Erwin’s Gartenschule
Küchen-Kräuter zuhause selbst vorkultivieren

Warum nicht jene Kräuter, die man so gerne zum Würzen und Verfeinern, zum Teemachen oder für diverse Wehwehchen verwendet, selbst vorkultivieren?
Es braucht gar nicht viel dafür! Und wenn man was selbst gemacht hat, macht’s doppelt Freude, schmeckt noch einmal besser, kostet die Hälfte und man weiß, was man Gesundes hat!
Wie oft ärgert man sich über Kräuter im Winter, sie sind fast schon zum Wegwerfprodukt verkommen. Manche glauben, Gärtner machen das „absichtlich“, damit dann bei ihnen und den Supermärkten immer wieder gleich „frische“ nachgekauft werden. Ich kann beruhigen, das ist beileibe nicht so.
Wer ärgert sich nicht über schnell „eingehenden“ Basilikum, welkende Petersilie und anderen, nach Gebrauch Wegwerf-Pflanzen wie Schnittlauch, Rosmarin usw., gerade um DIESE Jahreszeit?
Im Sommer ist es für jeden Gartenbesitzer ein Leichtes, täglich frische Kräuter aus dem eigenen Garten zu haben – im Winter hingegen gestaltet sich dies ein wenig schwieriger, denn zum einen sind die meisten der Gartenkräuter zu diesem Zeitpunkt bereits ordnungsgemäß zurückgeschnitten, zum anderen schlichtweg erfroren. Was also tun, um auf die Würze frischer Kräuter nicht verzichten zu müssen? Eine einfache Lösung wäre, diese in der Wohnung anzubauen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Kräuter im Haus auszusäen?
Pauschal gibt es diesen nicht, denn eigentlich können Kräuter für die Wohnung ganzjährig gesät werden. Wer dies aber tut, um direkten Anschluss an seine Gartenkräuter zu bekommen, sollte zeitlich dementsprechend kalkulieren: wie lange brauchen die gewünschten Kräuter, um von einem Samenkorn zu einem erntefähigen Kraut zu reifen?
Kräuter im Haus richtig säen
Zunächst ist es wichtig, sich rechtzeitig um entsprechendes Saatgut zu bemühen. In der Regel ist es nämlich so, dass die meisten Fachhandel Samen nicht unbedingt in den Wintermonaten anbieten – zumindest für Kräuter wenig.
Hat man die gewünschten Samen, hoffentlich in BIO-Qualität, können sie ganz einfach in mit Bio-Aussaaterde gefüllte Töpfe (welche sauber gewaschen sein sollen) oder Joghurtbecher (mit Löchern) ausgesät werden, und zwar genau so, wie auf den Samentüten beschrieben (Saattiefe, Menge der Samen etc.). Darüber hinaus ist es wichtig, dass das Saatgut nicht zu eng in die Erde gebracht wird. Denn im Gegensatz zu einem Beet in freier Natur hat es in einem Pflanzgefäß keine Möglichkeit, sich auszubreiten. Die allermeisten Samen brauchen nicht abgedeckt zu werden, benötigen viel Sonne und Wärme, am besten Südwestseiten im Haus.
Danach sollte die Erde feucht gehalten werden, aber keinesfalls nass, denn Kräuter lieben absolut keine Staunässe – auch nicht, wenn sie sich noch im Keimstadium befinden! Austrocknen sollten sie hingegen auch nicht, passiert meistens bei Basilikum, bzw. man Kräuter auf die Heizung stellt.
Der richtige Standort für Kräuter
Kräuter, die Sonne lieben, sollten auch im Winter an einem Platz stehen, an dem sie täglich mindestens sechs Stunden Licht (im günstigsten Fall sogar Sonne) bekommen – vorzugsweise also Südfenster.
Lichtmangel führt nämlich nicht nur zu kleineren Blättern, was durchaus zu verschmerzen wäre, sondern auch zu weniger Aroma – und das ist ja nicht wirklich Sinn und Zweck einer Würzung mit Kräutern.
Insbesondere Lavendel, Oregano, Salbei und Thymian müssen nicht nur sonnig, sondern auch anfangs bei 18°C, später bei 10-12 Grad stehen. Alle anderen Kräuter wie Petersilie, Majoran, Basilikum benötigen zwar auch Helligkeit für ihr Wachstum, aber in weiterer Folge weiterhin 15-18°C. bis zum Auspflanzen im Mai.
