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Erwin’s Gartenschule

Eistage und was es hier mit den Pflanzen auf sich hat

Ich möchte auf die aktuelle Wetterlage eingehen: 
Uns stehen die ersten richtigen Eistage des Jahres, eigentlich des gesamten Winters, bevor. Nachttemperaturen auch in Tallagen von bis zu minus 15 Grad C, die Kraft der Sonne reicht nicht für Plusgrade untertags, aber sie ist stark genug.  Dazu kommt die Trockenheit, da Frost dem Boden Feuchtigkeit entzieht.

Für Pflanzen eine spezielle Herausforderung, der sie meist gewachsen sind, aber:  Bei welchen Pflanzen sollte man worauf achten?


Pflanzen, die im Freien überwintern – z.B. im Topf auf der Terrasse – müssen beobachtet werden. Besonders Pflanzen, die bei uns nicht heimisch sind, brauchen „einen Blick mehr“ als heimische.

Wichtig ist, dass die Pflanzen gut eingepackt sind, besonders der Topf, der aus Kunststoff, Holz, Keramik oder Keramikimitat besteht. Schafwollmatte, Noppenfolie muss ihn umgeben, dazu die Holzkeile am Boden, die ihn vom Untergrund etwas fernhalten, sodass Luft durch strömen kann. Unbedingt kontrollieren. Unbedingt den Winterschutz kontrollieren, der über die Pflanzen gespannt wurde, meistens ein Vlies. Speziell Jap. Ahorne, Bambusse, Kirschlorbeer, Kamelien, etc. leiden unter der Wintersonne. Sofort die Gelegenheit ergreifen, wenn es mal Plusgrade bekommt und Schnee über die Erde geben oder eben mit kaltem Wasser einmal gut eingießen.

Föhntage sind für solche Aktionen bestens geeignet.


Pflanzen im Indoorbereich – auch diese „leiden“ mit der Kälte mit! Warum? Je kälter es außen ist, desto stärker muss man heizen und desto trockener wird die Luft in den Räumen. Die Gefahr ist der Befall mit Wollläusen oder Schildläusen.


Kübel-Pflanzen (Zitrus, Fuchsien, Oleander, Margeriten und Co), die auf kalten (frostfreien) Plätzen (Hausgänge, Keller, Dachböden, Garagen mit Fenster) überwintern, sind zu begutachten. 

Warum? Durch die angesprochene Heizung „verschliafn“ besonders viele Schädlinge in Blattachseln, gerade jetzt beginnt der Befall. Was tun? Vorbeugend mit Neem-Öl spritzen, bei starkem Befall helfen oft nur starke Gegenspieler wie Öle (Paraffin, Raps) oder Kräutertees (Rainfarn, Wermut) mit Alkohol in Kombination. 

Unbedingt einmal pro Monat kräftig eingießen, eine Düngung ist nicht notwendig, das beginnt erst ab März.

Zimmerpflanzen wie Gummibäume, Palmen usw. sind besonders gegenüber der viel zu niedrigen Luftfeuchtigkeit empfindlich und daher umso anfälliger gegen Wollläuse. Wichtig ist es, gerade in solch extremen Heizperioden, nur mehr kurz stoßweise zu lüften und die Pflanzen jeden zweiten Tag mit abgestandenem Wasser zu betauen (besprühen), dabei aber nicht den Strahl auf die Pflanze richten, sondern quasi in die Luft sprühen und das Wasser wie einen Schleier über die Pflanzen fallen zu lassen. Einmal pro Monat mit einem (Bio) Dünger flüssig übers Gießwasser düngen, der Verbrauch ist auch im Winter groß, besonders im warmen Wohnzimmer. 

Wichtig ist es auch, wenn abgestorbene Pflanzenteile vorhanden sind, diese jetzt wegzuschneiden, sie stressen zusätzlich. Wir brauchen, gerade in dieser strengen Zeiten, gesundes Grün für bessere Luft und Wohlbefinden.

Das gilt auch für Blütenpflanzen wie Orchideen oder Cyclamen, die jetzt ihre Hochsaison haben, müssen ebenso auf Schädlinge kontrolliert werden, da sie während dieser Zeit besonders attraktiv sind, nicht nur für uns Menschen.

