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Erwin’s Gartenschule

Frühbeet – altmodisch oder neu entdeckt?

Seit dem Hochbeet-Hipe scheint es, als ob auch Beete, die Gemüsearten zum Verfrühen bringen – sogenannte Frühbeete – ebenso eine Renaissance. Es ist so simpel und kann wirklich viel Freude und Ertrag bringen, je nach Lage und Ausführung, Wetter und Anstrengung.

Vorteile eines Frühbeets

Mit einem Frühbeet dauert das Gartenjahr fast 365 Tage.

Es kann bereits im zeitigen Frühjahr zur Vorkultur von verschiedenen Gemüsearten genutzt werden, eignet sich aber auch zur Dauerkultur von Obst (Erdbeeren) und Gemüse (Kohlarten, Pflücksalat, Vogerlsalat etc.). Es bringt selbst im Winter Erträge ein – können darin doch zum Beispiel Wintersalate angebaut werden. Zudem sind diese niedrigen „Miniatur-Gewächshäuser“ in der Regel sehr einfach herzustellen, dazu kostengünstig und finden auch in kleineren Gärten Platz. Je nach Modell können sie problemlos versetzt oder abgebaut und vorübergehend verstaut werden.

 

Frühbeet-Modelle

Für welches Modell man sich letztendlich entscheidet, ist abhängig davon, wofür man das Frühbeet verwenden will und wieviel Platz vorhanden ist. Frühbeete aus Holz haben den Vorteil, dass man sie nach der Anzucht-Saison einfach abbauen und bis zum nächsten Frühjahr im trockenen lagern kann. Massive Frühbeete, beispielsweise aus Mauersteinen, halten zwar viel länger, aber ihr Standort will wohl überlegt sein. Sie lassen sich nicht so ohne weiteres versetzen.

 

Bausatz oder Eigenbau?

Bausätze, aus denen sich ein Frühbeet rasch aufbauen lässt, werden mittlerweile so preiswert angeboten, dass die früher üblichen Eigenkonstruktionen immer seltener zu finden sind. Wer jedoch ein stabiles Frühbeet aus einem kräftigen Holzrahmen vorzieht, weil es zum Beispiel im Garten weniger aufdringlich wirkt, bleibt beim Selbstbau.

Die einfachste Variante besteht wie gesagt aus einem flachen Holzrahmen, der zu einer der beiden längeren Seiten nach unten hin abgeschrägt ist. Mit dieser Seite wird das Frühbeet beim Aufstellen nach Süden ausgerichtet. Als Abdeckung dient ebenfalls ein Holzrahmen. Er wird mit robuster, transparenter Folie bespannt und mit Scharnieren an der hinteren, höheren Holzwand befestigt. Etwas teurer ist ein Deckel aus Polycarbonat-Stegdoppelplatten. Die Anschaffung lohnt trotzdem, da diese wesentlich robuster sind und besser gegen Kälte isolieren. Wie beim Gewächshaus kann zwar die Wärmestrahlung in das Frühbeet eindringen, die von der Erde abgestrahlte Wärme wird aber rein durch die Abdeckung im Frühbeet festgehalten.

Materialien und Maße

Für ein Standard-Frühbeet eignet sich mindestens 20 Millimeter starkes Fichtenholz sehr gut. Besser noch ist fäulnisbeständigeres Holz wie beispielsweise Lärche oder gar Zirbe.

In jedem Fall sollte es vorab mit einem pflanzenverträglichen, aber natürlichem Holzschutzmittel behandelt werden. Die Höhe des Holzrahmens sollte je nach Verwendungszweck vorne mindestens 35 Zentimeter, hinten 50 Zentimeter betragen. Wenn das Frühbeet nicht nur für die Jungpflanzenanzucht verwendet wird, kann der Rahmen auch noch höher sein. Die schräge Form ermöglicht eine bessere Lichtausnutzung.

Die Tiefe des Frühbeets sollte einen Meter (lieber eben nur 35-40 cm) nicht überschreiten, damit man von vorne auch noch an die hinteren Pflanzen herankommt. Die Länge kann individuell gewählt werden. Ein Längenmaß von 1,5 bis 2 Meter bietet immerhin 1,5 bis 2 Quadratmeter Anbaufläche. Für die ersten Salate und Radieschen genügt das schon.

