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Erwin’s Gartenschule

Thymian, der Fast-Alleskönner

Nachdem ich eines meiner Lieblingskräutlein, die ich für alles, wirklich für alles in der Küche, im Garten, als Zierpflanze und als Teekraut in Mischungen verwende, ich zuletzt schon vor 6 Jahren drüber geredet hatte, möchte ich es jetzt wieder tun! Es geht schon Richtung Herbst, wo man ja seine Kräuter bekanntlich erntet und trocknet, so auch den Thymian, um den es geht!

Er ist verwendbar als Zierpflanze, als Tee- und Gewürz- und Heilkraut, zum Räuchern, also sehr vielseitig.

Sicherlich betrachten wir in unserem Pflanzenratgeber in erster Linie die Sicht des Gärtners und Gartenbesitzers und zweiter Linie dann die Verwendung als Tee, was beispielsweise den Schutz vor diversen Schädlingen auf Pflanzen oder im Boden betrifft und schließlich auch die Verwendung in der Küche, das Trocknen, die Verwendung als Heilkraut.

Rezepte werden wir in der Kürze der Zeit nur eines hinsichtlich Ameisenbekämpfung durchbringen, den Rest verschlingt der Artenreichtum, das Vorkommen und die Verwendung/Pflege im Garten.

 

Die Pflege der allermeisten Thymianarten ist auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen! Kalkreiche, mineralische (steinige), nährstoffarme Böden, keine stark gedüngten Wiesen etc... Im Frühjahr eine einmalige Gabe mit „fertigem“ Kompost und ein bissl Schafwolle, mehr braucht es nicht. Je besser der Boden gedüngt wird, desto mehr fehlt dann die Winterhärte und die Widerstandskraft. Weniger ist in dem Fall viel mehr! Auch um die Wasserversorgung macht man sich am besten keine zu großen Gedanken,  trockene Standorte sind dem Thymian am liebsten, auch im Garten oder auf der Fensterbank.

Rückschnitt bringt allein schon die Ernte mit sich, bodendeckende Thymian-Arten braucht man ohnehin kaum einmal zurückzuschneiden!

 

Die unterschiedlichen Arten gehören aber schon ein wenig näher betrachtet und man wird drauf kommen, dass Thymian nicht gleich Thymian ist.

Der bei uns heimisch vorkommende und seit einigen Jahrhunderten schon heimische Thymian ist der Feldthymian (Thymus pulegioides), der auf ungedüngten Wiesen und am Wegesrand wild vorkommt und auffällig ist durch seine rosa-lila Blüten und seinen feinen Duft. Verwendung in der Küche eher untergeordnet, als Teekraut aber schon. Auch als sehr haltbare Schnittblume, weil die Pflanze ja bis 30cm lang und länger wird, ist sie auch noch gut für Sommersträußchen.

Der heimische Feldthymian wird ebenso wie der nur 10cm hoch werdende, bodendeckende Sandthymian (Thymus serpyllum) als Quendel bezeichnet. Der Sandthymian kann durchaus als Gewürz verwendet werden, aber auch als Teekraut für Hustentees gegen Erkrankungen der oberen Atemwege, ähnlich dem Salbei! Die häufigste Verwendung ist aber jene als Zierpflanze in Steingärten, weil auch die kleinen Lila Blüten sehr hübsch sind und den Garten beleben!

Der Zwerg-Sandthymian (Thymus praecox) ist zugleich auch der Frühblühendste, blüht bereits ab Mai und duftet in dieser Zeit besonders gut. Er wird aber nur 5cm hoch und ist der kleinste und schwachwüchsigste unter den bekannten Arten.

Der Kaskadenthymian (Thymus longicaulis) wird bis 1m lang und bleibt aber niedrig, schaut toll über Steinmauern aus und ist vielseitig verwendbar, in sehr strengen Winter kann er aber ausfrieren, muss dann zurückgeschnitten werden!

 

Die häufigsten Arten sind jedoch eindeutig der „gewöhnliche Thymian“ oder Römischer Quendel (Thymus vulgaris), dessen Küchenleistung und jene als Heilkraut gar nicht hoch genug einzuschätzen ist!