Für Kräuter (Oregano, Rosmarin, Thymus etc.) auf der Fensterbank gilt Ähnliches, sie profitieren in solchen Tagen von der hohen Sonneneinstrahlung und der spürbaren, wenn auch nur leichten Tagesverlängerung. Wichtig ist allerdings, die Kräuter nicht zu düngen, aber dennoch nicht vergessen zu gießen, manchmal brauchen sie im Winter mehr als im Sommer, so komisch das klingt.





Autor
Erwin Seidemann
Datum
8.1.2021
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Frühling
Schneedruck
27.3.2026
Pflanzenschäden durch Spätfröste und Schneedruck

Gerade heuer in diesem doch außergewöhnlichen Winter können Pflanzen schon Schäden aufweisen. Nachwehen von der Jänner Kälte sind jetzt erst richtig sichtbar geworden. Zuerst ein relativ langer Herbst mit milden Temperaturen, dann aber ein extrem kalter Jänner mit Trockenheit, dazwischen Schnee, dann wieder der recht milde Februar, aber eben sehr trocken  und schließlich dann jetzt die Kälte samt Schneefall, vor allem nach dem Austrieb der meisten Pflanzen.  Temperaturschwankungen innerhalb von wenigen Stunden haben den Pflanzen wenig bis keine Vorbereitungszeit gelassen und können zu massiven, zumindest optischen Schäden gekommen. Die eigentlichen Schäden sieht man ohnehin erst im weiteren Verlauf der Wachstumsperiode.

Was kann alles passieren und wie kann man schützend reagieren?

Prinzipiell können sehr viele Pflanzen mit frühem Durchtrieb von Spätfrösten beschädigt werden, vor allem Pflanzen mit früher Blüte wie Marille, Pfirsich, Kirsche, weniger aber Blütenpflanzen wie Zwiebelblüher (Narzissen, Tulpen) und Stiefmütterchen, Gänseblümchen und auch Ziergehölze.

Unter den Baumarten können sogar Walnuss, Buche, Tanne, Fichte, Esche, Lärche Schäden erleiden. Klingt ungewöhnlich, aber nach erfolgtem Durchtrieb sind Temperaturen um die minus 8°C die Grenze für Folgeschäden. Nicht, dass die Pflanzen„eingehen“, aber sie können doch optische Folgeschäden bekommen.

 

Folgeschäden können bis in den Sommer hineinreichen, aber auch noch in die nächsten Wachstumsjahre

Ein Laubbaum, den die Leittriebspitze (Hauptast) abfriert, muss erst einen neuen solchen ausbilden, in dieser Zeit kann die Pflanze  deformieren, verruten, weil sie selbst erst wieder die Orientierung nach einer neuen Mitte (Krone) finden muss.

Eine Marille, die trotz Vliesschutz Blütenfrost erleidet, kann z.B. erst bei der Fruchtausbildung sichtbare Spätfrostschäden sichtbar machen, weil der Fruchtknoten einen Frostschaden erlitten hat, es der Pflanze aber trotzdem nicht 100% geschadet hat.

Blattschäden an Triebspitzen bei Ahorn, Esche, Platane und dgl., die früh austreiben und Spitzenbräune, sogar Schwärze erleiden, sind optisch nicht schön, aber doch kosmetisch zu korrigieren, indem man die Pflanze ausschneidet und so eine Verrutung (Besenwuchs) vermeidet.

 

Schutz gibt es keinen 100%-gien und richtigen:

Frostberegnungen sind bei Obstbäumen, vor allem in Südtirol, aber auch im Oberland, eine gute Methode. Das heißt, man lässt mittels eines Kreisregners Wasser über die Pflanzen verteilen und das ab einer Temperatur von minus 2-3°C. Das Wasser bildet dann einen Schutzpanzer um die Blüten, was ein Vorteil ist. Der Nachteil ist, dass die Anschaffungskosten hoch sind, man Unmengen an sauberen und frischen Leitungswasser braucht, sehr hohe Wassermengen auf den Boden verteilt. Aber auch die Bruchgefahr ist gegeben, wenn das Eis die jungen Triebe nach unten zieht!

Schutz durch Vlies an Hausmauern bei Marillen und anderen Obstspalieren ist absolut zu empfehlen, untertags sollte das „weiße, dünne Gewand“ aber wieder entfernt werden, um es nötigenfalls am Abend wieder darauf zu verspannen. Hat es außen minus 5°C, so hat es unter dem Vlies 0°C. Man kann aber davon ausgehen, dass es an Hausmauern nicht so stark friert, weil das Haus selbst ja auch noch Wärme abstrahlt.

