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Erwin’s Gartenschule

Giftige Früchte im Garten

Gerade in der 2. Jahreshälfte setzen  viele Gartenpflanzen zum vorletzten Jahreshöhepunkt an, zur Fruchtbildung.  Der letzte ist dann die Laubfärbung im Herbst.

Viele Früchte werden langsam reif,  abgesehen von den wirklich nützlichen. Immer mehr versucht man sich aber an  alternativen Früchten, sie sind oft sehr attraktiv, aber aufgepasst, nicht  alle Früchte von Gartenpflanzen sind genießbar, essbar und verwendbar.

Viele Pflanzen, mit denen man sich im  Garten umgibt, bergen kleinere oder größere Gefahren in sich, man ist sich  dessen meist nicht bewusst. Pflanzen können gut riechen, attraktives Äußeres  haben und auch schönen Beerenschmuck tragen, der besonders für Kinder, aber  auch Haustiere interessant scheint. Und da kann es zu Vergiftungsunfällen  kommen.

Nach Unfällen mit  Haushaltschemikalien (Putz- und Waschmittel)und Arzneimitteln (meist  flüssiger Natur) sind Pflanzen die häufigste Ursache für Vergiftungsunfälle  im Haushalt.

Warum  sind Pflanzen überhaupt giftig? 

Das ist eine Art Abwehrmechanismus,  den die Pflanzen aufgebaut haben, sei es durch giftige Inhaltsstoffe, aber  auch durch Dornen, Stacheln und auch Behaarungen, die aggressiv auf die  menschliche Haut wirken und dadurch verbrennungsähnliche Ausmaße annehmen  kann. Pflanzen können nicht wie Menschen oder Tiere den Standort verlassen,  können sich somit auch nicht wehren und müssen auf Inhaltsstoffe als  Überlebens- und Fortpflanzungssinn zurückgreifen. Beispielsweise ist das  Fruchtfleisch der Eibenbeere nicht giftig, der Same mittig allerdings  tödlich. Und dieser Same schützt sich durch seine Giftigkeit. Tiere sind hier  instinktiver als Menschen, die mehr oder weniger keinen natürlichen Instinkt  diesbezüglich besitzen.

Es heißt auch nicht, dass Mensch und  Tier auf dieselben Pflanzen allergisch reagieren. Eine Ziege kann z.B. eine  Herbstzeitlose fressen, es passiert nichts. Wenn ein Mensch das tut, kann er  daran sterben.

Was  tun im Notfall? 

Durch warmes Wasser Erbrechen  herbeiführen. Den Arzt verständigen. Pflanzenreste aufbewahren, damit man die  Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen einleiten kann.

Der Verzehr bedeutet nicht immer den  Tod, giftig werden Pflanzen auch dann genannt, wenn man Kopfschmerzen,  Übelkeit oder Erbrechen verspürt.

Sollte  man keine Giftpflanzen mehr im Garten haben? 

Es ist ein Leichtes, zu sagen, dass  eh nie was passiert, wenn dann wirklich mal der Unglücksfall eintritt. Aber  Panikmache ist hier fehl am Platz, weil es wichtig ist, dass Kinder auf  solche Pflanzen aufmerksam gemacht werden, den Bezug herstellt und man die  Kinder richtig aufklärt!

Fast alle Pflanzen beinhalten  irgendwelche Inhaltsstoffe, die „giftig“ sind, man sollte sich nur dessen  bewusst sein, die eigenen Schlüsse daraus ziehen und dementsprechend handeln.  Wenn man der Meinung ist, dass man sich keiner Gefahr aussetzt, was meistens  auch so ist, dann kann man die Pflanzen ohne weiteres verwenden, wenn doch,  dann sollte man zwecks ruhigem Gewissen auch nicht verwenden. Die Auswahl wird dann jedoch ziemlich dünn! 

Beispiele  für Früchte im Garten, die „giftig“ sein können (ein Auszug daraus!):

Ilex  (Stechpalme),  dessen rote Früchte gerne als Adventdekoration verwendet werden, der Verzehr  führt zu Erbrechen.

Seidelbast, ein toller Winterblüher, die Früchte  ähneln etwas der Tollkirsche und sind hochgradig giftig, 10 Beeren führen zum  Tod!

