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Erwin’s Gartenschule

Lavendel – der Duft der Provence

Der Lavendel ist tatsächlich „everbodys darling“, bei wenigen Duftpflanzen gerät man so ins Schwärmen wie bei Lavendel.

Lavendel ist aber nicht gleich Lavendel, was die Arten betrifft, bei deren Winterhärte und Pflege gibt es Unterschiede. Aber eines ist gewiss: Gesunde Lavendelbüsche, die in Tirol überwintern sollen, brauchen kaum Nährstoffe, ausgenommen Magnesium und vor allem KALK! Lavendel wächst in der Provence auf fast reinem Kalkstein, das sagt schon viel aus.

Lavendel und Rosen?

Ein klassisch-untrennbares Gespann? Mitnichten. Rosen lieben tiefgründigen, humosen und nährstoffreichen Boden, Lavendel dagegen Kalkboden, den wiederum Rosen gar nicht gern mögen.

 

Was braucht Lavendel?

Lavendel brauch  tgrundsätzlich kalkreichen Boden, also keine saure Erde, verträgt auch keine Abdeckung mit Rindenmulch, auch wenn es häufig gemacht wird. Besser ist die Mulch-Abdeckung mit Sand.

Lavendel benötigt einen sehr sonnigen Standort ohne große Schatteneinwirkung, gut drainierten Boden, keine Staunässe.

Dem Kalkmangel wird man gerecht, indem man jährlich z.B. Magnesiumkalk einstreut, etwa 2 Esslöffel je Pflanze. Wenn man häufig allgemeinen Gartendünger gibt, wird die Pflanze lang und weich, mastig und unansehnlich, produziert sehr lange Blütenstiele.

 

Rückschnitt des Lavendel

Der beste Rückschnitt ist JÄHRLICH im Spätsommer nach der Blüte. Der volle Duft entfaltet sich so und anders erst gegen Ende der Blütezeit. Wenn man Blüten  trocknen will,erntet man vor der Hochblüte, also wenn die meisten Blüten geöffnet sind, dann am liebsten „umgekehrt“ aufhängen an einem lufttrockenen Ort. Das gilt auch für Lavendelsträußchen für den Kleiderschrank.

Wenn man den Lavendel jährlich und nicht zu tief hinunterschneidet, dann bleibt er schön kompakt und rund. Man kann im zeitigen Frühjahr März/April noch einmal nachschneiden, Hauptschnitt ist aber September mit der Zweidrittel/Eindrittel-Methode.

Lavendelblüten verwendet man auch für Süßspeisen (Lavendelzucker), wo man selbst, wenn die Blüten komplett vertrocknet sind, diese noch verwenden darf und kann.

 

Verwendung von Lavendel

Viele verwenden Lavendel dekorativ am Hauseingang als großen, wohlriechenden Eingangsduft, andere am Balkon, auf der Terrasse, manche sogar als „Bodendecker“ für magere Hänge, als Pflanze im Kiesbeet, solo oder in Gemeinschaft mit anderen mediterranen Pflanzen wie Salbei und Thymian, Bohnenkraut oder Ysop.

Lavendelpflanzen sind, in welcher Form auch immer, fast in jedem Garten oder Haushalt vertreten.  Lavendel sind abweisend für Schnecken, was große Vorteile bringt, werden selbst auch nicht von den schleimigen Plagegeistern angeknabbert.

Lavendel wirkt – wenn die Pflanze in Vollblüte ist (und nur dann!) – Gut gegen Schädlinge wie Läuse, Milben, vielen Insekten!

 

Winterharte, weniger winterharte und frostempfindliche Lavendel-Arten

Lavandula angustifolia („EchterLavendel“)

Der kurznadelige, grüne oder graugrüne mit der Hauptsorte Hidcote Blue und den beiden „zweitwichtigsten“ Munstead und Dwarf`s Blue. Es gibt nebst blau auch rosa oder weiß blühende Sorten, die aber von untergeordneter Bedeutung sind. Es ist die winterhärteste Art, keine Frage.

