Erwin’s Gartenschule
Steinmehl

Eines der ur-eigensten und ältesten Garten-Hausmittelchen, das Steinmehl, will ich etwas näher vorstellen, weil es gerade im Herbst, aber auch während des Wachstums und zu unterschiedlichen Anlässen verwendet werden kann.
Ich war lange Zeit nicht überzeugt, habe aber im Laufe meiner Gärtnerzeit viel versucht und Erfahrungen gesammelt. Ich bin mittlerweile Steinmehl-Fan, auch wenn nicht jedes Steinmehl gleich wie das andere ist, aber das würde den Rahmen sprengen.
Unter Gesteinsmehl, Urgesteinsmehl oder Steinmehl versteht man sehr fein gemahlenen Stein verschiedener Art. Basalt, Granit, Diabas oder andere wie Kalkstein, die unterschiedliche Spurenelemente enthalten. Je nach Ausgangsgestein unterscheiden sich die Eigenschaften des Steinmehls.
Die Idee, das Gesteinsmehl im Garten zu verwenden, ist nicht neu: Mergel, Ton und Vulkanaschen dienten bereits in der Antike zur Verbesserung des Ackerlandes. Auch der natürlich gewachsene Boden zu unseren Füßen entstand, weil mineralisches Gestein verwittert ist und sich mit organischer Substanz, etwa abgestorbenen Pflanzen, vermischt hat.
Gesteinsmehl enthält keine oder kaum Hauptnährstoffe. Es ist deshalb kein klassischer Dünger. Stattdessen zählt es zu den Bodenhilfsstoffen, die die Erde fruchtbarer machen und dafür sorgen, das Wasser darin zu halten. Die darin reichlich vorhandenen Mineralstoffe und Spurenelemente unterstützen aber als Mikronährstoffe Pflanzen beim Wachsen und machen sie widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen und Krankheiten.
In Erde eingebrachtes Gesteinsmehl verwittert durch chemische und physikalische Vorgänge im Boden. Die Bodenlebewesen verbinden dessen mineralische Bestandteile schließlich mit organischen Humusteilchen zu wertvollen Ton-Humus-Komplexen. Diese Komplexe sorgen für eine ideale Bodenstruktur, die Wasser gut hält, ohne dabei eine ausreichende Durchlüftung zu verhindern. Tonminerale selbst haben ebenfalls die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und dadurch aufzuquellen und das Wasser im Boden zu halten.
Welche Möglichkeiten gibt es, Steinmehl zu verwenden?
1. In den Boden einarbeiten
Das feine Pulver (Achtung! Den Staub lieber nicht tief einatmen) in einem Eimer oder Schubkarren mit Erde oder Kompost mischen, anschließend ausbringen, mit einer Harke leicht einarbeiten und wässern.
2. Ins Gießwasser einrühren
Ins Gießwasser einrühren und den Wurzelbereich von Gehölzen wie Obst und anderen Dauerkulturen damit gießen.
3. Ins Pflanzloch geben
Gesteinsmehl kann z. B. immergrünen Gehölzen mit empfindlichen Wurzeln günstige Bedingungen zum Anwachsen schaffen.
4. über den Kompost streuen
Steinmehle beschleunigen die Rotte und binden gleichzeitig unangenehme Gerüche. Mit dem Kompost gelangt das Gesteinsmehl außerdem später in den Boden.
5. In Pflanzenjauche auflösen
Das Mehl mildert strenge Gerüche und reichert die Brühe mit wertvollen Mineralien an.
Im Garten kommt Gesteinsmehl nicht nur als Bodenverbesserer, sondern auch als Pflanzenstärkungsmittel zum Schutz vor Schädlingen und Pilzkrankheiten zum Einsatz:
1. Die enthaltene Kieselsäure (Siliziumoxid) macht Pflanzenzellwände von innen stark gegen Angreifer.
2. Als Belag auf den Blättern hindert es Pilzsporen amKeimen. Dafür setzt man 200-300 g Steinmehl mit etwas Wasser an, und verdünnt den Brei unter ständigem Rühren mit 10 l Wasser. Einmal pro Woche und nach Niederschlägen spritzen. Fertige Spritzbrühe lässt sich aufbewahren, muss aber vor der nächsten Behandlung gut aufgeschüttelt werden.