Er darf in keiner Gewürzmischung fehlen, jedes Kräuterkistl, jeder Kräutertopf oder Kräutergarten ist sein „Revier“. Es ist wie der Lavendel ein Kleinstrauch, verholzt in Bodennähe und darf nicht zu tief zurückgeschnitten werden. Zu verwenden sind die Blättchen, am besten friert man aber den gesamten abgeschnittenen Teil im Herbst ein und taut auf, entlaubt dann und trocknet, oder man trocknet die Teile und entlaubt sie dann, verwendet sollten eben nur die Blättchen werden!

Als Tee spielt er auch in der Pflanzenwelt und deren Schutz eine große Rolle. 100 Gramm frischer Thymian (im Ganzen) oder 20 Gramm getrockneter Thymian mit einem Liter heißem Wasser überbrühen, ziehen lassen und 1:3 verdünnt über Ameisennester sprühen/gießen, das auf 3 aufeinanderfolgenden Tagen und die Ameisen werden verschwunden sein. Sehr gut auch in Bezug auf Raupen und Kohlweißlinge!

In der Küche kann man Thymian aufs Helle, nicht zu warme Fensterbankl (vor allem, was den Winter betrifft) stellen, um auch im Winter was davon zu haben, oder sogar im Freien beernten (an frostfreien Tagen). Man verwendet Thymian als Verfeinerer von Saucen, für Fisch-, Fleisch und Gemüsegerichte aller Art, in Salaten und überhaupt als Teil der provenzalischen Küche, nicht nur der mediterranen! Am besten einen Vorrat anlegen, damit man im Winter genug getrockneten zur Verfügung hat, getrockneten, dann aber vielleicht nicht so gut für Salate, eher „nur zum- Kochen" verwenden!

 

Auch ein tolles Salatkräutlein ist der Zitronenthymian (Thymus vulgaris citriodorus), der weiß-grün gelb-grün panaschiert sein kann und nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch toll verwendbar ist und durch seine zusätzliche Zitrusnote auch toll für asiatische Gerichte verwendet werden kann.

Beide nützlichen Thymiane kann man auch im Garten verwenden, auf Trockenmauern, auch hier sind die kleinen weiß-lila Blümchen eine Bereicherung!

 

Auch zum Räuchern eignen sich manche Thymianarten, am ergiebigsten sind jedoch Zitronen – und gewöhnlicher Thymian!

 

Thymian kann man allgemein gut durch Samen oder durch Stecklinge im Herbst vermehren und problemlos im Freien überwintern!

Autor
Erwin Seidemann
Datum
20.8.2021
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Gewürze
Chili
14.1.2022
Chilis, Pfefferoni, Paprika aussäen

Scharfe Chili und Pfefferoni und teilweise auch milde Paprika sind JETZT an der Zeit, ausgesät zu werden, falls nicht schon geschehen. Viele machen das schon zu Weihnachten, vor allem was die total langsam wachsenden und keimenden Chilisamen betrifft…. Wir haben letzte Woche ausgesät, die weiteren Sorten dann im Laufe des Januar.

Pfefferoni, Chilis oder Paprikas sind alle 3 botanisch gesehen Capsicum annuum und Nachtschattengewächse. Von der Pflanze her sehr giftig, die Frucht jedoch nicht!

Pfefferoni waren die Ursprungsform. Sie stammen aus Südamerika und sind botanisch gesehen auch „ganz was anderes“, nämlich Kreuzungen, Wildformen aus Capsicum pubescens, Capsicum frutestens und andere.

Die scharfen Pfefferoni enthalten auch das richtige Capsaicin. Das ist ein geschmackloser Inhaltsstoff, der aber durch den besonderen Stoff Hautreizungen verursacht und damit einen brennenden Schmerz im Mund, man nennt das dann „Schärfe“. Je mehr Capsaicin enthalten ist, desto schärfer, je weniger bis gar keines, desto milder ist es.

Die Heimat ist Mittel-Südamerika. Kolumbus hat sie von seiner 2ten Amerikareise mit nach Spanien gebracht (daher oft der Name „Spanischer Pfeffer“).