Lavandula intermedia

DER Provence-Lavendel. Das ist jener, der die Riesenfelder in Südfrankreich so schön lila aussehen lässt, bei uns nicht alle Sorten 100% winterfest. Die Intermedia-Typen sind die inhaltsstoff-reichsten mit dem typischen, eher stechenden „Speik-Geruch“, ist sehr ertragreich, wird bis zu 1,50m hoch, hat den 10-fachen Blüten und Inhaltsstoffertrag und wird in F Lavandin genannt und ist am allermeisten „durchzüchtet“, weil er auch wirtschaftlich von großer Bedeutung ist.

Lavandula dentata

Zahnlavendel mit wunderschönen, meist tief-lila Blumen und grauem, gezahnten Laub. Leider istd er Zahnlavendel nur zum (Groß-)Teil winterfest, für höhere Lagen nicht geeignet.

Lavandula lanata

Der wollige Lavendel mit weisser Behaarung, ist weniger nässeempfindlich und ist absolut winterfest! Ist mal was anderes, wer weisses Laub mag, der Kontrast ist gegeben, bleibt aber eher kompakter, ist manchmal ja vorteilhaft.

Lavandula stoechas

Schmetterlings- oder Schopflavendel mit der Heimat Türkei, welcher nur in Tallagen und das auch nicht immer winterfest ist. Diese Art hatte in den vergangenen Jahren den größten Aufschwung, weil sie schnell wächstund früh blüht, meist schon im Gewächshaus vorgetrieben im April. Der Schopflavendelhat ein einzigartiges, eher zimtiges Aroma.

Autor
Erwin Seidemann
Datum
15.5.2026
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Olivenbaum
Mediterrane Pflanzen
10.4.2026
Der Olivenbaum

Der Olivenbaum – das Symbol des Mediterranen Raumes

Der Olivenbaum gilt als die Baumart, welche den Mittelmeer-Raum landschaftlich als auch als Kulturpflanze prägt wie keine andere. Olivenbäume können am Naturstandort mehrere 100 Jahre alt werden, manche Exemplare auf Kreta und in Israel/Palästina sind auf 2000 bis 5000 Jahre geschätzt worden. Es spricht also vieles für einen langlebigen und robusten Zeitgenossen, der auch als Kübelpflanze eine immer größere Bedeutung in Tiroler Gärten und auf Balkonen findet.

 Gerade das jüngere Publikum sehnt sich nach mediterranen Flair im Garten und auf der Terrasse, der Olivenbaum stellt hier ein zentrales Element dar. Und obwohl der Olivenbaum sehr zäh und robust ist, kommt dieser doch im alpinen Winter an die Grenze seiner Widerstandsfähigkeit. Daher gibt es einige Punkte zu beachten, damit dieser auch in Tirol ein hohes Alter erreichen kann.

 

Auswintern der Oliven

Idealerweise werden Oliven in Tirol hell und kühl bei Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad überwintert. Die Einwinterung kann sehr spät erfolgen, meist erst ab Dezember und sollte auch so früh wie möglich ab März wieder nach draußen wandern. Oliven halten kurzzeitige Temperaturen von -10 Grad aus und werden daher auch schon sehr oft im Freien überwintert. Die optimale Vorgehensweise wäre hier: Einpacken des Gefäßes mit Styropor oder Wolle, ab Temperaturen von – 6 Grad sollte auch die Krone mit einem Überwinterungsvlies eingepackt werden. Steigen die Temperaturen am Folgetag wieder an, sollte diese wieder ausgepackt werden und erst wieder bei Frostgefahr eingewickelt.

Viele Schäden an Oliven entstehen nämlich weniger durch den Frost, als durch Trockenschäden. Die Olive ist ein immergrüner Baum, der auch im Winter Wasser benötigt. Wird der Baum beispielsweise im November komplett eingepackt und erst im Laufe des März wieder ausgepackt, steht man oft vor einem kahlen Baum der leider vertrocknet ist. Daher sollte auch im Winter wenigstens 1x pro Monat gegossen werden. Im Überwinterungsquartiert sollte diese alle 2-3 Wochen passieren.

Hier gilt dieFaustregel: Je kälter desto trockener sollte er gehalten werden. Bei schlechten Überwinterungsbedingungen (z.B.: im Keller neben einem Fenster), sollte der Baum auch trocken gehalten werden. Auch bei bester Pflege verliert der Olivenbaum im Laufe des Märzes einiges an Laub, dies ist aber unbedenklich! Der Baum wird wieder austreiben!

