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Erwin’s Gartenschule

Herbstlicher Strauchschnitt

Im Herbst ist ja  bekanntlich viel zu tun im Garten, nach dem Frühjahr die zweitwichtigste  Garten-(Arbeits) Zeit. Da tun wir Dinge wie: Zwiebelpflanzung, Laubverwendung  usw.

Grundsätzlich gilt

Im Herbst steht der  letzte Strauchschnitt an. Typischerweise im Oktober und November, bevor die  Starkfröste eintreten. Der Strauchschnitt ist wichtig, um im kommenden  Frühjahr wieder schöne und blühende Sträucher vorzufinden. Dazu müssen die  alten und teilweise kranken Äste aus den Sträuchern entfernt werden. Nur so  bekommen die neuen Triebe genug Nährstoffe für ein ausreichendes Wachstum.

"Einfach die Heckenschere  nehmen und los" ist jedoch nicht der richtige Weg. Jeder Strauch braucht  seine eigene Pflege und folgt beim Schnitt auch eigenen Regeln. Welche  Schneidetechnik für welchen Strauch die richtige ist?

Gute Frage!.

Strauchschnitt richtig vorbereiten

Strauchschnitt  erfolgt mit guten Werkzeugen. Entweder mit einer kleinen Gartenschere,  Baumschere, Astschere oder mit einer Heckenschere. Die meisten kleinen  Sträucher können mit der Gartenschere geschnitten werden. Sträucher mit sehr  kräftigen Ästen werden mit einer Astschere behandelt.

Wurden kräftige  Äste abgetrennt, sollte die Schnittfläche mit einem Messer noch geglättet  werden. Wundverschluss unterstützt die Heilung des Astes und beugt  Infektionen vor, ist aber nur bei großen Wunden ratsam.

Diese Dinge sollten  unbedingt vor dem Strauchschnitt besorgt werden, da eine Wundbehandlung am  Ast immer in direkter Folge zum Schnitt getätigt wird. Wichtig ist, dass  nicht bei Frosttemperaturen geschnitten wird, weil sonst Frostrisse  Eintrittspforten für Bakterienstämme etc. sind!

Wann wird geschnitten?

Die Frühblüher,  also alle, die nach dem Winter direkt in die Blütezeit gehen (Forsythien  etc.), werden immer nach der Blüte geschnitten, als Beispiel eine Forsythie also  im Mai. Bei kleinen Sträuchern können die abgeblühten Blüten auch direkt  entfernt werden. Sieht einerseits schöner aus und gibt den anderen Ästen mehr  Nährstoffe. Was häufig zu einer viel längeren Blütezeit führt.

Alles was im Sommer  (ab Juni) blüht, wird im Spätherbst geschnitten, geht auch noch im März.  Wobei es nur außerhalb der Frostzeit zum Strauchschnitt kommen sollte.  Deshalb schneiden viele Gartenbesitzer die Sommerblüher (Jasmin, Weigela,  Sommerflieder) bereits im Herbst sehr tief zurück.

Warum der Strauchschnitt wichtig ist

Ein Strauch kann  seine ganze Blütenpracht nur entfalten, wenn die Nährstoffe ausreichend  vorhanden sind. Da alte Äste aber den jungen Ästen Nährstoffe rauben, kommt  es bei nicht geschnittenen Sträuchern zu wesentlich weniger Blüten mit den  Jahren. In der Natur sieht man dies durch oft kahle Stellen in den  Sträuchern.

Entfernt man die  alten Äste aus dem Strauch, kriegen die neuen Triebe viele Nährstoffe und  bilden in der kommenden Saison ausreichend und schöne Blüten. Außerdem sind  geschnittene Sträucher auch generell schöner, da sie sonst in einen Wildwuchs  ausarten und viel Platz brauchen.

Der Erziehungsschnitt im ersten Jahr

Im ersten Jahr,  wenn der Strauch gepflanzt wurde - also einen Winter bereits hinter sich hat  und die erste Blütezeit vorbei ist - gibt es den sogenannten  Erziehungsschnitt. Mit diesem Schnitt bringt man den Strauch in die  gewünschte Form, die er die kommenden Jahre haben wird.

Wichtig ist ein  symmetrischer Schnitt, bei dem die Äste zu allen Seiten die gleiche Länge  haben. So verteilen sich auch die Nährstoffe immer gleichmäßig. Zudem ist der  Strauch dann bei Unwetter in allen Richtungen gleichmäßig stabil.

