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Erwins’s Gartenschule

Düngen im Herbst

Im  Herbst düngt sich die Natur selbst!

Wenn man das „Herbst“ wegnimmt, so  kann man diesen Dünger fast das ganze Jahr anwenden, im Herbst ist er nur  umso wichtiger. Die Aufwandmengen sind geringer als bei herkömmlichen  Düngern, weil die Konzentrationen im Herbst geringer sein sollten, aber nicht  immer, Ausnahmen gibt’s zu Hauf.

Besser klingt aber das Wort  „Reifedünger“. Im Eigentlichen ahmt man die Natur nach, die ihre Depots im  Herbst auffüllt mit dem beginnenden Rotteprozess (Laubfall, Absterben grüner  Teile) und als Nährstofflieferant hernimmt. Also ist die Herbst-Düngung der  Natur entsprechend.

Was zeichnet einen (Herbst- oder)  Reifedünger aus und was sollte drin sein?

Kalium ist der Hauptbestandteil der  sogenannten Herbst- und Reifedünger. Es wird im Zellsaft eingelagert und  steigert die Frosthärte der Gartenpflanzen. Bis in den Frühherbst kann man  die Pflanzen mit geeigneten Düngern versorgen. Im Herbst sollten keine  stickstoffhaltigen Dünger bei den Pflanzen verabreicht werden, da dieser die  Zellen aufquellen lässt und die Pflanzen zum Wachsen bringt, sie nehmen an  Winterhärte ab, die Zellen werden weich und spröde.

Kalzium in Form von Düngekalk kann bis in  den Winter hinein gegeben werden und stärkt jede Zellwand, außer jene von  Kalk empfindlichen Kulturen wie Rosen, Azaleen etc.

Schwefel ist als Eiweißbilder sehr wichtig  und sorgt für permanente „Nachversorgung“ der Speicher, wird als „Dünger“  zwar unterschätzt, ist aber in vielen der Herbstdünger enthalten.

Komposte sind der selbst hergestellte Herbstdünger mit hohem  Mineralstoffgehalt, also ideal für Rosen, Gemüse- und Blumenbeet, als  Beimischung zwischen allen Pflanzenbeständen, aufgrund der  Beikrautproblematik weniger im Rasen geeignet.

Steinmehl aus Diabas gilt als der  Bodenhilfstoff, wird bei beginnenden Rotteprozessen im Garten überall verwendet, ist die  Nahrungsquelle unserer gesamten Bodenfauna, als den kleinsten unter den  kleinen Lebewesen. Steinmehl ist KEIN  Dünger, sondern eben ein wichtiger Bodenverbesserer im gesamten Garten.

Herbst/Reifedünger enthalten  Nährstoffmischungen mit besonders hohem Kalium-Anteil. Der Nährstoff reichert  sich in den sogenannten Vakuolen, den zentralen Wasserspeichern der  Pflanzenzellen, an und erhöht den Salzgehalt des Zellsafts. Es kommt zu einem  Effekt, den man vom – pflanzenschädlichen – Auftausalz (Natriumchlorid)  kennt:

Die höhere Salzkonzentration setzt  den Gefrierpunkt der Zellflüssigkeit herab und macht die Pflanzenzellen so  widerstandsfähiger gegen Frosteinwirkung. Der Nährstoff Kalium hat noch  andere Auswirkungen auf den Stoffwechsel der Pflanzen. Er verbessert den  Wassertransport und Gasaustausch in der Pflanze, indem er den Wasserdruck in  der Wurzel erhöht und die Funktion der Spaltöffnungen in den Blättern  verbessert.