TIPP! Viele haben auch schon den Versuch unternommen mit einer Spritzung mit verdünntem Baldrianblütenextrakt. Das funktioniert tatsächlich, ist seit Jahren bekannt.

 

Was soll man tun, wenn man Frühjahrsblüher vor einer Woche ausgepflanzthat, beispielsweise am Friedhof?

Der Schnee ist zwar einerseits ein gutes Dämmmaterial, andererseits aber dann doch auch Druckvon oben. Blüten können abbrechen, die erste Blüte, zum Beispiel eines Stiefmütterchens, kann Schaden durch Frost erleiden, weil die Pflanzen ja aus den Gewächshäusern der Gärtner kommen.

Auch Primeln, die im Gewächshaus vorgetrieben wurden, können einen leichten Schaden davontragen, die Pflanzen sind jedoch ebenso wie die vorher genannte winterhart und daher treiben sie schnell wieder durch und blühen dann wieder schön weiter.

Eine Abdeckung mit Vlies ist nur dann gut und ratsam, wenn man sich sicher ist, dass es nicht draufschneit, weil sonst durch den Druck darunter alles „zerdrückt“ wird.

 

Was tun, wenn man Terrassenpflanzen bereits ausgepackt hat bei schönem Wetter?

Töpfe braucht man dann natürlich nicht mehr einwickeln, allerdings sehr wohl die oberirdischen, manchmal bereits ausgetriebenen Pflanzenteile.

 

Was tun, wenn man die NICHT winterharten Kübelpflanzen (Oleander undCo.) bereits ins Freie geräumt hat?

Am besten stellt man sie ganz nahe ans Haus an einen halbschattigen Platz und deckt sie fest mit Vlies zu. Das müsste die ärgste Kälte abhalten und der Schnee setzt ihnen am allerwenigsten zu.

Balkonblumen im Allgemeinen haben in Tirol im März und April nur in den seltensten Ausnahmefällen im Freien was verloren, sie sollten unbedingt bis Mai geschützt im Haus stehenbleiben und gepflegt werden!

 

Was tun mit Aussaaten und Auspflanzungen von Gemüse im Hausgarten?

Im Normal fallschützt das Vlies, wie bereits erwähnt, bis zu Temperaturen von minus 5°C, aber im Gegensatz zu anderen Pflanzen, sollte man das Vlies Tag und Nacht auf den Gemüsepflanzen drauf lassen, weil das Vlies zugleich auch wachstumsfördernd ist und das Gemüse oft noch intensiver schmeckt.

 

Was tun, wenn der späte, schwere Schnee auf die Sträucher und Bäume drückt?

Pflanzen, die es stark verbiegen kann, wie zum Beispiel immergrüne Pflanzen (Bambus, Lorbeerkirsche und dgl.) gehören genauso vom schweren, feuchten März/April-Schnee befreit durch Abschütteln, wie zum Beispiel Blütensträucher, die jetzt bereits blühen, wie die Forsythie oder das Pfaffenhütchen.

 

Wobei die Bauern früher immer gesagt haben: Der März-Schnee ist der beste Dung`weil er sehr feucht ist und langsam in den fast schon tiefgründig geöffneten Boden eindringt und langsam und dauerhaft Wasser zuführt, von dem Pflanzen lange zehren könnten.

 

Es schneit auf die ersten Blüten – was ist zu tun?

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Zimmerpflanzen
Büropflanzen
Umtopfen
6.3.2026
Das (w)richtige Umtopfen

Gerade zu Frühlingsbeginn, wenn die Pflanzen sich, genauso wie der Mensch, den wärmeren Tagen entgegensehnen, ist die Zeit reif zum Umtopfen. Der Tag ist dann länger als die Nacht, die Sonneneinstrahlung intensiver, Knospen beginnen zu schwellen, auch überwinterte Balkon- und Kübelpflanzen zeigen Anzeichen zum kräftigen Durchtrieb. Dies ist dann immer ein guter Zeitpunkt.

 

Wann umtopfen?

Den genauen Termin zu definieren, ist schwierig. Es ist natürlich zu früh, wenn der Wurzelballen noch nicht einmal richtig durchwurzelt ist. Es ist prinzipiell nie zu spät, es sei denn, die Wurzel hat den Topf schon gesprengt.