Schneeball: heimisch, aber die roten Beeren sind  giftig und führen zu Erbrechen, sogar die Vögel tasten sie nicht an.

Rosskastanie: so sehr die Maroni als ähnlicher  Samenträger genießbar ist, so ungenießbar ist die Rosskastanie, der Verzehr  führt zu Durchfall.

Rizinius: der Samen ist bei Verzehr von ein  paar wenigen tödlich. War vor Jahren mal in Müslimixturen enthalten, hat  einen Skandal ausgelöst.

Pfingstrosensamenkapseln sind absolut giftig, so schön die  Blüten sind.

Euonymus-Spindelstrauch  (Pfarrerkappl),  einer der schönsten Herbststräucher, die Früchte toll, verführerisch, aber  löst Herzversagen aus.

Schneerose: tolle Blüte, tödliche Fruchtstände.

Maiglöckchen: ähnlich wie die Pfingstrose oder  Schneerose: wunderbare Blüte, Blätter und Frucht sind tödlich!

Liguster: tolles und wichtiges heimisches  Heckengehölz, der Fruchtverzehr führt zu Magenkrämpfen!

Thuje: alle Pflanzenteile sind giftig,  besonders die Früchte.

Eibe: einer der bekanntesten heimischen  Giftpflanzen, deren Same irrsinnig giftig ist, interessanterweise das rote  Fruchtfleisch außen herum aber nicht, dennoch: Finger weg!

Kirschlorbeer: die schwarzen Früchte dieser tollen,  wintergrünen heckenpflanze sind hochgradig giftig

Lonicera  (Heckenkirsche):  diese beliebte Gartenpflanze ist mit den roten Früchten sehr giftig, jene mit  schwarzen weniger, fast gar nicht.

Efeu: allseits beliebt, heimisch, häufig  verwendet, aber die Früchte lösen Atemnot aus, allerdings häufig für Deko  verwendet, interessant für viele Vögel und Insekten.

Goldregen: tolle Blüte, tödliche Pflanze, vor  allem die Früchte!!!

Ginster: ähnlich wie beim Goldregen – beliebte  Blütenpflanze, tödliche Schoten!

Autor
Erwin Seidemann
Datum
10.8.2020
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6.5.2022
Giftpflanzen im Haus und im Garten

Viele Pflanzen, mit denen man sich im Alltag umgibt, bergen kleine oder größere Gefahren in sich, man ist sich dessen meist nicht bewusst. Pflanzen können gut riechen, attraktives Äußeres haben und auch schönen Beerenschmuck tragen, der besonders für Kinder, aber auch Haustiere interessant scheint. Und da kann es zu Vergiftungsunfällen kommen.

Nach Unfällen mit Haushaltschemikalien (Putz- und Waschmittel) und Arzneimitteln (meist flüssiger Natur) sind Pflanzen die häufigste Ursache für Vergiftungsunfälle im Haushalt.


Warum sind Pflanzen überhaupt giftig?

Das ist eine Art Abwehrmechanismus, den die Pflanzen aufgebaut haben, sei es durch giftige Inhaltsstoffe, aber auch durch Dornen, Stacheln und auch Behaarungen, die aggressiv auf die menschliche Haut wirken und dadurch verbrennungsähnliche Ausmaße annehmen kann. Pflanzen können nicht wie Menschen oder Tiere den Standort verlassen, können sich somit auch nicht wehren und müssen auf Inhaltsstoffe als Überlebens- und Fortpflanzungssinn zurückgreifen. Beispielsweise ist das Fruchtfleisch der Eibenbeere nicht giftig, der Same mittig allerdings tödlich. Und dieser Same schützt sich durch seine Giftigkeit. Tiere sind hier instinktiver als Menschen, die mehr oder weniger keinen natürlichen Instinkt diesbezüglich besitzen.


„Giftpflanzen“ für Mensch und Tier ähnlich „giftig“?

Es sind gibt Pflanzen, die von der Giftigkeit und den Begleit- und Folgeerscheinungen konform gehen, andererseits gibt es Pflanzen, die für den Menschen Genuss bedeuten (Avocado), für den Hund giftig (tödlich) sein können. Besonders gefährdet sind Jungtiere, die meist verspielt sind, die Oleanderblätter oder Beeren schnell im Maul haben. Graskauen ist kein Problem, allerdings auch nicht jenes einer stark gedüngten Wiese. Beim Stöckchenwerfen sollten auch nicht unbedingt Holz einer Eibe oder Akazie genommen werden.