Im April wird geschnitten

Damit der Olivenbaum wieder schön durchtreibt, darf im April stark zurückgeschnitten werden. Nach innen kreuzende Triebe sollten am Ansatz entfernt werden, ebenso Totholz. Für eine runde, kompakte Krone darf auch wild darauf losgeschnitten werden, denn: Ein Olivenbaum ist extrem schnittverträglich und treibt selbst aus dem alten Holz freudig wieder aus. Also hier nicht zurückhaltend sein! Triebe die aus dem Stamm oder aus dem Wurzelbereich ausschlagen gehören konsequent entfernt.

Bei einem starken Rückschnitt im Frühjahr werden jedoch auch Blütentriebe entfernt, denn diese sitzen am zweijährigen Holz. Alternativ kann man auch im Herbst schneiden, dies empfiehlt sich allerdings nur bei der FROSTFREIEN Überwinterung!

Ab April bis Oktober erfolgen zweiwöchentlich Düngergaben über das Gießwasser. Hier sollte auf eine ausreichende Stickstoffversorgung geachtet werden.

 

Standort im Sommer

Wenig überraschend fühlt sich die Oliven an sehr sonnigen und auch heißen Standortenpudel wohl. Das heißt auch direkt an einer Hauswand auf der Südseite wächst er fröhlich weiter. Wirklich sensibel geht er nur mit NASSEN Füßen um. Er sollte also nicht im Wasser stehen wie z.B. mit einem ständig gefüllten Untersetzer.

 

Olivenbaum auspflanzen?

Durch die immer milderen Winter und fast schon mediterranen Sommer in Tirol wagen auch viele HobbygärtnerInnen schon den Versuch des Auspflanzens im Garten. Eines muss hier aber klar sein: Selbst bei besten Vorkehrungen kann der Baum bei einem wirklich harten Winter das Projekt nicht überstehen, er ist also NIEMALS bedenkenlos winterhart genug. Wer weiß, wie es in 10 oder 20 Jahren aussieht.

Will man den Olivenbaum auspflanzen sind folgende Punkte unbedingt zu beachten:

Der Standortsollte unbedingt wasserdurchlässig sein und es darf auf gar keinen Fall eine Gefahr von Feuchte im Wurzelbereich über die Wintermonate entstehen. Außerdem muss die Möglichkeit bestehen, den Olivenbaum auch an der Wurzel zu schützen. Zum Beispiel mit einer dicken Laubschicht oder speziell isolierenden Baumscheiben. Das Loch sollte großzügig ausgehoben werden und unbedingt eine Drainageschicht eingebaut werden mit entsprechendem Trennvlies. Beim Substrat sollte auf mediterranes und durchlässiges zurückgegriffen werden! Der Stamm der Olive sollte um Aufplatzungen zu vermeiden mit einer Schilfrohrmatte umwickelt werden und die Krone mit einem dicken Überwinterungsvlies bei starkem Frost eingepackt werden.

Mittlerweile gibt es auch Vegetationsheizungen. Diese werden im Wurzelbereich eingegraben und spiralförmig um Stamm und Krone gewickelt. Meist regulieren sie die Temperatur selbst.

 

Der Olivenbaum gilt als die Baumart, welche den Mittelmeer-Raum landschaftlich als auch als Kulturpflanze prägt wie keine andere und hat auch als Kübelpflanze eine immer größere Bedeutung in Tiroler Gärten und auf Balkonen findet.

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Blumen / Blüten
Lavendel
9.8.2024
Essbare Blüten

Was früher nur in der Spitzengastronomie, umgekehrt aber auch nur in der „alternativen Hobbyküche“ zum Einsatz gekommen ist, wird immer mehr zum „Nahrungsergänzungsmittel“, was sehr gesund, schmackhaft und halt besonders ist. Auch wenn für viele noch immer ein bissl „strange“, so finden essbare Blüten seit jeher den Weg in JEDEN Haushalt, man denkt nur nicht immer dran. Sie sorgen für gute Laune im Blumenbeet oder am Balkon – und auf dem Teller.

