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Erwins’s Gartenschule

Der Duft der Provence

Lavendel ist  mittlerweile in fast jedem Haushalt bzw. Garten und Terrasse zu finden. Er  hat in Tirol eine sehr lange Tradition, kommt mittlerweile als "Speik" getarnt schon bis 1200m Seehöhe da und dort wild vor, als  fast schon heimisch.

Der Lavendel ist tatsächlich "everbodys darling", bei wenigen Duftpflanzen ist man  so am Schwärmen wie beim Lavendel.

Lavendel ist aber nicht gleich Lavendel, bezüglich Arten, deren Winterhärte und Pflege gibt es  Unterschiede. Aber eines ist gewiss: Gesunde Lavendelbüsche, die in Tirol  überwintern sollen, brauchen kaum Nährstoffe, ausgenommen Magnesium und vor  allem Kalk! Lavendel wächst in der Provence auf fast reinem Kalkstein, das  sagt schon viel aus.

Lavendel und Rosen?

Ein  klassisch-untrennbares Gespann? Mitnichten. Rosen lieben tiefgründigen, humosen und nährstoffreichen Boden, Lavendel dagegen Kalkboden, den wiederum  Rosen gar nicht gern mögen. Man ist es nur gewöhnt, die beiden vereint zu  pflanzen.

Was braucht Lavendel?

Lavendel braucht  grundsätzlich kalkreichen Boden, also keine saure Erde, verträgt auch keine  Abdeckung mit Rindenmulch, auch wenn es häufig gemacht wird. Besser ist die  Mulchabdeckung mit Quarzsand oder Flusssand.

Lavendel braucht  einen sehr sonnigen Standort ohne große Schatteneinwirkung, gut drainagierten  Boden, keine Staunässe.

Dem Kalkmangel wird  man gerecht, indem man jährlich Magnesiumkalk einstreut, etwa 2 Esslöffel je  Pflanze. Wenn man allgemeinen Gartendünger gibt, wird die Pflanze lang und  weich, oft unansehnlich, lange Blütenstiele.

Rückschnitt des Lavendel

Der beste  Rückschnitt ist jährlich im Spätsommer nach der Blüte. Der volle Duft  entfaltet sich so und anders erst gegen Ende der Blütezeit, wenn man trocknen  will, erntet man vor der Hochblüte, also wenn die meisten Blüten geöffnet  sind, dann am liebsten "umgekehrt" aufhängen an einem lufttrockenen  Ort ("Örtchen"). Das gilt auch für Lavendelsträußchen für den  Kleiderschrank.

Wenn man den  Lavendel jährlich und nicht zu tief hinunterschneidet, dann bleibt er schön  kompakt und rund. Man kann im zeitigen Frühjahr März/April noch einmal  nachschneiden, Hauptschnitt ist aber September (Zweidrittel/Eindrittel-Methode).

Lavendelblüten  verwendet man auch für Süßspeisen (Lavendelzucker), wo man selbst, wenn die  Blüten komplett vertrocknet sind, diese noch verwenden darf und kann.

Verwendung von Lavendel

Viele verwenden  Lavendel dekorativ am Hauseingang als großen, wohlriechenden Eingangsduft,  andere am Balkon, auf der Terrasse, manche sogar als "Bodendecker"  für magere Hänge, als Pflanze im Kiesbeet, solo oder in Gemeinschaft mit  anderen mediterranen Pflanzen wie Salbei und Thymian, Bohnenkraut oder Ysop.

Lavendelpflanzen  sind, in welcher Form auch immer, fast in jedem Garten oder Haushalt  vertreten. Lavendel sind abweisend für Schnecken, was große Vorteile bringt,  werden selbst auch nicht von den schleimigen Plagegeistern angeknabbert.

Lavendel wirkt -  wenn die Pflanze in Vollblüte ist (und nur dann!) - gut gegen Schädlinge wie  Läuse, Milben, vielen Insekten!

Winterharte, weniger winterharte und  frostempfindliche Lavendel-Arten

Lavandula  angustifolia ("Echter Lavendel"), der kurznadelige, grüne oder  graugrüne mit der Hauptsorte Hidcote Blue und den beiden  "zweitwichtigsten" Munstead und Dwarf's Blue. Es gibt nebst blau  auch rosa oder weiß blühende Sorten, die aber von untergeordneter Bedeutung  sind. Es ist die winterhärteste Art, keine Frage. Manche sagen auch  "Schweizer Lavendel" zu den harten Typen, stimmt so nicht ganz, es  gibt aber Schweizer Auslesen. Diese Art ist auch für höhere Lagen geeignet!