Einer besonderen Behandlung bedarf das Basilikum: es bevorzugt zur Keimung und ersten Aufzucht Temperaturen zwischen 20° und 24°C – also fast schon tropisches Klima…
Generell sind Temperaturen zwischen 15° und 21° C optimal. Niemals ganz austrocknen lassen, dann und wann besprühen, alle 2 Wochen mit Kräuterdünger düngen, aber erst, wenn die Pflanzen 1cm hoch sind.
TIPP: Trauermücken sind gerade in der lichtarmen Zeit gefährliche Begleiter, die gerne Wurzeln anknabbern, die Pflanzen dann leider absterben und die Arbeit umsonst machen. Am besten mit Neemöl, welches Nützlings schonend ist (ungiftig und dennoch wirksam) aber auch Tee ausgetrocknetem Wermut oder einfach geschälte Knoblauchzehen in die Erde stecken.
Welche Kräuter eignen sich für den Anbau im Haus?
Den meisten der heimischen Kräuter macht es nichts aus, in der Wohnung gehalten zu werden. Allerdings sollten prinzipiell nur diese Kräuter gezogen werden, die auch wirklich Verwendung finden bzw., die man selten oder nie zu kaufen kriegt, höchstens als Saatgut, nicht als fertige Pflanze.
Des Weiteren ist zu beachten, dass es einige Kräuter gibt, die zwar durchaus gerne ein Dach über dem Kopf hätten, aber einen solch intensiven Geruch verbreiten, dass der Hausbesitzer sie lieber nicht in seinen eigenen vier Wänden hat. Paradebeispiel für Kräuter mit einem intensiven, für viele negativen Duft sind Wermut und Koriander.
Sehr gut zum Eigenanbau geeignet, sind:
- Basilikum
- Bohnenkraut
- Estragon
- Lavendel
- Minze
- Oregano
- Rosmarin
- Salbei
- Thymian
- Zitronenmelisse
- Schnittlauch
Noch ein Tipp: Die Töpfe häufig drehen, damit die Kräuter einen gleichmäßigen Wuchs bekommen und nicht einseitig auswachsen!

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Die Grillfeste stehen überall an und man möchte auf allen Dingen seine Note einbringen, entweder durch außergewöhnliche Fleischstücke oder eben durchungewöhnliche Nicht-Standard-Kräuter. Ich glaube nicht, dass jemand ans Bohnenkraut denkt, wenn er sein Lamm auf den Grill legt, wohl eher an Rosmarin und Thymian.
Dabei ist das Bohnenkraut, eines meiner am liebsten verwendeten Küchenkräuter gerade was Besonderes, manchmal ist man halt einfach schon durch den Namen stigmatisiert, dabei kann es viel mehr als Bohnengerichte verfeinern.
Das Bohnenkraut (botanisch Satureja), ist ein leider oft übersehenes, aber vielseitiges Kraut mit langer Tradition. Zur Gattung der Bohnenkräuter gehören viele Arten, wobei das einjährige, nicht frostharte Sommerbohnenkraut (Satureja hortensis) und das winterfeste Bergbohnenkraut (Satureja montana) am bekanntesten und am meisten verwendete sind.
Ursprünglich in Südeuropa und dem östlichen Mittelmeer beheimatet, hat es sich im Laufe der Jahrhunderte in der Küche etabliert und wird geschätzt für sein starkes Aroma, das an eine Mischung aus Thymian und Rosmarin erinnert. Die feinen Blätter des Bohnenkrauts verbergen einen intensiven Geschmack, der vielen Gerichten eine besondere Note verleiht. Seine Verwendung ist nicht auf die Küche beschränkt, auch in der Naturheilkunde findet es Anwendung.
Eigenschaften/Verwendung:
Das Bohnenkraut überzeugt mit einem markanten, würzigen Geschmack mit eine rleicht pfeffrigen Note. Wie der Name schon sagt, passt es nicht nur gut zu Bohnen, sondern unterstützt auch die Verdauung von Hülsenfrüchten (Erbsen, Edamame, Soja, Kichererbsen, Linsen usw.) insgesamt.
Darüber hinaus ist Bohnenkraut bekannt für seine antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften und wird in der traditionellen Heilkunde zur Linderung von Magenbeschwerden und zur Förderung der allgemeinen Gesundheit eingesetzt.
