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Erwin’s Gartenschule

Aussaat und Vorkultur von Gemüse, Kräutern und Blumen

Wenn man draußen noch wenig bis gar nichts an Arbeiten verrichten kann, so ist die Vorbereitung auf die Zeit, wenn es dann möglich ist, umso wichtiger.

Auch wenn die meisten Gärtnereien und Pflanzenanbieter wohl „fertige“ Jungpflanzen anbieten, so ist der Reiz, etwas selbst von Grund auf heranzuziehen ein nicht zu verachtender.

Mit ein wenig Geschick kann man nämlich zu Hause sehr leicht Pflanzen aller Art heranziehen. Zwar gibt es auch problematische Pflanzenarten, aber im Allgemeinen ist vor allem die Anzucht von Blumen usw. absolut kein Problem. Die meisten Pflanzen kann man schon dann im Zimmer aussäen, wenn es draußen noch sehr frostig ist. Aufgrund des zeitlichen Vorsprungs blühen derart gezogene Pflanzen früher als zu einem späteren Zeitpunkt im Freien ausgesäte Pflanzen. Diese Art der Vorkultur darf man natürlich nicht übertreiben: Viel zu früh ausgesäte Pflanzen entwickeln sich zu einer Zeit, in der zu wenig Licht und zu hohe Zimmer-Temperaturen herrschen. Das Resultat sind dünne, schwache Pflanzen.

Viele Pflanzen wie Chili, Begonien, Paprika, aber auch winterharte Blütenstauden und auch frühes Gemüse (Salate, Kohlrabi) und dergleichen gehören bereits Ende Jänner, Anfang Februar gesät, damit man im zwischen März und Mai schon kräftige Auspflanzware bekommt.

 

Was braucht es?

Gewächshaus

Zuerst einmal braucht man ein kleines Zimmergewächshaus, respektive ein Minigewächshaus. Diese werden in den unterschiedlichsten Ausführungen verkauft. Empfehlenswert sind solche aus stabilem Material und einem hohen, durchsichtigen Deckel, damit die Pflanzen Platz zum Wachsen haben und der Lichteinfall nicht durch das Gewächshaus unnötig beschränkt wird.

 

Pflanzschalen, Anzuchtgefässe

Nicht unbedingt erforderlich aber mitunter hilfreich sind Pflanzschalen, die meistens aus Folie geformt sind und aneinanderhängende Töpfe bilden. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass diese möglichst gut in das Gewächshaus passen. Ideal ist, wenn ein oder mehrere Pflanzschalen ohne Platzverschwendung hineinpassen. Bei größeren, empfindlichen oder rasch wachsenden Pflanzen kann es sinnvoll sein, statt in Pflanzschalen gleich in einzelne Anzuchttöpfe (können sogar Joghurtbecher oder Eierbecher sein) zu säen, die man ins Gewächshaus stellt. Besonders vorteilhaft sind hierbei quadratische Töpfe, da man diese ohne Platzverlust sehr gut aneinanderreihen kann. Oft sind diese aber sehr schwer zu bekommen.

 

Anzuchtsubstrat

Das Anzuchtsubstrat ist ein wenig heikel. Einerseits muss es unbedingt nährstoffarm sein, andererseits muss es Wasser gut speichern können aber trotzdem durchlässig sein. Weiteres darf es keine Pilzsporen usw. enthalten. Früher nahmen (und nehmen heute noch) Kundige sogenannte Wurmerde, d.h. die charakteristisch aussehende Hinterlassenschaft von Regenwürmern, die dank Durchlauf durch den Verdauungsapparat der Regenwürmer erstens nährstoffarm und zweitens fast "keimfrei" ist. Das Einsammeln ist allerdings sehr mühselig, und die Wurmerde ist eher kompakt und keineswegs luftig. Eine hervorragende Alternative dazu ist eine gute, nährstoffarme Aussaaterde aus dem Fachhandel.