Rasen-Herbstdünger

Die bekanntesten und am häufigsten  verwendeten Herbstdünger sind sogenannte Rasen-Herbstdünger, denn gerade der  Rasen kann in kalten, schneearmen Wintern stark in Mitleidenschaft gezogen  werden – besonders dann, wenn er regelmäßig betreten wird. Diese Dünger  enthalten nicht nur Kalium, sondern auch andere Nährstoffe wie beispielsweise  Stickstoff, wenn auch in relativ geringen Dosierungen. Rasen-Herbstdünger  eignen sich aber nicht nur für Rasengräser, sondern auch für frostempfindliche  Ziergräser wie zum Beispiel einige Bambus-Arten. Wenn der Rasen-Herbstdünger  ungeachtet seines Namens auch im Frühjahr ausgebracht wird, macht er mit  seinem hohen Kaliumanteil auch die Halme bruchfester.

Kalimagnesia  oder Patentkali

Kalimagnesia – auch unter dem  Handelsnamen Patentkali bekannt – ist ein Kaliumdünger, der aus dem  natürlichen Mineral Kieserit gewonnen wird. Er enthält rund 30 Prozent  Kalium, 10 Prozent Magnesium und 15 Prozent Schwefel.

Dieser Dünger wird im Profi-Gartenbau  häufig verwendet, weil er im Gegensatz zum preiswerteren Kaliumchlorid auch  für salzempfindliche Pflanzen geeignet ist. Im Nutz- und Ziergarten kann  Kalimagnesia für alle Pflanzen verwendet werden. In erster Linie sollte man  immergrüne Sträucher wie Rhododendren, Kamelien und Buchsbaum sowie  immergrüne Stauden wie Bergenie, Schleifenblume und Hauswurz mit Kalimagnesia  düngen.

Der Dünger deckt außerdem den  Schwefelbedarf der Gartenpflanzen – ein Nährstoff, dessen Konzentration im  Boden seit dem Ende des sauren Regens stetig abnimmt. Kalimagnesia kann zur  Steigerung der Winterhärte der Gartenpflanzen im Spätsommer und Frühherbst  verabreicht werden. Es ist aber kein reiner Herbstdünger, sondern wird im  Gartenbau auch im Frühjahr zu Beginn des Pflanzenwachstums zusammen mit  anderen, stickstoffhaltigen Düngern verabreicht.

Eine ausgezeichnete Alternative   können – mit Ausnahme des Rasens und Moorbeet-Pflanzen – auch Grünkompost  gegeben werden, beim Gemüsebeet alle 2 Jahre, aber auch nicht in anderen  Kulturen nicht öfters. Er sollte aber abgelagert sein und „fertig“.

Wichtig  wäre: Regelmäßige Bodenanalysen machen!

Damit man den Boden nicht überdüngt,  sollte man mindestens alle drei Jahre den Nährstoffgehalt von einem  Bodenlabor untersuchen lassen. Die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen zeigen  immer wieder, dass mehr als die Hälfte der Böden im Haus- und Kleingarten mit  Phosphor überversorgt sind. Aber auch Kalium ist in lehmigeren Gartenböden  meistens in ausreichender Konzentration vorhanden, da es hier kaum  ausgewaschen wird.

Im  Herbst „misten“?

Stallmist hält als organische  Substanz gerne Einzug in unsere Gemüse- und Blumenbeete, sollte aber gut  abgelagert sein und ebenso nur im Zweijahresrhythmus verwendet werden. Auf  jeden Fall sollte man Mist als Humusneubildner sehen, weniger als reiner  Nährstofflieferant, der kann bei plötzlichem Frost dann auch mal ins Negative  umschlagen, die Nährstoffe werden dann Richtung Grundwasser ausgewaschen –  kein positiver Umweltaspekt. Dennoch überwiegen insgesamt die Vorteile beim  Kuhdung, Pferde- oder Rinderdung.

Autor
Erwin Seidemann
Datum
13.9.2020
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Kommentare

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12.2.2021
Orchideen im Allgemeinen

Orchideen aus tropischen Wäldern unterschiedlicher Kontinente waren früher in Europa etwas ganz Besonderes!