In der Küche wird Bohnenkraut meist als Begleiter von Bohnengerichten eingesetzt, was ihm auch seinen Namen verliehen hat. Doch seine Einsatzmöglichkeiten sind viel breiter: Es passt hervorragend zu Fleischgerichten wie Lamm und Geflügel und verleiht selbst Salaten und Marinaden eine besondere Note und Intensität. Auch in Suppen und Eintöpfen kann es seine volle Wirkung entfalten.
Eine besondere Verwendung von Bohnenkraut ist, Butter oder Öle zu aromatisieren, die dann als Basis für verschiedene Gerichte oder als Dip verwendet werden können. Dabei kann sowohl frisches als auch getrocknetes Bohnenkrautgenutzt werden, wobei letzteres besonders intensiv im Geschmack ist und sparsam dosiert werden sollte. Bohnenkraut lässt sich auch sehr gut mit anderen Kräutern kombinieren, die für die Zubereitung von Grillfleisch oder Gemüse verwendet werden.
Anbau/Aufbewahrungvon Bohnenkraut:
Wer Bohnenkraut in seinem eigenen Garten oder auf dem Balkon anbauenmöchte, wird mit einer pflegeleichten Pflanze belohnt. Bohnenkraut bevorzugteinen sonnigen Standort und durchlässigen Boden und ist unempfindlich gegenüberSchädlingen. Bei der Ernte sollte man die Triebe vor der Blüte schneiden, umdas gute Aroma zu erhalten.
Zur Lagerung ist es ideal, die Blätter zu trocknen, da so ihrintensiver Geschmack erhalten bleibt. Getrocknetes Bohnenkraut in einemluftdichten Behälter an einem dunklen Ort aufbewahren!
UND: Bohnenkraut eignet sich auch hervorragend als Begleitpflanze imKräutergarten, da es Schädlinge abwehrt!
Die Grillfeste stehen überall an und man möchte auf allen Dingen seine Note einbringen, entweder durch außergewöhnliche Fleischstücke oder eben durch ungewöhnliche Nicht-Standard-Kräuter. Ich glaube nicht, dass jemand ans Bohnenkraut denkt, wenn er sein Lamm auf den Grill legt.
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Wenn man draußen noch wenig bis gar nichts an Arbeiten verrichten kann, so ist die Vorbereitung auf die Zeit, wenn es dann möglich ist, umso wichtiger.
Auch wenn die meisten Gärtnereien und Pflanzenanbieter wohl „fertige“ Jungpflanzen anbieten, so ist der Reiz, etwas selbst von Grund auf heranzuziehen ein nicht zu verachtender.
Mit ein wenig Geschick kann man nämlich zu Hause sehr leicht Pflanzen aller Art heranziehen. Zwar gibt es auch problematische Pflanzenarten, aber im Allgemeinen ist vor allem die Anzucht von Blumen usw. absolut kein Problem. Die meisten Pflanzen kann man schon dann im Zimmer aussäen, wenn es draußen noch sehr frostig ist. Aufgrund des zeitlichen Vorsprungs blühen derart gezogene Pflanzen früher als zu einem späteren Zeitpunkt im Freien ausgesäte Pflanzen. Diese Art der Vorkultur darf man natürlich nicht übertreiben: Viel zu früh ausgesäte Pflanzen entwickeln sich zu einer Zeit, in der zu wenig Licht und zu hohe Zimmer-Temperaturen herrschen. Das Resultat sind dünne, schwache Pflanzen.
Viele Pflanzen wie Chili, Begonien, Paprika, aber auch winterharte Blütenstauden und auch frühes Gemüse (Salate, Kohlrabi) und dergleichen gehören bereits Ende Jänner, Anfang Februar gesät, damit man im zwischen März und Mai schon kräftige Auspflanzware bekommt.
Was braucht es?
Gewächshaus
Zuerst einmal braucht man ein kleines Zimmergewächshaus, respektive ein Minigewächshaus. Diese werden in den unterschiedlichsten Ausführungen verkauft. Empfehlenswert sind solche aus stabilem Material und einem hohen, durchsichtigen Deckel, damit die Pflanzen Platz zum Wachsen haben und der Lichteinfall nicht durch das Gewächshaus unnötig beschränkt wird.