3. Als Staub auf den Blättern behindert Gesteinsmehl Läuse, Rote Spinne und andere saugende Insekten, nicht nur beim Saugen auch beim Atmen und Bewegen. Gesteinspuder wirkt überdies desodorierend. So nehmen Schädlinge, Aromen und Lockstoffe nicht mehr gezielt wahr und sind verwirrt.
4. Schnecken lassen sich durch einen 5–10 cm breiten Steinmehl-Streifen etwas vonSetzlingen abhalten. Nach Regen muss dieser aber erneuert werden.

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Der lang ersehnte Regen istgekommen und bringt nun endlich ergiebige Niederschläge. Das tut nach so einer Hitzephase auch mal uns Menschen gut, aber vor allem der Pflanzenwelt. Auch in unseren Gärten. Und auch wenn ich es noch nicht so recht gerne aussprechen will: Jetzt ist die perfekte Zeit um HERBST-Dünger auszubringen um die Pflanzen in ihrer Widerstandsfähigkeit im WINTER zu unterstützen.
Die Zeit der Ausreife beginnt
Nach einer intensiven Wachstumsphase mit erhöhtem Stress durch Hitze und Trockenheit beginnen Pflanzen nun ihre Reserven für den Winter aufzubauen. Zellwände werden fester, Triebe verholzen und Zucker (und andere Reservestoffe) werden eingelagert. Wo vorher noch der STICKSTOFF als Wachstumsgeber- und erhalter als Hauptnährstoff am Speiseplan tritt nun das Kalium in den Mittelpunkt.
Und Kalium hilft der Pflanze genau in ihren natürlichen Vorgängen in dieser Zeit, man kann die Pflanzen also sozusagen winterfitter oder übertrieben winterhärter machen, als Pflanzen mit Kaliumunterversorgung. Meist wird der Nährstoff als Kalimagnesia (Patentkali) angeboten und ist in granulierter Form verfügbar. Bei Stauden, Sträuchern, Rosen und vor allem Kübelpflanzen wie z.B. Oliven (vor allem wenn man sie draußen überwintern will) eigentlich ein Muss. Eine einmalige von Gabe von ca. 30g/m2 ist hier vollkommen ausreichend.
WICHTIG: Kalium kann nur in Wasser gelöst aufgenommen werden. Das heißt, der Boden muss feucht sein und es muss auch nach der Düngung stets feucht sein. Also haben wir hier gerade die perfekte Phase, diesen Dünger auszubringen. Außerdem ist der Zeitraum bis ca. Ende September sinnvoll, da die Pflanze hier auch noch aufnehmen kann. Je später man düngt, desto weniger düngt man die Pflanze sondern den Boden. Und hier kann zu viel Kalium auch Probleme verursachen in dem es die Aufnahme von Calcium und Magnesium verhindert.
Außerdem muss man sagen, wer im Garten viel mit Kompost als Boden Verbesserer arbeitet, versorgt seine in der Regel Pflanzen schon mit Kalium. Hier ist dann eine weitere Kalimagnesia-Gabewenig sinnvoll. Außerdem wirkt der Kompost ja auch als Bodenverbesser und Bodenfutter-> wer so arbeitet, ist auf jeden Fall schon einen Schritt voraus!
Kübelpflanzen und Rasen
Ganz essentiell ist jetzt die Gabe von Kalimagnesia bei allen Pflanzen, welche in Töpfen wachsen und im Winter draußen stehen bleiben oder kalt überwintert werden. Besonders bei mediterranen Pflanzen (wie Oliven, Zitronen, Oleander, aber auch Lavendel, Palmen) empfiehlt sich die Düngung bis Mitte September durchzuführen um hier seine Pflanze wirklich zu stärken gegenüber der kalten Jahreszeit.
Bei Rasen verhält es sich ein wenig anders: Gartenbesitzer wissen Bescheid, wenn der Herbst warm ist wird auch im September und Oktober, teils November noch gemäht. Daher empfiehlt es sich hier ab jetzt einen ausgewogen Dünger mit erhöhtem Kaliumanteil zu geben. Da Rasen eine Intensiv-Kultur ist wird auch im Herbst noch Stickstoff gebraucht, wenn auch in reduzierter Form.
Ist der Rasen saftig und dunkelgrün, kann man eventuell rein mit Patentkali düngen. Ist es aber fähligoder hellgrün bitte noch mit leichtem Stickstoff-Anteil weiter düngen. Das Kalium hilft auch hier dem Rasen sich gegenüber Pilzen wie Schneeschimmel einfach widerstandsfähiger zu machen.
So düngen wir den Garten im Herbst
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