Natürlich spielen Zimmerpflanzen für Hunde, Katzen, Kleinnager und Vögel eine größere Rolle als für Rinder, Pferde oder Masttiere.


Beispiele für „giftige“ Pflanzen im Garten und auf der Terrasse:

  • Seidelbast (Daphne): beliebter, wohlriechender Winterblüher. Die Rinde, die roten Beeren und deren Samen sind bereits bei geringem Verzehr tödlich (ab 10 Beeren).
  • Schneeglöckchen: stehen eigentlich unter Naturschutz, die Blätter verursachen Durchfall und Benommenheit.
  • Schneeball (Viburnum lanatum): Rinde und Laub verursachen bei Verzehr Magenentzündungen, die Beeren Durchfall. In den baltischen Staaten macht man aus getrockneten Beeren Tees zur Förderung der Darmflora….
  • Mohn: Darüber braucht man zur Herstellung von Drogen (Morphium, Heroin) mittels Opium keine Worte verlieren….Schlafmohn auch genannt.
  • Sadebaum (Juniperus sabina, Kriechwacholder): heimisch wachsendes Giftgehölz mit aggressiven Triebspitzen, die Hautentzündungen, Hautverbrennungen und Ähnliches hervorrufen können. In hohem Maße auch giftig!
  • Robinie (Akazie): Rinde und Samen können durch ihre Süße anlocken, verursachen bei Verzehr jedoch leichte Vergiftungserscheinungen.
  • Ampfer: In größeren Mengen verzehrt kann die enthaltene Oxalsäure wie beim Rhabarber Erbrechen und Blutdrucksenkung verursachen.
  • Safran (Krokus): Das Einatmen des Blütendufts kann Kopfschmerzen und Lähmungserscheinungen nach sich ziehen, das Einatmen des Blütenstaubs Herzrasen.
  • Rosskastanie: Schale und unreife Samen sind giftig und verursachen Sehstörungen, Durchfall und regen das Durstgefühl sehr an.
  • Rizinus: Diese beliebte Gartensommerblume ist durch ihre Öle, bei dessen Produktion die Giftstoffe übrig bleiben, als Abführmittel bekannt. Der Samen kann durch Zerkauen absolut tödlich sein. Durchfall, Mundbrennen und Entzündungen sind die ersten Bilder.
  • Rittersporn: Samen und Blätter sind sehr giftig, es gibt Hautrötungen, bei Verzehr sogar Störungen des Bewegungsapparates.
  • Rhododendron: Blüten sind giftig bei Verzehr! Sie verursachen Atemnotstand, Erbrechen und Dauerübelkeit.
  • Primeln: mäßig giftig, aber doch bei Verzehr Magenkrämpfe hervorrufend
  • Spindelstrauch (Euonymus alatus): Die schönen, roten Früchte im Herbst sind ein echtes Herzgift, verursachen aber auch Leber- und Nierenschäden.
  • Oleander: Der Milchsaft kann bei offenen Wunden über die Haut eindringen und kann zu Herzmuskelverkrampfungen führen, aber auch Beeren und Blätter sind giftig.
  • Schneerose: Die Samen sind sehr giftig, 3 Samenkerne sind bereits tödlich…
  • Narzisse: Die Zwiebel und deren Schleim, auch im Vasenwasser verursacht Hautentzündungen, Erbrechen bis hin zum Kollaps.
  • Maiglöckchen: Blätter und Früchte, aber auch das Vasenwasser (Schleim) können bei Verzehr zum Herztod führen.
  • Liguster: Der Verzehr von Rinde, Blättern oder Beeren ziehen Vergiftungserscheinungen wie Kopfschmerzen mit Erbrechen nach sich!
  • Thuja: Diese beliebte, der Tiroler Natur allerdings nicht entsprechende Heckenpflanze verursacht bei Verzehr Leber- und Nierenschäden.
  • Kirschlorbeer: Samen der schwarzen Früchte bewirken Atemnot, auch das Laub.
  • Hortensien: Sogar Hortensien verursachen Kontaktallergien(Sinnesorgane!), allerdings nur geringfügig!
  • Lonicera (Heckenkirsche): In den roten und schwarzen Beerenfrüchten sind Bitterstoffe, die Fieber nach sich ziehen, besonders bei Kindern, aber auch Durchfall und Übelkeit.
  • Goldregen: Eine der giftigsten Gartenpflanzen, besonders die Samen! Verzehr mit Todesfolgen!!
  • Ginster: Samen und Blätter lassen Magen und Darm verrückt spielen, auch die Lunge bekommt zu wenig Sauerstoff.
  • Fingerhut: Eine der giftigsten Stauden, Blüten und Blätter verursachen bei Verzehr sogar Herztod!
  • Buxus: Blätter, Blüten und Triebe sind relativ giftig, verursachen bei Verzehr Krämpfe, Lähmungen und Herzrasen.
  • Glyzine (Blauregen): Der Samen verursacht ab dem Verzehr von 2 Stück starke Magenbeschwerden!
  • Akelei: Die Blätter sind leicht giftig und ziehen Herzrhythmusstörungen nach sich.
  • Cyclamen: Die Knollen verursachen starke Darmbeschwerden, Durchfall, aber auch der Rest der Pflanze.
  • Stechapfel (Datura): Seitdem Stechapfelsamen in Verkaufspackungen von Getreide enthalten waren, ist man aufmerksam gemacht worden auf die Problematik und dass der Verzehr von 15-20 Samen für Kinder und Jungtiere tödlich sein kann. Giftig wie die Tollkirsche. Halluzinationen und Erbrechen, Schluckstörungen sind die schwerwiegende Folge einer Vergiftung mit Stechapfelsamen.
  • Riesenbärenklau: Durch bloße Berührung der Pflanzen kann Herzstillstand herbeigeführt werden! Vorsicht!!
  • Ackerschachtelhalm/Zinnkraut


