kleiner werdenden Wohnungen etwas aus den Augen geraten sind.

Die Philo`s im Allgemeinen erfreuen sich aber durch Neuzüchtungen, Neuentdeckungen mit neuen Blattformen, Blattfarben und kompakteren Wuchs zunehmender Beliebtheit und lösen andere Pflanzenmodetrends wieder ab.

Gerade die buntlaubigen Sorten – nicht zuletzt die pink blättrige „Pink Princess“ ist so etwas wie die Grünpflanze des Jahres in anderen europäischen Ländern, vielleicht auch bei uns bald? Nun, es gibt hier auch gewaltige Preisunterschiede. Die „älteren“ sind hier viel günstiger, die Pink Princess kostet im Kleinformat – bedingt durch ihr ungemein langsames Wachstum – schon an die € 100,- und man kann es wie ein Modestück ansehen….

Philodendren brauchen keine große Pflege

Im Winter sollte man sie alle 2 Wochen leicht gießen, an starken Heiztagen besprühen und monatlich mit einem Zimmerpflanzendünger düngen.

Arten mit bunten Blättern brauchen etwas mehr Licht (Westseite, Südseite), Grüne brauchen sehr wenig Tageslicht und sind ideal in Schlafzimmern, Bädern oder Vorräumen.

Sie mögen es aber auch gerne in „Ecken“, die gefüllt werden müssen.

Die Bunten wollen aber gesehen werden…

Wenn die Pflanzen zu groß werden, was bei den älteren Formen der Fall sein kann, schneidet man sie im Sommer zurück. Schnell treiben sie wieder nach.

Den „Pelzer“ (Steckling) kann man leicht bewurzeln und dann weiterschenken!

Großmutters alte Pflanzen wie beispielsweise der Philodendron (auch Monstera oder Baumfreund genannt) liegen wieder im Trend. Philo´s tun unserem Wohlbefinden sehr gut. Die Pflanze kann, vorausgesetzt sie steht am richtigen Standort, sehr gut Schadstoffe wie Benzol, Formaldehyd und Kohlenmonoxid aus der Luft absorbieren.

zum Beitrag
Advent
Weihnachten
17.12.2021
Amaryllis - Weihnachtsblume im Trend

Amaryllis - Weihnachtsblume im Trend


Bei der Amaryllis wird unterschieden zwischen der „normalen“ Amaryllis als Zwiebelblume mit ihrer ganz wenigen Pflege im Jahreskreislauf und der sehr im Trend liegende gewachsten„Wax“ Amaryllis, wo um die Zwiebel herum als Verdunstungsschutz eine Wachsschicht (leider nicht aus Bienenwachs) gelegt wird und dadurch komplett ohne Wasser auskommt.

 

Pflegeanleitung der „normalen“ Amaryllis im Topf mit Erde:

 

1.    Im November die große Zwiebel zur Hälfte in einen Topf pflanze undwarm aufstellen

2.    ab Dezember mäßig (1x/ zwei Wochen) gießen, sobald der Austrieb10 cm lang ist, die Zwiebel selbst nie mit Feuchtigkeit in Berührung bringen.

3.     nach der Blüte den welkenden Stiel unten abschneiden, erstmals düngen.

4.     mehr gießen unddüngen, sobald die Blätter voll ausgebildet sind

5.     Ende Mai halbschattig ins Freie stellen, weiter gut wässern und düngen

 

Eine Amaryllis in Wachs pflegen

 

Das Besondere einerWachs-Amaryllis ist, dass sie ohne Erde, ohne Topf und sogar ohneWasser auskommt. Denn die Wachssicht, die die Amaryllis Blumenzwiebel umhüllt, sorgt dafür, dass die Zwiebel im Inneren nicht austrocknet.

Perfekt ist einegewachste Amaryllis also sogar für diejenigen, die von sich selbst sagen, keinen grünen Daumen zu besitzen.

Solange man dieAmaryllis in Wachs nicht an einen zu warmen Platz stellt, kann man gar nichtsfalsch machen und man wird die schöne Blüte der Pflanze lange genießen können. Ein Platz direkt am Heizkörper ist also nicht zu empfehlen.

Kann maneine „Wachs“ Amaryllis einpflanzen?

 

Das Besondere aneiner gewachsten Amaryllis ist auch zugleich der Nachteil dieser Pflanzen. Denndie Wachsschicht (leider nicht nachhaltig, weil kein echtes Bienenwachs) um die Zwiebel sorgt dafür, dass die Blume kein Wasser und keine Nährstoffe aufnehmenkann und muss.

Das bedeutet, dassdie Blüte zwar einmal wunderschön aufblühen kann, aber kein zweites Mal. Denn der Wasser- und Nährstoffvorrat in der Blumenzwiebel reicht zum einmaligen Austreiben der prächtigen Blüte.

Zudem kann dieAmaryllis Zwiebel so keine Wurzeln bilden und wird nach der ersten Blüte meistenskaputt gehen.

Amaryllis gibt es in verschiedenen Farben und sind in der Weihnachtszeit einfach wunderschön anzuschauen.

zum Beitrag
Winter
Blumen / Blüten
Giftige Pflanzen
10.12.2021
Die Christrose

Still und heimlich wurde sie zur Nummer Eins unter den typischen Weihnachtspflanzen. Was der Weihnachtsstern an Nimbus langsam verliert, die Amaryllis (Ritterstern) geraden och rettet, das ist der Christrose in überragendem Ausmaß gelungen, nämlich beliebteste Weihnachtsblume zu sein.

Sicher, Stückzahlen sagen, dass vorher genannte immer noch die wichtigsten sind, aber im Ranking überholt die Christrose.

 

Genug der Statistiken, hin zu den „Fakten“ und Pflegehinweisen:

Eine Legende besagt, dass der Mönch Laurentius während einer Winterwanderung eine Blume sah, die aus dem Schnee herauswuchs. Dadurch inspiriert, dichtete er das Lied „Es ist ein Ros' entsprungen“, dies ist eine von mehreren Legenden, wie diese „Zauberpflanze“ entstanden sein könnte, dementsprechend auch die Namenswahl „Christrose“ (die ersten Sorten blühen um Weihnachten herum!).

botanisch: Helleborus - Familie der Hahnenfußgewächse (kein Rosengewächs!)

 

Schnee- oder Christrosen im Allgemeinen sind hervorragende Halbschatten- bis Schattenstauden für kalkreiche, nährstoffreiche, lehmige Böden. Die meisten der über 20 Arten stammen aus Europa und stehen in ihren Heimatländern zumeist unter strengem Naturschutz, so auch die heimische Art Helleborus niger, die Christrose. Viele, auch andere Schneerosenarten stammen aus Mitteleuropa, wo sie auf kalkreichen, steinigen Böden mit Lehmuntergrund natürlich vorkommen. Bevorzugt sind Gegenden in Niederösterreich, Burgenland, Ungarn, aber auch in den nördlichen und südlichen Kalkalpen… und auch im Karwendel.

In unseren Gärten haben sie bereits in den 50er-Jahren Einzug gehalten. Es sind anspruchslose, vom Blatt her sogar immergrüne Stauden, die dann mit ihren schalenförmigen Blüten in weiß, rosa, purpur bis fast roten Farbschattierungen - auffällig um die Weihnachtszeit beginnend blühen.

Die heimischen (oder - besser formuliert - fast schon heimischen) Schneerosen sind echte Winterblüher, die in halbschattigen bis schattigen Gartenbereichen als Strauchrandbepflanzung oder sogar teilweise Unterbepflanzung wertvolle Dienste leisten, weil sie, bis auf sehr trockene, extrem kalte Winter jedes Jahr verlässlich blühen!

 

Vorsicht!

Die Schneerose gilt als Giftpflanze, vor allem ihre Samenstände sind sehr giftig! Vergiftungsfälle sind gottlob aber nicht sehr häufig und eigentlich auch selten bekannt geworden. Der griechische Gattungsname weist schon auf die Giftigkeit hin („helein“=töten; „bora“=Speise). In der Antike verwendete man sie als Abführ- und Brechmittel. Die gemahlenen Samenstände der Nieswurz war lange Zeit Bestandteil von Schnupftabak und Niespulver!

 

Eigenheit!

Man muss, wenn man sie in den eigenen Garten pflanzt, den Boden dementsprechend gut vorbereiten. Kompost- und Kalkgaben sind meist recht hilfreich. Geduld ist dann gefragt. Die ersten beiden Jahre wächst die Pflanze sehr langsam. Vor allem im ersten Standjahr braucht sie reichlich Wasser.

Wenn sie dann aber zu wachsen beginnt, wird sie üppig, bis 30 cm hoch und sehr buschig. Man sollte dazwischen, so wie bei anderen Stauden, nicht immer gegen Unkräuter hacken, weil man auch leicht das Rhizom verletzen kann, aber auch die angefallenen Sämlinge vernichtet.

 

Was tut man mit jenen Christ- (oder Schnee-) Rosen, die man in der Frostperiode, also JETZT, kauft?

Auf jeden Fall ist jede Schneerose winterhart. Manchmal sind bestimmte Pflanzen in Gewächshäusern vorgetrieben und werden somit zum Blühen gebracht.

Diese kann man trotzdem auch bei Frosttemperaturen ins Freiland stellen, am besten aber unter Dach und auch das Wässern in Maßen ist wichtig dabei! Schutz ist jedenfalls grundsätzlich nicht notwendig, was man ja bei den meisten anderen Pflanzen, die man im Winter ins Freie stellt, machen muss.

Still und heimlich wurde sie zur Nummer Eins unter den typischen Weihnachtspflanzen. Was der Weihnachtsstern an Nimbus langsam verliert, die Amaryllis (Ritterstern) gerade noch rettet, das ist der Christrose in überragendem Ausmaß gelungen, nämlich beliebteste Weihnachtsblume zu sein.

zum Beitrag
Advent
Winter
Blumen / Blüten
3.12.2021
Der Barbaratag

Was hat es mit diesem Brauchtum auf sich?

Der Tag der Hl. Barbara wird am 04.12. begangen, sie ist ja die Schutzpatronin der Bergleute, aber auch der Sterbenden.

Sie soll angeblich mit ihrem Gewand an einem Ast hängengeblieben sein und der ist dann abgebrochen. Sie hat den Ast ins Wasser gestellt und der ist dann am Tag Ihres Martyriums erblüht (ca. 2 Wochen später… und Winter war’s…) … der Sage nach. Und das soll dann im kommenden Jahr Glück bringen - je mehr aufgeblühte Blüten, desto mehr Glück!

So ganz abwegig ist es ja nicht.

 

Welche Zweige eignen sich als Barbarazweige?

Kirsche (auch Zierkirsche), Apfel (auch Zierapfel), Birke, Blutpflaume, Forsythie, Haselnuss, Magnolie, also alles Pflanzen, die in der ersten Jahreshälfte blühen und bereits im Sommer ihre Knospen fürs neue Jahr ansetzen. Diese haben die Möglichkeit, „getrieben“ zu werden.

Die Hauptpflanze ist aber immer jene der Kirsche, gefolgt von Apfel und Haselnuss.

 

Wichtig: sie müssen schon Frost gehabt haben, was ja heuer sicher der Fall war und zwar nicht nur in Höhenlagen. Falls die Zweige noch keinen Frost gehabt hätten, kann man sie schneiden und dann 24 Stunden in die Gefriertruhe gelegt werden, dann ein paar Stunden ins handwarme Wasser, dann funktioniert es.

Heuer wird es diese Methode aber nicht brauchen.

 

Wichtig ist es auch, die Äste nicht zu dick zu wählen, sonst muss man sie der Längs nach einschneiden. Bei Kürzeren genügt ein schräger Anschnitt, dass man sie bald zimmerwarm in eine Vase stellt und das Wasser alle paar Tage wechselt. Frischhaltemittel sind sicher nicht schlecht. Man kann erstmalig auch einen Löffel Rohrzucker dazugeben oder auch Aspirin C, das machen auch manche.

Was hat es mit diesem Brauchtum auf sich? Der Tag der Hl. Barbara wird am 04.12. begangen, sie ist ja die Schutzpatronin der Bergleute, aber auch der Sterbenden. Sie soll angeblich mit ihrem Gewand an einem Ast hängengeblieben sein und der ist dann abgebrochen.

zum Beitrag
Eingangsbereich
Advent
26.11.2021
Duftendes, haltbares Grün im Advent

Duftendes, haltbares Grün im Advent

  

Früher wurden Fichten, Tannen (heimische), ein bissl Latschenund Misteln verwendet.

Heute gibt es ein riesiges Portfolio heimischer und fremdländischerUtensilien, die unterschiedlich der Herkunft, mal weniger, mal mehr duften.

Geschnittenes IMMERGRÜN soll „böseGeister“ vom Hause fernhalten und dem Winter trotzen. IMMERGRÜN trotzt dem Laubabwurf, der „Kapitulation“ der Naturgegenüber der Kälte.

Immergrüne Pflanzen (Buxus, Stechpalme etc) stellt man vor dieEingangstür. Es tut einfach gut und macht was her. Auch der Weihnachtsbaum istein Symbol ewigen Lebens! 

Aber welche Zweige in geschnittenem Zustand sind heute relevant?Was mögen die Leute gerne verwenden und was verwendet der Profi?

Typisch sind:

Nordmann-Tanne

Gute Haltbarkeit, kein Duft, muss besprüht werden.

Nobilis-Tanne

Wenig Duft, super Haltbarkeit, kein Nadelverlust, leicht silbrigschimmernd. Latschen und Kiefern, die Seidenkiefer ist mittlerweile ein edlesWeihnachtsgrün geworden, duften sehr gut, harzig.

Wacholderund Zypressen/Thujen

Typischer Duft, gute Haltbarkeit, besprühen gut.

Buxus

Durch Krankheiten fast „ausgestorben“, aber immer noch ein guterMischpartner, aber ohne Duft.

Weniger typisch:

Eibe

Als heimische Pflanze. Sie hat keinen Duft, ist aber dunkelgrün,haltbar, jedoch auf Grund ihrer Giftigkeit ein bisschen außen vor.

Efeu

Durch Frucht und Blatt ein super Dekogrün, aber eben auchgiftig, super haltbar und sprühen ist gut.

Die Ilex/Stechpalmemit den roten Beerenfrüchten ist einfach ein tolles Weihnachtsgrün mit einer wunderbarenFarbe. Sie wird sehr gerne verwendet und ist unendlich haltbar.

 

Modern hoch zehn:

Eucalyptus

Als Aufsteiger des Jahres, haltbar, superfrischer Duft, immergrün/silbrig, auch ohne sprühen und hält auch über Jahre hinweg.

Hortensienblüten

Getrocknet, gefärbt oder Natur pur, wunderbar in klein und groß,edel, haltbar, nicht sprühen. Sie ist etwas für die Ewigkeit und darüber hinaus.

 

Vom Herbst übrig und dennoch ein Hit, zum „Recyceln“:  

Heide/Erica

Bringt Farbe in den Kranz, hält super und macht auf Tirolerisch.

 

Die Dauer-Advent-Brenner sind die Misteln:

Heimische Misteln haben weniger Früchte, steirische (Viscumalbum) und niederösterreichische sind viel fruchtreicher, schöner undhaltbarer.

Über deren Symbolik brauchen wir gar nicht zu reden! Kuss und soweiter, alles nichts zu erläutern und spricht für sich.

 

Und dann: gibt’s noch die DrahtpflanzeCalocephalus: die schon zu Allerheiligen ein Hit war, jetzt auch getrocknetund ewig haltbar ist. Sie ist ein „weißes“ Wunder, das nicht besprüht werdenmuss.

Die auch so manche ultramoderne Wohnung am Eingang mittels Kranzziert und den einen oder anderen „Silent Tree“ ohne Nadeln beschwingt.

 

Und was immer mehr kommt:

Buchenäste mit etwas Laub drauf, Buchenlaub am Eingangsbereichverteilt, Hagebutten-Zweige wilder Rosen für den Weihnachtsstrauss statt desGestecks, Äste von Lärchen und Buchen mit Baumbart besetzt, Schwemmholz vomBach oder Fluss, Fichten- und Föhrenzapfen etc.

 

 

Früher wurden Fichten, Tannen (heimische), ein bissl Latschen und Misteln verwendet. Heute gibt es ein riesiges Portfolio heimischer und fremdländischer Utensilien, die unterschiedlich der Herkunft, mal weniger, mal mehr duften.

zum Beitrag
Herbst
Erde
Kompost
12.11.2021
Laubkompostierung für die "Gewinnung von Laub Erde"

Jetzt im Herbst fallen große Mengen Laub an. In den Wäldern bleibt es liegen und bildet eine wertvolle Bodenbedeckung. Es schützt den Boden vor Erosion und Feuchtigkeitsverlust. Von Mikroorganismen und Kleinlebewesen wird das Laub so umgebaut, dass schließlich neue Humuserde entsteht: einperfekter, natürlicher Kreislauf.

Laub ist nicht gleich Laub. Es gibt verschiedene Laubarten, die in ihrer Zusammensetzung ganz unterschiedlich sind und dies wirkt sich auf den biologischen Abbauprozess aus.

Schwer verrottbares Laub:

1. Eichenlaub ist säurehaltig und eignet sich gut für Heidelbeeren oder Rhododendren.

2. Walnuss-, Kastanien- und Platanen-Laub enthält viele Gerbstoffe und wirkt dadurch keimhemmend. Daher sollte es auch in leicht verrottetem Zustand nicht auf Gemüsebeeten verwendet werden.

Bei letzteren Laubarten verzögern bestimmte Inhaltsstoffe aufgrund ihrer keimhemmenden Wirkung die mikrobielle Zersetzung. Insbesondere bei diesen Laubarten empfiehlt sich daher eine separate Laub-Kompostierung, denn die mikrobielle Zersetzung im normalen Kompost kann ebenfalls verzögert werden. Diesen Kompost danach nur restlos ausgereift ausbringen.

Leicht verrottbares Laub:

3. Obst-Laub ist mild und lässt sich gut verwenden.

4. Birkenlaub ist reich an Mineralstoff und ergibt eine besonders gute Komposterde.

5. Buchenlaub ist stark kalkhaltig und als Zusatz zu Stallmist oder Rasenschnitt gut für den Gemüsegarten geeignet.

Kompostieren mit Laub

Laub ist eine fabelhafte Ergänzung im Kompost. Ideal wäre, dass es portionsweise frisch zugegeben und mit der obersten, der Abbauzone, vermischt wird. Um der „Verpappung“ vorzubeugen, sollte regelmäßig Strukturmaterial (Häckselgut) beigemischt und die Feuchtigkeit kontrolliert werden.

Darauf achten, dass das Laub nicht dürr wird…:

Trockenes Laub verrottet fast nicht, weil die Mikroorganismen sich nur in einem feuchten Milieu entfalten und organische Substanz abbauen und umwandeln können. Am besten ist es, wenn das Laub mit dem Rasenmäher geschreddert wird. Dazu den Rasenmäher etwas höher stellen und über das Laub fahren. Durch das Zerreißen der Blätter werden schützende Strukturen aufgebrochen und es entsteht eine wesentlich größere Angriffsfläche für die Mikroorganismen.

Laubkompost ist etwas vom „Feinsten“:

Kompost aus Laub ergibt die feinste aller Komposterden und wird traditionell von Gärtnern zur Herstellung von Blumenerde verwendet. Diese Form des Komposts eignet sich besonders für viel Laub von Walnuss, Kastanie und Platane. Deren hoher Gerbstoffanteil wird während seiner mind. 12-monatigen Rottedauer abgebaut und umgewandelt. Fällt im Herbst jeweils viel Laub an (über300 lt), lohnt es sich einen separaten Laubkompost anzulegen. Dazu eignet sich ein Kompostring, eine abgedeckte Miete oder vier Pfähle in den Boden geschlagen und mit Maschendraht umspannt. Das Laub vorzugsweise mit dem Rasenmäher geschreddert aufnehmen wie oben beschrieben. Hernach lagenweise mit Häckselgut (wichtig: gegen Verklumpung und für die nötige Sauerstoffzufuhr) und Stickstoffmaterial (zerkleinerte Küchenabfälle, letzter Rasenschnitt, Hornspäne, Steinmehl) mischen. Befeuchten mit Wasser oder einer Pflanzenjauche wie Beinwell oder Brennnessel. Die Rottenmasse sollte feucht sein wie ein ausgedrückter Schwamm. Den Laubkompost abdecken. Noch vor Einbruch des Winters wird der Laubkompost ein erstes Mal umgesetzt und bei Bedarf befeuchtet, oder wenn er zusammenklebt, aufgelockert. Im Frühling wiederum umsetzen und bei Bedarf Wasser regulieren (Gießen oder abdecken). Nach Belieben und Bedarf kann dieser Vorgang wiederholt werden. Im Herbst kann der nun feinkrümelige Laubkompost im Gemüsegarten, mit ebenso viel Erde gemischt für Topfpflanzen, oder universell verwendet werden.

Mulchen mit Laub entspricht am ehesten der Situation im Wald:

Das Laub schützt den Boden im Spätherbst, Winter und Frühling vor Erosion, extremer Kälte, Austrocknung . Überdies bietet die Laubschicht den Bodenlebewesen gute Nahrung. Regenwürmer lieben diese zusätzliche Futter. Die Erde bleibt feucht, locker und krümelig.

Zum Mulchen sollte Laub nie pur genommen werden, da sich in Verbindung mit Nässe eine kompakte Matte bildet, unter der sich Schimmel bilden kann und dem Boden „Erstickungsgefahr“ droht. Mulchen mit Laub in Rabatten, unter Sträuchern und Beeren verschiedene Laubsorten mischen, mit etwas Erde, anderem Häckselgut oder zerkleinertem Stroh in einer Schichtdicke von ca. 5 –10 cm eindecken. Im Frühjahr Reste weghacken und zum Kompost geben.

Mulchen mit Laub auf Gemüsebeeten:

Verschiedene Laubsorten - jedoch keine der schwerverrottbaren – mit zerkleinerten Gemüseabfällen (aus Hauskompost), Rasenschnitt oder gehäckseltem Stroh mischen und auf den Beeten ausbringen. Als Verwehungsschutz leicht mit Erde oder reifem Kompost bedecken.

Darf Laub auch liegenbleiben?

Wenn es nicht gerade auf dem Gehsteig oder auf Steinplatten ist, kann Laub ruhig liegenbleiben. Es führt dem Boden organisches Material und Nährstoffe zu. Es dient dem Schutz des Bodens und seinen Lebewesen. Nach einem halben Jahr sind die Blätter angerottet und können umso leichter kompostiert werden.

AUSNAHME! Laub auf Rasenflächen nicht liegen lassen wegen Gefahr von Schimmelpilzbefall. Laub von Plätzen und Straßen zusammenrechen!

Vielen Kleinlebewesen bietet eine Laubschicht Nahrung und Winterschutz. Wer den Igel als Untermieter gewinnen möchte, richtet ihm in einer ruhigen Gartenecke oder zwischen Gebüschen/Baumgruppen einen gemischten Laub- und Schnittholzhaufen ein. Igel sind durch die veränderten Lebensräume auf naturnahe Gärten angewiesen. Wird das Laub- und Totholz mit einem Steinhaufen ergänzt, bietet dieser nebst dem Igel auch Amphibien und vielen anderen nützlichen Kleintieren ein Zuhause.

Jetzt im Herbst fallen große Mengen Laub an. In den Wäldern bleibt es liegen und bildet eine wertvolle Bodenbedeckung. Es schützt den Boden vor Erosion und Feuchtigkeitsverlust. Von Mikroorganismen und Kleinlebewesen wird das Laub so umgebaut, dass schließlich neue Humuserde entsteht: ein perfekter, natürlicher Kreislauf.

zum Beitrag
Eingangsbereich
Pflanzen schneiden
29.10.2021
Kletterpflanzen im Herbst zurückschneiden

Heuer ist’s ja vielerorts - wetterbedingt - sehr üppig gewachsen, besonders die Schlinger am Haus, auf den Pergolen, am Zaun.

Manche Pflanzen sind uns über den Kopf gewachsen, sind ausgeufert, haben uns fast „verschlungen“!

Die Rede ist von Kletter- und Schlingpflanzen, die übermäßig gut Fassaden, Dachrinnen, Mauern, Zäune und Pergolen begrünen und sogar bis zur Unkenntlichkeit zumachen, sodass man den Untergrund oft nur mehr erraten kann.

Immer wieder werden wir gefragt, ob man Kletterpflanzen überhaupt zurückschneiden kann und soll, ob man da viel an Wuchs und Blüte einbüßt und vor allem, wann man das macht?!

Daher möchte ich dieses Thema, auch wenn es noch so unbedeutend erscheint, mal ansprechen, das geht auch via Radio sehr gut!

 

Kann man ALLE Kletterpflanzen schneiden? Eigentlich nicht. Aber die meisten muss man (irgendwann) schneiden und das sogar kräftig.

 

Efeu ist der immergrüne Klassiker, der eigentlich fast ganzjährig geschnitten werden kann. Im Herbst ist er besonders beliebt, dient er doch immer wieder als Material für Gestecke. Das ist sicher der unkomplizierteste unter den Schnittfähigen. 

Schwieriger wird es schon beider Clematis (Waldrebe), mit ihren kleinblütigen Wildformen, die kaum Schnittwollen, der wichtigste Schnitt liegt bei den großblütigen, wunderschönen Sternen. Im Frühjahr kann man diese zurückschneiden. Es gibt hier sommerblühende, wo man dünnes Holz bodengleich ausschneidet und starkes stehen lässt, aber einkürzt und somit die großen Blüten fördert. Frühsommer blühende Sorten kann man nach dem Erscheinen des Neutriebs im Frühjahr einkürzen.

Aufwändig ist der Rückschnitt bei dem starkwüchsigen Blauregen (Glyzine), der bis zu 8m lang werden kann und das mit starken Trieben. Wichtig ist, dass man alle 1-2 Jahre die Pflanzen einkürzt. Blühen tun Glyzinen an verholzten Teilen und das nur in der untersten Teilen der Seitentriebe, also kann man alles, was darüber ist und das ist viel, wegschneiden! So fördert man diese wunderschöne Blütenfülle! Rückschnittzeit ist bis 3 Monate nach der Blüte, also bis Anfang Oktober.

Rosenrückschnitt ist fast eine kleine Wissenschaft! Der Rückschnitt kann im Herbst oder Frühjahr erfolgen. Vor allem die einmal blühenden Riesenschlinger „Ramblerrosen“ schneidet man selten, wenn überhaupt und lässt sie gewähren. Wenn man aber schneiden muss, dann nach der Blütezeit im Juli am besten, oder zeitig im Frühjahr… mit Vorbehalt das Nötigste.

Normale Kletterrosen“ schneidet man im Herbst oder Frühjahr. Man lässt 3-4 starke Leittriebe stehen und kürzt die Seitentriebe auf 10 cm ein, entfernt dünnes Holz dabei.

Wilder Wein ist ähnlich unkompliziert wie Efeu, man kann nach Gefühl im Herbst wegschneiden, alles, was einen stört, er treibt nach.

Echten Wein hingegen schneidet man im Feber. Hier lässt man starke Leittriebe stehen und kürzt viele Seitentriebe stark ein, höchstens auf 2 Augen, nimmt Dünnes weg!

Die im Herbst wunderschöne Campsis in Orange/Ocker, die jetzt überall noch blüht, heißt auch Trompetenblume. Sie ist im Herbst leicht, im Frühjahr stärker nachzuschneiden, zu starkes Schneiden ist aber nicht gut für üppige Blüte!

Das Geißblatt (Lonicera) sollte unbedingt schon im Herbst geschnitten werden, es überwintern sehr vieles an Schädlingen sonst drauf, was schlecht ist. Ruhig kräftig zurückschneiden. Oder für die Vögel die Fruchtstände stehen lassen und im zeitigen Frühjahr schneiden!

Es gibt auch viele Fruchtschlinger wie die bei uns absolut winterharte Kiwi-Pflanze, die im Herbst nach der Frucht geschnitten werden sollte, aber nicht zu spät, weil sie viel Wasser in sich trägt und sonst „ausrinnt“.

Heuer ist’s ja vielerorts - wetterbedingt - sehr üppig gewachsen, besonders die Schlinger am Haus, auf den Pergolen, am Zaun. Manche Pflanzen sind uns über den Kopf gewachsen, sind ausgeufert, haben uns fast „verschlungen“!

zum Beitrag
Einwintern
Herbst
Kübelpflanzen
22.10.2021
Kübel- und Terrassenpflanzen reinholen, zurück schneiden

Kübel- und Terrassenpflanzen reinholen, zurückschneiden und für die Überwinterung vorzubereiten - am richtigen Platz!

 

Von welchen Pflanzen reden wir?

ALLE frostempfindlichen Pflanzen auf der Terrasse und am Balkon!

Oleander, Bougainvillea, Margeriten, Enzianbaum, Jasmin, Wandelröschen, Zitrusbäumchen etc.

 

Jetzt wird es Zeit, die Pflanzen an ihrenÜberwinterungsplatz zu stellen und der wäre:

Ganz allgemein: nachts unter 10Grad Celsius,hell (Tageslicht, kein dunkler Keller ohne Fenster) und eine Stelle, wo man gelegentlich hinkommt zum Gießen (nicht zum Düngen, weil das soll man ja nicht).

 

Wie und wann schneide ich zurück?

Generell beim Einräumen, weil man sie dann eh in Arbeit hat, ihr dann den meisten Druck nimmt (durch Reduktion des Volumens)

Die meistenPflanzen kann man um 2/3 reduzieren, den Oleander um die Hälfte, Zitrus in Formschneiden!

Die meisten schneidet man in „Form“!

 

Welche Gefahren lauern?

Schildläuse, Blattläuse, Spinnmilben!

Am besten beim Einräumen mit einem biologischenSeifenlaugen-, Rapsöl- oder Paraffinölprodukt absprühen und dann laufendbeobachten (alle paar Wochen). Spritzungen mit Brennnessel/Wermut-Tee machen Sinn, weil vorbeugend besser ist, Mittel anzuwenden, das kann man alle 4 Wochengerne machen!

 

Wann umtopfen?

Im März oder April ist die beste Zeit!

 

Herbstdüngung

Ja, bitte, wird nicht schaden, wenn manPatentkali oder Beinwelljauche einmalig in den Wurzelbereich gießt!

Mehr nicht,den Winter so nährstoffarm wie geht durchleben lassen!!

 

Tipp!

Gar nicht erst daran denken, in einer unbeheizten Garageoder unter einer Pergola zu überwintern, auch nicht mit doppelt und dreifach Vlies und Folie nicht, es macht einfach null Sinn!

Vielleicht überlebt es mal eine Engelstrompete oder ein Olivenbäumchen, aber das sind dann die Ausnahme der Regel.

Kübel- und Terrassenpflanzen reinholen, zurückschneiden und für die Überwinterung vorzubereiten - am richtigen Platz! Von welchen Pflanzen reden wir? ALLE frostempfindlichen Pflanzen auf der Terrasse und am Balkon! Oleander, Bougainvillea, Margeriten, Enzianbaum, Jasmin, Wandelröschen, Zitrusbäumchen etc.

zum Beitrag
Einwintern
Herbst
15.10.2021
Gemüsebeet abernten und richtig lagern

Ende Oktober ist die Zeit, den Gemüsegartenabzuernten. Vor allem das Wurzelgemüse, aber auch die Früchte, die ja frostempfindlich sind.

Für Wurzelgemüse gilt:

Laub entfernen, nicht waschen (die dünne Erdschicht schützt vor Verdunstung), bei 3-5 GradCelsius und recht hoher Luftfeuchte („Erdkeller“) lagern, gegebenenfalls aufeine Erde/Sand-Schicht legen.

Erntezeitpunkt einzelner, wichtiger Gemüsearten:

1.         Karotten - die Blattspitzen färben sich gelb oder rostrot; in wärmeren gebieten nochstehen lassen, ansonsten Ernte vor dem ersten Starkfrost

2.         RoteBeete/Ronen - die Blätter sind schon leicht fleckig, die Schale um denBlattansatz wird rau

3.         Sellerie - die Knollen sind gut faustgroß und die Schale zeigt keinen grünen Schimmer mehr

4.         Pastinake - der Rübenansatz („Schulter“) wird sichtbar

5.         Petersilienwurzel - einzelne Fiederblätter färben sich gelb

6.         Kohl/Wirsing - kurz vor dem ersten Frost (Ausnahme: Advents-Wirsing)

7.         Grünkohl - kann stehen bleiben, von unten nach oben vor zu ernten und verwenden, istwinterfest, schmeckt am besten, wenn es schon einige Male gefroren hat.

8.         Sprossenkohl - frühe Sorten, die schon erntereif sind, JETZT entspitzen, späte Sorten NICHTentspitzen, weil er sonst die Winterhärte verliert

9.         Porree - späte Sorten sind winterfest und kann im Winter vor zu geerntet werden, istauch für einige Tage lagerbar, besser aber ist die Frischernte.

10.       Kohlrabi - vor dem ersten Stark-Frost, kurz bevor die Knollen ihre sorten-typische Größeerreicht haben

11.       Kartoffeln - gut zwei Wochen nach dem Absterben des Krauts; nicht mit anderen Gemüsen imselben Bereich lagern, sondern am besten trocken in Holzkisten

12.       Mangold - vor zu ernten, Mitte („Herz“) belassen, mit Stroh etc. bedecken, treibt imFrühjahr noch einmal aus, dann ernten und neu pflanzen(weil er danach dannnicht mehr schmeckt)

13.       Tomaten - vor dem Frost abernten; grüne Tomaten auf Papier/Karton legen und bei Raumtemperatur OHNE Tageslicht nachreifen lassen, braucht normale Raumfeuchte. Dauert 6-8 Wochen

14.       Paprika - auf der Fensterbank oder neben einem Apfel lagern, dauert dann nur wenige Tage,bis er von grün nach rot/orange/gelb reift

15.       Kürbisse - wenn der Stiel vertrocknet und wird holzig, rissig, dann MUSS man ernten,spätestens aber VOR dem Frost. Nachreifen bei 12-15°C, Lagerung dann kühler

 

Ergänzend kann man aber sagen, dass man JETZT noch sein Hochbeet, Frühbeet, Miniglashaus bepflanzen kann: Wintersalate (Pak Choi,Blattsenf, Feldsalat, Winterportulak, Hirschhornwegerich, Zichorien etc. sindwinterfest und können dann laufend geerntet werden – mit Vliessicherheitshalber abdecken.

Knoblauch gehört auch JETZT noch gepflanzt – Ernte kommendes Spätfrühjahr.

Ende Oktober ist die Zeit, den Gemüsegartenabzuernten. Vor allem das Wurzelgemüse, aber auch die Früchte, die ja frostempfindlich sind.

zum Beitrag
Gartenarbeit
Herbst
1.10.2021
Die wichtigsten Arbeiten im Herbst

Ziersträucher und Gehölze:

Es ist sehr häufig zu sehen, dass im Herbst die Sträucher wie Pilzköpfe zusammen geschnitten werden, was weder der Form noch der Blüte zuträglich ist.

Am besten, man entfernt alle 2-3 Jahre altes, dürres, abgetragenes Holz von der Mitte des Strauches heraus und zwar schneidet man bis zum Boden retour, also keine Stumpen stehen lassen! Dadurch fördert man die Jungholzbildung und gleichzeitig forciert man durch diese Verjüngung auch die Blütenbildung und die natürliche Form der Pflanze! Aber Achtung! An frühblühenden Gehölzen wie Forsythie oder Flieder können durch den Schnitt Blütenknospen entnommen werden, die sich dann erst wieder für das übernächste Jahr neu nachbilden können!

 

Rosenschnitt:

Da sollten die Rosen (vorwiegend Beet- und Edelrosen, nicht Kletterer und Bodendecker) um etwa die Hälfte zurückgeschnitten werden, der Hauptschnitt fällt so und anders erst im Frühjahr an!

 

Rasen:

Auf jeden Fall sollte bis in den November hinein gemäht werden und zwar eher auf kurze Schnitthöhe. Ebenso sollte das Laub, das fortlaufend von den Bäumen fällt, zusammen gerecht und kompostiert werden, auf keinen Fall auf den Rasenflächen liegen bleiben, weil die Pilz-Gefahr darunter recht hoch ist.

 

Laubsammlung und Kompostierung:

Von den Bäumen und Sträuchern abfallendes Laub ist ein ausgezeichneter Humusbildner, nimmt man einmal die jene von Rosskastanien fallenden Blätter aus! Dort überwintert die gefürchtete Miniermotte, das Laub davon sollte eher verbrannt oder anderweitig entsorgt werden.

Im Laub sind sehr viele wertvolle Nährstoffe enthalten, rund ein Drittel des Jahresbedarfs einer Gartenpflanze ist im Laubkompost enthalten, also eine wirkliche Menge! Daher ist Laub auch gut als Humusbildner zwischen Stauden im Beet oder zwischen winterharten Gewürzen wie Ysop, Thymian, Lavendel und ähnlichen Gewächsen, wo dieses einfach dazwischen eingestreut wird. Auch unter Bäumen auf den Baumscheiben ist es sehr gut, Laub als Humusbildner einzustreuen, am besten man vermengt es auch mit Stroh, besonders bei Jung-Obstbäumen.

 

Obstbäume/Beerensträucher:

An Obstbäumen ist es im Oktober/November ratsam, Leimringe um den gesäuberten Stamm zu kleben, um vorbeugend den Befall durch Frostspannern abzuwenden. Allerdings gehören diese Leimringe im Februar auch wieder entfernt, da auch Nützlinge (natürliche Feinde des Frostspanners), die ab dann wieder auftreten, in die Leim-Falle geraten.

Man sollte die Rinde der Obstbäume mit einer nicht zu festen und harten Drahtbürste von abgestorbenen Borkenteilen, Flechten, Algen und Moosen befreien, damit in den Ritzen nicht allzu viele Schädlinge überwintern können. Kalkanstriche gegen zu starkes Ausfrieren und als weiterer Schutz gegen Schädlinge wären durchaus empfehlenswert und war früher Gang und Gebe!

Beerensträucher wie Stachelbeeren und Johannisbeeren wäre es gut getan, von innen heraus zu verjüngen. Altes Holz gehört bis zum Grund zurück geschnitten und dadurch die Fruchttriebbildung gefördert. Dies kann man entweder unmittelbar nach der Ernte machen oder auch noch nach dem Laubfall im November.

 

Gräser und Stauden:

Stauden wie Pfingstrosen kann man von Früh-bis Spätherbst teilen und auch noch pflanzen. Die Blühwilligkeit wird dadurch erheblich gefördert.

Viele Stauden kann man nach den ersten starken Frösten zurückschneiden, wenngleich man vielen nützlichen Insekten den Unterschlupf nimmt, daher ist es wichtig, dies bei all dem Sauberkeits-„Wahn“ im Garten darauf zu achten! In geschlossenen Staudenbeeten kann Laub- oder Grünkompost, aber auch nur Laub alleine mit Kompost als Beschwernis aufgebracht werden.

Gräser wie Pampasgras oder Schilf können als Schutz vor Vernässung zusammen gebunden werden und dadurch erheblich vor dem Faulen geschützt werden. Außerdem ist es sehr zierlich, wenn Gräser im verblühten Zustand, aber mit Fruchtständen in „Straußform“ im Garten den ganzen Winter über stehen bleiben kommen.

 

Zwiebelblüher pflanzen:

In Beeten, aber auch in Trögen gehören nun auch die Zwiebeln für die Blüte im kommenden Frühling gepflanzt.

Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Krokusse, Traubenhyazinthen u.v.a.m., um nur einige zu nennen, sind die „Blütenstars“ dann, wenn sonst noch fast gar nichts blüht, die Vorfreude drauf ist meistens sehr groß!

Die optimale Pflanztiefe beträgt 2-3x so tief wie der Durchmesser der jeweiligen Zwiebel ist. Wichtig ist es, beispielsweise Hornspäne oder ähnlich geartete, organische Dünger in den Boden einzuarbeiten, die Zwiebel bezieht ihre Nährstoffe bereits im Herbst beim Einwurzeln daraus.

Auch in Trögen kann man Zwiebeln einpflanzen, es gehört nur ein gewisser Schutz, beispielsweise mit Stroh oder Reisig („Taxen“) drauf, um vor Starkfrösten und Austrocknung zu schützen.

Die Herbstarbeiten stehen an - wir geben Tipps zu Ziersträuchern, Gehölzen, Rosenschnitten, Rasen, uvm...

zum Beitrag
Herbst
Aussaat
Gewürze
17.9.2021
Knoblauchpflanzung AKTUELL JETZT!!

Knoblauch pflanzen, aber wie, was und wann?

Knoblauch stammt ja aus China, Fernost und ist von dort aus zu uns gekommen, findet auch bei uns in der Landwirtschaft Verbreitung, so auch im Marchfeld, besonders auch Steiermark, in Resteuropa in Frankreich und in den ehemaligen Ostblockländern.

Knoblauch benötigt einen sonnigen, warmen, nicht zu stark gedüngten, aber eher leicht feuchten (keine STAUNÄSSE) und gut humosen, vorbereiteten Boden!

Man drückt Knollen in die lockere Erde, aber nicht unbedingt aus dem Supermarkt (weil getrocknet, haut selten hin), sondern solche, die zur Pflanzung vorgesehen sind, also „frische“ Zehen! Tiefe 5 cm, Abstand 10-15cm, von Reihe zu Reihe 20-30cm, oder man pflanzt zwischen Rosenstöcken, Erdbeeren oder auch in tiefe Töpfe. Bitte nicht neben Kartoffel oder Erbsen, Bohnen pflanzen, vertragen sich nicht.

Die allerbeste Pflanzzeit ist September und Oktober, bedeckt die Knollen im Winter mit einer Mulchschicht aus Heu oder Stroh, um vor Starkfrost und Austrocknung zu schützen!

Man kann auch im März pflanzen, die Zeit bis zur Ernte Ende Juli/Anfang August ist dann aber wesentlich knapper und die Knolle wächst an frostfreien Wintertagen doch auch etwas weiter.


Wann kann man ernten?

Erntereif ist der Knoblauch dann, wenn die Blätter zu vergilben beginnen, dann ziehen und an einen kühlen, dunklen und trockenen Ort (Keller, Dachboden?) bringen. Kommt der Knoblauch zum Blühen, so schneidet man die Blüten einfach ab!

Man kann auch ein paar Zehen aufbewahren und diese an einen anderen Platz pflanzen, dann hat man nächstes Jahr wieder frischen Knoblauch ab August!

Die Pflanzen bilden auch Scheindolden, wo kleine Brotknöllchen beinhaltet sind, diese kann man auch sofort säen, es dauert allerdings bis zu 2 Jahre für eine vernünftige Ernte!


Verwendung von Knoblauch im Garten als Pflanzenschutzmittel?

Durch die Wirkstoffe Allicin (botanischer Name von Knoblauch ist Allium sativum) und Mercaptan sind geschälte Knoblauchknollen das UM und AUF im Biologischen Pflanzenschutz. Egal, ob im Garten oder bei Zimmerpflanzen, Knoblauch findet gegen Spinnmilben, Läuse, Raupen, Mehltau, Rost, sogar gegen Schnecken und Wühlmäuse Anwendung! Bei Rosen ist sogar deren Duft intensiver, wenn man Zehen in die Erde steckt, die Pflanzen werden robuster.

Die übliche Vorgangsweise ist jedoch, 50g Zehen schälen, grob zerhacken und auf 5 Liter kaltes Wasser geben, 24 Stunden stehen lassen und unverdünnt sprühen. Das nennt man Mazeration oder Kaltwasserauszug!

Knoblauchsud (Brühe), das heißt der kurz aufgekochte Knoblauch ist gut gegen Raupen, aber auch als Dünger, weil er etliches an Nährstoffen enthält. Durch das Aufkochen geht aber ein wenig was verloren.

Sollte man aber keinen eigenen Knoblauch zur Verfügung haben, dann bitte Knoblauch aus Europa verwenden. Meiner Erfahrung der letzten Jahre nach nützt der chinesische in  dem Falle fast nichts, scheint bei den Transporten doch zu viel abhandenkommen…


Knoblauch und das Küssen…

Man sagt, man kann den Geschmack und den Geruch einer Speise mit Knoblauch durch Zugabe von Ingwer und/oder Zitronensaft mildern oder komplett eindämmen.

Vor dem Kuss nach dem Essen soll man 2-3 Kaffeebohnen zerkauen und schon ist es wieder okay. Ansonsten sollten einfach BEIDE Knoblauch essen…


Knoblauch findet auch in der Gesundheiterhaltung, im Anti-Aging und bei vielen Vitalprogrammen Anwendung, das ist jedoch in einer anderen Sendung zu hören….

Ich hoffe, das ganze Studio riecht nicht nach Knoblauch nach dieser Sendung. Vieles spielt sich ja im Kopf ab, wie wir wissen….

Knoblauch pflanzen, aber wie, was und wann? Knoblauch stammt ja aus China, Fernost und ist von dort aus zu uns gekommen, findet auch bei uns in der Landwirtschaft Verbreitung, so auch im Marchfeld, besonders auch Steiermark, in Resteuropa in Frankreich und in den ehemaligen Ostblockländern.

zum Beitrag
Herbst
Gemüsepflanzen
10.9.2021
Speisekürbisse - allseits beliebt und begehrt!

Der Anbau von Kürbissen (Cucurbita) wird immer beliebter. Vor allem im Herbst ist dieses (exotische) Gemüse in allen Farben und Formen zu überall zu sehen! Der Kürbis stammt ursprünglich aus Amerika und ist eine der sortenreichsten Gemüse überhaupt. Neben ihren großen Früchten werden die ausladenden Kürbispflanzen auch für die auffallenden, gelben Blüten sowie die Kürbiskerne geschätzt. Auch in unseren Breiten gelingt das Anpflanzen von Kürbissen mit den richtigen Maßnahmen recht leicht.

 

Kürbis anpflanzen

Trotz seiner exotischen Herkunft gelingt der Kürbisanbau bei uns in der Regel gut und es können hohe Erträge erwartet werden. Damit alles optimal läuft, sollten einige Hinweise beachtet werden:

Der ideale Standort

Beim Kürbis handelt es sich um eine Pflanze mit hohem Flächenanspruch. Je nach Art und Sorte breitet sich die Kürbispflanze 1,5 bis 2 Quadratmeter über das Beet aus. Viele Sorten ranken auch am Gartenzaun oder Klettergerüst wie zum Beispiel der überall sehr beliebte Hokkaido Kürbis (Cucurbita maxima), noch größere Kürbisse sollten aufgrund ihres Gewichts eher am Boden entlang wachsen.

 

Pflanztipps zusammengefasst:

1. Viel Platz (1,5-2 m2), am besten Möglichkeit zum Ranken

2. Sonnige, sehr warme und windgeschützte Lage

3. Leichte bis mittelschwere Böden (z.B. sandiger Lehm/ lehmiger Sand)

4. Hoher Humusanteil und Wasserhaltfähigkeit

5. Kein saurer Boden (pH-Wert > 6)

6. Als Vorfrüchte keine Kürbisgewächse (Cucurbita ceae), stattdessen Kartoffeln, Erbsen, Bohnen oder Kohl

Die beliebtesten (bekanntesten) Sorten:

1. Uchiki Kuri: Sorte vom Typ Hokkaido mit kleinen zwiebelförmigen Früchten; glatte, leuchtend orange gefärbte Schale; das orangerote Fruchtfleisch schmeckt köstlich nach Maronen.

2. Tiana: Sorte des Butternutkürbisses mit birnenförmiger Gestalt und hellgelbem Farbton; festes und schmackhaftes Fruchtfleisch; widerstandsfähig gegen Echten Mehltau; definitiv anbauwürdig!

3. Muscat de Provence: besonders aromatischer Speisekürbis; besitzt flachrunde, tief gerippte Früchte mit helloranger/bräunlicher Schale; das feste Fruchtfleisch ist kräftig orangegefärbt und sehr schmackhaft; Sorte zeichnet sich auch durch lange Lagerfähigkeit aus.

