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Erwin’s Gartenschule

Auf Läuse folgen Schnecken

Schnecken im Garten können eine Plage  sein, besonders dann, wenn sie sogenanntes Unkraut mit unseren schönen  Gartenpflanzen oder Gemüse verwechseln. Sie sind eigentlich Gourmets, sie  essen nämlich alles, was ihnen schmeckt, wobei dies nicht alle unsere  Kulturpflanzen sind. Gottlob haben Schnecken auch natürliche Feinde,  wenngleich diese dann meistens nicht zur Stelle sind, wenn wir Menschen sie  brauchen!

Entwicklung  der Schnecken

Schnecken sind Zwitter, d.h., die  weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane sind in einem Tier vorhanden, sie  können sich auch gegenseitig paaren und anschließend Eier legen, wobei das  Elterntier dabei abstirbt. Die Eier werden knapp unter die Erdoberfläche  gelegt, dort wo sich die Schnecke auch am liebsten aufhält, nämlich in  Feuchtbereichen. Dort können sie sich und die Eier auch vor Austrocknung  schützen. Erst, wenn die Witterung danach ist oder bei Dunkelheit, machen sie  sich auf Futtersuche.

Die  wichtigsten Schneckenarten

Die meisten Gehäuseschnecken sind in  unseren Gärten diejenigen, die am allerwenigsten schädlich sind, vielmehr  sind es die Nacktschnecken mit ihren doch zahlreichen Arten, die je nach  vorangegangenem Winter mehr oder weniger zahlreich auftreten können!

Ackerschnecken: sind hellbeige, der Schleim  durchsichtig, schlüpfrig. Bei einer Bedrohung stoßen sie weißen Schaum aus.  Sie sind fast ganzjährig aktiv und richten mit ihrem Lochfraß vor allem an  den unteren Pflanzenteilen großen Schaden an. Die Größe kann bis zu 5 cm  betragen.

Wegschnecken: sind dunkelgrau bis manchmal sogar  schwarz. Der Schleim ist durchsichtig und klebrig. Lochfraß an allen  Pflanzenteilen ist der Hauptschaden, den sie anrichten. Sie sind vor allem im  Sommer und Herbst sehr aktiv, werden bis 4 cm lang.

Rote  Wegschnecke: kann ziegelrot, kaffeebraun sein,  die Jungtiere braun oder grünlich gefärbt mit kaffeebraunen Längsstreifen. Es  wird von diesen bis 10 cm langen Tieren alles gefressen, was oberirdisch  sichtbar ist, kreuz und quer! Ihr Auftreten beschränkt sich von April bis  Oktober und sie verstecken sich unter abgestorbenen Pflanzenteilen, Ästen,  Gestrüpp, überall, wo sie ihre Ruhe haben. Kommt leider sehr häufig vor in  unseren Breiten.

Vorbeugende  Bekämpfungs-Maßnahmen:  das Umfeld schneckenfeindlich gestalten!

·          Jede  Art der Bodenbearbeitung schadet der Aktivität

·          Wenig  Hohlraum in den Böden entstehen lassen, feine Oberkrumen schaffen

·          Schneckenunempfindliche  Gemüse- und Blumenarten pflanzen

·          Auf  kräftige Jungpflanzen achten

·          Nach  Regengüssen Boden lockern und ebnen

·          Blumen-  und Gemüsebeete an nicht zu schattigen, feuchten Stellen anlegen, dabei  lieber am Morgen einmal kräftig wässern als am Abend und noch dazu öfters am  Tag, was auch den Pflanzen so besser täte

·          Komposte  sind warm, was Schnecken nicht mögen. Auch bestimmte neuere Mulchmaterialien  wie Holzfaser, die Schnecken zur Umkehr bewegen, auch Lavasplit und  Kakaoschalen – nur sporadisch im Handel erhältlich, erweisen sich als  schneckenabweisend

·          Keine  abgestorbenen Pflanzenreste herumliegen lassen, Wiese kurz gemäht halten

·          Nistplätze  von Igeln, Vögel, Laufenten, Glühwürmchen, Blindschleichen usw. schützen,  weil dies die natürlichen Feinde sind, ebenso wie Vögel

Gezielte  Bekämpfungsmaßnahmen:  Vorbeugen ist gut, oft nützt die Vorbeugung wenig!