Beispiele für giftige Gemüsearten für Tiere:

Kohlarten (Kleinnager), Kartoffel- und Tomatenpflanzen (Hunde, Katzen), rohe Bohnen, Erbsen, Linsen, Radieschen, Lauchgewächse (Porree, Zwiebel, Knoblauch), Rhabarberblätter, Pilze (jene, die auch für den Menschen giftig sind)


Beispiele für „giftige“ Zimmerpflanzen:

  • Amaryllis: Zwiebel sollen nicht gegessen werden, sie verursachen rasch Übelkeit mit Erbrechen.
  • Clivia: Der Pflanzensaft bewirkt bei Kontakt Hautreizungen, der Verzehr Schweißbildung, Erbrechen, Übelkeit.
  • Philodendron: Wie viele Aronstabgewächse bei Verzehr krampfbildend, verursacht starken Harndrang und Reizungen der Schleimhäute.
  • Passionsblume: Die Blüten können das Zentrale Nervensystem lähmen.
  • Ficus: Entgegen anders lautenden Meinungen sind Ficus nicht sehr giftig, der Milchsaft kann mäßig reizen, der Verzehr der Blätter bewirkt starke Bauchschmerzen.
  • Flamingo (Anthurium): Wenn der Saft der Laubblätter in die Augen kommt, kann das zu Reizungen führen, man bekommt bei Verzehr auch Schluckbeschwerden.
  • Wüstenrose (Adenium): ist giftig wie der Fingerhut, besonders die Blätter. Kann zum Herztod führen!
  • Dieffenbachia
  • Kroton (Wunderstrauch)
  • Yucca-„Palme“
  • Christusdorn: Hunde, Katzen usw. erblinden bei Verzehr!
  • Aloe: für Menschen fast ungiftig, für Tiere tödlich!


Beispiele für ungiftige Zierpflanzen:

Zierkirschen (ausgenommen Mandelbäumchen), Vogelbeeren….

Astern, Begonien,  verschiedene Palmen, Stiefmütterchen, Rosen, Osterkaktus, Hibiskus, Usambaraveilchen, Pelargonien, Weihnachtsstern(!!!), Fleissiges Lieschen, Erica-Gewächse, Thymian, Melisse, Salbei, Lavendel, Margeriten, Gerbera, Kamelie, Bubikopf, Geldbaum, Chlorophytum (Grünlilie), Banane, Zypresse, Baldrian, Zitrus-Gewächse, Ringelblume, Gloxinie, Jasmin, Tagetes.