4. Vegetable Spaghetti: länglich-ovale Früchte mit blassorangener Farbe und hellem Fruchtfleisch; italienische Sorte.

5. Atlantic Giant: Riesen-Speisekürbis; kann Rekordgewichte (bis zu 650kg ist Europarekord) erbringen; gelbes Fruchtfleisch der hellorangenen Früchte ist sehr wohlschmeckend; gut zum Einmachen geeignet.

6. Kürbispflanzen: Kürbispflanzen sind relativ unkomplizierte Gesellen – bei niedrigen Temperaturen sind sie durch ihre warme Herkunft trotzdem empfindlich. Beim Kürbisanbau gibt es zwei Methoden zum Pflanzen:

- Direktsaat: Die Kürbiskerne bzw. Samen werden bei der Direktsaat erst ab Mitte Mai gesät. Unter 5 °C wird es sonst gefährlich für die kleinen Pflanzen. Für die Keimung sind Temperaturen ab 14 °C nötig. Die Saattiefe ist 2 bis 4 cm.

- Vorkultur: Eine sinnvolle Alternative ist die Vorkultur im Topf. Dort kann bereits im Aprilgesät werden, um die Jungpflanzen dann ebenfalls ab Mitte Mai ins Beet zu pflanzen. Bei der Anzucht im Topf sollte ein Samen pro Topf 2 bis 4 cm tiefgesetzt werden. Die ideale Keimungstemperatur liegt bei 20 bis 24 °C. Sobald sich die ersten ein bis zwei Laubblätter (nicht die Keimblätter) gebildet haben und die Eisheiligen vorüber sind, werden die Pflänzchen gepflanzt (1 Stück pro 2m²).

Ob man die Direktsaat oder eine Vorkultur vorzieht, sollte man vom Standort abhängig machen. In eher kühleren Gegenden lohnt sich die Anzucht im Haus auf jeden Fall! Außerdem kann bei dieser Methode mit einer früheren Ernte gerechnet werden. Es lohnt sich zudem, die jungen Kürbispflanzen am Anfang mit Vlies abzudecken, um sie vor späten Nachfrösten zu schützen. Dieser Schutz sollte nur rechtzeitig vor Ausbildung der Blüten abgedeckt werden, damit es zur Bestäubung kommen kann.

Kürbis richtig gießen:

Es ist wichtig, dass die Kürbispflanzen regelmäßig gegossen werden. Das ist insbesondere bei der Fruchtbildung zu beachten, sonst fällt die Ernte geringer aus. Beim Gießen gilt: Immer direkt auf den Boden gießen und nicht über die Blätter – es droht sonst Fäulnis. Diese kann zudem auch bei den Früchten entstehen, die direkt auf dem Boden liegen. Hier empfiehlt es sich, eine Unterlage wie z.B. ein Brett darunter zu schieben.

Kürbis richtig düngen:

Da es sich beim Kürbis um Starkzehrer handelt, ist eine regelmäßige Düngung sinnvoll. Vor der Saat bzw. dem Auspflanzen der Jungpflanzen sollte der Boden mit einem vornehmlich organischen Biodünger vorbereitet werden. Ein weiteres Mal wird der Dünger dann während der Wachstumsperiode ausgebracht.

Die Kürbispflanze wächst schnell und ihre Blätter sind sehr groß, daher haben es Unkräuter nicht gerade leicht. Bevor die ausladenden Pflanzen aber den Boden fast komplett bedecken,  haben die Jungpflanzen noch mit Unkräutern zu konkurrieren. Deshalb sollte besonders am Anfang regelmäßig Unkraut entfernt werden, damit die Pflanze genügend Licht, Nährstoffe und Wasser zum Wachstum hat.

Pflegetipps zusammengefasst:

1.         Regelmäßig gießen

2.         Beim Gießen nicht die Pflanze benetzen, um Fäule zu vermeiden

3.         Vor dem Auspflanzen Kompost in den Boden einarbeiten

4.         Düngung in der Wachstumsphase einmalwöchentlich mit stickstoffreichem Volldünger (direkt ins Gießwasser)

5.         Regelmäßig Unkraut entfernen (besonders bei Jungpflanzen)

 

Krankheiten und Schädlinge beim Kürbis:

Meist hat die Witterung den größten Einfluss auf den Ertrag beim Kürbis. Starke Schäden entstehen beispielsweise durch Hagel. Trotzdem können auch Krankheiten und Schädlinge den Kürbisanbau im eigenen Garten erschweren. Ein besonders unbeliebter Gast im Beet ist die Nacktschnecke, die sich neben anderen Gemüsesorten auch gerne über Kürbispflanzen hermacht. Speziell in nassen Frühjahren können sie ein Problem darstellen.

Eine weitere Gefahr für Kürbispflanzen geht von Pilzinfektionen aus. Ein Problem kann zum einen der Echte Mehltau werden, der an einem mehlig-weißen Belag auf der Blattoberfläche zu erkennen ist. Verletzungen der Pflanze unbedingt vermeiden. Vorbeugend kann getan werden:

1. Beim Gießen nicht die Blätter benetzen

2. Stickstoff-Dünger nicht überdosieren

3. Den Bestand nicht zu dicht halten

 

Kürbis richtig ernten:

Je nach Sorte beginnt die Reife der Kürbisse frühestens ab Mitte August. Die meisten Sorten werden aber zwischen September und Oktober geerntet. Empfehlenswert ist die Ernte vor den ersten Nachtfrösten. Ob der Kürbis schon reif zur Ernte ist, erkennt man an diesen Merkmalen:

1. Intensive Fruchtfärbung (gut zuerkennen v.a. bei orange-roten Sorten wie dem Hokkaido)

2. Verholzter und trockener Stiel

3. Absterben der Blätter

4. Kein Einritzen der Schale mit dem Fingernagel möglich

5. Hohler Klang beim Klopfen der Frucht (gilt nicht für alle Sorten!)

Geerntet wird am besten bei trockener Witterung. Die Kürbisse können in diesem Fall 2 bis 3 Tage draußen nachtrocknen. Zum Ernten vom Kürbis wird die Frucht mit einem scharfen Messer am Stiel abgetrennt. Aber Achtung: Der Stiel muss unbedingt am Kürbis bleiben! Schaderreger haben es somit schwerer in die Frucht einzudringen und der Kürbis ist somit länger haltbar. Generell gilt es, sehr vorsichtig beider Kürbisernte vorzugehen, denn Beschädigungen an der Frucht können zu Fäule führen.

Kürbis lagern:

Generell lassen sich die selbst angebauten Kürbisse bei richtiger Lagerung relativ lange aufbewahren. Zunächst sollten Kürbisse nach der Ernte für rund 3 Wochen bei 20°C an einem hellen und trockenen Ort nachreifen. Wichtig dabei ist, dass der Kürbis auf einer trockenen Unterlage wie Holz oder Pappe aufliegt und regelmäßig gewendet wird. Das Nachreifen verbessert den Kürbisgeschmack und erhöht die Keimfähigkeit der Kürbiskerne, die im nächsten Jahr wiederverwendet werden können.

Anschließend können Kürbisse je nach Art und Aufbewahrung bis zu 6 Monate gelagert werden. Dazu bietet sich ein trockener und dunkler Ort an. Die Temperatur sollte idealerweise zwischen 12 und 15 °C liegen. Temperaturen unter diesen Werten können zu Fäule bei der Lagerung führen, Temperaturen darüber können den Geschmack negativ beeinflussen. Wenn diese Hinweise beachtet werden, lässt dich der Kürbis über die kalten Wintermonate hinweg genießen.

Der Anbau von Kürbissen (Cucurbita) wird immer beliebter. Vor allem im Herbst ist dieses (exotische) Gemüse in allen Farben und Formen zu überall zu sehen! Der Kürbis stammt ursprünglich aus Amerika und ist eine der sortenreichsten Gemüse überhaupt. Neben ihren großen Früchten werden die ausladenden Kürbispflanzen auch für die auffallenden, gelben Blüten sowie die Kürbiskerne geschätzt. Auch in unseren Breiten gelingt das Anpflanzen von Kürbissen mit den richtigen Maßnahmen recht leicht.

zum Beitrag
Hecken
Gartenpflege
27.8.2021
Heckenschnitt im Herbst

Es geht ans Werk, JETZT ist DIE Zeit für Heckenschnitt. Heuer sind sie fast aus den Fugen geraten, sei es zum Nachbarn hin oder in der Einfahrt. Grüne Grenzen – Hecken genannt – haben speziell in Zentraleuropa große Tradition und auch und vor allem in England und Frankreich, dort werden sie als Form- und Stilelement beäugt…Adelig eben in deren Schlossgärten.

Aber auch fast in jedem Garten in Tirol finden sich Hecken, sei es als Sichtschutz, Lärm- oder Windschutz, auch Staubschutz. Der Schnitt dieser Pflanzengruppen ist unerlässlich, würde man es nicht tun, würde die Hecke aus der Form geraten, oft verkahlen und überaltern.

Ausnahmen beim Schnitt sind gemischte Blütenhecken, zum Beispiel mit Flieder, Forsythien, Jasmin und ähnliche Pflanzen, die keinen „Einheitsschnitt“ benötigen, sondern lediglich einen Schnitt jedes 2.-3. Jahr und auch da nur einen so genannten Auslichtungsschnitt, der dazu geeignet ist, die Pflanzen zu verjüngen, ihnen neues, junges Holz durch den Nachtrieb zu verschaffen.

 

Wann soll man schneiden?

Bei Laub abwerfenden Gehölzen geht man mit dem Hauptschnitt in den Spätwinter (März bis April) und das dann auch noch etwas tiefer, nämlich in altes Holz, also sich ruhig was trauen!

Der zweite Schnitt erfolgt dann im Sommer und zwar Juni oder Juli, August ist der späteste Zeitpunkt. Schneidet man im Juli, dann stoppt man durch die Temperaturen etwas das Wachstum und die Pflanzen treiben nicht mehr so schnell und stark nach!

Später als September soll man laubabwerfende Hecken (Sommerliguster, Hain- und Rotbuchen, einheitliche Blütenhecken) nicht mehr schneiden.

Immergrüne Hecken (Lorbeer, Thuje, Zypresse, Fichte, Winterliguster, Eibe, Buchs) schneidet man in Monaten, in den denen kein „R“ vorkommt, jene von Mai bis August, die 2. Hälfte August ist erfahrungsgemäß der letzte UND besteZeitpunkt für den Heckenschnitt.

Nur an trüben Tagen schneiden, sonst gibt’s Verbrennungen der jungen Ausriebe.

 

Wie soll man schneiden?

Am besten man schneidet immer nur den Neuaustrieb weg, wenn die Pflanzen in der gewünschten Höhe bleiben sollen. Wenn sie noch wachsen sollen, dann lässt man etwas mehr als beim letzten Schnitt stehen.

Thuje und Fichte sollte man von Haus aus nicht tief schneiden, also nicht tiefer als der Neuaustrieb, andere wie Lorbeer, Eibe oder Buche können ruhig tiefer runter geschnitten werden.

 

Welche Form schneidet man?

Am wichtigsten ist es, wenn alle Pflanzenteile einer Hecke gleich viel Licht bekommen, daher sollte man eine leichte Trapezform schneiden, sollte man sich dazu entscheiden, dass man eine Einheitsform nimmt. Dazu nimmt man, sollte man unsicher sein, eine Schnur und richtet sich danach mit dem Schnitt. Das ist die klassische Heckenform, die unten breiter als oben ist, hier ist und bleibt die Pflanze am stabilsten.

Man kann auch Bögen, Zinnen und Figuren in Hecken schneiden, wenn man die Hecken dementsprechend erzieht.

 

Welches Werkzeug ist am besten?

Klassische, elektrische oder motorisierte Heckenscheren sind die geeignetsten Geräte, die Schnittfläche müssen immer 90° zum Ast sein, darf nicht rupfen und sollte langsam und gut verheilen können. Daher nimmt man bei Lorbeerhecken, da diese recht große Blätter haben und durchgeschnitten immer schwer verheilen, meistens Reb- oder Baumscheren und zwickt die einzelnen, längeren Triebe heraus, so kriegen dann eine sehr schöne, natürliche Wuchsform.

Handheckenscheren ohne Antrieb sind nicht mehrzeitgemäß, sollten aber dennoch in Petto gehalten werden, da sie zum Nachschnitt, zum Beispiel aber auch bei Buchsformen immer noch am besten verwendbar sind.

Es geht ans Werk, JETZT ist DIE Zeit für Heckenschnitt. Heuer ist sind sie fast aus den Fugen geraten, sei es zum Nachbarn hin oder in der Einfahrt. Grüne Grenzen – Hecken genannt – haben speziell in Zentraleuropa große Tradition und auch und vor allem in England und Frankreich, dort werden sie als Form- und Stilelement beäugt…Adelig eben in deren Schlossgärten.

zum Beitrag
Gewürze
Terrasse
Duftende Pflanzen
20.8.2021
Thymian, der Fast-Alleskönner

Nachdem ich eines meiner Lieblingskräutlein, die ich für alles, wirklich für alles in der Küche, im Garten, als Zierpflanze und als Teekraut in Mischungen verwende, ich zuletzt schon vor 6 Jahren drüber geredet hatte, möchte ich es jetzt wieder tun! Es geht schon Richtung Herbst, wo man ja seine Kräuter bekanntlich erntet und trocknet, so auch den Thymian, um den es geht!

Er ist verwendbar als Zierpflanze, als Tee- und Gewürz- und Heilkraut, zum Räuchern, also sehr vielseitig.

Sicherlich betrachten wir in unserem Pflanzenratgeber in erster Linie die Sicht des Gärtners und Gartenbesitzers und zweiter Linie dann die Verwendung als Tee, was beispielsweise den Schutz vor diversen Schädlingen auf Pflanzen oder im Boden betrifft und schließlich auch die Verwendung in der Küche, das Trocknen, die Verwendung als Heilkraut.

Rezepte werden wir in der Kürze der Zeit nur eines hinsichtlich Ameisenbekämpfung durchbringen, den Rest verschlingt der Artenreichtum, das Vorkommen und die Verwendung/Pflege im Garten.

 

Die Pflege der allermeisten Thymianarten ist auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen! Kalkreiche, mineralische (steinige), nährstoffarme Böden, keine stark gedüngten Wiesen etc... Im Frühjahr eine einmalige Gabe mit „fertigem“ Kompost und ein bissl Schafwolle, mehr braucht es nicht. Je besser der Boden gedüngt wird, desto mehr fehlt dann die Winterhärte und die Widerstandskraft. Weniger ist in dem Fall viel mehr! Auch um die Wasserversorgung macht man sich am besten keine zu großen Gedanken,  trockene Standorte sind dem Thymian am liebsten, auch im Garten oder auf der Fensterbank.

Rückschnitt bringt allein schon die Ernte mit sich, bodendeckende Thymian-Arten braucht man ohnehin kaum einmal zurückzuschneiden!

 

Die unterschiedlichen Arten gehören aber schon ein wenig näher betrachtet und man wird drauf kommen, dass Thymian nicht gleich Thymian ist.

Der bei uns heimisch vorkommende und seit einigen Jahrhunderten schon heimische Thymian ist der Feldthymian (Thymus pulegioides), der auf ungedüngten Wiesen und am Wegesrand wild vorkommt und auffällig ist durch seine rosa-lila Blüten und seinen feinen Duft. Verwendung in der Küche eher untergeordnet, als Teekraut aber schon. Auch als sehr haltbare Schnittblume, weil die Pflanze ja bis 30cm lang und länger wird, ist sie auch noch gut für Sommersträußchen.

Der heimische Feldthymian wird ebenso wie der nur 10cm hoch werdende, bodendeckende Sandthymian (Thymus serpyllum) als Quendel bezeichnet. Der Sandthymian kann durchaus als Gewürz verwendet werden, aber auch als Teekraut für Hustentees gegen Erkrankungen der oberen Atemwege, ähnlich dem Salbei! Die häufigste Verwendung ist aber jene als Zierpflanze in Steingärten, weil auch die kleinen Lila Blüten sehr hübsch sind und den Garten beleben!

Der Zwerg-Sandthymian (Thymus praecox) ist zugleich auch der Frühblühendste, blüht bereits ab Mai und duftet in dieser Zeit besonders gut. Er wird aber nur 5cm hoch und ist der kleinste und schwachwüchsigste unter den bekannten Arten.

Der Kaskadenthymian (Thymus longicaulis) wird bis 1m lang und bleibt aber niedrig, schaut toll über Steinmauern aus und ist vielseitig verwendbar, in sehr strengen Winter kann er aber ausfrieren, muss dann zurückgeschnitten werden!

 

Die häufigsten Arten sind jedoch eindeutig der „gewöhnliche Thymian“ oder Römischer Quendel (Thymus vulgaris), dessen Küchenleistung und jene als Heilkraut gar nicht hoch genug einzuschätzen ist!

Er darf in keiner Gewürzmischung fehlen, jedes Kräuterkistl, jeder Kräutertopf oder Kräutergarten ist sein „Revier“. Es ist wie der Lavendel ein Kleinstrauch, verholzt in Bodennähe und darf nicht zu tief zurückgeschnitten werden. Zu verwenden sind die Blättchen, am besten friert man aber den gesamten abgeschnittenen Teil im Herbst ein und taut auf, entlaubt dann und trocknet, oder man trocknet die Teile und entlaubt sie dann, verwendet sollten eben nur die Blättchen werden!

Als Tee spielt er auch in der Pflanzenwelt und deren Schutz eine große Rolle. 100 Gramm frischer Thymian (im Ganzen) oder 20 Gramm getrockneter Thymian mit einem Liter heißem Wasser überbrühen, ziehen lassen und 1:3 verdünnt über Ameisennester sprühen/gießen, das auf 3 aufeinanderfolgenden Tagen und die Ameisen werden verschwunden sein. Sehr gut auch in Bezug auf Raupen und Kohlweißlinge!

In der Küche kann man Thymian aufs Helle, nicht zu warme Fensterbankl (vor allem, was den Winter betrifft) stellen, um auch im Winter was davon zu haben, oder sogar im Freien beernten (an frostfreien Tagen). Man verwendet Thymian als Verfeinerer von Saucen, für Fisch-, Fleisch und Gemüsegerichte aller Art, in Salaten und überhaupt als Teil der provenzalischen Küche, nicht nur der mediterranen! Am besten einen Vorrat anlegen, damit man im Winter genug getrockneten zur Verfügung hat, getrockneten, dann aber vielleicht nicht so gut für Salate, eher „nur zum- Kochen" verwenden!

 

Auch ein tolles Salatkräutlein ist der Zitronenthymian (Thymus vulgaris citriodorus), der weiß-grün gelb-grün panaschiert sein kann und nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch toll verwendbar ist und durch seine zusätzliche Zitrusnote auch toll für asiatische Gerichte verwendet werden kann.

Beide nützlichen Thymiane kann man auch im Garten verwenden, auf Trockenmauern, auch hier sind die kleinen weiß-lila Blümchen eine Bereicherung!

 

Auch zum Räuchern eignen sich manche Thymianarten, am ergiebigsten sind jedoch Zitronen – und gewöhnlicher Thymian!

 

Thymian kann man allgemein gut durch Samen oder durch Stecklinge im Herbst vermehren und problemlos im Freien überwintern!

Nachdem ich eines meiner Lieblingskräutlein, die ich für alles, wirklich für alles in der Küche, im Garten, als Zierpflanze und als Teekraut in Mischungen verwende, ich zuletzt schon vor 6 Jahren drüber geredet hatte, möchte ich es jetzt wieder tun!

zum Beitrag
Schädlinge
Pflanzenschutz
6.8.2021
Pilzkrankheiten

Wir haben ein Thema, das wir – ich habe Interesse halber nachgesehen – 2015 gemeinsam hatten, nämlich Pilzkrankheiten auf unseres Pflanzen. Etwas, was uns auch heuer – im Gegensatz zu anderen, sehr heißen Sommern, beschäftigt und den Pflanzen arg zusetzt.

Wenn die Pilze im Walde sprießen und wir uns darüber erfreuen, sprießen auch die Pilze auf den pflanzen, schädigen diese und genau darüber haben wir dann wirklich wenig Freude!

Es gibt über 10000 Schadpilz-Arten und Unterarten weltweit, es ist schwer, da einen kompletten Überblick zu halten, zu spezifisch ist die Ausbreitung und Vermehrung, manche Pilz vermehren sich sowohl sexuell, als auch asexuell, das nur am Rande. Ich möchte nur sagen, dass es kein besonders tolles Thema ist, aber wir müssen es aktuell ansprechen, da es wirklich voll passt und man jetzt noch dagegenhalten kann!

So schön das Gärtnern sein kann, so anstrengend und nervenraubend ist es, wenn die eigenen Pflanzen von Krankheiten befallen sind. Besonders tückisch ist der Mehltau. Vor allem Rosen, Salbei, Erdbeeren, Weinreben und andere Pflanzen sind anfällig für den Pilzbefall. Schon von Weitem sind die weißgrauen Flecken der Krankheit auf Blättern und Knospen zu sehen. Obwohl die Krankheit nicht einfach zu behandeln ist, braucht man nicht gleich zu verzweifeln.

 Beim Mehltau unterscheidet man zwischen Falschem und Echtem Mehltau. Beide Varianten breiten sich über Sporen aus. Sie bilden ein Geflecht aus sehr feinen Fasern, das auch Myzel genannt wird. Als weißer bis grauer Pelz macht es sich auf den Pflanzen bemerkbar. Besonders gut gedeiht Mehltau in feuchter Umgebung. Beide Arten bilden verschiedene Spezies aus, die nicht direkt von einer Pflanzengattung auf die andere übertragen werden können. Apfelmehltau kann beispielsweise nicht auf Rosen überspringen.

Der Echte Mehltau

Der Echte Mehltau bildet einen weißen, mehlartigen Belag auf der Oberseite der Blätter, wo er sich zu Beginn des Befalls noch leicht abwischen lässt. Im fortgeschrittenen Stadium sind meist auch die Triebspitzen, Knospen und Früchte sowie die Unterseiten der Blätter betroffen. Im Verlauf der Krankheit rollen sich die Blätter ein und die Triebe verkrüppeln zum Teil so stark, dass kein weiteres Wachstum möglich ist.

Besonders bei trockenem und warmen Wetter in Kombination mit nächtlichem Tau verbreitet sich der Pilz rasant. Sonnige Tage in Frühjahr und Herbst, sowie der Spätsommer begünstigen daher die Ausbreitung des Mehltaus. Im Spätherbst bildet der Pilz dann dunkle Winterfruchtkörper, die in herabgefallenem Laub und anderen Pflanzenresten überwintern können.

Eine Ausnahme im Erscheinungsbild des Mehltaus gibt es etwa beim Befall von Erdbeerenpflanzen oder Weinstöcken. Die Blätter der Erdbeere verfärben sich an den Blattunterseiten rot und bilden kaum weißen Belag auf den Oberseiten. Die Blätter rollen sich nach oben ein. Auch bei den Reben verfärben sich die Blätter ähnlich und die Traubenplatzen bei fortschreitender Krankheit auf.

Ackerschachtelhalm ist die ideale Bekämpfungsmöglichkeit und das gegenüber vielen Pilzen. Es muss eine Brühe angesetzt und nach 24 Stunden aufgekocht werden. Dann ist die wichtige Kieselsäure frei und kann auf die Pilzsporen abwehrend wirken.

 

Der Falsche Mehltau

Viele Gemüsearten und krautige Pflanzen werden vom Falschen Mehltau befallen. Wenn die Pflanzen befallen sind, erkennt man das an rötlich-violetten Flecken an der Blattoberseite. Viele Arten zeigen auch gelbe bis braune Flecken, die durch die Blattadern begrenzt werden. An der Blattunterseite dagegen bildet sich ein schmutzig grauer Pilzrasen. Knospen und Triebe trocknen oft aus, bei Weinstöcken vertrocknen sogar die Früchte.

Das Wachstum des falschen Mehltaus wird durch feuchtes und mäßig warmes bis kühles Wetter begünstigt, sowie durch einen überhöhten Stickstoffgehalt im Boden. Besonders Tomaten werden um diese Zeit von der Krautfäule, einer Unterart des Falschen Mehltaus befallen.  Die Früchte werden nahezu ungenießbar und bitter. Blätter faulen bei zu hoher Luftfeuchtigkeit und kühlen Nachttemperaturen.

Vorbeugende Spritzungen mit Salbeitee wären sehr gut dagegen! Auch die Braun-und Krautfäule an Tomaten und Kartoffeln ist heuer ein hartnäckiges Thema. Hier gilt es mit Mineralstoffen wie Kalzium und Gesteinsmehlen dagegen zu halten

 

Mit Milch gegen Mehltau

Als einfaches Hausmittel hat sich Milch gegen Mehltau bewährt: Man mischt einen Teil Milch mit neun Teilen Wasser und sprüht die Mixtur auf die befallene Pflanze. Wichtig ist, dass es sich um Frischmilch handelt. Die Mikroorganismen aus der Milch bekämpfen den Pilz. Deshalb ist H-Milch für diesen Zweck ungeeignet. Das Lecithin in der Milch bekämpft den Pilz und das Natriumphosphat stärkt die Abwehrkräfte der Pflanze. Die Prozedur sollte man einmal bis zweimal in der Woche wiederholen.

 

Achtung!

Generell sind alle Pflanzenreste und befallenen Teile zu entfernen und im Restmüll zu entsorgen, da der Pilz in ihnen überwintern kann. Er überlebt auch an Gartengeräten, Holzpfählen oder Sichtschutzzäunen aus organischem Material. Deshalb ist es besonders wichtig, Geräte und Pflanzgefäße nach einem Kontakt mit erkrankten Pflanzen gründlich zu reinigen.

Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln muss immer mit Bedacht vorgegangen werden. Mit diversen chemischen Präparaten dürfen nur befallene Pflanzen benetzt werden, um Nützlinge und gesunde Nachbarpflanzen nicht zu schädigen. Wenn man Obst- und Gemüsepflanzen behandelt, sollte man zum eigenen Schutz immer die Wartezeiten beachten, die auf den Fungiziden angegeben sind. Sie beziehen sich auf den Mindestzeitraum, nach dem Früchte und Gemüse wieder unbedenklich verzehrt werden können.

 

Vorbeugen ist die beste Medizin

Pilzkrankheiten wie der Mehltau lassen sich durch vorbeugende Maßnahmen am besten fernhalten. Nach einem Befall ist es immer schwierig, die Krankheit zu stoppen. Zudem sehen die meist notwendigen Schnitte an Sträuchern und Bäumen unschön aus.

Im Frühjahr und Frühsommer sind vorbeugende Spritzungen mit Grünkupfer altbewährt. Sie wirken bei vielen Pilzkrankheiten wie auch die Pfirsich-Kräuselkrankheit sehr gut in der Vorbeuge und ist biologisch abbaubar, ungiftig für Pflanze, Tier und Mensch.

 

Ich weiß, alles geht nicht, aber:

Mehltau (der echte) und vor allem die Braunfäulen sind ein hartnäckiges Thema, welches wir unbedingt mitnehmen müssen, den Rest besprechen wir noch.

Wir haben ein Thema, das wir – ich habe Interesse halber nachgesehen – 2015 gemeinsam hatten, nämlich Pilzkrankheiten auf unseres Pflanzen. Etwas, was uns auch heuer – im Gegensatz zu anderen, sehr heißen Sommern, beschäftigt und den Pflanzen arg zusetzt.

zum Beitrag
Beeren
Sommer
30.7.2021
Erdbeeren

JETZT im Juli und August ist die beste Pflanzzeit. Entweder vermehrt man die Ausläufer oder man pflanzt eben neue Pflanzen! Aber eben im Sommer, weil dann ist gewährleistet, dass es 2022 schon Vollertrag gibt, aber der Reihe nach:

Erdbeeren sind ja derzeit einer der Megatrends, es gibt international kaum noch Saatgut oder Pflanzware am Markt, so gefragt sind sie im Erwerbs- UND Hausgarten-Anbau zur Eigenversorgung. Viele unterschiedliche Sorten machen es möglich, diese beliebten und köstlichen Früchte, sowohl im Garten, als auch auf der Terrasse anzubauen. Wahrscheinlich sind es weit mehr als 1.000 Sorten, die Pflanzenzüchter aus der Wildform der Erdbeere inzwischen entwickelt haben, ein eindrucksvoller Beweis für die Beliebtheit dieser schmackhaften Früchte, die eigentlich keine Beeren, sondern „Sammelnüsschen“ sind, botanisch betrachtet.

Man unterscheidet zwischen drei Erdbeertypen:

1. Die großen Gartenerdbeeren(Fragaria anannassa) bringen jährlich nur einmal Früchte hervor

2. die mehrmals tragenden Erdbeeren, auch genannt Monatserdbeeren. Diese gelten aufgrund ihres guten Geschmacks, der den Walderdbeeren ähnlich ist, als Leckerbissen.

3. Und die echten Walderdbeeren, die einmal tragend sind, aber dafür über einen längeren Zeitraum und genauso schmecken, wie Erdbeeren schmecken sollten!

Die Erdbeerernte kann sich von Mai bis in den Oktober hinziehen. Für den Anbau genügen ein kleines Beet, ein Trog, eine Ampel, ja selbst eine Balkonkiste.

Standort:

Erdbeeren gedeihen außer in sehr kalkhaltigem Erdreich in fast jedem Boden. Die besten Erfolge erzielt man in nährstoffreicher, durchlässiger und leicht saurer Erde.

Pflanzzeit:

Erdbeerpflanzen, die man zwischen Ende Juni und August gepflanzt hat, tragen zu Beginn des folgenden Sommers Früchte und das in ausgezeichnetem Ertrag. Gartenerdbeeren (1x tragend) sollte man im September pflanzen, wenn man bereits im Folgejahr ernten möchte. Pikiert man die Erdbeeren dagegen erst im Spätherbst, werden sie voraussichtlich im folgenden Jahr nur wenig tragen. Die Gartenerdbeeren liefern normalerweise über drei Jahre hinweg eine gute Ernte, danach bauen sie rapide ab. Mehrmals tragende Erdbeeren; werden Sommer oder Herbst gepflanzt. Schon im Folgejahr können erste Früchte geerntet werden. Am besten, man entfernt alle Blüten die sich vor dem Sommeranfang bilden(wer macht das schon??), damit sich aus den nachfolgenden umso mehr Beeren entwickeln könne. Mehrmals tragende Erdbeeren kann man auch zu Beginn des Frühlings setzen und noch im selben Jahr ernten. Damit die Pflanze gestärkt in den Winter gehen, entfernt man ab Oktober alle Früchte, die sowieso nicht mehr ausreifen.

Kultivierung und Pflege:

Gekaufte Pflanzen setzt man aus dem Topf in das vorbereitete Beet und bedeckt sie knapp mit Erde. Man lässt zwischen den Setzlingen 25cm und zwischen den Reihen etwa 60cm Abstand. Für einen kleinen Garten bietet sich das Pflanzen in kleinen Gruppen an. Erdbeerpflanzen die bereits Blüten angesetzt haben, sollte man im zeitigen Frühjahr bei Frostgefahr gut abdecken. Dabei sollte immer auf ein feuchtes Erdreich geachtet werden.

Vermehrung:

Jungpflanzen von Gartenerdbeeren und mehrmals tragenden Erdbeeren zieht man aus Ausläufern oder erwirbt sie im Fachhandel eingetopft. Ausläufer von Monatserdbeeren bilden sich in den Sommermonaten. Aus ihnen lassen sich problemlos neue Pflänzchen ziehen. Ausläufer sollten nur von kräftigen Exemplaren genommen werden. Von jeder Mutterpflanze sollte man nicht mehr als zwei, maximal drei Triebe verwenden, alle anderen werden abgeschnitten. Müssen die Erdbeerpflanzen getrennt werden, gräbt man im September ausgewachsene Exemplare aus und trennt sie dann.

Düngung und Schutz:

Für eine ausgeglichene Nährstoffversorgung düngt man mit gut verrottetem Gartenkompost oder Mist oder auch Schafwollpellets jeweils nach der Ernte und noch einmal etwa einen Monat später. Eine Unterlage aus Stroh oder Schilf hält die Beeren sauber, trocken und gesund. Sobald alle Pflanzen abgeerntet sind, säubert man das Beet gründlich. Alte Blätter und überzählige Ausläufer schneidet man ab. Man entfernt sie zusammen mit der Strohunterlage und entfernt alles, um Schädlinge und Krankheitskeime zu reduzieren. Anschließend lockert man den Boden zwischen den Reihen gut auf.

Ernte:

Am besten pflückt man die Erdbeeren am Morgen, wenn sie noch kühl von der Nacht sind. Möglichst nimmt man die Beeren mit dem Stiel ab. Schadhafte Früchte sortiert man aus. Monatserdbeeren tragen relativ lange. Ihre kleinen, dunkelroten, süßen Früchte erscheinen laufend den ganzen Sommer lang.

Schädlinge und Krankheiten:

Alle drei Jahre sollte man die Erdbeerpflanzen verpflanzen, damit sich keine Krankheitskeime und Schädlinge anhäufen und die Erde sich wieder erholen kann. Bei Erdbeeren tritt häufig Grauschimmel auf. Man sollte die Pflanzen nicht zu dicht pflanzen und auf eine Strohschicht betten. Bei starkem Befall kann man mit Knoblauchtee spritzen. Gegen Rhizomfäule und den Echten Mehltau, beides Pilzkrankheiten, hilft eine Mischkultur mit Knoblauch oder Zwiebel zwischen den Reihen, eine Spritzung mit Ackerschachtelhalm verringert das Pilzrisiko. Mit diesen beiden Maßnahmen kann man auch die Rotfleckenkrankheit wirksam bekämpfen.

In Jahren mit vielen Schnecken mulcht man mit trockenem Material und versucht, Nützlinge wie Laufkäfer und Igel gezielt zu fördern. Die winzigen, weißen Erdbeermilben lasse die Pflanzen verkümmern. Hier sollte man wiederum durch Mischkulturen mit Knoblauch und Zwiebeln vorbeugen

JETZT im Juli und August ist die beste Pflanzzeit. Entweder vermehrt man die Ausläufer oder man pflanzt eben neue Pflanzen! Aber eben im Sommer, weil dann ist gewährleistet, dass es 2022 schon Vollertrag gibt, aber der Reihe nach:

zum Beitrag
Blumen / Blüten
Stauden
Sommer
23.7.2021
Schnittblumen aus dem eigenen Garten

Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten sind nämlich längst ein „Muss“ bezüglich Selbstversorgung in den Sommermonaten. Blumen erscheinen aber „nicht so wichtig“, dabei sind Blumen die Farbe unserer Seele, der Blickfang eines Gartens und frischgepflückt vermitteln sie ein Glücksgefühl, sind was  Besonderes, auch als Geschenk beim Besuch bei Freunden!

Nicht jedem ist das Blumenbinden in die Wiege gelegt, es braucht beizeiten auch professionelle Hilfe und der Strauß wird dadurch erst „perfekt“. Manchmal ist es aber nur die Vielfalt, die Fülle, das Besondere, die einem Freude schenkt! Und das geht eben manchmal eben nur aus dem eigenen Garten.

Und man benötigt nur ein paar weniger Quadratmeter, einen sonnigen Platz und einen GUTEN, nährstoffreichen Boden.

Direktsaat ins Freie auf einen offenen Boden – ist noch möglich, empfehlenswert sind aber nur schnellkeimende Sommerblumenmischungen, die von der Keimung bis zur  Blüte lediglich 6-7 Wochen benötigen, für Sonnenblumen ist es schon spät, die brauchen 12-16 Wochen.

Besser ist es, vorkultivierte Pflanzen zu kaufen, zudem auch robuster (weil schon größer) gegenüber Schnecken sind. Pflanzen kann man von Astern, Zinnien, Löwenmaul, Cosmea,  aber auch Dahlien bzw. Stauden wie Astern, Phlox, Gräser, und dergleichen kaufen. Gladiolen und Lilien pflanzt man im Frühling, um sie im Juli und August zu ernten.

NOSTALGISCHE STRÄUSSE MIT einjährigen SOMMERBLUMEN

Mit einjährigen Sommerblumen, die man im Frühjahr selbst aussäen kann, lassen sich die schönsten Nostalgie-Sträuße zaubern. Drei oder vier verschiedene Pflanzenarten  reichen dafür völlig aus – die Blütenformen dieser Arten sollten sich unterscheiden (z.B. nicht nur margeritenähnliche).

Zinnien gibt es mit einfachen und dichtgefüllten Blüten in den verschiedensten Farben.

Kombinieren wir beispielsweise die zarten Blüten des Schmuckkörbchens (Cosmea) mit den kräftigen Blütentrauben des Löwenmäulchens. Zu diesen Blüten in Weiß und Rosa wirken die blauen Rispen des Sommer-Rittersporns sehr hübsch. 

Auch die Blüten von Dahlien fügen sich in diesen Strauß sehr gut ein. Keine Angst: Die Dahlie nimmt es nicht übel, wenn wir einzelne Blütenstiele für die Vase scheiden. Ganz im Gegenteil: Die mehrjährige, aber frostempfindliche Knollenpflanze wird sogar motiviert, neue Blütenknospen zu bilden.

Wenn man kräftige Farben liebt, kann man auf den einjährigen Sonnenhut (Rudbeckia hirta) zurückgreifen. Die leuchtendgelben Blüten kombinieren wir am besten mit gelben und orangefarbenen großblumigen Zinnien und leuchtendroten oder blauen hohen Lobelien oder blauen Salbei.

Die flauschigen Blütenrispen des Federborstengrases (Pennisetum oder „Flaschenputzer“) sind eine schöne Ergänzung.

SCHÖNE BLÜTENSTAUDEN FÜR DEN SCHNITT

Wer nicht jedes Jahr neu aussäen oder pflanzen will, pflanzt winterharte Blütenstauden ins Beet, die sich besonders gut für den Schnitt eignen. Zu den schönsten Sommerblühern für die Vase zählen die hohe Glockenblume (Campanula persicifolia) in Blau und Weiß sowie die Flammenblume (Phlox paniculata) in Weiß und verschiedenen Rosatönen. Ebenfalls in Weiß, Blau und Rosa blühen die Astern.

Je nach Sorte präsentieren sich die tellerartigen Blüten der Schafgarbe (Achillea) in Rot, Lachsrosa, Weiß, Gelb oder Orange. Für weitere gelbe Farbtupfer im Beet und im Blumenstrauß sorgen Stauden-Sonnenblume (Helianthus) und Gelber Sonnenhut (Rudbeckia fulgida). 


Pflegetipp:

Glockenblume und Flammenblume fühlen sich an einem nicht zu sonnigen Platz am wohlsten. Damit die Flammenblume reicht blüht und gesund bleibt, sollte der Boden immer gleichmäßig feucht und nährstoffreich sein. Die übrigen Stauden bevorzugen eher sehr sonnige, gerne auch trockenere Standorte.

Ohne Blattschmuck ist ein Gartenstrauß nur halb so schön. Funkienblätter (Hosta) sind eine schöne Ergänzung

Eine besondere Würze bekommt jedes Arrangement, wenn man Kräuter unter die bunten Blüten mischt. Zweige von Garten-Salbei (Salvia officinalis), Minze oder Zitronenmelisse sind wunderbare Ergänzungen.

Damit der Spaß am selbst arrangierten Vasenschmuck lange anhält, sollte man die Blütenstiele früh morgens schneiden, man verwendet dafür ein scharfes, sauberes Messer oder eine entsprechende Schere.

Man stellt  die geschnittenen Stiele möglichst schnell ins Wasser. Nach zwei bis drei Tagen sollte man das Vasenwasser wechseln und die Enden der Stiele neu anschneiden. Blätter, die ins Vasenwasser ragen, sollte man unbedingt sofort entfernen, sonst birgt das Gefahr der Fäulnis.

Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten sind nämlich längst ein „Muss“ bezüglich Selbstversorgung in den Sommermonaten. Blumen erscheinen aber „nicht so wichtig“, dabei sind Blumen die Farbe unserer Seele,

zum Beitrag
Gartenarbeit
Sommer
Pflanzen schneiden
16.7.2021
Die Sommerarbeiten

1. Tomaten ausgeizen: Die Seitentriebe der Tomaten, die in den Blattachseln sitzen, müssen konsequent bis Ende August ausgegeizt (herausgebrochen) werden, dabei nicht zulange warten, am besten laufend erledigen. Dies fördert die Nachreifung und die Qualität der Frucht erheblich.

2. Tomaten mit Nährstoffen versorgen: Hühnermist, Hornspäne, Flüssigdünger – das sind die wichtigsten Dünger, die man geben kann. Dazu sollte man JETZT unbedingt Calcium in Form von Düngekalk oder gemörserten Eierschalen geben, das fördert die Zellwände und verhindert die schwarzen Stellen auf den Tomaten.

3. Balkonblumen laufend GIESSEN und DÜNGEN: um üppiges Blütenwachstum bis in den Herbst zu garantieren, muss laufend (2x wöchentlich) über das Giesswasser gedüngt werden. Surfinien (Petunien) gehören JETZT mit Eisen zusätzlich gedüngt, hierfür einen biologischen Eisendünger verwenden. Zudem sollte man, um Blüten zu forcieren, Verblühtes ausbrechen und zwar wöchentlich!

4. Gemüse aussäen und nachpflanzen: Chinakohl, Karotten, Radieschen können jetzt noch problemlos ausgesät werden. Auch die Salate, Kohlgemüse bzw. Kohlrabipflanzen kann man jetzt pflanzen. Bis zur Ernte sind es dann zwischen 6 und 8 Wochen, je nach Sorte, bei Kohl bis 80 Tage. Auch Porree, der dann überwintern soll, kann man jetzt noch säen und pflanzen.

5. Erste Gedanken machen zum Einpflanzen von Wintergemüsen wie Vogerlsalat und Asia-Grün, welche winterfest sind und viele Winter-Vitamine aus dem eigenen Garten liefern, da diese alle starke Fröste problemlos vertragen, wenn man sie rechtzeitig (September) pflanzt, daher langsam schon ans Aussäen denken.

6. Rasen aussäen/nachsäen: an den ganz heissen Tagen muss man damit vorsichtig sein, ist es aber dann auch im September noch ratsam auszusäen. Muss nicht in der ärgsten Hitze sein. Wenn man das macht, muss 3-4x pro Tag bewässert werden!!

7. Rasen düngen: der Rasen gehört JETZT noch einmal mit Stickstoff-betonten Düngern versorgt, welcher in organischen UND synthetisch hergestellten Rasendüngern ausreichend vorhanden ist. Blumenwiesen gehören hier natürlich nicht dazu, nur Intensiv-Rasenflächen im Garten.

8. Hecken schneiden: jetzt ist die beste Zeit, um Hecken zu schneiden, dabei sollte man sich einen trüben Tag aussuchen, nicht in der Hitze schneiden. Wichtig ist es, die Schnittflächen vielleicht mal mit Wasser besprengen, damit sie nicht braun werden durch die möglicherweise trockene Luft.

9. Allgemeines: Was die wenigsten bedenken oder wissen: Wenn man Pflanzen – vorausschauend auf den bevorstehenden Urlaub – umstellen will, sprich von der Sonne in den Schatten, sollte man darauf achten, dass man die Pflanzen dann wieder in dieselbe Himmelsrichtung dreht wie sie schon gestanden haben. Sonst ist das für die Pflanze Stress.

10. Kräuter bei Bedarf zurückschneiden und trocknen: wenn der erste Wachstumshöhepunkt für die meisten Kräuter erreicht ist, sollte man sie das erste Mal kräftig zurückschneiden, dann ergibt sich bis Spätsommer/Herbst noch einmal eine stattliche Pflanzengröße. Die geschnittenen Kräuter können natürlich getrocknet oder/und verarbeitet werden.

Diese Woche gibt es ein Update über die aktuellen und vordringlichsten Sommerarbeiten auf der Terrasse und im Garten.

zum Beitrag
Boden
Höhenlagen
5.7.2021
Bodendeckerpflanzen zur Flächenbepflanzung

Tirol ist ein gebirgiges Land, der Großteil bebauter Fläche liegt in flachen Zonen von Tälern und Hochplateaus. Die meisten noch erschließbaren Baugründe liegen in Hanggebieten, die einen hohen technischen Aufwand nach sich ziehen, um diese nutzbar zu machen. Fast jede neue Siedlung schließt Hänge mit ein. Diese sind meist nicht in dem Umfang zu gebrauchen wie es flache Bereiche sind. Spiel- und Sportplätze, das Wohnhaus selbst und die umliegenden Plätze müssen eben ausgerichtet sein, dann bleiben meist Böschungen über, die aus technischen und optischen Gründen mit Pflanzen befestigt und begrünt werden sollen!

Dafür, aber nicht nur dafür sind Bodendeckerpflanzen geeignet. Oft sind auch Flachzonen, wie z.B., um Bäume zu umkränzen (Stadt), um unwegsame oder extensiv bewirtschaftete Bereiche optisch ergiebiger zu gestalten und auch zur Arbeitserleichterung. Zugewachsene Flächen braucht man nicht zu jäten.

Bodendecker sind also Pflanzen, die übergreifend ineinander wachsen können, ohne sich zu verdrängen und geben dadurch ein geschlossenes Bild ab. Bei falscher Anwendung (zu viele oder zu wenige Pflanzen je m²) können unliebsame Überraschungen passieren!

Grundregeln bei der Verwendung von Bodendeckern:

1) Fläche unkrautfrei vorbereiten

2) richtige Pflanzenwahl

3) richtige Anzahl Pflanzen je m² (sonst meist pflegeintensiv)

4) nicht zu viele Arten mischen, am besten nur eine Pflanze für einen Bereich

5) Pflanzen die in EINER Höhe wachsen, verwenden

 

Häufigste Fehler:

1) zu wenige Pflanzen pro m²: Die Pflanzen brauchen bis zum Dichtwuchs Jahre und man muss oft jäten

2) zu viele Pflanzen pro m²: Pflanzen müssen ausgeschnitten werden (kommt eher selten vor)

3) falsche Pflanzenauswahl auf schotterhaltigen, sonnigen Böden, aber auch auf schattigen, seichten Böden.

 

Die am häufigsten verwendeten Bodendecker, unterschieden nach Verwendung Sonne-Schatten:

Noch bis vor ein paar wenigen Jahren war die Bezeichnung „Bodendecker“ untrennbar mit der Pflanze Cotoneaster (Felsenmispel) verbunden. Doch dann kam der Feuerbrand mit der Hauptwirtspflanze Cotoneaster und vernichtete sehr viele Obstanlagen (Apfel, Birne) und der Cotoneaster wurde verboten zu pflanzen, bestehende Flächen wurden gerodet, um vorzubeugen. So gibt es ihn nur mehr vereinzelt in Tirol und bald wird man ihn gar nicht kennen.

So musste man sich nach Alternativen umsehen, welche auch gefunden wurden, aber nur schwerlich.

 

Für Sonne (trockene, manchmal humose Böden):

Bodendeckerrosen: anspruchsloser Massenbodendecker für privates und öffentliches Grün; am längsten und intensivsten blühend, muss nicht, kann aber zurück geschnitten werden; Schnitt „spürbar“. Überall verwendbar! In fast allen Farben!

Juniperus (Kriechwacholder): sehr anspruchslos; je nach Art langsam- sehr raschwüchsig; 10cm bis 1m hochwachsend; Achtung! Manche verbreiten den Birnbaum-bedrohenden Pilz Birnengitterrost!

Symphoricarpus (Schneebeere): schöne Beerenfrucht, ungenießbar. Einfaches Massengehölz, laubabwerfend.