Sie mussten weite Wege auf sich nehmen, zum Teil Schiffsreisen und waren dadurch auch sündhaft teuer, schwierig in der Weiterbehandlung und sehr hatten den Ruf, extrem anspruchsvoll und empfindlich zu sein.

Vieles hat sich im Laufe der Zeit grundlegend geändert, sowohl punkto Anzucht als auch in Bezug auf die Pflege und Anspruch!

Klarerweise ist Orchidee nicht gleich Orchidee, es ist ein riesiges Spektrum, was sich uns bietet, es ist sicherlich die sortenreichste und vielfältigste Familie im Pflanzenreich! Aber prinzipiell sollte man mit feinen Unterschieden einfache Regeln beachten und eines sollte man sich vor Augen halten:

Wären alle Pflanzen des Pflanzenreichs so pflegeleicht und einfach in der Handhabung wie die meisten Orchideen, gäbe es praktisch keine Pflegeanleitungen mehr!

 

Herkunft: Die meisten Orchideen wachsen epiphytisch, das heißt, baumaufsitzend (aber nicht schmarotzend), sie ernähren sich praktisch vom Regenwasser (kalkarm-frei), das am Baum entlang fließt und für die Pflanzen das Ihre dort lässt. Das bedeutet auch, dass die Pflanzen sehr warm und luftfeucht brauchen, aber auch Ruhepausen brauchen, in denen sie sich für die Blüte Kraftreserven holen.

 

1)     Orchideen wachsen nicht in normaler Blumenerde!

Da sie wie gesagt meist auf Urwaldriesenbäumen daheim sind, wachsen sie unter der Krone auf Ästen und legen ihre Wurzeln auf und an diese, wo sie sich auch festhalten (sie aber nicht aussaugen!). die Wurzeln dürfen also nicht zur Gänze unter die Erde kommen, sondern müssen darüber stehen. Dort ernähren sie sich von der Luftfeuchtigkeit und den Nährstoffen, die man ihnen gibt (in der Natur jene Nährstoffe, die der Baum ablagert in seinen Rindenteilen, aber auch jenen, die sich im Regenwasser befinden!).

Die im Handel üblichen Substrate bestehen meist aus Rindenteilen, einem sauren Medium wie z.B. Weiß-Torf (untergeordnet!!), aber auch Styroporteilen, die das Substrat luftiger werden lassen. Alle 2-3 Jahre sollte man die Orchideen umtopfen, dabei braucht man aber weniger auf einen wesentlich größeren Topf, denn auf frisches Orchideensubstrat achten. Manches mal ist es auch wichtig, dass der Topf lichtdurchlässig ist, weil auch an die Wurzeln Licht gelangen sollte (z.B. bei der beliebten Phalaenopsis).

 

2)     Wie gieße ich meine Orchideen richtig?

Der Tod jeder Orchidee ist stehendes Wasser im Übertopf und somit Fäulnis! Daher gibt man in einen Übertopf unten auch Kieselsteine oder Leca hinein, damit ein wenig Puffer nach unten ist und auch die Luft unten besser durchzirkulieren kann. Das überschüssige Wasser nach dem Gießen schüttet man sofort weg.

Wenn möglich, gießt man Orchideen je nach Jahreszeit einmal (Winter) bis zweimal (Sommer) pro Woche und zwar anständig, nicht immer nur „schluckerlweise“, dafür gibt man überschüssiges Wasser danach sofort weg. Der Hauptfehler ist das Übergießen!

Kalkarmes bis kalkfreies Wasser wäre ratsam, oft geht das aber nicht. Man kann sich auch einen Kalkfilter zulegen, es genügt jener, der auch zur Herstellung besonders weichen Teewassers verwendet wird. Regenwasser gilt als Idealfall, neuere Hybridzüchtungen wachsen jedoch auch schon mit schwach kalkhaltigem Wasser.

Und noch was! Es sollen keinen schweren Wassertropfen beim Gießen auf der Pflanze bleiben, weil dieses pilzliche Fäulniserreger beherbergen kann und so der Pflanze Schaden zufügt.