Der optimale Standort

Frühbeete funktionieren im Grunde wie Miniatur-Gewächshäuser. Die Wärme entsteht entweder über eine Naturheizung (Mistpackungen) beziehungsweise über das eingefangene Licht. Frühbeete sollten im Garten also immer an einem sonnigen Platz stehen. So können sie das noch schwache Licht zu Beginn der Gartensaison bereits voll ausnutzen und auch im Winter noch von der natürlichen Sonneneinstrahlung profitieren.

Naturheizung für das Frühbeet

Wer besonders früh aussäen will, kann sein Frühbeet mit einer Art „Naturheizung“ ausstatten. Dazu wird der Boden im Beet etwa 40 Zentimeter tief ausgehoben und anschließend eine etwa 20 Zentimeter hohe Schicht Pferdemist eingefüllt. Wenn es sich um reinen Pferdemist ohne Stalleinstreu handelt, sollte man ihn zuvor im Verhältnis von etwa 1:1 mit Stroh oder Laub mischen. Diese Schicht deckt man mit einer ebenfalls 20 Zentimeter hohen Schicht Gartenerde ab, die vorher mit etwas Pflanzerde oder Kompost angereichert wurde. Die Mikroorganismen beginnen umgehend mit der Zersetzung des stickstoffreichen Pferdemists und entwickeln dabei Kohlendioxid und Wärme. Beides dringt durch die obere Bodenschicht und bietet den ausgesäten Jungpflanzen optimale Bedingungen zum Keimen und Wachsen – selbst wenn draußen noch Schnee liegt.

Bis die obere Bodenschicht nach dem Einfüllen des Pferdemists gut durchgewärmt ist, vergeht etwa eine Woche – danach kann man mit der Aussaat beginnen.

 

Schon zeitig reift das erste Frühgemüse heran, mindestens vier Wochen früher als im Freiland. Bevorzugt pflanzt man darin Salat, Spinat, Kohlrabi, Radieschen und Kräuter. Mit einem Frühbeet beginnt die Gartensaison je nach Region und Witterung bereits normalerweise im Februar, spätestens aber im März.

Es können erste frostempfindliche Jungpflanzen vorgezogen werden, um dann später im Gemüse- oder auch im Blumenbeet ausgepflanzt zu werden.

Im Sommer lässt sich das Frühbeet für die Kultur von Paprika, Melanzani, Gurken, Zucchini oder sogar Melonen nutzen. Im Winter wachsen dort dann die Wintergemüsearten wie beschrieben.

Viele Gartenbesitzer nutzen ihr Frühbeet auch für die Aufzucht von Sommer-Gemüse-Arten mit langer Kulturdauer, die nach der Aussaat noch einmal pikiert und ins Gartenbeet umgesetzt werden. Dazu zählen zum Beispiel Tomaten, Gurken, Paprika und alle Arten von Kohl.

Autor
Erwin Seidemann
Datum
18.2.2022
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Gemüsepflanzen
29.4.2022
Gurkenvielfalt – Genuß und Anspruch

Gurken stammen aus Indien und werden bereits seit über 3000 Jahren angebaut und genossen. Sie ist sehr frost- und kälteempfindlich als Pflanze und natürlich bei uns nicht winterfest!


Man kann Gurken aus Saatgut ziehen, das passiert im April, man kann sie aber im Fachhandel kaufen und sich die warmen Bedingungen der Vorkultur sparen. Allesamt sind sie Kürbisgewächse. Daher gibt es unzählige Formen und Arten die dementsprechend mehr oder weniger stark wüchsig sind.

Eine mittlerweile gebräuchliche Vermehrungsform an Gurken ist das Veredeln! Das macht man nicht selbst, sondern kauft die bereits veredelten Pflanzen, die einen Wildkürbis als Unterlage haben. Diese veredelten Exemplare sind widerstandsfähiger gegen Wurzelkrankheiten als reine, aus Saatgut vermehrte Gurkenpflanzen. Gefürchtet ist vor allem die Welkekrankheit Fusarium. 

Veredelte Gurken werden so eingepflanzt, dass die Veredelungsstelle wenige Zentimeter über dem Boden liegt.


Alternativ können Gurken auch selbst aus Saatgut vorgezogen werden. Damit die Keimung gelingt, sollte die Umgebungstemperatur mindestens 20 Grad Celsius betragen. Die gekeimten Pflänzchen stehen später gern etwas kühler bei 13-15°Grad Celsius. Achtung: Temperaturen unter zehn Grad Celsius mögen Gurken nicht. Wenn es etwa ab Mitte Mai warm genug ist und die Gurken Pflänzchen schon zwei Laubblätter ausgebildet haben, dürfen sie ins Freiland.