Natürlich spielt die Blütezeit der Pflanze auch eine mitentscheidende Rolle. Manche Pflanzen wie z.B. Azaleen oder Orchideen und andere mehr sollten gleich nach der Abblüte umgetopft werden. Ansonsten sind Feber und März für viele Zimmerpflanzen die idealen Monate.

 

Tipp: Ganz stark durchwurzelte Pflanzen, die nur unter Zerschlagen des Topfes ausgetopft werden können, sind 24 Stunden vorher intensiv zu wässern, damit sich der Ballen vom Topfrand leichter lösen kann und so der Pflanze ein Wurzelschaden erspart bleibt. Immer wieder taucht die Frage auf, ob ein Ton- oder Kunststofftopf der Richtige ist. Beides ist o.k., es ist aber wurzelfreundlicher, wenn man dasselbe Material wie vorher nimmt, damit die Pflanze ähnliche Bedingungen vorfindet.

 

Das wichtigste Organ der Pflanze ist ihre Wurzel. Man prüfe zuerst, ob die Wurzeln intakt sind. Braune und stark „riechende“ sind zu entfernen. Eine sehr anregende Methode ist das vorsichtige Aufrauen des Ballens. Mehr Kenntnis über die Pflanze sollte man beim Abschneiden einzelner Wurzeln haben. Es gibt immer wieder Barbaren, sowohl im Hobby- wie auch im Profibereich.

 

Wichtig!

Man sollte, so gut es geht, die „richtige“ Erde nehmen, was aber nicht bedeutet, dass man für 10 unterschiedliche Pflanzen 10 verschiedene Substrate braucht. Die Erde sollte der Pflanze angepasst werden. Zum Beispiel sollte eine Grünpflanzenerde grob strukturierter sein, da die Pflanze wieder mehrere Jahre darin stehen bleibt. Oder sollte eine Orchideenerde einen hohen Anteil sauer reagierender, grober Rindenteile aufweisen.

 

Wie groß sollte der nächst-größereTopf sein?

Auf keinen Fallzu groß! Ein Viertel, höchstens ein Drittel größer als der bisherige, es sei denn die Pflanze ist schon sehr lange nicht mehr umgetopft worden und hat bereits Ausmaße angenommen, die dem alten Topf bei weitem nicht mehr entsprochen haben.

Beispielsweise sollte von einem 20cm (Durchmesser) in einen 26cm Topf umgetopft werden.

Auch sollte beachtet werden, nicht tiefer einzutopfen als vorher. Oft sind daher Stützhilfen notwendig. Beispielsweise Bambus- oder Moosstäbe sind gute bzw. Pflanzen schonende Materialien.

 

Die richtige „Technik“ bei „kleinen“ Pflanzen:

Die Erde sollte man zuerst auf einem Tisch ausleeren, diese sollte leicht angefeuchtet sein. Man dreht die Pflanze um und schlägt den Topf mit dem Rand auf der Tischkante auf, zieht dies dann vorsichtig heraus, so dass keine Wurzeln zu Schaden kommen. Dann füllt man den neuen Topfzu einem Drittel mit Erde auf, gibt den Wurzelballen hinein und schüttet Erde hinein, bis der Topf übervoll ist.

Dann stößt man den neuen Topf samt Pflanze mehrere Mal auf, damit sich die Erde setzt. Dann drückt man sanft die Erde solange an und streift den Überhang ab, bis sich ein so genannter Giessrand gebildet hat. Dann sollte man die Erde erstmals kräftig gießen, damit sich alle Poren und der Ton, der sich in der Erde befindet mit Wasser ansaugt, sodass die Erde in weiterer Folge nicht mehr ganz austrocknen kann.

 

Die richtige „Technik“ bei „großen“ Pflanzen:

Hier kann es passieren, dass man den alten Topf zerschlagen muss, um ihn herunter zu kriegen. Dabei gilt es ebenso wie bei kleineren Objekten, mit der Wurzel schonend umzugehen. Gegebenfalls kann man die Wurzelaußenschicht ruhig etwas aufklopfen oder auch aufrauen, wie beschrieben.

Am besten gibt man unten eine Topfscherbe auf die Bodenöffnung, danach eine dünne Drainageschicht drauf, damit das Wasser gut abrinnen kann, dann die entsprechende Erde um den Wurzelballen herum.

Danach gilt dasselbe wie bei kleineren Pflanzen, nur, dass man hier oft zu zweit sein muss, um die Arbeit gut zu verrichten.