In den kommenden  Jahren erfolgt immer nur die Kürzung aller Äste und das Entfernen von alten  Ästen die im Strauch zurückblieben. Er wird also nur noch ausgedünnt, aber  behält seine ursprüngliche Form die ihm beim Erziehungsschnitt zugeteilt  wurde.

Autor
Erwin Seidemann
Datum
17.10.2019
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Ähnliche Beiträge

Gartenpflege
15.4.2022
Richtig umtopfen

Jetzt gerade im Frühling, wenn die Pflanzen voll ins Wachsen kommen und die Motivation Richtung Pflanzen auch beim Menschen steigt, ist die Zeit reif zum Umtopfen.

Der Tag ist länger als die Nacht, die Sonneneinstrahlung intensiver, auch überwinterteBalkon - und Kübelpflanzen zeigen kräftigen Durchtrieb.

 

Wann umtopfen?

Den genauen Termin zu definieren, ist schwierig. Es ist natürlich zu früh, wenn der Wurzelballen noch nicht einmal richtig durchwurzelt ist. Es ist prinzipiell nie zu spät, es sei denn, die Wurzel hat den Topf schon gesprengt.

Natürlich spielt die Blütezeit der Pflanze auch eine mit entscheidende Rolle. Manche Pflanzen wie z.B. Azaleen oder Orchideen und andere mehr sollten gleich nach dem Verblühen umgetopft werden. Ansonsten ist der April für viele Zimmer - und Terrassenpflanzen der ideale Monat.

 

Tipp:

Ganz stark durchwurzelte Pflanzen, die nur unter Zerschlagen / Zerschneiden / Zersägen des Topfes ausgetopft werden können, sind 24 Stunden vorher intensiv zu wässern, damit sich der Ballen vom Topf Rand leichter lösen kann und so der Pflanze ein Wurzelschaden erspart bleibt.

Immer wieder taucht die Frage auf, welcher Topf der Richtige ist.

Erlaubt ist, was gefällt, aber Naturmaterialien wie Ton/Terrakotta/Holz etc. sind wurzelfreundlicher als Töpfe aus Kunststoff.

 

Das wichtigste Organ der Pflanze ist ihre Wurzel.

Man prüfe zuerst, ob die Wurzeln intakt sind. Braune und stark „riechende“ sind zu entfernen. Eine sehr anregende Methode ist das vorsichtige Aufrauen des Ballens. Mehr Kenntnis über die Pflanze sollte man beim Abschneiden einzelner Wurzeln haben. Es gibt immer wieder Barbaren, sowohl im Hobby - wie auch im Profibereich.

 

Wichtig dabei!

Man sollte, so gut es geht, die richtige Erde verwenden, was aber nicht bedeutet, dass man für 10 unterschiedliche Pflanzen 10 verschiedene Substrate braucht. Die Erde sollte der Pflanze angepasst werden. Zum Beispiel eine hochwertige Universal-Bioerde, die sowohl für Oleander als auch für viele Zimmerpflanzen wie ein Gummibaum verwendet werden kann. Die Pflanzen lieben grobe Struktur der Erde, da sie über Jahre drin stehen werden und daher auch entsprechende Speicherkapazität sein sollte. Eine Orchideenerde ist für Orchideen, Kakteenerde für Kakteen zu verwenden, Zitrusgewächse gehören aufgrund des erhöhten Eisenbedarfs in Zitruserde, der Rest kann fast in jene hochwertige Erde in Bioqualität, wenn geht TORFFREI, gepflanzt werden. Man sollte nicht beim Erdenkauf sparen, denn da ist das Beste gerade gut genug!

 

Wie groß sollte der nächst größere Topf sein?

Auf keinen Fall zu groß! Der nächste Topf sollte ein Viertel, höchstens ein Drittelgrößer als der bisherige sein, es sei denn die Pflanze ist lange nicht umgetopft worden und hat bereits Ausmaße angenommen, die dem alten Topf bei weitem nicht mehr entsprochen haben.

Beispielsweise sollte von einem 20er in einen 26er Topf umgetopft werden.

Auch sollte niemals tiefer getopft werden als vorher. Oft sind daher Stützhilfen notwendig. Beispielsweise Bambus- oder Moosstäbe sind gute, Pflanzen schonende Materialien.

 

Die richtige Technik bei „kleinen“ Pflanzen:

Die Erde sollte man zuerst auf einem Tisch ausleeren.

Am besten verwendet man besagte hochwertige Blumenerde (Bio) aus dem Fachhandel, aber auch Praxismischungen mit ein wenig Kompost sind möglich.