Diese Alkaloide greifen die Rezeptoren an den Schleimhäuten an und vermitteln somit einwärmendes Gefühl.

  

Sollte man zu viel erwischen, was tun?

Capsaicin ist fettlöslich, daher NICHT Wasser trinken, sondern Milch trinken oder ein Butterbrot essen. Das löst dieses Alkaloid wieder leichter und schneller.

  

Anbau, Kultur und Pflege der Pflanze:

Sie werden im Dezember oder Jänner in ein durchlässiges Substrat angebaut und bis 0,5cm dick abgedeckt. Die Keimdauer kann bis zu 60 Tagen betragen, bei den gebräuchlichen Sorten keimt es bereits nach 20 Tagen. Die Keimtemperatur ist bei Pfefferoni bis 26-28°C!!!!

Es ist eine sehr wärmebedürftige Kultur, das zieht sich bis in die Sommer, Herbst fort. Ab Mai bilden sich Blüten aus, da müssen sie dann ins Freie und zwar an einen sehr warmen Standort. Es braucht ein gut durchlässiges Substrat mit relativ hohen Nährstoffanteil. Dabei hat sich die Schafwolle gut bewährt, aber auch andere Dünger wie Hühnermist oder Pferdemist (getrocknet). Paprika mögen keinen zu kalkreichen und schottrigen Standort. Sie wollen es eher humusreicher!

Die Pflanze braucht pro Tag im Sommer 1-2 Liter Wasser, ebenso wie die Pfefferoni. Wöchentliche Düngung übers Giesswasser mit einem Bioflüssigdünger macht die Pflanze sehr wuchsfreudig und ertragreich.

Man sollte sie nicht höher als 1 Meter werden lassen. Die erste Blüte („Königsblüte“) ist herauszubrechen, besonders bei großfruchtigen Paprika. Wenn sie höher würde, ist es gut, sie abzuschneiden und die ab August ausgebildeten Früchte größer und intensiver werden zu lassen.

Die Paprika färben von grün (oder sogar oft schwarz) über gelb nach rot ab. Es gibt dünnwandige (Neusiedler Ideal) zum Füllen, aber auch dickwandige (Türkischer Spitzpaprika).

Klein fruchtige Snackpaprika werden immer beliebter. Sie sind bereits ab Juli erntbar, hingegen Paprika in unseren Breiten erst ab August. Die Haupternte ist im September, ebenso wie bei den Pfefferoni. Lediglich die Chilis werden erst in der kühlen Jahreszeit richtig scharf und reif, dann aber richtig.

 

Für Pfefferoni bzw. Chilis gab es früher die Schärfeskala 1-10, wo 1 mild ist und 10 bzw. 10+++ sehr böse…. Heute gibt es die Skalierung nach „Scoville“ (benannt Wilbur Scoville vor ca. 100 Jahren), wobei ein Milder Spiralpfefferoni, der angenehme Schärfe und Würze aufweist und einem Gulyas noch gut tut, eine Schärfe von 500-1500 Scoville hat.

Die Weltmeister-Chilis wie Trinidad Moruga Scorpion oder Carolina Reaper (alles Bhut Jolokia-Chilis) weisen etwa 2,2 Millionen(!!!!!) Scoville aus.

Das bedeutet, dass man die 2,2-Millionen fache Menge einer nicht scharfen Speise kochen muss, damit man in dieser keinen scharfen Geschmack mehr verspürt. Das heißt, ein Chili von 1x1 mm macht einen Chilieintopf von 10kg nahezu „ungenießbar“, also nur mehr scharf und böse….

 

Scharfe Chilis, die den heißesten und wärmsten Platz im Garten und auf dem Balkon wollen, lieben es zur Reife hin sehr stressig. Also dann wenig Gießen, austrocknen lassen, soviel Sonne wie möglich geben, dann wird’s richtig scharf. Chilis sind unterschiedlich, was die Schärfe anbelangt, an der Spitze sind sie „milder“, um die Kerne herum extrem, oft aber auch unterschiedlich an der Pflanze selbst.