Spirea „Little Princess“: schöne, rosa Blüte im Juni; dichter, nicht allzu rascher Zuwachs. Gut schnittverträglich

Potentilla (Fünffingerstrauch): in gelb, orange, hellrosa, weiß! Meistverwendeter Blühbodendecker, der den ganzen Sommer über nachblüht. Wächst recht rasch sehr dicht, vor allem im öffentlichen Grün! Ausgezeichnete Schnittverträglichkeit.

Zwergdeutzie (Maiblumenstrauch): duftender, weißer bis hellrosa Zwergstrauch, Verwendung ähnlich der Potentilla (meist gemeinsam), gut schnittverträglich.

Calluna und Erica: Herbst- winterblühende Heidegewächse für schwachsaure bis neutrale, aber humose Böden in voller Sonne! Langsam wachsend.

Lonicera (Zwerggeißblatt): z.T. immergrün; geht auch für schattige Bereiche; „nur“ grün, weil Blüte uninteressant; DER Cotoneaster-Ersatz in Tirol im öffentlichen und extensiven Bereich. Wächst anfangs langsam, dann schön dicht; Böden gut mit Humus anreichern!

Euonymus (Zwergspindel): sonnig bis schattig; langsam wüchsig, immergrün(bzw. immerbunt, weil meist buntlaubig), sehr dankbares, schnittverträgliches Zwerggehölz.

Pinusmugo: Zwerglatschen sind auch als Bodendecker verwendbar, wenn auch nur als sehr langsamwüchsiger. Anspruchslos, heimisch, überall, wo passend, einsatzbar.

 

Schattige (Feuchtere)Bereiche:

Hedera (Efeu): nicht nur als Kletterpflanze, auch als immergrüner Bodendecker für extreme Standorte geeignet! Wächst anfangs langsam, dann aber extrem rasch alles zu!

Taxus repandens (Bodendeckereibe): immergrüne, weichnadelige Alternative für Liebhaber von dunkelnadeligen Gehölzen. Pflanze sehr giftig! Anspruchslos.

Vinca major (Immergrün): blaublühender Bodendecker immergrün; sehr flachwachsend und anspruchslos, aber nicht so rasch wie Efeu; braucht humosen Boden und darf anfangs nicht zu viel Konkurrenz haben.

 

Pflege von mit Bodendeckern bepflanzten Bereichen:

Mulchen ja oder nein? Rindenmulch oder Holzfaser sind sicher ein wichtiger Unkraut-Freihalter, der, falls die Flächen nicht zu steil sind, gut einsetzbar ist. Vor allem nach der Pflanzung einsetzen, späterer Einsatz ist meist nicht mehr vonnöten.

Rückschnitt ja oder nein? Bei Laub abwerfenden Bodendeckern ist ein jährlicher Rückschnitt oft blüh- und wuchsfördernd. Bei immergrünen Pflanzen kann man, muss man aber nicht zurückschneiden. Heckenschere reicht meist aus, braucht man nicht einzeln!

Düngung ja oder nein? Eine zusätzliche Ernährung ist oft nicht unwichtig, vor allem bei immergrünen Pflanzen und bei Bodendeckerrosen. Im Jahr der Pflanzung und das Jahr darauf soll noch mit organischem Volldünger (Biosol, Hornspäne, Kompost zum Beispiel) gedüngt werden, später nicht mehr.

 

Foto: Spirea „Little Princess“

...vor allem in steilen Lagen unserer Gärten und Wohnanlagen. Tirol ist ein gebirgiges Land, der Großteil bebauter Fläche liegt in flachen Zonen von Tälern und Hochplateaus.

zum Beitrag
Pflanzenschutz
Schnecken
25.6.2021
Schneckenabwehr auf natürliche Weise

Schnecken im Garten können eine Plage sein, besonders dann, wenn sie so genanntes Unkraut mit unseren schönen Gartenpflanzen oder Gemüse verwechseln. Sie sind eigentlich Gourmets, sie essen nämlich alles, was ihnen schmeckt, wobei dies nicht alle unsere Kulturpflanzen sind. Gottlob haben Schnecken auch natürliche Feinde, wenngleich diese dann meistens nicht zur Stelle sind, wenn wir Menschen sie brauchen!

Entwicklung der Schnecken:

Schnecken sind Zwitter, d.h. die weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane sind in einem Tier vorhanden, sie können sich auch gegenseitig paaren und anschließend Eier legen, wobei das Elterntier dabei abstirbt. Die Eier werden knapp unter die Erdoberfläche gelegt, dort wo sich die Schnecke auch am liebsten aufhält, nämlich in Feuchtbereichen. Dort können sie sich und die Eier auch vor Austrocknung schützen. Erst, wenn die Witterung danach ist oder bei Dunkelheit, machen sie sich auf Futtersuche.

 

Die wichtigsten Schneckenarten:

Die meisten Gehäuseschnecken sind in unseren Gärten diejenigen, die am allerwenigsten schädlich sind, vielmehr sind es die Nacktschnecken mit ihren doch zahlreichen Arten, die je nach vorangegangenem Winter mehr oder weniger zahlreich auftreten können!

Ackerschnecken: sind hellbeige, der Schleim durchsichtig, schlüpfrig. Bei einer Bedrohung stoßen sie weißen Schaum aus. Sie sind fast ganzjährig aktiv und richten mit ihrem Lochfraß vor allem an den unteren Pflanzenteilen großen Schaden an. Die Größe kann bis zu 5 cm betragen. 

Wegschnecken: sind dunkelgrau bis manchmal sogar schwarz. Der Schleim ist durchsichtig und klebrig. Lochfraß an allen Pflanzenteilen ist der Hauptschaden, den sie anrichten. Sie sind vor allem im Sommer und Herbst sehr aktiv, werden bis 4 cm lang.

Rote Wegschnecke: kann ziegelrot, kaffeebraun sein, die Jungtiere braun oder grünlich gefärbt mit kaffeebraunen Längsstreifen. Es wird von diesen bis 10 cm langen Tieren alles gefressen, was oberirdisch sichtbar ist, kreuz und quer! Ihr Auftreten beschränkt sich von April bis Oktober und sie verstecken sich unter abgestorbenen Pflanzenteilen, Ästen, Gestrüpp, überall, wo sie ihre Ruhe haben. Kommt sehr häufig vor in unseren Breiten, leider!

 

Vorbeugende Bekämpfungs-Maßnahmen; das Umfeld schneckenfeindlich gestalten!

Jede Art der Bodenbearbeitung schadet der Aktivität! 

Wenig Hohlraum in den Böden entstehen lassen, feine Oberkrumen schaffen!

Schneckenunempfindliche Gemüse- und Blumenarten pflanzen!

Auf kräftige Jungpflanzen achten! 

Nach Regengüssen Boden lockern und ebnen.

Blumen- und Gemüsebeete an nicht zu schattigen, feuchten Stellen anlegen, dabei lieber am Morgen einmal kräftig wässern als am Abend und noch dazu öfters am Tag, was auch den Pflanzen so besser täte!

Komposte sind warm, was Schnecken nicht mögen. Auch bestimmte neuere Mulchmaterialien wie z.B. Toresa Protect, eine Holzfaser, die Schnecken zur Umkehr bewegen, auch Lavasplit und Kakaoschalen – nur sporadisch im Handel erhältlich, erweisen sich als schneckenabweisend!

Keine abgestorbenen Pflanzenreste herumliegen lassen, Wiese kurz gemäht halten! 

Nistplätze von Igeln, Vögel, Laufenten, Glühwürmchen, Blindschleichen usw. schützen, weil dies die natürlichen Feinde sind, ebenso wie Vögel!

 

Gezielte Bekämpfungsmaßnahmen: Vorbeugen ist gut, oft nützt die Vorbeugung wenig!

Gänse, Hühner, Laufenten lieben Schnecken, darum diese auf unbebautem Land „wohnen“ lassen und sporadisch hereinlassen… Diese Tiere liebe Schnecken!

Einsammeln der Schnecken, besonders an Regentagen, aber dann vor allem spätabends und frühmorgens!

Heutzutage sollte Schneckenkorn nur mehr in Form von Eisen-III-Phosphat (z.B. Ferramol) angeboten werden, das gute, alte Schneckenkorn hat theoretisch in unseren Gärten nichts mehr verloren, weil es auch für Haustiere und Kinder giftig ist. Ferramol hingegen unterbricht die Vermehrung, das Tier verschwindet und vertrocknet in seinem Versteck. Kadaver bleiben keine sichtbar, hingegen verendet bei gewöhnlichem Schneckenkorn das Tier sofort bei Kontakt, stößt aber noch seine ganzen Eier aus und die Sache geht wieder von vorne los. Ferramol sollte einmal während der Kultur eingesetzt werden, im Bedarfsfall wiederholt man das Streuen noch einmal im Sommer bzw., wenn neue Populationen sich bilden! Gleichzeitig ist Ferramol auch ein ausgezeichneter Eisendünger, der für das Blattgrün wichtigen Nährstoff liefert! Ferramol ist für Mensch und Tier gänzlich ungefährlich!

Auch sogenannte Fadenwürmer (Nematoden), die bei uns nur sporadisch angeboten werden (ausgenommen jene gegen Rüsselkäferlarven und Engerlingen), machen Schnecken krank und bringen diese zum Absterben. Eine flächendeckende Bekämpfung erscheint aber schwierig und benötigt dickere Brieftaschen!

Schutzringe aus Schafwolle (Rohschafwolle bei trockenem Wetter um die Pflanzen gelegt) Holzhäcksel, Asche und Sägemehl bieten auch, wenn nur geringen Schutz!

Eine Mischung aus Weizenkleie, Schalen von Zitrusfrüchten und Küchenabfällen miteinander verkneten und kleine Häufchen machen. Diese Köder wirken aber nur 3-4 Tage, müssen danach also erneuert werden. Die Schnecken müssen dann in der Zeit mehrmals eingesammelt werden, weil die Köder diese von weit her anlocken. Der Vorteil ist, dass man die Schnecken zentral einsammeln kann, so sehr zieht sie das an!

Schnecken können selbst auch gekocht werden und mit dieser Schneckenbrühe vertreibt man dann ihre Artgenossen selbst auch am besten, das Ganze ist aber mehr als eklig und nur was für Hartgesottene im wahrsten Sinne des Wortes!

Viele Menschen locken mit Fallen (Bierfallen) Schnecken an, sammeln diese ein und zerschneiden diese dann, was aber leider viele ihrer Genossen wiederum anlockt, also sollte man dies außerhalb des eigenen Grundstücks durchführen!

Auch Schneckenzäune aus Metall mit scharfen Kanten, die sich wie ein U nach unten biegen, sind gut, aber aufwendig und sind sicherlich optisch manchmal mehr als bedenklich!

Schneckenhindernisse mit Nadelholzhäcksel, Gerstenspreu, abgeschnittenen Trieben verblühter Rosen, Brennnesseltriebe usw. sind seit Jahren bewährt, auch hier ist der optische Effekt mit zu berücksichtigen, aber besser Brennnessel als Mulch als gar keine Pflanzen mehr durch Schneckenfraß…

                                                                                                       

Pflanzung „schneckenresistenter“ Pflanzenarten:

Prinzipiell sind bestimmte Pflanzenarten mehr oder weniger vor Nacktschnecken gefeit, aber wie heißt eine bestimmte Redewendung: „In der Not frisst selbst der Teufel Fliegen!“. Das Gleiche trifft in diesem Fall auf diese nachher genannten Pflanzen zu. Wenn eklatanter Nahrungsmangel herrscht, werden auch diese verspeist.

Akelei, Storchschnabel, Pelargonie, Fetthenne, Hauswurz, Immergrün, Farnarten, Johanniskraut, Knöterich, Nelken, Steinbrech als wichtigste Zierpflanzen. Unter Gemüsen und Kräutern finden sich Lavendel, Salbei, Thymian, Petersilie, Lauch u.v.a.m., unter den Gehölzen sehr viele Arten, unter anderem auch der sehr populäre Bambus.

 

Als besonders anfällig gelten:

Für diese Arten nehmen Schnecken lange Wege in Kauf!

Dahlien, Tagetes, Primeln, Astern, Chrysanthemen, Margariten, Lilien, Glockenblumen, Funkien (Hosta), Rittersporn, Anemonen, Zinnien uvm. als Beispiele für gefährdete Zierpflanzen, als Gemüse und Kräuter besonders beliebt bei Schnecken sind Basilikum, Kohlgemüse vieler Art (Kohlrabi, Kraut, Kohl…), Bohnen und Erbsen und vor allem Salat!

 

Ist auch ein „Kraut gewachsen“, was Schnecken anbelangt?

Jawohl!

Farnkrautbrühe: Wurmfarn aus dem Wald – getrocknet 1 kg auf 10 Liter Wasser 24 Stunden einweichen und dann kurz aufkochen, unverdünnt über die Pflanzen! Achtung, nicht selbst konsumieren, weil giftig, bei Pflanzen nicht schädigend und nach 1 Tag kann man das Gemüse wieder essen!

Rhabarberblattjauche, Tomatentriebjauche: 2 Hand voll auf 10 Liter Wasser, 3 Tage ansetzen und unverdünnt zwischen die Pflanzen gießen, wirkt super, ist Erwins Geheimrezept!

Wermuttee, Wermutjauche: unverdünnt oder verdünnt: wirkt abweisend!

Lavendelauszug: Lavendelblätter und Triebe etwas kleiner machen, kalt ansetzen und nach 24 Stunden über die Pflanzen ausbringen, wirkt repellent (abweisend).

Schnecken im Garten können eine Plage sein, besonders dann, wenn sie so genanntes Unkraut mit unseren schönen Gartenpflanzen oder Gemüse verwechseln.

zum Beitrag
Gartenpflege
Sommer
18.6.2021
Richtiges Gießen während Hitzeperioden

An besonders heißen Tagen sollten die Pflanzen gleich am Morgen (bis spätestens 10 Uhr) gegossen werden.

 

Der Morgen ist dem Abend vorzuziehen, da Feuchtigkeit ansonsten Schädlinge wie Schnecken zu sehr anzieht und es zudem zu Pilzerkrankungen kommen kann.

Die Beete lieber weniger OFT (alle paar Tage), dafür jedoch ausgiebig gießen, anstatt jeden Tag ein bisschen. Wenn Pflanzen jeden Tag Wasser bekommen, werden sie “faul” und bilden keine tief gehenden Wurzeln aus.

Immer in der Nähe des Wurzelballens gießen, um den Verlust durch Verdunstung so gering wie möglich zu halten! Nicht nur über die Blätter „drüber spritzen“…

Mulchen hilft in den bepflanzten Beeten vor Verdunstung.

 

Darauf achten, dass man die Blätter so wenig wie möglich mit Wasser benetzt, da der Wassertropfen ansonsten wie eine Lupe funktioniert und die Blätter verbrennt. Das betrifft das Gießen während des starken Sonnenscheins.

Balkonblumen und Kübelpflanzen, die in der prallen Sonne stehen, müssen eventuell sogar am Morgen UND am Abend gegossen werden, damit sie nicht unter Hitzestress leiden. Einfach am Nachmittag kurz mit dem Finger in der Erde überprüfen und bei Trockenheit am Abend gießen.

Regenwasser ist ideal zum Bewässern des Gartens. Wasser aus der Regentonne ist wärmer als Leitungswasser und daher besser geeignet. Beim Gießen mit kaltem Wasser werden Boden und Pflanze schlagartig abgekühlt – es kann zu einem Kälteschock kommen, der das Wachstum hemmt.

 

Der Rasenmäher hat bei diesen Verhältnissen Pause! Abgesehen davon, dass es bei der Hitze zu anstrengend ist: kurz geschnittener Rasen vergilbt bei Hitze noch schneller. Längere Grashalme dagegen beschatten den Boden und verhindern so das zu schnelle Austrocknen. Das heißt, HÖHER stehen lassen (mindestens 6cm hoch!).

 

Tomaten, die abends „schlappen“, ohne Bedenken oder schlechtem Gewissen trocken in die Nacht gehen lassen und besser morgens gießen. Das stärkt die Pflanze und macht sie robuster in Regenperioden!

 

Nicht auf „Vorrat“ oder „Verdacht“ gießen, z.B., wenn man am Wochenende wegfährt…nicht die Pflanze länger als ein paar Stunden ins Wasser „stellen“, manchmal sind schon ein paar Minuten zu viel des Guten.

 

Bewässerungssysteme für Flächen, aber auch Tropfbewässerungen für Balkonblumen, Terrassen- oder Zimmerpflanzen haben sich bewährt, sind auch nicht mehr so teuer und helfen WIRKLICH. Zum Beispiel jener Telfer Firma, die mittels Tonkegel ohne Pumpe oder Strom Wasser aus der Leitung oder aus der Regentonne liefert, ganz von selbst.

 

Ganz wichtig und bewährt hat sich die Flüssigdüngung mit einem (Bio)-Volldünger PLUS aufgelösten Mineralstoffen wie Magnesiumsulfat (=Bittersalz), quasi als Elektrolyt wie für uns Menschen.

Mineralstoffe härten das Zellgewebe, aber nicht übertreiben. Die Flüssigdüngung geht via Gießwasser und ist für jeden – ohne Pflanzen zu schädigen – anzuwenden und sehr einfach zu dosieren. Die Nährstoffversorgung ist sehr entscheidend für den weiteren Wachstums- und Ertragsverlauf des Sommers!

An besonders heißen Tagen sollten die Pflanzen gleich am Morgen (bis spätestens 10 Uhr) gegossen werden.

zum Beitrag
Eingangsbereich
Clematis
11.6.2021
Kletterpflanzen und ihre vielseitige Verwendung!

Wände, Carports, Säulen, Hausmauern, alles soll „zweckmäßig“ begrünt werden.

 

Warum zweckmäßig?

Kletterpflanzen sind vielseitig geeignet, weil sie meist nur sehr wenig Platz benötigen, aber auch, weil sie viele kahle Flächen kaschieren können. Aber ein Zweck wird gerne übersehen! Wenn man Südwände mit laubabwerfenden Kletterpflanzen (Wilder Wein) verziert, kühlen diese im Sommer die Räume und bieten im Winter genügend Angriffsfläche für die Sonne, um die Räume gut zu erwärmen.

Hausmauern im Norden hingegen begrünt man mit immergrünem Efeu, damit die Wärme besser gespeichert werden kann, gleichzeitig vor allem im Winter auch vor Schall und Schmutz schützt!

Somit erfüllen Kletterpflanzen auch ihren „Umweltzweck“!

 

Wofür sind Kletterpflanzen im Allgemeinen geeignet?

Besonders gut sind Kletterpflanzen natürlich für Zäune, Fassaden und dergleichen geeignet, wo dementsprechende Rankhilfen bereits zur Technik des jeweiligen Objekts gehören, weil die wenigsten ihrer Art selbstkletternd sind. Daher eignen sich diese Pflanzengruppen ideal für kleine Gärten, weil gerade dort mit wenig Platz viel Optik geschaffen werden kann!

 

Es gibt aber jede Menge einjährige Kletterpflanzen, wofür verwendet man diese?

Gerade in den letzten Jahren sind einjährige Kletterpflanzen sehr stark in Mode gekommen. So z.B. besonders die beliebte Sundevilla (große, glockenartige Blüten!) Duft-Wicken, Schwarzäugige Susanne, Sternwinden, Feuerbohnen, aber auch Zierkürbisse, japanischer Hopfen usw.

Der große Vorteil solcher Pflanzen ist es, dass sie

- schnell zusätzliche Akzente schaffen,

- meistens anspruchslos gegenüber Boden und Bewässerung sind,

- keine Bindung bestimmter Plätze über Jahre schaffen,

- den ganzen Sommer lang blühen können!

Nachteilig ist natürlich, dass man sie im Herbst wieder herunternehmen muss und man oft eine Träne vergießt, wenn man schön blühende Einjährige dem Winter quasi zum Fraß vorwerfen muss!

 

Was bedeutet, Kletterpflanzen „frei aufzustellen“?

Seit ein paar wenigen Jahren hat man als Modeerscheinung etwas sehr effektvolles entdeckt.

Es werden - meist Holzsäulen auf verzinkten Schuh - Vorrichtungen im Boden befestigt, die solo in Eingangsbereichen oder im Garten stehen und dann mit Efeu, Rosen, Weinreben, Wilder Wein und dgl. bewachsen und so ein toller Zusatzeffekt erzielt. Man hat hier bedingt durch die Höhe der Säule bedingtes Pflanzenwachstum, kann das Darüberstehende wegschneiden und hält die Pflanze somit sehr gut in Schach, ohne zusätzlich sich Arbeit aufzuhalsen. Und darüber hinaus kann man den Standort und die Pflanzenauswahl dazu dem Geschmack überlassen!

 

Kann man Kletterpflanzen schneiden?

Die allermeisten, auch Rosen, Efeu, Wein und Co kann man, soll man und muss man jährlich schneiden, um das Wachstum in Grenzen zu halten und um junges, gutblüh- und wachstumsfreudiges Holz zu fördern!

Die besten Jahreszeiten sind Spätherbst und Frühjahr (Clematis!).

 

Pflege von Kletterpflanzen:

Falls man die Pflanzen nicht in Einzelgefäßen hat, sondern im Boden gepflanzt hat, ist die Pflege sehr einfach. Außer Schnitt und eventuell jährlichem, einmaligem Düngen mit einem organischen Volldünger (Biosol…) ist ein zusätzliches Bewässern nur bei sehr trockenen Standort bzw. im Frühjahr nah dem Durchtrieb notwendig, alles Übrige kann man sich sparen!

Einzig die Clematis braucht guten Untergrund und Nachdüngung im Sommer, besonders großblumige Hybriden!

 

Kletterpflanzen in Töpfen auf der Terrasse – ist das o.k.?

Natürlich kann man ein- und/oder mehrjährige Kletterpflanzen auf eine Terrasse stellen, um bestimmte Punkte oder Wände begrünen zu lassen. Man muss nur darauf achten, dass der Topf groß genug ist, weil man kaum die Möglichkeit hat, später die Topfgröße zu korrigieren.

Beim Umtopfen muss man meist die Pflanze komplett zurückschneiden, weil der Wurzelhals brüchig sein kann. Außerdem verletzt man die Pflanzen zusätzlich und viel Geduld und Mühe war umsonst. Winterschutz des Topfes (der Wurzeln wegen) kann erforderlich sein, weil die Pflanzen meist an eher trockenen (weil überdachten) Plätzen stehen.

 

Rankgerüst– ja oder nein?

Natürlich gibt es fertige Rankhilfen unterschiedlichster Ausführung, von Holz über Stahl bis Eisen, Kunststoff usw.

Empfehlungen sind hier kaum welche auszusprechen, weil jede was für oder dagegen hat!

Es ist nur eine Tatsache, dass bis auf wenige Ausnahmen jede Pflanze Kletterhilfe benötigt, es sei denn, sie hat wie eine „Wilder Wein“-Art selbsthaftende Füßchen, die die Wände hoch-„kleben“ können!

Die meisten brauchen also Hilfe und wenn nur die ersten 1-2 Jahre, bis sich die Pflanze je nach Art (Efeu!) selbst aus der Patsche hilft und an die Wand saugende Würzelchen entwickelt oder sich selbst Rankhilfen sucht, wo sich die Pflanze weiter schlingt, falls man sie vorher abschneidet, um dies zu unterbinden.

 

Die beliebtesten Kletterpflanzen:

Kletterrosen, Clematis, Efeu, Wilder Wein, Geißblatt, Winterjasmin sind die häufigsten!

Seltenere, aber am aufsteigenden „Ast“ im wahrsten Sinne des Wortes sind neben den einjährigen (oben beschriebenen) Kletterpflanzen auch die winterharten: Weinreben (!!), Kiwi (Strahlengriffel), Kletterhortensien, Trompetenblume und die Pfeifenwinde (Aristolochia).

Wände, Carports, Säulen, Hausmauern, alles soll „zweckmäßig“ begrünt werden.

zum Beitrag
Rosen
Pflanzenschutz
4.6.2021
Rosen und ihr „Hofstaat“

Die meisten Rosensorten bzw. –arten sind Veredelungen, einige aber auch wurzelecht. Das bedeutet, dass die Sorte mit ihren eigenen Wurzeln auf unseren Böden wachsen kann, andere (die allermeisten) wiederum sind auf Wildrosen (Rosa canina z.B.) veredelt, weil sie mit ihren eigenen Wurzeln nicht lebensfähig wären. Es nützt also nichts, wenn man den Steckling einer veredelten Rose in die Erde steckt, weil dieser nicht wachsen würde und wenn, dann nicht von langer Dauer.

Rosen sind auch ökologisch wertvoll. Viele Gartenbesitzer pflanzen Rosen ja nicht nur in schönen Rosenbeeten, sondern auch als Strauch in den Garten. Hier verwendet man klarerweise starkwüchsige Wildrosenarten, die meistens nur einmal im Jahr, dafür aber irrsinnig kräftig blühen und auch durch ihre Hagebuttenzierde große Bedeutung haben. Gezählte 103 Insektenarten, überwiegend Beuteinsekten können in solchen Wildrosenarten wohnen. Ganz zu schweigen vom Nahrungsangebot für die heimische Vogelwelt, das eine Wildrose bietet. Nutzinsekten wie die bekannte Schwebfliege oder der Marienkäfer fressen mit ihren Larven beispielsweise bis zu 400 Blattläuse in ihrer Entwicklung. Die Rose bietet nachgewiesen wunderbare Vermehrungsräume.

Die Grunddüngung muss nicht mit ausschließlich einem Rosendünger sein und monatlich wiederholt werden, nein, es genügt auch ein natürlicher Gartendünger wie Kompost und dann Rosendünger 2-3x im Jahrergänzen!

 

Pflanzung:

Die beste Anwachsgarantie ist die gründliche Bodenvorbereitung. Sich vergewissern, dass noch nie eine Rose auf der gewünschten Pflanzfläche gestanden hat, auch keine andere aus der Rosenfamilie wie z.B. ein Apfel- oder Birnbaum. Wichtig ist, dass der optimale Wasserabzug gewährleistet ist. Kordes, einer der weltweit berühmtesten Rosenzüchter sagte, dass Rosen keine Seerosen sind, das bedeutet, dass unter Umständen in tieferen Regionen (50 cm) eine Drainage mit Schotter oder Kieserfolgen sollte.

Dass die Pflanzfläche 2 Spaten tief umgestochen werden sollte ist ebenso wichtig wie die Einarbeitung von gut verrottetem Grünkompost oder/und frischen Pflanzhumus in Form von Rosenerde.

 

Rosen – als Kübelpflanze in Töpfen oder Trögen gepflanzt, ist in den vergangenen Jahren immer mehr zum Thema geworden, weil die meisten Gartenfreunde auch auf der Terrasse ihre Lieblinge nicht missen wollen.

Hier ist die Wahl eines tiefen Pflanzgefäßes das Um und Auf! Weiters die Verwendung des richtigen Rosensubstrates und die richtige Nachdüngung. Wird da gespart oder vergessen, ist es schnell vorbei mit der üppigen Pracht und die Pflanze kränkelt. Wichtig ist  die richtige Sortenwahl, weil nicht alle Sorten gleichermaßen dafür geeignet sind.

Und jetzt schon an den nötigen Winterschutz denken. Die Töpfe gehören dann im Herbst mit einem Winterschutzvlies eingepackt, damit erstens die Töpfe nicht springen und zweitens die Wurzeln nicht erfrieren und in weiterer Folge vertrocknen! Auch die Rose selbst gehört  im Topf um die Veredelungsstelle herumgeschützt, entweder mit Vlies, mit Stroh, aber auch mit Erde und dgl.

Der Pflanzenschutz ist stets ein heikles Thema. Die meisten wollen kein Gift spritzen, was von der Grundeinstellung auch richtig ist. Dennoch ist es bei uns in Tirol bei den sehr wechselhaften klimatischen Verhältnissen, aber für ein gesundes Rosenwachstum, das bis in den Herbst hineinreichen soll, fast unumgänglich etwas zu tun! Vorbeugung ist immer noch die beste Form der Heilung, vor allem gegen Mehltau- und Rostpilze sowie Sternrusstau. Besonders in Jahren mit starken Frühjahrsniederschlägen. Die biologische Bekämpfung wäre jene mit einem Präparat des Ackerschachtelhalmes (fertig als Tee im Handel oder selbst angesetzt), auch in Kombination mit dem guten, alten Bittersalz. Kupferspritzmittel zum Austrieb hin im Frühjahr ist ebenso sehr gut verwendbar und wehrt die erste Mehltaugefahr Anfang Juni gleich einmal ab!

Blattläuse sind mit Knoblauch- und Zwiebelbrühen ebenso bekämpfbar wie mit beispielsweise 10%iger Magermilch, die auch die Blattrollwespe bekämpft. Gegen Spinnmilben hilft der Ackerschachtelhalmtee ebenfalls, aber auch Brennessel-Wermuttee, auch sehr gut gegen Rosenzikaden, welche sich hüpfend auf der Blattoberseite fortbewegen und wie große Blattläuse aussehen.

 

Rosen wollen einen Hofstaat, das heißt Begleit-Pflanzen, die

1.     Während der Blühpausen der Rosen das Blühkommando übernehmen

2.     Durch Farben wie blau (Clematis, Rittersporn, Skabiose, Kornblume etc.), die es bei Rosen nicht gibt, die Rose in ihrer Schönheit noch mehr aufwerten

3.     Die durch diverse Inhaltsstoffe tierische Schädlinge fernhalten (Salbei, Schnittlauch, Katzenminze etc.)

Lavendel ist NICHT die optimale Begleitpflanze, auch wenn am häufigsten verwendet. Lavendel lieben nährstoffarmen, Rosen hingegen nährstoffreichen Gartenboden! Das macht den Hauptunterschied. Wo Rosen gut gedeihen, kann im Normalfall ein Lavendel nicht gut damit.

Begleitpflanzen und vieles mehr - Die meisten Rosensorten bzw. –arten sind Veredelungen, einige aber auch wurzelecht. Das bedeutet, dass die Sorte mit ihren eigenen Wurzeln auf unseren Böden wachsen kann, andere (die allermeisten) wiederum sind auf Wildrosen (Rosa canina z.B.) veredelt, weil sie mit ihren eigenen Wurzeln nicht lebensfähig wären.

zum Beitrag
Bienen
Nützlinge
Blumen / Blüten
28.5.2021
Artenvielfalt im Garten und am Balkon!

Einen „Artenvielfaltsgarten“ selbst anlegen!

Die meisten heimischen Schmetterlinge und Bienen ernähren sich von Blüten. Viele Pflanzen sind auf Schmetterlinge und Bienen als Bestäuber angewiesen und bieten den Nektar als "Gegenleistung" für den Pollentransport. Dieses über Jahrmillionen gewachsene Zusammenspiel wird heute oft gestört, zum Beispiel durch neue Pflanzen, die keinen Nektar geben und durch chemische Pflanzenschutzmittel, die den wertvollen Insekten schaden. Nur mit den richtigen Blüten kann man Schmetterlinge und Bienen in den eigenen Garten locken. Als Faustregel gilt: je vielfältiger ein Garten, desto attraktiver für die „Flieger“! Gärten, die nur aus kurz gemähter Rasenflächen bzw. Thujen-Hecken bestehen, eignen sich auch nicht für die ganzen Bestäuber.

Wild ist gut - kurz gemähte Rasen sind für Schmetterlinge und Bienen wie Wüsten, „wilde Ecken im Garten“ wie Oasen, die Natur weiß selbst, was am besten für sie ist. Ein Teilbereich des Rasens in eine nicht so häufig gemähte Blumenwiese umwandeln!

Nicht alles auf einmal mähen - um nicht auf einen Schlag den ganzen Lebensraum von Faltern und Raupen zu zerstören, sollten nicht alle Flächen gleichzeitig gemäht werden.

Auf heimische Pflanzen setzen - statt ausschließlich exotische Zierpflanzen im Garten zu pflanzen, lieber mit heimischen Pflanzenarten kombinieren, das schmeckt den Bienen und Schmetterlingen besser.

Verzicht auf Chemie im Hausgarten - blühende Pflanzen sollten niemals mit Insektenbekämpfungsmittel behandeln werden und auch Pflanzenschutz-Stäbchen für die Erde sind pures Gift für Bienen und Schmetterlinge! Ameisenköder, Wespensprays, Gelsenstecker und Fenster-Aufkleber gegen Fliegen sind ebenfalls giftig für viele Nützlinge. 

Wildblumenbeet anlegen

De einfachste Einstieg in einen schmetterlings- und bienenfreundlichen Garten ist ein Wildblumenbeet. Ein Wildblumenbeet kann man auch in großen Kübeln oder Blumentöpfen einsäen, z.B. für den Balkon!

Viele Wildblumen gedeihen am besten auf nährstoffarmen und mageren Böden. Wildblumenmischungen für Magerstandorte erbringen Nektar für viele Bienen, Falter und Futter für die Raupen vieler Arten.

Wer keinen nährstoffarmen Boden zur Verfügung hat, kann auch auf fetteren Böden ein Blumenbeet für Schmetterlinge und Bienen anlegen. Eine Wildblumenwiese wird sich jedoch nur dann auf Dauer halten, wenn dem Boden zur Abmagerung Sand oder Kies beigemischt wurde.

Auf nährstoffreichem Boden ist auch die Feuchtwiese eine gute Alternative. Ständig zugeleitetes Dachrinnenwasser reicht für die Etablierung eines Stücks Nasswiese aus. Hier können sich Hahnenfuß und Kuckuckslichtnelke halten und hier wächst auch der äußerst gut besuchte Baldrian.

 

Blumenwiese anlegen

Bei einer Wildblumenwiese gilt: Wichtiger als die Größe der Fläche ist die Qualität der Wiese. Für Bodenbeschaffenheit, Lage und passenden Pflanzen gelten bei Wiesen die gleichen Aussagen wie bei den Beeten.

Wie man erfolgreich eine Blumenwiese und -beet anlegen kann:

  1. Boden ca. 1-2 Spaten tief umgraben.
  2. Rasen, Pflanzenteile und Wurzeln entfernen und den Boden mit der Harke und einem Rechen durcharbeiten bis er locker und feinkrümelig ist.
  3. Auf mageren, nährstoffarmen Böden entstehen artenreiche Wildblumenwiesen. Im Garten kann dazu der Boden mit feinem Kies oder Sand vermischt werden (bis zu 50%!!).
  4. Die Blumensamen mit der Hand auf das Saatbeet streuen (eventuell zum gleichmäßigen Ausstreuen mit Sägemehl vermischen).
  5. Die Samen mit dem Rücken des Rechens leicht in den Boden eindrücken oder einklopfen. Nicht mit Erde abdecken, da sie nur im Licht keimen! Die Erde während der Keimzeit (ca. 4-6 Wochen) gut feucht halten.

Für den Anfang braucht es Geduld, denn die ersten Samen keimen erst nach einigen Wochen. Besonders Wildblumen wachsen langsam. Kommen unerwünschte Arten zuerst, diese mit der Hand regelmäßig entfernen. Erst nachdem die Pflanzen ihre Samen ausgestreut haben, sollte gestutzt oder gemäht werden. Die Mahd nicht liegenlassen, damit der Boden weiterhin nährstoffarm bleibt. Die beste Zeit dafür ist logischerweise das Frühjahr!

Balkon schmetterlings- und bienenfreundlich gestalten:

Wer keinen Garten zur Verfügung hat, kann natürlich auch den Balkon schmetterlings- und bienenfreundlich gestalten. Dauerhaft "einziehen" werden Schmetterlinge und Bienen auf dem Balkon vermutlich nicht. Aber als Raststation für vorbeifliegende Bestäuber sind Balkone sehr wichtig. Kletterpflanzen zum Beispiel sind ein Ruheplatz für Schmetterlinge, und die Blütenpracht bietet den Faltern reichlich Nahrung, beispielsweise Efeublüte im Herbst. Im Blumentopf mögen Schmetterlinge und Bienen alles, was duftet. Am besten Küchenkräuter wie Basilikum, Pfefferminze oder Salbei blühen lassen. Pelargonien und anderen Balkonblumen besitzen oft wenig Nektar  - sie bieten kein "Futter" für die Schmetterlinge. Ein Wildblumenbeet kann man auch in großen Kübeln, Blumentöpfen oder -kästen einsäen.

Die meisten heimischen Schmetterlinge und Bienen ernähren sich von Blüten. Viele Pflanzen sind auf Schmetterlinge und Bienen als Bestäuber angewiesen und bieten den Nektar als "Gegenleistung" für den Pollentransport.

zum Beitrag
Nützlinge
Schädlinge
Pflanzenschutz
21.5.2021
Feuchte Witterung = Blattlaus-Zeit

 

Blattläuse saugen Pflanzensaft und schwächen so die Pflanzen. Junge Triebe und Knospen sind besonders empfindlich und wegen des zarten Gewebes auch sehr beliebt, sodass die Blattläuse dort zuerst siedeln. Befallene junge Triebe verkrüppeln oder vertrocknen. Hinzu kommt, dass die Blattläuse Honigtau absondern, der die Blätter verklebt. Auf diesem Klebefilm siedeln sich die Rußtaupilze an, die die Blätter mit einer schwärzlichen Schicht überziehen. Diese „erstickt“ dann die Blätter.

Es gibt viele verschiedene Blattlausarten. Einige sind auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert, wie z.B. die Rosenblattlaus, die Apfelblattlaus, die Pfirsichblattlaus usw. Andere suchen dagegen verschiedene Wirtspflanzen aus wie z.B. die Salatwurzellaus, die von Salat zu Pappeln wandert und viele weitere Gartenpflanzen besiedelt. Sie kommen meist in großen Kolonien vor.

Sie vermehren sich in rasender Geschwindigkeit, eigentlich in Stunden. Die weiblichen Blattläuse bringen OHNE Befruchtung lebenden Nachwuchs zur Welt, sie sparen sich dadurch Partnersuche, Begattung und Eiablage. Wird es den Läusen zu eng, bilden sie schnell geflügelte Stadien aus und suchen sich neue Pflanzen. Im Sommer gibt es praktisch nur Weibchen, die Männchen braucht man dann für die Winterstadien. Sie begatten im Herbst die Weibchen, die Eier überwintern dann auf den Trieben, am Holz, am Stamm, auf Wurzeln, auf Pflanzenresten. Und Ameisen sind quasi der Hofstaat der Läuse – gibt’s auf einer Pflanze nichts mehr zu finden, tragen sie diese zur nächsten usw.

 

Es gibt viele Hausmittelchen

Ein alter, aber umso besserer Trick ist das Abspritzen mit eiskaltem Wasser, die abfallenden Läuse gehen nicht wieder rauf, leider erwischt man nicht immer alle.

Ein altes Mittel ist 1:10 verdünnte, angesäuerte Magermilch, da verklebt es die Viecher richtig!

 

Die wichtigsten Pflanzenauszüge sind:

Brennnessel: als Kaltwasserauszug (24h angesetzt) oder als Tee (mit heißem Wasser übergossen): 100 Gramm frische Brennnessel mit 1 Liter Wasser, kalt oder heiß, wie gesagt, je nach Herstellungsart.

Rainfarnbrühe: 10g getrockneten Rainfarn mit 1 Liter Wasser 24h stehen lassen, dann aufkochen, abkühlen und dann sprühen.

Knoblauchtee: 100 Gramm Knoblauch hacken, mit 1 Liter heißem Wasser überbrühen, ziehen lassen, dann sprühen.

Wermuttee: 5g getrockneten Wermut mit 1 Liter heißem Wasser, ziehen lassen, abseihen, sprühen.

Neem-Öl: im Handel gibt es auch Produkte auf Neemöl-Basis, welches das für Nützlinge schonendste ist!

Paraffin-und Rapsölprodukte: gut, aber leider nicht immer pflanzen- oder nützlingsschonend, dasselbe gilt für die gute, alte Schmierseife.

Blattläuse kann man auch „vertreiben“, z.B. mit Lavendel während dessen Blütezeit!

Vorbeugen kann man ebenso:

·       Wenig „treibende Dünger“ verwenden, besser den Mineralstoffhaushalt stärken, zB durch Kalk- oder Magnesiumgaben, weniger Stickstoff!

·       Nicht am späten Abend gießen und die Pflanzen dadurch „verwöhnen“

·       Die Pflanzen nicht unnötig stressen, nicht in der Sonne mit Wasser bespritzen!

·       Lausanfällige Pflanzen vermeiden

·       Duftpflanzen dazwischen pflanzen wie Salbei, Thymian, Lavendel usw.

·       Nicht in Bereichen spritzen, wo es nicht relevant ist wie beispielsweise in Gartenbereichen, die „unwichtig sind“, weil dort meistens die natürlichen Feinde zuschlagen und sich das bald reguliert hat (Stichwort Marienkäfer und deren Larven)

Nützlinge wie Florfliegen, Gallmücken und Schlupfwespen forcieren, nicht vernichten, sie sind wahre Blattlaushelden und besiedeln sich, wenn man chemiefrei arbeitet, fast von selbst!

Blattläuse saugen Pflanzensaft und schwächen so die Pflanzen. Junge Triebe und Knospen sind besonders empfindlich und wegen des zarten Gewebes auch sehr beliebt, sodass die Blattläuse dort zuerst siedeln.

zum Beitrag
Kräuter
Gewürze
14.5.2021
Basilikum - Sinnbild der mediterranen Küche

Was beeindruckend ist an dieser Pflanze, das ist die nicht wirklich so bekannte VIELFALT. Das „Königliche“ heißt es im Griechischen, bezieht sich auf den einzigartigen Geruch, der schier unverwechselbar ist. Jetzt erst fängt die Zeit an, aber auch nur in Tallagen, noch nicht wirklich weiter oben, ihn ins Freie zu geben.

Basilikum ist in den letzten Jahren ein wenig zur "einmal Ernte und weg" -Pflanze geworden, sehr zum Leidwesen des eigentlichen Stellenwerts der Pflanze!

Das einjährige Basilikum kann leicht selbst ausgesät werden. Da die Pflanzen recht frostempfindlich sind, werden sie frühestens Mitte Mai ausgepflanzt. Es empfiehlt sich, die Pflanzen im Topf an einem geschützten Ort zu halten, da sie im Garten gern der Schnecken zum Opfer fallen.

Basilikum möchte einen warmen und hellen Platz, welcher jedoch nicht in der prallen Sonne sein muss. Oft wird er auch zu wenig gegossen. In der heißen Jahreszeit verträgt er schon eine kräftige Wassergabe am Tag. Basilikum braucht auch im fortschreitenden Alter viele Nährstoffe, eine kleine Gabe Schafwolle kann viel Positives bewirken.

Basilikum am besten am Morgen ernten, dabei nur die Triebspritzen bis zu 2/3 der Pflanze entfernen, nicht bis zum Boden ratzeputz zurückschneiden, Blätter bei der Ernte nicht verletzen, sonst strömen die Duftstoffe zu schnell aus! Sobald die Pflanze gut angewurzelt ist und treibt, können sie beerntet werden. Dadurch wird ein schönes buschiges Wachstum gefördert. Am besten immer über einem Blattpaar abschneiden oder abzwicken, eben nicht zu tief, dann treibt er wieder gut nach!

In den meisten Fällen hält es nicht so lange, weil es im Topf einfach viel zu eng ist, das heißt, besser wäre es, es zu teilen nach dem Kauf und umzutopfen, was jedoch kaum wer macht.

Der mehrjährig wachsende (aber NICHT winterharte) Basilikum ist eine ganz spezielle und vielfältige Angelegenheit. Es hat einen sehr hohen Anteil an ätherischen Ölen und ist unten verholzt, verträgt mehr Stress! Es ist auch recht gut überwinterbar, nämlich an einem hellen, temperierten Platz bei 15°C. Dann kann man auch im Winter ernten. Temperaturen unter 10°C sind kritisch. Das Afrikanische Basilikum, wenn der Stängel schon gut verholzt ist, soll sich noch  leichter über den Winter bringen lassen als das Griechische- Strauchbasilikum.

Basilikum findet seine Verwendung in der Küche überall dort, wo man mediterrane Küche mag. Wenn man mit Basilikum würzt, lässt man meist andere Gewürze zur Gänze weg, da Basilikum selbst eine ganz besondere Geschmacksnote besitzt.

Man sagt, Basilikum eignet sich meist nicht besonders gut zum Trocknen. Das Aroma geht dadurch weitgehend verloren. Um auch im Winter dieses Gewürz zu genießen, legt man es in Essig oder Öl ein. Kräuteressig und Kräuteröle finden oft Verwendung. Auch als Würze beim Einlegen von Gemüse macht sich Basilikum sehr gut.

Andere wiederum sagen, es geht gut zu trocknen: die Blätter am Morgen ernten, so wenig wie möglich berühren, dünn auflegen, rasch trocknen und sofort vorsichtig abfüllen, dann bleibt Farbe bzw. Aroma erhalten.

 

Inhaltsstoffe und Wirkung:

Kohlehydraten, Protein, Vitamin A und Vitamin C

Wirkt antibakteriell, beruhigend, darmreinigend, krampflösend, schmerzstillend und hilft bei Blähungen, Magen- und Darmbeschwerden. Laut Wissenschaft ist der potentiell schädliche Stoff Estragol enthalten und daher eine dauerhafte therapeutische Anwendung von Basilikum heute nicht vertretbar. Vor allem Schwangere sollten es mit  diesem Gewürz nicht übertrieben, ist menstruationsfördernd und fördert angeblich bestimmte, wichtige Hormone!

 

Basilikum im Garten gegen Schädlinge:

Basilikum selbst ist geniales Schneckenfutter, selbst aber als Tee angesetzt ein wunderbares Mittel gegen Läuse, Spinnmilben und Weiße Fliege. 4 Esslöffelgehacktes Basilkum (egal, welches) mit 1 Liter heißem Wasser überbrühen, 20 Minuten ziehen lassen, abseihen, erkalten lassen und unverdünnt ausbringen!

 

Basilikumsorten bzw. –arten:

Ein Auszug!

Ocimumist der botanische Name. Es gibt viele rot- und grünlaubige Typen, alle sind extrem kälte- und frostempfindlich.

 

·       Zitronenbasilikum (- americanum)(einjährig)

·       Thaibasilikum

·       Cinnamon (riecht und schmeckt ein wenig nach Zimt)

·       Genoveser (- basilicum "Genovese") (einjährig) großblättrig

·       Palla (Bäumchenbasilikum) kleinblättrig, sehr kompakt, runder Aufbau, robust, ertragreich, selten erhältlich

·       Afrikanisches Strauchbasilikum (- kilimandscharicum x basilicum "Purpurescens") (mehrjährig) DAS BIENEN-BASILIKUM!

·       Griechisches Strauchbasilikum (mehrjährig) mit der Sorte Tauris, das beste seiner Zunft

·       Russisches Basilikum mit den Sorten Gorbatschow, Krim und ähnlich

·       Heiliges Basilikum: wird auch Samenvermehrt, ist zur Senkung des Cholesterinspiegels ausgezeichnet, aber auch zum Würzen, Ayourvedapflanze!

Was beeindruckend ist an dieser Pflanze, das ist die nicht wirklich so bekannte VIELFALT. Das „Königliche“ heißt es im Griechischen, bezieht sich auf den einzigartigen Geruch, der schier unverwechselbar ist.

zum Beitrag
Terrasse
Kübelpflanzen
7.5.2021
Unsere beliebten Terrassen- und Kübelpflanzen

Zum Muttertag sonnig und warm, also alles in Butter? Nein? Dann fehlt noch was. Kübelpflanzen wie Oleander, Sundevilla, Jasminbäumchen und Margeriten sind nicht nur allseits beliebte Terrassenpflanzen, sondern auch oft Mamas Arbeit und Liebhaberei.

UND: Sie sind das gewisse Etwas, der Tupfen auf dem I, das mediterrane, südliche Flair, das einen umgeben kann und nachdem wir uns grad jetzt so sehnen. Genauso wie Balkonblumen gehören sie dazu, die Kübelpflanzen.