Lavandula intermedia  "Provence-Lavendel"

Das ist jener, der  die Riesenfelder in Südfrankreich so schön lila aussehen lässt, bei uns nicht  alle Sorten 100% winterfest. Die Intermedia-Typen sind die  inhaltsstoff-reichsten mit dem typischen, eher stechenden  "Speik-Geruch", ist sehr ertragreich, wird bis zu 1,50m hoch, hat  den 10-fachen Blüten und Inhaltsstoff-ertrag und wird in F Lavandin genannt  und ist am allermeisten "durchzüchtet", weil er auch wirtschaftlich  von großer Bedeutung ist.

Lavandula dentata "Zahnlavendel"

Mit wunderschönen,  meist tief-lila Blumen und grauem, gezahnten Laub. Leider ist der  Zahnlavendel nur zum (Groß-) Teil winterfest, für höhere Lagen nicht  geeignet.

Lavandula lanata

der wollige  Lavendel mit weißer Behaarung, ist weniger nässeempfindlich und ist absolut  winterfest! Ist mal was anderes, wer weißes Laub mag, der Kontrast ist  gegeben, bleibt aber eher kompakter, ist manchmal ja vorteilhaft.

Lavandula stoechas "Schmetterlings- oder  Schopflavendel"

Mit der Heimat  Türkei, welcher nur in Tallagen, und das auch nicht immer, winterfest ist.  Diese Art hatte in den vergangenen Jahren den größten Aufschwung, weil sie  schnell wächst und früh blüht, meist schon im Gewächshaus vorgetrieben im  April. Der Schopflavendel hat ein einzigartiges, eher zimtiges Aroma.

Autor
Erwin Seidemann
Datum
18.5.2020
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Blumen / Blüten
Frost
Duftende Pflanzen
2.4.2021
Pflanzenportrait: Eine elegante Schönheit namens Magnolia

Eine der weitverbreitetsten Ziersträucher, die dennoch nicht „abgedroschen“ ist, jedes Jahr, genau um diese Zeit, versetzt sie durch ihre tolle Blütenpracht und Eleganz ins Staunen und man spürt: jetzt geht`s los mit dem Gartenjahr. Leider hat sie ihre Tücken, oft wird durch Spätfröste, wie er jetzt bevorsteht, der Blütenflor zerstört. Wollen wir hoffen, dass sie noch knospig ist, weil dann übersteht sie den kommenden Kälteeinbruch nächste Woche gut.

Die am weitesten verbreitete und prachtvollste Magnolie ist die Tulpen-Magnolie (Magnolia soulangeana). Sie ist gleichzeitig eine der ältesten Magnolien-Züchtungen überhaupt und entstand um 1820 im Königlichen Gartenbauinstitut Fromont bei Paris. Die Tulpen-Magnolie kann wie die meisten Magnolien mit den Jahren stattliche Ausmaße erreichen – acht bis zehn Meter breite Kronen sind bei rund 50 Jahre alten Pflanzen keine Seltenheit. Die hellrosafarbenen, tulpenförmigen Blüten erscheinen im April vor dem Laubaustrieb in unglaublicher Fülle.

Magnolien sind durch ihre in den Blättern gewonnenen Alkaloide in der TCM-Medizin sehr verbreitet, die Alkaloide helfen bei hohem Blutdruck, Schlafstörungen, Hustenreiz, Magen/Darmproblemen. Die Blüten sind essbar und werden manchmal gebacken angeboten, vor allem die aufgehenden Blüten, sind in China und Japan weitverbreitet.

Standort und Boden

Man gönnt Magnolien im Garten einen Logenplatz in Einzelstellung und kalkuliert unbedingt genügend Standfläche ein, denn viele Arten und Sorten gehen im Alter in die Breite. Je nach Sorte sollte die Krone zu allen Seiten drei bis fünf Meter Platz haben, um sich auszubreiten. In Mitteleuropa bereiten Spätfröste der Blütenpracht der Magnolien leider oft ein jähes Ende – die Blütenblätter verfärben sich dann binnen weniger Tage braun und fallen zu Boden.

Besonders spätfrostgefährdet ist die Tulpen-Magnolie, die meisten anderen Sorten vertragen ein paar Minusgrade, ohne gleich ihre Blütenblätter abzuwerfen. Als besonders frosthart gilt die Stern-Magnolie (Magnolia stellata), insbesondere die Sorte 'Royal Star'. Auch die Blüten der mit rund drei Metern Wuchshöhe und -breite kleinsten Frühlingsmagnolie zeigen die höchste Frosttoleranz, da sie sich oft schon Anfang März öffnen.