Was tun im Notfall?

Durch warmes Wasser Erbrechen herbeiführen.

Den Tierarzt aufsuchen, Pflanzenreste aufbewahren, damit man die Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen einleiten kann.


Sollte man keine Giftpflanzen mehr im Garten haben?

Es ist ein Leichtes, zu sagen, dass eh nie was passiert, wenn dann wirklich mal der Unglücksfall eintritt.

Aber Panikmache ist hier fehl am Platz, Fast alle Pflanzen beinhalten irgendwelche Inhaltsstoffe, die „giftig“ sind, man sollte sich nur dessen bewusst sein, die eigenen Schlüsse daraus ziehen und dementsprechend handeln. Es sind Gottseidank kaum bis gar keine Vergiftungsfälle bekannt! Der Instinkt lässt Tiere da selten im Stich!


Thema Bienen:

Bienen können in ihrem Nektar Pollen giftiger Pflanzen transportieren, deren giftiger Inhaltsstoff sich im Millionstel im Honig verbreiten, manchmal auch nur schwer abbauen lässt. Es verdünnt sich in unseren Breiten aber sehr, sodass man kaum Nachweise erbringen kann, ob noch Reststoffe vorhanden sind. Am gefährlichsten sind das Jakobskraut, der Hahnenfuß und die Pontische Azalee (kommt in der Türkei vor), aber wie gesagt, all das kommt NIE reinsortig vor, daher ist die Vergiftungsgefahr für Mensch und Tier unerheblich.


Beispiele für eine Unzahl Bienen - freundlicher Pflanzen mit geringer Giftigkeit:

Ahorn, Apfel, Kirsche, Aster, Bartblume, Borretsch, Edelkastanie, Kornblume, Him- und Brombeere, Himmelsleiter, Koriander, Klee, Linde, Lilie, Löwenzahn, Sonnenblume, Sonnenbraut, Wein, Wilder Wein, Erika, Ysop, Weide, Thymian…

Viele Pflanzen, mit denen man sich im Alltag umgibt, bergen kleine oder größere Gefahren in sich, man ist sich dessen meist nicht bewusst.

zum Beitrag
Zimmerpflanzen
Giftige Pflanzen
4.2.2022
Giftpflanzen im Haus

Viele Pflanzen, mit denen man sich im Alltag umgibt, bergen kleinere oder größere Gefahren in sich und man ist sich dessen meist nicht bewusst. Pflanzen können gut riechen, attraktives Äußeres haben und auch schönen Beerenschmuck tragen, der besonders für Kinder, aber auch Haustiere interessant scheint. Und da kann es zu Vergiftungsunfällen kommen.

Nach Unfällen mit Haushaltschemikalien (Putz- und Waschmittel) und Arzneimitteln (meist flüssiger Natur) sind Pflanzen die häufigste Ursache für Vergiftungsunfälle im Haushalt.

 

Warum sind Pflanzen überhaupt giftig?

Das ist eine Art Abwehrmechanismus, den die Pflanzen aufgebaut haben, sei es durch giftige Inhaltsstoffe, aber auch durch Dornen, Stacheln und auch Behaarungen, die aggressiv auf die menschliche Haut wirken und dadurch verbrennungsähnliche Ausmaße annehmen kann.

Pflanzen können nicht wie Menschen oder Tiere den Standort verlassen. Sie können sich somit auch nicht wehren und müssen auf Inhaltsstoffe als Überlebens- und Fortpflanzungssinn zurückgreifen. Tiere sind hier instinktiver als Menschen, die mehr oder weniger keinen natürlichen Instinkt diesbezüglich besitzen.

Es heißt nämlich auch nicht, dass Mensch und Tier auf dieselben Pflanzen allergisch reagieren. Eine Ziege kann z.B. eine Herbstzeitlose fressen, es passiert nichts. Wenn ein Mensch das tut, kann er daran sterben.