Die Erde sollte leicht angefeuchtet sein.

Man dreht die Pflanze um und schlägt den Topf mit dem Rand auf der Tischkante auf, zieht dies dann vorsichtig heraus, so dass keine Wurzeln zu Schaden kommen. Man füllt den neuen Topf zu einem Drittel mit Erde auf, gibt den Wurzelballen hinein und schüttet Erde hinein, bis der Topf übervoll ist.

Dann stößt man den neuen Topf samt Pflanze mehrere Mal auf, damit sich die Erde setzt.

Die Erde drückt man sanft an und streift den Überhang ab, bis sich ein so genannter Gießrand gebildet hat.

Die Erde erstmals kräftig gießen, damit sich alle Poren und der Ton, der in der Erde sich befindet mit Wasser ansaugt, sodass die Erde in weiterer Folge nicht mehr ganz austrocknen kann.

 

Die richtige Technik bei „großen“ Pflanzen:

Hier kann es passieren, dass man den alten Topf zerschlagen muss, um ihn herunter zukriegen. Dabei gilt es ebenso wie bei kleineren Objekten, Wurzel schonend umzugehen. Gegebenenfalls kann man die Wurzelaußenschicht ruhig etwas aufklopfen oder auch aufrauen.

Am besten gibt man unten eine Topfscherbe auf die Bodenöffnung, danach eine dünne Drainageschicht (Leca) drauf, damit das Wasser gut abrinnen kann, dann die entsprechende Erde um den Wurzelballen herum.

Danach gilt dasselbe wie bei kleineren Pflanzen, nur, dass man hier oft zu zweit sein muss, um die Arbeit gut zu verrichten.

 

Welche Pflanzen kann (soll?) ich im Laufe des Frühjahrs mit gutem Gewissen umtopfen?

Die meisten Zimmer-Grünpflanzen wie Palmen, Ficus und dgl. ebenso wie die meisten Kübelpflanzen, die im Sommer auf der Terrasse stehen wie Oleander, Lantanen, Fuchsien, Pelargonien usw.. Blütenpflanzen sollte ja am besten nach der Blütezeit, also am Beginn oder am Ende ihrer Ruhephase umgetopft werden, um sie nicht zusätzlich zu stressen.

Unnötigen Stress sollte man Pflanzen natürlich nicht bereiten, aber gerade ein Umtopfen kann manchmal mit Rückschnitt und Reinigung verbunden werden, sodass dies oft einen starken Wachstumsschub für die Pflanzen ergeben kann.

 

Wenn man sich nicht ganz sicher ist, oder wenn man sich manchmal die Pflanze gar nicht richtig anzugreifen traut, z.B. die sehr wurzelempfindlichen Orchideen, der befragt am besten den Fachmann!

Jetzt gerade im Frühling, wenn die Pflanzen voll ins Wachsen kommen und die Motivation Richtung Pflanzen auch beim Menschen steigt, ist die Zeit reif zum Umtopfen. Den genauen Termin zu definieren, ist schwierig. Es ist natürlich zu früh, wenn der Wurzelballen noch nicht einmal richtig durchwurzelt ist. Es ist prinzipiell nie zu spät, es sei denn, die Wurzel hat den Topf schon gesprengt.

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Gartenarbeit
Pflanzen schneiden
11.3.2022
Was es um diese Zeit im Garten zurückzuschneiden gilt...

Der Rückschnitt bei Ziersträuchern ist nämlich kein Faktum, das passieren MUSS wie z.B. bei Obstgehölzen, um den Ertrag zu steigern. Er stellt lediglich Verjüngung der meist starkwüchsigen Pflanze in Kombination mit einer Verbesserung des Blühverhaltens dar.

Eines steht fest: Schnitt bedeutet Wachstum! Alles, was beschnitten wird, wächst in Folge noch stärker!

 

Schnittverhalten allgemein:

Prinzipiell unterscheidet man zwischen Frühjahrs-, Frühsommer- und Sommerblühern. Für den Schnitt ist nämlich der Zeitpunkt der Blütenanlage und der Blüte beim jeweiligen Gehölz ausschlaggebend.

  1. Frühjahrsblüher: bilden ihre Blüten an der Spitze und entlang der Vorjahrstriebe aus bzw. wie bei manchen Forsythien Sorten entlang der 2-jährigen Ruten.
  2. Frühsommerblüher: bilden ihre Blüten an kurzen Neutrieben des vorjährigen Holzes aus (Weigele, Deutzie, Pfeifenstrauch).
  3. Sommerblüher: bilden ihre Blüten an der Spitze und entlang der Neutriebe des diesjährigen Holzes aus (Sommerflieder, Trompetenstrauch, Rispenhortensie).