Grundsätzlich bevorzugen alle Magnolien einen warmen, vor kalten Winden geschützten Standort. Der Boden sollte gleichmäßig feucht, humusreich und möglichst leichtsauer (kalkfrei) sein. Auf Sandböden ist die Frosthärte im höher als auf feuchten, nährstoffreichen Lehmböden. Letztere sollten daher mit Sand, Kompost und Lauberde verbessert werden.

 

Pflege und Schnitt

Einmal gepflanzt, sorgen Magnolien viele Jahrzehnte lang für überreiche Blütenfülle. Sie werden von Jahr zu Jahr schöner und kommen mit einem Minimum an Pflege aus.

Das Wurzelwerk der Magnolien verläuft sehr flach durch den Oberboden und reagiert empfindlich auf jegliche Art von Bodenbearbeitung. Daher sollte man die Baumscheibe nicht mit der Hacke bearbeiten, sondern einfach mit einer Schicht Rindenmulch abdecken oder mit verträglichen Bodendeckern bepflanzen.

Geeignete Arten sind beispielsweise die Schaumblüte (Tiarella) oder das  Immergrün (Vinca). Im Frühjahr sind Magnolien für ein paar Nährstoffe in Form von organischem Volldünger (zB. Schafwolle oder Hornspäne) und Kompost dankbar. Wenn der Boden in trockenen Sommern trotz Mulchschicht austrocknet, sind zusätzliche Wassergaben wichtig.

Die Magnolien sind eine sehr altertümliche Pflanzengattung. Die ersten Arten sind vor über 100 Millionen Jahren entstanden und damit vermutlich die Ahnen aller heute lebenden Blütenpflanzen. Die Blüten der heutigen Magnolien-Arten sind trotz ihrer Schönheit botanisch immer noch sehr einfach aufgebaut und lassen Rückschlüsse auf das Aussehen der ersten Blütengehölze zu. Ein Grund für das hohe Alter der Pflanzengattung ist sicherlich ihre hohe Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge. Weder Blattpilze noch Schadinsekten rühren die Pflanzen an, so dass Hobbygärtner bei ihren Magnolien auf Pflanzenschutzmaßnahmen verzichten können.

Magnolien sind zwar grundsätzlich schnittverträglich, nach Möglichkeit sollten sie Ihre Magnolien jedoch frei wachsen lassen. Zudem verheilen Schnittwunden bei Magnolien sehr langsam. Im Gegensatz zu Forsythien und vielen anderen Frühlingsblühern vergreisen die Sträucher nicht, sondern bilden mit den Jahren immer mehr Blüten. Man kann Magnolien bei Bedarf mit der Gartenschere etwas auslichten, sollte aber nie versuchen, die Kronen zu verkleinern. Damit zerstört man auf Dauer die malerische Wuchsform, denn die Sträucher reagieren an der Schnittstelle mit starkem Neuaustrieb. Der beste Zeitpunkt für Schnittmaßnahmen ist bei Magnolien der Hochsommer.


Weitere Arten/Sorten


Durch intensive Züchtung – hauptsächlich in Neuseeland und den USA – gibt es bei Magnolien inzwischen eine riesige Sortenvielfalt, die nur langsam Einzug in die Baumschulen hält. Zu den exotischsten Varianten gehören zweifellos die gelben Magnolien („Yulan“), von denen nach und nach immer mehr Sorten auf den Markt kommen.

Aber auch einheitlich purpurrote Züchtungen wie die Sorte 'lilliflora Nigra“ oder „Susan“' gibt es seit Jahren.

Magnolia loeberii Merill ist eine großblumige, schlankwüchsige Sorte mit hellrosa Blüten. Die Kobushimagnolie treibt ebenso wunderbare Blüten im April und ist sommergrün, im Gegensatz zur Magnolia grandiflora, die immergrün, nur bedingtwinterhart in unseren Breiten und von der Blüte zwar hübsch, aber nicht bedeutungsvoll ist, verkörpert aber DEN mediterranen Garten wie eine Säulenzypresse oder Pinie.

Ebenso eine Sommer blühende Sorte ist M. sieboldii, die in weiß wunderbar blüht, durch den üppigen Laubbesatz aber meist zu wenig auffällt.

Ein toller, neuer „Typus“ ist die Hybridmagnolie „Genie“, die dunkelrote, riesige Blüten im April bringt und sogar duftet.

