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Erwin’s Gartenschule

Kamelie - die Diva unter den Blumen

Die Faszination der  Kamelien zieht seit einigen Jahren weite Kreise. Warum dies so ist, lässt  sich nur schwer abschätzen. Ist es die Ähnlichkeit der Blüten mit jener der  Rosen, so kann das treffend sein, was aber schon die einzige Ähnlichkeit zu  anderen, ähnlich aussehenden Pflanzen sein dürfte.

Denn eines ist  sicher - die Kamelie ist DIE Diva unter der bei uns am häufigsten verwendeten  Zierpflanze!

Wie sehen Kamelien aus?

Kamelien sind  immergrüne Sträucher mit glänzend grünen, leicht gezähnten Blättern, welche  im Spätsommer große Knospen ausbildet, die sich im Laufe des Winters langsam  und in Schüben zu öffnen beginnen. Die Blüten sind rosenähnlich und haben  unterschiedlichen Forme. Viele sind vollgefüllt blühend, andere einfach,  pfingstrosenähnlich oder anemonenblütig. Die Blütenfarben gehen von weiß über  creme bis hin zu gelb, die Hauptfarbe ist rosa bis rot.

Kamelien sind  ganzjährig attraktiv, Winter wie Sommer, erstens, weil sie immergrün sind und  zweitens durch ihre Blüte!

Es gibt keine  Wachstumsangaben. Manche werden groß wie Kleinbäume, andere bleiben niedrig  wie halbstrauchähnliche Bodendecker.

Was sind Kamelien?

Es sind auf jeden  Fall besondere Pflanzen, die eher elitären Charakter besitzen. Früher wurden  sie nur in speziellen Kamelienbaumschulen im norddeutschen Raum und in  Italien im Raum Toskana angeboten. Heute hat sie immer noch den Charakter  einer ganz besonderen Pflanze. Sie wird aber trotz Beteuerung vieler Züchter  in unseren Breiten weder winterhart noch zimmergeeignet sein! Sie ist ein  Zwischending zwischen beidem! Kamelien haben bei uns die Eigenschaft einer  bedingten Frostresistenz. Sie ist aber eine anspruchsvolle Kübelpflanze für  den (kühlen) Wintergarten bis maximal 12°C!

Kamelien sind aber  eigentlich anspruchslos, wenn man den geeigneten Standort für sie gefunden  hat.

Welcher Standort ist der Beste?

Der beste Ort für  eine Kamelie ist ein geschützter Ort vor Wind, Morgensonne im Winter und vor  direkter Sonne im Sommer. Die Temperaturunterschiede sollten das ganze Jahr  über nicht allzu sehr schwanken, außer während der Blütenbildung im  Hochsommer, wo 20°C gefragt sind. Vor Wind geschützt sollten sie auch im  Sommer werden.

Kamelien als Kübel- und Terrassenpflanzen

Egal wie, eine  Kamelie kann im Topf im Freien niemals überwintert werden; dies bezogen auf  Tirol.

Selbst ein  geschützter Standort ohne Wind und Wintersonne mit Wurzelschutz am Topf usw.  reichen nicht aus, um die Pflanze vor dem Austrocknen und Erfrieren zu  schützen. Manchmal wird auch behauptet, die Kamelie mag das Herumrücken  nicht. Im Gegenteil, das mag sie, wenn ihr der darauffolgende Standort noch  besser passt.

Am besten, man  räumt die Kamelie im Oktober in den kühlen (5 bis max. 12°C), hellen Raum mit  einer dementsprechend hohen Luftfeuchtigkeit (50% und mehr), lässt sie im  Winter im Haus blühen und räumt sie ohne Schnitt und Umtopfen im April wieder  auf die geschützte, halbschattige Terrasse.

Erst wenn die  Kamelie komplett durchgewurzelt ist, darf man sie umtopfen! Am besten  verwendet man eine mit Quarzsand angereicherte, lehmhaltige Rhododendronerde mit  pH-Wert 5,5. Darüber hinaus soll sie rasch austrocknen können.

Ein guter Rat ist  jener, dass man knapp unter die Oberfläche des Wurzelballens greift, um mit  dem "Grünen Daumen" festzustellen, ob genügend Feuchtigkeit am  Ballen ist. Vor der Knospenbildung zwischen April und Juli braucht die  Kamelie am meisten Wasser UND Nährstoffe, danach weniger, im Winter nur auf  Trockenheit hin! Das bedeutet, dass alle Kamelien das Regelmäßige lieben,  niemals aber mit Pauschalurteil gegossen werden dürfen, ein bisschen Gefühl  ist schon gefragt.

Kamelien ins Freiland gepflanzt

Viele  Voraussetzungen sind notwendig, um eine Kamelie im Freien überwintern zu  können. Zuerst die Auspflanzzeit zwischen April und Juni und während der  Wachstumsphase. Die restliche Zeit im Jahr ruht die Pflanze und bildet kaum  Neuwurzeln!