 

Samen

Samen kann man selbst ernten. Wem das zu aufwendig ist oder nicht die Möglichkeit dazu hat, kann Saatgut auch kaufen. Biosaatgut ist der Vorzug zu geben. Angeboten werden vor allem Blumen- und Gemüsesamen. Achten sollte man insbesondere darauf, dass das Saatgut frisch ist, d.h. nicht schon Jahre in einem Regal verstaubt ist. Denn je frischer der Samen ist, desto höher ist auch die Keimfähigkeit. Üblich bei empfindlichem Samen sind sogenannte Keimschutzverpackungen: In einer bedruckten Papiertüte befindet sich ein Beutelchen aus mit Aluminium beschichteter Kunststofffolie, die aufgrund ihrer Dichtheit Feuchtigkeit weder entweichen noch hereinkommen lässt, so dass das Saatgut erstens nicht infolge Feuchtigkeitseinwirkung ankeimen kann (und dann wegen Wassermangel abstirbt) und zweitens länger frisch bleibt. Solche Packungen sollte man vollständig aufbrauchen oder bei Teilentnahme sehr sorgsam (=dicht) wieder verschließen.

 

Aussaat

Es gibt zwei Methoden: Entweder füllt man die Bodenschale des Zimmergewächshauses direkt mit Anzuchtsubstrat und sät in kleine Rillen, die mit einem, Bleistift o.ä. gezogen werden, oder aber man verwendet Anzuchttöpfe zum Beispiel aus Holzfaser, die mit dem Substrat gefüllt werden. In beiden Fällen wird das Substrat leicht angedrückt und sorgt damit für eine ebene, glatte Oberfläche.

Gesät wird dünn und gleichmäßig entweder in die Rillen oder die Töpfe, nicht zu vieleSamen an einer Stelle. Meistens genügt ein geringer Bruchteil des Inhalts einer Samenpackung.

Sofern es sich um Lichtkeimer handelt – auf der Packung steht dann "nicht mit Erde bedecken" o.ä., drückt man den Samen nur leicht an. Dies aber nur, wenn nicht aufgrund der geringen Größe die Gefahr besteht, dass er am Finger haften bleibt.

Dunkelkeimer (d.h. Samen ohne diese Anmerkung auf der Packung) werden mit ein wenig Substrat bedeckt, welches leicht angedrückt wird. Faustregel: Je größer der Samen desto dicker die Substratschicht. Angefangen von wenigen Millimetern bei sehr feinem Samen (d.h. der Mindestdicke, die man auftragen kann) sollte die bedeckende Substratschicht bei größerem Samen in der Regel etwa ein- bis dreimal so dick sein wie der Durchmesser des Samens.

 

Wichtig

Sofort aufschreiben, was wohin gesät wurde. Es wäre zu schade, wenn später die Tomaten als Blumen in den Balkonkasten vereinzelt würden und man sich auf der anderen Seite wundert, warum die Lobelien im Garten so klein bleiben und keine Früchteansetzen, aber richtig schön blühen!

Noch besser als eine Skizze, die man imLaufe der Wochen oder sogar Monate verlieren kann, sind Pflanzenstecker. Das sind kleine Plastikstreifen, die man beschriftet am Rand in die einzelnen Aussaatreihen oder Töpfe steckt.

Es empfiehlt sich, in Sätzen zu säen - und zwar so, dass trotz unterschiedlich langer Keimzeit die Samen zu etwa der gleichen Zeit die ersten Blättchen bilden. Denn während der Keimung sind meistens etwas andere Umweltbedingungen erforderlich als während der weiteren Kultur. Gleichfalls wichtig ist, dass die Pflanzen ähnliche Ansprüche während der Anzucht stellen, da man es sonst nur einer Art recht machen kann und die andere eventuell sogar eingeht. Wenn man Pflanzen mit stark unterschiedlichen Bedürfnissen anziehen will, braucht man mehr als ein Zimmergewächshaus. Ein zugegebenermaßen krasses Beispiel: Enzian braucht nach der Aussaat eine gute Zeit lang Frost, damit der Samen keimt; bestimmte Palmenarten keimen hingegen nicht unter 30 °C.

Anzucht

Nachdem die Aussaat erfolgt ist, brauchen die meisten Samen eine etwas erhöhte, aber auch nicht zu hohe Temperatur, um schnell und zuverlässig zu keimen.

20-25 °C sind für die meisten Samen optimal. Sofern es sich nicht um Lichtkeimer handelt, tut es für die Dauer der Keimung auch ein dunkler Platz wie z.B. der Heizkeller, der vor allem bei älteren Heizungsanlagen nicht selten eine günstige Temperatur aufweist: Man muss darauf achten, dass die Temperatur nie über 30°C geht, davor gehört kurz gelüftet, zu hohe Temperatur verzögert die Keimung.