Chilis „schmecken“, wenn man den Riesenschock samt Tränen verdaut hat, nach Zitrone, nach Orangen, Tropic und Vanille jedoch selten nach „Pfeffer“. Sie sind ja als Gewürz gedacht, nicht als Speise.

Man findet dann weltweit Blogs bei Pepper-Joe, Chili-Fee, die meisten Chilifreaks gibt es auf www.chiliheads.de. Da sind bis zu 3 Mio. Zugriffe in Deutschland pro Monat, vor allem um diese Zeit. Auch auf Tauschbörsen werden die Samen ausgetauscht.

 

Neuerdings ist der schärfste mit 16 Mio. Scoville ausgetestet worden und heißt „Blair's 16 Million Reserve“. Er besteht aus reinen Capsicain-Kristallen und ist ungenießbar für den Menschen, aber auch ein Mad Dog Nr. 9 Plutonium ist mit 9 Mio. ein Hammer...

Scharfe Chili und Pfefferoni und teilweise auch milde Paprika sind JETZT an der Zeit, ausgesät zu werden, falls nicht schon geschehen. Viele machen das schon zu Weihnachten, vor allem was die total langsam wachsenden und keimenden Chilisamen betrifft….

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Herbst
Aussaat
Gewürze
17.9.2021
Knoblauchpflanzung AKTUELL JETZT!!

Knoblauch pflanzen, aber wie, was und wann?

Knoblauch stammt ja aus China, Fernost und ist von dort aus zu uns gekommen, findet auch bei uns in der Landwirtschaft Verbreitung, so auch im Marchfeld, besonders auch Steiermark, in Resteuropa in Frankreich und in den ehemaligen Ostblockländern.

Knoblauch benötigt einen sonnigen, warmen, nicht zu stark gedüngten, aber eher leicht feuchten (keine STAUNÄSSE) und gut humosen, vorbereiteten Boden!

Man drückt Knollen in die lockere Erde, aber nicht unbedingt aus dem Supermarkt (weil getrocknet, haut selten hin), sondern solche, die zur Pflanzung vorgesehen sind, also „frische“ Zehen! Tiefe 5 cm, Abstand 10-15cm, von Reihe zu Reihe 20-30cm, oder man pflanzt zwischen Rosenstöcken, Erdbeeren oder auch in tiefe Töpfe. Bitte nicht neben Kartoffel oder Erbsen, Bohnen pflanzen, vertragen sich nicht.

Die allerbeste Pflanzzeit ist September und Oktober, bedeckt die Knollen im Winter mit einer Mulchschicht aus Heu oder Stroh, um vor Starkfrost und Austrocknung zu schützen!

Man kann auch im März pflanzen, die Zeit bis zur Ernte Ende Juli/Anfang August ist dann aber wesentlich knapper und die Knolle wächst an frostfreien Wintertagen doch auch etwas weiter.


Wann kann man ernten?

Erntereif ist der Knoblauch dann, wenn die Blätter zu vergilben beginnen, dann ziehen und an einen kühlen, dunklen und trockenen Ort (Keller, Dachboden?) bringen. Kommt der Knoblauch zum Blühen, so schneidet man die Blüten einfach ab!

Man kann auch ein paar Zehen aufbewahren und diese an einen anderen Platz pflanzen, dann hat man nächstes Jahr wieder frischen Knoblauch ab August!

Die Pflanzen bilden auch Scheindolden, wo kleine Brotknöllchen beinhaltet sind, diese kann man auch sofort säen, es dauert allerdings bis zu 2 Jahre für eine vernünftige Ernte!


Verwendung von Knoblauch im Garten als Pflanzenschutzmittel?

Durch die Wirkstoffe Allicin (botanischer Name von Knoblauch ist Allium sativum) und Mercaptan sind geschälte Knoblauchknollen das UM und AUF im Biologischen Pflanzenschutz. Egal, ob im Garten oder bei Zimmerpflanzen, Knoblauch findet gegen Spinnmilben, Läuse, Raupen, Mehltau, Rost, sogar gegen Schnecken und Wühlmäuse Anwendung! Bei Rosen ist sogar deren Duft intensiver, wenn man Zehen in die Erde steckt, die Pflanzen werden robuster.