3)     Sind Orchideen zu düngen?

Ja, zwischen Frühjahr und Herbst sollte die Orchidee ein- bis maximal zweimal pro Monat gedüngt werden. Man verwendet am besten dafür ausgewiesenen Orchideendünger, da dieser etwas schwächer konzentriert ist und ein anderes Nährstoffverhältnis in sich birgt. Man sollte die Pflanze beobachten: Ist sie im Wachstum, sollte sie gedüngt werden, zeigt sie Stillstand, lässt man es bleiben.

 

4)     Wie sieht es mit der richtigen Temperaturführung aus?

Prinzipiell ist das sehr differenziert zu betrachten, weil es da Unterschiede von Gattung zu Gattung gibt!

Die meisten, bei uns handelsüblichen Gattungen wachsen bei Wintertemperaturen von 15-20°C, im Sommer bei 20-22°C, aber wie gesagt, da gibt es große Unterschiede, man muss sich mit der einzelnen Art auseinandersetzen, im angegebenen Spektrum liegt man aber nicht ganz falsch zumeist.

 

5)     Was sind Ruhephasen?

Die Gattung Phalaenopsis, die beliebteste derzeit, kennt eine  solche Phase nicht, sie ist praktisch das ganze Jahr über blühwillig und –fähig. Viele, aber nicht alle, durchleben eine Ruhephase im Jahr. Die Ruhephase beginnt mit der Ausbildung einer Blütenknospe und endet mit Beginn des Wachstums der Laubblätter (mehr oder weniger exakt). In dieser Phase sollte die Pflanze ein paar Grad Celsius kühler stehen, sollte fast nicht mehr gegossen werden, auf das Düngen sollte gänzlich verzichtet werden. In der Wachstumsphase (in der wärmeren Jahreszeit) sollte gedüngt und häufiger gegossen werden, in der Ruhephase genau das Gegenteil. Bilden sich gelbe Blätter in dieser Zeit, so ist das normal, man sollte diese aber erst entfernen, wenn es die Pflanze quasi anzeigt, dann braucht man auch keine Schere.

 

6)     Tipps beim Orchideenkauf!

Die Pflanzen sollten noch nicht lange im Verkaufsladen stehen, das erkennt man an der Vitalität, daher kauft man die Pflanze am besten direkt aus dem Gewächshaus heraus. Dort, wo man sie bezieht, sollte sie nicht zu zugig stehen. Es sollen weder Blätter, Blütenknospen, aber schon gar keine Wurzeln beschädigt sein. Orchideen sollten immer mit einem Namensschild versehen sein, ansonsten gibt es Verwechslungen mit der Pflege, wenn man sich danach erkundigt!

Die Hauptblütezeit vieler Orchideengattungen ist die Zeit zwischen Feber und Mai. Cymbidien zum Beispiel sollten außerhalb dieses Zeitraums nicht immer gekauft werden, weil sie sonst getrieben wurden und das eine oder andere Jahr darauf nicht mehr nachblühen können, weil sie ihre Ruhephase einhalten soll (den Rhythmus dazu muss sie erst wieder finden). Orchideen müssen immer gut verpackt werden für den Heimtransport!

Wenn man noch nie Orchideen gehabt hat, verzeihen zum „Anlernen“ Hybridzüchtungen wie Phalaenopsis Fehler in der Pflege leichter als Reinsortige, die meist doch ihre „Mätzchen“ spielen können. Hier gibt es unzählige Sorten davon, man kann sie das ganze Jahr im warmen Zimmer stehen lassen und sie wird sicher immer wieder zum Blühen kommen, wenn man die Regeln halbwegs befolgt!

 

7)     Für jede Stelle im Raum die passende Orchidee?