Moderne Hybridsorten bilden Früchte, ohne dass zuvor eine Bestäubung erfolgt ist (Jungfernfrüchtigkeit). Bei älteren Sorten wachsen männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze. Für die Bestäubung dieser einhäusigen Gurken braucht es unbedingt Insekten.


Der richtige Standort für Gurken

Gurken sind Starkzehrer und stellen daher recht hohe Ansprüche an Nährstoffversorgung, Wärme und Feuchtigkeit. Ein warmer, sonniger und windgeschützter Standort ist ideal. 

Man kann Gurken entweder über den Boden (selten) ranken oder an einem Gestell in die Höhe wachsen lassen. Letzteres ist sehr zu empfehlen, weil es zum einen Krankheiten vorbeugt. Zum anderen wachsen die Früchte schöner und sind auch leichter zu ernten.


Beim Pflücken gilt: 

Die Gurken sollten vorsichtig mit einer sauberen Schere oder einem Messer abgeschnitten werden, um die Pflanze vor Verletzungen zu schützen.

Mittlerweile werden Gurken aber in Trögen oder Hochbeeten gezogen, lediglich Freiland taugliche Arten wie Feldgurken wachsen im offenen Gemüsebeet gut!


Gurken sind, wie erwähnt, Starkzehrer, haben aber salzempfindliche Wurzeln. Als Nährstoffversorgung ist organische Langzeitdünge wie Schafwolle oder Hornspäne, Gesteinsmehl oder reifen Kompost empfehlenswert. Wird ein organischer Langzeitdünger verwendet, kann eine Gabe im Frühjahr schon ausreichend sein. Bei anderen Düngern sollte vorher die nötige Menge nach dem darin enthaltenen Stickstoffgehalt berechnet werden, um eine Überdüngung zu vermeiden.

Gurken lieben es weder zu trocken noch zu nass und auch kaltes Wasser vertragen sie nicht besonders gut. Die  Flachwurzler sollten nicht punktuell, sondern flächig mit handwarmem Wasser gegossen werden. 

Damit die Pflanzen tiefer wurzeln, sollte die ersten beiden Wochen nach der Pflanzung etwas zurückhaltender gegossen werden. Auch die Abdeckung des Bodens mit Stroh oder Mulch ist günstig für das Pflanzenwachstum. Ebenso geeignet ist schwarzer, wasserdurchlässiger Vlies. Dieser dient nicht nur als Verdunstungsschutz, die Erde darunter heizt sich auf, was die Gurkenwurzeln freut. Außerdem werden durch Mulch und Vlies störende Unkräuter im Zaum gehalten


Generell wird, je nach Verwendung, zwischen folgenden Sorten unterschieden (ein kleiner Auszug!) :

  • Trauben- oder Einlegegurken
  • Salatgurken
  • Schlangengurken
  • Minigurken: Snackgurken; mit Schale essen
  • Zitronengurke: Frischverzehr; leicht sauer, erfrischend, 12cm lang, gelb!
  • Stachelgurke Kiwano(erinnert an Melone, Kiwi, Banane vom Geschmack); frisch verzehren
  • Scheibengurke (Inkagurke): junge Gurke zum Rohverzehr, später zum Füllen mit asiatischen Gerichten
  • Melothria-Minigurke: Frischverzehr, ebenso mit Schale essen
  • Schwammgurke Luffa: wird als Schwammersatz durch skelettartige Struktur, nicht zum Verzehr geeignet


Gurken stammen aus Indien und werden bereits seit über 3000 Jahren angebaut und genossen. Sie ist sehr frost- und kälteempfindlich als Pflanze und natürlich bei uns nicht winterfest!

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Gewürze
Aussaat
8.4.2022
Oregano und Majoran – zwei Unverzichtbare

Majoran

Der Majoran (oder nach ihrem häufigsten Verwendungszweck: Wurstkraut, Bratlkraut, Kuttelkraut benannt) gehört zur Familie der Lippenblütler und stammt aus Kleinasien, aber auch aus dem Mittelmeergebiet und ist frostempfindlich. Er wächst an sonnigen und warmen Standorten, in geschützter Lage. Der echte Majoran ist ein zartes, buschiges, ausdauerndes, mehrjähriges (im HAUS zu überwintern), bei uns aber nicht frosthartes Kraut. Die Blätter des 25 bis 50 Zentimeter hohen Gewächses sind klein, oval und fein behaart. Die Ernte sollte vor der Blütezeit (Juni bis September) folgen. Zum Trocknen werden die ganzen Stängel, samt Blüte und Knospen, geerntet. Frisch werden lediglich die Blätter verwendet.