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Frost
Blumen / Blüten
Frühling
26.3.2021
Baldrianblütenextrakt als Wärmegeber

Baldrian kennt man als Wurzel-Auszug ja hinlänglich als Beruhigungs- (nicht Schlaf-) Mittel, als Badezusatz zur Entspannung usw.

Baldrian ist eine winterharte Blütenstaude, sehr hübsch mit den weißen bis zartrosa Blüten, wird 1,50m hoch, hat feste Rhizome (Wurzelstöcke), in deren Wurzelrinde viel Wirkstoff steckt.

Dieser Wirkstoff ist aber nicht jener, der den Pflanzenliebhaber interessiert. Nein, es ist jener, der in der Blüte steckt, das daraus entstehende Extrakt ist ein Wärmegeber, der in vielen Substanzen enthalten ist wie z.B. Wärmegele für Sportler u.v.m.

Daher ist es auch sehr interessant als Schutz gegenüber Frösten bis minus 6°C und das wollen wir näher beschreiben.

 

"Wundermittel “Baldrianblütenextrakt als Schutz gegen Spätfrost

Wenn späte Frostnächte, die in den vergangenen Jahren wieder recht häufig waren (sogar noch im Mai) bevorstehen, hilft Baldrian nicht nur, unsere Nerven zu beruhigen, er ist auch ein ausgezeichneter Frostschutz. Das Extrakt erhöht die Pflanzentemperatur für 12-15 Stunden um 5-6°C, bedeutet Frostschutz in selbigem Minusbereich. Baldrianblüten- Extrakt ist in Apotheken erhältlich, kann aber auch selbst erzeugt werden, so man von den sehr hübsch und bienenfreundlich blühenden Pflanzen ausreichend im Garten hat.

Baldrianblütenextrakt ist ein Wärmegeber und sorgt übrigens auch für starke und gesunde Pflanzen, ein gesundes Bodenleben und fördert die Rotte im Kompost. Daher ist das Wort Frostschutz in dem Zusammenhang nicht ganz korrekt. Viel mehr erhöht es die Pflanzentemperatur für einige Stunden, mobilisiert die pflanzeneigenen Abwehrstoffe und löst Prozesse aus, die Frost kurzfristig überdauern können.

 

So macht man Baldrian-Blütenextrakt selbst: Gut zwei Hände voll Blüten ein paar Tage lang – leicht angefeuchtet - ziehen lassen, anschließend mit dem Mixer pürieren und durch ein Leinentuch pressen. Die Flüssigkeit in einer dunklen Glasflasche kühl aufbewahren, Flasche wegen der einsetzenden Gärung nur zu zwei Drittel füllen. Zur Verwendung 2-3 Tropfen auf 1 Liter handwarmes Wasser gut verrühren. Als Frostschutz am Nachmittag über die Obstbaumblüte bzw. die gefährdeten Pflanzen spritzen. Wichtig: es muss noch hell sein, damit die Pflanze die Flüssigkeit noch gut aufnehmen kann, nächtliche Nach-Spritzungen zeigen keinerlei Wirkung!

Wiederholt sich die Frostnacht darauffolgend, muss das Ganze wiederholt werden.

Klar kann man hier Skepsis an den Tag legen, die Verwendung von Baldrianblüten ist aber hinlänglich getestet und bewährt, es birgt viel altes Wissen und Erfahrungsschatz.

Gartenedition der ORF Nachlese/Hinweis ... Baldrian kennt man als Wurzel-Auszug ja hinlänglich als Beruhigungs- (nicht Schlaf-) Mittel, als Badezusatz zur Entspannung usw.

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Gartenpflege
Bienen
Blumen / Blüten
12.3.2021
Heimisch pflanzen - Weidekätzchen

Heimische Pflanzen sind das bunte Leben und der zentrale Baustein eines jeden Naturgartens. 

Lange Zeit wurden sie in der Gartengestaltung vernachlässigt. Mit dem allgemein steigenden Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein beginnt sich dieses Image langsam zu wandeln.

Ansprechende Gärten – tierisch viel Nutzen

Es gibt unglaublich viele, attraktive und bemerkenswert schöne heimische Pflanzen -  für jede Gartensituation – auch solche, die mit extremen Standorten und den immer häufiger werdenden Klimakapriolen sehr gut zurechtkommen. Der ‚Tupfen auf demi‘:  unsere Tierwelt liebt sie, weil ihre Blüten, Blätter, Samen und Früchte aller feinste Nahrung bieten! Dadurch füllt sich der Garten mit noch mehr Leben. 

Natürliches – ganz ohne Chemie!