 

1) Frühjahrsblüher:

Der Schnitt ist, wenn man keinen herben Verlust der Blüte in Kauf nehmen möchte, natürlich nicht im Herbst/Winter durchzuführen, sondern ausschließlich unmittelbar nach der Blütezeit. Hier kann der Schnitt die Üppigkeit des Wachstums bremsen oder wie beim Mandelröschen ein Vergreisen des Holzes verhindern.

Beispiele:

1. Forsythien: Die stärksten, alten, basalen Langtriebe werden entfernt. Schwächere Langtriebe können belassen werden. 2-jährige Ruten ebenfalls noch nicht entfernen, da sie oft im 2. Jahr noch schöner blühen.

2. Flieder: Ist fast am schwierigsten zu schneiden, ohne die Blüte zu verlieren. Am besten entfernt man unmittelbar nach der Blüte alles Verblühte. Darunter bilden sich nämlich starke Neutriebe mit Endknospen für das nächste Jahr. Bei stärkerer Verjüngung schneidet man sonst im Winter etappenweise zurück und zwar auf junge Stammaustriebe oder starke Stammknospen. Der ganze Strauch gehört geschnitten, weil sonst nur unbeschnittene neue Blüten erzeugen.

3. Blutjohannisbeere: Steht auch für andere Frühjahrsblüher - obwohl sie auf einjährigen und mehrjährigen Trieben blüht - jährliches Zurücksetzen älterer Triebe auf jüngeres Holz ist notwendig!

Allgemein entwickeln Frühjahrsblüher ihre Blüten häufig auf 2-jährigen Kurztrieben, daher ist es wichtig, bei dünnen, jährigen Ruten auf untere starke Auge zu schneiden, damit die Wüchsigkeit gebremst und auf starke Formen Rücksicht genommen wird. Viele dieser Blüher wie Magnolien, Schneebälle, Zierkirschen und mehr müssen oft gar nicht geschnitten werden. Man braucht oft nur auslichten.

 

2) Frühsommerblüher:

Diese würden, nach der Blüte geschnitten, nurmehr sehr schwache Neutriebe ausbilden. Triebkraft und Blühwilligkeit würden extrem drunter leiden. Daher lichtet man solche Sträucher lediglich im Winter aus oder verjüngt die Pflanzen auf junge, starke, basale oder vom Stamm abgeleitete Seitentriebe (Deutzie, Weigele...)

 

3) Sommerblühende Sträucher (nicht Bäume!):

Zum Beispiel Campsis (Trompetenblume), Sommerflieder, Bartblume usw. müssen erst im Frühjahr auf basale Augen stark zurückgeschnitten werden. Schneidet man nicht und die Pflanze friert nicht zurück, bildet sie ohnehin wieder ganz starke Triebe aus, die halt dann im Jahr darauf zurückfrieren. Dann ist der Neu Trieb nach dem Schnitt aber bedeutend schwächer. Daher besser jährlich zurückschneiden, auch wenn die Pflanze nicht zurück friert! Je stärker zurück geschnitten wird, desto williger wächst und blüht der Strauch!

 

ROSENSCHNITT:

Beet- und Edelrosen: kürzt man im Herbst um die Hälfte ein, um Triebbruch zu verhindern. Im Frühjahr kürzt man dann starkwüchsige Sorten auf 5-8 Augen, schwachwüchsige auf 3-5 Augen ein.

Kletterrosen: Hier lässt man die Haupttriebe stehen, weil sie an den Kurzruten der alten Triebe blühen. Die Triebe dieses Jahres werden dann stark eingekürzt und alle paar Jahre überhaupt entfernt, weil sie vergreisen und an Blühkraft stark nachlassen. Die Hoffnung ist dann, dass die daran befindlichen bei Knospen durchtreiben.

Strauchrosen: Hier entfernt man meist nur totes Holz. Verjüngung ist hier sehr hilfreich, aber schmerzhaft.

 

STAUDENSCHNITT:

Der Rückschnitt bei Stauden im Frühjahr ist ein relativ einfacher, da er zwar einerseits individueller, aber andererseits auch leichter durchzuführen ist.