Sie versprühen Urlaubsfreude, machen Lust auf Meer, Sonne, Sommer, Strand usw. Sie vermitteln positive Gefühle in Bezug auf Wohlfühleffekt zuhause im eigenen Garten und der dazugehörenden Terrasse, werten Hauseingänge und sogar kleine Balkone auf und dienen oft sogar als Raumteiler und Sichtschutz für bestimmte Bereiche.

Kübelpflanzen verschönern und beleben Eingangsbereiche, Terrassen- und Sitzplätze, gestalten Bereiche abwechslungsreich

• sind (meist) nicht winterhart, aber überwinterbar

• brauchen gewisse Grundpflege (Düngung, Bewässerung, Ausputzen verblühter Blütenstände)

• lassen sich überall verwenden. Es gibt sie für volle Sonne, aber auch für lichten Schatten.

• Sind oft das Tüpfelchen auf dem i auf Terrassen

• Überwinterung meist im Haus in kühlen, hellen Räumen, oft auch in Wintergärten

• Der richtige Dünger: Balkon- und Kübelpflanzendünger (gerne auch in Bioqualität!) mit erhöhtem Eisengehalt, vor allem bei Zitrusgewächsen.

Beispiele für volle Sonne:

Oleander: Früher Kübelpflanze Nummer 1 durch den starken Italienbezug. Braucht im Sommer viel Wasser, Dünger (2x/Wo), Verblühtes sollte herausgebrochen werden, Rückschnitt eher im Herbst denn im Frühjahr ratsam(sonst blüht er zu spät)

Sundevilla: mit großen, roten, rosa oder weißen Glockenblüten, ist eigentlich die Nummer eins geworden unter den Kübelpflanzen. Braucht viel Sonne und trotzdem nur mäßig Wasser, aber viel Dünger, eine richtige Augenweide auf der Terrasse! Bequem zu überwintern: hell und kühl!

Enzianbäumchen (Solanum rantonetti): dunkelblaue, runde Blüten, wird insgesamt bis 2,5m hoch, kann aber ganzjährig geschnitten und formiert werden; Verblühtes fällt ab (nicht putzen, dafür kehren!). Braucht täglich Wasser, 2x/Woche Dünger

Jasminbäumchen (Solanum jasminioides): Kletterer, der aufgebunden strauchförmigen Charakter besitzt; sehr populär durch dunkles Laub im Kontrast mit weißen Blüten; Ansprüche wie der Enzianbaum

Wandelröschen (Lantana): Blüten in kleinen Dolden unzählig über dem Laub stehend, starkwüchsig bis 2m hoch werdend; Verblühtes fällt selbst ab, verbleibende Samenstände können entfernt werden. Braucht täglich Wasser und fast 2-täglich Dünger. Sollte im Herbst geschnitten und formiert werden.

Margerite (Chrysanthemum frutescens): darf fast in keinem Haushalt fehlen. Weiße, gelbe oder rosa Blüten; als Hochstamm oder Busch; Verblühtes muss stets samt Blütenstiel herausgeschnitten werden; täglich Wasser und 2x/Woche Dünger. Rückschnitt im Laufe des Winters, nicht unbedingt gleich beim Einräumen notwendig.

Zitrusgewächse: brauchen den sonnigsten Platz; Symbol für den Süden; wöchentlich einmal Zitrusdünger, zusätzlich 3x pro Jahr Eisendünger; benötigen im Sommer meist trocken, im Winter hingegen niemals austrocknen lassen; Dezember bis Februar nicht düngen. Gießen mit Kalk armen Wasser, ansonsten gelbes Laub.

Feigenbaum (Ficus carica): braucht beim Austrieb Schatten, muss bereits im April ins Freie, ist sogar bei uns (fast) winterhart(ausgepflanzt in Tallagen). Braucht durchlässige, nährstoffreiche Böden. Fruchtgewinnung regelmäßig jedes Jahr sicher. Wird bis 2m hoch, verträgt die Sonne im Sommer gut.

Olivenbaum: kann ähnlich wie die Feige gesehen werden, braucht sonnigen, heißen Platz, kann fast draußen überwintert werden, auf alle Fälle aber im Winter kalt in der Garage oder am Dachboden. Wird immer beliebter!

Beispiele für Halbschatten:

Fuchsie: Sehr große Sortenvielfalt und immer noch sehr beliebt als Kübelpflanze für sonnige Eingangsbereiche. Selbstreinigend, Samenstände dann und wann entfernen. Gießen erst bei Austrocknung der Erde; durchlässiges, nährstoffreiches Substrat verwenden; braucht 2x/Woche Düngung. Rückschnitt im Laufe des Winters üblich, meist nicht beim Einräumen ins Haus.

Calla (Zantedeschia): trichterförmige, große Blüten in weiß, rosa und gelb; blüht bis Juli; regelmäßig Wasser (nicht austrocknen lassen) und alle 2 Wochen Dünger außer im Herbst (Ruheperiode).

Hibiscus rosa-sinensis (Chines.Eibisch): Malvengewächs als Kübelpflanze für luftfeuchtere, sonnige Standorte und ganzjährig gleichmäßiger Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Braucht im Winter helle, kühle Standorte um die 10°C, Rückschnitt jederzeit möglich. Blüht fast ganzjährig. Gefüllt blühende Typen sind regenempfindlich. Achtung! Lausgefahr! Monatlich frische Lausstäbchen in die Erde stecken!

Aktuell zu den Eisheiligen und zum Muttertag: Zum Muttertag sonnig und warm, also alles in Butter? Nein? Dann fehlt noch was. Kübelpflanzen wie Oleander, Sundevilla, Jasminbäumchen und Margeriten sind nicht nur allseits beliebte Terrassenpflanzen, sondern auch oft Mamas Arbeit und Liebhaberei.

zum Beitrag
Gemüsepflanzen
Tomaten
30.4.2021
Tomaten und anderes Fruchtgemüse

Tomaten sind -wie jeder Hobby-Gemüsegärtner weiß- meist etwas anspruchsvoller.

Vorurteile sind: “Die Blätter dürfen nicht nass werden, die Pflanzen müssen gestützt werden und überzählige Triebe (Geiztriebe), die keine Blüten tragen und senkrecht nach oben schießen, müssen ausgegeizt werden.“ Tomaten werden wie viele mediterranen Kulturpflanzen in vielen verschiedenen Sorten angeboten.

Fleischtomaten sind der Inbegriff der italienischen Kultur. Ligurisches Ochsenherz, San Marzano oder “Marmande” sind Begriffe, die man schon kennt. Das sind Fleischtomatentypen, der Sortenzahl aber ins unermessliche geht. Eine Sorte, die heuer an vielen Schulen getestet wird, ist „Supersteak“, da wird geschaut, welcher Schüler die größten Früchte erntet! Eine Riesenfleischtomate, deren Früchte 500g und mehr wiegen werden.

Bei uns haben allerdings Rispen- und Salattomaten eher das Wort und am meisten die kleinfruchtigen, die sehr unkompliziert sind, die Früchte sind 15 - 40g schwer. Alle wachsen auf Stab oder Schnur, im Freien (geschützt) oder im Gewächshaus, sogar Tomatenhäuser sind gebräuchlich. Cherrytomaten gibt es auch total unkomplizierte, wo man NICHTS tun muss außer pflanzen, nämlich Buschtomaten oder auch neuerdings Bodendeckertomaten, die wie Erdbeeren wachsen.

Ausgeizen bedeutet, dass man alle senkrecht wachsenden Triebe, die aus den Blattachseln kommen – abseits des Haupttriebes – entfernt, das sollte man von Beginn an beherzigen und wöchentlich drauf schauen. Bei sogenannten Veredelungen – die Sorte wird auf eine Wildtomatenart aufgepfropft und ist dadurch wüchsiger, robuster, stabiler – kann man auch zweitriebig hochziehen und hat dadurch wesentlich mehr Ertrag bei selbem Aufwand.

Tomatenpflanzen brauchen extrem viel Dünger, man sollte regelmäßig mit organischen Düngern wie Schafwolle, Hühnermist, Kompost, was alles direkt in die Erde eingemischt wird.

Gegen die berüchtigte Krautfäule, die ab der Morgentauphase beginnt,  wird vorbeugend alle 2-3 Wochen Schachtelhalmtee gespritzt (=Zinnkraut), aber auch Kalkgaben und Steinmehl werden verabreicht,  regelrecht einstäuben und auf die Erde geben, Letzteres im Monatsrhythmus.

Die Artischocke ist ein Distelgewächs, das sich in Italien, dann in Spanien und Frankreich zum Feinschmeckergemüse entwickelte.

Die Artischocke ist eine Staude, die mit einem bis zwei Metern recht hoch werden kann. Von jeder Pflanze können etwa drei bis vier Jahre lang Erträge erwirtschaftet werden. Die Pflanze hat große, gefiederte Blätter, darüber entwickelt sich die prächtige und schmackhafte Blüte. Braucht sehr sonnigen, warmen Standort, blüht aber auch im Halbschatten!

Obwohl Auberginen (Melanzani) exotisch wirken, sind sie leicht zu ziehen und pflegeleicht zu kultivieren. Sowohl Wasser- als auch Düngebedarf ist ähnlich wie bei Tomaten. „Black is beautiful“ hat es früher mal geheißen, mittlerweile gibt es viele andersfarbige tolle Kreuzungen wie eine weiße, eine hell-lila Sorte, sogar zigarrenförmige, die man ein paar Minuten auf den Grill legt und wie einen Snack verspeist.

Die Aufzucht von Auberginen erfolgt genauso wie die Aufzucht von Tomaten. Auberginen müssen noch sonniger stehen als Tomaten und ebenfalls gestützt werden. Aufgrund der Wärmeliebe eignet sich zumindest für die frühen Monate auch ein Kleingewächshaus. Ab Ende Mai können Auberginen auch im Freien gehalten werden. Vorsicht: unreife Früchte sind leicht giftig und sollten nicht verzehrt werden, reifen nur schwer nach, bei Tomaten reifen grüne nach.

Paprika gibt es in unzähligen Varianten, einmal mild und einmal scharf… und alle Nuancen dazwischen.

Paprika brauchen weniger Dünger als ihnen nachgesagt wird, wichtig ist eine gute Pflanzerde, meist sind normale Gartenböden zu kalkreich, Paprika sind eher kalkempfindlich, daher eine gute Gemüseerde verwenden, die vom Säuregrad her leicht sauer ist.

Für die Topfzucht eignen sich insbesondere Paprikasorten wie “Snacksorten“, die kleinfruchtig, aber reich an Ertrag sind und auch hier Sorten, die wir von früheren Urlaubsreisen nach Italien, Kroatien und Griechenland kennen, aber auch Türkei. Da sind Riesenpaprika wie Dulce Italiana oder auch der typische Grillpaprika Poxigo ein großer Begriff. Türkische Spitzpaprika sind mild bis leicht scharf, grad das richtige für die Jause.

 

Das Gemüse des heurigen Jahres 2021 in Tirol ist die „Süße Kathi“, eine Süßkartoffel. Diese wachsen auch in unseren Breitengraden ausgezeichnet und liefern kohlehydratreiche, gesunde „Riesenkartoffel“, die nicht angehäufelt werden müssen, sogar in großen Töpfen wachsen und kaum Krankheiten kennen. Einfach einpflanzen, Schafwolle dazu und wachsen lassen – der Standort muss aber WARM sein. Ernte ist im Herbst. Verwendung ist wohlbekannt, sowohl als Suppe, als Beilage, als „andere Pommes“ usw. bekannt.

Gemüse des Jahres 2021: Die Süße Kathi!

zum Beitrag
Balkonblumen
Bienen
Umweltschutz
23.4.2021
Einen Bienen-Eldorado auf Terrasse und Balkon

Honigbienen und ihre wilden Artgenossen benötigen, so wie wir Menschen auch, für ihr Überleben energiereiche Nahrungsquellen. War das über Millionen von Jahren kein Problem, so ist das Angebot während der letzten Jahrzehnte weltweit dramatisch rückläufig geworden. Nektar und Pollen sind aus vielen Gründen kaum noch vom zeitigen Frühling bis in den Herbst hinein in ausreichender Menge verfügbar, und Bienen und andere Bestäuber finden nur dann ein für ihr Überleben ausreichendes und vor allem auch rückstandsfreies Nahrungsangebot vor, wenn wir für sie überlebenswichtige Trachtpflanzen ganz bewusst bereithalten, wo immer es in unserer zubetonierten Welt dafür noch Möglichkeiten gibt.

 

Aber wer hat schon einen großen Garten? Für nicht wenige besteht das Gartenglück oft nur aus einem winzig kleinen Balkon oder einem Fensterbrett. Und trotzdem sollte und möchte man mittun und auch einen Beitrag leisten, um Biene  & Co das Überleben zu erleichtern. Wenn jedoch unser Engagement, unabhängig von der Größe unseres Balkons, wirklich etwas bringen soll, dann heißt es zwangsläufig, mit gärtnerischer Raffinesse ans Werk zu gehen. Je begrenzter die Möglichkeiten, umso ausgeklügelter die Gestaltung.

 

Damit ein Balkon mit geringem Platzangebot den ganzen Sommer über bis in den Herbst hinein sowohl Bienen als auch uns Freude bereitet, greift man am besten zu einjährigen, speziell für die Balkonkultur gezüchteten Pflanzen. Von Jahr zu Jahr werden mehr bienenfreundliche Balkonblumen angeboten, mit denen man „Klassiker“, wie Pelargonien oder Surfinien, auf die man ihrer unbestrittenen Fernwirkung wegen vielleicht nicht ganz verzichten möchte, zumindest „unterfüttern“ und ergänzen kann. Beide sind zwar altbewährt, liefern aber keine Bienennahrung, ausgenommen Wildpelargonien, die Besuch von Schwebfliegen erhalten. Zur Gewissensberuhigung pflanzt man dann am besten den unermüdlich blühenden Duftsteinrich (Lobularia marittima), auch als Steinkraut oder in Tirol als „Biene Maya“ bezeichnet, als Bienenleckerbissen dazwischen.

 

Auch die blütenreichen Bidens, eigentlich heißen sie ja „Zweizahn“, eignen sich dafür. Man pflanzt sie allerdings besser in einen eigenen, nicht zu kleinen Topf, da sie in einem Blumenkistchen wahre Nährstoffräuber sind. Hübsche Effekte erzielt man auch mit der im leisesten Windhauch tanzenden Prachtkerze (Gaura lindheimeri), die reichlich Bienenbesuch erhält.  

 

Einen nervenberuhigenden und zur entspannten Bienenbeobachtung geeigneten Erholungsort kann man mit einer blauen Balkonbepflanzung schaffen, für die Fächerblume (Scaevola Blume des Jahres 2021 in Tirol), Eisenkraut (Verbena), einjähriger Mehlsalbei (Salvia farinacea), Männertreu (Lobelia erinus), die stark duftende Vanilleblume (Heliotropium arborescens) oder die hübsche Kapaster (Felicia amelloides) attraktiv kombiniert werden. Dies trifft auch auf weiße Blüten, wie den „Weißen Willi“ zu. Er wird auch als Bienenschleierkraut oder Zauberschnee bezeichnet, ist überaus wüchsig und pflegeleicht, entwickelt aber im Laufe des Sommers zunehmend Platzbedarf. Eine lange Blütezeit hat das anspruchslose Kapkörbchen (Osteospermum), das mit heißen Standorten zurechtkommt, während sich Knollenbegonien eher im Halbschatten wohlfühlen. Sie tragen zweierlei Blüten, gefüllte männliche und ungefüllte weibliche. Zur nahen Betrachtung auf kleinen Balkonen eignet sich auch der Elfenspiegel (Nemesia), der ebenso wie der ihm ähnelnde Elfensporn (Diascia) in vielen Farben angeboten wird. Die den ganzen Sommer über mit kleinen weißen Blüten aufwartende hübsche Schneeflockenblume (Sutera duffusus, früher Bacopa) wächst gerne hängend, während Tagetes, von denen man nur ungefüllte Sorten, z.B. Tagetestenuifolia, verwenden sollte, immer aufrecht stehen.

 

Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich auf Balkon und Terrasse auch die so bezeichneten Snack-Gemüsearten wie Chili, Kirschtomaten, Minipaprika und -gurken usw., von denen wir allerdings nur dann ernten können, wenn vorher fleißige Bestäuber am Werk waren. Aber auch viele bienenfreundliche Kräuter fühlen sich hier ausgesprochen wohl und sind zudem vor Schnecken sicher.

 

Last but not least gibt es zwei absolut unverzichtbare „must's“, sowohl für Bienen- Neueinsteiger wie erfahrene Routiniers. Beide lassen sich auf Balkon oder Terrasse, und zur Not auch auf einem Fensterbrett halten, und werden von Sommermitte bis zum Frost von Bienen aller Art gestürmt. Das ist einmal das nur einjährige Afrikanische oder Blaue Basilikum (Ocimum basilicum), und dann die mehrjährige Bergminze, auch als Steinquendel bekannt (Calamintha nepeta).  Ihre unzähligen, für das menschliche Auge eher unspektakulären Blüten sind für Bienen das Eldorado schlechthin. Beide sind wetterfest und auch ohne besonders grünen Daumen zu halten.

 

Eines soll aber nicht verheimlicht werden – wer bienenfreundlich pflanzt, muss ab und zu zur Gartenschere greifen und befruchtete Blüten ausschneiden, wenn unsere Balkonblumen bis zum Herbst durchblühen sollen. Aber viel Samenansatz ist ein untrügliches Zeichen für viel Bienenbesuch und dokumentiert unsere erfolgreiche Bienenverköstigung.

 

Wer sich mit Biene & Co noch nie näher befasst hat, der wird der Idee, ihnen auf dem Balkon einen Festschmaus anzubieten, anfangs vielleicht zögerlich gegenüberstehen. Aber Bienen sind äußerst friedfertige Tiere und einzig und alleine darauf konzentriert, ihr Volk, die Bienen, mit Nektar und Pollen zu versorgen. Sollten Sie also die Möglichkeit haben, pflanzen Sie unbedingt bio-bienenfreundlich. Was übrigens keineswegs ausschließt, dass beim Bienenfüttern nicht auch für uns ein bisschen Seelennahrung in Form von Farbe, Duft und Schönheit abfällt.

 

Wenn Sie mehr über Biene & Co und ihre Bedürfnisse erfahren möchten, sollten Sie „Bienenparadies Biogarten“ lesen.

Auszug aus unserem Buch „Bienenparadies Biogarten“ und Artikel in der ORF Nachlese

zum Beitrag
Gemüsepflanzen
Kräuter
16.4.2021
Ungebrochener (Selbstversorger-) Boom: Hochbeet

Hochbeete gibt es aus unterschiedlichsten Materialien, der Klassiker ist aus heimischen Nadelhölzern wie Lärche, Zirbe, Tanne oder Fichte, letzteres eher selten. Es ist rechteckig, allerdings neuerdings auch rund angefertigt. Weitere Materialien sind Stein, (Gott sei Dank immer seltener aus) Kunststoff, aus Blech, Ziegel, aber auch aus Weidengeflechte, wer es sehr eng mit der Natur hält. Der Inhalt ist das Wichtigste und der daraus resultierende „Hochbeeteffekt“, der ja einige Jahre anhält.

Ein Hochbeet ist ja ein Biotop (ja, ist es wirklich - Teiche sind z.B. Feuchtbiotope), das künstlich angelegt wird, meist in den Maßen 3m lang, 0,8m hoch und 1 - 1,20m breit, so, dass man noch bequem in die Mitte langen kann. Man kann es sich von jedem Hobbybastler oder Zimmerer/Spengler, je nach Material aufstellen lassen, aber auch Fertigteile nehmen. Im Garten 5 - 10cm tief eingraben, ansonsten aber auch auf die Terrasse einfach aufstellen (Statik beachten!), besser auf den Fliesenboden wegen des Wasserabzugs.

Mit dieser Größe kommt man – ohne Tomaten/Zucchini/Gurken und mit wenigen Gewürzen/Kräutern gerechnet – als 4-köpfige Familie so halbwegs gut über die Runden!

Was ist drin im Hochbeet?

Richtigerweise wird es unten mit einem Hasenstallgitter (Mäuse) ausgekleidet, dann an den 4 Innenwänden eine Noppenfolie (wegen des Holzes), danach erfolgt der schichtweise Aufbau, wobei von unten nach oben die Schichtdicke abnimmt, aber da ist man recht flexibel:

Unterste Schicht 20 - 25cm mit grobem Strauchschnitt (aus Gartenrückschnitten), dann drauf feiner Strauchschnitt und Laub (15-20cm), dann Gartenerde (10-15cm), dann abgelagerter Kompost (10-15cm) und dann drauf z.B. Gemüseerde (10cm).

Der Aufbau geht dahingehend, dass die unteren Schichten die Rotteschichten sind, da Wärme frei wird und somit ein Mikroklima erzeugt, das 5 - 8°C höher liegt als normal, die Pflanzen früher dran und robuster sind. Das ist der besagte „Hochbeeteffekt“.

Vor- und Nachteile?

Der Vorteil ist die Verfrühung, das „Nichtbückenmüssen“ (Kreuz), das bodenneutrale Arbeiten, das Gesundbleiben durch das naturnahe Anbauen.

Der Nachteil ist, dass alle 5 - 6 Jahre das Hochbeet ausgeräumt gehört, weil sonst der Effekt durch das Fertigverrotten der untersten Schichten nicht mehr gegeben ist. Oder man nimmt es dann als normales Gemüsehochbeet her, ist dann aber kein typisches und sinngemäßes mehr, man braucht sich aber wenigstens nicht mehr zu bücken.

Tipp:

Die oberste Schicht gehört jährlich mit einer dünnen Kompost-Schicht (1-2cm) und einer Gemüseerde-Schicht (meistens wieder 10cm) ergänzt. Die Schichten durch ein eventuelles Umstechen nicht vermengen! Daher nur aufhacken oben, die unteren Schichten sind locker genug, da braucht man nicht umzustechen!

Welche Gemüse und Kräuter kann man pflanzen?

Im Grunde genommen alle Salate, Kohlgemüse, Erdbeeren, Porree, Radieschen, Karotten, Vogerl, Mangold, Spinat, diverse Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Oregano, Majoran etc., aber auch schwachwüchsige Strauchtomaten und ebensolche Zucchini und Gurken, die es züchterisch mittlerweile auch gibt.

Mini-Zucchini tun es auch für die meisten.

Hochbeete gibt es aus unterschiedlichsten Materialien, der Klassiker ist aus heimischen Nadelhölzern wie Lärche, Zirbe, Tanne oder Fichte, letzteres eher selten.

zum Beitrag
Umweltschutz
Boden
Erde
8.4.2021
Torf ja oder nein?

Torf ja oder nein?

Torf sparen – „nur“ zum Schutz der Moore!?

Moore, speziell Hochmoore zu erhalten, gehören zu den größten Aufgaben des Klimaschutzes. Moore machen etwa drei Prozent der weltweiten Landfläche aus, speichern aber 30 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs – doppelt so viel wie alle Wälder zusammen. Moore werden entwässert, darauf gewachsener Torf wird gewonnen und verwendet für gartenbaulich genutzte Substrate, aber nur zu einem recht geringen Anteil. Torf ist immer noch ein wichtiges Heizmaterial, was dem ganzen einen noch negativeren Anstrich gibt. Wir zerstören unser funktionierendes Ökosystem nachhaltig, wenngleich der Raubbau nicht mehr in dem Maße stattfindet, wie er es vor 30-40 Jahren getan hat. Moore werden wieder vernäßt, zumindest in wichtigen Produktionsländern wie Deutschland.

Dennoch muss es uns zu denken geben und nach Alternativen Ausschau gehalten werden und dem Ganzen auch die Chance gegeben werden – zum Wohle unserer Nachkommen. Bis neues Moor entsteht, dauert es 40.000 Jahre und länger.

Der Aspekt, dass auf Torf im Profi- und Hobbygartenbau verzichtet werden kann, ist hier noch gar nicht berücksichtigt.

Es geht im ersten Schritt vielleicht gar nicht darum, komplett zu verzichten, auch wenn es möglich wäre… aber noch nicht realistisch. Am Beispiel der Schweiz sieht man, dass es wichtig ist, die Torfmengen in den Substraten, auch im Hobbybereich, die gut ein Drittel des Gesamtbedarfs ausmachen, zu reduzieren. Die meisten Torfe stammen aus dem Baltikum, weite Transportwege sind zusätzliche Belastung, daher will man einen schrittweisen Ausstieg aus dem Torfimport bis 2030 erreichen, das sind hochgesteckte Ziele, die kaum realisierbar sind. Die Lobby ist noch zu stark, auch der Mangel an dauerhaft zuverlässigen Ersatzstoffen ist Fakt, um zumindest europaweit den Durchbruch zu schaffen.

Es kommt auf jeden einzelnen an, sich Gedanken zu machen und an und mit Alternativen zu arbeiten, einige wenige Gärtner zeigen, dass es möglich ist und die Qualität der Pflanzen nicht leidet, im Gegenteil.

Ohne Torf gezogene Pflanzen sind robuster, stabiler, weisen weniger Schädlinge auf und sind nachweislich resistenter gegenüber Hitze, Trockenheit und Kulturfehler.

Dennoch kann man nicht einfach „aussteigen“, man braucht gewisse Erfahrung und den Mut, dies durchzuziehen, allerdings ist der Hobbygärtner oft einen Schritt voraus und beweist: ja, es kann funktionieren und ja, ich will OHNE Torf im Garten und auf der Terrasse auskommen und nein, ich habe KEINE Vorurteile und behaupte auch nicht, dass torffreie Erde schlecht riecht… das wird dem ganzen nämlich am Häufigsten nachgesagt.

Wichtig ist, die „richtige Erde“ zu haben, weil davon hängt der Erfolg eines gesunden Pflanzenwachstums aus.

Aber: Was sollte eine „normale“ Blumenerde beinhalten und welche Eigenschaften sollte sie haben? Wie erkenne ich „gute“ von „schlechter“ Erde auseinander?

Gewöhnlicher Gartenhumus ist für eine Pflanzung in einem Topf kaum bis gar nicht geeignet. Für Pflanzungen direkt im Garten ist allerdings eine gute Gartenerde IMMER geeignet und sogar notwendig! Die Grundfarbe ist dabei nicht grau, sondern dunkelbraun, bisweilen fast schwarz, allerdings von guter, krümeliger Struktur. Sie kann einen geringen Anteil an Steinen (Mineral) und anderen Materialien aufweisen, aber nicht durchzogen. Schotter und dergleichen darf dann nur in Erde drin sein, die beispielsweise für „magere“ Beete bestimmt ist, wie z.B. Steingärten, Kiesbeete und dgl. Viele Pflanzen brauche ihr eigenes Medium, die meisten in unseren Breiten wachsen jedoch am besten in guter Gartenerde.

Meistens meinen die Gartenfreunde es mit ihren Pflanzen zu gut und übervorteilen sie mit „guter Erde“, die sie dann letztendlich gar nicht brauchen würden.

Wichtigste Inhaltsstoffe:

1) Weißtorf: war bisher stets der Hauptbestandteil der meisten Blumenerden, vor allem der qualitativ hochwertigen, was sich heutzutage wie beschrieben aber geändert hat. Weißtorf ist strukturstabil, Wasser haltend und bringt viel organisches Material in die Erde und somit in den Boden. Pflanzenwurzeln können sich optimal in Weißtorf bewegen.

2) Schwarztorf: sollte anteilig drin sein, um das  Substrat schwerer zu machen und die Struktur etwas zu verfeinern. Wird vor allem für Grab-, Auspflanz- und Aussaaterden verwendet.

3) Rindenhumus: ist quasi das Endprodukt fermentierter und kompostierter Rinde. Er ist praktisch frei von Gerbstoffen und –säuren und kann anteilig problemlos als Schwarztorfersatz verwendet werden, läßt sich bei Austrocknung aber nur schwer wieder vernässen. RH ist gütegesichert im Handel erhältlich und kann in losem Zustand auch zur Bodenverbesserung für Gemüse-, Blumen- und teilweise auch Moorbeete herangezogen werden.

4) Grüngutkompost: sollte nur bis zu 25% im Substrat verwendet werden, speziell hauseigener. Es sind meist viel zu hohe Salzgehalte enthalten und es kann zu starken Mißbildungen der Pflanzen kommen, speziell wenn Hausabfälle mitkompostiert wurden. Grünkompost, also jener aus Grünschnitt, wird speziell zur Bodenverbesserung verwendet. Aber aufgepaßt auch auf Unkrautsamen! Im handelsüblichen, in Säcken abgefüllten Kompost ist natürlich kein Unkrautsamen enthalten.

5) Holzfaser: ist ein Torfersatzstoff, welcher unter starkem Maschineneinsatz hergestellt wird und als echter Torfersatz zu sehen ist, besonders was seine stabile und faserige Struktur angeht. Die ausschließliche Verwendung von Holzfaser (auch bekannt als Toresa) in der Blumenerde wäre aber (noch) zu teuer und hätte auch Nährstoffmängel infolge einer Stickstoffimmobilisierung zur Folge. Zudem ist der pH-Wert nicht wie beim Torf im sauren, sondern im neutralen Bereich angesiedelt.

6) Ton: ist Lehm in granulierter Form und dient als längerfristige und dauerhafte Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeitserhöhung. Er ist in guter Blumenerde bis zu 15% beinhaltet und ist ein absolutes Qualitätskriterium! Verbessert die Wiederbenetzbarkeit.

7) (Bio)Dünger: sollte als Vorrats- und Depotdünger beinhaltet sein, zumindest in jenen Erden, die zum Pflanzen und nicht zum Aussäen gedacht sind. Eine gute Grunddüngung ist Voraussetzung für den Wuchserfolg der Pflanzen.

8) Zuschlagstoffe: wie Sand, Perlite und andere mineralisch Ähnliche dienen der Auflockerung und guter Wiederbenetzbarkeit der Erde. Besonders bei Kakteen- und Orchideenerde sind diese drinnen, aber auch in Aussaaterden und dgl. Maximaler Zuschlag sollten 5 - 7% sein.

9) Kalk: ist so etwas wie ein pH-Wert-Stabilisator, quasi ein Katalysator, der Einfluss auf die Qualität und den Säuregrad nimmt, ohne selbst beeinflusst zu werden! 3-4kg pro m³ Substrat, sprich eine Hand voll auf 20l Torf, wenn man selbst was mixen will.

10) Holzhäcksel: ist gehäckseltes Fichtenholz mit niedrigem pH-Wert, geringer Wasserspeicherkapazität, es lockert aber das Substrat ungemein. Bis zu 25mm große „Scharten“. Hohe N-Immobilisierung!

11) Kokosfasern/Kokosmark/Kokoshäcksel: aus dem Mesocarp (Hülle) der Kokosnuss, beste Eigenschaften als Torfersatz, aber der ökologische Fingerabdruck macht zu schaffen… Import aus Ceylon, Sri Lanka, oder Indien in den meisten Fällen, auch hier gibt es natürlich gewisse Bedenken, wenngleich die Gütesicherung mittlerweile gewährleistet ist.          

12) Bims und Schaumlava („Leca“): hohe Luftkapazität, geringe Wasserspeicherkapazität, macht das Substrat schwer, gut für grobe Substrate, lange Standzeiten (Zitrus), Dachsubstrate etc.

13) Miscanthus-Schilf: ist ein nachwachsender, auch in Österreich erzeugter Rohstoff, der vereinzelt auch schon in Substraten verwendet wird. Hier wird sich die Wissenschaft hin orientieren müssen, da Schilfhäcksel sehr positiv Eigenschaften für die Pflanzen aufweist und große Chancen für heimische Erzeuger birgt.

     

Was ist in welchem Substrat enthalten? Sinn und (manchmal auch) Unsinn von Spezialerden

Es ist sicher nicht notwendig, für jedes Pflänzchen sein eigenes Süppchen parat zu haben, sprich die eigene Erde, aber es sollte schon so sein, der Pflanze das für sie ideale zu geben, nicht das billigste oder einfachste. Bio-Universalerden erfüllen für den Großteil der Pflanzen ihren Zweck. Ein wichtiger Hinweis ist die Lagerung: dunkel, im Sack verschlossen und kühl gelagert, innerhalb eines Jahres verbraucht, ist mehr als ein Tipp! Rhododendron, Kakteen, Orchideen, Kräuter, Aussaat-Erden ja, andere zumindest in Frage stellen….

Kann man sich eigentlich sein eigenes, torffreies Substrat mixen?

Ja, man kann. Ein Standardsubstrat zum Beispiel wäre eines aus  30-35% Rindenhumus, 15-20% GUT verrotteter Kompost, 10% Schilfhäcksel (Bsp), 5% mineralischer Zuschlagstoff wie Bims oder Sand, 30% Holzfaser oder Holzhäcksel.

Die Nachdüngung muss dann sehr Stickstoff betont sein. Wichtig ist ein hoher Anteil an beispielsweise Schafwolle (erhältlich in Form von Pellets) (bis zu 4kg/m³), aber auch andere handelsübliche, organische Stickstoff-Dünger.

Mit solch einem Substrat macht es Spaß, seine Pflanzen zu ziehen!

Thema in der Gartenedition „Gartenglück“ (ORF Nachlese). Geht es auch ohne Torf im Garten und auf der Terrasse?

zum Beitrag
Blumen / Blüten
Frost
Duftende Pflanzen
2.4.2021
Pflanzenportrait: Eine elegante Schönheit namens Magnolia

Eine der weitverbreitetsten Ziersträucher, die dennoch nicht „abgedroschen“ ist, jedes Jahr, genau um diese Zeit, versetzt sie durch ihre tolle Blütenpracht und Eleganz ins Staunen und man spürt: jetzt geht`s los mit dem Gartenjahr. Leider hat sie ihre Tücken, oft wird durch Spätfröste, wie er jetzt bevorsteht, der Blütenflor zerstört. Wollen wir hoffen, dass sie noch knospig ist, weil dann übersteht sie den kommenden Kälteeinbruch nächste Woche gut.

Die am weitesten verbreitete und prachtvollste Magnolie ist die Tulpen-Magnolie (Magnolia soulangeana). Sie ist gleichzeitig eine der ältesten Magnolien-Züchtungen überhaupt und entstand um 1820 im Königlichen Gartenbauinstitut Fromont bei Paris. Die Tulpen-Magnolie kann wie die meisten Magnolien mit den Jahren stattliche Ausmaße erreichen – acht bis zehn Meter breite Kronen sind bei rund 50 Jahre alten Pflanzen keine Seltenheit. Die hellrosafarbenen, tulpenförmigen Blüten erscheinen im April vor dem Laubaustrieb in unglaublicher Fülle.

Magnolien sind durch ihre in den Blättern gewonnenen Alkaloide in der TCM-Medizin sehr verbreitet, die Alkaloide helfen bei hohem Blutdruck, Schlafstörungen, Hustenreiz, Magen/Darmproblemen. Die Blüten sind essbar und werden manchmal gebacken angeboten, vor allem die aufgehenden Blüten, sind in China und Japan weitverbreitet.

Standort und Boden

Man gönnt Magnolien im Garten einen Logenplatz in Einzelstellung und kalkuliert unbedingt genügend Standfläche ein, denn viele Arten und Sorten gehen im Alter in die Breite. Je nach Sorte sollte die Krone zu allen Seiten drei bis fünf Meter Platz haben, um sich auszubreiten. In Mitteleuropa bereiten Spätfröste der Blütenpracht der Magnolien leider oft ein jähes Ende – die Blütenblätter verfärben sich dann binnen weniger Tage braun und fallen zu Boden.

Besonders spätfrostgefährdet ist die Tulpen-Magnolie, die meisten anderen Sorten vertragen ein paar Minusgrade, ohne gleich ihre Blütenblätter abzuwerfen. Als besonders frosthart gilt die Stern-Magnolie (Magnolia stellata), insbesondere die Sorte 'Royal Star'. Auch die Blüten der mit rund drei Metern Wuchshöhe und -breite kleinsten Frühlingsmagnolie zeigen die höchste Frosttoleranz, da sie sich oft schon Anfang März öffnen.

Grundsätzlich bevorzugen alle Magnolien einen warmen, vor kalten Winden geschützten Standort. Der Boden sollte gleichmäßig feucht, humusreich und möglichst leichtsauer (kalkfrei) sein. Auf Sandböden ist die Frosthärte im höher als auf feuchten, nährstoffreichen Lehmböden. Letztere sollten daher mit Sand, Kompost und Lauberde verbessert werden.

 

Pflege und Schnitt

Einmal gepflanzt, sorgen Magnolien viele Jahrzehnte lang für überreiche Blütenfülle. Sie werden von Jahr zu Jahr schöner und kommen mit einem Minimum an Pflege aus.

Das Wurzelwerk der Magnolien verläuft sehr flach durch den Oberboden und reagiert empfindlich auf jegliche Art von Bodenbearbeitung. Daher sollte man die Baumscheibe nicht mit der Hacke bearbeiten, sondern einfach mit einer Schicht Rindenmulch abdecken oder mit verträglichen Bodendeckern bepflanzen.

Geeignete Arten sind beispielsweise die Schaumblüte (Tiarella) oder das  Immergrün (Vinca). Im Frühjahr sind Magnolien für ein paar Nährstoffe in Form von organischem Volldünger (zB. Schafwolle oder Hornspäne) und Kompost dankbar. Wenn der Boden in trockenen Sommern trotz Mulchschicht austrocknet, sind zusätzliche Wassergaben wichtig.

Die Magnolien sind eine sehr altertümliche Pflanzengattung. Die ersten Arten sind vor über 100 Millionen Jahren entstanden und damit vermutlich die Ahnen aller heute lebenden Blütenpflanzen. Die Blüten der heutigen Magnolien-Arten sind trotz ihrer Schönheit botanisch immer noch sehr einfach aufgebaut und lassen Rückschlüsse auf das Aussehen der ersten Blütengehölze zu. Ein Grund für das hohe Alter der Pflanzengattung ist sicherlich ihre hohe Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge. Weder Blattpilze noch Schadinsekten rühren die Pflanzen an, so dass Hobbygärtner bei ihren Magnolien auf Pflanzenschutzmaßnahmen verzichten können.

Magnolien sind zwar grundsätzlich schnittverträglich, nach Möglichkeit sollten sie Ihre Magnolien jedoch frei wachsen lassen. Zudem verheilen Schnittwunden bei Magnolien sehr langsam. Im Gegensatz zu Forsythien und vielen anderen Frühlingsblühern vergreisen die Sträucher nicht, sondern bilden mit den Jahren immer mehr Blüten. Man kann Magnolien bei Bedarf mit der Gartenschere etwas auslichten, sollte aber nie versuchen, die Kronen zu verkleinern. Damit zerstört man auf Dauer die malerische Wuchsform, denn die Sträucher reagieren an der Schnittstelle mit starkem Neuaustrieb. Der beste Zeitpunkt für Schnittmaßnahmen ist bei Magnolien der Hochsommer.


Weitere Arten/Sorten


Durch intensive Züchtung – hauptsächlich in Neuseeland und den USA – gibt es bei Magnolien inzwischen eine riesige Sortenvielfalt, die nur langsam Einzug in die Baumschulen hält. Zu den exotischsten Varianten gehören zweifellos die gelben Magnolien („Yulan“), von denen nach und nach immer mehr Sorten auf den Markt kommen.

Aber auch einheitlich purpurrote Züchtungen wie die Sorte 'lilliflora Nigra“ oder „Susan“' gibt es seit Jahren.

Magnolia loeberii Merill ist eine großblumige, schlankwüchsige Sorte mit hellrosa Blüten. Die Kobushimagnolie treibt ebenso wunderbare Blüten im April und ist sommergrün, im Gegensatz zur Magnolia grandiflora, die immergrün, nur bedingtwinterhart in unseren Breiten und von der Blüte zwar hübsch, aber nicht bedeutungsvoll ist, verkörpert aber DEN mediterranen Garten wie eine Säulenzypresse oder Pinie.

Ebenso eine Sommer blühende Sorte ist M. sieboldii, die in weiß wunderbar blüht, durch den üppigen Laubbesatz aber meist zu wenig auffällt.

Ein toller, neuer „Typus“ ist die Hybridmagnolie „Genie“, die dunkelrote, riesige Blüten im April bringt und sogar duftet.

Eine der weit verbreitetsten Ziersträucher, die dennoch nicht „abgedroschen“ ist, jedes Jahr, genau um diese Zeit, versetzt sie durch ihre tolle Blütenpracht und Eleganz ins Staunen und man spürt: jetzt geht`s los mit dem Gartenjahr.

zum Beitrag
Frost
Blumen / Blüten
Frühling
26.3.2021
Baldrianblütenextrakt als Wärmegeber

Baldrian kennt man als Wurzel-Auszug ja hinlänglich als Beruhigungs- (nicht Schlaf-) Mittel, als Badezusatz zur Entspannung usw.

Baldrian ist eine winterharte Blütenstaude, sehr hübsch mit den weißen bis zartrosa Blüten, wird 1,50m hoch, hat feste Rhizome (Wurzelstöcke), in deren Wurzelrinde viel Wirkstoff steckt.

Dieser Wirkstoff ist aber nicht jener, der den Pflanzenliebhaber interessiert. Nein, es ist jener, der in der Blüte steckt, das daraus entstehende Extrakt ist ein Wärmegeber, der in vielen Substanzen enthalten ist wie z.B. Wärmegele für Sportler u.v.m.

Daher ist es auch sehr interessant als Schutz gegenüber Frösten bis minus 6°C und das wollen wir näher beschreiben.

 

"Wundermittel “Baldrianblütenextrakt als Schutz gegen Spätfrost

Wenn späte Frostnächte, die in den vergangenen Jahren wieder recht häufig waren (sogar noch im Mai) bevorstehen, hilft Baldrian nicht nur, unsere Nerven zu beruhigen, er ist auch ein ausgezeichneter Frostschutz. Das Extrakt erhöht die Pflanzentemperatur für 12-15 Stunden um 5-6°C, bedeutet Frostschutz in selbigem Minusbereich. Baldrianblüten- Extrakt ist in Apotheken erhältlich, kann aber auch selbst erzeugt werden, so man von den sehr hübsch und bienenfreundlich blühenden Pflanzen ausreichend im Garten hat.

Baldrianblütenextrakt ist ein Wärmegeber und sorgt übrigens auch für starke und gesunde Pflanzen, ein gesundes Bodenleben und fördert die Rotte im Kompost. Daher ist das Wort Frostschutz in dem Zusammenhang nicht ganz korrekt. Viel mehr erhöht es die Pflanzentemperatur für einige Stunden, mobilisiert die pflanzeneigenen Abwehrstoffe und löst Prozesse aus, die Frost kurzfristig überdauern können.

 

So macht man Baldrian-Blütenextrakt selbst: Gut zwei Hände voll Blüten ein paar Tage lang – leicht angefeuchtet - ziehen lassen, anschließend mit dem Mixer pürieren und durch ein Leinentuch pressen. Die Flüssigkeit in einer dunklen Glasflasche kühl aufbewahren, Flasche wegen der einsetzenden Gärung nur zu zwei Drittel füllen. Zur Verwendung 2-3 Tropfen auf 1 Liter handwarmes Wasser gut verrühren. Als Frostschutz am Nachmittag über die Obstbaumblüte bzw. die gefährdeten Pflanzen spritzen. Wichtig: es muss noch hell sein, damit die Pflanze die Flüssigkeit noch gut aufnehmen kann, nächtliche Nach-Spritzungen zeigen keinerlei Wirkung!

Wiederholt sich die Frostnacht darauffolgend, muss das Ganze wiederholt werden.

Klar kann man hier Skepsis an den Tag legen, die Verwendung von Baldrianblüten ist aber hinlänglich getestet und bewährt, es birgt viel altes Wissen und Erfahrungsschatz.

Gartenedition der ORF Nachlese/Hinweis ... Baldrian kennt man als Wurzel-Auszug ja hinlänglich als Beruhigungs- (nicht Schlaf-) Mittel, als Badezusatz zur Entspannung usw.

zum Beitrag
Düngen
Kräuter
Frühling
19.3.2021
Brennnessel-Kuren – auch bei Pflanzen ein „Muss“

Gerade im beginnenden Frühjahr wird ja alles entschlackt, bereinigt, erneuert und mit einer Frühjahrskur belegt. Das trifft auf Pflanzen zu wie auf Menschen gleichermaßen. Wo es besonders Sinn macht, ist bei jenen Pflanzen, die man von drinnen nach draußen räumt oder die man draußen in seiner unmittelbaren Umgebung vom Winterschutz befreit, aber auch jene, die besonders anfällig sind für Schädlinge.

Brennnesseln dürften die bekanntesten Pflanzen im Bio-Garten sein, sie kann je nach Herstellungsverfahren (Tee, Auszug, Jauche) Stärkungsmittel, Dünger, aber auch fast eine Art „Pflanzenschutzmittel“ darstellen.

In der Antike stellte die Brennnessel ein Mittel zur Vermeidung von Blutarmut und Eisenmangel dar. Junge Brennnesseln sind reich an Enzymen, Vitamin A und C, reich an Mineralstoffen, Phosphor, sie wachsen auf stickstoffreichen, fetten Böden. Dort wo diese wachsen, wächst es allgemein sehr gut und vor allem die humusliebenden Pflanzen fühlen sich dort wohl.

„Alte Brennnessel“ - Ernte ab Juni - sind dagegen reich an Schwefel, Magnesium und immer auch noch an Eisen.

Im Naturgarten und weit darüber hinaus stellen Brennnessel ein Paradies für etwa über 50 Schmetterlingsarten dar, wilde Ecken mit diesen Pflanzen sind längst nicht verpönt, sondern originell und artenfördernd.

Die „brennenden Wirkstoffe“ sind das „Nesselgift“ und die Ameisensäure.  Als Spritzmitteldroge (ist das getrocknete oder frische Kraut, das man zur Herstellung von Brennnesselauszügen verwendet) sind mehrere Ansatzmethoden von Brennnesseln geeignet.

 

1kg frische Brennnesseln entsprechen etwa 200 Gramm getrocknetes Kraut, man braucht zur Herstellung von 10 Liter Jauche 1kg frische, am besten junge Brennnessel, bei Ernte ab Juni dann das doppelte für denselben Effekt. Man kann beides verwenden, frühe wie späte, trockene wie frische.

Verwenden kann man alle Pflanzenteile außer die Wurzeln, also auch die Samen, die aber durch das Verjauchen NICHT kaputt gehen und bei Unachtsamkeit zu einer „Invasion“ von Brennnesseln im Hausgarten führen kann

Jauchen dieser Art sind je nach Temperatur (ideal die Flüssigkeit bei 25-30°C) nach 10-25 Tagen „fertig“, man erkennt, wenn die Flüssigkeit nicht mehr so fest stinkt, die Schwebteile sich abgesetzt haben und die Flüssigkeit braun ist.

Den Geruch kann man mit Steinmehl oder Baldrianblütenextrakt „abdämpfen“, durch regelmäßiges Umrühren wird Sauerstoff eingeleitet und kann den Geruch auch einschränken. Jauche ist purer, aber bester Dünger und wird 1:30-1:50 verdünnt.

Als Auszug oder „brennende“ Jauche wird die Brennnesseljauche schon nach 3-4 Tagen abgezogen und verwendet, entsprechend kann man die Verdünnung wählen, ist 1:5-1:10. Sie wird als Spritzmittel gegen Läuse und diverse andere Schädlinge wie Milben verwendet, die Wirkung kann durch Zugabe von Alkohol oder Pflanzenseife noch erhöht werden, ist aber an sich schon kräftigend und stärkend genug.

 

Auch ein Tee wird im selben Verfahren hergestellt, hier gießt man 100 Gramm frische Brennnesseln oder 20g getrocknete mit 1 Liter heißem Wasser auf, lässt den Tee eine Stunde geschlossen ziehen und verdünnt dann 1:2 bis 1:3, aber eben kann man bei starkem Befalle auch pur ausbringen, aber abkühlen lassen. Auch hier kann man Alkohol/Schmierseife/Paraffin verstärkend eingreifen, ist aber auch so ein ausgezeichnetes Stärkungsmittel gegenüber vielen Schädlingen an Zimmer- und Terrassenpflanzen. Aber auch im Obstgarten als Frühjahrsspritzmittel und „Kur“.