·          Gänse,  Hühner, Laufenten lieben Schnecken, darum diese auf unbebautem Land „wohnen“  lassen und sporadisch hereinlassen… Diese Tiere liebe Schnecken

·          Einsammeln  der Schnecken, besonders an Regentagen, aber dann vor allem spätabends und  frühmorgens

·          Heutzutage  sollte Schneckenkorn nur mehr in Form von Eisen-III-Phosphat (z.B. = Ferramol) angeboten werden, das gute,  alte Schneckenkorn hat theoretisch in unseren Gärten nichts mehr verloren,  weil es auch für Haustiere und Kinder giftig ist. Ferramol hingegen  unterbricht die Vermehrung, das Tier verschwindet und vertrocknet in seinem  Versteck. Kadaver bleiben keine sichtbar, hingegen verendet bei gewöhnlichem  Schneckenkorn das Tier sofort bei Kontakt, stößt aber noch seine ganzen Eier  aus und die Sache geht wieder von vorne los. Ferramol sollte einmal während  der Kultur eingesetzt werden, im Bedarfsfall wiederholt man das Streuen noch  einmal im Sommer bzw., wenn neue Populationen sich bilden. Gleichzeitig ist  Ferramol auch ein ausgezeichneter Eisendünger, der für das Blattgrün  wichtigen Nährstoff liefert! Ferramol ist für Mensch und Tier gänzlich  ungefährlich!

·          Auch  so genannte Fadenwürmer (Nematoden), die bei uns nur sporadisch angeboten  werden (ausgenommen jene gegen Rüsselkäferlarven und Engerlingen), machen  Schnecken krank und bringen diese zum Absterben. Eine flächendeckende  Bekämpfung erscheint aber schwierig und benötigt dickere Brieftaschen.

·          Schutzringe  aus Holzhäcksel, Asche und Sägemehl bieten auch, wenn nur geringen Schutz

·          Eine  Mischung aus Weizenkleie, Schalen von Zitrusfrüchten und Küchenabfällen  miteinander verkneten und kleine Häufchen machen. Diese Köder wirken aber nur  3-4 Tage, müssen danach also erneuert werden. Die Schnecken müssen dann in  der Zeit mehrmals eingesammelt werden, weil die Köder diese von weit her  anlocken. Der Vorteil ist, dass man die Schnecken zentral einsammeln kann, so  sehr zieht sie das an!

·          Schnecken  können selbst auch gekocht werden und mit dieser Schneckenbrühe vertreibt man  dann ihre Artgenossen selbst auch am besten, das Ganze ist aber mehr als  eklig und nur was für Hartgesottene im wahrsten Sinne des Wortes!

·          Viele  Menschen locken mit Fallen(Bierfallen) Schnecken an, sammeln diese ein und  zerschneiden diese dann, was aber leider viele ihrer Genossen wiederum  anlockt, also sollte man dies außerhalb des eigenen Grundstücks durchführen!

·          Auch  Schneckenzäune aus Metall mit scharfen Kanten, die sich wie ein U nach unten  biegen, sind gut, aber aufwendig und sind sicherlich optisch manchmal mehr  als bedenklich!

·          Schneckenhindernisse  mit Nadelholzhäcksel, Gerstenspreu, abgeschnittenen Trieben verblühter Rosen,  Brennnesseltriebe usw. sind seit Jahren bewährt, auch hier ist der optische  Effekt mit zu berücksichtigen, aber besser Brennnessel als Mulch als gar  keine Pflanzen mehr durch Schneckenfraß…

Pflanzung  „schneckenresistenter“ Pflanzenarten:

Prinzipiell sind bestimmte  Pflanzenarten mehr oder weniger vor Nacktschnecken gefeit, aber wie heißt  eine bestimmte Redewendung: „In der Not frisst selbst der Teufel Fliegen!“  Das Gleiche trifft in diesem Fall auf diese nachher genannten Pflanzen zu.  Wenn eklatanter Nahrungsmangel herrscht, werden auch diese verspeist.

