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Erwin’s Gartenschule

Der Olivenbaum

Der Olivenbaum – das Symbol des Mediterranen Raumes

Der Olivenbaum gilt als die Baumart, welche den Mittelmeer-Raum landschaftlich als auch als Kulturpflanze prägt wie keine andere. Olivenbäume können am Naturstandort mehrere 100 Jahre alt werden, manche Exemplare auf Kreta und in Israel/Palästina sind auf 2000 bis 5000 Jahre geschätzt worden. Es spricht also vieles für einen langlebigen und robusten Zeitgenossen, der auch als Kübelpflanze eine immer größere Bedeutung in Tiroler Gärten und auf Balkonen findet.

 Gerade das jüngere Publikum sehnt sich nach mediterranen Flair im Garten und auf der Terrasse, der Olivenbaum stellt hier ein zentrales Element dar. Und obwohl der Olivenbaum sehr zäh und robust ist, kommt dieser doch im alpinen Winter an die Grenze seiner Widerstandsfähigkeit. Daher gibt es einige Punkte zu beachten, damit dieser auch in Tirol ein hohes Alter erreichen kann.

 

Auswintern der Oliven

Idealerweise werden Oliven in Tirol hell und kühl bei Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad überwintert. Die Einwinterung kann sehr spät erfolgen, meist erst ab Dezember und sollte auch so früh wie möglich ab März wieder nach draußen wandern. Oliven halten kurzzeitige Temperaturen von -10 Grad aus und werden daher auch schon sehr oft im Freien überwintert. Die optimale Vorgehensweise wäre hier: Einpacken des Gefäßes mit Styropor oder Wolle, ab Temperaturen von – 6 Grad sollte auch die Krone mit einem Überwinterungsvlies eingepackt werden. Steigen die Temperaturen am Folgetag wieder an, sollte diese wieder ausgepackt werden und erst wieder bei Frostgefahr eingewickelt.

Viele Schäden an Oliven entstehen nämlich weniger durch den Frost, als durch Trockenschäden. Die Olive ist ein immergrüner Baum, der auch im Winter Wasser benötigt. Wird der Baum beispielsweise im November komplett eingepackt und erst im Laufe des März wieder ausgepackt, steht man oft vor einem kahlen Baum der leider vertrocknet ist. Daher sollte auch im Winter wenigstens 1x pro Monat gegossen werden. Im Überwinterungsquartiert sollte diese alle 2-3 Wochen passieren.

Hier gilt dieFaustregel: Je kälter desto trockener sollte er gehalten werden. Bei schlechten Überwinterungsbedingungen (z.B.: im Keller neben einem Fenster), sollte der Baum auch trocken gehalten werden. Auch bei bester Pflege verliert der Olivenbaum im Laufe des Märzes einiges an Laub, dies ist aber unbedenklich! Der Baum wird wieder austreiben!

Im April wird geschnitten

Damit der Olivenbaum wieder schön durchtreibt, darf im April stark zurückgeschnitten werden. Nach innen kreuzende Triebe sollten am Ansatz entfernt werden, ebenso Totholz. Für eine runde, kompakte Krone darf auch wild darauf losgeschnitten werden, denn: Ein Olivenbaum ist extrem schnittverträglich und treibt selbst aus dem alten Holz freudig wieder aus. Also hier nicht zurückhaltend sein! Triebe die aus dem Stamm oder aus dem Wurzelbereich ausschlagen gehören konsequent entfernt.

Bei einem starken Rückschnitt im Frühjahr werden jedoch auch Blütentriebe entfernt, denn diese sitzen am zweijährigen Holz. Alternativ kann man auch im Herbst schneiden, dies empfiehlt sich allerdings nur bei der FROSTFREIEN Überwinterung!

Ab April bis Oktober erfolgen zweiwöchentlich Düngergaben über das Gießwasser. Hier sollte auf eine ausreichende Stickstoffversorgung geachtet werden.

 

Standort im Sommer

Wenig überraschend fühlt sich die Oliven an sehr sonnigen und auch heißen Standortenpudel wohl. Das heißt auch direkt an einer Hauswand auf der Südseite wächst er fröhlich weiter. Wirklich sensibel geht er nur mit NASSEN Füßen um. Er sollte also nicht im Wasser stehen wie z.B. mit einem ständig gefüllten Untersetzer.

 

Olivenbaum auspflanzen?

Durch die immer milderen Winter und fast schon mediterranen Sommer in Tirol wagen auch viele HobbygärtnerInnen schon den Versuch des Auspflanzens im Garten. Eines muss hier aber klar sein: Selbst bei besten Vorkehrungen kann der Baum bei einem wirklich harten Winter das Projekt nicht überstehen, er ist also NIEMALS bedenkenlos winterhart genug. Wer weiß, wie es in 10 oder 20 Jahren aussieht.

Will man den Olivenbaum auspflanzen sind folgende Punkte unbedingt zu beachten:

Der Standortsollte unbedingt wasserdurchlässig sein und es darf auf gar keinen Fall eine Gefahr von Feuchte im Wurzelbereich über die Wintermonate entstehen. Außerdem muss die Möglichkeit bestehen, den Olivenbaum auch an der Wurzel zu schützen. Zum Beispiel mit einer dicken Laubschicht oder speziell isolierenden Baumscheiben. Das Loch sollte großzügig ausgehoben werden und unbedingt eine Drainageschicht eingebaut werden mit entsprechendem Trennvlies. Beim Substrat sollte auf mediterranes und durchlässiges zurückgegriffen werden! Der Stamm der Olive sollte um Aufplatzungen zu vermeiden mit einer Schilfrohrmatte umwickelt werden und die Krone mit einem dicken Überwinterungsvlies bei starkem Frost eingepackt werden.

Mittlerweile gibt es auch Vegetationsheizungen. Diese werden im Wurzelbereich eingegraben und spiralförmig um Stamm und Krone gewickelt. Meist regulieren sie die Temperatur selbst.

 

Autor
Erwin Seidemann
Datum
10.4.2026
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