 

Brennnessel ist mein wichtigstes „Mittel“, mein absolutes Lieblingskraut, es gibt wenig Vergleichbares und Besseres!

Gerade im beginnenden Frühjahr wird ja alles entschlackt, bereinigt, erneuert und mit einer Frühjahrskur belegt. Das trifft auf Pflanzen zu wie auf Menschen gleichermaßen.

zum Beitrag
Gartenpflege
Bienen
Blumen / Blüten
12.3.2021
Heimisch pflanzen - Weidekätzchen

Heimische Pflanzen sind das bunte Leben und der zentrale Baustein eines jeden Naturgartens. 

Lange Zeit wurden sie in der Gartengestaltung vernachlässigt. Mit dem allgemein steigenden Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein beginnt sich dieses Image langsam zu wandeln.

Ansprechende Gärten – tierisch viel Nutzen

Es gibt unglaublich viele, attraktive und bemerkenswert schöne heimische Pflanzen -  für jede Gartensituation – auch solche, die mit extremen Standorten und den immer häufiger werdenden Klimakapriolen sehr gut zurechtkommen. Der ‚Tupfen auf demi‘:  unsere Tierwelt liebt sie, weil ihre Blüten, Blätter, Samen und Früchte aller feinste Nahrung bieten! Dadurch füllt sich der Garten mit noch mehr Leben. 

Natürliches – ganz ohne Chemie!

Auch das Leben unserer ‚Nützlinge‘ hängt im Wesentlichen vom Vorhandensein heimischer Pflanzen ab! Sie haben sich im Laufe der letzten Jahrtausende gemeinsam entwickelt und aufeinander abgestimmt. Dieses Wissen fördert das Verständnis für das Netzwerk der Natur, denn je größer die Vielfalt an heimischen Pflanzen, desto größer wird die Vielfalt an heimischen Tierarten und desto engmaschiger wird das Netzwerk von ‚Fressen‘ und ‚Gefressen‘ werden. Und je engmaschiger dieses Netzwerk ist, desto schneller kann sich ein natürliches Gleichgewicht einpendeln - ein Regelwerk der Natur - ganz ohne Gift und Chemie!

Das Beste daran: unter den heimischen Gehölzen und Stauden gibt es eine Vielzahl an Heil- und Nutzpflanzen, die sich sowohl in der Küche als auch für die Hausapotheke verwenden lassen! Ein paar Beispiele: Himmelschlüssel als schleimlösendes Heilkraut, Malve zur Linderung von Hustenreiz, Mädesüß gegen Entzündungen und Fieber, Königskerzenblüten als hustenberuhigendes Mittel bei allen Erkältungskrankheiten, Johanniskraut gegen Angst und Depression, Herzgespann gegen hohen Blutdruck und nervösen Herzbeschwerden, Beinwell zur Förderung der Kallus-Bildung bei Brüchen sowie zur Förderung der Wundheilung, uvm.

Heimische Wildpflanzen – Bitte AUCH verwenden!

Heimische Blütenstauden bereichern mit einem besonderen Charme unsere Gärten und machen sie lebendig. Als Faustregel gilt: von einer einzigen heimischen Blütenpflanzen leben mindestens 10 Insektenarten! Während die Exoten oft nur in einer Disziplin gut sind – sind heimische wahre Alleskönner – von der Blüte bis zum Blatt.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es geht nicht darum, nur mehr heimische Pflanzen im Garten zu haben (deshalb auch der Vermerk ‚meistens‘!). Es gibt für den Garten tolle Zuchtformen und Zierpflanzen, auf die man nicht verzichten muss! Wichtig ist eigentlich nur, dass sie im Garten auch vorkommen.

Weidenkätzchen:

Die um diese Zeit wichtigste, bekannteste, heimische Wildpflanze ist das Weidenkätzchen, von dem es unterschiedliche (heimische) Arten gibt. Weiden sind Pionierpflanzen, das bedeutet, sie kommen von Tallagen entlang von Flüssen und Bächen genauso vor wie in höheren Lagen, sie setzen sich überall durch.

Leider ist es eine Unsitte, sich den Osterstrauß in der freien Wildbahn zu besorgen und genau jene Kätzchenweiden zu beernten. Der Pollen jener Weiden, der aus Fetten und Eiweißen besteht, ist so ungemein wichtig für die heimische Insektenwelt, insbesondere für Bienen, die ab 8°C auszufliegen beginnen. Pro Bienenvolk EINE Weide, das wäre ein Ansatz. Die Salweide als bekannteste Weide ist der bevorzugte Pollenspender, welcher gesunde und vitale Bienenvölker garantiert.

Daher sollte man Weiden grundsätzlich erst nach deren Blütezeit im April schneiden.

Bevorzugt sollten Palmkätzchen aus Weidenkulturen von zugelassenen Anbauern bezogen werden und nicht in der freien Natur abgeschnitten.

Weidenstecklinge pflanzen bedeutet auf die Natur zu vertrauen: Entweder man kauft Weiden in heimischen Gärtnereien oder man macht sich seine Stecklinge ohne Probleme und bequem selbst. Die Stecklinge sollten schon etwas braun und verholzt, nicht jung und frisch abgeschnitten und einfach in die feuchte Erde gesteckt werden. Man kann sie aber in einem Wasserglas bewurzeln und dann auspflanzen. All das macht man NACH der Blüte im April/Mai.

Wenn man im eigenen Garten für eine richtig große Kätzchenweide Platz hat, toll, ansonsten kann man kleinwüchsige, veredelte Kätzchenweiden auch im Vorgarten oder in einem Trog pflanzen, auch diese sind den Bienen und Insekten sehr zuträglich.

Weitere Infos findet man auf der Homepage der Tiroler Zeitschrift „Grünes Tirol“/Heimisch pflanzen, hier findet man weitere heimische Pflanzen, ich werde aber fortlaufend wieder mal darüber berichten.

Heimische Pflanzen sind das bunte Leben und der zentrale Baustein eines jeden Naturgartens.

zum Beitrag
Gartenarbeit
Rasen
Frühling
5.3.2021
Erste Rasenpflege

Nach den ersten warmen Tagen fangen Rasenflächen nämlich schon an zu grünen und – für diese Jahreszeit schon sehr früh – an zu wachsen! Fast schon zum Zuschauen, zumindest in den Tallagen und in sehr sonnigen Lagen! Wenn er dann im Sommer so richtig strapazierfähig sein soll, ihm aber nicht gleich die ganze Kraft ausgehen soll, braucht er mehrere kleine Schritte, um ihn vitaler, kräftiger und auch wuchsfreudiger zu machen. Manche werden sagen, er soll gar nicht stärker wachsen, sonst muss man nur noch öfter mähen. Nein, das Gegenteil ist der Fall, er wächst schwächer und die Kraft der Wiese wird immer geringer.

Und andere sagen wieder, ich will gar keinen „englischen Rasen“, verwechseln das Ganze aber mit „übertrieben gepflegt“. Dabei legen die Engländer Wert darauf, dass man „ihren Rasen“ total strapazieren darf und auch soll! Das nur nebenbei gesagt….


Eine schöne, grüne Spielfläche braucht gerade im Frühjahr etwas mehr Aufmerksamkeit, später sind dann oft nur ergänzende Maßnahmen zu setzen.

Das größte Problem heuer ist der so genannte Schneeschimmel, der große, weiße Schimmelflecken im Rasen verursacht, gepaart mit einer Rosafärbung der Spitzen. Hier kann man sanft mit einem Eisenrechen ausrechen, mit MINERALSTOFF wie Patentkalium düngen, auch Kalk ist hier ratsam und wichtig als Stabilisator. Der Schimmel entsteht durch hohe Bodenfeuchtigkeit und auch durch lange Schneeabdeckung, dadurch Sauerstoffmangel im Boden.


Die wichtigsten Fragen: Vertikutieren, Unkraut und Moos, Düngung, Mahd, Wasser.

  1. Ab wann kann man vertikutieren? Diese simple Frage kann man mit einer Gegenfrage beantworten. Ist der Rasen schon so hoch, dass man ihn mähen kann? Ja? Dann kann man auch vertikutieren! Weil dann ist die Fläche auch meistens schon etwas abgetrocknet, weil die Wiese bereits saugt und Wasser zieht, dann kann man auch vertikutieren, sprich die Fläche belüften. Vertikutierer(motorisierte) kann man sich vielerorts günstig ausleihen. Der März ist, auch wenn es derzeit noch so einlädt, meist zu früh!
  2. Ab wann kann man düngen und nachsäen? Wenn man vertikutiert, sollte man am gleichen Tag auch Rasendünger(mineralisch oder organisch) aufbringen. Aufwandmengen beachten, eventuell Streuwagen verwenden! Gleichzeitig kann man undichte Stellen mit Nachsaatmischungen nachsäen und dann eingießen.
  3. Das Wichtigste zu wissen: Die Hauptwachstumszeit des Rasens ist der Mai! Also sollte man danach trachten, in dieser Zeit, den Rasen alle 5-7 Tage auf eine Schnitthöhe von ca. 5,5 cm zu mähen und das mit einer frisch geschliffenen Klinge eines guten Rasenmähers!
  4. Und zu guter Letzt: Thema Wasser! Auch wenn die Fläche erst gerade am Abtrocknen ist, so gibt es immer wieder Stellen, wo es schnell trocken wird und man dann draufkommt, dass es durch den Wind wieder sehr trocken geworden ist. Wässern ist sehr wichtig, auch im Hinblick auf die gefürchteten Engerlinge, die dann Ende Mai bis Ende Juni Schäden an den Graswurzeln anrichten! Diese Schädlinge mögen das Wasser nicht so gern und wandern dann sogar vereinzelt ab.

...nach einem besonderen (weil stark zusetzendem) Winter! Ist es nicht zu früh, jetzt schon den Rasen zu bearbeiten? Es ist erst Anfang März!!

zum Beitrag
Balkonblumen
Frost
Frühling
26.2.2021
Meteorologischer Frühlingsbeginn am 1. März: Primeln mit all ihrer Vielfalt sind der Garten-Primus!

Der Garten lädt zum „was tun“ und sogar auch schon zum Verweilen ein…. Ich möchte diese Woche mal wieder eine Pflanze vorstellen und zwar keine geringere als die leider manchmal verpönte Primel, eine der ersten im Garten, das trägt sie sogar schon im Namen (Primus“).

PRIMELN - PERFEKT FÜR GARTEN- UND BLUMENANFÄNGER

Primeln sind mitunter die ersten Frühlingsboten im Garten und auf der Terrasse.

 

Primeln sind die perfekten Frühlingsblumen, denn sie blühen bereits ab Februar. Primeln sind leicht zu pflegen, während der Blütezeit brauchen sie viel Wasser, zurückschneiden muss man sie nicht. Zudem sind Primeln äußerst vielseitig: Manche Arten eignen sich sogar als Bodendecker, andere ergänzen perfekt den Steingarten. Auch in Balkonkisten machen Primeln was her!

 

Primeln - Wuchs und Anbau

An halbschattigen oder sonnigen Standorten gedeihen Primeln am besten, lediglich Schlüsselblumen und Aurikeln benötigen viel Sonne. Diese beiden Arten brauchen zudem einen relativ trockenen Boden, in dem sich keine Winternässe sammeln darf. Alle anderen Sorten sind mit frischen und nährstoffreichen Böden zufrieden. Große Unterschiede zwischen den verschiedenen Sorten gibt es beim Wachstum: Während Kissen-Primeln recht niedrig sind, wachsen Etagen-Primeln bis zu 40, manchmal sogar 50 Zentimeter in die Höhe.

Die meisten Primeln sind bei uns winterhart!

Wenn man von Primeln spricht, meint man in erster Linie die in unzähligen Sorten und Zuchtformen erhältliche stängellose Primel Primula vulgaris (Primula von Primus, die Erste und vulgaris von „gewöhnlich“, also die „Allgemeine Primel“ sozusagen), eine Züchtung, die die meisten Tiroler Gärtnereien selbst in ihren Gewächshäusern heranziehen!

Primeln können bereits jetzt in den nicht gefrorenen Boden gepflanzt werden oder in Schalen, Körben, Balkonkistchen vor die Eingangstüre, auf die Terrasse  kommen. Sie  kommen auch mit Temperaturen unter null Grad zurecht. Bei starken Frösten bzw. gar bei Schneefall wäre anzuraten, die Pflanzen mit Zeitungspapier oder Vlies zu umhüllen, wenn es kälter als minus drei Grad wird. Das schützt die Blüten vor dem Frost.

 

Primeln kräftig gießen

Primeln sollten im Frühjahr mit Kompost versorgt werden. Weiteres Düngen während des Jahres ist in der Regel nicht nötig, allerdings sollte man sie oft gießen, um den Ballen feucht zu halten; Staunässe dagegen gilt es zu vermeiden. Speziell bei Kissen-Primeln, die mit den Jahren weniger kräftig blühen, ist es möglich, die Polster einfach zu teilen und die einzelnen Teile neu zu pflanzen. Diese Behandlung sorgt für kräftige Farben im nächsten Jahr. Zudem sollte man bei allen Sorten welke Blüten regelmäßig entfernen, damit neue Blüten leichter nachwachsen können. Zurückschneiden muss man Primeln nicht.

 

Primeln im Zimmer sollten bei kühlen Temperaturen gehalten werden, bei normaler Zimmertemperatur vergilben und verblühen sie schon nach 2-3 Wochen, man sie dann im Mai ins Freie pflanzen, nächsten Jahr blühen sie ab März/April wiederum.

Andere Primelarten:

Primula obconica ist die bekannte, NICHT WINTERFESTE und in vielen Farben erhältliche Becherprimel, die aus Taiwan stammt und bei uns keine Fröste verträgt. Neue Sorten enthalten kein Primin mehr, das ist ein Inhaltsstoff, der Juckreiz verursacht.

BekanntestePrimelnsind die leider giftige Alpenaurikel(Primula auricula) und die Himmelschlüssel(Priumla veris), beide werden mittlerweile in nicht giftigenZuchtformen angeboten, wie auch die nahe Verwandte Primula pubescens mit fastschwarzen Blüte!

Diese Arten sind Sonnenanbeter und brauchen trockenen, durchlässigen Boden mit wenig  Nährstoffen, sie verwildern teilweise auch im Garten, sind aber DIE Frühlingsboten, blühen um diese Zeit auch schon da und dort gemeinsam mit Gänseblümchen und Winterlingen auf Wiesen, die wenig gedüngt werden.

Interessante Sonder-Arten und Besonderheiten sind die Orchideen- oder Raketenprimel, die Etagenprimel oder auch Kugelprimeln, Sumpfprimeln, die wirklich auf feuchten Wiesen bzw. im Sumpf am besten gedeihen.

Der in zahlreichen Tiroler Volksweisen beschriebene Rote Speik ist ebenso eine recht bekannte Primel (Primula glutinosa), eine seltene heimische Art ist die lila blühende Sieboldsprimel, die da und dort im Unterland vorkommt, schattige Plätze liebt, Feuchtigkeit braucht!

Der Garten lädt zum „was tun“ und sogar auch schon zum Verweilen ein…. Ich möchte diese Woche mal wieder eine Pflanze vorstellen und zwar keine geringere als die leider manchmal verpönte Primel, eine der ersten im Garten, das trägt sie sogar schon im Namen ("Primus“).

zum Beitrag
Blumen / Blüten
Frühling
Gartenpflege
19.2.2021
Gartentipps im Spätwinter, oder schau mal raus, was sich tut

Hübsche Frühblüher: Zwergiris und Winterlinge

Bereits im Februar wagt die Winteriris ihren Blütenauftritt. Die kleinen Zwiebelblumen mit dem zarten Veilchenduft sind erstaunlich robust und pflegeleicht, solange der Boden durchlässig ist. Sie schätzen ein sonniges, aber leicht geschütztes Plätzchen, zum Beispiel einen Sonnenhang im Steingarten. Leicht erhöht lassen sich die feinen Blütenzeichnungen auch besser betrachten.

Nach der Blüte produzieren diese Pflanzen jede Menge Brutzwiebelchen im Boden. Die Pflanzen selbst treiben dann häufig nur noch schwach oder gar nicht mehr aus. Etwas organischer Dünger (Kompost) nach der Blüte hilft dabei. Winterlinge sind gelbblühende Vorblüher, die gleichzeitig die erste Bienen-Nahrungsquellen sind, sie gedeihen und blühen in der Sonne bis zum halbschattigen Unterholz am besten.

Ganze Nester können sie besetzen, werden aber nie lästig oder nehmen überhand.

 

Winterschnitt für den Blauregen

Der Blauregen wächst so stark, dass er zweimal im Jahr geschnitten werden muss: einmal etwa einen Monat nach der Blüte und ein weiteres Mal im Februar. Man schneidet jetzt alle Seitentriebe aus dem Vorjahr so stark zurück, dass jeweils nur die Triebbasis mit den Blütenknospen stehen bleibt. Die Blütenknospen sind beim Blauregen leicht zu erkennen, weil sie wesentlich größer sind als die Blattknospen. Die sollten ja stehen bleiben!

 

Sommerblumen-Aussaat

Langsam startet die Aussaat-Saison für Sommerblumen.

TIPP: Preiswerte Anzuchtgefäße sind z.B. auch Eierkartons oder -paletten aus Pappe: Man setzt pro Ausbuchtung ein Samenkorn in die Erde. Sind die Pflänzchen kräftig genug, trennt man die einzelnen Papptöpfchen ab und setzt sie ins Beet. Die lockere, durchweichte Pappe zerfällt schnell und kann dann von den Pflanzen leicht durchwurzelt werden.

 

Zwiebelblumen: Nachzügler pflanzen

Bei nicht gefrorenen Stellen im Beet Boden kann man jetzt noch Blumenzwiebeln nachpflanzen, die man im Herbst vergessen hat. Sie blühen alsbald im Frühling auf. Wenn die Zwiebeln schon austreiben, werden sie nicht tief in die Erde gepflanzt, sondern nur so tief wie der Wurzelballen eben ist. Wenn es nochmals stark friert, deckt man sie mit Vlies für diese eine Nacht ab.

 

Stauden: Spätsommer-Blüher teilen

Wenn der Boden nicht mehr gefroren ist, können ungeduldige Hobbygärtner bereits mit dem Teilen der Stauden beginnen. Geteilt werden jetzt allerdings nur die Spätsommer- und Herbstblüher wie Fetthenne, Sonnenhut oder Astern. Bei Frühlings- und Frühsommerblühern sollte man mit dem Teilen bis nach der Blüte warten, weil sonst die Blütenfülle spärlicher ausfällt.

 

Hochgefrorene Stauden und Sträucher andrücken

Im Herbst gepflanzte Stauden und Sträucher können im Winter durch den Frost leicht hochfrieren, das heißt der Wurzelballen schiebt sich nach oben. Bei frostfreiem Wetter sollten Sie die Pflanzen dann festdrücken oder gegebenenfalls neu einpflanzen, sonst vertrocknen sie.

 

Giersch frühzeitig bekämpfen

 An schattigen, humus- und nährstoffreichen Stellen im Ziergarten macht sich oft der Giersch breit. Man bekämpft das lästige Wurzelunkraut, sobald sich die ersten zarten Sprosse zeigen. Um ihn vollständig auszurotten, sollte man das Wurzelgeflecht flächendeckend mit einer Grabegabel roden und anschließend in der Sonne austrocknen lassen, bevor es auf den Kompost geht.

Einfacher, aber langwieriger: Man legt lückenlos eine feste Pappe auf der vom Giersch überwucherten Fläche aus und deckt diese mit Rindenmulch ab. Nach einem Jahr Wartezeit sind die Wurzeln komplett abgestorben. Für viele Menschen ist der Giersch aber einwichtiges Heilkraut und man verwendet die jungen Triebe auch für gemischte Salate; der Garten und dessen Pflanzen haben weniger Freude damit.

 

Stauden und Ziergräser abschneiden

Ende Februar kann man die im Herbst stehengebliebenen alten Triebe und Blütenstände der Stauden und Ziergräser abschneiden, um Platz für den neuen Austrieb zu schaffen. Man entsorgt das Schnittgut nicht sofort auf dem Kompost, sondern lässt es zunächst bis Ende März ungestört auf einem Haufen liegen, damit die in den Halmen überwinternden Nützlinge ihre Winterruhe möglichst ungestört zu Ende bringen können.

 

Sommerblühende Sträucher schneiden

Man schneidet sommerblühende Sträucher wie den Schmetterlingsflieder oder die Bartblume bei frostfreiem Wetter jetzt kräftig zurück, damit sie bis zum Sommer lange neue Triebe mit vielen Blüten bilden können. Je länger man mit dem Rückschnitt wartet, desto weiter verschiebt sich die Blütezeit in den Spätsommer.

 

Frostschäden beseitigen

Immergrüne Sträucher wie Kirschlorbeer und Stechpalme leiden in kalten Wintern oft unter Frostschäden. Einzelne Blätter oder ganze Triebe sterben dann ab und verfärben sich braun. Man schneidet jetzt alle abgestorbenen Pflanzenteile bis ins gesunde Holz zurück, damit die Pflanzen die entstehenden Lücken wieder rechtzeitig schließen können.

 

Bauern-Hortensien: Alte Blütenstände entfernen

Viele Hortensien tragen jetzt noch ihre alten, vertrockneten Blütenstände. Man schneidet diese oberhalb eines gesunden grünen Knospenpaars ab und beseitigen Sie bei der Gelegenheit auch gleich alle erfrorenen Triebe. Vitalitätstest: Man kratzt die Rinde leicht mit dem Daumennagel an. Wenn das Gewebe darunter gelblich und trocken wirkt, ist der Zweig abgestorben.

 

Organischer Dünger für gemischte Staudenbeete

Pflanzen mit starkem Nährstoffbedarf sollten bereits vor dem Austrieb mit organischem Dünger versorgt werden. Phlox, Ziersalbei, Hortensien und andere zählen zu diesen sogenannten Starkzehrern. Sie bekommen jetzt eine Düngergabe von drei Litern gut verrotteter Kompost und 50 Gramm Schafwollpellets oder andere organische Dünger pro Quadratmeter.

Bereits im Februar wagt die Winteriris ihren Blütenauftritt. Die kleinen Zwiebelblumen mit dem zarten Veilchenduft sind erstaunlich robust und pflegeleicht, solange der Boden durchlässig ist. Sie schätzen ein sonniges, aber leicht geschütztes Plätzchen, zum Beispiel einen Sonnenhang im Steingarten. Leicht erhöht lassen sich die feinen Blütenzeichnungen auch besser betrachten.

zum Beitrag
Orchideen
Düngen
Zimmerpflanzen
12.2.2021
Orchideen im Allgemeinen

Orchideen aus tropischen Wäldern unterschiedlicher Kontinente waren früher in Europa etwas ganz Besonderes!

Sie mussten weite Wege auf sich nehmen, zum Teil Schiffsreisen und waren dadurch auch sündhaft teuer, schwierig in der Weiterbehandlung und sehr hatten den Ruf, extrem anspruchsvoll und empfindlich zu sein.

Vieles hat sich im Laufe der Zeit grundlegend geändert, sowohl punkto Anzucht als auch in Bezug auf die Pflege und Anspruch!

Klarerweise ist Orchidee nicht gleich Orchidee, es ist ein riesiges Spektrum, was sich uns bietet, es ist sicherlich die sortenreichste und vielfältigste Familie im Pflanzenreich! Aber prinzipiell sollte man mit feinen Unterschieden einfache Regeln beachten und eines sollte man sich vor Augen halten:

Wären alle Pflanzen des Pflanzenreichs so pflegeleicht und einfach in der Handhabung wie die meisten Orchideen, gäbe es praktisch keine Pflegeanleitungen mehr!

 

Herkunft: Die meisten Orchideen wachsen epiphytisch, das heißt, baumaufsitzend (aber nicht schmarotzend), sie ernähren sich praktisch vom Regenwasser (kalkarm-frei), das am Baum entlang fließt und für die Pflanzen das Ihre dort lässt. Das bedeutet auch, dass die Pflanzen sehr warm und luftfeucht brauchen, aber auch Ruhepausen brauchen, in denen sie sich für die Blüte Kraftreserven holen.

 

1)     Orchideen wachsen nicht in normaler Blumenerde!

Da sie wie gesagt meist auf Urwaldriesenbäumen daheim sind, wachsen sie unter der Krone auf Ästen und legen ihre Wurzeln auf und an diese, wo sie sich auch festhalten (sie aber nicht aussaugen!). die Wurzeln dürfen also nicht zur Gänze unter die Erde kommen, sondern müssen darüber stehen. Dort ernähren sie sich von der Luftfeuchtigkeit und den Nährstoffen, die man ihnen gibt (in der Natur jene Nährstoffe, die der Baum ablagert in seinen Rindenteilen, aber auch jenen, die sich im Regenwasser befinden!).

Die im Handel üblichen Substrate bestehen meist aus Rindenteilen, einem sauren Medium wie z.B. Weiß-Torf (untergeordnet!!), aber auch Styroporteilen, die das Substrat luftiger werden lassen. Alle 2-3 Jahre sollte man die Orchideen umtopfen, dabei braucht man aber weniger auf einen wesentlich größeren Topf, denn auf frisches Orchideensubstrat achten. Manches mal ist es auch wichtig, dass der Topf lichtdurchlässig ist, weil auch an die Wurzeln Licht gelangen sollte (z.B. bei der beliebten Phalaenopsis).

 

2)     Wie gieße ich meine Orchideen richtig?

Der Tod jeder Orchidee ist stehendes Wasser im Übertopf und somit Fäulnis! Daher gibt man in einen Übertopf unten auch Kieselsteine oder Leca hinein, damit ein wenig Puffer nach unten ist und auch die Luft unten besser durchzirkulieren kann. Das überschüssige Wasser nach dem Gießen schüttet man sofort weg.

Wenn möglich, gießt man Orchideen je nach Jahreszeit einmal (Winter) bis zweimal (Sommer) pro Woche und zwar anständig, nicht immer nur „schluckerlweise“, dafür gibt man überschüssiges Wasser danach sofort weg. Der Hauptfehler ist das Übergießen!

Kalkarmes bis kalkfreies Wasser wäre ratsam, oft geht das aber nicht. Man kann sich auch einen Kalkfilter zulegen, es genügt jener, der auch zur Herstellung besonders weichen Teewassers verwendet wird. Regenwasser gilt als Idealfall, neuere Hybridzüchtungen wachsen jedoch auch schon mit schwach kalkhaltigem Wasser.

Und noch was! Es sollen keinen schweren Wassertropfen beim Gießen auf der Pflanze bleiben, weil dieses pilzliche Fäulniserreger beherbergen kann und so der Pflanze Schaden zufügt.

3)     Sind Orchideen zu düngen?

Ja, zwischen Frühjahr und Herbst sollte die Orchidee ein- bis maximal zweimal pro Monat gedüngt werden. Man verwendet am besten dafür ausgewiesenen Orchideendünger, da dieser etwas schwächer konzentriert ist und ein anderes Nährstoffverhältnis in sich birgt. Man sollte die Pflanze beobachten: Ist sie im Wachstum, sollte sie gedüngt werden, zeigt sie Stillstand, lässt man es bleiben.

 

4)     Wie sieht es mit der richtigen Temperaturführung aus?

Prinzipiell ist das sehr differenziert zu betrachten, weil es da Unterschiede von Gattung zu Gattung gibt!

Die meisten, bei uns handelsüblichen Gattungen wachsen bei Wintertemperaturen von 15-20°C, im Sommer bei 20-22°C, aber wie gesagt, da gibt es große Unterschiede, man muss sich mit der einzelnen Art auseinandersetzen, im angegebenen Spektrum liegt man aber nicht ganz falsch zumeist.

 

5)     Was sind Ruhephasen?

Die Gattung Phalaenopsis, die beliebteste derzeit, kennt eine  solche Phase nicht, sie ist praktisch das ganze Jahr über blühwillig und –fähig. Viele, aber nicht alle, durchleben eine Ruhephase im Jahr. Die Ruhephase beginnt mit der Ausbildung einer Blütenknospe und endet mit Beginn des Wachstums der Laubblätter (mehr oder weniger exakt). In dieser Phase sollte die Pflanze ein paar Grad Celsius kühler stehen, sollte fast nicht mehr gegossen werden, auf das Düngen sollte gänzlich verzichtet werden. In der Wachstumsphase (in der wärmeren Jahreszeit) sollte gedüngt und häufiger gegossen werden, in der Ruhephase genau das Gegenteil. Bilden sich gelbe Blätter in dieser Zeit, so ist das normal, man sollte diese aber erst entfernen, wenn es die Pflanze quasi anzeigt, dann braucht man auch keine Schere.

 

6)     Tipps beim Orchideenkauf!

Die Pflanzen sollten noch nicht lange im Verkaufsladen stehen, das erkennt man an der Vitalität, daher kauft man die Pflanze am besten direkt aus dem Gewächshaus heraus. Dort, wo man sie bezieht, sollte sie nicht zu zugig stehen. Es sollen weder Blätter, Blütenknospen, aber schon gar keine Wurzeln beschädigt sein. Orchideen sollten immer mit einem Namensschild versehen sein, ansonsten gibt es Verwechslungen mit der Pflege, wenn man sich danach erkundigt!

Die Hauptblütezeit vieler Orchideengattungen ist die Zeit zwischen Feber und Mai. Cymbidien zum Beispiel sollten außerhalb dieses Zeitraums nicht immer gekauft werden, weil sie sonst getrieben wurden und das eine oder andere Jahr darauf nicht mehr nachblühen können, weil sie ihre Ruhephase einhalten soll (den Rhythmus dazu muss sie erst wieder finden). Orchideen müssen immer gut verpackt werden für den Heimtransport!

Wenn man noch nie Orchideen gehabt hat, verzeihen zum „Anlernen“ Hybridzüchtungen wie Phalaenopsis Fehler in der Pflege leichter als Reinsortige, die meist doch ihre „Mätzchen“ spielen können. Hier gibt es unzählige Sorten davon, man kann sie das ganze Jahr im warmen Zimmer stehen lassen und sie wird sicher immer wieder zum Blühen kommen, wenn man die Regeln halbwegs befolgt!

 

7)     Für jede Stelle im Raum die passende Orchidee?

Die besten Plätze sind auf Fensterbankerln von West- und Ostseite, die pralle Mittagssonne (wohlgemerkt im Sommer) vertragen die wenigsten Gattungen, höchstens Cattleyaund Vanda (Ascocenda), Nordseitenfenster vertragen sehr gut zum Beispiel Frauenschuh-Arten, aber auch besagte Phalaenopsis. Die meisten Arten wie gesagt sind für Westen und Osten geeignet, aber dort auch nicht, wie alle anderen übrigens auch, direkt über einem Heizkörper, der die warme Luft zu den Blättern strömen lässt, aber auch nicht direkt hinter der Glasscheibe, sondern mit einem „Sicherheitsabstand“, ansonsten gibt’s Trockenschäden oder/und Verbrennungen!

 

Orchideen sind ausgezeichnete „Klima-Apparate“, sie verdunsten Wasser und tragen so besonders im Winter besonders zur Verbesserung des Raumklimas bei. Die kann man sogar noch unterstützen, indem man die Orchideen auf wasserschalen mit aufgesetztem Gittereinsatz stellt und so die wasserführende Schale von unten her zusätzlich noch Wasser verdunstet! Aber trotzdem darf die Pflanze niemals im Wasser stehen!!!

Orchideen aus tropischen Wäldern unterschiedlicher Kontinente waren früher in Europa etwas ganz Besonderes! Sie mussten weite Wege auf sich nehmen, zum Teil Schiffsreisen und waren dadurch auch sündhaft teuer, schwierig in der Weiterbehandlung und sehr hatten den Ruf, extrem anspruchsvoll und empfindlich zu sein. Vieles hat sich im Laufe der Zeit grundlegend geändert, sowohl punkto Anzucht als auch in Bezug auf die Pflege und Anspruch!

zum Beitrag
Frühling
Frost
Balkonblumen
5.2.2021
Der Frühling lockt mit Plusgraden – was kann man schon Blühendes hinausstellen?

Gerade jetzt, wo man des „Grau's“ überdrüssig ist und die Sonne vom Himmel lacht, verspürt man ein wenig (oder auch stark) Vorfrühlingsgefühle und man hält schon nach ersten Austrieben Ausschau. Man kann sich aber ein wenig Frühling ins und zum Teil auch ums Haus holen, indem man kleine Zwiebelblüher, Primeln, Mini-Stiefmütterchen, Gänseblümchen und andere liebevoll arrangiert und sich dadurch selbst ein wenig beschenkt.

 

Am besten pflanzt man so genannte „vorgetriebene“ Zwiebelblüher wie Winterlinge, Krokusse, Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Iris oder Schneeglöckchen in einen Pflanzkorb, eine Schale oder gar in ein kleines Balkonkistchen und stellt diese an einen kühlen Platz ans Fenster, an milden (leichte MINUSGRADE bis minus 3°C sind kein Problem) Tagen kann man diese sogar ins Freie stellen, bei tieferen Frosttemperaturen wieder rein damit.

Andere wie der duftende Goldlack, der bunte Zwergmohn oder ähnliche, da muss man noch vorsichtig sein, man erwartet es halt manchmal kaum.

 

Wenn diese Arrangements dann am Verblühen sind, besonders die Zwiebelblüher, dann kann man sie für die Blüte im nächsten Jahr auch ins Freie pflanzen, frühestens aber erst dann, wenn die die Temperaturen sich dann nur mehr um den Gefrierpunkt herum bewegen, die Pflanzen sind nämlich aus der Wohnung heraus nicht mehr so abgehärtet.

Blühen tun die Pflanzen bei relativkühlen Temperaturen (10-15°C) bis zu 4 Wochen lang. Sollte es Zimmertemperaturen um die 20°C  haben, geht’s flotter und sie welken schon nach 2 Wochen.

Neuerdings kombiniert man solche Pflanzen auch mit Zimmerefeu, mit anderen kühle Temperaturen verträglichen Grünpflanzen, aber auch mit Frühlings (Oster)-Dekoration, letzteres sollte man aber sparsam verwenden und nicht zu bald.

 

Die Erde in solchen Pflanzschalen deckt man auch gerne mit Polstermoos ab, sieht gut aus, hält darunter feucht und die Erde schwappt beim (spärlichen) Gießen nicht heraus. Viele verwenden auch Sisalhanf oder Heu zum Verzieren, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Auch einzelne Äste wie Haselnuss, Weide, Palmkatzl, Heidelbeerkraut, Birke etc. werden zusätzlich hineingesteckt, passt oft recht gut, das ist schon ein Vorgeschmack Richtung Ostern, passt aber natürlich auch in diese Zeit jetzt.

 

Manche wollen ihre (fast winterfesten) Kräuter wie Rosmarin schon ins Freie (Hochbeet) pflanzen oder generell rausstellen, was noch zu früh ist, wenngleich untertags schon geht. Ebenso Petersilie, Oregano, Thymian oder Schnittlauch, welche an Küchenfenstern oft „lausig“ werden. Das muss halt unter Beobachtung geschehen, bei Frost wieder reintun. Oft friert es draußen am Fensterbankl, am überdachten Balkon gar nicht so stark, da tut den Pflanzen die Frischluft gar nicht schlecht.

Gerade jetzt, wo man des „Grau's“ überdrüssig ist und die Sonne vom Himmel lacht, verspürt man ein wenig (oder auch stark) Vorfrühlingsgefühle und man hält schon nach ersten Austrieben Ausschau.

zum Beitrag
Zimmerpflanzen
Blumen / Blüten
Schatten
Eingangsbereich
29.1.2021
Blühende Zimmerpflanzen

Ich möchte – gerade jetzt da das Wetter direkt prädestiniert ist dafür, das Thema Pflege von blühenden Zimmerpflanzen bringen.

Sie bedeuten nämlich oft das „Besondere“  – besonders an solch trostlosen Wintertagen - und die optische und jahreszeitliche Abwechslung in jedem Wohnraum. Blühende Zimmerpflanzen beleben Blumenfenster, Wintergarten, Wohnzimmer. Sei es eher schlicht wie ein Einblatt, oder eher auffällig wie eine Orchidee, jede Pflanze hat für sich das besondere Etwas. Blühende Zimmerpflanzen sind je nach Standort(hell-absonnig; kühl-warm) nicht winterharte, ans Raumklima gewöhnte Pflanzen, die über eine bestimmte Blühperiode hinweg für die Optik und somit für das Wohlbefinden des Menschen von emotionaler Bedeutung sind.


Pflege von blühenden Zimmerpflanzen allgemein:

Wichtig ist es, die Pflanze regelmäßig zu versorgen, sowohl, was die Nährstoff-, als auch die Gießwasserversorgung anbelangt. Klingt simpel und einleuchtend, bedeutet aber nur, dass eine langfristige Düngeversorgung mit Langzeitdünger meist nicht den gewünschten Erfolg bringt. Meistens hält die Wirkung solcher Dünger über die Ruheperioden der einzelnen Pflanzen hinaus, was negativ ist und zweitens sind manche Pflanzen doch zu kurzlebig, als dass man die Wirkung voll ausnutzen kann. Besser ist es daher sich einen Zimmerpflanzendünger in flüssiger Form(auch als Biodünger erhältlich)zu besorgen und  alle 2 Wochen übers Giesswasser zu verabreichen.

Auch was den Pflanzenschutz anbelangt, sind Pflanzen immer unterschiedlich in ihrer Anfälligkeit bzw. in ihrer Behandlung. Früher hat es noch die Lausstabelen gegeben, die sind nicht mehr so gefragt, besser sind sogenannte Stärkungsmittel, die man gerade im Winter wöchentlich drüber sprüht und die Schädlinge dadurch fern hält, so dass sie sie erst gar nicht kriegen.


Wie muss eine blühende Zimmerpflanze beschaffen sein, wenn ich sie mir kaufe oder geschenkt bekomme?

  • Pflanzen müssen vor Vitalität strotzen! Gespannte Blatt- und Blütenstellung
  • Nebst einigen geöffneten Blüten sollen noch Knospen sichtbar sein
  • Pflanzen dürfen nicht vernässt oder vertrocknet stehen am Präsentationsplatz
  • Pflanzen müssen so wirken, als stünden sie erst ein paar Minuten dort (keine aufgehellten Laubblätter durch lange Standzeiten in lichtarmen Räumen)
  • Eventuell Herkunft hinterfragen
  • Wurzelkontrolle: aber erst dann, wenn man sich nicht mehr ganz sicher ist, ob die Pflanze okay ist.


Die wichtigsten Blütenpflanzen stichwortartig im Überblick

  • Cyclame: Idealtemperatur 15-18°C, will keinen warmen Fuß; heller Raum; Herbst- bis Frühjahrsblüher; Verblühtes durch Herausdrehen aus der Knolle lösen; mäßig Wasser.
  • Hibiskus: Achtung lausempfindlich! Temperatur ganzjährig 15-20°C; verträgt keine Trockenheit, aber auch nie vernässen; während der Blüte wöchentlich düngen, dann alle 2 Wochen; kein Zug; kalkarmes Gießwasser
  • Azalee: heller Standort; 15-18°C; keine Luft- und Ballentrockenheit erwünscht, am besten 1x wöchentlich tauchen, dann wieder abtrocknen lassen.
  • Orchideen: unterschiedlich im Anspruch, meistens heller Standort ohne Direktsonne; Temperatur ganzjährig 20 °C oder drüber; Luftfeuchtigkeit höher; kalkarmes Gießwasser; brauchen meist wenig Wasser (alle 2 Wochen im Schnitt); Orchideendünger; Ruhezeiten beachten!
  • Flamingo Blume: Keine Direktsonne; Luftfeuchtigkeit erhöht; kein Kalkwasser; keine Ballentrockenheit; regelmäßig Dünger ganzjährig; kein Zug; ganzjährig über 20°C.
  • Passionsblume: vorrangig sommerblühend, aber auch im Frühjahr und Herbst blühfähig; im Sommer warm, im Winter kühl (10-15°C); keine Ballentrockenheit; Umtopfen jährlich im Frühjahr in etwas größeren Topf.
  • Bromelien: brauchen hohe Luftfeuchtigkeit; ganzjährig blühfähig, aber Blühreiz meist nur durch höheren Azetylengehalt (Apfel in den Trichter legen); kalkarm gießen; regelmäßig Dünger ganzjährig; Temperatur stets über 20°C.
  • Einblatt (Spathipyllum): keine direkte Sonne; eher im Schatten sehr gut ganzjährig blühfähig; ganzjährig wöchentlich düngen und niemals austrocknen lassen; stets über 20°C.Sehr anspruchslos in Räumen mit niedriger Luftfeuchte.
  • Saintpaulia (Usambaraveilchen): Nicht aufs Blatt gießen, mäßige Feuchtigkeit; ganzjährig blühfähig; stets gleiche Temperatur um 20°C; heller Fensterplatz nord- oder ostseitig; keine direkte Sonne; keine Staunässe.
  • Begonia elatior (Zimmerbegonie): Blüte in allen Farben (außer blau) ganzjährig; relative Anfälligkeit gegenüber Läusen und Mehltau; Temperatur 20-22°C; wöchentlich düngen; nach der Blüte Rückschnitt erforderlich; im Sommer ins Freie pflanzbar; im Winter sonnig, im Sommer Halbschatten.
  • Kalanchoe (Flammendes Kätchen): ganzjährig ganz mäßige Feuchtigkeit; heller Standort(auch volle Sonne); blüht sehr lange (über 6 Monate) am Stück, danach Rückschnitt. Alle 2 Wochen düngen; ist eher wie eine Sukkulente anzusehen.
  • Medinilla: anspruchsvolle, wuchtig blühende Zimmerpflanze in rosa; kalkarm und mäßig gießen, alle 2 Wochen düngen; kein Zug; Luftfeuchtigkeit immer über 60%; keine direkte Sonne (Sonnenflecken!).
  • Jasminum: duftende weiße Blüten, braucht wenig Wasser und während der Blüte am besten kühl stellen, sonst rasches Abblühen. Kaum Ansprüche!


Sie bedeuten nämlich oft das „Besondere“ – besonders an solch trostlosen Wintertagen - und die optische und jahreszeitliche Abwechslung in jedem Wohnraum. Blühende Zimmerpflanzen beleben Blumenfenster, Wintergarten, Wohnzimmer

zum Beitrag
Kräuter
Balkonblumen
Vitamine
22.1.2021
Keimsprossen selber ziehen!

Draußen ist zwar noch kalter und tiefer Winter, aber auf frisches Grün muss man  dennoch nicht verzichten. Mit Keimsprossen holt man sich ganz einfach selbst gezogenes Gemüse aufs Fensterbrett – und/oder ein leckeres Topping für ein Butterbrot oder eine wärmende Suppe.

Daher erklären wir kurzerhand die Fensterbank zur Anbauzone: Jetzt wachsen dort Keimsprossen, neudeutsch nun auch Microgreen genannt.

Aber egal, wie man es nun nennt: Es ist nicht nur lecker und gesund, weil es viele Vitamine, Ballaststoffe und Mineralien enthält. Es ist auch einfach anzubauen!

Keimlinge und Sprossen sind wahre Alleskönner: Sie geben nicht nur für Salate ein knackiges Topping ab, sondern verfeinern auch Aufstriche, garnieren Suppen oder würzen Saucen. Vor allem in der asiatischen Küche sind die jungen Pflanzentriebe mit dem nussigen, scharfen oder süßlichem Geschmack sehr beliebt. Sogar in Shakes oder beim Brotbacken werden sie als gesunde Zutat geschätzt. Dank ihres Nährstoff- und Vitaminreichtum gelten sie neuerdings als Superfood. Vor allem für Vegetarier und Veganer stellen sie einen wichtigen Lieferanten von Proteinen und B-Vitaminen dar. Der Anteil an Vitamin C sowie Nährstoffen ist um ein Vielfaches höher als in ausgewachsenen Pflanzen. Außerdem können die Vitalstoffe in Sprossen und Keimlingen vom Körper besser aufgenommen werden.

Der Klassiker: Kresse ziehen

Einfache Kresse trägt ihren Namen zurecht: Es ist nämlich wirklich einfach, sie anzubauen. Bereits nach wenigen Tagen keimen die Samen, nach etwa 10-14 Tagen, bei kühleren Temperaturen nach 3 Wochen, kann sie geerntet werden.

Für den Anbau braucht man nicht einmal einen Blumentopf mit Erde. Die kleinen Samen bzw. Pflänzchen sind sehr anspruchslos und gedeihen auf Zellstoff oder einer kleinen Vliesmatte. Ein Teller oder eine flache Schale mit Küchenpapier oder Watte genügen! Wir verwenden lieber Schafwoll-Vliesmatten, da sind wichtige Mineralstoffe enthalten, die der Pflanze letztendlich zugutekommen.

Und so geht‘s:

  • Den Teller z.B. mit Küchenpapier auslegen und anfeuchten.
  • Warten, bis sich das Material vollgesaugt hat, dann das überschüssige Wasser wegschütten.
  • Die Samen auf das aufgequollene Material eng (auf eine Fläche von 10x10cm 10 Gramm Biosaatgut) und sie vorsichtig leicht andrücken. Kresse gehört zu den Lichtkeimern, man muss sie nicht zusätzlich abdecken. 
  • Nun das „Kressebeet“ noch einmal befeuchten – am besten mit einer Sprühflasche, überschüssiges Wasser wieder weggeben. Samen soll feucht sein, aber nicht schwimmen.
  • Den Teller oder die Schale an einen hellen Ort aufstellen, zum Beispiel auf die Fensterbank bei 18°C. 
  • Darauf achten, dass die Samen nicht austrocknen, daher regelmäßig mit Wasser besprühen, am besten morgens und abends besprühen. Steht der Teller über einer laufenden Heizung, kann es sein, dass man auch zwischendrin wässern muss. Durch die Wärme trocknet der Zellstoff schnell aus. 
  • Nach etwa zehn Tagen kann man die Kresse ernten, mit einer Schere einfach bodengleich abschneiden. Leider wächst Kresse nicht nach. Um regelmäßig Kresse ernten zu können, kann man mehrere Teller-Beete anlegen, die man im Abstand von ein paar Tagen anlegt

Alternativen zu Kresse:

  • Aus Samen von Alfalfa, Senf, Radieschen, Rettich, Buchweizen, Sesam, Mungobohne und Sonnenblumen, Brokkoli (Kohlgemüse im Allgemeinen), Bockshornklee, Leinsamen kann ebenso Keimlinge ziehen, wie aus Weizen und Hafer. Da freut sich auch die Katze.
  • Allerdings sollte man für die Zucht von Sprossen darauf achten, dass man nur Samen verwendet, die auf der Verpackung auch explizit dafür ausgewiesen sind! Bestenfalls sind sie in Bio-Qualität, was zu bevorzugen ist!
  • Viele dieser Sprossen zieht man auch gut in einem mehrstöckigen Keimgerät. Keimsprossen lassen sich in diesem Behälter leicht ziehen. Allerdings muss man die Keimlinge regelmäßig spülen und lüften: Im feuchten Mikroklima können sich schnell gesundheitsschädliche Bakterien, die Hefe- oder Schimmelpilze bilden!
  • Riechen die Sprossen komisch oder sind sie schleimig, sollte man sie nicht essen!
  • Besonders bei Sprosse von Hülsenfrüchten wie Linsen, Erbsen, Mungobohnen, etc. ist es Pflicht, nach der Ernte kurz zu erhitzen, um die Giftstoffe herauszubringen.
  • Oft setzt die Ernte nach gut einer Woche ein!