Akelei, Storchschnabel, Pelargonie,  Fetthenne, Hauswurz, Immergrün, Farnarten, Johanniskraut, Knöterich, Nelken,  Steinbrech als wichtigste Zierpflanzen. Unter Gemüsen und Kräutern finden  sich Lavendel, Salbei, Thymian, Petersilie, Lauch u.v.a.m., unter den  Gehölzen sehr viele Arten, unter anderem auch der sehr populäre Bambus.

Als  besonders anfällig gelten:

Für diese Arten nehmen Schnecken  lange Wege in Kauf:

Dahlien, Tagetes, Primeln, Astern,  Chrysanthemen, Margariten, Lilien, Glockenblumen, Funkien (Hosta),  Rittersporn, Anemonen, Zinnien uvm. als Beispiele für gefährdete  Zierpflanzen, als Gemüse und Kräuter besonders beliebt bei Schnecken sind  Basilikum, Kohlgemüse vieler Art(Kohlrabi, Kraut, Kohl…), Bohnen und Erbsen  und vor allem Salat!

Ist  auch ein „Kraut gewachsen“, was Schnecken anbelangt?

Jawohl!

Farnkrautbrühe: Wurmfarn aus dem Wald  – getrocknet 1 kg auf 10 Liter Wasser 24 Stunden einweichen und dann kurz  aufkochen, unverdünnt über die Pflanzen! Achtung, nicht selbst konsumieren,  weil giftig, bei Pflanzen nicht schädigend und nach 1 Tag kann man das Gemüse  wieder essen.

Rhabarberblattjauche,  Tomatentriebjauche:  2 Hand voll auf 10 Liter Wasser, 3 Tage ansetzen und unverdünnt zwischen die  Pflanzen gießen, wirkt super, ist sowas wie Erwins Geheimrezept!

Wermuttee,  Wermutjauche: unverdünnt oder verdünnt:  wirkt abweisend!

Lavendelauszug: Lavendelblätter und Triebe etwas  kleiner machen, kalt ansetzen und nach 24 Stunden über die Pflanzen  ausbringen, wirkt repellent (abweisend)

Autor
Erwin Seidemann
Datum
1.7.2020
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Pflanzenschutz
6.8.2021
Pilzkrankheiten

Wir haben ein Thema, das wir – ich habe Interesse halber nachgesehen – 2015 gemeinsam hatten, nämlich Pilzkrankheiten auf unseres Pflanzen. Etwas, was uns auch heuer – im Gegensatz zu anderen, sehr heißen Sommern, beschäftigt und den Pflanzen arg zusetzt.

Wenn die Pilze im Walde sprießen und wir uns darüber erfreuen, sprießen auch die Pilze auf den pflanzen, schädigen diese und genau darüber haben wir dann wirklich wenig Freude!

Es gibt über 10000 Schadpilz-Arten und Unterarten weltweit, es ist schwer, da einen kompletten Überblick zu halten, zu spezifisch ist die Ausbreitung und Vermehrung, manche Pilz vermehren sich sowohl sexuell, als auch asexuell, das nur am Rande. Ich möchte nur sagen, dass es kein besonders tolles Thema ist, aber wir müssen es aktuell ansprechen, da es wirklich voll passt und man jetzt noch dagegenhalten kann!

So schön das Gärtnern sein kann, so anstrengend und nervenraubend ist es, wenn die eigenen Pflanzen von Krankheiten befallen sind. Besonders tückisch ist der Mehltau. Vor allem Rosen, Salbei, Erdbeeren, Weinreben und andere Pflanzen sind anfällig für den Pilzbefall. Schon von Weitem sind die weißgrauen Flecken der Krankheit auf Blättern und Knospen zu sehen. Obwohl die Krankheit nicht einfach zu behandeln ist, braucht man nicht gleich zu verzweifeln.