Die Lüftungsklappen des Zimmergewächshauses hält man geschlossen, so dass kein Wasserdampf entweichen kann. Da das Substrat bei der Aussaat leicht feucht war, braucht man, solange man das Gewächshaus geschlossen hält, nicht zu wässern. Dass der Klarsichtdeckel von innen beschlägt, ist dabei völlig normal.

Draufschauen, ob schon was keimt! Bei Aufbewahrung an einem dunklen Ort ist dann der Zeitpunkt gekommen, das Gewächshaus an einen möglichst hellen Platz zu bringen. Auch hier sollte die Temperatur tagsüber möglichst nicht unter 20 °C liegen.

Sobald alle Arten gekeimt sind, werden die Lüftungsklappen geöffnet. Ab diesem Zeitpunkt muss man auch ab und zu wässern. Dies geschieht mit dem Wassesprüher. Hierbei muss man darauf achten, so sanft wie möglich zu sprühen, denn so manchen zarten Sämling kann man mit dem Wassersprüher sehr leicht sozusagen aus den Socken blasen. Es reicht, wenn die Oberfläche des Substrats leicht (!!!) feucht ist. Sümpfe und Moore mögen die wenigsten Sämlinge. Wichtig ist, dass während der ersten Wochen nur gewässert und nicht gedüngt wird, damit sich die Wurzeln gut entwickeln.

 

Pikieren/Vereinzeln

Nachdem die Keimblätter zum Vorschein gekommen sind und die ersten kleinen Laubblättchen zu sehen sind, empfiehlt es sich, die Pflanzen etwas kühler zu fahren und auch zu vereinzeln. Da verwendet man unter Umständen die gleiche, aber nicht dieselbe Erde! Hier können kleine Töpfchen oder Joghurtbecher zur Anwendung kommen, die Pflanzen werden vereinzelt, bis sie die gewünschte, topffertige Größe knapp vorder Auspflanzung erreicht haben.

Alles, was man für die Aussaat und Vorkultur braucht, bekommt man bei uns im Blumenpark Seidemann in Völs/Kematen.

Einfach vorbeischauen und beraten lassen!

Autor
Erwin Seidemann
Datum
6.2.2026
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Ein Vierjahreszeiten-Garten

Der Vierjahreszeiten-Garten

 

 

Wenn ein Gartenjahr langsam in die Zielgerade einbiegt, macht man sich immer so seine Gedanken, was man alles gehabt hat und was nicht. Eine der öftesten gestellten Ansprüche, egal, ob „alter“ oder neuer Garten, ist, dass es toll wäre, wenn zu jeder Jahreszeit ein Blühhöhepunkt einer bestimmten Pflanzengruppe ist, quasi, dass „immer was blüht“, mindestens aber, dass immer etwas Schönes zu sehen sein sollte.

Das ist möglich und es gibt auch genügend Beispiele dafür: Wenn man mal in Potsdam, nordwestlich von Berlin, ist und den Karl Förster-Garten besichtigt (ich war mit dem ORF Tirol vor vielen Jahren einmal dort) sieht man das „Perpetuum Mobile“ in Gartenkunst, nämlich im 4-Jahreszeiten-Senkgarten dieses längst verstorbenen Gartenpioniers. Aber das gibt es auch mit kürzerer Fahrzeit zu besuchen, z.B. der Botanische Garten in München oder der Staudengarten Weihenstephan etc.

 

Einen Vierjahreszeiten-Garten funktioniert in kleinen und großen Gärten

Zu planen kann man jetzt schon beginnen, teilweise kann man auch Dinge vorsehen. Die meisten Menschen denken nur im Frühjahr ans Neubepflanzen und vergessen die Pflanzen, die nicht sofort blühen, sondern erst ab Juli ihren Blühhöhepunkt haben, weil man dann aktuell „noch nicht viel sieht und man noch „solange drauf warten muss“. Ein Garten sieht in der zweiten Jahreshälfte anders aus als in der ersten und verleiht ihm ein ganz anderes Gesicht.

Wie geht man das an?

Zuerst sollte man über das ganze Jahr Eindrücke sammeln und sich gelegentlich Kalendernotizen machen, was man wann blühen gesehen hat, was einen anspricht und was man sich gut vorstellen kann, auch im eigenen Garten zu sehen.

Gerade im Herbst hat man den Eindruck, der Garten stellt sich mit all seiner Üppigkeitein, Gräser (im Frühjahr praktisch nicht vorhanden), Anemonen, Astern, Farbkleckse wie Ahorn und andere Buntlaubige haben das Zepter inne. Sie verlieren im Laufe des Spätherbstes aber an Kraft und Immergrüne wie Buxus, Eiben, andere Nadelgehölze, besonders solche mit schönen Formen und einem besonderen Habitus, übernehmen das Ruder.

