Erwin’s Gartenschule
Halloween im Garten

Die Monster aus dem Pflanzenreich
Fleischfressende Pflanzen – wenn Pflanzen auf die Jagd gehen
Normalerweise versorgen wir unsere Pflanzen mit Wasser und Dünger. Manche Pflanzen haben sich aber etwas ganz anderes einfallen lassen: Sie fangen Insekten und holen sich daraus die Nährstoffe, die ihnen am natürlichen Standort fehlen.
Das bekannteste Beispiel ist die Venusfliegenfalle. In ihren Fangblättern sitzen kleine Fühlborsten. Werden diese innerhalb kurzer Zeit zweimal berührt, schnappt die Falle zu. Die Pflanze kann also gewissermaßen unterscheiden, ob tatsächlich ein Insekt unterwegs ist oder nur ein Regentropfen auf das Blatt fällt.
Auch der Sonnentau ist interessant. Seine Blätter sind mit kleinen, klebrigen Tröpfchen besetzt, an denen Insekten hängen bleiben. Kannenpflanzen wiederum locken ihre Beute in spezielle Fanggefäße.
Was man bei d er Pflege beachten sollte:
- Fleischfressende Pflanzen brauchen meistens nährstoffarme Spezialerde und kalkarmes Wasser, am besten Regenwasser.
- Normaler Blumendünger ist für viele dieser Pflanzen eher schädlich.
- Die Venusfliegenfalle braucht viel Licht und im Winter eine kühle Ruhephase.
- Nicht alle Arten haben dieselben Ansprüche. Tropische Kannenpflanzen mögen es beispielsweise wärmer.
Übrigens: Man muss eine Venusfliegenfalle nicht mit Fliegen füttern. Wenn sie richtig steht, kommt sie normalerweise selbst zurecht.
Schwarze Pflanzen – es muss nicht immer grün sein
Passend zu Halloween gibt es auch einige Pflanzen, die beinahe schwarze Blätter oder Blüten haben.
Ein schönes Beispiel ist der schwarze Schlangenbart. Er schaut aus wie ein kleines schwarzes Gras und lässt sich sehr gut mit hellen Steinen, Gräsern oder anderen Stauden kombinieren.
Auch bei den Purpurglöckchen gibt es Sorten mit sehr dunklem Laub. Gerade jetzt im Herbst sind sie für Schalen und Gefäße interessant, weil sie auch ohne Blüten eine schöne Wirkung haben.
Wer etwas mehr Platz hat, kann beispielsweise einen schwarzen Holunderpflanzen. Der hat sehr dunkles, fein geschlitztes Laub und im Frühsommer rosafarbene Blüten.
Tipp: Dunkle Pflanzen wirken am besten,wenn man ihnen einen Kontrast gibt. Mit silberlaubigen Pflanzen, hellen Steinen oder orangefarbenen Kürbissen entstehen richtig schöne Kombinationen.
Hexenpflanzen – schön, aber gefährlich
Einige Pflanzen haben ihren gruseligen Ruf nicht ganz zu Unrecht.
Eisenhut, Tollkirsche oder Stechapfel wurden früher mit Hexerei und Zaubertränken in Verbindung gebracht. Viele dieser Pflanzen enthalten tatsächlich sehr starke Giftstoffe.
Besonders der Eisenhut ist eine Pflanze, bei der man vorsichtig sein muss. Er zählt zu den giftigsten heimischen Gartenpflanzen. Auch die Tollkirsche ist gefährlich, vor allem weil ihre schwarzen Beeren durchaus appetitlich aussehen können.
Der Fingerhut ist ebenfalls giftig, obwohl er mit seinen schönen Blütenständen in vielen Gärten zu finden ist.
Das bedeutet natürlich nicht, dass man vor jeder giftigen Pflanze Angst haben muss. Man sollte aber wissen, was im eigenen Garten wächst.
Gerade wenn k leine Kinder im Garten spielen, würde ich auf besonders giftige Arten verzichten.
Wenn es im Garten gruselig wird
Spinnen und Fledermäuse – eigentlich unsere Helfer
Spinnen gehören zu Halloween einfach dazu. Im Garten sind sie allerdings alles andere als unerwünscht.
Sie fangen jede Menge Insekten und tragen dazu bei, dass sich bestimmte Arten nicht zu stark vermehren. Besonders jetzt im Herbst sieht man ihre Netze sehr schön, wenn sich morgens der Tau darin sammelt.
Ähnlich ist es mit den Fledermäusen. Auch sie haben einen eher gruseligen Ruf, sind aber ausgesprochen nützliche Tiere. Unsere heimischen Fledermäuse ernähren sich von Insekten.
Wer etwas für Fledermäuse tun möchte, kann seinen Garten möglichst naturnah gestalten. Heimische Gehölze, blühende Pflanzen und weniger künstliches Licht in der Nacht helfen dabei.
Ein bisschen Unordnung darf sein
Im Herbst wird im Garten häufig alles zurückgeschnitten, zusammengerecht und sauber gemacht. Dabei wäre es für die Natur oft besser, wenn wir manche Arbeiten einfach auf das Frühjahr verschieben.
Vertrocknete Stauden und Gräser bieten vielen Insekten Schutz. Samenstände von Sonnenhut oder Rudbeckien können außerdem Vögeln als Nahrung dienen.
Auch Laub muss nicht überall entfernt werden. Unter Sträuchern oder in einer ruhigen Ecke kann man es ruhig liegen lassen. Dort finden viele Kleintiere einen Unterschlupf.
Auf dem Rasen sollte man größere Laubmengen allerdings entfernen, damit darunter keine Schäden entstehen.
Man kann also durchaus sagen: Wer im Herbst ein bisschen weniger aufräumt, tut der Natur oft etwas Gutes.
Und optisch hat das Ganze ebenfalls seinen Reiz. Gerade Gräser und Stauden schauen mit Raureif im Winter oft wunderschön aus.
Der Kürbis – nicht nur zum Schnitzen
Zu Halloween gehört natürlich auch der Kürbis.
Zum Schnitzen eignen sich vor allem die klassischen Halloween-Kürbisse. Sie haben meist eine relativ dünne Schale und lassen sich leichter bearbeiten als beispielsweise ein Hokkaido.
Damit der geschnitzte Kürbis möglichst lange hält, sollte er kühl und vor Regen geschützt stehen.
Was viele nicht wissen: Kürbisse gehören botanisch zu den Beerenfrüchten. Genau genommen handelt es sich um sogenannte Panzerbeeren.
Wer aus den Kernen im nächsten Jahr wieder Kürbisse ziehen möchte, sollte Saatgut von geeigneten, samenfesten Sorten verwenden. Bei selbst gewonnenen Samen kann es zu Kreuzungen kommen.
Bitter schmeckende Kürbisse dürfen keinesfalls gegessen werden.
Zum Abschluss:
Halloween ist eigentlich ein schöner Anlass, sich einmal mit den ungewöhnlicheren Seiten der Natur zu beschäftigen. Es gibt Pflanzen, die Insekten fangen, wunderschöne Pflanzen, die hochgiftig sind, und Tiere, die wir mit Grusel verbinden, obwohl sie im Garten ausgesprochen nützlich sind.
Und vielleicht ist das auch eine gute Botschaft für den Herbst: Nicht alles, was im Garten ein bisschen wild oder unheimlich aussieht, muss gleich weggeräumt werden.