 Beim Mehltau unterscheidet man zwischen Falschem und Echtem Mehltau. Beide Varianten breiten sich über Sporen aus. Sie bilden ein Geflecht aus sehr feinen Fasern, das auch Myzel genannt wird. Als weißer bis grauer Pelz macht es sich auf den Pflanzen bemerkbar. Besonders gut gedeiht Mehltau in feuchter Umgebung. Beide Arten bilden verschiedene Spezies aus, die nicht direkt von einer Pflanzengattung auf die andere übertragen werden können. Apfelmehltau kann beispielsweise nicht auf Rosen überspringen.

Der Echte Mehltau

Der Echte Mehltau bildet einen weißen, mehlartigen Belag auf der Oberseite der Blätter, wo er sich zu Beginn des Befalls noch leicht abwischen lässt. Im fortgeschrittenen Stadium sind meist auch die Triebspitzen, Knospen und Früchte sowie die Unterseiten der Blätter betroffen. Im Verlauf der Krankheit rollen sich die Blätter ein und die Triebe verkrüppeln zum Teil so stark, dass kein weiteres Wachstum möglich ist.

Besonders bei trockenem und warmen Wetter in Kombination mit nächtlichem Tau verbreitet sich der Pilz rasant. Sonnige Tage in Frühjahr und Herbst, sowie der Spätsommer begünstigen daher die Ausbreitung des Mehltaus. Im Spätherbst bildet der Pilz dann dunkle Winterfruchtkörper, die in herabgefallenem Laub und anderen Pflanzenresten überwintern können.

Eine Ausnahme im Erscheinungsbild des Mehltaus gibt es etwa beim Befall von Erdbeerenpflanzen oder Weinstöcken. Die Blätter der Erdbeere verfärben sich an den Blattunterseiten rot und bilden kaum weißen Belag auf den Oberseiten. Die Blätter rollen sich nach oben ein. Auch bei den Reben verfärben sich die Blätter ähnlich und die Traubenplatzen bei fortschreitender Krankheit auf.

Ackerschachtelhalm ist die ideale Bekämpfungsmöglichkeit und das gegenüber vielen Pilzen. Es muss eine Brühe angesetzt und nach 24 Stunden aufgekocht werden. Dann ist die wichtige Kieselsäure frei und kann auf die Pilzsporen abwehrend wirken.

 

Der Falsche Mehltau

Viele Gemüsearten und krautige Pflanzen werden vom Falschen Mehltau befallen. Wenn die Pflanzen befallen sind, erkennt man das an rötlich-violetten Flecken an der Blattoberseite. Viele Arten zeigen auch gelbe bis braune Flecken, die durch die Blattadern begrenzt werden. An der Blattunterseite dagegen bildet sich ein schmutzig grauer Pilzrasen. Knospen und Triebe trocknen oft aus, bei Weinstöcken vertrocknen sogar die Früchte.

Das Wachstum des falschen Mehltaus wird durch feuchtes und mäßig warmes bis kühles Wetter begünstigt, sowie durch einen überhöhten Stickstoffgehalt im Boden. Besonders Tomaten werden um diese Zeit von der Krautfäule, einer Unterart des Falschen Mehltaus befallen.  Die Früchte werden nahezu ungenießbar und bitter. Blätter faulen bei zu hoher Luftfeuchtigkeit und kühlen Nachttemperaturen.