Ausgesät wird Majoran ab April im warmen, hellen Raum oder ab Mai direkt ins Freie. Er liebt kalkhaltigen, nährstoffreichen Boden und volle Sonne!

Verwendung: Im Geschmack hat Majoran eine gewisse Ähnlichkeit mit Oregano, das ebenfalls aus der gleichen Familie stammt, ist aber wesentlich lieblicher. Die Blätter werden frisch oder getrocknet zum Würzen von Kartoffelgerichten, Suppen (Kartoffelsuppe), Soßen, Würsten, Eintöpfen, Hackfleisch, Hülsenfrüchten, Schweinsbraten und Lamm verwendet.

Majoran als Heilkraut

Majoran-Tee wirkt beruhigend auf das Nervensystem, hilft bei Asthma, regt den Appetit an und fördert die Bildung von Magensäften. Zudem fördert er die Milchbildung bei Stillenden. Die aus Majoran gewonnene Salbe, wird gegen Blähungen und Schnupfen bei Säuglingen verwendet. Auch bei Gelenkschmerzen, Nervenschmerzen, Verrenkungen und Wunden, wirkt die Salbe heilend.

Majoran als Tee gegen Ameisen: wer wirklich zu viel Majoran im Garten hat, kann diesen abschneiden. 100 Gramm frisches Kraut mit 1 Liter heißem Wasser überbrühen, 1:3 verdünnt gegen Ameisen, da ist aber Thymian und Salbei genauso wirksam, daher den Majoran eher besser trocknen…..

Oregano

Der (das) Oregano leitet sich vom Griechischen ab („Oros“ = Berg und „Ganos“ = Schmuck, Glanz) und bedeute so viel wie Schmuck der Berge. Der am häufigsten verwendete deutsche Name ist DOST oder Wilder Majoran . Er stammt aus dem Mittelmeerraum, wird heute aber weltweit in warmen und gemäßigten Breiten angebaut und genutzt. Es bevorzugt trockene und sonnige Standorte und ist winterhart. In freier Natur wächst Oregano, auch als „Wilder Majoran“ bekannt, auf trockenen Wiesen, an Waldesrändern und Böschungen mit kalkhaltigem Grund. Beim Wilden Majoran handelt es sich um eine mehrjährige krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von bis zu 70 Zentimeter erreichen kann und wunderschön blüht, häufig sogar als Schnittblume und Beiwerk in Blumengeschäften angeboten, hält ausgezeichnet, gibt dem Strauß einen ursprünglichen und romantischen Charakter.

Angebaut wird das winterharte Kraut im Spätsommer (Ernte der Samen), aber auch mit Vorliebe wird der Stock im Herbst geteilt, das Aroma verstärkt sich in den Folgejahren wieder mehr, was sonst verebben würde. Auch Stecklinge können entnommen werden. Kalkreiche, warme, fruchtbare Böden sind dem Oregano eigen!

Verwendung: Zum Trocknen werden die Stängel abgeschnitten und in einem dunklen Zimmer aufgehängt. Nach dem Trocknen werden die Blätter einfach vom Stängel abgestreift und trocken gelagert. Das Aroma bleibt auch im getrockneten Zustand lange erhalten. Oregano ist ein traditionelles und wichtiges Gewürz in der italienischen und spanischen Küche und auch in der griechischen und türkischen Küche ist es sehr beliebt.

Es ist das klassische Pizzagewürz und bestimmt, zusammen mit Basilikum, den Charakter vieler italienischer Gerichte wie Pasta asciutta, Tomatensauce, Gebratenes Gemüse, Gegrilltes Fleisch, Nudelgerichte, Fleisch- und Gemüseeintöpfe oder Salate.