Welche Pflanzen kann (soll / muss) ich im Laufe des Spätwinters und Frühjahrs mit gutem Gewissen umtopfen?

Die meisten Zimmer-Grünpflanzen wie Palmen, Ficus und dgl. ebenso wie die meisten Kübelpflanzen, die im Sommer auf der Terrasse stehen wie Oleander, Lantanen, Fuchsien, Pelargonien und dgl. mehr. Weitere Blühpflanzen sollte ja am besten nach der Blütezeit, also am Beginn oder am Ende ihrer Ruhephase umgetopft werden, um sie nicht zusätzlich zu stressen.

Unnötigen Stress sollte man Pflanzen natürlich nicht bereiten, aber gerade ein Umtopfen kann manchmal mit Rückschnitt und Reinigung verbunden werden, sodass dies oft einen starken Wachstumsschub für die Pflanzen ergeben kann.

Gerade zu Frühlingsbeginn, wenn die Pflanzen sich genauso wie der Mensch den wärmeren Tagen entgegensehnen, ist die Zeit reif zum Umtopfen.

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Zimmerpflanzen
13.2.2026
Relative Luftfeuchtigkeit für Pflanzen

Die Luftfeuchtigkeit ist ein wichtiger Faktor für einen gesunden Wuchs und ein frisches, vitales Aussehen unserer Zimmerpflanzen. Glücklicherweise lässt sich die relative Luftfeuchtigkeit einfach messen, die Erhöhung dieser Luftfeuchtigkeit, falls Bedarf besteht, ist jedoch schon etwas schwieriger. Die Luftfeuchtigkeit ergibt sich aus dem relativen Wasserdampfgehalt in der Luft. Diese ist unabhängig von dem Feuchtigkeitsgehalt der Erde im Topf.

 

Feuchtigkeitsverlust durch Verdunstung

Pflanzen verdunsten Feuchtigkeit durch Spaltöffnungen. Alle Blätter einer Pflanze besitzen zahlreiche, winzige Spaltöffnungen, Stomata genannt. Durch diese Stomata kann die Pflanze lebenswichtige Gase aus der Luft aufnehmen. Wenn sich die Stomata ausweiten, um Kohlendioxid aufzunehmen, verlieren die Blätter gleichzeitig durch Verdunstung Wasser.

 

Hohe Luftfeuchtigkeit

Je höher die Luftfeuchtigkeit in der Umgebung der Pflanze ist, desto geringer ist der Wasserverlust der Pflanze durch Verdunstung. Im Winter ist die Luftfeuchtigkeit in Räumen meist niedriger als im Sommer.

Aus diesem Grund müssen empfindlichere Pflanzen während des Winters öfter mit zimmerwarmem, kalkarmem Wasser eingesprüht werden. Sukkulenten, wie z.B. Kakteen kommen auch mit einer niedrigen Luftfeuchtigkeit gut zurecht.

 

Niedrige Luftfeuchtigkeit

Je niedriger die Luftfeuchtigkeit in der Umgebung der Pflanze ist, umso größer ist dieGefahr, dass die Blätter der Pflanze durch eine zu starke Verdunstung austrocknen und einzuschrumpfen beginnen. Eine zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit geeignete Maßnahme besteht darin, das Mikroklima rund um die Pflanze zu erhöhen. Hierfür eignen sich flache, mit Kieselsteinen und Wasser aufgefüllte Schalen die man unter die Pflanzgefäße stellt. Man muss bei dieser Methode darauf achten, dass der Wasserspiegel etwas niedriger als die Oberkante der Kieselsteinen liegt, unsere Zimmerpflanzen sollen ja kein Fußbad nehmen.

 

Die Luftfeuchtigkeit

0% relative Luftfeuchtigkeit ist absolut trockene Luft. 100% relative Luftfeuchtigkeit entspricht einer mit Wasserdampf gesättigten Luft. Dichte Nebelschwaden können 100% relative Luftfeuchtigkeit enthalten, die Luft ist dann so mit Wasserdampf gesättigt, dass man kleine Wasser Tröpfchen erkennen kann.

 

Das Hygrometer gehört zur Grundausstattung

Um die relative Luftfeuchtigkeit in der Wohnung messen zu können, sollte jeder Pflanzenfreund ein Hygrometer zur Hand haben. Im Gartenhandel und in Baumärkten findet man gute Modelle, oft in Kombination mit einem Thermometer. Etwa 60% relative Luftfeuchtigkeit sind ein guter Mittelwert.