Die besten Plätze sind auf Fensterbankerln von West- und Ostseite, die pralle Mittagssonne (wohlgemerkt im Sommer) vertragen die wenigsten Gattungen, höchstens Cattleyaund Vanda (Ascocenda), Nordseitenfenster vertragen sehr gut zum Beispiel Frauenschuh-Arten, aber auch besagte Phalaenopsis. Die meisten Arten wie gesagt sind für Westen und Osten geeignet, aber dort auch nicht, wie alle anderen übrigens auch, direkt über einem Heizkörper, der die warme Luft zu den Blättern strömen lässt, aber auch nicht direkt hinter der Glasscheibe, sondern mit einem „Sicherheitsabstand“, ansonsten gibt’s Trockenschäden oder/und Verbrennungen!

 

Orchideen sind ausgezeichnete „Klima-Apparate“, sie verdunsten Wasser und tragen so besonders im Winter besonders zur Verbesserung des Raumklimas bei. Die kann man sogar noch unterstützen, indem man die Orchideen auf wasserschalen mit aufgesetztem Gittereinsatz stellt und so die wasserführende Schale von unten her zusätzlich noch Wasser verdunstet! Aber trotzdem darf die Pflanze niemals im Wasser stehen!!!

Orchideen aus tropischen Wäldern unterschiedlicher Kontinente waren früher in Europa etwas ganz Besonderes! Sie mussten weite Wege auf sich nehmen, zum Teil Schiffsreisen und waren dadurch auch sündhaft teuer, schwierig in der Weiterbehandlung und sehr hatten den Ruf, extrem anspruchsvoll und empfindlich zu sein. Vieles hat sich im Laufe der Zeit grundlegend geändert, sowohl punkto Anzucht als auch in Bezug auf die Pflege und Anspruch!

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Einwintern
Herbst
Pflanzenschutz
13.11.2020
Einwinterung winterharter Terrassenpflanzen im Topf

Warum  muss man winterharte Pflanzen überhaupt einwintern?

Durch den besonderen Umstand, dass  die Pflanze nicht in die Erde gepflanzt wird, hat sie deutlich weniger  Schutz, das bedeutet: die Wurzeln können von außen stärker frieren, zudem  kann die Pflanze durch die phasenweise höhere Erwärmung durch die Wintersonne,  leichter austrocknen. Diese „Frosttrocknis“ wirkt sich oft negativ aus und  die Pflanze kann erfrieren und vertrocknen gleichzeitig.

Das kann man vorbeugen!

Welche  Pflanzen kann es betreffen?

Japanischer Ahorn, Rosen,  Kirsch-Lorbeer, Bambusse, andere immergrüne Nadel- und Laubgehölze wie  Stechpalme.

Es betrifft sicherlich keine  Eibe, Thuje, Fichte, Föhre etc. Diese sind dem Winter gegenüber härter,  den meist nicht winterfesten Terracottatopf muss man aber dennoch  einmachen, aber meistens hingegen die Pflanze nicht!

Was  sind die Voraussetzungen für die Einwinterung?

Prinzipiell sollte dies nicht zu früh  erfolgen, da die Pflanze möglichst lange ungeschützt stehen sollte, damit die  Härte nicht abnimmt. Die Einwinterung sollte erst dann erfolgen, wenn nebst  Nachttemperaturen auch die Tagestemperaturen nicht mehr über 5°C betragen,  d.h. meistens erst gegen Ende November/Anfang Dezember.

Folgende  Utensilien sind ratsam: Holzkeile  oder Styroporplatten als Topfunterlage, damit der Topf nicht auf dem Boden  anfriert und so unter Luftabschluss kaputt geht. Weiteres entweder  Kokosmatte, Vlies, Noppenfolie oder seit einigen Jahren die neue Nummer 1  Schafwollmatten(!!!) zum Einwickeln des Topfes, damit die feinen Haarwurzeln  der Pflanze am Topfrand nicht komplett eintrocknen. Vlies sollte man dann  auch zumindest immer parat halten, um die Pflanze zu schützen, aber, wie  erwähnt, nicht zu früh.