Die übliche Vorgangsweise ist jedoch, 50g Zehen schälen, grob zerhacken und auf 5 Liter kaltes Wasser geben, 24 Stunden stehen lassen und unverdünnt sprühen. Das nennt man Mazeration oder Kaltwasserauszug!

Knoblauchsud (Brühe), das heißt der kurz aufgekochte Knoblauch ist gut gegen Raupen, aber auch als Dünger, weil er etliches an Nährstoffen enthält. Durch das Aufkochen geht aber ein wenig was verloren.

Sollte man aber keinen eigenen Knoblauch zur Verfügung haben, dann bitte Knoblauch aus Europa verwenden. Meiner Erfahrung der letzten Jahre nach nützt der chinesische in  dem Falle fast nichts, scheint bei den Transporten doch zu viel abhandenkommen…


Knoblauch und das Küssen…

Man sagt, man kann den Geschmack und den Geruch einer Speise mit Knoblauch durch Zugabe von Ingwer und/oder Zitronensaft mildern oder komplett eindämmen.

Vor dem Kuss nach dem Essen soll man 2-3 Kaffeebohnen zerkauen und schon ist es wieder okay. Ansonsten sollten einfach BEIDE Knoblauch essen…


Knoblauch findet auch in der Gesundheiterhaltung, im Anti-Aging und bei vielen Vitalprogrammen Anwendung, das ist jedoch in einer anderen Sendung zu hören….

Ich hoffe, das ganze Studio riecht nicht nach Knoblauch nach dieser Sendung. Vieles spielt sich ja im Kopf ab, wie wir wissen….

Knoblauch pflanzen, aber wie, was und wann? Knoblauch stammt ja aus China, Fernost und ist von dort aus zu uns gekommen, findet auch bei uns in der Landwirtschaft Verbreitung, so auch im Marchfeld, besonders auch Steiermark, in Resteuropa in Frankreich und in den ehemaligen Ostblockländern.

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Kräuter
Gewürze
14.5.2021
Basilikum - Sinnbild der mediterranen Küche

Was beeindruckend ist an dieser Pflanze, das ist die nicht wirklich so bekannte VIELFALT. Das „Königliche“ heißt es im Griechischen, bezieht sich auf den einzigartigen Geruch, der schier unverwechselbar ist. Jetzt erst fängt die Zeit an, aber auch nur in Tallagen, noch nicht wirklich weiter oben, ihn ins Freie zu geben.

Basilikum ist in den letzten Jahren ein wenig zur "einmal Ernte und weg" -Pflanze geworden, sehr zum Leidwesen des eigentlichen Stellenwerts der Pflanze!

Das einjährige Basilikum kann leicht selbst ausgesät werden. Da die Pflanzen recht frostempfindlich sind, werden sie frühestens Mitte Mai ausgepflanzt. Es empfiehlt sich, die Pflanzen im Topf an einem geschützten Ort zu halten, da sie im Garten gern der Schnecken zum Opfer fallen.

Basilikum möchte einen warmen und hellen Platz, welcher jedoch nicht in der prallen Sonne sein muss. Oft wird er auch zu wenig gegossen. In der heißen Jahreszeit verträgt er schon eine kräftige Wassergabe am Tag. Basilikum braucht auch im fortschreitenden Alter viele Nährstoffe, eine kleine Gabe Schafwolle kann viel Positives bewirken.

Basilikum am besten am Morgen ernten, dabei nur die Triebspritzen bis zu 2/3 der Pflanze entfernen, nicht bis zum Boden ratzeputz zurückschneiden, Blätter bei der Ernte nicht verletzen, sonst strömen die Duftstoffe zu schnell aus! Sobald die Pflanze gut angewurzelt ist und treibt, können sie beerntet werden. Dadurch wird ein schönes buschiges Wachstum gefördert. Am besten immer über einem Blattpaar abschneiden oder abzwicken, eben nicht zu tief, dann treibt er wieder gut nach!

In den meisten Fällen hält es nicht so lange, weil es im Topf einfach viel zu eng ist, das heißt, besser wäre es, es zu teilen nach dem Kauf und umzutopfen, was jedoch kaum wer macht.