Im Winter sind dann noch Pflanzen wie Schneerosen, Schneeball und Scheinhasel sehr auffällig.

Kann man jetzt schon für Winter/Frühling etwas vorbereiten?

Ja, man kann. Jetzt an Blumenzwiebel denken, besonders an solche, die zum Verwildern geeignet sind wie Wildtulpen, Traubenhyazinthen, Schneeglöckchen und Krokusse. Man kann sie im Boden lassen und treten dann nach den vielen üppigen Frühjahrsblühern in den Hintergrund und ziehen ein.

TIPP

Man kann Zwiebelblumen auch in den Schatten von Laubbäumen pflanzen, wenn die Zwiebel im Frühjahr blühen, treiben die Bäume und Sträucher erst aus (Magnolien, Zierkirschen etc.) und verleihen dann in Kombination dem ganzen einen romantischen Charakter. Ganz „englisch“. Im Sommer können an selber Stelle beispielsweise Funkien stehen, die im Frühjahr noch nicht sichtbar sind, im Sommer aber die einziehenden Zwiebel überwachsen. Ein sehr spannendes Wechselspiel mit schönen Eindrücken und man kann seine eigene Kombination kreieren.

 

Und dann im Sommer?

Sollte man unbedingt an Blütenstauden wie Storchschnabel, Mädchenauge, Johanniskraut und Rittersporn denken, sie blühen lange im Sommer, wenn dann „nur mehr“ Hibiskus, Hortensien und Sommerflieder blühen.

Der Sommer (besondersAugust/teilweise noch September) ist beinahe der ärmste Monat hinsichtlich Blühhöhepunkten und genau da ist man am häufigsten draußen.

Daher: Aneinjährige Sommerblumen wie Dahlien, Gladiolen, Zinnien, Cosmeen, Spinnenblumen, Astern und Löwenmaul denken, sie blühen eigentlich den ganzen Sommer und sind angenehm dazwischen zu pflanzen, zum Lückenfüllen und sie machen das Ganze schön rund.

Sogar Rosen machen Blühpausen und sind nicht einmal durch Lavendel wachzukriegen. Es gibt eben Rhythmen, die kann selbst der Mensch nicht ändern….

 

Unsere Gartenkultur ist eine eher üppige, denn eine spartanische, weil unsere Vegetationsrhythmen im Schnitt um 1-1,5 Monate kürzer sind als in wärmeren Gebieten und man sich einfach nach Grün und Blüte sehnt, das auch vor Ort inden eigene 4 grünen Wänden haben will.

Ideal wäre es, wenn zu jeder Jahreszeit im Barten ein Blühhöhepunkt einer bestimmten Pflanzengruppe wäre, quasi, dass „immer was blüht“, mindestens aber, dass immer etwas Schönes zu sehen sein sollte.

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7.3.2025
Die Gartensaison beginnt - und mit ihr die ersten kleinen und gröberen Fehler

Jetzt beginnt die Pflanzzeit und Arbeit im Garten.

Winterharte Pflanzen (Bäume und Sträucher, Obstbäume, viele Blumen und Kräuter) sind schon Freiland tauglich, bei manchen können Fehler passieren!

 

Für viele beginnt im März die Gartensaison – und mit ihr die ersten Fehler.

Zu früher Schnitt, falsche Düngung, ungeduldiges Pflanzen: Wer jetzt klug handelt, erspart sich später Ärger und freut sich auf einenblühenden Frühling.

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Frostempfindliche Pflanzen zu früh ins Freie stellen

Fehler: Pflanzen wie Tomaten, Paprika oder Zucchini, aber auch Sommerblumen, Kübelpflanzen (Oleander, Margeriten) zu früh ins Freiesetzen, wodurch sie Frostschäden erleiden können.

Lösung: Warten, bis die Nachttemperaturen konstant über 5°C liegen, nötigenfalls wärmegebendes Vlies verwenden.

 

Rasenpflege zur falschen Zeit oder mit falschen Methoden

Fehler: Vertikutieren oder Düngen, wenn der Boden noch zu kalt und zu nass ist.

Lösung: Warten, bis die Bodentemperatur über 10°Cliegt und sichtbares Graswachstum einsetzt.