Draußen ist zwar noch kalter und tiefer Winter, aber auf frisches Grün muss man dennoch nicht verzichten. Mit Keimsprossen holt man sich ganz einfach selbst gezogenes Gemüse aufs Fensterbrett – und/oder ein leckeres Topping für ein Butterbrot oder eine wärmende Suppe.

zum Beitrag
Schneedruck
Frost
Wintergarten
15.1.2021
Schneedruck – was ist im Freien bei Garten-Pflanzen zu beachten?

Von Natur sind Pflanzen ja so konzipiert, dass die problemlos ihr Eigengewicht inklusive der Früchte tragen können. Während eines sehr fruchtbaren Jahres kann es jedoch vorkommen, dass die Äste an Obstbäumen so vollhängen, dass sie gestützt werden müssen, um nicht abzubrechen. Schneemassen besitzen ebenfalls ein oftmals unterschätztes Gewicht. Obwohl Schnee eine gewisse Schutzfunktion ausübt, wird er ab einer bestimmten Menge jedoch zu schwer. Ziersträucher und kostbare Bäume sollten deshalb im Winter durch Zusammenbinden vor dem Schneegewicht geschützt werden. Äste können sich durch Schneelasten schnell nach unten biegen, die Baum- oder Strauchform verderben und schlimmstenfalls abknicken und hierdurch sogar größere Rinden- und Stammschäden verursachen. Sollte ein Kronenschaden entstehen, kann ein Baum ebenfalls absterben. +Insbesondere in der Nähe von Gehwegen und Parkplätzen stellen schneebedeckte Äste sogar einen Gefahrenfaktor dar. Kugelförmige Pflanzen wie auf Form geschnittene Eiben, Ilex etc. oder kegelförmige Pflanzen wie Zypressen sollten ebenfalls vor Schneelasten geschützt werden.

Insbesondere in der Nähe von Gehwegen und Parkplätzen stellen schneebedeckte Äste sogar einen Gefahrenfaktor dar. Kugelförmige Pflanzen wie auf Form geschnittene Eiben, Ilex etc. oder kegelförmige Pflanzen wie Zypressen sollten ebenfalls vor Schneelasten geschützt werden.

Gräser und Sträucher können selbstverständlich auch einfach geschüttelt werden, um sie vom Schnee zu befreien; allerdings sollte nicht zu stark gerüttelt werden. Auch das Schlagen mit Stäben sollte vermieden werden, denn gefrorene Äste brechen leicht. 

Wie kann man bei ZU VIEL Schnee gegensteuern? Muss man das überhaupt machen? Wann wird’s wirklich wichtig?


Maßnahmen zusammengefasst, die aber JETZT teilweise auch schon zu spät sind, aber es kommt ja oft auch noch später, nasser Schnee im Frühjahr raus, dann gilt das auch wieder:


Schnee abkehren:  Eigentlich ist es meist nicht nötig, den gefallenen Schnee von den Bäumen abzukehren. Außer, es handelt sich um sehr nassen Schnee, der in rauen Mengen fällt. Diesen sollte man dann entfernen, wenn er droht, ganze Astpartien abzubrechen.


Pflanzen zusammenbinden:  Einige Pflanzen können durch eine zu hohe Schneelast schnell auseinander gedrückt werden. Das ist besonders bei Pflanzen der Fall, deren Zweige steil nach oben wachsen, dann ausladen. Dazu zählen Wacholder, Zypresse, Eibe und Thuje. Diese Pflanzen sollte man am besten immer mit einer Schnur locker zusammenbinden. So haben die Pflanzen auch einen besseren Schutz vor Kälte. Das Gleiche gilt übrigens auch für Ziergräser. Diese sollten Sie auch jeden Winter zu einem Schopf zusammenbinden.


Pflanzenkrone mit Vlies umwickeln: Das gilt u.a. für auf Form geschnittene Pflanzen wie z.B. Buchsbäume oder Zypressen, aber auch andere kleinkugelige Pflanzen und Sträucher, wo der Schnee dazwischen nicht abrutschen kann.


Schutz bauen: Für Pflanzen, die an der Hauswand stehen und die von Dachlawinen getroffen und beschädigt werden könnten, sollte man einen Schneeschutz bauen. Am besten ist es, wenn man ein Lattengestell in Form eines Zeltes um die Pflanzen bauen. So werden diese im Falle einer Dachlawine nicht mit voller Wucht vom Schnee getroffen und beschädigt.


Von Natur sind Pflanzen ja so konzipiert, dass die problemlos ihr Eigengewicht inklusive der Früchte tragen können.

zum Beitrag
Winter
Zimmerpflanzen
Kübelpflanzen
Frost
8.1.2021
Eistage und was es hier mit den Pflanzen auf sich hat

Ich möchte auf die aktuelle Wetterlage eingehen: 
Uns stehen die ersten richtigen Eistage des Jahres, eigentlich des gesamten Winters, bevor. Nachttemperaturen auch in Tallagen von bis zu minus 15 Grad C, die Kraft der Sonne reicht nicht für Plusgrade untertags, aber sie ist stark genug.  Dazu kommt die Trockenheit, da Frost dem Boden Feuchtigkeit entzieht.

Für Pflanzen eine spezielle Herausforderung, der sie meist gewachsen sind, aber:  Bei welchen Pflanzen sollte man worauf achten?


Pflanzen, die im Freien überwintern – z.B. im Topf auf der Terrasse – müssen beobachtet werden. Besonders Pflanzen, die bei uns nicht heimisch sind, brauchen „einen Blick mehr“ als heimische.

Wichtig ist, dass die Pflanzen gut eingepackt sind, besonders der Topf, der aus Kunststoff, Holz, Keramik oder Keramikimitat besteht. Schafwollmatte, Noppenfolie muss ihn umgeben, dazu die Holzkeile am Boden, die ihn vom Untergrund etwas fernhalten, sodass Luft durch strömen kann. Unbedingt kontrollieren. Unbedingt den Winterschutz kontrollieren, der über die Pflanzen gespannt wurde, meistens ein Vlies. Speziell Jap. Ahorne, Bambusse, Kirschlorbeer, Kamelien, etc. leiden unter der Wintersonne. Sofort die Gelegenheit ergreifen, wenn es mal Plusgrade bekommt und Schnee über die Erde geben oder eben mit kaltem Wasser einmal gut eingießen.

Föhntage sind für solche Aktionen bestens geeignet.


Pflanzen im Indoorbereich – auch diese „leiden“ mit der Kälte mit! Warum? Je kälter es außen ist, desto stärker muss man heizen und desto trockener wird die Luft in den Räumen. Die Gefahr ist der Befall mit Wollläusen oder Schildläusen.


Kübel-Pflanzen (Zitrus, Fuchsien, Oleander, Margeriten und Co), die auf kalten (frostfreien) Plätzen (Hausgänge, Keller, Dachböden, Garagen mit Fenster) überwintern, sind zu begutachten. 

Warum? Durch die angesprochene Heizung „verschliafn“ besonders viele Schädlinge in Blattachseln, gerade jetzt beginnt der Befall. Was tun? Vorbeugend mit Neem-Öl spritzen, bei starkem Befall helfen oft nur starke Gegenspieler wie Öle (Paraffin, Raps) oder Kräutertees (Rainfarn, Wermut) mit Alkohol in Kombination. 

Unbedingt einmal pro Monat kräftig eingießen, eine Düngung ist nicht notwendig, das beginnt erst ab März.

Zimmerpflanzen wie Gummibäume, Palmen usw. sind besonders gegenüber der viel zu niedrigen Luftfeuchtigkeit empfindlich und daher umso anfälliger gegen Wollläuse. Wichtig ist es, gerade in solch extremen Heizperioden, nur mehr kurz stoßweise zu lüften und die Pflanzen jeden zweiten Tag mit abgestandenem Wasser zu betauen (besprühen), dabei aber nicht den Strahl auf die Pflanze richten, sondern quasi in die Luft sprühen und das Wasser wie einen Schleier über die Pflanzen fallen zu lassen. Einmal pro Monat mit einem (Bio) Dünger flüssig übers Gießwasser düngen, der Verbrauch ist auch im Winter groß, besonders im warmen Wohnzimmer. 

Wichtig ist es auch, wenn abgestorbene Pflanzenteile vorhanden sind, diese jetzt wegzuschneiden, sie stressen zusätzlich. Wir brauchen, gerade in dieser strengen Zeiten, gesundes Grün für bessere Luft und Wohlbefinden.

Das gilt auch für Blütenpflanzen wie Orchideen oder Cyclamen, die jetzt ihre Hochsaison haben, müssen ebenso auf Schädlinge kontrolliert werden, da sie während dieser Zeit besonders attraktiv sind, nicht nur für uns Menschen.

Für Kräuter (Oregano, Rosmarin, Thymus etc.) auf der Fensterbank gilt Ähnliches, sie profitieren in solchen Tagen von der hohen Sonneneinstrahlung und der spürbaren, wenn auch nur leichten Tagesverlängerung. Wichtig ist allerdings, die Kräuter nicht zu düngen, aber dennoch nicht vergessen zu gießen, manchmal brauchen sie im Winter mehr als im Sommer, so komisch das klingt.





Uns stehen die ersten richtigen Eistage des Jahres, eigentlich des gesamten Winters, bevor. Nachttemperaturen auch in Tallagen von bis zu minus 15 Grad C, die Kraft der Sonne reicht nicht für Plusgrade untertags, aber sie ist stark genug. Dazu kommt die Trockenheit, da Frost dem Boden Feuchtigkeit entzieht.

zum Beitrag
Kräuter
Gartenpflege
Winter
Kübelpflanzen
18.12.2020
Richtige Pflege von Küchen- und Topfkräutern im Winter und im Raum

Kräuter in Töpfen gehen oft schnell ein - häufig aufgrund der falschen Pflege. 

Im Supermarkt sehen Petersilie, Basilikum, Rosmarin, Thymian und Schnittlauch meist knackig und frisch aus. Doch häufig verkümmern diese Topfpflanzen zu Hause in kürzester Zeit. Das ist nicht nur ärgerlich für den Käufer, sondern auch aus ökologischer Sicht nicht sinnvoll - Pflanze samt (meistens) Plastiktopf wandert oftmals direkt in den Müll. Die meisten im Supermarkt erhältlichen Kräuter sind für den baldigen Verzehr gezüchtet. Sie wurden in Treibhäusern unter optimalen Bedingungen (oft künstlicher Belichtung) zu schnellem Wachstum angetrieben und sind daher nicht immer sehr robust, mit Ausnahmen halt.

Dennoch gibt es einige Möglichkeiten, die Kräuter am Leben zu erhalten. Besonders wichtig ist die richtige Menge an Gießwasser. Werden die Kräuter zu stark gegossen, bildet sich an den Stielansätzen Schimmel und sie gehen nach kurzer Zeit ein. Viele Kräuter vertrocknen auch einfach, weil sie eben nicht genügend Wasser bekommen. Als Faustregel gilt: Die tägliche Wasserration sollte fünf bis zehn Prozent des Topfvolumens betragen. Das sind bei einem handelsüblichen Kräutertopf mit einem 600ml Inhalt etwa 60ml, Schnittlauch benötigt bis zu 120ml, ebenso Basilikum, welcher genauso viel braucht, überhaupt bei hohen Temperaturen und wenig Licht im Raum.

Schnittlauch braucht besagte hohe Gießfrequenz, Petersilie und Salbei dagegen deutlich weniger, sprich 30-40ml/Tag, Thymian noch weniger, ebenso Rosmarin. Das sind die wichtigsten. Koriander braucht wiederum mehr, ebenso Kerbel. Rucola braucht auch eher so viel Wasser wie Schnittlauch.

All diese Kräuter sind um diese Zeit durchaus erhältlich, man prüfe allerdings die Herkunft und berücksichtigt gerade bei Kräutern, dass BIO-Qualität zu bevorzugen ist!

Kräuter teilen und in neue Töpfe pflanzen: Um die Lebensdauer zu verlängern, sollten die Pflanzen bald nach dem Kauf geteilt und neu eingetopft werden. Kräuter benötigen nährstoffarmes Substrat, eine Kräutererde - am besten torffrei - ist beispielsweise geeignet. Aus einem Kräutertopf lassen sich drei bis vier neue Topfpflanzen gewinnen. So erhalten die Pflanzen mehr Licht, Platz und Nährstoffe.

Der richtige Standort ist der hellste  (muss aber nicht pralle Südseite sein) und nicht am Kachelofen! Temperaturen 15-17°C sind ideal auf der Fensterbank. Nicht zu viel besprühen, nötigenfalls mal hinunterschneiden, wenn man übersehen hat, dass die oft in Folientüten eingepackten Kräuter am Stielgrund schon schimmeln. Nicht gleich wegwerfen, sondern ausputzen, gegebenenfalls eben mal stark einkürzen und auf Neuaustrieb warten (dauert über einen Monat im Winter). Basilikum fühlt sich bei 20 Grad am wohlsten. Wer Basilikum verwenden möchte, schneidet am besten einen Trieb oder einen Teil davon ab, statt einzelne Blätter abzuzupfen. So kann die Pflanze besser neu austreiben und bleibt vital. 

Im Winter Kräuter selbst ziehen?

Das ist sicher möglich, beschränkt sich aber aufgrund der geringen Lichtintensität und der meist nicht idealen Wachstumsbedingungen und Schädlingsanfälligkeit eher auf Kresse-Aussaat, die ja ganz einfach ist und Kresse ist ja supergesund!!! Hier braucht man nur Saatgut, ein Küchenpapier, einen wasserdichten, flachen Untersetzer und nach 1,5 Wochen spätestens bei 18°C kann man schon ernten.


Kräuter in Töpfen gehen oft schnell ein - häufig aufgrund der falschen Pflege. 

zum Beitrag
Weihnachten
Winter
Zimmerpflanzen
11.12.2020
Weihnachtskaktus und Weihnachtsstern

Weihnachtskaktus (heißt botanisch Schlumbergera) und Weihnachtsstern (botanisch Euphorbia pulcherrima)

Ersteres ist eine Pflanze, welche die Weihnachtszeit typisch symbolisiert. Eine sehr nahe Verwandte ist die Art Rhipsalis, der Osterkaktus, welche sehr ähnlich aussieht und genau im April um die Osterzeit blüht und diese auch symbolisiert wie der Weihnachtskaktus die Weihnachtszeit!

Der Weihnachtskaktus gehört zu den Blatt- und Gliederkakteen, einzelne Glieder sitzen aneinander, mit diesen können sie auch Photosynthese betreiben, sie dienen aber auch der Vermehrung.


Heimat: ist der tropische Regenwald Brasiliens, also ganz ungewöhnlich für einen Kaktus. Er wächst dort ähnlich wie manche Orchidee am Baum aufsitzend, also epiphytisch, daraus erklärt sich auch die Kalkempfindlichkeit und das geringe Wasser- und Nährstoffbedürfnis. 

Als Baumaufsitzer belasten sie den Baum darunter allerdings überhaupt nicht, entnehmen keine Nährstoffe.


Blüte: Die Pflanze blüht reichhaltig in den Farben lila, rosa, violett, orange oder weiß. Auch Rottöne sind zu finden. Bei guter Pflege blüht sie von November bis April, kann aber auch 2- bis 3-mal jährlich zum Blühen gebracht werden.


Pflege: Im Winter während der Hauptblütezeit braucht die Pflanze regelmäßig eine gewisse erhöhte Luftfeuchtigkeit, dafür aber geringe Wassergaben. Diese reduzieren sich auf die Zeit ab 1 Monat nach dem kompletten Verblühen bis zum Knospenansatz. Nach dem Abblühen sollte nicht mehr gegossen werden. 

Düngegaben sind ebenso gemeinsam mit den Wassergaben zu verabreichen, dabei verwendet man dann normalen Zimmerpflanzenflüssigdünger, also keine eigenen Kakteendünger. Man kann die Pflanze während der Blüte ruhig kühler, also bei 10-15°C aufstellen, höhere Temperaturen sind wenig blütenförderlich! 

Ab 22°C setzt die Blütenbildung überhaupt völlig aus! 

Umgetopft gehört die Pflanze im März, ebenso die Vermehrung. Wenn man die Blattglieder herunter bricht, dann sollte man diese vor dem Abstecken in ein torfhaltiges Substrat ruhig noch ein paar Tage abtrocknen lassen, dann verödet quasi die Bruchstelle besser.

Im Sommer kann man die Pflanze gut auf Sommerfrische an einen halbschattigen Platz ins Freie stellen, sie ist aber absolut frostempfindlich, muss also rechtzeitig wieder ins helle, warme  Zimmer eingeräumt werden!

Wie erkennt man die Ruhezeit der Pflanze? 

Sie wird fahl grün und von selbst matt, ab diesem Zeitpunkt sollte man die Pflanze so trocken als möglich halten.

TIPP: Vorsicht! Sobald die Pflanze Blütenknospen zeigt, darf sie aufgrund der Empfindlichkeit dem gegenüber nicht mehr umgestellt werden!

Etwas anders der  Weihnachtsstern, wenngleich gar nicht so weit entfernt, was dessen Heimat betrifft: Mexiko! 


Kurze Pflege-Tipps:

Das wichtigste ist der Transport von der Gärtnerei/Blumengeschäft nach Hause. Kältebrücken sollten unbedingt vermieden werden. Also gut mit Papier (nicht Folie) einpacken! Im kalten Auto nur kurz stehen lassen!

Den Ballen niemals austrocknen lassen, d.h. aber nicht im Wasser stehen lassen, da dies die Wurzeln faulen lässt. 

Zimmertemperatur von 18-22°C ist empfehlenswert, viele Sorten (ROTE!) auch kühler (15-18°C)

Heller Standort, auch neben dem Südfenster

Keine Zugluft, kein Ventilator oder Luftanstrahlung, kein Kachelofen von unten, welche allesamt die Blätter austrocknen lässt. Unbedingt an heizintensiven Tagen Blätter (nicht Blüten) besprühen.

Ab Jänner einmal wöchentlich mit einem Grünpflanzendünger über das Gießwasser düngen.


Häufigste Fehler: 

Zu trockene Luft, zu feuchte Haltung, Heimtransport zu wenig beachtet!



Weihnachtskaktus und Weihnachtsstern. Der Weihnachtskaktus gehört zu den Blatt- und Gliederkakteen, einzelne Glieder sitzen aneinander, mit diesen können sie auch Photosynthese betreiben, sie dienen aber auch der Vermehrung.

zum Beitrag
Weihnachten
Christbaum
Winter
27.11.2020
Der „Lebende Christbaum“

Jedes Jahr flattern in diesen Tagen Angebotszettel über Christbäume von diversen Anbietern ins Haus. Zu 90% sind diese Angebote geschnittene, also abgeholzte Bäume.

Nun ist es jedoch so, dass nicht alle Menschen diesen geschnittenen Baum möchten, weil es unnatürlich erscheint, Bäume, auch wenn sie aus separaten Christbaumkulturen stammen, zu „töten“, um selbst im Hause für eine kurze Zeit von meistens 2-4 Wochen Grün im Haus zu haben und eine lange Tradition fortzusetzen.

Es gibt viele Menschen, die möchten einen so genannten „Lebenden Weihnachtsbaum“ als echtes lebendes Grün im Zimmer haben, um im darauf folgenden Jahr dann diesen entweder auf der Terrasse oder im Garten ausgepflanzt oder in einem Trog als Ganzjahresschmuck zu nutzen.

Zuerst stellt sich die Frage, welcher Baum es denn sein soll

Prinzipiell ist jede immergrüne Pflanze als Weihnachtsbaum geeignet, natürlich gibt es da Auffassungsunterschiede. Manche schmücken aus Platzgründen auch ihre Zimmerpalmen als „Christbaum“, wogegen ja nichts einzuwenden ist, aber es ist eben nicht jedermanns Sache. Manche sagen wiederum, der Baum müsse duften. Das tut er natürlich dann, wenn es eine Tanne, eine Fichte oder gar eine Föhre ist, weil die Harze und die ätherischen Öle jenen Duft verbreiten, der uns den „Waldduft“ bescheren.

Bitte aber keine Bäume aus dem Wald deswegen ausgraben, nicht um den Gärtner das „Geschäft“ zu nehmen, sondern weil die dort ausgegrabenen Bäume überleben würden! Außerdem würden die Pflanzen für danach viel zu groß werden und für den „normalen“ Hausgarten überdimensioniert.

Blaufichte / Blautanne

Aus Nordamerika stammend, mit Blauanteil in der Nadel. Früher am häufigsten als „Lebender“ verwendet, nachdem sie aber sticht, nimmt man jetzt die Nordmanntanne.

Nordmanntanne

Der Standardchristbaum als „Geschnittener“, als Lebender auch sehr häufig verwendet. Sticht nicht! Lebt nur dann, wenn der Baum auch tatsächlich im Topf gewachsen ist, davon gilt es sich zu überzeugen.

Zuckerhutfichten (in Sorten)

Ist absolut wieder im Trend. Durch die sehr dichte Benadelung, die gleichmäßige Kegelform und die kompakte Größe ideal für viele kleinere Wohnräume. Ein echter Hingucker und sehr gut haltbar! Sticht bedeutend weniger als die Blaufichte.

Serbische Fichte

Schlanker Fichtenbaum mit silbernem Anteil in der Nadel. Ist  preiswert, wirkt aber nicht mehr ganz typisch weihnachtsbaumartig.

Föhren mit diversen Arten

Das Tiroler Modell! Heimisch, langnadelig, aber eben nicht immer typisch als Christbaum. Mit den Jahren rieselt die Pflanze, d.h., sie verliert einen Teil ihrer Nadel, die sie zwar wieder erneuert, aber sie hinterlässt Spuren. Föhren können als Christbaum für rustikale Räume (Stuben) und Zwecke aber doch sehr attraktiv sein.

Heimische Fichten und Tannen

Sie sind praktisch nicht zu verwenden, weil sie kaum Überlebenschancen besitzen.

Hinweise zum Kauf

Wie bereits bei den Nordmann-Tannen erwähnt, sollte man hier sehr wohl auf den Preis schauen.

Weil ein „Lebender“ Nordmann um 9,90.- ist sicherlich ein kürzlich erst gestochener und nicht eingewurzelter Christbaum, der praktisch einem abgeschnittenen gleichzusetzen ist. Ein im Topf gewachsener mit einer Höhe von 1-1,25 m kostet sicherlich 50€ oder etwas darüber, weil diese Pflanze ja mehrmals umgepflanzt wurde, bevor sie in den Topf gelangt, um einen entsprechenden Wurzelballen zu erziehen, daher ist der Preis aufgrund der Arbeit und des Alters gerechtfertigt.

Ein solcher Baum kann also durchaus Chancen besitzen, über den Winter zu kommen, ein großer, nie verpflanzter allerdings nicht.

Allgemeine Pflegehinweise

Die Pflege ist denkbar einfach, wenn man sich an gewisse Dinge hält.

Zuerst sollte man darauf achten, dass sich der Baum langsam an die Raumtemperatur gewöhnt. Man belässt die Pflanze bis 1-2 Tage vor dem „Heiligabend“ im Freien, stellt ihn dann in einen kalten, aber frostfreien Raum, um ihn dann am Vorabend ins Zimmer zu stellen.

Zuvor gut Einwässern nicht vergessen! In weiterer Folge den Ballen nicht mehr ganz austrocknen lassen, d.h. jeden 2. Tag gießen. Ideal wäre es auch, die Pflanze 1x pro Tag zu besprühen, um die Nadeln nicht eintrocknen zu lassen. Dabei muss man jedoch auch auf den Behang denken, dass dieser absolut robust gegen Wasser sein sollte.

Nach 4-5 Tagen, also, wenn geht, noch vor Silvester, stellt man die Pflanze wieder für einige Tage in jenen kalten Raum, in dem er auch knapp vor Heiligabend stand, erst dann ins Freie räumen. Dort muss man dann aber auch bis zum Einpflanzen im Frühjahr wöchentlich mit kaltem Wasser gießen. Wenn man die Möglichkeit hat, die Pflanze im Winter in der kalten, ungeheizten Garage mit Lichtfenster stehen zu lassen, dann sollte man diese nutzen.

Jedes Jahr flattern in diesen Tagen Angebotszettel über Christbäume von diversen Anbietern ins Haus. Zu 90% sind diese Angebote geschnittene, also abgeholzte Bäume.

zum Beitrag
Winter
Weihnachten
Eingangsbereich
20.11.2020
Hauseingangs-Bereiche für den Winter schön bepflanzen & schmücken

Der Hauseingangsbereich ist so etwas  wie die Visitenkarte eines Hauses, egal ob es sich um ein Ein- oder Mehrfamilienhaus  handelt. Zwei Kübel, die rechts und links von der Eingangstür platziert sind,  verschönern den Anblick schon sehr.

Vom Aussehen her sollten die Gefäße,  aber auch die Pflanzen, von der Form her zum restlichen Haus passen. Nur so  entsteht ein harmonisches Bild. Viele haben solche Gefäße vielleicht noch vom  Sommer her irgendwo herumstehen.

Ob man die gleichen Pflanzen und  Töpfe wählt, ist Geschmackssache, doch im Allgemeinen wird es als  harmonischer angesehen, wenn die Töpfe und deren Inhalt sich gleichen oder  zumindest harmonieren.

Man kann solche Pflanzen, soweit auch  jetzt in dieser Zeit in Fachbetrieben verfügbar, bis in den Winter hinein  pflanzen und aufstellen, auch im Dezember ist das kein Problem und absolut  möglich.

Wenn man die Töpfe  mit Inhalt  rund ums Jahr stehen lassen möchte, sollte man sich für immergrüne Pflanzen  entscheiden. Natürlich müssen sie winterhart sein. Man muss aber auch  bedenken, dass der Standort eines Hauseingangs zumeist ein absonniger ist,  daraus resultiert die Pflanzenwahl.

Der Klassiker war, bevor der Zünsler  kam, der Buchs. Jetzt gibt es sehr  gute Buxus-Ersatzpflanzen, die  resistent sind, anspruchslos und den „Kriterien“ entsprechen. Es sind  Stechpalmen ILEX, die gar nicht  stechen, sondern ganz harmlos sind und noch dazu wunderschön glänzen.

Oder der immergrüne Bloombux, der im Frühjahr sogar  blüht. Diese kann man in beliebige Formen schneiden, sind oft als Kugel oder  Pyramide erhältlich. Im Winter kann man sie dekorativ verpacken und sogar  Lichterketten draufgeben. Die Pflanze sind absolut unempfindlich, alle 2  Wochen gut einzugießen genügt. Schneiden und in Form bringen tut man sie im  Sommer.

Auch viele klein bleibende  Nadelgehölze machen sich gut im Eingangsbereich eines Hauses und sind für  Tröge  geeignet. Von verschiedenen Eibenarten  über Kiefern (Föhren, Latschen)  bis zur wieder sehr modernen Zuckerhutfichte  – besonders Nadelgehölze sind sehr elegant!

Sie kommen mit wenig aus, sogar die  schlechten Lichtverhältnisse in solchen Eingangsbereichen stecken sie meistens  gut weg.

Natürlich sollte man auf den „Lebenden Weihnachtsbaum“ (meistens  Nordmanntanne) nicht vergessen, hier gilt als besonders attraktiv (wegen  seiner blauen Zapfen) die Koreatanne mit dem süßen Sortennamen „Molly“, sehr  anspruchslos und winterhart und langsam wüchsig.

Es gibt auch immergrüne Pflanzen für  diesen Zweck, die noch dazu blühen. Manche von ihnen haben dann sogar noch  Früchte, meist Beeren, als besondere Zierde.

Skimmie – die Pflanze wird nur 50 bis  70 cm hoch und blüht im Mai. Die Blüten riechen sehr gut. Die zahlreichen  roten Beeren zieren die Pflanze den gesamten Winter über. Der Standort kann  halbschattig bis schattig sein. Die Skimmie benötigt nicht viel Pflege und  ist natürlich winterhart.

Ein persönlicher Favorit ist die Schnee- oder Christrose, die es auch  in unterschiedlichen Sorten von weiß, cremefarben bis rosa gibt, ist immer  was Besonderes, absolut winterhart, auch um diese Zeit gepflanzt, immergrün  und blüht wirklich den ganzen Winter, gießen sollte man, düngen nur Calcium.  Tipp: gemörserte Eierschalen auf die Erde geben – das deckt den erhöhten  Kalkbedarf ab!

Allen Eingangsbereichspflanzen sollte  angemerkt werden, dass sie gegossen, aber nicht gedüngt werden sollen, am  besten immer mit eiskaltem Wasser, nicht mit warmem.

Einpacken kann man sie auch  effizient, so, dass es sehr gut aussieht, am besten ein naturfarbenes Vlies,  ein Schafwollvlies verwenden, dann mit Bändern und Zubehör  (Naturmaterialien!!!) hübsch schmücken.

Vielleicht findet man beim  Waldspaziergang ein bisschen abgebrochenes Astwerk, mit Baumbart behangen  oder Moos und Flechten, sieht gerade im Winter sehr dekorativ aus.

Der Hauseingangsbereich ist so etwas wie die Visitenkarte eines Hauses, egal ob es sich um ein Ein- oder Mehrfamilienhaus handelt. Zwei Kübel, die rechts und links von der Eingangstür platziert sind, verschönern den Anblick schon sehr.

zum Beitrag
Einwintern
Herbst
Pflanzenschutz
13.11.2020
Einwinterung winterharter Terrassenpflanzen im Topf

Warum  muss man winterharte Pflanzen überhaupt einwintern?

Durch den besonderen Umstand, dass  die Pflanze nicht in die Erde gepflanzt wird, hat sie deutlich weniger  Schutz, das bedeutet: die Wurzeln können von außen stärker frieren, zudem  kann die Pflanze durch die phasenweise höhere Erwärmung durch die Wintersonne,  leichter austrocknen. Diese „Frosttrocknis“ wirkt sich oft negativ aus und  die Pflanze kann erfrieren und vertrocknen gleichzeitig.

Das kann man vorbeugen!

Welche  Pflanzen kann es betreffen?

Japanischer Ahorn, Rosen,  Kirsch-Lorbeer, Bambusse, andere immergrüne Nadel- und Laubgehölze wie  Stechpalme.

Es betrifft sicherlich keine  Eibe, Thuje, Fichte, Föhre etc. Diese sind dem Winter gegenüber härter,  den meist nicht winterfesten Terracottatopf muss man aber dennoch  einmachen, aber meistens hingegen die Pflanze nicht!

Was  sind die Voraussetzungen für die Einwinterung?

Prinzipiell sollte dies nicht zu früh  erfolgen, da die Pflanze möglichst lange ungeschützt stehen sollte, damit die  Härte nicht abnimmt. Die Einwinterung sollte erst dann erfolgen, wenn nebst  Nachttemperaturen auch die Tagestemperaturen nicht mehr über 5°C betragen,  d.h. meistens erst gegen Ende November/Anfang Dezember.

Folgende  Utensilien sind ratsam: Holzkeile  oder Styroporplatten als Topfunterlage, damit der Topf nicht auf dem Boden  anfriert und so unter Luftabschluss kaputt geht. Weiteres entweder  Kokosmatte, Vlies, Noppenfolie oder seit einigen Jahren die neue Nummer 1  Schafwollmatten(!!!) zum Einwickeln des Topfes, damit die feinen Haarwurzeln  der Pflanze am Topfrand nicht komplett eintrocknen. Vlies sollte man dann  auch zumindest immer parat halten, um die Pflanze zu schützen, aber, wie  erwähnt, nicht zu früh.

Wenn dann auch tagsüber die  Temperaturen nicht höher als der Gefrierpunkt sind:  Die Pflanze wird dann einfach (nicht doppelt und dreifach) mit  einem Vlies eingewickelt und gegen Wind mit einer Schnur befestigt. Besonders  Pflanzen, die in der Sonne stehen, sind gefährdet, hier extrem Bambus, Rosen,  Kirschlorbeer und andere immergrüne Laub- und Nadelgehölze. Wenn man sie in den  Schatten stellt, braucht man meistens nur den Topf und nicht die ganze  Pflanze schützen. Man bedenke nämlich, dass die Pflanzen im Winter  verdunsten, daher sollte man diese so gut als möglich davor schützen, ohne  sie zu sehr zu verwöhnen.

Je tiefer das Gefäß, desto höher die  Härte, weil meistens ausreichend Wasser da  ist für die Pflanze. Daher vor dem Einwintern unbedingt ausreichend wässern.  An den wirklich warmen Föhntagen (z.B. 3 - 4 Tage lang 12°C und mehr) sollte  man das Vlies von der Pflanze herunternehmen, da sich sonst Wärmestaus und  Trockenstellen ergeben, die nur mehr schwer auszumerzen sind.

Eine Herbstdüngung mit  einem stickstoffarmen und kaliumbetonten Volldünger ist nie  schlecht, weil auch dann das Holz besser ausreift und die Härte zunimmt.

Aber, wie erwähnt: Stickstoffhältige  Dünger sollte vermieden werden(Blaukorn, Hornspäne), da dies die Pflanze eher  zum neuerlichen Austreiben bewegt.

Warum muss man winterharte Pflanzen überhaupt einwintern? Durch den besonderen Umstand, dass die Pflanze nicht in die Erde gepflanzt wird, hat sie deutlich weniger Schutz, das bedeutet: die Wurzeln können von außen stärker frieren, zudem kann die Pflanze durch die phasenweise höhere Erwärmung durch die Wintersonne, leichter austrocknen. Diese „Frosttrocknis“ wirkt sich oft negativ aus und die Pflanze kann erfrieren und vertrocknen gleichzeitig.

zum Beitrag
Einwintern
Herbst
Pflanzen schneiden
8.11.2020
Strauchschnitt im Herbst

Im Zuge der vielen Tätigkeiten, die  im Herbst als „Einwinterungsarbeiten“ im Garten und auf der Terrasse zu  verrichten sind, fällt jede Menge an Material (Blätter, Äste) an, wenn man  die über den Sommer stark gewachsenen Blütensträucher zurückschneidet. Man  hat schon im Oktober beginnen können, jetzt im November ist es aber an der Zeit  – jetzt gilt es!

Diesmal geht es speziell um die  Blütensträucher (Forsythien, Weigelen, Jasmin, Spireen, Sommerflieder  usw.), die ja meistens im Herbst ziemlich radikal angepackt werden, weil man  da „angeblich“ die ganze Kraft zurücknehmen will, damit sie nächstes Jahr  kompakter bleiben.

Was  DARF man schneiden, was, SOLL man und was sollte man besser nicht?!

Grundsätzlich stimmt es natürlich:

Im Herbst steht der letzte  Strauchschnitt an. Typischerweise im Oktober und November, bevor die  Starkfröste eintreten. Der Strauchschnitt ist wichtig, um im kommenden  Frühjahr wieder schöne und blühende Sträucher vorzufinden. Dazu müssen die  alten und teilweise kranken Äste aus den Sträuchern entfernt werden. Nur so  bekommen die neuen Triebe genug Nährstoffe für ein ausreichendes Wachstum.

„Einfach die Heckenschere   nehmen und los“ ist jedoch nicht  der richtige Weg. Jeder Strauch braucht seine eigene Pflege und folgt beim  Schnitt auch eigenen Regeln. Welche Schneidetechnik für welchen Strauch die  richtige ist? Gute Frage.

Strauchschnitt  richtig vorbereiten

Strauchschnitt erfolgt mit  Werkzeugen. Entweder mit einer kleinen Gartenschere oder mit einer  Heckenschere. Die meisten kleinen Sträucher können mit der Gartenschere  geschnitten werden. Sträucher mit sehr kräftigen Ästen werden mit einer  Astschere behandelt. Wurden kräftige Äste abgetrennt, sollte die  Schnittfläche mit einem Messer noch geglättet werden. Wundverschluss  unterstützt die Heilung des Astes und beugt Infektionen vor, ist aber nur bei  großen Wunden ratsam.

Diese Dinge sollten unbedingt vor dem  Strauchschnitt besorgt werden, da eine Wundbehandlung am Ast immer in  direkter Folge zum Schnitt getätigt wird.

Wann  wird geschnitten?

Die Frühblüher, also alle die nach  dem Winter direkt in die Blütezeit gehen, werden immer nach der Blüte  geschnitten, eine Forsythie also im Mai. Bei kleinen Sträuchern können die  abgeblühten Blüten auch direkt entfernt werden. Sieht einerseits schöner aus  und gibt den anderen Ästen mehr Nährstoffe. Was häufig zu einer viel längeren  Blütezeit führt.

Alles was im Sommer (ab Juni!) blüht,  wird im Spätherbst geschnitten, geht auch noch im März. Wobei es nur  außerhalb der Frostzeit zum Strauchschnitt kommen sollte. Deshalb schneiden  die meisten Gärtner die Sommerblüher (Jasmin, Weigela, Sommerflieder) bereits  bis Ende November sehr tief zurück.

Warum  der Strauchschnitt wichtig ist

Ein Strauch kann seine ganze  Blütenpracht nur entfalten, wenn die Nährstoffe ausreichend vorhanden sind.  Da alte Äste aber den jungen Ästen Nährstoffe rauben, kommt es bei nicht  geschnittenen Sträuchern zu wesentlich weniger Blüten mit den Jahren. In der  Natur sieht man dies durch oft kahle Stellen in den Sträuchern.

Entfernt man die alten Äste aus dem  Strauch, kriegen die neuen Triebe viele Nährstoffe und bilden in der  kommenden Saison ausreichend und schöne Blüten. Außerdem sind geschnittene  Sträucher auch generell schöner, da sie sonst in einen Wildwuchs ausarten und  viel Platz brauchen.

Der  Erziehungsschnitt im ersten Jahr

Im ersten Jahr, wenn der Strauch  gepflanzt wurde – also einen Winter bereits hinter sich hat und die erste  Blütezeit vorbei ist – gibt es den sogenannten Erziehungsschnitt. Mit diesem  Schnitt bringt man den Strauch in die gewünschte Form, die er die kommenden  Jahre haben wird. Wichtig ist ein symmetrischer Schnitt, bei dem die Äste zu  allen Seiten die gleiche Länge haben. So verteilen sich auch die Nährstoffe  immer gleichmäßig. Zudem ist der Strauch dann bei Unwetter in allen  Richtungen gleichmäßig stabil.

Die kommenden Jahre erfolgt immer nur  die Kürzung aller Äste und das Entfernen von alten Ästen die im Strauch  zurückblieben. Er wird also nur noch ausgedünnt, aber behält seine  ursprüngliche Form die ihm beim Erziehungsschnitt zugeteilt wurde.

Im Zuge der vielen Tätigkeiten, die im Herbst als „Einwinterungsarbeiten“ im Garten und auf der Terrasse zu verrichten sind, fällt jede Menge an Material (Blätter, Äste) an, wenn man die über den Sommer stark gewachsenen Blütensträucher zurückschneidet. Man hat schon im Oktober beginnen können, jetzt im November ist es aber an der Zeit – jetzt gilt es!

zum Beitrag
Einwintern
Herbst
Kübelpflanzen
1.11.2020
Kübelpflanzen auf der Terrasse Einwintern

Kübel-  und Terrassenpflanzen reinholen, zurückschneiden und einwintern - am  richtigen Platz!

Von  welchen Pflanzen sprechen wir?

ALLE frostempfindlichen Pflanzen auf  der Terrasse, dem Balkon.

Oleander, Bougainvillea, Margeriten,  Enzianbaum, Jasmin, Wandelröschen, Zitrusbäumchen etc. und auch unsere  Balkonblumen.

Man muss sich den „RICHTIGEN“ Platz  für die Überwinterung im Haus festlegen und der wäre:

Ganz allgemein: nachts unter 10 Grad  Celsius (6-8°C sind ideal), hell (Tageslicht) und eine Stelle, wo man hinkommt  zum Gießen (nicht zum Düngen, weil das soll man ja in der Winterruhe nicht).

Wie  und wann schneide ich zurück?

Generell beim Einräumen, weil man sie  dann eh in Arbeit hat, ihr dann den meisten Druck nimmt (durch Reduktion des  Volumens), die meisten Pflanzen kann man um 2/3 reduzieren, den Oleander um  die Hälfte, Zitruspflanzen und die meisten „anderen“ schneidet man in Form.

Welche  Gefahren lauern?

Schildläuse, Blattläuse, Spinnmilben,  Thripse

Am besten beim Einräumen mit einem  biologischen Seifenlaugen-, Rapsöl- oder Paraffinölprodukt absprühen und dann  laufend beobachten (alle paar Wochen). Spritzungen mit Farnkrauttee,  Brennnessel/Wermut-Tee machen Sinn, weil vorbeugend alles besseranzuwenden  ist, das kann man alle 4 Wochen gerne machen!

Wann  umtopfen?

Im März oder April ist die beste  Zeit.

Herbstdüngung:

Ja, JETZT unbedingt! Erhöht auch die  Chance auf neuen Durchtrieb im Frühling.

Es wird gewiss nicht schaden, wenn  man Patentkali reinstreut (1-3 Esslöffel pro Pflanze je nach Größe) oder –  wenn verfügbar - Beinwelljauche einmalig in den Wurzelbereich gießt.

Tipp

BITTE: Gar nicht erst aus  Platzgründen daran denken, in einer unbeheizten Garage oder unter einer  Pergola zu überwintern, selbst dann nicht, wenn man Stein auf Bein schwört,  mit doppelt und dreifach Vlies und Folie einpackt, es macht einfach null  Sinn!

Vielleicht überlebt es mal eine  Engelstrompete oder ein Olivenbäumchen, aber das ist dann die Ausnahme der  Regel.

Kübel- und Terrassenpflanzen reinholen, zurückschneiden und einwintern - am richtigen Platz! Von welchen Pflanzen sprechen wir?ALLE frostempfindlichen Pflanzen auf der Terrasse, dem Balkon.

zum Beitrag
Einwintern
Herbst
Pflanzen schneiden
26.10.2020
Kletter- und Schlingpflanzen richtig zurückschneiden

Heuer ist es – vor allem auch  Kletterpflanzen betreffend - sehr üppig gewachsen, besonders die sogenannten  „Schlinger“, die  am Haus, auf den Pergolen, am Zaun entlang wachsen  (wuchern). Manche Pflanzen sind uns über den Kopf gewachsen, sind ausgeufert,  haben uns fast „verschlungen“!

Kletter- und Schlingpflanzen, die  übermäßig gut Fassaden, Dachrinnen, Mauern, Zäune und Pergolen begrünen und  sogar bis zur Unkenntlichkeit zumachen, sodass man den Untergrund oft nur  mehr erraten kann.

Immer wieder kommt die Frage, ob man  Kletterpflanzen überhaupt zurückschneiden kann und soll, ob man da viel an  Wuchs und Blüte einbüßt und vor allem, wann man das macht?

Daher  möchte ich dieses Thema,  auch wenn es nicht besonders bedeutend erscheint, ansprechen.

Kann  man ALLE Kletterpflanzen schneiden?

Eigentlich nicht. Aber die meisten  muss man (irgendwann) schneiden und das sogar kräftig.

Efeu

Efeu ist der immergrüne Klassiker,  der eigentlich fast ganzjährig geschnitten werden kann. Im Herbst ist er  besonders beliebt, dient er doch immer wieder als Material für Gestecke. Das  ist sicher der unkomplizierteste unter den Schnittfähigen.

Clematis

Schwieriger wird es schon bei der Clematis (Waldrebe), mit ihren  kleinblütigen Wildformen, die kaum Schnitt wollen, der wichtigste Schnitt  liegt bei den großblütigen, wunderschönen Sternen. Im Frühjahr kann man diese  zurückschneiden.

Es gibt hier sommerblühende, wo man  dünnes Holz bodengleich ausschneidet und starkes stehen lässt, aber einkürzt  und somit die großen Blüten fördert. Frühsommerblühende Sorten kann man nach  dem Erscheinen des Neutriebs im Frühjahr einkürzen.

Blauregen

Aufwändiger ist der Rückschnitt bei  dem starkwüchsigen Blauregen  (Glyzine), der bis zu 8m lang werden kann und das mit starken Trieben.  Wichtig ist, dass man alle 1-2 Jahre die Pflanzen einkürzt. Blühen tun  Glyzinen an verholzten Teilen und das nur in der untersten Teilen der Seitentriebe,  also kann man alles, was darüber ist und das ist viel, wegschneiden! So  fördert man diese wunderschöne Blütenfülle! Rückschnittzeit ist bis 3 Monate  nach der Blüte, also bis Oktober.

Rosenrückschnitt ist fast eine (kleine) Wissenschaft!

Der Rückschnitt kann im Herbst oder  Frühjahr erfolgen. Vor allem die einmal blühenden Riesenschlinger  „Ramblerrosen“ schneidet man selten, wenn überhaupt und lässt sie gewähren.  Wenn man aber schneiden muss, dann nach der Blütezeit am besten im Juli oder  zeitig im Frühjahr (mit Vorbehalt das Nötigste).

„Normale Kletterrosen“ schneidet man  im Herbst oder Frühjahr. Man lässt 3-4 starke Leittriebe stehen und kürzt die  Seitentriebe auf 10 cm ein, entfernt dünnes Holz dabei.

Wilder  Wein

Wilder Wein ist ähnlich unkompliziert  wie Efeu, man kann nach Gefühl im Herbst wegschneiden, alles, was einen  stört, er treibt nach.

Echter  Wein

Echten Wein hingegen schneidet man im  Feber. Hier lässt man starke Leittriebe stehen und kürzt viele Seitentriebe  stark ein, höchstens auf 2 Augen, nimmt Dünnes weg!

Campsis

Die im Herbst wunderschöne Campsis in Orange/Okker, die jetzt  überall noch blüht, heißt auch Trompetenblume. Sie ist im Herbst leicht, im  Frühjahr stärker nachzuschneiden, zu starkes Schneiden ist aber nicht gut für  üppige Blüte!

Geissblatt

Das Geissblatt (Lonicera) sollte unbedingt schon im Herbst  geschnitten werden, es überwintern sehr vieles an Schädlingen sonst drauf,  was schlecht ist. Ruhig kräftig zurückschneiden. Oder für die Vögel die  Fruchtstände stehen lassen und im zeitigen Frühjahr schneiden!

Kiwi-Pflanze

Es gibt auch viele Fruchtschlinger  wie die bei uns absolut winterharte Kiwi-Pflanze,  die im Herbst nach der Frucht geschnitten werden sollte, aber nicht zu spät,  weil sie viel Wasser in sich trägt und sonst „ausrinnt“.

Heuer ist es – vor allem auch Kletterpflanzen betreffend - sehr üppig gewachsen, besonders die sogenannten „Schlinger“, die am Haus, auf den Pergolen, am Zaun entlang wachsen (wuchern). Manche Pflanzen sind uns über den Kopf gewachsen, sind ausgeufert, haben uns fast „verschlungen“!

zum Beitrag
Allerheiligen
Grabpflege
19.10.2020
Allerheiligen

Allerheiligen ist ja das Hochfest  unserer verstorbenen Angehörigen und in unserer Kultur nimmt man dies zum  Anlass, die Grabstätte noch einmal richtig schön herzurichten und auch  winterfest zu machen.

Vorbereitungsarbeiten

Zuerst gehört  das Grab gereinigt, sprich, von meist schon verwelkten, nicht mehr schön  anzusehenden, heuer eventuell schon erfrorenen Sommerblumen „befreit“. Diese  werden kompostiert. Meist befindet sich direkt an der Oberfläche ein dichtes  Geflecht an Wurzeln dieser Pflanzen. Auch diese sollten beseitigt werden.  Dann sticht man das Grab mit einem Spaten ca. 20 cm tief um, gibt frische  Blumenerde und wenn vorhanden, auch etwas Grünkompost darauf. Oberflächlich  arbeitet man das Ganze ein. Graberde gibt man erst später (nach der  Pflanzung) darauf, um es durch die dunkle Farbe der Erde edler erscheinen zu  lassen.

Hat man eine Grabschale, so braucht man ohnehin nur den Inhalt der  Schale kompostieren und neu zu bepflanzen.