Der mehrjährig wachsende (aber NICHT winterharte) Basilikum ist eine ganz spezielle und vielfältige Angelegenheit. Es hat einen sehr hohen Anteil an ätherischen Ölen und ist unten verholzt, verträgt mehr Stress! Es ist auch recht gut überwinterbar, nämlich an einem hellen, temperierten Platz bei 15°C. Dann kann man auch im Winter ernten. Temperaturen unter 10°C sind kritisch. Das Afrikanische Basilikum, wenn der Stängel schon gut verholzt ist, soll sich noch  leichter über den Winter bringen lassen als das Griechische- Strauchbasilikum.

Basilikum findet seine Verwendung in der Küche überall dort, wo man mediterrane Küche mag. Wenn man mit Basilikum würzt, lässt man meist andere Gewürze zur Gänze weg, da Basilikum selbst eine ganz besondere Geschmacksnote besitzt.

Man sagt, Basilikum eignet sich meist nicht besonders gut zum Trocknen. Das Aroma geht dadurch weitgehend verloren. Um auch im Winter dieses Gewürz zu genießen, legt man es in Essig oder Öl ein. Kräuteressig und Kräuteröle finden oft Verwendung. Auch als Würze beim Einlegen von Gemüse macht sich Basilikum sehr gut.

Andere wiederum sagen, es geht gut zu trocknen: die Blätter am Morgen ernten, so wenig wie möglich berühren, dünn auflegen, rasch trocknen und sofort vorsichtig abfüllen, dann bleibt Farbe bzw. Aroma erhalten.

 

Inhaltsstoffe und Wirkung:

Kohlehydraten, Protein, Vitamin A und Vitamin C

Wirkt antibakteriell, beruhigend, darmreinigend, krampflösend, schmerzstillend und hilft bei Blähungen, Magen- und Darmbeschwerden. Laut Wissenschaft ist der potentiell schädliche Stoff Estragol enthalten und daher eine dauerhafte therapeutische Anwendung von Basilikum heute nicht vertretbar. Vor allem Schwangere sollten es mit  diesem Gewürz nicht übertrieben, ist menstruationsfördernd und fördert angeblich bestimmte, wichtige Hormone!

 

Basilikum im Garten gegen Schädlinge:

Basilikum selbst ist geniales Schneckenfutter, selbst aber als Tee angesetzt ein wunderbares Mittel gegen Läuse, Spinnmilben und Weiße Fliege. 4 Esslöffelgehacktes Basilkum (egal, welches) mit 1 Liter heißem Wasser überbrühen, 20 Minuten ziehen lassen, abseihen, erkalten lassen und unverdünnt ausbringen!

 

Basilikumsorten bzw. –arten:

Ein Auszug!

Ocimumist der botanische Name. Es gibt viele rot- und grünlaubige Typen, alle sind extrem kälte- und frostempfindlich.

 

·       Zitronenbasilikum (- americanum)(einjährig)

·       Thaibasilikum

·       Cinnamon (riecht und schmeckt ein wenig nach Zimt)

·       Genoveser (- basilicum "Genovese") (einjährig) großblättrig

·       Palla (Bäumchenbasilikum) kleinblättrig, sehr kompakt, runder Aufbau, robust, ertragreich, selten erhältlich

·       Afrikanisches Strauchbasilikum (- kilimandscharicum x basilicum "Purpurescens") (mehrjährig) DAS BIENEN-BASILIKUM!

·       Griechisches Strauchbasilikum (mehrjährig) mit der Sorte Tauris, das beste seiner Zunft

·       Russisches Basilikum mit den Sorten Gorbatschow, Krim und ähnlich

·       Heiliges Basilikum: wird auch Samenvermehrt, ist zur Senkung des Cholesterinspiegels ausgezeichnet, aber auch zum Würzen, Ayourvedapflanze!

Was beeindruckend ist an dieser Pflanze, das ist die nicht wirklich so bekannte VIELFALT. Das „Königliche“ heißt es im Griechischen, bezieht sich auf den einzigartigen Geruch, der schier unverwechselbar ist.

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