Die meisten unserer Zimmerpflanzen, auch die meisten Kakteen, benötigen eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 40%. Fast alle Gattungen und Arten, die aus dem tropischen oder subtropischen Regenwald stammen,benötigen jedoch wesentlich feuchtere Luft. Ein mittlerer, von fast allen Pflanzen gut vertragener Richtwert liegt bei etwa 60% relativer Luftfeuchtigkeit.

 

Vertrocknete Blattspitzen sind einIndikator

Kultiviert man eine Zimmerpflanze bei zu geringer Luftfeuchtigkeit, welken die Blätter der Pflanze schnell und sie muss öfter gegossen werden. Den erhöhten Verdunstungsverlust bei zu trockener Luft versucht die Pflanze durch eine stärkere Wasseraufnahme auszugleichen. Besonders bei Pflanzen mit langen, schmalen Blättern, z. B. Elefantenfuß, Grünlilien oder Palmen sind vertrocknete Blattspitzen meist ein Zeichen von zu geringer Luftfeuchtigkeit.

 

Grundregel für die Luftfeuchtigkeit

Als Grundregel kann man folgendes beachten: Je zarter und dünner das Blatt einer Pflanze ist, umso höher muss die relative Luftfeuchtigkeit in der Umgebung sein. Dickfleischige, ledrige Blätter vertragen meist auch trockene Luft ohne das die Pflanze Schaden nimmt. Wichtig ist besonders während der Heizperiode und bei Pflanzen, die in unmittelbarer Nähe stark sonnenbestrahlter Fenster stehen, für eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit zu sorgen.

 

Erhöhung der Luftfeuchtigkeit

Die Wasserdampfmenge, die in der Luft enthalten sein muss, damit diese eine bestimmte relative Luftfeuchtigkeit aufweist, steigt zusammen mit derTemperatur. Bei gleicher relativer Luftfeuchtigkeit muss Luft von  20 °C etwa doppelt so viel Wasserdampf enthalten wie Luft mit einer Temperatur vonbei 10 °C.

 

In Gewächshäusern spritzt man an heißen Tagen den Boden mit Wasser ab, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Da dies in unseren Wohnungen jedoch nicht möglich ist, verwenden wir andere Methoden, die den gleichen Zweck erfüllen. In der Umgebung unserer Zimmerpflanzen kann man Wasser fein zerstäuben; das sollte man einmal am Tag und möglichst am Vormittag machen, spätestens wenn die Heizkörper oder Sonnenstrahlen beginnen, das Zimmer aufzuwärmen. Diese Methode hat leider den Nachteil, dass sie nur recht kurzfristig wirkt.

 

Schalen mit Kieselsteinen und Wasser

Günstiger ist es durch eine geeignete Vorrichtung für ständige Wasserverdunstung im näheren Bereich der Pflanze zu sorgen. Eine Möglichkeit ist, kleine Kieselsteine oder Splitt in eine flache, wasserdichte Schale oder einem Untersetzer etwa 10 cm hoch aufzuschichten. Die Schale wird regelmäßig mit Wasser gefüllt, der Topf der Zimmerpflanze steht auf diesem Kiesbett ohne direkt mit dem Wasser in Kontakt zu kommen. Die Kieselsteine sollten einen Durchmesser von etwa 1 cm haben, inden Behälter kommt nur so viel Wasser, dass die Steine nicht bedeckt sind. Diese Einrichtung dient nur zur Wasserverdampfung und zur Erhöhung der relativen Luftfeuchtigkeit in der direkten Umgebung der Pflanze, Für die Bewässerung der Erde in den Töpfen von unten durch das Wasserabzugsloch ist diese Methode nicht geeignet. Eine gute Wirkung erreicht man, wenn der Durchmesser der Schale in etwa der Ausladung der Pflanzen entspricht. Auf diese Weise werden alle Blätter der Pflanze durch den aufsteigenden Wasserdampf mit Feuchtigkeit versorgt.

 

Die Luftfeuchtigkeit ist ein wichtiger Faktor für einen gesunden Wuchs und ein frisches, vitales Aussehen unserer Zimmerpflanzen. Glücklicherweise lässt sich die relative Luftfeuchtigkeit einfach messen, die Erhöhung dieser Luftfeuchtigkeit, falls Bedarf besteht, ist jedoch schon etwas schwieriger.

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