 

Obstbäume und Sträucher zu spät oder falsch schneiden

Fehler: Zu spät im März schneiden oder falsche Schnitttechniken anwenden.

Lösung: Den Schnitt bis Mitte März abschließen, danach mehr nur auslichten. Ballhortensien lediglich die Spitzen abschneiden (sonst blühen sie nicht), frühblühende Sträucher nicht schneiden!

 

Überdüngung oder falsche Dünger verwenden

Fehler: Zu viel stickstoffhaltigen Dünger zu früh aufbringen.

Lösung: Kompost oder organische Langzeitdünger verwenden und Stickstoff nur bei Stark-Zehrern (Kohlgemüse, späterRasenflächen) anwenden.

 

Falsche Saatvorbereitung oder Aussaat

Fehler: Samen zu tief säen oder ohne Vorquellen, was zu langsamer oder ungleichmäßiger Keimung führt.

Lösung: Harte Samen über Nacht einweichen und feine Samen mit Sand mischen.

 

Bodenbeschaffenheit und pH-Werte ignorieren

Fehler: Pflanzen ohne Bodentest einpflanzen, was zu schlechtem Wachstum führen kann.

Lösung: Bodenprobe machen, was man nicht jährlich macht, aber doch bei größeren Vorhaben und nach schwierigen Jahren.

 

Frostschutz ist im März/April besonders wichtig, da dieTemperaturen nachts noch unter den Gefrierpunkt sinken können.

Hier sind einigeTipps, um Pflanzen vor Frost zu schützen:

 

Pflanzzeitpunkt beachten:

Besonders in höheren Lagen frostempfindliche Pflanzen erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freie pflanzen.

Schutzabdeckungen verwenden:

Vliesabdeckungen oder Folientunnel nützen, um Pflanzen vor nächtlichem Frost zu schützen. Diese Materialien halten die Wärme am Boden undschützen die Pflanzen.

 

Kälteschutz durch Mulch:

Eine Mulch Schicht um die Pflanzen herum hilft, die Bodentemperatur zu stabilisieren und bietet zusätzlichen Schutz vor Kälte.

 

Frostschutz gegen Kälte sprühen:

Besonders Blüten sind bei etlichen Obstbäumensensibel (Marille, Pfirsich, Kirsche), dagegen hilft eine nachmittägliche Spritzung mit Baldrianblütenextrakt, was die Pflanze von innen wärmt und dadurch für eine Nacht Frost abgehalten werden kann.

 

Pflanzen an geschützten Standorten platzieren:

Pflanzen in die Nähe von Wänden oder Gebäuden stellen, die Wärme speichern und abgeben können.

 

Bewässerung vor Frostnächten:

Den Boden vor einer Frostnacht gut eingießen, da feuchter Boden die Wärme besser speichert als trockener Boden.

Nötigenfalls Frostberegnung machen, was im Hausgarten schwierig ist und man auch Wasser sparen sollte, gerade in trockeneren Wintern.

 

 

Jetzt beginnt die Pflanzzeit und Arbeit im Garten. Winterharte Pflanzen (Bäume und Sträucher, Obstbäume, viele Blumen und Kräuter) sind schon Freiland tauglich, bei manchen können Fehler passieren!

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17.1.2025
Grünsprossen und Keimsprossen - Gemüse von der Fensterbank

Januar ist der Aussaatmonat, auch noch Februar und März, aber gerade jetzt beginnt die „Hoch-Zeit“ für Selbstangebautes.

Auch wenn draußen noch Winter ist, muss man auf frisches Grün nicht verzichten. Mit Keimsprossen holt man sich ganz einfach selbst gezogenes Gemüse auf die Fensterbank.

Die Fensterbank wird zur Anbauzone:

Jetzt wachsen dort „Sprossen“ (Keimsprossen bzw. Grünsprossen), neudeutsch nun auch Micro Green genannt.

Aber egal, wie man sie nennt: Die Sprossen sind nicht nur lecker und gesund, weil sie viele Vitamine, Ballaststoffe und Mineralien enthält, sie sind auch einfach anzubauen.

Keimlinge und Sprossen sind wahre Alleskönner: Sie sind nicht nur für Salate eine knackige „Draufgabe“, sondern verfeinern auch Aufstriche, garnieren Suppen oder würzen Saucen.

Vor allem in der asiatischen Küche sind die jungen Pflanzentriebe mit dem nussigen, scharfen oder süßlichem Geschmack sehr beliebt. Sogar in Shakes oder beim Brotbacken werden sie als gesunde Zutat geschätzt. Dank ihres Nährstoff- und Vitaminreichtums gelten sie neuerdings auch als Superfood.