Die meisten Gartenbesitzer schneiden abgeblühte Stauden wie Rittersporn, Phlox, Sonnenhut, Farne, Gräser und dgl. bereits im Herbst zurück und entfernen das Schnittgut, weil es optisch einfach ansprechender aussieht. Grundsätzlich wäre es aber besser, die Pflanzen, die im Winter abgestorbenen Teile im Frühjahr zurück zu schneiden. Warum? Höhere Winterhärte durch Eigenschutz und der Vorteil, dass viele Nützlinge im Pflanzendickicht überleben können. 

  1. Gräser, Farne: schneidet man fast bodengleich zurück.  
  2. Sommerblühende Stauden: Verdorrtes zurückschneiden, ruhig gröber „hineinfahren“.
  3. Frühjahrsblüher: Kann man z.T. im April noch durch führen, sollte dann aber mit Vorsicht getan werden.
  4. Johanniskraut und Lavendel: gelten als Staude, sind aber Halbsträucher, die im Frühjahr bis zu 2/3 zurück geschnitten werden dürfen, ohne Schaden zu erleiden.
  5. Auflockern des offenen Bodens zwischen den Pflanzen im Staudenbeet ist sinnvoll, sollte 2-3 x im Jahr gemacht werden.
     

Der Rückschnitt bei Ziersträuchern ist nämlich kein Faktum, das passieren MUSS wie z.B. bei Obstgehölzen, um den Ertrag zu steigern.

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Herbst
Erde
Kompost
12.11.2021
Laubkompostierung für die "Gewinnung von Laub Erde"

Jetzt im Herbst fallen große Mengen Laub an. In den Wäldern bleibt es liegen und bildet eine wertvolle Bodenbedeckung. Es schützt den Boden vor Erosion und Feuchtigkeitsverlust. Von Mikroorganismen und Kleinlebewesen wird das Laub so umgebaut, dass schließlich neue Humuserde entsteht: einperfekter, natürlicher Kreislauf.

Laub ist nicht gleich Laub. Es gibt verschiedene Laubarten, die in ihrer Zusammensetzung ganz unterschiedlich sind und dies wirkt sich auf den biologischen Abbauprozess aus.

Schwer verrottbares Laub:

1. Eichenlaub ist säurehaltig und eignet sich gut für Heidelbeeren oder Rhododendren.

2. Walnuss-, Kastanien- und Platanen-Laub enthält viele Gerbstoffe und wirkt dadurch keimhemmend. Daher sollte es auch in leicht verrottetem Zustand nicht auf Gemüsebeeten verwendet werden.

Bei letzteren Laubarten verzögern bestimmte Inhaltsstoffe aufgrund ihrer keimhemmenden Wirkung die mikrobielle Zersetzung. Insbesondere bei diesen Laubarten empfiehlt sich daher eine separate Laub-Kompostierung, denn die mikrobielle Zersetzung im normalen Kompost kann ebenfalls verzögert werden. Diesen Kompost danach nur restlos ausgereift ausbringen.

Leicht verrottbares Laub:

3. Obst-Laub ist mild und lässt sich gut verwenden.

4. Birkenlaub ist reich an Mineralstoff und ergibt eine besonders gute Komposterde.

5. Buchenlaub ist stark kalkhaltig und als Zusatz zu Stallmist oder Rasenschnitt gut für den Gemüsegarten geeignet.

Kompostieren mit Laub

Laub ist eine fabelhafte Ergänzung im Kompost. Ideal wäre, dass es portionsweise frisch zugegeben und mit der obersten, der Abbauzone, vermischt wird. Um der „Verpappung“ vorzubeugen, sollte regelmäßig Strukturmaterial (Häckselgut) beigemischt und die Feuchtigkeit kontrolliert werden.

Darauf achten, dass das Laub nicht dürr wird…:

Trockenes Laub verrottet fast nicht, weil die Mikroorganismen sich nur in einem feuchten Milieu entfalten und organische Substanz abbauen und umwandeln können. Am besten ist es, wenn das Laub mit dem Rasenmäher geschreddert wird. Dazu den Rasenmäher etwas höher stellen und über das Laub fahren. Durch das Zerreißen der Blätter werden schützende Strukturen aufgebrochen und es entsteht eine wesentlich größere Angriffsfläche für die Mikroorganismen.