Vorbeugende Spritzungen mit Salbeitee wären sehr gut dagegen! Auch die Braun-und Krautfäule an Tomaten und Kartoffeln ist heuer ein hartnäckiges Thema. Hier gilt es mit Mineralstoffen wie Kalzium und Gesteinsmehlen dagegen zu halten

 

Mit Milch gegen Mehltau

Als einfaches Hausmittel hat sich Milch gegen Mehltau bewährt: Man mischt einen Teil Milch mit neun Teilen Wasser und sprüht die Mixtur auf die befallene Pflanze. Wichtig ist, dass es sich um Frischmilch handelt. Die Mikroorganismen aus der Milch bekämpfen den Pilz. Deshalb ist H-Milch für diesen Zweck ungeeignet. Das Lecithin in der Milch bekämpft den Pilz und das Natriumphosphat stärkt die Abwehrkräfte der Pflanze. Die Prozedur sollte man einmal bis zweimal in der Woche wiederholen.

 

Achtung!

Generell sind alle Pflanzenreste und befallenen Teile zu entfernen und im Restmüll zu entsorgen, da der Pilz in ihnen überwintern kann. Er überlebt auch an Gartengeräten, Holzpfählen oder Sichtschutzzäunen aus organischem Material. Deshalb ist es besonders wichtig, Geräte und Pflanzgefäße nach einem Kontakt mit erkrankten Pflanzen gründlich zu reinigen.

Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln muss immer mit Bedacht vorgegangen werden. Mit diversen chemischen Präparaten dürfen nur befallene Pflanzen benetzt werden, um Nützlinge und gesunde Nachbarpflanzen nicht zu schädigen. Wenn man Obst- und Gemüsepflanzen behandelt, sollte man zum eigenen Schutz immer die Wartezeiten beachten, die auf den Fungiziden angegeben sind. Sie beziehen sich auf den Mindestzeitraum, nach dem Früchte und Gemüse wieder unbedenklich verzehrt werden können.

 

Vorbeugen ist die beste Medizin

Pilzkrankheiten wie der Mehltau lassen sich durch vorbeugende Maßnahmen am besten fernhalten. Nach einem Befall ist es immer schwierig, die Krankheit zu stoppen. Zudem sehen die meist notwendigen Schnitte an Sträuchern und Bäumen unschön aus.

Im Frühjahr und Frühsommer sind vorbeugende Spritzungen mit Grünkupfer altbewährt. Sie wirken bei vielen Pilzkrankheiten wie auch die Pfirsich-Kräuselkrankheit sehr gut in der Vorbeuge und ist biologisch abbaubar, ungiftig für Pflanze, Tier und Mensch.

 

Ich weiß, alles geht nicht, aber:

Mehltau (der echte) und vor allem die Braunfäulen sind ein hartnäckiges Thema, welches wir unbedingt mitnehmen müssen, den Rest besprechen wir noch.

Wir haben ein Thema, das wir – ich habe Interesse halber nachgesehen – 2015 gemeinsam hatten, nämlich Pilzkrankheiten auf unseres Pflanzen. Etwas, was uns auch heuer – im Gegensatz zu anderen, sehr heißen Sommern, beschäftigt und den Pflanzen arg zusetzt.

zum Beitrag
Beeren
Sommer
30.7.2021
Erdbeeren

JETZT im Juli und August ist die beste Pflanzzeit. Entweder vermehrt man die Ausläufer oder man pflanzt eben neue Pflanzen! Aber eben im Sommer, weil dann ist gewährleistet, dass es 2022 schon Vollertrag gibt, aber der Reihe nach:

Erdbeeren sind ja derzeit einer der Megatrends, es gibt international kaum noch Saatgut oder Pflanzware am Markt, so gefragt sind sie im Erwerbs- UND Hausgarten-Anbau zur Eigenversorgung. Viele unterschiedliche Sorten machen es möglich, diese beliebten und köstlichen Früchte, sowohl im Garten, als auch auf der Terrasse anzubauen. Wahrscheinlich sind es weit mehr als 1.000 Sorten, die Pflanzenzüchter aus der Wildform der Erdbeere inzwischen entwickelt haben, ein eindrucksvoller Beweis für die Beliebtheit dieser schmackhaften Früchte, die eigentlich keine Beeren, sondern „Sammelnüsschen“ sind, botanisch betrachtet.