Pflanzschalen, Anzuchtgefässe
Nicht unbedingt erforderlich aber mitunter hilfreich sind Pflanzschalen, die meistens aus Folie geformt sind und aneinanderhängende Töpfe bilden. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass diese möglichst gut in das Gewächshaus passen. Ideal ist, wenn ein oder mehrere Pflanzschalen ohne Platzverschwendung hineinpassen. Bei größeren, empfindlichen oder rasch wachsenden Pflanzen kann es sinnvoll sein, statt in Pflanzschalen gleich in einzelne Anzuchttöpfe (können sogar Joghurtbecher oder Eierbecher sein) zu säen, die man ins Gewächshaus stellt. Besonders vorteilhaft sind hierbei quadratische Töpfe, da man diese ohne Platzverlust sehr gut aneinanderreihen kann. Oft sind diese aber sehr schwer zu bekommen.
Anzuchtsubstrat
Das Anzuchtsubstrat ist ein wenig heikel. Einerseits muss es unbedingt nährstoffarm sein, andererseits muss es Wasser gut speichern können aber trotzdem durchlässig sein. Weiteres darf es keine Pilzsporen usw. enthalten. Früher nahmen (und nehmen heute noch) Kundige sogenannte Wurmerde, d.h. die charakteristisch aussehende Hinterlassenschaft von Regenwürmern, die dank Durchlauf durch den Verdauungsapparat der Regenwürmer erstens nährstoffarm und zweitens fast "keimfrei" ist. Das Einsammeln ist allerdings sehr mühselig, und die Wurmerde ist eher kompakt und keineswegs luftig. Eine hervorragende Alternative dazu ist eine gute, nährstoffarme Aussaaterde aus dem Fachhandel.
Samen
Samen kann man selbst ernten. Wem das zu aufwendig ist oder nicht die Möglichkeit dazu hat, kann Saatgut auch kaufen. Biosaatgut ist der Vorzug zu geben. Angeboten werden vor allem Blumen- und Gemüsesamen. Achten sollte man insbesondere darauf, dass das Saatgut frisch ist, d.h. nicht schon Jahre in einem Regal verstaubt ist. Denn je frischer der Samen ist, desto höher ist auch die Keimfähigkeit. Üblich bei empfindlichem Samen sind sogenannte Keimschutzverpackungen: In einer bedruckten Papiertüte befindet sich ein Beutelchen aus mit Aluminium beschichteter Kunststofffolie, die aufgrund ihrer Dichtheit Feuchtigkeit weder entweichen noch hereinkommen lässt, so dass das Saatgut erstens nicht infolge Feuchtigkeitseinwirkung ankeimen kann (und dann wegen Wassermangel abstirbt) und zweitens länger frisch bleibt. Solche Packungen sollte man vollständig aufbrauchen oder bei Teilentnahme sehr sorgsam (=dicht) wieder verschließen.
Aussaat
Es gibt zwei Methoden: Entweder füllt man die Bodenschale des Zimmergewächshauses direkt mit Anzuchtsubstrat und sät in kleine Rillen, die mit einem, Bleistift o.ä. gezogen werden, oder aber man verwendet Anzuchttöpfe zum Beispiel aus Holzfaser, die mit dem Substrat gefüllt werden. In beiden Fällen wird das Substrat leicht angedrückt und sorgt damit für eine ebene, glatte Oberfläche.
Gesät wird dünn und gleichmäßig entweder in die Rillen oder die Töpfe, nicht zu vieleSamen an einer Stelle. Meistens genügt ein geringer Bruchteil des Inhalts einer Samenpackung.
Sofern es sich um Lichtkeimer handelt – auf der Packung steht dann "nicht mit Erde bedecken" o.ä., drückt man den Samen nur leicht an. Dies aber nur, wenn nicht aufgrund der geringen Größe die Gefahr besteht, dass er am Finger haften bleibt.
Dunkelkeimer (d.h. Samen ohne diese Anmerkung auf der Packung) werden mit ein wenig Substrat bedeckt, welches leicht angedrückt wird. Faustregel: Je größer der Samen desto dicker die Substratschicht. Angefangen von wenigen Millimetern bei sehr feinem Samen (d.h. der Mindestdicke, die man auftragen kann) sollte die bedeckende Substratschicht bei größerem Samen in der Regel etwa ein- bis dreimal so dick sein wie der Durchmesser des Samens.
Wichtig
Sofort aufschreiben, was wohin gesät wurde. Es wäre zu schade, wenn später die Tomaten als Blumen in den Balkonkasten vereinzelt würden und man sich auf der anderen Seite wundert, warum die Lobelien im Garten so klein bleiben und keine Früchteansetzen, aber richtig schön blühen!