Vor allem für Vegetarier und Veganer stellen sie einen wichtigen Lieferanten von Proteinen und B-Vitaminen dar. Der Anteil an Vitamin C sowie Nährstoffen ist um ein Vielfaches höher als in ausgewachsenen Pflanzen. Außerdem können die Vitalstoffe in Sprossen und Keimlingen vom Körper besser aufgenommen werden.

 

Der Klassiker: Kresse ziehen

Einfache Kresse trägt ihren Namen zurecht: Es ist nämlich wirklich einfach, sie anzubauen. Bereits nach wenigen Tagen keimen die Samen, nach etwa 10-14 Tagen, bei kühleren Temperaturen nach 3 Wochen, kann sie geerntet werden.

Für den Anbau braucht man nicht einmal einen Blumentopf mit Erde. Die kleinen Samen bzw. Pflänzchen sind sehr anspruchslosund gedeihen auf Zellstoff oder einer kleinen Vliesmatte. Ein Teller oder eine flache Schale mit Küchenpapier oder Watte genügen. In unserer Bio-Gärtnerei verwenden wir lieber Schafwoll-Vliesmatten, da sind wichtige Mineralstoffe enthalten, die der Pflanze letztendlich zugutekommen.

Und so geht‘s:

·       Den Teller z.B. mit Küchenpapier auslegen und gut anfeuchten.

·       Warten, bis sich das Material vollgesaugt hat, dann das überschüssige Wasser wegschütten.

·       Die Samen auf das aufgequollene Material eng (auf eine Fläche von 10x10cm 10 Gramm Bio-Saatgut) und sie vorsichtig leicht andrücken. Kresse gehört zu den Lichtkeimern, man muss sie nicht zusätzlich abdecken.

·       Nun das „Kresse Beet“ noch einmal befeuchten – am besten mit einer Sprühflasche, überschüssiges Wasser wieder weggeben. Samen soll feucht sein, aber nicht schwimmen.

·       DenTeller oder die Schale an einen hellen Ort aufstellen, zum Beispiel auf die Fensterbank bei 18°C.

·       Darauf achten, dass die Samen nicht austrocknen, daher regelmäßig mit Wasser besprühen, am besten morgens und abends. Steht der Teller über einer laufenden Heizung, kann es sein, dass man auch zwischendrin wässern muss. Durch die Wärme trocknet der Zellstoff schnell aus.

·       Nach etwa zehn Tagen kann man die Kresse ernten, mit einer Schere einfach bodengleich abschneiden. Leider wächst Kresse nicht nach. Um regelmäßig Kresseernten zu können, kann man mehrere Teller-Beete anlegen, die man im Abstand vonein paar Tagen anlegt.

Alternativen zu Kresse

Aus Samen von Senf, Radieschen, Rettich, Buchweizen, Sesam, Mungbohne, Sonnenblumen, Brokkoli (Kohlgemüse im Allgemeinen), Bockshornklee und Leinsamen kann man ebenso Keimlinge ziehen, wie auch aus Weizen oder Hafer. Da freut sich auch die Katze.

Allerdings sollte man für die Zucht von Sprossen darauf achten, dass man nur Samen verwendet, die auf der Verpackung auch explizit dafür ausgewiesen sind! Bestenfalls sind sie in Bio-Qualität, was zubevorzugen ist.

Viele dieser Sprossen zieht man auch gut in einem mehrstöckigen Keimgerät. Allerdings muss man die Keimlinge regelmäßig spülen und lüften: Im feuchten Mikroklima können sich schnell gesundheitsschädliche Bakterien, wie Hefe- oder Schimmelpilze bilden!

 

Riechen die Sprossen komisch oder sind sie schleimig, sollte man sie nicht essen!

Besonders bei Sprossen von Hülsenfrüchten wie Linsen, Erbsen, etc. ist es Pflicht, sie nach der Ernte kurz zu erhitzen. Mungbohnensprossen können ohne Bedenken roh gegessen werden.

Grünsprossen sind im Vergleich zu Keimsprossenunsensibler im Umgang und einfacher bzw. flexibler im Anbau.

 

Mit Keimsprossen holt man sich ganz einfach selbst gezogenes Gemüse auf die Fensterbank – und/oder, ein leckeres Topping für ein Butterbrot oder eine Suppe.

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