Man unterscheidet zwischen drei Erdbeertypen:

1. Die großen Gartenerdbeeren(Fragaria anannassa) bringen jährlich nur einmal Früchte hervor

2. die mehrmals tragenden Erdbeeren, auch genannt Monatserdbeeren. Diese gelten aufgrund ihres guten Geschmacks, der den Walderdbeeren ähnlich ist, als Leckerbissen.

3. Und die echten Walderdbeeren, die einmal tragend sind, aber dafür über einen längeren Zeitraum und genauso schmecken, wie Erdbeeren schmecken sollten!

Die Erdbeerernte kann sich von Mai bis in den Oktober hinziehen. Für den Anbau genügen ein kleines Beet, ein Trog, eine Ampel, ja selbst eine Balkonkiste.

Standort:

Erdbeeren gedeihen außer in sehr kalkhaltigem Erdreich in fast jedem Boden. Die besten Erfolge erzielt man in nährstoffreicher, durchlässiger und leicht saurer Erde.

Pflanzzeit:

Erdbeerpflanzen, die man zwischen Ende Juni und August gepflanzt hat, tragen zu Beginn des folgenden Sommers Früchte und das in ausgezeichnetem Ertrag. Gartenerdbeeren (1x tragend) sollte man im September pflanzen, wenn man bereits im Folgejahr ernten möchte. Pikiert man die Erdbeeren dagegen erst im Spätherbst, werden sie voraussichtlich im folgenden Jahr nur wenig tragen. Die Gartenerdbeeren liefern normalerweise über drei Jahre hinweg eine gute Ernte, danach bauen sie rapide ab. Mehrmals tragende Erdbeeren; werden Sommer oder Herbst gepflanzt. Schon im Folgejahr können erste Früchte geerntet werden. Am besten, man entfernt alle Blüten die sich vor dem Sommeranfang bilden(wer macht das schon??), damit sich aus den nachfolgenden umso mehr Beeren entwickeln könne. Mehrmals tragende Erdbeeren kann man auch zu Beginn des Frühlings setzen und noch im selben Jahr ernten. Damit die Pflanze gestärkt in den Winter gehen, entfernt man ab Oktober alle Früchte, die sowieso nicht mehr ausreifen.

Kultivierung und Pflege:

Gekaufte Pflanzen setzt man aus dem Topf in das vorbereitete Beet und bedeckt sie knapp mit Erde. Man lässt zwischen den Setzlingen 25cm und zwischen den Reihen etwa 60cm Abstand. Für einen kleinen Garten bietet sich das Pflanzen in kleinen Gruppen an. Erdbeerpflanzen die bereits Blüten angesetzt haben, sollte man im zeitigen Frühjahr bei Frostgefahr gut abdecken. Dabei sollte immer auf ein feuchtes Erdreich geachtet werden.

Vermehrung:

Jungpflanzen von Gartenerdbeeren und mehrmals tragenden Erdbeeren zieht man aus Ausläufern oder erwirbt sie im Fachhandel eingetopft. Ausläufer von Monatserdbeeren bilden sich in den Sommermonaten. Aus ihnen lassen sich problemlos neue Pflänzchen ziehen. Ausläufer sollten nur von kräftigen Exemplaren genommen werden. Von jeder Mutterpflanze sollte man nicht mehr als zwei, maximal drei Triebe verwenden, alle anderen werden abgeschnitten. Müssen die Erdbeerpflanzen getrennt werden, gräbt man im September ausgewachsene Exemplare aus und trennt sie dann.

Düngung und Schutz:

Für eine ausgeglichene Nährstoffversorgung düngt man mit gut verrottetem Gartenkompost oder Mist oder auch Schafwollpellets jeweils nach der Ernte und noch einmal etwa einen Monat später. Eine Unterlage aus Stroh oder Schilf hält die Beeren sauber, trocken und gesund. Sobald alle Pflanzen abgeerntet sind, säubert man das Beet gründlich. Alte Blätter und überzählige Ausläufer schneidet man ab. Man entfernt sie zusammen mit der Strohunterlage und entfernt alles, um Schädlinge und Krankheitskeime zu reduzieren. Anschließend lockert man den Boden zwischen den Reihen gut auf.