Die Farbtupfer im Grün sind aber nicht nur dazu da, um bewundernde Blick auf sich zu ziehen. Sie erfüllen bekanntermaßen auch eine wichtige Aufgabe: Blüten locken Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten an, damit sie die Pflanze befruchten und sich Früchte wie Äpfel, Tomaten oder Himbeeren entwickeln können.

Essbare Blüten nicht nur als Dekoration

Viele Blüten sind aber auch für uns genießbar. Je nach Pflanze können wir die Blütenblätter oder sogar ganze Blüten in der Küche verwenden. Und das nicht nur als Dekoration: Mit ihren zuckersüßen bis pfeffrig-scharfen Aromen gebenessbare Blüten Gerichten und Getränken eine besondere Note.

In der natürlichen Hausapotheke werden einige essbare Blüten ebenfalls geschätzt: Tee aus Lavendelblüten helfen zum Beispiel bei Magen- und Darmbeschwerden sowie Einschlafstörungen. Aufgüssen aus Malven sagt man eine hustenstillende Wirkung nach. Und die Blüten der Kamille haben es als Teekraut in sämtliche Verkaufsregale geschafft.

 

Essbar oder giftig?

Blumen, Gemüse, Kräuter und Gehölze: Essbare Blüten findet man in jeder Kategorie. Ob Blüten einer bestimmten Pflanze oder Art genießbar sind, ist ihnen leider nicht anzusehen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man sich vorab genau informieren und sicher sein, was man vorhat, bevor man sie erntet und weiterverarbeitet.

Als genießbar gelten in der Regel die Blüten von:

Bärlauch, Borretsch, Gänseblümchen, Holunder, Kapuzinerkresse, Kornblume, Lavendel, Löwenzahn, Pimpernelle, Ringelblume, Rose, Rucola, Schafgarbe, Schnittlauch, Schnittknoblauch, Hornveilchen, Wilde Stiefmütterchen und Zucchini.

 

Folgende Blüten sind nicht essbar oder sogar giftig:

Akelei, Christrose, Eisenhut, Engelstrompete, Fingerhut, Goldregen, Herbstzeitlose, Maiglöckchen, Hahnenfuß, Tollkirsche sowie Nachtschattengewächse wie Tomaten.

 

Das kann man mit essbarenBlüten machen:

Essbare Blüten sind in der Küche vielseitig einsetzbar – frisch, getrocknet, roh, gegart, zu Sirup oder Gelee verarbeitet oder in Essig und Alkohol eingelegt.

Kräuter- und Gemüseblüten verfeinern in der Regel herzhafte Gerichte, Blumenblüten eignen sich insbesondere für süße Speisen und Getränke.

Mit den frisch gezupften Blüten von Kapuzinerkresse, Kornblume, Borretsch, Rucola und Gänseblümchen kann man beispielsweise grünen Salat aufpeppen. Gehackt verwandeln sie Kräutertopfen, Dips und Kräuterbutter in farbenfrohe Hingucker, die man auch aufs Brot schmieren oder zu „Schölfala“, gedünstetem Gemüse und Grillfleisch servieren kann. Holunderblüten kann man in Teig wenden, frittieren und als Hauptmahlzeit servieren. Ebenso Zucchini: Die Blüteneinfach mit Frischkäse füllen und mit Salat genießen.

 

Essbare Blüten auch in Süßspeisen

Wer es lieber süßer mag, kann mit kandierten Rosenblättern oder Veilchen Desserts und Torten verzieren. Selbst gemachte Pralinen und Bruchschokolade werden mit getrockneten Blüten von  Lavendel, Rose, Ringelblume und Kornblume zu echten Hinguckern. Und auch Kräutersalz und Keksen verleihen sie eine besondere Note.

Aber nicht nur auf dem Teller, auch im Glas und in der Tasse machen essbare Blüten eine gute Figur. Getrocknete Rosenblüten veredeln Tees, in Kräutermischungen sorgen Kornblume und Ringelblume für Farbtupfer.

In sommerlichen Cocktails sind Blüteneiswürfel echte Hingucker. Aus frischen Löwenzahnblüten kann man einen Likör herstellen. Frische Veilchen eignen sich zum Aromatisieren von Essig und Zucker. Für Letzteres eignen sich übrigens auch Blüten des Holunders.

 

Selbstanbau ja oder nein?