 

Beispiele für „giftige“ Zimmerpflanzen:

  1. Amaryllis: Die Zwiebeln sollen nicht gegessen werden, sie verursachen rasch Übelkeit mit Erbrechen.
  2. Clivia: Der Pflanzensaft bewirkt bei Kontakt Hautreizungen, der Verzehr Schweißbildung, Erbrechen, Übelkeit.
  3. Philodendron und Aronstabgewächse: Wie eben die meisten Aronstabgewächse bei Verzehr krampfbildend, verursacht starken Harndrang und Reizungen der     Schleimhäute.
  4. Passionsblume: Die Blüten können das zentrale Nervensystem lähmen.
  5. Ficus: Entgegen anders lautenden Meinungen sind Gummibäume nicht sehr giftig. Der Milchsaft kann mäßig reizen, der Verzehr der Blätter bewirkt starke     Bauchschmerzen.
  6. Flamingo (Anthurium): Wenn der Saft der Laubblätter in die Augen kommt, kann das zu Reizungen führen. Man bekommt bei Verzehr auch Schluckbeschwerden.
  7. Wüstenrose (Adenium): Sie ist giftig wie der Fingerhut, besonders die Blätter. Sie kann sogar zum Herztod führen!
  8. Weihnachtsstern: Er ist weniger giftig als allgemein angenommen. Man muss 72 Weihnachtssterne auf einen Satz essen, um zu sterben und das tut wohl     niemand!
  9. Zyklame: Als beliebte Winter-Zimmerpflanze ist die Knolle derselben giftig und verursacht starke Magenkrämpfe und Darmbeschwerden.
  10. Mistel: Die Blätter und Stängel sind bei Verzehr nicht gerade darmfördernd. Misteln kommen gerade in der Adventszeit im Zimmer zur Verwendung.
  11. Efeu: Die Beeren sind giftig, kommen aber im Raum kaum mal zum Fruchten. Der Puls steigt bei Verzehr, Atemnot tritt ein und Kopfschmerzen können entstehen. Auch Blätter sollten nicht verzehrt werden.

 

Beispiele für ungiftige Zierpflanzen:

Zierkirschen (ausgenommen Mandelbäumchen), Vogelbeeren….

Astern, Begonien, Farne, verschiedene Palmen, Stiefmütterchen, Rosen, Osterkaktus, Hibiskus, Usambaraveilchen, Pelargonien….

 

Was tun im Notfall?

Durch warmes Wasser Erbrechen herbeiführen.

Den Arzt verständigen, Pflanzenreste aufbewahren, damit man die Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen einleiten kann.

  

Sollte man keine Giftpflanzen mehr Zuhause haben?

Es ist ein Leichtes, zu sagen, dass eh nie was passiert, wenn dann wirklich mal der Unglücksfall eintritt.

Aber Panikmache ist hier fehl am Platz, weil es wichtig ist, dass Kinder auf solche Pflanzen aufmerksam gemacht werden, den Bezug herstellt und man die Kinder richtig aufklärt!

Fast alle Pflanzen beinhalten irgendwelche Inhaltsstoffe, die „giftig“ sind, man sollte sich nur dessen bewusst sein, die eigenen Schlüsse daraus ziehen und dementsprechend handeln.

Wenn man der Meinung ist, dass man sich keiner Gefahr aussetzt, was meistens auch so ist, dann kann man die Pflanzen ohne weiteres verwenden. Wenn doch, dann sollte man sie zwecks ruhigem Gewissen auch nicht verwenden. Die Auswahl wird dann jedoch ziemlich dünn!

Viele Pflanzen, mit denen man sich im Alltag umgibt, bergen kleinere oder größere Gefahren in sich und man ist sich dessen meist nicht bewusst.

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Winter
Blumen / Blüten
Giftige Pflanzen
10.12.2021
Die Christrose

Still und heimlich wurde sie zur Nummer Eins unter den typischen Weihnachtspflanzen. Was der Weihnachtsstern an Nimbus langsam verliert, die Amaryllis (Ritterstern) geraden och rettet, das ist der Christrose in überragendem Ausmaß gelungen, nämlich beliebteste Weihnachtsblume zu sein.

Sicher, Stückzahlen sagen, dass vorher genannte immer noch die wichtigsten sind, aber im Ranking überholt die Christrose.