Ernte:

Am besten pflückt man die Erdbeeren am Morgen, wenn sie noch kühl von der Nacht sind. Möglichst nimmt man die Beeren mit dem Stiel ab. Schadhafte Früchte sortiert man aus. Monatserdbeeren tragen relativ lange. Ihre kleinen, dunkelroten, süßen Früchte erscheinen laufend den ganzen Sommer lang.

Schädlinge und Krankheiten:

Alle drei Jahre sollte man die Erdbeerpflanzen verpflanzen, damit sich keine Krankheitskeime und Schädlinge anhäufen und die Erde sich wieder erholen kann. Bei Erdbeeren tritt häufig Grauschimmel auf. Man sollte die Pflanzen nicht zu dicht pflanzen und auf eine Strohschicht betten. Bei starkem Befall kann man mit Knoblauchtee spritzen. Gegen Rhizomfäule und den Echten Mehltau, beides Pilzkrankheiten, hilft eine Mischkultur mit Knoblauch oder Zwiebel zwischen den Reihen, eine Spritzung mit Ackerschachtelhalm verringert das Pilzrisiko. Mit diesen beiden Maßnahmen kann man auch die Rotfleckenkrankheit wirksam bekämpfen.

In Jahren mit vielen Schnecken mulcht man mit trockenem Material und versucht, Nützlinge wie Laufkäfer und Igel gezielt zu fördern. Die winzigen, weißen Erdbeermilben lasse die Pflanzen verkümmern. Hier sollte man wiederum durch Mischkulturen mit Knoblauch und Zwiebeln vorbeugen

JETZT im Juli und August ist die beste Pflanzzeit. Entweder vermehrt man die Ausläufer oder man pflanzt eben neue Pflanzen! Aber eben im Sommer, weil dann ist gewährleistet, dass es 2022 schon Vollertrag gibt, aber der Reihe nach:

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Blumen / Blüten
Stauden
Sommer
23.7.2021
Schnittblumen aus dem eigenen Garten

Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten sind nämlich längst ein „Muss“ bezüglich Selbstversorgung in den Sommermonaten. Blumen erscheinen aber „nicht so wichtig“, dabei sind Blumen die Farbe unserer Seele, der Blickfang eines Gartens und frischgepflückt vermitteln sie ein Glücksgefühl, sind was  Besonderes, auch als Geschenk beim Besuch bei Freunden!

Nicht jedem ist das Blumenbinden in die Wiege gelegt, es braucht beizeiten auch professionelle Hilfe und der Strauß wird dadurch erst „perfekt“. Manchmal ist es aber nur die Vielfalt, die Fülle, das Besondere, die einem Freude schenkt! Und das geht eben manchmal eben nur aus dem eigenen Garten.

Und man benötigt nur ein paar weniger Quadratmeter, einen sonnigen Platz und einen GUTEN, nährstoffreichen Boden.

Direktsaat ins Freie auf einen offenen Boden – ist noch möglich, empfehlenswert sind aber nur schnellkeimende Sommerblumenmischungen, die von der Keimung bis zur  Blüte lediglich 6-7 Wochen benötigen, für Sonnenblumen ist es schon spät, die brauchen 12-16 Wochen.

Besser ist es, vorkultivierte Pflanzen zu kaufen, zudem auch robuster (weil schon größer) gegenüber Schnecken sind. Pflanzen kann man von Astern, Zinnien, Löwenmaul, Cosmea,  aber auch Dahlien bzw. Stauden wie Astern, Phlox, Gräser, und dergleichen kaufen. Gladiolen und Lilien pflanzt man im Frühling, um sie im Juli und August zu ernten.