Noch besser als eine Skizze, die man imLaufe der Wochen oder sogar Monate verlieren kann, sind Pflanzenstecker. Das sind kleine Plastikstreifen, die man beschriftet am Rand in die einzelnen Aussaatreihen oder Töpfe steckt.
Es empfiehlt sich, in Sätzen zu säen - und zwar so, dass trotz unterschiedlich langer Keimzeit die Samen zu etwa der gleichen Zeit die ersten Blättchen bilden. Denn während der Keimung sind meistens etwas andere Umweltbedingungen erforderlich als während der weiteren Kultur. Gleichfalls wichtig ist, dass die Pflanzen ähnliche Ansprüche während der Anzucht stellen, da man es sonst nur einer Art recht machen kann und die andere eventuell sogar eingeht. Wenn man Pflanzen mit stark unterschiedlichen Bedürfnissen anziehen will, braucht man mehr als ein Zimmergewächshaus. Ein zugegebenermaßen krasses Beispiel: Enzian braucht nach der Aussaat eine gute Zeit lang Frost, damit der Samen keimt; bestimmte Palmenarten keimen hingegen nicht unter 30 °C.
Anzucht
Nachdem die Aussaat erfolgt ist, brauchen die meisten Samen eine etwas erhöhte, aber auch nicht zu hohe Temperatur, um schnell und zuverlässig zu keimen.
20-25 °C sind für die meisten Samen optimal. Sofern es sich nicht um Lichtkeimer handelt, tut es für die Dauer der Keimung auch ein dunkler Platz wie z.B. der Heizkeller, der vor allem bei älteren Heizungsanlagen nicht selten eine günstige Temperatur aufweist: Man muss darauf achten, dass die Temperatur nie über 30°C geht, davor gehört kurz gelüftet, zu hohe Temperatur verzögert die Keimung.
Die Lüftungsklappen des Zimmergewächshauses hält man geschlossen, so dass kein Wasserdampf entweichen kann. Da das Substrat bei der Aussaat leicht feucht war, braucht man, solange man das Gewächshaus geschlossen hält, nicht zu wässern. Dass der Klarsichtdeckel von innen beschlägt, ist dabei völlig normal.
Draufschauen, ob schon was keimt! Bei Aufbewahrung an einem dunklen Ort ist dann der Zeitpunkt gekommen, das Gewächshaus an einen möglichst hellen Platz zu bringen. Auch hier sollte die Temperatur tagsüber möglichst nicht unter 20 °C liegen.
Sobald alle Arten gekeimt sind, werden die Lüftungsklappen geöffnet. Ab diesem Zeitpunkt muss man auch ab und zu wässern. Dies geschieht mit dem Wassesprüher. Hierbei muss man darauf achten, so sanft wie möglich zu sprühen, denn so manchen zarten Sämling kann man mit dem Wassersprüher sehr leicht sozusagen aus den Socken blasen. Es reicht, wenn die Oberfläche des Substrats leicht (!!!) feucht ist. Sümpfe und Moore mögen die wenigsten Sämlinge. Wichtig ist, dass während der ersten Wochen nur gewässert und nicht gedüngt wird, damit sich die Wurzeln gut entwickeln.
Pikieren/Vereinzeln
Nachdem die Keimblätter zum Vorschein gekommen sind und die ersten kleinen Laubblättchen zu sehen sind, empfiehlt es sich, die Pflanzen etwas kühler zu fahren und auch zu vereinzeln. Da verwendet man unter Umständen die gleiche, aber nicht dieselbe Erde! Hier können kleine Töpfchen oder Joghurtbecher zur Anwendung kommen, die Pflanzen werden vereinzelt, bis sie die gewünschte, topffertige Größe knapp vorder Auspflanzung erreicht haben.
Alles, was man für die Aussaat und Vorkultur braucht, bekommt man bei uns im Blumenpark Seidemann in Völs/Kematen.
Einfach vorbeischauen und beraten lassen!
Jetzt ist es Zeit für die Aussaat.
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Wenn die Temperaturen ansteigen, braucht es kühle Erfrischungen. Und dafürideal ist die Pfefferminze, aber nicht nur diese.
Was wäre ein Mojito oder ein Hugo ohne entsprechende Mojito- oder Marokko-Minze? Was würden Kärntner Kasnudeln ohne Kärntnerminze ergeben? Nix Gescheites!