Oregano als Heilkraut:

Die Pflanze diente zur Heilung von Hämorrhoiden und zur Geburtsbeschleunigung. Das Gewürz ist appetitanregend und hat verdauungsfördernde Wirkung. Weiteres wirkt es gegen Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen. Als Tee ist Oregano heilsam gegen Husten und Atemwegserkrankungen. Weiteres findet das Oregano Öl (es enthält einen hohen Anteil an Phenolen) in der Aromatherapie eine verbreitete Anwendung. Es gilt als einer der stärksten natürlichen Antibiotika überhaupt und tötet Bakterien ab. Weiteres wurde dessen positive Wirkung bei Verdauungsbeschwerden, sowie Erkrankungen der Atemwege festgestellt.

Oregano produziert üppige Büsche und kann auch gut als Tee gegen Schädlinge verwendet werden! 100 Gramm frisches Kraut mit 1 Liter heißem Wasser überbrüht, 1:3 verdünnt sehr gut gegen Schildläuse!!! Sollte man im Hinterkopf haben, bevor mal alles kompostiert, was man nicht mehr trocknen und verwenden will.

Oregano-Vielfalt:

Der heimische Oregano (Dost) mit der schönsten Blüten, wird 50-60cm hoch, ist mild pfeffrig im Geschmack, winterhart und kann überall in der Küche angewendet werden.

Der arabische (syrische) Oregano ist der intensivste im Geschmack, ist DAS Pizzagewürz der Türken und Italiener, wird häufig als „Zatar“ oder „Hot and Spicy“ angeboten! Er hat weißlich, filzig behaarte Blätter und ist auch winterhart.

Der Kreta-Dost wächst bei uns langsamer, ist milder und DER Oregano für Tees!

Der Griechen-Oregano ist durch seine roten Stiele bekannt und ist etwas milder als der syrische, aber immer noch intensiv herb bis pfeffrig und super für Pizza und Pasta!

Der mexikanische Oregano schmeckt und riecht wie Oregano, wird wie solcher verwendet, schaut aber ganz anders aus und ist eigentlich auch ein Eisenkraut….Falls einem das mal unterkommt

Der Majoran (oder nach ihrem häufigsten Verwendungszweck: Wurstkraut, Bratlkraut, Kuttelkraut benannt) gehört zur Familie der Lippenblütler und stammt aus Kleinasien

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Gemüsepflanzen
Kräuter
Gewürze
25.2.2022
Rucola – Gemüse? Gesundes Kräutlein? Gewürz?

Egal ob auf Pizza, im Pesto oder als Salat – Rucola erfreut sich großer Beliebtheit. Der dunkelgrüne Blattsalat mit dem würzigen Geschmack ist aber nicht nur markanter Bestandteil vieler Rezepte, sondern auch gesund.

Was ist Rucola?

Unter dem italienischen Namen Rucola oder dem deutschen Namen Rauke (Rukola – neue Schreibweise!) werden unterschiedliche Arten von Kreuzblütengewächsen zusammengefasst:

Schmalblättriger Doppelsame (Diplotaxis tenuifolia):

wird auch als Wilde Rauke bezeichnet. Diese wird am häufigsten angeboten! Die Blätter sind klein, schmal, gezahnt und schmecken intensiv. Sie ist zweijährig, das heißt sie überwintert einmal GUT, dann verliert sie an Geschmack und Würzigkeit und ist nimmer schön. Blütezeit Mai bis September.

Garten-Senfrauke (Eruca sativa):

Sie hat größere Blätter, die vor allem zum Blattende hin auseinander gehen. Aus den Samen wird auch Öl gewonnen. Sie ist voll winterhart und wird, wenn man nicht erntet 50cm hoch und „pletschig“

Mauer-Doppelsame (Heimische Wildform einer Diplotaxis):

Die Blätter sind schmaler und kleiner. Sie wird auch Acker-Doppelrauke genannt, kommt am Wegesrand vor, schmeckt scharf, hat aber wenig Ertrag und ist nicht gartentauglich. Wilder Rucola wächst vor allem in Italien, Frankreich und Griechenland. Man findet Rucola dort aber genauso als Kulturpflanze.

Wie gesund ist Rucola?

Wie die meisten anderen Kreuzblütengewächse (wie beispielsweise Kohl) enthält Rucola sehr viele Nährstoffe, insbesondere im Vergleich zu anderen Salaten. Zudem kommt Rucola auf nur etwa 28 Kalorien pro 100 Gramm. Rucola enthält vor allem Antioxidantien (schützen vor sogenannten "freien Radikalen"), Magnesium, Vitamin E, Kalzium, Kalium und Senfölglucoside (entzündungshemmend).