Auch das Leben unserer ‚Nützlinge‘ hängt im Wesentlichen vom Vorhandensein heimischer Pflanzen ab! Sie haben sich im Laufe der letzten Jahrtausende gemeinsam entwickelt und aufeinander abgestimmt. Dieses Wissen fördert das Verständnis für das Netzwerk der Natur, denn je größer die Vielfalt an heimischen Pflanzen, desto größer wird die Vielfalt an heimischen Tierarten und desto engmaschiger wird das Netzwerk von ‚Fressen‘ und ‚Gefressen‘ werden. Und je engmaschiger dieses Netzwerk ist, desto schneller kann sich ein natürliches Gleichgewicht einpendeln - ein Regelwerk der Natur - ganz ohne Gift und Chemie!

Das Beste daran: unter den heimischen Gehölzen und Stauden gibt es eine Vielzahl an Heil- und Nutzpflanzen, die sich sowohl in der Küche als auch für die Hausapotheke verwenden lassen! Ein paar Beispiele: Himmelschlüssel als schleimlösendes Heilkraut, Malve zur Linderung von Hustenreiz, Mädesüß gegen Entzündungen und Fieber, Königskerzenblüten als hustenberuhigendes Mittel bei allen Erkältungskrankheiten, Johanniskraut gegen Angst und Depression, Herzgespann gegen hohen Blutdruck und nervösen Herzbeschwerden, Beinwell zur Förderung der Kallus-Bildung bei Brüchen sowie zur Förderung der Wundheilung, uvm.

Heimische Wildpflanzen – Bitte AUCH verwenden!

Heimische Blütenstauden bereichern mit einem besonderen Charme unsere Gärten und machen sie lebendig. Als Faustregel gilt: von einer einzigen heimischen Blütenpflanzen leben mindestens 10 Insektenarten! Während die Exoten oft nur in einer Disziplin gut sind – sind heimische wahre Alleskönner – von der Blüte bis zum Blatt.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es geht nicht darum, nur mehr heimische Pflanzen im Garten zu haben (deshalb auch der Vermerk ‚meistens‘!). Es gibt für den Garten tolle Zuchtformen und Zierpflanzen, auf die man nicht verzichten muss! Wichtig ist eigentlich nur, dass sie im Garten auch vorkommen.

Weidenkätzchen:

Die um diese Zeit wichtigste, bekannteste, heimische Wildpflanze ist das Weidenkätzchen, von dem es unterschiedliche (heimische) Arten gibt. Weiden sind Pionierpflanzen, das bedeutet, sie kommen von Tallagen entlang von Flüssen und Bächen genauso vor wie in höheren Lagen, sie setzen sich überall durch.

Leider ist es eine Unsitte, sich den Osterstrauß in der freien Wildbahn zu besorgen und genau jene Kätzchenweiden zu beernten. Der Pollen jener Weiden, der aus Fetten und Eiweißen besteht, ist so ungemein wichtig für die heimische Insektenwelt, insbesondere für Bienen, die ab 8°C auszufliegen beginnen. Pro Bienenvolk EINE Weide, das wäre ein Ansatz. Die Salweide als bekannteste Weide ist der bevorzugte Pollenspender, welcher gesunde und vitale Bienenvölker garantiert.

Daher sollte man Weiden grundsätzlich erst nach deren Blütezeit im April schneiden.

Bevorzugt sollten Palmkätzchen aus Weidenkulturen von zugelassenen Anbauern bezogen werden und nicht in der freien Natur abgeschnitten.

Weidenstecklinge pflanzen bedeutet auf die Natur zu vertrauen: Entweder man kauft Weiden in heimischen Gärtnereien oder man macht sich seine Stecklinge ohne Probleme und bequem selbst. Die Stecklinge sollten schon etwas braun und verholzt, nicht jung und frisch abgeschnitten und einfach in die feuchte Erde gesteckt werden. Man kann sie aber in einem Wasserglas bewurzeln und dann auspflanzen. All das macht man NACH der Blüte im April/Mai.

Wenn man im eigenen Garten für eine richtig große Kätzchenweide Platz hat, toll, ansonsten kann man kleinwüchsige, veredelte Kätzchenweiden auch im Vorgarten oder in einem Trog pflanzen, auch diese sind den Bienen und Insekten sehr zuträglich.

Weitere Infos findet man auf der Homepage der Tiroler Zeitschrift „Grünes Tirol“/Heimisch pflanzen, hier findet man weitere heimische Pflanzen, ich werde aber fortlaufend wieder mal darüber berichten.

Heimische Pflanzen sind das bunte Leben und der zentrale Baustein eines jeden Naturgartens.

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