Natürlich kann man essbare Blüten auch selbst anbauen. Die meisten von ihnen brauchen wenig Platz und man kann sie nicht nur im Garten, sondern auch in einem Kübel, Blumentopf oder Balkonkiste und Terrasse anbauen. Natürlich ist der August schon eher ein Ernte- als ein Anbaumonat dafür, aber Borretsch und Kapuzinerkresse gehen sich theoretisch sogar noch aus.

Die meisten aufgeführten Pflanzen sind recht pflegeleicht und stellen keinebesonderen Ansprüche – abgesehen von einem sonnigen Plätzchen. Einige Pflanzen profitieren sogar davon, wenn man sie mit essbaren Blüten zusammenbringt. Als gute Nachbarn gelten zum Beispiel Lavendel und Rosen, Borretsch und Erdbeeren,Tomaten und Ringelblumen sowie Zucchini und Kapuzinerkresse.

Bei der Ernte von essbaren Blüten ist der Zeitpunkt entscheidend:

Verblüht oder welk haben sie meist nur noch wenig Aroma. Idealerweise sammelt man sie an einem sonnigen Vormittag, wenn sich die Kelche voll entfaltet haben und verarbeitet sie so schnell wie möglich.

In einem Glas oder einer Schale mit kaltem Wasser können sie aber auch noch einige Stunden lang frisch bleiben. Da zarte Blütenblätter leicht knicken und dann schnell unschön aussehen, empfiehlt es sich, die Blüten in einem offenen Korb zu sammeln. Vor der Verarbeitung sollte man sie vorsichtig abwaschen oder zumindest gut ausschütteln – auch um Insekten aus ihrem Versteck zu locken.

 

Nicht jede Blüte ist auch ein Genuss:

Wenn man selbst essbare Blüten anbauen möchte, sollte man sich vor dem Kauf der Pflanzen unbedingt informieren, ob die Blüten auch zum Verzehr geeignet sind. Die meisten Zierpflanzen im Handel sind das in der Regel eher nicht, da sie häufig mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln behandelt worden sind. Auch Saatgutmischungen sollten entsprechend deklariert sein, sie dürfen nicht gebeizt sein.

Sie sorgen für gute Laune im Blumenbeet oder am Balkon – und auf dem Teller.

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Lavendel
Duftende Pflanzen
19.8.2022
Lavendel - der Duft der Provence

Überall blüht er (noch), aber nimmer lange und der Lavendel ist ja derjenige, der einer der ersten mit dem Rückschnitt ist. Der Lavendel ist nämlich  tatsächlich „everbodys darling“, bei wenigen Duftpflanzen ist man so am Schwärmen wie beim Lavendel. Lavendel ist aber nicht gleich Lavendel, bezüglich Arten, deren Winterhärte und Pflege gibt es Unterschiede. Aber eines ist gewiss: Gesunde Lavendelbüsche, die in Tirol überwintern sollen, brauchen kaum Nährstoffe, ausgenommen Magnesium und vor allem KALK! Lavendel wächst in der Provence auf fast reinem Kalkstein, das sagt schon viel aus.

Lavendel und Rosen? Ein klassisch-untrennbares Gespann? Mitnichten. Rosen lieben tiefgründigen, humosen und nährstoffreichen Boden, Lavendel dagegen Kalkboden, den wiederum Rosen gar nicht gern mögen.

Was braucht Lavendel? Lavendel braucht grundsätzlich kalkreichen Boden, also keine saure Erde, verträgt auch keine Abdeckung mit Rindenmulch, auch wenn es häufig gemacht wird. Besser ist die Mulch Abdeckung mit Quarzsand oder Flusssand. Lavendel braucht einen sehr sonnigen Standort ohne große Schatteneinwirkung, gut drainierten Boden, keine Staunässe.  Dem Kalkmangel wird man gerecht, indem man jährlich Magnesiumkalk einstreut, etwa 2 Esslöffel je Pflanze. Wenn man allgemeinen Gartendünger gibt, wird die Pflanze lang und weich, oft unansehnlich, lange Blütenstiele. 