NOSTALGISCHE STRÄUSSE MIT einjährigen SOMMERBLUMEN

Mit einjährigen Sommerblumen, die man im Frühjahr selbst aussäen kann, lassen sich die schönsten Nostalgie-Sträuße zaubern. Drei oder vier verschiedene Pflanzenarten  reichen dafür völlig aus – die Blütenformen dieser Arten sollten sich unterscheiden (z.B. nicht nur margeritenähnliche).

Zinnien gibt es mit einfachen und dichtgefüllten Blüten in den verschiedensten Farben.

Kombinieren wir beispielsweise die zarten Blüten des Schmuckkörbchens (Cosmea) mit den kräftigen Blütentrauben des Löwenmäulchens. Zu diesen Blüten in Weiß und Rosa wirken die blauen Rispen des Sommer-Rittersporns sehr hübsch. 

Auch die Blüten von Dahlien fügen sich in diesen Strauß sehr gut ein. Keine Angst: Die Dahlie nimmt es nicht übel, wenn wir einzelne Blütenstiele für die Vase scheiden. Ganz im Gegenteil: Die mehrjährige, aber frostempfindliche Knollenpflanze wird sogar motiviert, neue Blütenknospen zu bilden.

Wenn man kräftige Farben liebt, kann man auf den einjährigen Sonnenhut (Rudbeckia hirta) zurückgreifen. Die leuchtendgelben Blüten kombinieren wir am besten mit gelben und orangefarbenen großblumigen Zinnien und leuchtendroten oder blauen hohen Lobelien oder blauen Salbei.

Die flauschigen Blütenrispen des Federborstengrases (Pennisetum oder „Flaschenputzer“) sind eine schöne Ergänzung.

SCHÖNE BLÜTENSTAUDEN FÜR DEN SCHNITT

Wer nicht jedes Jahr neu aussäen oder pflanzen will, pflanzt winterharte Blütenstauden ins Beet, die sich besonders gut für den Schnitt eignen. Zu den schönsten Sommerblühern für die Vase zählen die hohe Glockenblume (Campanula persicifolia) in Blau und Weiß sowie die Flammenblume (Phlox paniculata) in Weiß und verschiedenen Rosatönen. Ebenfalls in Weiß, Blau und Rosa blühen die Astern.

Je nach Sorte präsentieren sich die tellerartigen Blüten der Schafgarbe (Achillea) in Rot, Lachsrosa, Weiß, Gelb oder Orange. Für weitere gelbe Farbtupfer im Beet und im Blumenstrauß sorgen Stauden-Sonnenblume (Helianthus) und Gelber Sonnenhut (Rudbeckia fulgida). 


Pflegetipp:

Glockenblume und Flammenblume fühlen sich an einem nicht zu sonnigen Platz am wohlsten. Damit die Flammenblume reicht blüht und gesund bleibt, sollte der Boden immer gleichmäßig feucht und nährstoffreich sein. Die übrigen Stauden bevorzugen eher sehr sonnige, gerne auch trockenere Standorte.

Ohne Blattschmuck ist ein Gartenstrauß nur halb so schön. Funkienblätter (Hosta) sind eine schöne Ergänzung

Eine besondere Würze bekommt jedes Arrangement, wenn man Kräuter unter die bunten Blüten mischt. Zweige von Garten-Salbei (Salvia officinalis), Minze oder Zitronenmelisse sind wunderbare Ergänzungen.

Damit der Spaß am selbst arrangierten Vasenschmuck lange anhält, sollte man die Blütenstiele früh morgens schneiden, man verwendet dafür ein scharfes, sauberes Messer oder eine entsprechende Schere.

Man stellt  die geschnittenen Stiele möglichst schnell ins Wasser. Nach zwei bis drei Tagen sollte man das Vasenwasser wechseln und die Enden der Stiele neu anschneiden. Blätter, die ins Vasenwasser ragen, sollte man unbedingt sofort entfernen, sonst birgt das Gefahr der Fäulnis.

Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten sind nämlich längst ein „Muss“ bezüglich Selbstversorgung in den Sommermonaten. Blumen erscheinen aber „nicht so wichtig“, dabei sind Blumen die Farbe unserer Seele,

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