Nachteil: Rucola kann vor allem im Winter Nitrat aus dem Boden anreichern, weshalb der Salat nicht uneingeschränkt als gesund gilt.

Wann ist Rucola „ungesund“?

Grundsätzlich ist Rucola nicht giftig, sondern gesund. Häufig enthält er jedoch recht hohe Mengen an Nitrat. Dieses entsteht, wenn Mikroorganismen beispielsweise Dünger im Boden zersetzen. Der Rucola nimmt Nitrat über seine Wurzeln auf und speichert es. Ein Mensch mit 80kg Körpergewicht sollte nicht mehr als 50g Rucola/Tag essen.

Dies kann aber auch in unterschiedlichen Konzentrationen bei anderen Blattsalaten der Fall sein. Salate sind besonders betroffen, da Nitrat vor allem in den Blättern und Stielen einer Pflanze gespeichert wird. Bio-Rucola ist aufgrund anderer Stickstoffaufnahme weniger Nitrat-trächtig!

Prinzipiell ist Nitrat nicht ungesund. Jedoch kann es beispielsweise durch den Kontakt mit Bakterien in Mund oder Magen zum Teil zu Nitrit umgewandelt werden. Nitrit nimmt Einfluss auf den Blutfarbstoff Hämoglobin.

Je nach Art des Anbaus (konventionell oder ökologisch) kann Rucola zudem, wie andere Lebensmittel auch, unterschiedlich stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet sein.

Worauf sollte man beim Kauf von Rucola achten?

Wichtig ist zum einen die Farbe der Blätter. Sie sollten keine braunen Ränder oder gelbe Flecken aufweisen, sondern noch völlig grün sein. Auch wenn die Blätter welk wirken, ist der Salat nicht mehr saftig und frisch. Die Größe der Blätter gibt Aufschluss über den Geschmack: Je größer die Blätter, desto intensiver ist er. Große Blätter schmecken beim Rucola deshalb oft etwas bitter.

Wie bewahrt man Rucola auf?

Am besten sollten Sie Rucola nach dem Kauf direkt verwenden und nicht lange aufbewahren. Wollen Sie Rucola lagern, dann idealerweise im Kühlschrank, denn so hält er sich am längsten. Eingewickelt in feuchtes Küchenpapier bleibt er circa drei Tage frisch. Die gekühlte Lagerung vermindert zudem die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit in der Pflanze.

Rucola kann man leider nicht einfrieren. Wie andere Blattsalate auch erhält er nach dem Auftauen eine matschige Konsistenz.

Auch die Samen von Rucola sind essbar. Sie lassen sich wie Senfkörner verwenden, beispielsweise gemahlen zum Würzen von Saucen.

Rucola selbst anbauen

Rauke lässt sich sehr leicht auch im eigenen Garten oder einem geeigneten Topf anbauen. Die Aussaat der Rucola-Samen kann von Feber bis September erfolgen. Die Pflanze keimt bereits bei 15 bis 20 Grad– vorkultiviert im Gewächshaus oder dann später direkt ausgesät. Sandig-lehmiger Boden und ein Standort in Sonne oder Halbschatten sind ideal.

Nach nur drei Wochen im Sommer beziehungsweise etwa sieben Wochen im Frühling und Herbst kann man Rucola ernten. Wenn man die Blätter nicht zu tief abschneidet, wächst Rucola nach und kann bis zu dreimal/Jahr und im Folgejahr weiter geerntet werden.

Fazit: Rucola in Maßen genießen

Rucola enthält im Vergleich zu den meisten anderen Blattsalaten hohe Mengen an wertvollen Inhaltsstoffen, wie Kalium, Magnesium oder Vitamin E, und ist mit seinem würzigen Geschmack eine Bereicherung für viele Gerichte.

Allerdings kann der Salat in Blättern und Stielen auch hohe Konzentrationen von Nitrat anreichern, das in umgewandelter Form und in größeren Mengen für den Menschen schädlich sein kann.

In Maßen genossen ist der würzige Rucola also eine gute und gesunde Ergänzung für viele Mahlzeiten. Durch seinen intensiven Geschmack reichen oft auch kleinere Mengen aus, um ein Gericht zu bereichern.

Egal ob auf Pizza, im Pesto oder als Salat –Rucola erfreut sich großer Beliebtheit. Der dunkelgrüne Blattsalat mit dem würzigen Geschmack ist aber nicht nur markanter Bestandteil vieler Rezepte, sondern auch gesund.

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