 

Genug der Statistiken, hin zu den „Fakten“ und Pflegehinweisen:

Eine Legende besagt, dass der Mönch Laurentius während einer Winterwanderung eine Blume sah, die aus dem Schnee herauswuchs. Dadurch inspiriert, dichtete er das Lied „Es ist ein Ros' entsprungen“, dies ist eine von mehreren Legenden, wie diese „Zauberpflanze“ entstanden sein könnte, dementsprechend auch die Namenswahl „Christrose“ (die ersten Sorten blühen um Weihnachten herum!).

botanisch: Helleborus - Familie der Hahnenfußgewächse (kein Rosengewächs!)

 

Schnee- oder Christrosen im Allgemeinen sind hervorragende Halbschatten- bis Schattenstauden für kalkreiche, nährstoffreiche, lehmige Böden. Die meisten der über 20 Arten stammen aus Europa und stehen in ihren Heimatländern zumeist unter strengem Naturschutz, so auch die heimische Art Helleborus niger, die Christrose. Viele, auch andere Schneerosenarten stammen aus Mitteleuropa, wo sie auf kalkreichen, steinigen Böden mit Lehmuntergrund natürlich vorkommen. Bevorzugt sind Gegenden in Niederösterreich, Burgenland, Ungarn, aber auch in den nördlichen und südlichen Kalkalpen… und auch im Karwendel.

In unseren Gärten haben sie bereits in den 50er-Jahren Einzug gehalten. Es sind anspruchslose, vom Blatt her sogar immergrüne Stauden, die dann mit ihren schalenförmigen Blüten in weiß, rosa, purpur bis fast roten Farbschattierungen - auffällig um die Weihnachtszeit beginnend blühen.

Die heimischen (oder - besser formuliert - fast schon heimischen) Schneerosen sind echte Winterblüher, die in halbschattigen bis schattigen Gartenbereichen als Strauchrandbepflanzung oder sogar teilweise Unterbepflanzung wertvolle Dienste leisten, weil sie, bis auf sehr trockene, extrem kalte Winter jedes Jahr verlässlich blühen!

 

Vorsicht!

Die Schneerose gilt als Giftpflanze, vor allem ihre Samenstände sind sehr giftig! Vergiftungsfälle sind gottlob aber nicht sehr häufig und eigentlich auch selten bekannt geworden. Der griechische Gattungsname weist schon auf die Giftigkeit hin („helein“=töten; „bora“=Speise). In der Antike verwendete man sie als Abführ- und Brechmittel. Die gemahlenen Samenstände der Nieswurz war lange Zeit Bestandteil von Schnupftabak und Niespulver!

 

Eigenheit!

Man muss, wenn man sie in den eigenen Garten pflanzt, den Boden dementsprechend gut vorbereiten. Kompost- und Kalkgaben sind meist recht hilfreich. Geduld ist dann gefragt. Die ersten beiden Jahre wächst die Pflanze sehr langsam. Vor allem im ersten Standjahr braucht sie reichlich Wasser.

Wenn sie dann aber zu wachsen beginnt, wird sie üppig, bis 30 cm hoch und sehr buschig. Man sollte dazwischen, so wie bei anderen Stauden, nicht immer gegen Unkräuter hacken, weil man auch leicht das Rhizom verletzen kann, aber auch die angefallenen Sämlinge vernichtet.

 

Was tut man mit jenen Christ- (oder Schnee-) Rosen, die man in der Frostperiode, also JETZT, kauft?

Auf jeden Fall ist jede Schneerose winterhart. Manchmal sind bestimmte Pflanzen in Gewächshäusern vorgetrieben und werden somit zum Blühen gebracht.

Diese kann man trotzdem auch bei Frosttemperaturen ins Freiland stellen, am besten aber unter Dach und auch das Wässern in Maßen ist wichtig dabei! Schutz ist jedenfalls grundsätzlich nicht notwendig, was man ja bei den meisten anderen Pflanzen, die man im Winter ins Freie stellt, machen muss.

Still und heimlich wurde sie zur Nummer Eins unter den typischen Weihnachtspflanzen. Was der Weihnachtsstern an Nimbus langsam verliert, die Amaryllis (Ritterstern) gerade noch rettet, das ist der Christrose in überragendem Ausmaß gelungen, nämlich beliebteste Weihnachtsblume zu sein.

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