Pflanzarbeit und Gestaltung 

Mit Fortdauer des Jahres  schwindet auch die Zahl jener Pflanzen, die blühenderweise ihre  Wirkung haben. Was im Sommer noch üppig und verschwenderisch mit Blüte  umgeht, besticht im Herbst und Winter eher mit Struktur und  Schlichtheit.

Viele Menschen decken das Grab nur mit Zweigen ab, dies können  aber auch unterschiedliche Arten davon sein.

Das Einfachste sind Tannenzweige,  die meist nur bis zum Jahreswechsel ihre Benadelung halten. Häufig verwendet  man aber schon Latschen, Blaufichten, Scheinzypressen oder Wacholder, die  ergänzend ein schönes Farbenspiel auf die Fläche bringen können und mit etwas  liebevoller Gestaltung sehr effektiv wirken.

Möglichkeiten der Gestaltung gibt  es etliche, nur sollten sie koordiniert (in Absprache mit dem „Rest“ der  Familie) sein. Entscheidet man sich dafür, ein schönes Grabgesteck hinzustellen,  so sollte man Pflanzen nur dezent dazu verwenden, damit das Gesteck seine  volle Wirkung entfaltet. Wenn man Chrysanthemen verwendet,  sollte man bedenken, dass diese ebenfalls sehr stark durch Blüte und Farbe  wirken und Vieles in den Hintergrund drängen. Die Blüten der Chrysanthemen  sind bis in den Spätherbst hinein schön, auch wenn die Pflanze selbst nur  geringe Minusgrade verträgt.

Auch sollte man jetzt schon ans Frühjahr  denken. Zwiebelblüher wie  Tulpen oder Narzissen sind jetzt zu pflanzen, wenn im Frühling das Grab wie  ein kleiner Garten erblühen soll. Man kann auch im Herbst bereits  Stiefmütterchen pflanzen, dann spart man sich den Teil der  Frühjahrsbepflanzung. Sie blühen jetzt bis November und dann wieder ab  März/April.

Das kann manchmal vorteilhaft sein, ist aber eher im Osten Österreichs üblich, bei uns weniger häufig, da wir mehr Schneefall haben und die Pflanzen darunter manchmal unansehnlich werden.

Herbst/Winter-Blüher gibt es auch etliche, so z.B. Heidegewächse wie die Besenheide (Calluna), welche in den vergangenen Jahren zur Nummer 1 am Grab wurden. Am m² pflanzt man je nach Größe, die der Gärtner anbietet, 9-12 Stück. Das gibt ein schönes Bild. Bis es zufriert, sollte man 2-3 x pro Woche gießen, sonst sieht es oft nicht mehr schön aus, gerade am Allerheiligentag selbst.

Kombinieren kann man Heidegewächse sehr gut mit Zweigen, die man schichtweise dazwischen auflegt oder hineinsteckt. Triebspitzen von Latschen, Wacholder, Zypressen, Eiben oder ganz einfach Tannen geben hier erstens schöne Möglichkeiten und zweitens wird der Boden vor dem Ausfrieren/Austrocknen etwas geschützt.

Man kann sich aber auch einen Platz zentral für eine Chrysantheme lassen und dann rundherum Calluna pflanzen.

Wenn dann die Chrysantheme erfroren ist, stellt man über den Winter ein schönes Gesteck oder eine Schale mit Frühjahrsblüher hin. Es sollte nur nicht überladen wirken. Weniger ist mehr, heißt die Devise!

Immer mehr in den Fokus rücken so genannte Blattschmuckpflanzen wie Calocephalus (Stacheldrahtpflanze) Hebe (Herbstveronika) , Polstermoose, Heuchera (Purpurglöckchen),  immergrüne Zwerggräser wie Carex (Segge), Zierkohl, Lavendel, Zitronenthymian, alles Pflanzen, die absolut winterhart sind, nächstes Jahr wieder zurück in den Garten verpflanzt werden können, schön aussehen und nicht ganz alltäglich sind.

Grabgestecke

Es besteht die Möglichkeit, das Grab mit einem Gesteck schön zu schmücken. Die individuelle Gestaltung je nach Geschmack und Beiwerk lassen hier der Fantasie freien Lauf. Man kann sich das Gesteck auch selbst binden. Man braucht dazu eine Kunststoffschale (gehen auch Holzbretter, Schalen aus Recycling/Upcycling-Materialien wie Altpapier etc.), eine Steckmasse wie zum Beispiel aus Moos verdichtet, eventuell ein Drahtgeflecht, um die Steckmasse nicht zerfallen zu lassen, Zweige (Latschen, Tannen) und Materialien, mit denen an das Gesteck ausführen möchte. Die Größe des Gestecks ist individuell, ein Urnengrab hat wenig Platz, ein Einzelgrab ebenso, ein großes Doppelgrab sollte schon der Größe entsprechend ein großes Gesteck zieren.

Sehr im Trend liegen derzeit heimische Naturmaterialien ohne Färbungen, hin bis zu Schwemmholz, Baumbart, Moose, aber auch viele Äste, Blätter von Buchen etc., aber auch Zapfen von heimischen Bäumen. Mit Bedacht umgehen, nicht den Wald plündern bitte!

Wie ich einen Friedhof seit jeher betrachte: Das Grab ist wie ein kleiner Garten, der gesamte Friedhof ein großer. Und solange bei uns so ein gepflegter Umgang damit betrieben wird, sollte man dies auch in jedem Fall achten und schätzen. Es ist ein wichtiger Teil unserer Kultur und soll hochgehalten werden, nicht allein aus geschäftlicher Sicht als Gärtner betrachtet.

Allerheiligen ist ja das Hochfest unserer verstorbenen Angehörigen und in unserer Kultur nimmt man dies zum Anlass, die Grabstätte noch einmal richtig schön herzurichten und auch winterfest zu machen.

zum Beitrag
Beeren
Einwintern
Herbst
Pflanzen schneiden
14.10.2020
Herbstarbeiten – die nächste „Klappe“

Heuer sind, wie noch niemals zuvor in  Tirol, Beerensträucher en masse  gepflanzt worden, die beliebtesten sind ja die Himbeeren, aber auch andere  sind sehr beliebt. Erdbeeren gehören nicht zu dem klassischen  (Gehölz)-Beeren-Sträucher, wäre botanisch ein absoluter Fehltritt.

Wir müssen und wollen die  Beerensträucher dementsprechend im Herbst pflegen und schneiden, wie es sich  gehört und dazu braucht es ein paar Grundinfos.

Beerensträucher sind nämlich für alle  Gärten (und auch schon in Trögen am Balkon und auf der Terrasse) eine  Bereicherung, denn diese liefern uns frische Beeren bei geringem Platzbedarf  und für wenig Arbeit - eigentlich für fast null. Häufig zieht man  Beerensträucher eben auch schon in Kübeln auf der Terrasse und werden wie  eine Terrassenpflanze gesehen.

Um viele Jahre gute Erträge zu  erhalten, muss man ab und zu die Gartenschere zur Hilfe nehmen. Der Schnitt  der Beerensträucher ist wesentlich einfacher als bei Obstbäumen. Nur die  Alten und vergreiste Triebe werden entfernt. Diese erkennt man an ihrer  nussbraunen Rinde. Je älter die Triebe werden, umso dunkler werden sie. Durch  den Schnitt schafft man Platz für neue nachwachsende junge Triebe. Sehr oft  bekommen Triebe einen grünen Befall von Moosen, auch diese sollte man  entfernen.

Die  Beliebtesten und Wichtigsten Beerensträucher sind:

Himbeeren

Himbeeren, die im Frühsommer  fruchten, sind Halbsträucher. Ihre vorjährigen Triebe sterben ab, nach dem  diese einmal Früchte gebildet haben. Die neuen Triebe, die von unten  nachwachsen, blühen erst im zweiten Jahr und bringen auch dann erst die  Früchte. Nach der Ernte sollte man die abgeernteten Triebe zum Boden hin  zurückschneiden.

Spätsommer tragende Himbeeren werden  gleich nach der Ernte geschnitten, können zwecks Winterschutz aber auch  stehen bleiben und im Feber des Folgejahres geschnitten werden.  Zurückgeschnitten wird dann die ganze Pflanze knapp überm Boden. Am unteren  Teil des Halbstrauches wachsen junge, grüne, neue Triebe nach. Da manche  Himbeersorte viele junge Triebe bildet, sollte man diese vorsichtig in einen  Abstand von 15cm verpflanzen. Diese neuen Triebe entwickeln nun auch wieder  Seitenzweige und Blütentriebe und brauchen einen bestimmten Wachstumsraum, um  wieder kräftig zu werden.

Brombeeren

Auch die Brombeeren gehören zu den  Halbsträuchern. Diese wachsen jedoch viel kräftiger und stärker als die  Himbeeren. Man pflanzt diese deshalb in einen Abstand von zwei Metern an  dafür angebrachte Spaliere oder Zäune. Man kann die einjährigen Fruchttriebe  einzeln hochziehen und immer nach einiger Zeit leicht befestigen. Die alten  Triebe fallen sofort ins Auge, denn sie werden braun und sterben oft von  selbst einfach ab. Im Frühjahr werden diese abgetragenen Triebe dann am Boden  abgeschnitten und der Länge nach entfernt. Macht man das nicht, so wachsen  die neuen Triebe in die alten Triebe ein und das sieht unschön aus und ist schwer  zu bearbeiten.

Johannisbeeren

Gesunde Johannisbeersträucher sollten  insgesamt acht kräftige Basistriebe besitzen. Der ideale Zustand wäre jeweils  zwei einjährige, zweijährige, dreijährige und vierjährige Triebe. Blüten  bilden sich nur an den zwei oder mehrjährigen Trieben. Bei den Johannisbeeren  ist der Ertrag von einer guten Verzweigung abhängig. Deshalb werden die  Haupttriebe vom vergangenen Jahr um ein Drittel des Zweiges eingekürzt.  Runterhängende, schwache, noch ältere Triebe sollten entfernt werden. Dadurch  können die jungen Triebe sich besser verzweigen und somit ist wieder eine  gute Ernte gewährleistet.

Stachelbeeren

Diese sind am einfachsten Hand zu  haben, wenn auch nicht am gemütlichsten! Am besten man lichtet soviel aus der  Mitte an alten Trieben aus, dass man bequem hineingreifen kann, ohne sich weh  zu tun. Triebe immer knapp über dem Boden herausschneiden.

Dann ist eine gute Ernte bei guter  Sortenwahl und halbwegs mehltaufrei garantiert.

Heidelbeeren

Heidelbeeren sollten, wenn überhaupt,  erst ab dem 4-6 Standjahr geschnitten werden, da sie nicht sehr stark  wachsen. Eigentlich braucht man nur altes Holz stark zurückschneiden und  auslichten. Im Alter ist es wichtig zu schneiden, um Blühfreudigkeit und  Fruchtertrag zu steigern.

Heuer sind, wie noch niemals zuvor in Tirol, Beerensträucher en masse gepflanzt worden, die beliebtesten sind ja die Himbeeren, aber auch andere sind sehr beliebt. Erdbeeren gehören nicht zu dem klassischen (Gehölz)-Beeren-Sträucher, wäre botanisch ein absoluter Fehltritt.

zum Beitrag
Winter
Herbst
Gemüsepflanzen
Vitamine
2.10.2020
Wintergemüse: Herbst ist Pflanzzeit - Winter ist Erntezeit!

Der Selbstversorgungstrend in der  Küche – Bestes und Bekanntes aus dem eigenen Garten/Hochbeet/Frühbeet  verwenden – setzt sich auch im Herbst fort. Was man im Oktober und teilweise  auch noch November pflanzt, wächst auch noch gut an und kann fortan bis in den  März/April hinein mehrmals Ernte bringen.

Viele schliessen gedanklich im  Oktober mit Gemüse ab, vergessen aber ganz auf die immer beliebter werdende  Winterernte, verschenken wertvollen, gesunden Platz, der im Frühjahr dennoch  wieder frisch bepflanzt werden kann. Das alles funktioniert erwiesenermaßen  auch in höheren Lagen bis 1000m Seehöhe!

Wie  ist die „Pflege“?

Im Abstand von etwa 15 cm werden die  Gemüsearten gepflanzt, einmal mit Herbst- oder Reifedünger, eventuell auch  Steinmehl gedüngt, fest eingegossen und bis der Boden durchfriert, laufend  etwas gegossen, dann mit Vlies im Winter durchgehend abgedeckt, nur zur Ernte  geöffnet. Schnee ist egal.

Welche Gemüsearten sind hier gemeint?

Es sind vorwiegend BLATTGEMÜSE von mehreren Gattungen  stammend, hier auszugsweise einige Beispiele:

Blattkohl  und Blattsenf-Arten

Unter dem Namen „Asia-leafs“  verbergen sich asiatische Kohlgemüsearten wie Pak Choi, Tatsoi, Mizuna,  Frizzey Lizzy und Frizzey Joe, das sind ganz leicht scharf schmeckende  Blattgemüse, die man ROH, aber auch frittiert, karamellisiert oder gekocht  verzehren kann, aber einfach gemischt in Wintersalaten mit einem leicht  süssen Dressing (meine Empfehlung ,-) ). Diese Arten sind winterfest, können  unter Vliesschutz in Hoch- und Frühbeeten den ganzen Winter draussen sein und  wachsen nach etwa 6 Wochen nach und sind dann mitten im Winter erntereif. Das  geht dann noch ein drittes Mal. Wichtig ist es, an frostfreien Tagen, am  besten mittags zu ernten. Es gibt rot-, grün- und gelblaubige Arten.

Pflücksalate  wie Lattiche, Batavia-Grün und Feldsalat(Vogerl)

Das sind ganz leicht bitter bis  neutral schmeckende, meistens winterfeste Salatarten (heissen oft „Babyleaf“  oder „Multileaf“), die ebenfalls an frostfreien tagen um die Mittagszeit  erntbar sind, meist 3-4 x bis zum April, aber nur unter Vliesschutz. Am  besten lässt man das Vlies die ganze Zeit über drauf. Je früher gepflanzt  wird, desto früher und länger die Erntezeit. Man bekommt diese Salate  vorgezogen und wenn man sie JETZT gleich (bis 10.10.in etwa) noch selbst  aussät, dann wird es noch was. Man verwendet diese am besten gemischt oder  solo – oder gemischt in oft zugekauften Salaten oder mit anderen, typischen  Wintersalaten wie Zuckerhut, Endivie oder Chinakohl, es bringt einfach  irrsinnig viel Abwechslung.

Hirschhornwegerich,  Winterportulak, Barbara-Kresse

Das sind echte Wintergemüsearten, die  auch ohne Winterschutz winterfest sind, unter Schutz halt mehr Ertrag  bringen. Es sind meist neutral , aber auch kresse-ähnlich schmeckende  Blattgemüse, die am besten in Wintersalaten eingemischt, oft auch zur  Speisenverzierung dienen, aber IMMER GUT schmecken und irrsinnig  balaststoffreich sind.

Grünkohl

Immer beliebter wird Grünkohl, die  Nationalspeise von Niedersachsen/Norddeutschland. Er ist winterhart und  schmeckt nach den ersten Nachtfrösten am besten. Gekocht wie Kohlgemüse mit  seinen speziellen Zutaten wie Mettwurst, Rauchwurst (Pinkel) oder Speck und  Kochschinken eine Delikatesse. Wird sortenbedingt bis 120cm hoch, kann jetzt  noch – als Großpflanze – gepflanzt werden und die Blätter dann von unten nach  oben geerntet. Bekommt man geschnitten meist nur im guten Fachhandel und ist  sehr gesund und nahrhaft.

Blatt-  und Stielmangold

Wird als große Pflanze im Herbst  gepflanzt und erstmals geerntet, ist dann im Freien winterfest, treibt  frühzeitig schon im Feber aus und wird dann im März oder April ein zweites  Mal geerntet, danach würde er bitter werden, wenn man nochmals ernten will.

Der Selbstversorgungstrend in der Küche – Bestes und Bekanntes aus dem eigenen Garten/Hochbeet/Frühbeet verwenden – setzt sich auch im Herbst fort. Was man im Oktober und teilweise auch noch November pflanzt, wächst auch noch gut an und kann fortan bis in den März/April hinein mehrmals Ernte bringen.

zum Beitrag
Herbst
Gemüsepflanzen
Aussaat
20.9.2020
Samen im Garten und am Balkon selbst ernten und weitervermehren

Im Sinne der Nachhaltigkeit, des  Kreislaufdenkens und des Eigenanbaus kommt es immer mehr in „Mode“, selbst  Samen zu nehmen und wieder auszusäen. Was es zu beachten gibt und wo Vorsicht  zu walten hat, beschreiben wir.

Wer, wie gesagt, nachhaltig und im  Kreislauf denkt, sein persönliches Erfolgserlebnis haben und gleichzeitig  etwas Geld sparen will bei der Anzucht seiner eigenen Blumen, Kräuter und  Gemüse, kann jetzt im Herbst Samen ernten. Allerdings gibt es einige Dinge zu  beachten und einige bei welchen Pflanzen man aufpassen sollte.

Es ist daher jetzt Zeit,  sprichwörtlich über den Tellerrand zu schauen. Bei der Ernte denkt man  nämlich nicht nur an einen gefüllten Magen, sondern auch an die Aussaat für  das nächste Jahr: es ist DER ideale Zeitpunkt, Samen zu ernten und zu  sammeln.

Unterschiedliche Pflanzen bilden  unterschiedliche Sorten an Samen aus. Entsprechend unterschiedlich müssen sie  auch geerntet werden.

Die Samen von einem Balkongarten und  den meisten Gärten unterteilt man an dieser Stelle stark vereinfacht und grob  in zwei Kategorien: trockene und  feuchte Samen.

Wichtig:

·          Samen  beider Sorten sollten erst dann geerntet werden, wenn sie reif sind.  Ansonsten keimen sie kaum oder gar nicht.

·          Außerdem  müssen sie vor der Lagerung trocken sein: Sie fangen sonst an zu schimmeln!

·          Am  besten legt man sie breitflächig aus, in Schälchen, auf Zeitungspapier oder  in leere Streichholzschachteln. Die Papphülle soll besonders gut die  Feuchtigkeit entziehen.

·          Kühl,  trocken und dunkel gelagert, bleiben die meisten Samen je nach Sorte etwa  drei Jahre lang keimfähig.

Viele Sorten wie Ringelblume, Wicke  oder Kapuzinerkresse sammelt man von Hand und direkt an der Pflanze.

Hülsenfrüchte wie Bohne, Erbse etc.  erntet man „unaufgeplatzt“, wenn die Früchte sich „verdrehen“, dann  nachtrocknen. Ebenso bei Doldenblütlern wie Karotten, Dille, Kümmel, Fenchel  etc.

Wichtig  ist trockenes Wetter, ideal ist Sonne, damit die Samen gut trocknen und es  auch bleiben.

Fast täglich sollte man die Samenstände  kontrollieren und beobachten, damit man sie nicht von selbst abfallen.

TIPP: Wenn man beispielsweise ein Gaze  oder einen Damenstrumpf darüberstülpt, kann man die Samen drin „reinfallen  lassen“, sie gehen dadurch nicht verloren und bleiben sauber und trocken,  auch Vögel und Insekten können sie nicht „ernten“.,

Ob die Samen reif sind, kann man ganz einfach feststellen:

Sie lassen sich leicht absammeln oder  ihre Samenhüllen lassen sich leicht öffnen. Oft sind sie auch schon braun,  trocken und hart.

Feuchte  Pflanzensamen ernten:

Bei  Tomaten muss man daher  die Samen aus den ÜBERREIFEN Früchten herauslösen. Man schabt sie vorsichtig  mit einem Löffel heraus, spült unter fließendem Wasser ab, bis sie sauber  sind und trocknet sie anschließend einige Tage auf Küchen- oder  Zeitungspapier, da sind einige Male darauf zu wenden, damit sie nicht  ankleben oder schimmeln. Das Papier muss die Feuchtigkeit aufsaugen.

Bei vielen Samen wie z.B. von Gurken,  Zucchini und Melanzani, vielen Paprika muss man vorsichtig sein, weil es hier  oft Hybridzüchtungen sind und durch das Rückkreuzen durch die unkontrollierte  Bestäubung oft Giftstoffe in Folgefrüchten gebildet werden, allen voran  Zucchini und Kürbisse.

Wenn man sich also bei seiner Sorte  nicht sicher ist, ob es eine samenfeste Sorte oder ein Hybrid handelt, bitte  Hände weg und nächstes Jahr im Fachhandel neues Saatgut kaufen.

Ich habe einen Kommentar einer  Versuchsanstalt gefunden:

„Durch unkontrollierte Rückkreuzungen  von Zucchini und Speisekürbissen (z.B. mit Zierkürbissen) können sich  Cucurbitacine bilden, die im menschlichen Körper toxisch wirken. Einige  Hobbygärtner hat das auch schon das Leben gekostet. Wenn die eigenen Kürbisse  und Zucchini sehr bitter schmecken, sollte man sie auf jeden Fall wegwerfen.“

Das Saatgut in kleinen  Briefumschlägen, Briefmarkensäckchen etc. trocken lagern und dann richtig  beschriften und einordnen, sodass man dann im Laufe des kommenden Winters  wieder aussäen kann.

Pfefferoni  und Chilis müssen heuer bereits ausgesät werden (Dezember).

Im Sinne der Nachhaltigkeit, des Kreislaufdenkens und des Eigenanbaus kommt es immer mehr in „Mode“, selbst Samen zu nehmen und wieder auszusäen. Was es zu beachten gibt und wo Vorsicht zu walten hat, beschreiben wir.

zum Beitrag
Herbst
Düngen
13.9.2020
Düngen im Herbst

Im  Herbst düngt sich die Natur selbst!

Wenn man das „Herbst“ wegnimmt, so  kann man diesen Dünger fast das ganze Jahr anwenden, im Herbst ist er nur  umso wichtiger. Die Aufwandmengen sind geringer als bei herkömmlichen  Düngern, weil die Konzentrationen im Herbst geringer sein sollten, aber nicht  immer, Ausnahmen gibt’s zu Hauf.

Besser klingt aber das Wort  „Reifedünger“. Im Eigentlichen ahmt man die Natur nach, die ihre Depots im  Herbst auffüllt mit dem beginnenden Rotteprozess (Laubfall, Absterben grüner  Teile) und als Nährstofflieferant hernimmt. Also ist die Herbst-Düngung der  Natur entsprechend.

Was zeichnet einen (Herbst- oder)  Reifedünger aus und was sollte drin sein?

Kalium ist der Hauptbestandteil der  sogenannten Herbst- und Reifedünger. Es wird im Zellsaft eingelagert und  steigert die Frosthärte der Gartenpflanzen. Bis in den Frühherbst kann man  die Pflanzen mit geeigneten Düngern versorgen. Im Herbst sollten keine  stickstoffhaltigen Dünger bei den Pflanzen verabreicht werden, da dieser die  Zellen aufquellen lässt und die Pflanzen zum Wachsen bringt, sie nehmen an  Winterhärte ab, die Zellen werden weich und spröde.

Kalzium in Form von Düngekalk kann bis in  den Winter hinein gegeben werden und stärkt jede Zellwand, außer jene von  Kalk empfindlichen Kulturen wie Rosen, Azaleen etc.

Schwefel ist als Eiweißbilder sehr wichtig  und sorgt für permanente „Nachversorgung“ der Speicher, wird als „Dünger“  zwar unterschätzt, ist aber in vielen der Herbstdünger enthalten.

Komposte sind der selbst hergestellte Herbstdünger mit hohem  Mineralstoffgehalt, also ideal für Rosen, Gemüse- und Blumenbeet, als  Beimischung zwischen allen Pflanzenbeständen, aufgrund der  Beikrautproblematik weniger im Rasen geeignet.

Steinmehl aus Diabas gilt als der  Bodenhilfstoff, wird bei beginnenden Rotteprozessen im Garten überall verwendet, ist die  Nahrungsquelle unserer gesamten Bodenfauna, als den kleinsten unter den  kleinen Lebewesen. Steinmehl ist KEIN  Dünger, sondern eben ein wichtiger Bodenverbesserer im gesamten Garten.

Herbst/Reifedünger enthalten  Nährstoffmischungen mit besonders hohem Kalium-Anteil. Der Nährstoff reichert  sich in den sogenannten Vakuolen, den zentralen Wasserspeichern der  Pflanzenzellen, an und erhöht den Salzgehalt des Zellsafts. Es kommt zu einem  Effekt, den man vom – pflanzenschädlichen – Auftausalz (Natriumchlorid)  kennt:

Die höhere Salzkonzentration setzt  den Gefrierpunkt der Zellflüssigkeit herab und macht die Pflanzenzellen so  widerstandsfähiger gegen Frosteinwirkung. Der Nährstoff Kalium hat noch  andere Auswirkungen auf den Stoffwechsel der Pflanzen. Er verbessert den  Wassertransport und Gasaustausch in der Pflanze, indem er den Wasserdruck in  der Wurzel erhöht und die Funktion der Spaltöffnungen in den Blättern  verbessert.

Rasen-Herbstdünger

Die bekanntesten und am häufigsten  verwendeten Herbstdünger sind sogenannte Rasen-Herbstdünger, denn gerade der  Rasen kann in kalten, schneearmen Wintern stark in Mitleidenschaft gezogen  werden – besonders dann, wenn er regelmäßig betreten wird. Diese Dünger  enthalten nicht nur Kalium, sondern auch andere Nährstoffe wie beispielsweise  Stickstoff, wenn auch in relativ geringen Dosierungen. Rasen-Herbstdünger  eignen sich aber nicht nur für Rasengräser, sondern auch für frostempfindliche  Ziergräser wie zum Beispiel einige Bambus-Arten. Wenn der Rasen-Herbstdünger  ungeachtet seines Namens auch im Frühjahr ausgebracht wird, macht er mit  seinem hohen Kaliumanteil auch die Halme bruchfester.

Kalimagnesia  oder Patentkali

Kalimagnesia – auch unter dem  Handelsnamen Patentkali bekannt – ist ein Kaliumdünger, der aus dem  natürlichen Mineral Kieserit gewonnen wird. Er enthält rund 30 Prozent  Kalium, 10 Prozent Magnesium und 15 Prozent Schwefel.

Dieser Dünger wird im Profi-Gartenbau  häufig verwendet, weil er im Gegensatz zum preiswerteren Kaliumchlorid auch  für salzempfindliche Pflanzen geeignet ist. Im Nutz- und Ziergarten kann  Kalimagnesia für alle Pflanzen verwendet werden. In erster Linie sollte man  immergrüne Sträucher wie Rhododendren, Kamelien und Buchsbaum sowie  immergrüne Stauden wie Bergenie, Schleifenblume und Hauswurz mit Kalimagnesia  düngen.

Der Dünger deckt außerdem den  Schwefelbedarf der Gartenpflanzen – ein Nährstoff, dessen Konzentration im  Boden seit dem Ende des sauren Regens stetig abnimmt. Kalimagnesia kann zur  Steigerung der Winterhärte der Gartenpflanzen im Spätsommer und Frühherbst  verabreicht werden. Es ist aber kein reiner Herbstdünger, sondern wird im  Gartenbau auch im Frühjahr zu Beginn des Pflanzenwachstums zusammen mit  anderen, stickstoffhaltigen Düngern verabreicht.

Eine ausgezeichnete Alternative   können – mit Ausnahme des Rasens und Moorbeet-Pflanzen – auch Grünkompost  gegeben werden, beim Gemüsebeet alle 2 Jahre, aber auch nicht in anderen  Kulturen nicht öfters. Er sollte aber abgelagert sein und „fertig“.

Wichtig  wäre: Regelmäßige Bodenanalysen machen!

Damit man den Boden nicht überdüngt,  sollte man mindestens alle drei Jahre den Nährstoffgehalt von einem  Bodenlabor untersuchen lassen. Die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen zeigen  immer wieder, dass mehr als die Hälfte der Böden im Haus- und Kleingarten mit  Phosphor überversorgt sind. Aber auch Kalium ist in lehmigeren Gartenböden  meistens in ausreichender Konzentration vorhanden, da es hier kaum  ausgewaschen wird.

Im  Herbst „misten“?

Stallmist hält als organische  Substanz gerne Einzug in unsere Gemüse- und Blumenbeete, sollte aber gut  abgelagert sein und ebenso nur im Zweijahresrhythmus verwendet werden. Auf  jeden Fall sollte man Mist als Humusneubildner sehen, weniger als reiner  Nährstofflieferant, der kann bei plötzlichem Frost dann auch mal ins Negative  umschlagen, die Nährstoffe werden dann Richtung Grundwasser ausgewaschen –  kein positiver Umweltaspekt. Dennoch überwiegen insgesamt die Vorteile beim  Kuhdung, Pferde- oder Rinderdung.

Im Herbst düngt sich die Natur selbst!Wenn man das „Herbst“ wegnimmt, so kann man diesen Dünger fast das ganze Jahr anwenden, im Herbst ist er nur umso wichtiger. Die Aufwandmengen sind geringer als bei herkömmlichen Düngern, weil die Konzentrationen im Herbst geringer sein sollten, aber nicht immer, Ausnahmen gibt’s zu Hauf.

zum Beitrag
Blumen / Blüten
Bienen
Frühling
7.9.2020
Krokusse und andere Frühblüher als Bienenweide

Warum  sind Frühblüher wichtig?

Der Herbst ist die Zeit,  um  Blumenzwiebeln zu pflanzen. Vor allem Frühblüher dienen im zeitigen Frühjahr  den Bienen und anderen Insekten als erste  wichtige Nahrungsquelle. Gerade völkerbildende Arten wie Honigbienen und  Hummeln sind auf Frühblüher wie Krokusse angewiesen. Nektar und Pollen sorgen  für den Aufbau und die Stabilisierung der Völker in einer schweren Zeit.

Frühlings-Krokusse erreichen einen hohen Nektarwert und einen mittleren Pollenwert. Obwohl bei uns nicht überall heimisch  vorkommend, haben sie den Status „einheimisch“ erhalten. Die Attraktivität  auch für viele Wildbienenarten ist hoch.

Welche  Krokusse und andere, damit zu kombinierende Frühblüher sind  insektenfreundlich?

Um ein vielfältiges Nahrungsangebot  für Insekten schon im zeitigen Frühjahr zu schaffen, eignen sich besonders  Blumenzwiebeln und Knollen. Unter den Krokussen und Frühblühern gibt es  besonders bienenfreundliche Sorten, die auch für das Beet, den Rasen oder die  Blumenkiste geeignet sind. Krokusse pflanzen ist einfach und besondere Pflege  benötigen sie auch nicht.

Der Krokus ist mal blau, violett,  gelb, weiß oder gestreift und zählt zur Familie der Schwertliliengewächse. Es  werden rund 100 Arten unterschieden,  hinzukommen noch zahlreiche durch Kreuzung entstandene Hybriden.

Heimat der Wildarten ist der  Krokus-Gürtel, ein Gebiet von der Iberischen Halbinsel über Süd- &amp,  Mitteleuropa und Nordafrika sowie den Balkan bis hin zum Kaukasus und  Westchina. Grundsätzlich teilt man die Gattung Crocus nach ihrer  Blütezeit auf.

Von Februar bis April blühen die  Frühlings- oder Frühblüher und  von September bis Oktober blühen die Herbstkrokusse oder Herbstblüher.

In unseren Gärten haben Kleiner  Krokus, Elfen-Krokus und Frühlings-Krokus Einzug gehalten.

Als besonders bienenfreundlich hat  sich jedoch ein bunter  Mix von  frühblühenden Wildkrokussen bewährt.

Eine  Bienenweide aus Wildkrokussen gestalten:

Wildkrokusse des Frühlings, im Handel  oft unter der Bezeichnung Botanische  Krokusse bekannt, lassen sich in einem auch im Winter sonnig  platzierten Beet mit durchlässigem Boden gut mit anderen Frühblühern  kombinieren. Hierfür eignen sich andere besonders bienenfreundliche  Frühblüher wie

·          Kegelblume  (Puschkinia),

·          Blausternchen  (Scilla),

·          Sternhyazinthe  (Chionodoxa),

·          Traubenhyazinthe  (Muscari).

·          Wildtulpe  (kleinblumig),

·          Dichternarzissen(Wildformen)

·          Winterling  (Eranthis)

Als schöne Augenweide wirkt ein  bunter Krokus-Teppich unter Laubbäume (nicht Nadelbäumen) oder Sträuchern.  Die Zwiebelchen können aber auch einfach in den Rasen gepflanzt werden.  Hierfür eignen sich bienenfreundliche Wildkrokusse am besten. Grundsätzlich  die Zwiebel immer in Gruppen  pflanzen, damit sie in so genannten Tuffs genügend Farbwirkung erzielen.  Wildkrokusse haben den großen Vorteil, dass sie vermehrungsfreudig sind.

So entsteht mit den Jahren ein  phantastischer Krokusteppich im Frühjahr. Auch nach der Blüte vorsichtig mit dem Rasenmäher umgehen.  Solange das Laub der Frühblüher noch grün ist, ist die Vermehrung noch nicht  abgeschlossen. Schließlich will man im nächsten Frühjahr wieder einen  Krokuswiese haben. Für Bienen weniger oder nicht empfehlenswert sind hingegen  Züchtungen bzw. Hybriden und gefüllt blühende Arte.

Ist  jeder Standort und Boden für Krokusse geeignet?

Ein sandig durchlässiger, nicht zu  nasser Boden ist empfehlenswert, die Sonne ist wichtig. Schattenpflanzungen  sind unter Nadelbäumen nur bedingt bis gar nicht geeignet.

Wie  tief pflanzt man Krokusse und wie weit auseinander?

Prinzipiell pflanzt man Zwiebel  doppelt so tief wie ihr Durchmesser, manchmal auch noch tiefer, der Abstand  sollte ca. 10cm betragen.

Warum sind Frühblüher wichtig?Der Herbst ist die Zeit, um Blumenzwiebeln zu pflanzen. Vor allem Frühblüher dienen im zeitigen Frühjahr den Bienen und anderen Insekten als erste wichtige Nahrungsquelle. Gerade völkerbildende Arten wie Honigbienen und Hummeln sind auf Frühblüher wie Krokusse angewiesen. Nektar und Pollen sorgen für den Aufbau und die Stabilisierung der Völker in einer schweren Zeit.

zum Beitrag
Duftende Pflanzen
Lavendel
Sommer
30.8.2020
Lavendel

Er ist seit Jahrhunderten bekannt und  in Verwendung, nützlich zum Verwenden, optisch wunderbar anzusehen und ein  Gaumenfest für die Insektenwelt, speziell für die Bienen. Der Lavendel ist  tatsächlich „Everbodys Darling“,  bei wenigen Duftpflanzen ist man so am Schwärmen wie beim Lavendel.

Lavendel ist aber nicht gleich  Lavendel! Es gibt unterschiedliche Arten, deren Winterhärte und Pflege  verschieden sein können. Aber eines ist gewiss: Gesunde Lavendelbüsche, die in  Tirol überwintern sollen, brauchen kaum Nährstoffe, ausgenommen Magnesium und  vor allem KALK! Lavendel wächst in der Provence auf fast reinem Kalkstein,  das sagt schon viel aus.

Lavendel  und Rosen

Ein klassisch-untrennbares Gespann?  Mitnichten. Rosen lieben tiefgründigen, humosen und nährstoffreichen Boden,  Lavendel dagegen Kalkboden, den wiederum Rosen gar nicht gern mögen.

Was  braucht Lavendel

Lavendel braucht grundsätzlich  kalkreichen Boden, also keine saure Erde, verträgt auch keine Abdeckung mit  Rindenmulch, auch wenn es häufig gemacht wird. Besser ist die Mulchabdeckung  mit Quarzsand oder Flußsand.

Lavendel braucht einen sehr sonnigen  Standort ohne große Schatteneinwirkung, gut drainagierten Boden, keine  Staunässe.

Dem Kalkmangel wird man gerecht, indem  man jährlich Magnesiumkalk einstreut, etwa 2 Esslöffel je Pflanze. Wenn man  allgemeinen Gartendünger gibt, wird die Pflanze lang und weich, oft  unansehnlich, lange Blütenstiele.

Rückschnitt  des Lavendel

Der beste Rückschnitt ist JÄHRLICH im  Spätsommer nach der Blüte. Der volle Duft entfaltet sich so und anders erst  gegen Ende der Blütezeit, wenn man trocknen will, erntet man vor der  Hochblüte, also wenn die meisten Blüten geöffnet sind, dann am liebsten  „umgekehrt“ aufhängen an einem lufttrockenen Ort („Örtchen“). Das gilt auch  für Lavendelsträußchen für den Kleiderschrank.

Wenn man den Lavendel jährlich und  nicht zu tief hinunterschneidet, dann bleibt er schön kompakt und rund. Man  kann im zeitigen Frühjahr März/April noch einmal nachschneiden, Hauptschnitt  ist aber September/Zweidrittel/Eindrittel-Methode.

Lavendelblüten verwendet man auch für  Süßspeisen (Lavendelzucker), wo man selbst, wenn die Blüten komplett  vertrocknet sind, diese noch verwenden darf und kann.

Verwendung  von Lavendel

Viele verwenden Lavendel dekorativ am  Hauseingang als großen, wohlriechenden Eingangsduft, andere am Balkon, auf  der Terrasse, manche sogar als „Bodendecker“ für magere Hänge, als Pflanze im  Kiesbeet, solo oder in Gemeinschaft mit anderen mediterranen Pflanzen wie Salbei  und Thymian, Bohnenkraut oder Ysop.

Lavendelpflanzen sind, in welcher  Form auch immer, fast in jedem Garten oder Haushalt vertreten.  Lavendel  sind abweisend für Schnecken, was große Vorteile bringt, werden selbst auch  nicht von den schleimigen Plagegeistern angeknabbert.

Lavendel wirkt – wenn die Pflanze in Vollblüte ist  (und nur dann!) – ausgezeichnet gegen Schädlinge wie Läuse, Milben, vielen  Insekten.

Winterharte,  weniger winterharte und frostempfindliche Lavendel-Arten

Lavandula  angustifolia („Echter Lavendel“)

Der kurznadelige, grüne oder  graugrüne mit der Hauptsorte Hidcote Blue und den beiden „zweitwichtigsten“  Munstead und Dwarf`s Blue. Es gibt nebst blau auch rosa oder weiss blühende  Sorten, die aber von untergeordneter Bedeutung sind. Es ist die  winterhärteste Art, keine Frage. Manche sagen auch „Schweizer Lavendel“ zu  den harten Typen, stimmt so nicht ganz, es gibt aber Schweizer Auslesen.  Diese Art ist auch für höhere Lagen geeignet.

Lavandula  intermedia

Provence-Lavendel. Das ist jener, der  die Riesenfelder in Südfrankreich so schön lila aussehen lässt, bei uns nicht  alle Sorten 100% winterfest. Die Intermedia-Typen sind die  inhaltsstoff-reichsten mit dem typischen, eher stechenden „Speik-Geruch“, ist  sehr ertragreich, wird bis zu 1,50m hoch, hat den 10-fachen Blüten und  Inhaltsstoff-ertrag und wird in F Lavandin genannt und ist am allermeisten  „durchzüchtet“, weil er auch wirtschaftlich von großer Bedeutung ist.

Lavandula  dentata

Zahnlavendel mit wunderschönen, meist  tief-lila Blumen und grauem, gezahnten Laub. Leider ist der Zahnlavendel nur  zum (Groß-)Teil winterfest, für höhere Lagen nicht geeignet.

Lavandula  lanata

Der wollige Lavendel mit weisser  Behaarung, ist weniger nässeempfindlich und ist absolut winterfest! Ist mal  was anderes, wer weisses Laub mag, der Kontrast ist gegeben, bleibt aber eher  kompakter, ist manchmal ja vorteilhaft.

Lavandula  stoechas

Schmetterlings- oder Schopflavendel  mit der Heimat Türkei, welcher nur in Tallagen und das auch nicht immer  winterfest ist. Diese art hatte in den vergangenen Jahren den größten  Aufschwung, weil sie schnell wächst und früh blüht, meist schon im  Gewächshaus vorgetrieben im April. Der Schopflavendel hat ein einzigartiges,  eher zimtiges Aroma.

Er ist seit Jahrhunderten bekannt und in Verwendung, nützlich zum Verwenden, optisch wunderbar anzusehen und ein Gaumenfest für die Insektenwelt, speziell für die Bienen. Der Lavendel ist tatsächlich „Everbodys Darling“, bei wenigen Duftpflanzen ist man so am Schwärmen wie beim Lavendel.

zum Beitrag
Blumen / Blüten
Blau
29.8.2020
Die Farbe BLAU im Garten

Die blaue Blume – in den ersten  Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts stand sie wahlweise für Liebe, Sehnsucht und  den Versuch, sich im Unendlichen aufzulösen. Bis heute ist Blau – und nicht  Rot – die Königsfarbe der Gartengestaltung.

So wie rot und orange im Garten  aufwühlt, Blutdruck steigernd ist, gelb erfrischt, den Frühling symbolisiert,  so wirkt BLAU kühlend, frisch, gerade im Hochsommer abwechslungsreich und in  Kombination mit helleren Blautönen romantisch verklärend und richtig  beruhigend, man kann sich z.B. an blauen Ritterspornen nie satt sehen.

Ein  rein blauer Garten verliert aber an Anmut, wirkt langweilig und steif, in  Kombination mit kooperierenden Farben wie rosa und weiss, aber auch hell-  oder dottergelb ein Augenschmaus, wie überhaupt „Ton in Ton selten so gut  passt wie bei Blautönen!

Wie oft verwendet man Ausdrücke wie „Enzian“,  „Veilchen“- oder „Kornblumen“-Blau in Redewendungen und  Beschreibungen.

Bekannte Beispiele für blaublühende Blumen sind:

Rittersporn

Die Sorte Atlantis oder  die Förster-Sorte „Völkerfrieden“ sind Kultsorten, die Blau zur Königsfarbe  machen, auch sonst viele Vorteile haben, wie beispielsweise ihre Winterhärte,  ihr 2xiges Blühen im Jahr(Mai und August).

Enzian

Nicht jeder Enzian ist gartentauglich, Wildformen sollen an  ihren Standorten belassen bleiben, nicht roden. Es gibt viele gartentaugliche  Enzianarten, heimische wie japanische, die allesamt winterfest sind und  verlässlich blühen.

Kornblume

Es  gibt winterharte und einjährige, die einjährige ist besonders schön blau und  hält auch als Schnittblume ausgezeichnet, lässt sich in Wiesen verwildern,  sät sich für nächstes Jahr selbst aus.

Salbei

Gerade  hier ist Vielfalt angesagt, es gibt hier unzählige Blautöne, von Hellblau bis  Tiefviolett, winterhart und einjährig, sogar der „gesunde“ Salbei blüht  zartlila und ist von besonderer Bedeutung.

Bartblume Caryopteris

Ein Spätblüher und Bienenfreund erster Güte,  ein Zwergstrauch, der bis 1m hoch wird und von Augst bis November wunderschön  blüht und zart duftet. Was Besonderes zum Kombinieren und zum „Frischmachens“  des Gartens im Herbst!

Bleiwurz

Ein  immergrüner Bodendecker, der enzianblaue Blüten trägt, die ein halbes Jahr  blühen und wirklich unscheinbar, aber effizient blühen, es ist immer was los  im Halbschatten, wo diese Pflanze sein sollte.

Immergrün Vinca

Ebenso ein blauer Bodendecker, der winterhart ist  und tiefblau von April bis Juni blüht, auch im Schatten…anspruchslos und  wirkungsvoll.

Vergissmeinnicht

Ein  Blau, das niemanden kalt lässt, selbst wenn Blau Kühle verspricht. Ein  Frühjahrsblüher, der auch im Sommer gedeiht und blüht, dann allerdings ein anderes Vergissmeinnicht, nämlich das verwandte  Gedenkemein (Omphalodes).

Steinsame Lithodora, ein Frühjahrs- und Frühsommerblüher par excellance, fast unbekannt, weil auf saurem Bodengedeihend, aber zum Niederknien, was das Blau anbelangt.

Auch die Zwiebelkwelt trägt blau, zum Beispiel  die Traubenhyaziethe oder auch die verwandten Bluebells aus England, das sind  Pflanzen, die zu den ersten des Jahres gehören und blau salonfähig machen.  Jetzt im September pflanzen.

Meine Liste erhebt keinen Anspruch auf  Vollständigkeit, ich möchte nur Anregungen geben, Farben im Garten zu kombinieren und bestimmte hochleben zu lassen. Blau zieht nebst gelb und weiß besonders viele Insekten an und sollte berücksichtigt werden.

Die blaue Blume – in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts stand sie wahlweise für Liebe, Sehnsucht und den Versuch, sich im Unendlichen aufzulösen. Bis heute ist Blau – und nicht Rot – die Königsfarbe der Gartengestaltung.

zum Beitrag
Giftige Pflanzen
Sommer
10.8.2020
Giftige Früchte im Garten

Gerade in der 2. Jahreshälfte setzen  viele Gartenpflanzen zum vorletzten Jahreshöhepunkt an, zur Fruchtbildung.  Der letzte ist dann die Laubfärbung im Herbst.

Viele Früchte werden langsam reif,  abgesehen von den wirklich nützlichen. Immer mehr versucht man sich aber an  alternativen Früchten, sie sind oft sehr attraktiv, aber aufgepasst, nicht  alle Früchte von Gartenpflanzen sind genießbar, essbar und verwendbar.

Viele Pflanzen, mit denen man sich im  Garten umgibt, bergen kleinere oder größere Gefahren in sich, man ist sich  dessen meist nicht bewusst. Pflanzen können gut riechen, attraktives Äußeres  haben und auch schönen Beerenschmuck tragen, der besonders für Kinder, aber  auch Haustiere interessant scheint. Und da kann es zu Vergiftungsunfällen  kommen.

Nach Unfällen mit  Haushaltschemikalien (Putz- und Waschmittel)und Arzneimitteln (meist  flüssiger Natur) sind Pflanzen die häufigste Ursache für Vergiftungsunfälle  im Haushalt.

Warum  sind Pflanzen überhaupt giftig? 

Das ist eine Art Abwehrmechanismus,  den die Pflanzen aufgebaut haben, sei es durch giftige Inhaltsstoffe, aber  auch durch Dornen, Stacheln und auch Behaarungen, die aggressiv auf die  menschliche Haut wirken und dadurch verbrennungsähnliche Ausmaße annehmen  kann. Pflanzen können nicht wie Menschen oder Tiere den Standort verlassen,  können sich somit auch nicht wehren und müssen auf Inhaltsstoffe als  Überlebens- und Fortpflanzungssinn zurückgreifen. Beispielsweise ist das  Fruchtfleisch der Eibenbeere nicht giftig, der Same mittig allerdings  tödlich. Und dieser Same schützt sich durch seine Giftigkeit. Tiere sind hier  instinktiver als Menschen, die mehr oder weniger keinen natürlichen Instinkt  diesbezüglich besitzen.

Es heißt auch nicht, dass Mensch und  Tier auf dieselben Pflanzen allergisch reagieren. Eine Ziege kann z.B. eine  Herbstzeitlose fressen, es passiert nichts. Wenn ein Mensch das tut, kann er  daran sterben.

Was  tun im Notfall? 

Durch warmes Wasser Erbrechen  herbeiführen. Den Arzt verständigen. Pflanzenreste aufbewahren, damit man die  Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen einleiten kann.

Der Verzehr bedeutet nicht immer den  Tod, giftig werden Pflanzen auch dann genannt, wenn man Kopfschmerzen,  Übelkeit oder Erbrechen verspürt.

Sollte  man keine Giftpflanzen mehr im Garten haben? 

Es ist ein Leichtes, zu sagen, dass  eh nie was passiert, wenn dann wirklich mal der Unglücksfall eintritt. Aber  Panikmache ist hier fehl am Platz, weil es wichtig ist, dass Kinder auf  solche Pflanzen aufmerksam gemacht werden, den Bezug herstellt und man die  Kinder richtig aufklärt!