Laubkompost ist etwas vom „Feinsten“:

Kompost aus Laub ergibt die feinste aller Komposterden und wird traditionell von Gärtnern zur Herstellung von Blumenerde verwendet. Diese Form des Komposts eignet sich besonders für viel Laub von Walnuss, Kastanie und Platane. Deren hoher Gerbstoffanteil wird während seiner mind. 12-monatigen Rottedauer abgebaut und umgewandelt. Fällt im Herbst jeweils viel Laub an (über300 lt), lohnt es sich einen separaten Laubkompost anzulegen. Dazu eignet sich ein Kompostring, eine abgedeckte Miete oder vier Pfähle in den Boden geschlagen und mit Maschendraht umspannt. Das Laub vorzugsweise mit dem Rasenmäher geschreddert aufnehmen wie oben beschrieben. Hernach lagenweise mit Häckselgut (wichtig: gegen Verklumpung und für die nötige Sauerstoffzufuhr) und Stickstoffmaterial (zerkleinerte Küchenabfälle, letzter Rasenschnitt, Hornspäne, Steinmehl) mischen. Befeuchten mit Wasser oder einer Pflanzenjauche wie Beinwell oder Brennnessel. Die Rottenmasse sollte feucht sein wie ein ausgedrückter Schwamm. Den Laubkompost abdecken. Noch vor Einbruch des Winters wird der Laubkompost ein erstes Mal umgesetzt und bei Bedarf befeuchtet, oder wenn er zusammenklebt, aufgelockert. Im Frühling wiederum umsetzen und bei Bedarf Wasser regulieren (Gießen oder abdecken). Nach Belieben und Bedarf kann dieser Vorgang wiederholt werden. Im Herbst kann der nun feinkrümelige Laubkompost im Gemüsegarten, mit ebenso viel Erde gemischt für Topfpflanzen, oder universell verwendet werden.

Mulchen mit Laub entspricht am ehesten der Situation im Wald:

Das Laub schützt den Boden im Spätherbst, Winter und Frühling vor Erosion, extremer Kälte, Austrocknung . Überdies bietet die Laubschicht den Bodenlebewesen gute Nahrung. Regenwürmer lieben diese zusätzliche Futter. Die Erde bleibt feucht, locker und krümelig.

Zum Mulchen sollte Laub nie pur genommen werden, da sich in Verbindung mit Nässe eine kompakte Matte bildet, unter der sich Schimmel bilden kann und dem Boden „Erstickungsgefahr“ droht. Mulchen mit Laub in Rabatten, unter Sträuchern und Beeren verschiedene Laubsorten mischen, mit etwas Erde, anderem Häckselgut oder zerkleinertem Stroh in einer Schichtdicke von ca. 5 –10 cm eindecken. Im Frühjahr Reste weghacken und zum Kompost geben.

Mulchen mit Laub auf Gemüsebeeten:

Verschiedene Laubsorten - jedoch keine der schwerverrottbaren – mit zerkleinerten Gemüseabfällen (aus Hauskompost), Rasenschnitt oder gehäckseltem Stroh mischen und auf den Beeten ausbringen. Als Verwehungsschutz leicht mit Erde oder reifem Kompost bedecken.

Darf Laub auch liegenbleiben?

Wenn es nicht gerade auf dem Gehsteig oder auf Steinplatten ist, kann Laub ruhig liegenbleiben. Es führt dem Boden organisches Material und Nährstoffe zu. Es dient dem Schutz des Bodens und seinen Lebewesen. Nach einem halben Jahr sind die Blätter angerottet und können umso leichter kompostiert werden.

AUSNAHME! Laub auf Rasenflächen nicht liegen lassen wegen Gefahr von Schimmelpilzbefall. Laub von Plätzen und Straßen zusammenrechen!

Vielen Kleinlebewesen bietet eine Laubschicht Nahrung und Winterschutz. Wer den Igel als Untermieter gewinnen möchte, richtet ihm in einer ruhigen Gartenecke oder zwischen Gebüschen/Baumgruppen einen gemischten Laub- und Schnittholzhaufen ein. Igel sind durch die veränderten Lebensräume auf naturnahe Gärten angewiesen. Wird das Laub- und Totholz mit einem Steinhaufen ergänzt, bietet dieser nebst dem Igel auch Amphibien und vielen anderen nützlichen Kleintieren ein Zuhause.

Jetzt im Herbst fallen große Mengen Laub an. In den Wäldern bleibt es liegen und bildet eine wertvolle Bodenbedeckung. Es schützt den Boden vor Erosion und Feuchtigkeitsverlust. Von Mikroorganismen und Kleinlebewesen wird das Laub so umgebaut, dass schließlich neue Humuserde entsteht: ein perfekter, natürlicher Kreislauf.

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