Wenn dann auch tagsüber die  Temperaturen nicht höher als der Gefrierpunkt sind:  Die Pflanze wird dann einfach (nicht doppelt und dreifach) mit  einem Vlies eingewickelt und gegen Wind mit einer Schnur befestigt. Besonders  Pflanzen, die in der Sonne stehen, sind gefährdet, hier extrem Bambus, Rosen,  Kirschlorbeer und andere immergrüne Laub- und Nadelgehölze. Wenn man sie in den  Schatten stellt, braucht man meistens nur den Topf und nicht die ganze  Pflanze schützen. Man bedenke nämlich, dass die Pflanzen im Winter  verdunsten, daher sollte man diese so gut als möglich davor schützen, ohne  sie zu sehr zu verwöhnen.

Je tiefer das Gefäß, desto höher die  Härte, weil meistens ausreichend Wasser da  ist für die Pflanze. Daher vor dem Einwintern unbedingt ausreichend wässern.  An den wirklich warmen Föhntagen (z.B. 3 - 4 Tage lang 12°C und mehr) sollte  man das Vlies von der Pflanze herunternehmen, da sich sonst Wärmestaus und  Trockenstellen ergeben, die nur mehr schwer auszumerzen sind.

Eine Herbstdüngung mit  einem stickstoffarmen und kaliumbetonten Volldünger ist nie  schlecht, weil auch dann das Holz besser ausreift und die Härte zunimmt.

Aber, wie erwähnt: Stickstoffhältige  Dünger sollte vermieden werden(Blaukorn, Hornspäne), da dies die Pflanze eher  zum neuerlichen Austreiben bewegt.

Warum muss man winterharte Pflanzen überhaupt einwintern? Durch den besonderen Umstand, dass die Pflanze nicht in die Erde gepflanzt wird, hat sie deutlich weniger Schutz, das bedeutet: die Wurzeln können von außen stärker frieren, zudem kann die Pflanze durch die phasenweise höhere Erwärmung durch die Wintersonne, leichter austrocknen. Diese „Frosttrocknis“ wirkt sich oft negativ aus und die Pflanze kann erfrieren und vertrocknen gleichzeitig.

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Einwintern
Herbst
Pflanzen schneiden
8.11.2020
Strauchschnitt im Herbst

Im Zuge der vielen Tätigkeiten, die  im Herbst als „Einwinterungsarbeiten“ im Garten und auf der Terrasse zu  verrichten sind, fällt jede Menge an Material (Blätter, Äste) an, wenn man  die über den Sommer stark gewachsenen Blütensträucher zurückschneidet. Man  hat schon im Oktober beginnen können, jetzt im November ist es aber an der Zeit  – jetzt gilt es!

Diesmal geht es speziell um die  Blütensträucher (Forsythien, Weigelen, Jasmin, Spireen, Sommerflieder  usw.), die ja meistens im Herbst ziemlich radikal angepackt werden, weil man  da „angeblich“ die ganze Kraft zurücknehmen will, damit sie nächstes Jahr  kompakter bleiben.

Was  DARF man schneiden, was, SOLL man und was sollte man besser nicht?!

Grundsätzlich stimmt es natürlich:

Im Herbst steht der letzte  Strauchschnitt an. Typischerweise im Oktober und November, bevor die  Starkfröste eintreten. Der Strauchschnitt ist wichtig, um im kommenden  Frühjahr wieder schöne und blühende Sträucher vorzufinden. Dazu müssen die  alten und teilweise kranken Äste aus den Sträuchern entfernt werden. Nur so  bekommen die neuen Triebe genug Nährstoffe für ein ausreichendes Wachstum.

„Einfach die Heckenschere   nehmen und los“ ist jedoch nicht  der richtige Weg. Jeder Strauch braucht seine eigene Pflege und folgt beim  Schnitt auch eigenen Regeln. Welche Schneidetechnik für welchen Strauch die  richtige ist? Gute Frage.