Minzen haben eine lange Tradition als Nutz- und auch Heilpflanze und die Kulturpflanzenwelt hat sie als Stärkungsmittel auch schon für sich entdeckt.
Es gibt eine Unzahl an Minzen-Arten, sogar NICHT winterharte. Ursprünglich kommen sie angeblich aus Ostasien, ist aber nicht klar. Es gibt hierzulande zwischen 15 und 20 verschiedene, gebräuchliche Minzen Arten, gebentut es aber noch viel mehr Unterarten und Sorten:
Pfefferminze, Poleiminze, Schoko-, Apfel-, Zitronen-, Orangen-, Bananen-, Erdbeer-Minze, dazunoch die Mojito-, Lamm-, Marokko-, Spearmint-, Schweizer- Minze.
Und das war’s noch lange nicht. Man kann sich einen bunten Minze-Garten machen mit einer Duft-, Blatt- und auch Blütenvielfalt.
Aber es gibtauch eine Stopptaste für Minzen:
Minzensind sehr ausbreitungsfreudig (!) und machen Stolonen (Ausläufer) ähnlich wie ein Bambus durch den ganzen Garten und ist dann nicht mehr wegzubringen. Zäh! Entweder vergräbt man einen Plastiktopf in den Boden – der Topf sollte 30-40 cm tief sein und man lässt ihn 5-8cm über den Boden stehen – oder man errichtet Wurzelsperren mit dicken Materialien aus Stahl, Kupfer oder Kunststoff in 30 cmTiefe und überhöht diese in eben diesen 5-8cm Höhe über den Boden.
Wenn man Minzen einen Platz überlässt, wächst nicht mal mehr Unkraut.
Die unkomplizierteste ist die Pfefferminze, übrigens eines meiner Lieblingskräuter zum Teemachen im Sommer, man pflanzt sie in den Halbschatten, beerntet sie allerdings erst immer am Vormittag, nicht am Abend, da verflüchtigen sich viele wichtige Stoffe wie Flavanoide und eben das wunderbare, klassische Pfefferminz-Menthol.
Minzen im Allgemeinen brauchen einen sonnigen bis halbschattigen Platz, können im Topf gehalten werden, wenn er groß genug ist, müssen 1-2x pro Jahr gedüngt werden (Schafwolle, Hühnermist etc.), lieben nahrhaften Boden.
Wärme mögen sie, vertragen aber auch kühle Temperaturen und deren Wechselspiel mit Hitze, also alles unproblematisch.
Minzen als Heilpflanzen
Wirken antiviral, antifungizid, antibakteriell und gallentreibend, lindert Magenschmerzen und Kopfschmerzen (als Minzöl), schützt vor rheumatischen Beschwerden, jedoch nicht bei Gallenleiden verwenden, auch Kleinkindern ist Minze verpönt, da es Atemwege lahmlegen kann!
Minzen in der Küche
Haben überragende Bedeutung, auch dort, wo man keine Minzen Verwendung annimmt. Unsere englischen „Freunde“ sind Weltmeister im Verwenden von Minzen: zum Lamm, im Kartoffelpüree, aber auch Franzosen verwenden sie für ihr berühmtes Mousse au Chocolate. Nordafrikaner behaupten, dass heißer Marokko-Minztee gut gegen die Hitze wäre…mal versuchen!
Minzen, die mehr nach diversen Früchten schmecken und riechen als nach Menthol, kann man auch zum Würzen von Süßspeisen und auch Fleischgerichten verwenden.
Wenn man Minze trocknen will, dann erntet man spätestens bis Anfang September (danach verholzen sie zu sehr) und schneidet bodennah, dann treibt sie heuer nochmals gut durch. Ernte VOR der Blüte und am besten vormittags.
Minzen als Pflanzenstärkungsmittel
Kann man als Tee auch sehr gut gegen Mehltau, Rost und Sternrusstau bei vielen Pflanzen verwenden: 100 Gramm frisches Laub mit 1 Liter heißem Wasser übergießen, geschlossen ziehen und abkühlen lassen und unverdünnt anwenden. Wirkt auch bei Befall, nicht nur vorbeugend.
Wenn die Temperaturen ansteigen, braucht es kühle Erfrischungen. Und dafür ideal ist die Pfefferminze, aber nicht nur diese.
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