Rückschnitt des Lavendel: Der beste Rückschnitt ist JÄHRLICH im Spätsommer nach der Blüte. Der volle Duft entfaltet sich so und anders erst gegen Ende der Blütezeit, wenn man trocknen will, erntet man vor der Hochblüte, also wenn die meisten Blüten geöffnet sind, dann am liebsten „umgekehrt“ aufhängen an einem lufttrockenen Ort(„Örtchen“). Das gilt auch für Lavendelsträußchen für den Kleiderschrank.

Wenn man den Lavendel jährlich und nicht zu tief hinunterschneidet, dann bleibt er schön kompakt und rund. Man kann im zeitigen Frühjahr März/April noch einmal nachschneiden, Hauptschnitt ist aber September/Zweidrittel/Ein Drittel-Methode)

Lavendelblüten verwendet man auch für Süßspeisen (Lavendelzucker), wo man selbst, wenn die Blüten komplett vertrocknet sind, diese noch verwenden darf und kann.

Verwendung von Lavendel: Viele verwenden Lavendel dekorativ am Hauseingang als großen, wohlriechenden Eingangsduft, andere am Balkon, auf der Terrasse, manche sogar als „Bodendecker“ für magere Hänge, als Pflanze im Kiesbeet, solo oder in Gemeinschaft mit anderen mediterranen Pflanzen wie Salbei und Thymian, Bohnenkraut oder Ysop.

Lavendelpflanzen sind, in welcher Form auch immer, fast in jedem Garten oder Haushalt vertreten.  Lavendel sind abweisend für Schnecken, was große Vorteile bringt, werden selbst auch nicht von den schleimigen Plagegeistern angeknabbert.

Lavendel wirkt – wenn die Pflanze in Vollblüte ist (und nur dann!!!) – repellent gegen Schädlinge wie Läuse, Milben, vielen Insekten!

Winterharte, weniger winterharte und frostempfindliche Lavendel-Arten:

Lavandula angustifolia („Echter Lavendel“), der kurznadelige, grüne oder graugrüne mit der Hauptsorte Hidcote Blue und den beiden „zweitwichtigsten“ Munstead und Dwarf`s Blue. Es gibt nebst blau auch rosa oder weiß blühende Sorten, die aber von untergeordneter Bedeutung sind. Es ist die winterhärteste Art, keine Frage. Manche sagen auch „Schweizer Lavendel“ zu den harten Typen, stimmt so nicht ganz, es gibt aber Schweizer Auslesen. Diese Art ist auch für höhere Lagen geeignet!

Lavandula intermedia: Provence-Lavendel. Das ist jener, der die Riesenfelder in Südfrankreich so schön lila aussehen lässt, bei uns nicht alle Sorten 100% winterfest. Die Intermedia-Typen sind die inhaltsstoff-reichsten mit dem typischen, eher stechenden „Speik-Geruch“, ist sehr ertragreich, wird bis zu 1,50m hoch, hat den 10-fachen Blüten und Inhaltsstoff-ertrag und wird in Frankreich „Lavandin“(„lawandö“ genannt und ist am allermeisten „durchzüchtet“, weil er auch wirtschaftlich von großer Bedeutung ist!

Lavandula dentata: Zahnlavendel mit wunderschönen, meist tief-lila Blumen und grauem, gezahnten Laub. Leider ist der Zahnlavendel nur zum (Groß-)Teil winterfest, für höhere Lagen nicht geeignet.

Lavandula lanata, der wollige Lavendel mit weißer Behaarung, ist weniger nässeempfindlich und ist absolut winterfest! Ist mal was anderes, wer weißes Laub mag, der Kontrast ist gegeben, bleibt aber eher kompakter, ist manchmal ja vorteilhaft.

Lavandula stoechas: Schmetterlings- oder Schopflavendel mit der Heimat Türkei, welcher nur in Tallagen und das auch nicht immer winterfest ist. Diese Art hatte in den vergangenen Jahren den größten Aufschwung, weil sie schnell wächst und früh blüht, meist schon im Gewächshaus vorgetrieben im April. Der Schopflavendel hat ein einzigartiges, eher zimtiges Aroma.

Überall blüht er (noch), aber nimmer lange und der Lavendel ist ja derjenige, der einer der ersten mit dem Rückschnitt ist. Der Lavendel ist nämlich tatsächlich „everbodys darling“, bei wenigen Duftpflanzen ist man so am Schwärmen wie beim Lavendel.

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