Fast alle Pflanzen beinhalten  irgendwelche Inhaltsstoffe, die „giftig“ sind, man sollte sich nur dessen  bewusst sein, die eigenen Schlüsse daraus ziehen und dementsprechend handeln.  Wenn man der Meinung ist, dass man sich keiner Gefahr aussetzt, was meistens  auch so ist, dann kann man die Pflanzen ohne weiteres verwenden, wenn doch,  dann sollte man zwecks ruhigem Gewissen auch nicht verwenden. Die Auswahl wird dann jedoch ziemlich dünn! 

Beispiele  für Früchte im Garten, die „giftig“ sein können (ein Auszug daraus!):

Ilex  (Stechpalme),  dessen rote Früchte gerne als Adventdekoration verwendet werden, der Verzehr  führt zu Erbrechen.

Seidelbast, ein toller Winterblüher, die Früchte  ähneln etwas der Tollkirsche und sind hochgradig giftig, 10 Beeren führen zum  Tod!

Schneeball: heimisch, aber die roten Beeren sind  giftig und führen zu Erbrechen, sogar die Vögel tasten sie nicht an.

Rosskastanie: so sehr die Maroni als ähnlicher  Samenträger genießbar ist, so ungenießbar ist die Rosskastanie, der Verzehr  führt zu Durchfall.

Rizinius: der Samen ist bei Verzehr von ein  paar wenigen tödlich. War vor Jahren mal in Müslimixturen enthalten, hat  einen Skandal ausgelöst.

Pfingstrosensamenkapseln sind absolut giftig, so schön die  Blüten sind.

Euonymus-Spindelstrauch  (Pfarrerkappl),  einer der schönsten Herbststräucher, die Früchte toll, verführerisch, aber  löst Herzversagen aus.

Schneerose: tolle Blüte, tödliche Fruchtstände.

Maiglöckchen: ähnlich wie die Pfingstrose oder  Schneerose: wunderbare Blüte, Blätter und Frucht sind tödlich!

Liguster: tolles und wichtiges heimisches  Heckengehölz, der Fruchtverzehr führt zu Magenkrämpfen!

Thuje: alle Pflanzenteile sind giftig,  besonders die Früchte.

Eibe: einer der bekanntesten heimischen  Giftpflanzen, deren Same irrsinnig giftig ist, interessanterweise das rote  Fruchtfleisch außen herum aber nicht, dennoch: Finger weg!

Kirschlorbeer: die schwarzen Früchte dieser tollen,  wintergrünen heckenpflanze sind hochgradig giftig

Lonicera  (Heckenkirsche):  diese beliebte Gartenpflanze ist mit den roten Früchten sehr giftig, jene mit  schwarzen weniger, fast gar nicht.

Efeu: allseits beliebt, heimisch, häufig  verwendet, aber die Früchte lösen Atemnot aus, allerdings häufig für Deko  verwendet, interessant für viele Vögel und Insekten.

Goldregen: tolle Blüte, tödliche Pflanze, vor  allem die Früchte!!!

Ginster: ähnlich wie beim Goldregen – beliebte  Blütenpflanze, tödliche Schoten!

Gerade in der 2. Jahreshälfte setzen viele Gartenpflanzen zum vorletzten Jahreshöhepunkt an, zur Fruchtbildung. Der letzte ist dann die Laubfärbung im Herbst.

zum Beitrag
Gartenpflege
Sommer
Gartenarbeit
24.7.2020
Wichtige Sommerarbeiten im Garten

Auch wenn wir in den Ferienmonaten  Juli und August eher an Entspannung und Nichtstun denken, gibt es im Garten  eine Fülle wichtiger Arbeiten zu erledigen. Die teils heißen Tage,  abwechselnd mit Unwettern und kühleren Tagen, zeigen uns deutlich, dass der  Sommer seinen Höhepunkt überschreitet und in ein paar wenigen Wochen kündigt  der Morgennebel in manchen Regionen bereits ein wenig den Herbst an, auch  wenn wir bei derzeit vielleicht 25-30°C noch nicht daran denken wollen.

Balkon-  und Kübelpflanzen pflegen:

Ausreichendes Wässern der  Kübelpflanzen ist extrem wichtig. „0-8-15-Billigerden“ mit wenig  Wasserhaltevermögen zollen gerade jetzt Tribut und man wird sich für nächstes  Jahr so seine Gedanken machen. Verblühtes gehört entfernt, vereinzelt  reagieren bestimmte Pflanzen wie z.B. eine Vanille, Kapmargerite, Margarite,  aber auch manche Fuchsien bei großer Hitze mit kurzen Blühpausen.  Ausreichende Düngegaben (mit organischen Flüssig- und Feststoffdüngern wie  Schafwolle oder ähnliches), dann werden diese Zeiten verkürzt. Wie überhaupt  man jetzt im Sommer die Balkonblumen und Kübelpflanzen praktisch bei jedem  2.Gießen düngen sollte, um quasi alles aus ihnen herauszuholen.

Zweijahresblumen  aussäen:

Wenn man im Frühjahr prächtige  Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht oder Goldlack, Stockrosen und Gänseblümchen  in seinem Garten blühen sehen möchte muss sie selbst aussäen, um  Erfolgserlebnisse auskosten zu können,  muss man Anfang August mit der  Aussaat beginnen. Wichtig ist zu wissen, dass Stiefmütterchen Dunkel-Keimer  sind und man die Saatkiste nicht nur leicht mit Erde bedecken soll, sondern  ein paar Tage zur Keimphase der Samen dunkel stellen soll.

Heckenschnitt!

Falls noch nicht geschehen, so sollte  man Koniferenhecken (Thuja, Zypresse, Eiben, Fichte, Lorbeer) im August  schneiden, um bis zum Winter Neutriebe zu bilden. Eiben dürfen ins alte Holz  zurückgeschnitten werden, alle anderen nicht so stark. Laubholzhecken wie  Buchen, Liguster usw. gehören jetzt nur noch nachformiert, sie sollten  bereits früher geschnitten worden sein (Mai-Juli).

Rückschnitt  zur Blühförderung:

Verblühte Rosenblüten oder sogar  ganze Triebe herausschneiden, um die Blüte auch im heurigen Jahr noch zu  fördern, wäre JETZT wichtig. Gewisse Stauden sollte man ganz zurückschneiden  (Pfingstrosen z.B.), um den Durchtrieb im kommenden Gartenjahr zu fördern,  aber noch nicht so früh, erst ab Ende August.

Letzte  Düngung:

Gerade im Sommer können  Langzeitdünger wie Hornspäne, Schafwollpellets, andere organische Dünger,  aber auch sogenannte Reifedünger (Patentkali) nochmals bei Zierpflanzen  verabreicht werden, ev. aber mit der Aufwandmenge etwas reduziert. Es bewirkt  eine gute Ausreifung der Pflanze und einen kräftigen Jahresabschluss, die  Pflanzen gehen gut versorgt und gestärkt in die kühlere Jahreszeit. Aber  aufgepasst! Keine zu lange wirkenden Langzeitdünger verwenden, sonst schließt  die Pflanze nicht mehr ab! Und noch wichtiger: CALCIUM! Eine angepasste  Kalziumdüngung stärkt jede Pflanze, auch den Rasen, besonders nach stressigen  Hitzetagen, die wohl noch kommen werden.

Letzte  Salatpflanzung:

Wintergemüse wie Chinakohl, Endivien,  aber auch Kopfsalat, Eissalat, Romanischer und dgl. können noch bis Ende  August gepflanzt werden, ab September je nach Lage aber auch zudem die  Schutzvliese bereithalten.

Wintersalate  aussäen

Wer auch im Winter in Hoch- und  Frühbeeten, in Balkonkisten etc. Ernte haben möchte, kann jetzt noch dorthin  Pflücksalate, Asiasalate (Schnittkohl), Winterpostelein, Rucola, Spinate,  Radieschen etc. säen, die Pflanzen halten das locker aus (bis minus 10°C und  tiefer), wenn man DANN im Oktober Vliese  parat hält, damit ist auch im Winter eine gute Ernte garantiert.

Pflegearbeiten  bei Tomaten und anderen Fruchtgemüsen:

Blüte muss bei Tomaten ab August  keine mehr gefördert werden, sie würde bis Oktober so und anders nicht mehr  ausreifen. Wichtiger ist es, bestehende Früchte durch Ausgeizung von  Seitentrieben, aber auch durch Entspitzung der Staude (Haupttrieb) zu fördern  und ihnen so die Ausreifung erleichtern.

Rückschnitt  von Steinobst:

Der Sommerschnitt bei Steinobstarten  wie Kirsche, Weichsel, Marille, Pflaume, Zwetschke oder Pfirsich hat sich  insofern sehr bewährt, weil man den meist sehr starkwüchsigen Baum gut von  der Struktur her erkennt, wo es mangelt bzw., wo zu viel Holz ist. Die doch  stark rinnenden Wundstellen verheilen außerdem sehr gut, weil heuer noch  genug Zeit ist und man braucht meist auch größere Wunden nicht zu verbinden.

Erdbeeren  jetzt pflanzen:

Es wissen die wenigsten, dass eine Sommerpflanzung  gerade bei Ananaserdbeeren den Vorteil bringt, dass die Pflanzen heuer noch  die Vorbereitungen bzw. den Ansatz zum Vollertrag für 2018  leisten  können. Es ist aber sehr gut, die Pflanzflächen zu wechseln, nötigenfalls  Gründüngung durchzuführen. Nicht Erdbeere auf Erdbeere pflanzen, der Boden  ist sonst sehr ausgelaugt! Auch Monats- und immertragende Erdbeersorten  lieben den Sommer-Pflanztermin!

Auch wenn wir in den Ferienmonaten Juli und August eher an Entspannung und Nichtstun denken, gibt es im Garten eine Fülle wichtiger Arbeiten zu erledigen. Die teils heißen Tage, abwechselnd mit Unwettern und kühleren Tagen, zeigen uns deutlich, dass der Sommer seinen Höhepunkt überschreitet und in ein paar wenigen Wochen kündigt der Morgennebel in manchen Regionen bereits ein wenig den Herbst an, auch wenn wir bei derzeit vielleicht 25-30°C noch nicht daran denken wollen.

zum Beitrag
Stauden
Schatten
19.7.2020
(Winterfeste) Schmuckstauden für den Schatten

Was  bedeutet „Schatten“ für Pflanzen?

Als erstes denkt man an Unterholz im  Wald, an Farne und Moospolster, aber die Pflanzenwelt hat nicht nur dies zu  bieten, sondern noch viel mehr.

Schatten bedeutet, meist nur  Teiltagessonne, das heißt früh morgens oder spät nachmittags den Pflanzen zur  Verfügung stellen zu können, manchmal der Himmelsrichtung wegen, meist aber  auch, weil Bäume und Sträucher davor stehen und die Pflanze kaum Sonne abbekommt,  was nicht wirklich tragisch ist. Es kann dann nur sein, dass es im Schatten  zusätzlich trocken ist und das macht das Ganze schon schwieriger.

Pflanzen unter Bäumen haben es  generell schwer, auch jene, die unter geschützten Balkonen stehen.

Welche  Attribute oder Eigenschaften müssen Pflanzen generell besitzen, dass man sie  dem schattigen Gartenbereich zuordnen kann?

Sie sollten genauso Trockenheit wie  Feuchtigkeit (und damit verbunden langsames Abtrocken) vertragen. Sie sollten  kühlere Temperaturen (im Sommer) und stärkere Frosttemperaturen (im Winter)  aushalten. Tropfwasser und feuchtes Laub sollten ihnen nichts anhaben dürfen  (Stichwort Pilzerkrankungen).

Welche  solcher Schmuckstauden sind die beliebtesten?

Farne, wie schon erwähnt, sind  absolut gartentauglich und haben nicht nur im Wald ihre Berechtigung.

Aufgepasst, Farne können sich im  Schatten stark ausbreiten und Überhand nehmen. Farne brauchen humosen,  tiefgründigen, schwach sauren Boden. Es gibt Zwergformen und hohe wie den  Adlerfarn. Farne sind grundsätzlich als giftig einzustufen, auch wenn sie  hervorragende Sauerstoffproduzenten sind und viel für gute Waldluft  beitragen. Ein Farnwald ist sehr angenehm zum Durchgehen.

Funkien sind einer der Topstars im  Schatten, wenngleich sehr anfällig gegenüber den gefürchteten Nacktschnecken.  Ihre wunderbare Laubfärbung in unzähligen Sorten sind Augenweiden und laden  zum Verweilen ein. Auch die lilienartigen Blüten sind attraktiv!

Kaukasus-Vergissmeinnicht und  Gedenkemein sind sehr auffällig mit den herzförmigen Blättern und auch den  wunderschönen blauen Blütchen, die von Mai bis Oktober wie ein kleiner  Schleier über den Blättern schweben.

Japanische Anemonen sind Sommer bis  Herbst blühende Stauden, die von 30-150cm hoch werden können und vor allem im  Halbschatten bis Schatten die 2. Jahreshälfte im Garten mitbestimmen, bis zum  Frost durchblühen.

Die letzten Jahre nahm das  Purpurglöckchen (Heuchera) einen Riesenaufschwung und ist sowohl in Schalen  unter Vordächern als auch im lichten Schatten durch ihre unzähligen  Blattfarben von grün, gelb, gold, grau, silber und vor allem alle Rottöne  bestechend schön und immergrün, ein Ersatz für eine „Winterblüte“.

Auch bodendeckende Schattenstauden  wie die Waldsteinia in Gelb, die anspruchslosen, aber trittfesten Sternmoosarten  oder das weiß, rosa oder vor allem blau blühende Immergrün sind sehr  attraktiv und können viele Quadratmeter flächig begrünen und auch blühen!

Weniger bekannt sind Gräser wie das  Japan-Waldgras (Hakleonchloa) oder die Goldsegge (Carex Everillo), die weich  und anmutend sich mit jedem leichten Windstoß mitbewegen und – flächig  bepflanzt – unter Ahornen und anderen schattenverträglichen Sträuchern oder  Bäumen eine Attraktion mehr darstellen und dem Auge im Garten Ruhe spenden.

Schattenblümchen? Ich denke, den Ausdruck können wir  in Zukunft ad acta legen, es gibt zu viel Attraktives im Schatten, ein  Bereich, der wahrscheinlich durch den Klimawandel auch im Garten immer mehr  zum Zug kommt und Zuflucht vor heißen Plätzen darstellt und diese Bereich  absolut lebenswert macht und gute Luft entstehen lässt.

Was bedeutet „Schatten“ für Pflanzen? Als erstes denkt man an Unterholz im Wald, an Farne und Moospolster, aber die Pflanzenwelt hat nicht nur dies zu bieten, sondern noch viel mehr.

zum Beitrag
Sommer
Blumen / Blüten
Sträucher
17.7.2020
Spätblühende Sommersträucher im Garten

Ziersträucher  im Garten, die ihren Blühhöhepunkt in der 2. Jahreshälfte haben

 In den meisten Gärten ist die erste  Jahreshälfte welche, den Blüten- und damit Artenreichtum anbelangt,  überragende Zeit, selten wird auf den Sommer, noch weniger auf den Herbst  gedacht. Die eine oder andere blühende Überraschung ist dabei, da freuen sich  der Gartenfreund und nicht seltener auch die Biene und andere Insekten.

Einige sind sehr bekannt, haben fast  in jedem Garten Platz (Hortensie), andere sind weniger in Verwendung, aber  nicht minder schön.

Die bekanntesten Sommersträucher sind  die Hortensien, die es mittlerweile in unzähligen Arten und Sorten gibt, die  Zahl ist endlos. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Ball- und  Rispenhortensien. Ballhortensien kennt man als Zimmerpflanze mit Garteneignung  und als „eigene Gartenzüchtung“.

Ballhortensien blühen am zweijährigen Holz (der  heuer gewachsene Trieb blüht nächstes Jahr). Zurückgeschnitten wird die  Pflanze nicht, lediglich verblühte Blüten werden entfernt. Der Standort ist  ein halbschattiger, der Gartenboden sollte nährstoffreich sein.

Etwas anders verhält es sich bei den Rispenhortensien mit meist oval  zulaufenden Rispen, meist in weiß, aber auch rosa und zitrusfarben. Eine sehr  elegante, anspruchslose und blühfreudige Pflanze, die auch in der Sonne  prächtig gedeiht und wächst und alljährlich stark zurück geschnitten werden  kann, ohne dass die Blüte darunter leidet.

Für Bienen sind Hortensien wenig  attraktiv, lediglich Kletterhortensien sind hier geeignet, diese wachsen  halbschattig entlang von Mauern, blühen jedoch etwas vor den vorher  genannten.

Der Sommerflieder ist wohl eine der Symbolpflanzen für einen  blühenden Sommer, wenngleich einige Arten schon als invasiv gelten, da sie  sich selbst aussäen und durchaus lästig werden können. Nicht jede Art zählt  dazu, aber viele Hybridzüchtungen können hier fremdgehen. Schmetterlinge  lieben Sommerflieder, aber eben leider nur der Schmetterling selbst (daher  auch „Schmetterlingsflieder“), die vorangegangene Raupe kann nichts damit  anfangen und lehnt den Strauch kategorisch ab, auch Bienen und andere  Insekten finden nicht in jenem Umfang Nahrung, die sie erhoffen zu finden,  daher ist die ökologische Bedeutung der Pflanze nicht überragend. Schön und  attraktiv ist er und das den ganzen Sommer über, er kann zurückgeschnitten  werden und kennt keinen Anspruch, da er sich überall zurecht findet.

Bekannt von Urlaub im Süden ist der Eibisch (Hibiscus), der eine sehr  kurze Vegetationsperiode hat, erst im Mai austreibt, in höheren Lagen erst im  Juni, dann aber von Juli bis September mit seinen kelchartigen, leuchtenden,  sehr attraktiven Blüten überreich blüht und dann ab Oktober schon wieder sein  Laub verliert. Standort ist sonnig, eh klar, heiß, nährstoffreich, trocken,  also typisch für südländische Heimat, aber er hat bei uns absolut seine  Berechtigung, für Insekten durchschnittlich attraktiv, für uns aber sehr!  Braucht nicht geschnitten werden, wächst schlank und kompakt, also nur im  Notfall im zeitigen Frühjahr zurückschneiden.

Weniger bekannt, aber für Insekten  ein Highlight, ist die Bartblume  (Caryopteris) mit ihren hellblauen spireenähnlichen Blüten (kleine,  flache Bälle), die ab Juli/August und dann bis Oktober hinein blüht,  mittlerweile absolut winterhart ist, hitzeverträglich, gut kombinierbar im  Staudenbeet, wird sortenabhängig maximal 120cm hoch, ist auch für Tröge und  Kübel auf Terrassen geeignet, gut kombinierbar mit Rispenhortensien und  vielen Blütenstauden, auch Gräsern, vermittelt Sommer in hellblauer Form.  Kann im Frühjahr zurückgeschnitten werden, einfach was bescheidenes, aber  sehr attraktives für den kleinen Garten.

Fast unbekannt, war aber ein „Star“  auf der letztjährigen Bio-Gartenschau in OÖ, nämlich die „Sieben Söhne des Himmels“   Heptacodium, eine Solitärpflanze, die verstärkt Anklang findet,  blüht von Ende Juli bis Ende Oktober, bleibt recht schlank, wird bis 3m hoch  bei uns und blüht er in weiß und duftet unglaublich. Er ähnelt einem Jasmin  in der Blüte und ist durch seinen Duft und reichlich Nektar ein  spätsommerlicher Gartenfreund für alle Insekten, insbesondere Bienen und –  wenngleich nicht heimisch – auch für uns durch seine Eleganz, den Charme und  auch das attraktive Laub. Liebt die warmen Stellen im Hausgarten, etwas  Geduld ist gefragt, aber ab dem 2.-3. Standjahr eine Pflanze, die Begeisterung  weckt und sicherlich den Weg in die heimischen Gärten finden wird.

Ziersträucher im Garten, die ihren Blühhöhepunkt in der 2. Jahreshälfte haben In den meisten Gärten ist die erste Jahreshälfte welche, den Blüten- und damit Artenreichtum anbelangt, überragende Zeit, selten wird auf den Sommer, noch weniger auf den Herbst gedacht. Die eine oder andere blühende Überraschung ist dabei, da freuen sich der Gartenfreund und nicht seltener auch die Biene und andere Insekten.

zum Beitrag
Gemüsepflanzen
Tomaten
Sommer
8.7.2020
Arbeiten an den Tomaten im Sommer

Was  ist jetzt an Pflege zu tun?

Es kommt drauf an, aus welcher Wuchs-  und Sortengruppe die Tomate stammt. Die meisten haben Ihre Tomaten ein (oder  zwei)-triebig auf Stab stehen, die Tomate kann bis 3 Meter hoch werden,  theoretisch. Viele haben aber Strauchtomaten, an denen gar nichts zu tun ist,  sie haben aber nicht jenes Sorten- und Geschmacksspektrum, das Tomaten  auszeichnen, sind aber dennoch wichtige Typen, weil sie keine Arbeit machen.

Die wichtigste Gruppe, wie erwähnt,  die Stabtomaten (oder auch Schnurtomaten genannt):

Ausgeizen

Die Tomaten würden von Haus aus verzweigen,  das tut allerdings der Tomatenqualität nicht gut, deshalb muss man sie  ausgeizen, das bedeutet das LAUFENDE Ausbrechen der Seitentriebe, den an den  Blattachseln austreiben. Bitte nicht zu lange warten, sonst wird die  Verletzung an der Pflanze zu groß und es kommt zu Pilzbefall und  Calciummangel. Kein gerät notwendig, lediglich mit den Fingern ausbrechen.

Großes  Laub entfernen

Bei schlechten Wetterbedingungen  sollten man ein wenig des großen unteren Laubes entfernen, dadurch kommt mehr  Sonne zu den Früchten. Allerdings, wie gesagt, nur ein Teil des Laubes gehört  entfernt. Laub bringt auch Photosynthese-Produkte in die Pflanze wie Energie.

Düngen

Tomaten sind starkwüchsig und reich  an Ertrag, daher muss man entsprechend Nährstoffe zuschießen. Das gelingt am  bestens mit organischen Dünger. Jetzt ist im Juli die Zeit für die ZWEITE  große Düngegabe, am liebsten mit (Tiroler) Schafwolle, gibt’s in Pelletsform  im Fachbetrieb. Diese Schafwolle oder die Pellets „stopft“ man in die Erde  hinein, direkt zur Pflanze. Eine Hand voll pro Pflanze! Es geht auch anderer  organischer Dünger wie Hornspäne oder Kleepellets du andere.

Düngen mit Calcium gewinnt aufgrund  der wechselnden Wetterbedingungen immer mehr an Bedeutung, besonders wegen  der Blütenendfäule, aber auch wegen der Krautfäule. Calcium auf die Erde  streuen, oder auch auflösen in Wasser und aufsprühen, am liebsten am Morgen,  das macht man 1-2x bis zum August.

Auch die Kaliumversorgung spielt eine  entscheidende Rolle für die Fruchtausbildung und den Geschmack. Kalium in  Form von Kompost (alter!) oder Patentkali ist ein wichtiger Schritt, gehört  im JULI getan, 1 Esslöffel je Pflanze. Mit Kompostgaben nicht übertreiben,  sehr vorsichtig sein, 1-2 Esslöffel je Pflanze passt!

Stützen

Tomaten gehören immer gut gestützt  und stabil gehalten. Es kommt hier ein schönes Gewicht zusammen, das muss  getragen werden. Nicht gierig werden mit der Länge und dem Ertrag., weil  weniger oft mehr ist.  Ab Ende August kommt alles, was ab da zu blühen  beginnt, nicht mehr in richtigen Fruchtertrag, daher ab Anfang September die  Tomate oben abschneiden und die ganze Kraft den grünen, unreifen Früchten  geben.

Krautfäule

Wenn es wie derzeit abends immer  regnet und stürmt, bitte unbedingt als TIPP Krautfäule (Blätter welken!!!)  vorbeugen:

Möglichkeit eins ist Salbeitee,  Möglichkeit zwei ist das Einstäuben mit Steinmehl! Steinmehl gibt es aus  Tirol und ist hervorragend als Stabilisator und Gesunderhalter, man nimmt es  auch bei Kartoffeln, stärkt die Pflanze sehr!

Was ist jetzt an Pflege zu tun? Es kommt drauf an, aus welcher Wuchs- und Sortengruppe die Tomate stammt. Die meisten haben Ihre Tomaten ein (oder zwei)-triebig auf Stab stehen, die Tomate kann bis 3 Meter hoch werden, theoretisch. Viele haben aber Strauchtomaten, an denen gar nichts zu tun ist, sie haben aber nicht jenes Sorten- und Geschmacksspektrum, das Tomaten auszeichnen, sind aber dennoch wichtige Typen, weil sie keine Arbeit machen.

zum Beitrag
Pflanzenschutz
Schnecken
Sommer
1.7.2020
Auf Läuse folgen Schnecken

Schnecken im Garten können eine Plage  sein, besonders dann, wenn sie sogenanntes Unkraut mit unseren schönen  Gartenpflanzen oder Gemüse verwechseln. Sie sind eigentlich Gourmets, sie  essen nämlich alles, was ihnen schmeckt, wobei dies nicht alle unsere  Kulturpflanzen sind. Gottlob haben Schnecken auch natürliche Feinde,  wenngleich diese dann meistens nicht zur Stelle sind, wenn wir Menschen sie  brauchen!

Entwicklung  der Schnecken

Schnecken sind Zwitter, d.h., die  weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane sind in einem Tier vorhanden, sie  können sich auch gegenseitig paaren und anschließend Eier legen, wobei das  Elterntier dabei abstirbt. Die Eier werden knapp unter die Erdoberfläche  gelegt, dort wo sich die Schnecke auch am liebsten aufhält, nämlich in  Feuchtbereichen. Dort können sie sich und die Eier auch vor Austrocknung  schützen. Erst, wenn die Witterung danach ist oder bei Dunkelheit, machen sie  sich auf Futtersuche.

Die  wichtigsten Schneckenarten

Die meisten Gehäuseschnecken sind in  unseren Gärten diejenigen, die am allerwenigsten schädlich sind, vielmehr  sind es die Nacktschnecken mit ihren doch zahlreichen Arten, die je nach  vorangegangenem Winter mehr oder weniger zahlreich auftreten können!

Ackerschnecken: sind hellbeige, der Schleim  durchsichtig, schlüpfrig. Bei einer Bedrohung stoßen sie weißen Schaum aus.  Sie sind fast ganzjährig aktiv und richten mit ihrem Lochfraß vor allem an  den unteren Pflanzenteilen großen Schaden an. Die Größe kann bis zu 5 cm  betragen.

Wegschnecken: sind dunkelgrau bis manchmal sogar  schwarz. Der Schleim ist durchsichtig und klebrig. Lochfraß an allen  Pflanzenteilen ist der Hauptschaden, den sie anrichten. Sie sind vor allem im  Sommer und Herbst sehr aktiv, werden bis 4 cm lang.

Rote  Wegschnecke: kann ziegelrot, kaffeebraun sein,  die Jungtiere braun oder grünlich gefärbt mit kaffeebraunen Längsstreifen. Es  wird von diesen bis 10 cm langen Tieren alles gefressen, was oberirdisch  sichtbar ist, kreuz und quer! Ihr Auftreten beschränkt sich von April bis  Oktober und sie verstecken sich unter abgestorbenen Pflanzenteilen, Ästen,  Gestrüpp, überall, wo sie ihre Ruhe haben. Kommt leider sehr häufig vor in  unseren Breiten.

Vorbeugende  Bekämpfungs-Maßnahmen:  das Umfeld schneckenfeindlich gestalten!

·          Jede  Art der Bodenbearbeitung schadet der Aktivität

·          Wenig  Hohlraum in den Böden entstehen lassen, feine Oberkrumen schaffen

·          Schneckenunempfindliche  Gemüse- und Blumenarten pflanzen

·          Auf  kräftige Jungpflanzen achten

·          Nach  Regengüssen Boden lockern und ebnen

·          Blumen-  und Gemüsebeete an nicht zu schattigen, feuchten Stellen anlegen, dabei  lieber am Morgen einmal kräftig wässern als am Abend und noch dazu öfters am  Tag, was auch den Pflanzen so besser täte

·          Komposte  sind warm, was Schnecken nicht mögen. Auch bestimmte neuere Mulchmaterialien  wie Holzfaser, die Schnecken zur Umkehr bewegen, auch Lavasplit und  Kakaoschalen – nur sporadisch im Handel erhältlich, erweisen sich als  schneckenabweisend

·          Keine  abgestorbenen Pflanzenreste herumliegen lassen, Wiese kurz gemäht halten

·          Nistplätze  von Igeln, Vögel, Laufenten, Glühwürmchen, Blindschleichen usw. schützen,  weil dies die natürlichen Feinde sind, ebenso wie Vögel

Gezielte  Bekämpfungsmaßnahmen:  Vorbeugen ist gut, oft nützt die Vorbeugung wenig!

·          Gänse,  Hühner, Laufenten lieben Schnecken, darum diese auf unbebautem Land „wohnen“  lassen und sporadisch hereinlassen… Diese Tiere liebe Schnecken

·          Einsammeln  der Schnecken, besonders an Regentagen, aber dann vor allem spätabends und  frühmorgens

·          Heutzutage  sollte Schneckenkorn nur mehr in Form von Eisen-III-Phosphat (z.B. = Ferramol) angeboten werden, das gute,  alte Schneckenkorn hat theoretisch in unseren Gärten nichts mehr verloren,  weil es auch für Haustiere und Kinder giftig ist. Ferramol hingegen  unterbricht die Vermehrung, das Tier verschwindet und vertrocknet in seinem  Versteck. Kadaver bleiben keine sichtbar, hingegen verendet bei gewöhnlichem  Schneckenkorn das Tier sofort bei Kontakt, stößt aber noch seine ganzen Eier  aus und die Sache geht wieder von vorne los. Ferramol sollte einmal während  der Kultur eingesetzt werden, im Bedarfsfall wiederholt man das Streuen noch  einmal im Sommer bzw., wenn neue Populationen sich bilden. Gleichzeitig ist  Ferramol auch ein ausgezeichneter Eisendünger, der für das Blattgrün  wichtigen Nährstoff liefert! Ferramol ist für Mensch und Tier gänzlich  ungefährlich!

·          Auch  so genannte Fadenwürmer (Nematoden), die bei uns nur sporadisch angeboten  werden (ausgenommen jene gegen Rüsselkäferlarven und Engerlingen), machen  Schnecken krank und bringen diese zum Absterben. Eine flächendeckende  Bekämpfung erscheint aber schwierig und benötigt dickere Brieftaschen.

·          Schutzringe  aus Holzhäcksel, Asche und Sägemehl bieten auch, wenn nur geringen Schutz

·          Eine  Mischung aus Weizenkleie, Schalen von Zitrusfrüchten und Küchenabfällen  miteinander verkneten und kleine Häufchen machen. Diese Köder wirken aber nur  3-4 Tage, müssen danach also erneuert werden. Die Schnecken müssen dann in  der Zeit mehrmals eingesammelt werden, weil die Köder diese von weit her  anlocken. Der Vorteil ist, dass man die Schnecken zentral einsammeln kann, so  sehr zieht sie das an!

·          Schnecken  können selbst auch gekocht werden und mit dieser Schneckenbrühe vertreibt man  dann ihre Artgenossen selbst auch am besten, das Ganze ist aber mehr als  eklig und nur was für Hartgesottene im wahrsten Sinne des Wortes!

·          Viele  Menschen locken mit Fallen(Bierfallen) Schnecken an, sammeln diese ein und  zerschneiden diese dann, was aber leider viele ihrer Genossen wiederum  anlockt, also sollte man dies außerhalb des eigenen Grundstücks durchführen!

·          Auch  Schneckenzäune aus Metall mit scharfen Kanten, die sich wie ein U nach unten  biegen, sind gut, aber aufwendig und sind sicherlich optisch manchmal mehr  als bedenklich!

·          Schneckenhindernisse  mit Nadelholzhäcksel, Gerstenspreu, abgeschnittenen Trieben verblühter Rosen,  Brennnesseltriebe usw. sind seit Jahren bewährt, auch hier ist der optische  Effekt mit zu berücksichtigen, aber besser Brennnessel als Mulch als gar  keine Pflanzen mehr durch Schneckenfraß…

Pflanzung  „schneckenresistenter“ Pflanzenarten:

Prinzipiell sind bestimmte  Pflanzenarten mehr oder weniger vor Nacktschnecken gefeit, aber wie heißt  eine bestimmte Redewendung: „In der Not frisst selbst der Teufel Fliegen!“  Das Gleiche trifft in diesem Fall auf diese nachher genannten Pflanzen zu.  Wenn eklatanter Nahrungsmangel herrscht, werden auch diese verspeist.

Akelei, Storchschnabel, Pelargonie,  Fetthenne, Hauswurz, Immergrün, Farnarten, Johanniskraut, Knöterich, Nelken,  Steinbrech als wichtigste Zierpflanzen. Unter Gemüsen und Kräutern finden  sich Lavendel, Salbei, Thymian, Petersilie, Lauch u.v.a.m., unter den  Gehölzen sehr viele Arten, unter anderem auch der sehr populäre Bambus.

Als  besonders anfällig gelten:

Für diese Arten nehmen Schnecken  lange Wege in Kauf:

Dahlien, Tagetes, Primeln, Astern,  Chrysanthemen, Margariten, Lilien, Glockenblumen, Funkien (Hosta),  Rittersporn, Anemonen, Zinnien uvm. als Beispiele für gefährdete  Zierpflanzen, als Gemüse und Kräuter besonders beliebt bei Schnecken sind  Basilikum, Kohlgemüse vieler Art(Kohlrabi, Kraut, Kohl…), Bohnen und Erbsen  und vor allem Salat!

Ist  auch ein „Kraut gewachsen“, was Schnecken anbelangt?

Jawohl!

Farnkrautbrühe: Wurmfarn aus dem Wald  – getrocknet 1 kg auf 10 Liter Wasser 24 Stunden einweichen und dann kurz  aufkochen, unverdünnt über die Pflanzen! Achtung, nicht selbst konsumieren,  weil giftig, bei Pflanzen nicht schädigend und nach 1 Tag kann man das Gemüse  wieder essen.

Rhabarberblattjauche,  Tomatentriebjauche:  2 Hand voll auf 10 Liter Wasser, 3 Tage ansetzen und unverdünnt zwischen die  Pflanzen gießen, wirkt super, ist sowas wie Erwins Geheimrezept!

Wermuttee,  Wermutjauche: unverdünnt oder verdünnt:  wirkt abweisend!

Lavendelauszug: Lavendelblätter und Triebe etwas  kleiner machen, kalt ansetzen und nach 24 Stunden über die Pflanzen  ausbringen, wirkt repellent (abweisend)

Schnecken im Garten können eine Plage sein, besonders dann, wenn sie sogenanntes Unkraut mit unseren schönen Gartenpflanzen oder Gemüse verwechseln. Sie sind eigentlich Gourmets, sie essen nämlich alles, was ihnen schmeckt, wobei dies nicht alle unsere Kulturpflanzen sind. Gottlob haben Schnecken auch natürliche Feinde, wenngleich diese dann meistens nicht zur Stelle sind, wenn wir Menschen sie brauchen!

zum Beitrag
Beeren
Erdbeeren
Sommer
Gartenarbeit
17.6.2020
Erdbeerernte bedeutet: Bald ist wieder Pflanzzeit!

Nun, derzeit herrscht auf den  Erdbeerfeldern in ganz Tirol Hochbetrieb, die rotfrüchtigen Köstlichkeiten  sind heiß begehrt. Und parallel dazu wurden noch nie so viel Erdbeeren in den  Tiroler Gärten und auf den Balkonen gepflanzt wie heuer. Es ist nicht schwer,  schöne Früchte im eigenen Garten hervor zu bringen, man muss aber, wie  überall anders auch, bestimmte Dinge beachten, von alleine geht’s auch hier  nicht.

Viele unterschiedliche Sorten machen  es möglich, diese köstlichen Früchte sowohl im Garten als auch auf der  Terrasse anzubauen. Wahrscheinlich sind es weit mehr als 1.000 Sorten, die  Pflanzenzüchter aus der Wildform der Erdbeere inzwischen entwickelt haben,  ein eindrucksvoller Beweis für die Beliebtheit dieser schmackhaften Früchte,  die eigentlich keine Beeren, sondern, botanisch betrachtet, „Sammelnüsschen“  sind.

Man  unterscheidet zwischen drei Erdbeertypen:

Die großen Gartenerdbeeren (Fragaria anannassa) bringen jährlich nur einmal  Früchte hervor, die mehrmals tragenden  Erdbeeren, wie der Name bereits sagt, sind Kulturformen der Walderdbeere.

Diese Monatserdbeeren gelten aufgrund ihres guten Geschmacks, der den  Walderdbeeren ähnlich ist, als Leckerbissen. Die Erdbeerernte kann sich von  Mai bis in den Oktober hinziehen. Für den Anbau genügen ein kleines Beet, ein  Trog, eine Ampel, ja selbst eine Balkonkiste.

Standort: Erdbeeren gedeihen außer in sehr  kalkhaltigem Erdreich in fast jedem Boden. Die besten Erfolge erzielt man in  nährstoffreicher, durchlässiger und leicht saurer Erde.

Pflanzzeit: Erdbeerpflanzen, die man zwischen  Ende Juni und August gepflanzt hat, tragen zu Beginn des folgenden Sommers  viele Früchte, nicht selten ergibt es Vollertrag.

Gartenerdbeeren sollte man schon  zwischen Juni und September pflanzen, wenn man bereits im Folgejahr ernten  möchte. Pikiert man die Erdbeeren dagegen erst im Spätherbst, werden sie  voraussichtlich im folgenden Jahr noch nicht oder wenig tragen. Die  Gartenerdbeeren liefern normalerweise über drei Jahre hinweg eine gute Ernte,  danach bauen sie schnell ab.

Mehrmals tragende Erdbeeren werden  Sommer oder Herbst gepflanzt. Schon im Folgejahr können erste Früchte  geerntet werden. Am besten, man entfernt alle Blüten die sich vor dem  Sommeranfang bilden, damit sich aus den nachfolgenden umso mehr Beeren  entwickeln könne. Mehrmals tragende Erdbeeren kann man auch zu Beginn des  Frühlings setzen und noch im selben Jahr ernten. Damit die Pflanze gestärkt  in den Winter gehen, entfernt man ab Oktober alle Früchte, die sowieso nicht  mehr ausreifen.

Kultivierung  und Pflege:

Gekaufte Pflanzen setzt man aus dem  Topf in das vorbereitete Beet und bedeckt sie knapp mit Erde. Man lässt  zwischen den Setzlingen 25cm und zwischen den Reihen etwa 60cm Abstand. Für  einen kleinen Garten bietet sich das Pflanzen in kleinen Gruppen an.  Erdbeerpflanzen die bereits Blüten angesetzt haben, sollte man im zeitigen  Frühjahr bei Frostgefahr gut abdecken. Dabei sollte immer auf ein feuchtes  Erdreich geachtet werden.

Vermehrung:

Jungpflanzen von Gartenerdbeeren und  mehrmals tragenden Erdbeeren zieht man aus Ausläufern oder erwirbt sie im  Fachhandel eingetopft. Ausläufer von Monatserdbeeren bilden sich in den  Sommermonaten. Aus ihnen lassen sich problemlos neue Pflänzchen ziehen.  Ausläufer sollten nur von kräftigen Exemplaren genommen werden. Von jeder  Mutterpflanze sollte man nicht mehr als zwei, maximal drei Triebe verwenden,  alle anderen werden abgeschnitten. Müssen die Erdbeerpflanzen getrennt  werden, gräbt man im September ausgewachsene Exemplare aus und trennt sie  dann.

Düngung  und Schutz:

Für eine ausgeglichene  Nährstoffversorgung düngt man mit gut verrottetem Gartenkompost oder Mist  oder auch Schafwollpellets jeweils nach der Ernte und noch einmal etwa einen  Monat später. Eine Unterlage aus Stroh hält die Beeren sauber, trocken und  gesund. Sobald alle Pflanzen abgeerntet sind, säubert man das Beet gründlich.  Alte Blätter und überzählige Ausläufer schneidet man ab. Man entfernt sie  zusammen mit der Strohunterlage und entfernt alles, um Schädlinge und  Krankheitskeime zu reduzieren. Anschließend lockert man den Boden zwischen  den Reihen gut auf.

Ernte:  

Am besten pflückt man die Erdbeeren  am Morgen, wenn sie noch kühl von der Nacht sind. Möglichst nimmt man die  Beeren mit dem Stiel ab. Schadhafte Früchte sortiert man aus. Monatserdbeeren  tragen relativ lange. Ihre kleinen, dunkelroten, süßen Früchte erscheinen  laufend den ganzen Sommer lang.

Schädlinge  und Krankheiten:

Alle drei Jahre sollte man die  Erdbeerpflanzen verpflanzen, damit sich keine Krankheitskeime und Schädlinge  anhäufen und die Erde sich wieder erholen kann. Bei Erdbeeren tritt häufig  Grauschimmel auf. Man sollte die Pflanzen nicht zu dicht pflanzen und auf  eine Strohschicht betten. Bei starkem Befall kann man mit Knoblauchextrakt  spritzen. Gegen Rhizomfäule und den Echten Mehltau, beides Pilzkrankheiten,  hilft eine Mischkultur mit Knoblauch oder Zwiebel zwischen den Reihen, eine  Spritzung mit Ackerschachtelhalmbrühe verringert das Pilzrisiko. Mit diesen  beiden Maßnahmen kann man auch die Rotfleckenkrankheit wirksam bekämpfen. In  Jahren mit vielen Schnecken mulcht man mit trockenem Material und versucht, Nützlinge  wie Laufkäfer und Igel gezielt zu fördern. Die winzigen, weißen Erdbeermilben  lasse die Pflanzen verkümmern. Hier sollte man wiederum durch Mischkulturen  mit Knoblauch und Zwiebeln vorbeugen.

Sortenauswahl:

Gartenerdbeere

Elsanta: trägt ab Juni Früchte mit gutem  süßsäuerlichem Aroma

Mieze  Schindler: altbewährte Sorte,  selbstunfruchtbar, mit typischen Aroma (Mischung aus Brom- und Erdbeeren)

Mehrmals  tragende Sorte

Ostara: reift von Jun bis zum ersten Frost,  gute Erträge mit mittelgroßen, aromatischen, süßsäuerlichen Früchten.

Cupido: Super Sorte seit etwa 10 Jahren.  Süß, resistent, robust, für Beete und Tröge, reichtragend, süßsäuerlich!

Rügen: eine recht alte Sorte mit  ausgezeichneter Fruchtsüße

Alexandria: die BESTE und ertragreichste  Walderdbeere

Sonderform: Toscana Hot Pink: pinkfarbene Blüten  und tiefrote Früchte. Reichtragend, kurzlaubig, für Balkonkisten, auch als  Balkonfrucht zu verwenden

Nun, derzeit herrscht auf den Erdbeerfeldern in ganz Tirol Hochbetrieb, die rotfrüchtigen Köstlichkeiten sind heiß begehrt. Und parallel dazu wurden noch nie so viel Erdbeeren in den Tiroler Gärten und auf den Balkonen gepflanzt wie heuer. Es ist nicht schwer, schöne Früchte im eigenen Garten hervor zu bringen, man muss aber, wie überall anders auch, bestimmte Dinge beachten, von alleine geht’s auch hier nicht.

zum Beitrag
Gartenpflege
Gartenarbeit
Sommer
11.6.2020
Juniarbeiten im Garten und auf der Terrasse ganz allgemein

Hecken  und Sträucher zurückschneiden

Ab Mitte Juni brauchen die Hecken  einen Formschnitt, da sie jetzt ihren ersten Jahrestrieb abgeschlossen haben  und auch die Vogelbrut beendet ist. Auch Ziersträucher wie z.B. Spireen,  Flieder, Deutzien, Kerrien oder Pfeifenstrauch, sollten nach deren Blüte  zurückgeschnitten werden.

Triebe  leiten

Die meisten Kletterpflanzen wie  Clematis oder Geissblatt wachsen im Mai und Juni besonders stark. Damit die  Triebe sich nicht zu einem undurchdringlichen Dickicht verflechten, sollte  man rechtzeitig eingreifen und sie mit einer Kletterhilfe leiten.

Rhododendron  pflegen

Die Blütenreste bereits verblühter  Rhododendren sollten jetzt beispielsweise entfernt werden, damit eine  Samenbildung vermieden wird. Zudem sollte im Juni der Rhododendron, des  besseren Wachstums wegen, nachgedüngt werden.

Akeleien,  Rittersporne, Glockenblumen, Frauenmantel  zurückschneiden

Solche Stauden sollten vor der  Samenbildung zurückgeschnitten werden, teilweise auch deshalb, weil sie sich  sonst selbst aussäen, aber auch deshalb,  damit sie noch ein zweites Mal  erblühen! Durch Selbstaussaat können die attraktiven Stauden sonst schnell  größere Gartenbereiche vereinnahmen.

Rasenpflege

Rasenneueinsaaten können noch bis  Ende des Monats vorgenommen werden, dann erst wieder ab Mitte August. Wenn  eine Rasenfläche bereits im April neu angelegt wurde, sollte man sie jetzt  unbedingt  mähen. Die erste Kürzung darf aber nicht gleich zu kurz sein  (max. auf 5-6 Zentimeter abmähen). Damit der Löwenzahn auf dem Rasen nicht  über Hand nimmt, muss man  ihn mehrmals im Jahr mitsamt der langen,  fleischigen Pfahlwurzel ausstechen. Des Weiteren empfiehlt es sich im Juni  den Rasen ein zweites Mal  zu vertikutieren. Diese Belüftung führt zu  einer Kräftigung der Grünfläche.

Beerenobst

Erdbeeren: Unter den Erdbeerpflanzen  Stroh oder auch beispielsweise das neue Schilfstroh auslegen. Das erhöht den  Ertrag und sorgt für saubere Früchte. Neue Erdbeerpflanzungen sollte im Juni  vorgenommen werden, der Ertrag ist im Folgejahr höher.

Gemüsegarten

Das erste große Erntemonat für  Salate, Kohlrabi, Karotten und Erdbeeren. Danach rasch neuen Salat  anpflanzen, bevor die Schnecken, die jetzt dann zahlreich kommen, diesen  „zsammfressn“.

Pflegezeit  für Beetpflanzen 

Viele Blumen sowie Obst- und  Gemüsesorten sind bereits ausgepflanzt. Daher ist es nun an der Zeit, darauf  zu achten, dass Sie gut wachsen. Regelmäßiges bewässern, Verblühtes  entfernen, düngen und auf Krankheiten sowie Schädlinge  achten sorgt  dafür, dass die Pflanzen einen guten Ertrag bringen und in einer schönen  Farbenpracht erblühen. Besonders Balkonblumen und Kübelpflanzen brauchen ab  Juni kräftige Düngegaben! Das ist der Hauptwachstumsmonat! Dazu ist der Juni  der Monat der Nachpflanzungen, wo noch Lücken sind.

Tomaten  ausgeizen

Tomatenpflanzen sollten ab Juni  laufend  ausgegeizt werden (Seitentriebe entfernen). Die Tomaten müssen  laufend gedüngt werden.

Hecken und Sträucher zurückschneiden Ab Mitte Juni brauchen die Hecken einen Formschnitt, da sie jetzt ihren ersten Jahrestrieb abgeschlossen haben und auch die Vogelbrut beendet ist. Auch Ziersträucher wie z.B. Spireen, Flieder, Deutzien, Kerrien oder Pfeifenstrauch, sollten nach deren Blüte zurückgeschnitten werden.

zum Beitrag
mehr anzeigen

Newsletter

Bleiben Sie auf dem neusten Stand

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie immer die neusten Aktionen und Veranstaltungsinfos via Email.

Newsletter abonnieren
Pfeil nach obenPfeil nach oben