Strauchschnitt  richtig vorbereiten

Strauchschnitt erfolgt mit  Werkzeugen. Entweder mit einer kleinen Gartenschere oder mit einer  Heckenschere. Die meisten kleinen Sträucher können mit der Gartenschere  geschnitten werden. Sträucher mit sehr kräftigen Ästen werden mit einer  Astschere behandelt. Wurden kräftige Äste abgetrennt, sollte die  Schnittfläche mit einem Messer noch geglättet werden. Wundverschluss  unterstützt die Heilung des Astes und beugt Infektionen vor, ist aber nur bei  großen Wunden ratsam.

Diese Dinge sollten unbedingt vor dem  Strauchschnitt besorgt werden, da eine Wundbehandlung am Ast immer in  direkter Folge zum Schnitt getätigt wird.

Wann  wird geschnitten?

Die Frühblüher, also alle die nach  dem Winter direkt in die Blütezeit gehen, werden immer nach der Blüte  geschnitten, eine Forsythie also im Mai. Bei kleinen Sträuchern können die  abgeblühten Blüten auch direkt entfernt werden. Sieht einerseits schöner aus  und gibt den anderen Ästen mehr Nährstoffe. Was häufig zu einer viel längeren  Blütezeit führt.

Alles was im Sommer (ab Juni!) blüht,  wird im Spätherbst geschnitten, geht auch noch im März. Wobei es nur  außerhalb der Frostzeit zum Strauchschnitt kommen sollte. Deshalb schneiden  die meisten Gärtner die Sommerblüher (Jasmin, Weigela, Sommerflieder) bereits  bis Ende November sehr tief zurück.

Warum  der Strauchschnitt wichtig ist

Ein Strauch kann seine ganze  Blütenpracht nur entfalten, wenn die Nährstoffe ausreichend vorhanden sind.  Da alte Äste aber den jungen Ästen Nährstoffe rauben, kommt es bei nicht  geschnittenen Sträuchern zu wesentlich weniger Blüten mit den Jahren. In der  Natur sieht man dies durch oft kahle Stellen in den Sträuchern.

Entfernt man die alten Äste aus dem  Strauch, kriegen die neuen Triebe viele Nährstoffe und bilden in der  kommenden Saison ausreichend und schöne Blüten. Außerdem sind geschnittene  Sträucher auch generell schöner, da sie sonst in einen Wildwuchs ausarten und  viel Platz brauchen.

Der  Erziehungsschnitt im ersten Jahr

Im ersten Jahr, wenn der Strauch  gepflanzt wurde – also einen Winter bereits hinter sich hat und die erste  Blütezeit vorbei ist – gibt es den sogenannten Erziehungsschnitt. Mit diesem  Schnitt bringt man den Strauch in die gewünschte Form, die er die kommenden  Jahre haben wird. Wichtig ist ein symmetrischer Schnitt, bei dem die Äste zu  allen Seiten die gleiche Länge haben. So verteilen sich auch die Nährstoffe  immer gleichmäßig. Zudem ist der Strauch dann bei Unwetter in allen  Richtungen gleichmäßig stabil.

Die kommenden Jahre erfolgt immer nur  die Kürzung aller Äste und das Entfernen von alten Ästen die im Strauch  zurückblieben. Er wird also nur noch ausgedünnt, aber behält seine  ursprüngliche Form die ihm beim Erziehungsschnitt zugeteilt wurde.

Im Zuge der vielen Tätigkeiten, die im Herbst als „Einwinterungsarbeiten“ im Garten und auf der Terrasse zu verrichten sind, fällt jede Menge an Material (Blätter, Äste) an, wenn man die über den Sommer stark gewachsenen Blütensträucher zurückschneidet. Man hat schon im Oktober beginnen können, jetzt im November ist es aber an der Zeit – jetzt gilt es!

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