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Erwin’s Gartenschule

Saatgut aus dem eigenen Garten ernten

Wer nachhaltig und im Kreislauf denkt, sein persönliches Erfolgserlebnis verbuchen und gleichzeitig etwas Geld sparen will bei der Anzucht seiner eigenen Blumen, Kräuter und Gemüse, kann jetzt im Herbst Samen ernten.

Allerdings gibt es einige Dinge zu beachten und bei welchen Pflanzen man aufpassen sollte, darüber reden wir diesmal.

Es ist Zeit, über den Tellerrand zu schauen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bei der Ernte denkt man nämlich nicht nur an einen gefüllten Magen, sondern auch an die Aussaat für das nächste Jahr: es ist ein guter Zeitpunkt, Samen zu ernten und zu sammeln. 

Unterschiedliche Pflanzen bilden unterschiedliche Sorten an Samen aus. Entsprechend unterschiedlich müssen sie auch geerntet werden.

Die Samen, die am Balkon anfallen und in den meisten Gärten unterteilt man an dieser Stelle stark vereinfacht und grob in zwei Kategorien: trockene und feuchte Samen.

 

Wichtig:

  1. Samen beider Sorten sollten erst dann geerntet werden, wenn sie reif sind. Ansonsten keimen sie kaum oder gar nicht.
  2. Außerdem müssen sie vor der Lagerung trocken sein: Sie fangen sonst an zu schimmeln!
  3. Am besten legt man sie breitflächig aus, in kleinen Schalen, auf Zeitungspapier oder in leere Streichholzschachteln. Eine Hülle aus Pappe soll besonders gut die Feuchtigkeit entziehen, sagt man.
  4. Kühl, trocken und dunkel gelagert, bleiben die meisten Samen je nach Sorte etwa drei Jahre lang keimfähig. 
  5.  Viele Sorten wie Ringelblume, Wicke oder Kapuzinerkresse sammelt man von Hand und direkt an der Pflanze.

 

Trockene Samen

Trockene Samen wie jene der Hülsenfrüchte (Bohne, Erbse etc.) erntet man „unaufgeplatzt“, wenn die Früchte sich „verdrehen“, danach dann unbedingt nachtrocknen. Ebenso bei Doldenblütlern wie Karotten, Dille, Kümmel, Fenchel etc.

Wichtig ist trockenes Wetter, ideal ist Sonne, damit die Samen gut trocknen und es auch so bleiben.

Fast täglich sollte man die Samenstände schon an der Pflanze kontrollieren und beobachten, damit sie nicht von selbst abfallen.

TIPP: Wenn man beispielsweise einen Damenstrumpf darüberstülpt, kann man die Samen darin „reinfallen lassen“, sie gehen dadurch nicht verloren und bleiben sauber und trocken, auch Vögel und Insekten können sie nicht „stehlen“.

Samenreife erkennen: Ob die Samen reif sind, kann man ganz einfach feststellen: Sie lassen sich leicht absammeln oder ihre Samenhüllen lassen sich leicht öffnen. Oft sind sieauch schon braun, trocken und hart.

Feuchte Samen

Feuchte Pflanzensamen ernten: Bei Tomaten beispielsweise muss man gerade deswegen die Samen aus den ÜBERREIFEN Früchten herauslösen.

Man schabt sie vorsichtig mit einem Löffel heraus, spült unter fließendem Wasser ab, bis sie sauber sind und trocknet sie anschließend einige Tage auf Küchen- oder Zeitungspapier, sie sind einige Male zu wenden, damit sie nicht ankleben oder schimmeln. Das Papier muss die Feuchtigkeit aufsaugen.

Bei vielen Samen wie z.B. von Gurken, Zucchini und Melanzani, vielen Paprika muss man vorsichtig sein, weil es hier oft Hybridzüchtungen sind und durch das Rückkreuzen die Bestäubung unkontrolliert ist und manchmal Giftstoffe in Folgefrüchten gebildet werden, allen voran Zucchini und Kürbisse.

Wenn man sich also bei seiner Sorte nicht sicher ist, ob es um eine samenfeste Sorte oder einen Hybrid handelt, bitte Hände weg und nächstes Jahr neues Saatgut kaufen.

Ich habe einen Kommentar einer Versuchsanstalt gefunden:

„Durch unkontrollierte Rückkreuzungen von Zucchini undSpeisekürbissen (z.B. mit Zierkürbissen) können sich Cucurbitacine bilden, die im menschlichen Körper toxisch wirken. Einige Hobbygärtner hat das leider auchschon das Leben gekostet. Wenn die eigenen Kürbisse und Zucchinisehr bitter schmecken, sollte man sie auf jeden Fall wegwerfen.“

 

Das Saatgut in kleinen Briefumschlägen, Briefmarkensäckchen etc. trocken lagern und dann richtig beschriften und einordnen, sodass man dann im Laufe des kommenden Winters wieder aussäen kann.

Pfefferoni und Chilis müssen ja heuer bereits ausgesät werden (Dezember).

Vor allem an Blumen und Kräuter werden Samen abgeerntet, hier ist es auf jeden Fall Bedenkenloser.

 

Autor
Erwin Seidemann
Datum
18.9.2026
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