Tirol liegt in der  Klimazone 6 (minus 17-23°C im Winter), benötigen Kamelien jedoch Zone 8-9 (-2  bis -12°C), also keinen Illusionen hingeben. Einzelne Sorten und Arten halt  schon bis minus 20°C aus! Winterschutz ist erforderlich mit Tannenzweigen und  Wurzelschutzvlies um den Stamm herum. Die windgeschützte Lage, welche im  föhnigen Inntal schwierig beschaffbar ist und letztens der kühle,  halbschattige Standort. Und die Sorten müssen vergewissert härter sein als empfindliche  Sorten.

Wann düngen?  

Kamelien sind nur  während der Wachstumsphase mit einem flüssigen Rhododendrondünger wöchentlich  zu düngen und das ist nur zwischen April und Juli, danach und davor nicht  mehr. Das Kuriose ist, dass Kamelien bereits ab dem Knospenansatz im  Spätsommer bis zur Vollblüte im April in Ruhe sind, d.h. nicht wachsen und  auch kaum Wurzeln machen.

Was ist beim Kauf zu beachten?

Die Pflanze sollte  nur einen kräftigen Stamm besitzen, weiters gesundes, glänzendes Laub und  eine satte Farbe. Der Knospenansatz muss reichlich sein, die Pflanze sollte  aber knospenseitig nicht überladen sein.

Was ist bei vorzeitigem Knospenfall?

Die  Luftfeuchtigkeit ist zu niedrig! Sprühen mit abgestandenem Wasser in die  Pflanze hinein mindestens 2-3x pro Woche, damit sich die Blüte entfalten  kann.

Unterbrochene  Wasserzufuhr während der Blütenansatzphase: regelmäßige Feuchtigkeit ist das  Um und Auf in dieser Zeit (im Sommer).

Zu viele Knospen,  müssen ausgebrochen werden; zu warm im Raum (über 15°C)!

Die wichtigsten Krankheiten und Schädlinge

Stammgrundfäule:  passiert nur, wenn man zu tief pflanzt!

Läuse und Honigtau:  am besten mit Paraffinölpräparaten beim Einräumen im Herbst zweimal innerhalb  eines Monats besprühen, die Blätter nachher mittels Abwischen vom Honigtau  befreien.

Virosen: Verfärben  der Blätter. Kann passieren, die Pflanze geht aber nicht ein davon. Hat auch  keinen Sinn, die Blätter zu entfernen, wachsen so und anders wieder nach.

Die wichtigsten Arten

Camellia japonica: in Ostasien über 20000 Sorten davon,  nur 2-3% davon in Europa erhältlich, wovon über sogenannte Winterhärte nur  wenig bekannt ist. Von winterhart kann man bei uns so und anderst nur bedingt  sprechen, auch wenn sie oft bei verschiedenen Vertreibern propagiert wird.

Selten sind duftende  Sorten, was in der Züchtung noch eine wichtige Vorgabe ist. Hervorgegangen  aus Cjaponica sind die C.-Williamsi-Hybriden, die etwas winterhärter sind und  nach dem Abblühen die Blüten als Ganzes abwerfen. Die derzeit härtesten  Hybriden sind jene des Züchters Ackerman, der an der Harvard University  bedeutende Züchtungen entwickelt hat.

Camellia sasanqua: Herbstblühende Kamelien sind noch  etwas härter, was Temperatur anbelangt und unempfindlicher auf Kalk im Boden,  brauchen einen etwas sonnigeren Standort und die Blüte duftet sogar. Im  Herbst mit frühem Frost öffnet sich die Knospe aber erst gar nicht, was ein  gewisser Nachteil ist. Frühblühende Sorten blühen bereits ab September bis  Dezember hin. Die Blüten sind einfach bis halbgefüllt.

Camellia sinensis: Die Wildstrauchform des bekannten Schwarztee-Strauchs ist eine völlig  uninteressante Zierform, blüht weißlich im Winter und ist nur ob ihrer  wirtschaftlichen Bedeutung interessant, weil sie eben zur Teegewinnung  (Blatt) wichtig ist.

Autor
Erwin Seidemann
Datum
10.2.2020
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23.7.2021
Schnittblumen aus dem eigenen Garten

Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten sind nämlich längst ein „Muss“ bezüglich Selbstversorgung in den Sommermonaten. Blumen erscheinen aber „nicht so wichtig“, dabei sind Blumen die Farbe unserer Seele, der Blickfang eines Gartens und frischgepflückt vermitteln sie ein Glücksgefühl, sind was  Besonderes, auch als Geschenk beim Besuch bei Freunden!

Nicht jedem ist das Blumenbinden in die Wiege gelegt, es braucht beizeiten auch professionelle Hilfe und der Strauß wird dadurch erst „perfekt“. Manchmal ist es aber nur die Vielfalt, die Fülle, das Besondere, die einem Freude schenkt! Und das geht eben manchmal eben nur aus dem eigenen Garten.

Und man benötigt nur ein paar weniger Quadratmeter, einen sonnigen Platz und einen GUTEN, nährstoffreichen Boden.

Direktsaat ins Freie auf einen offenen Boden – ist noch möglich, empfehlenswert sind aber nur schnellkeimende Sommerblumenmischungen, die von der Keimung bis zur  Blüte lediglich 6-7 Wochen benötigen, für Sonnenblumen ist es schon spät, die brauchen 12-16 Wochen.

Besser ist es, vorkultivierte Pflanzen zu kaufen, zudem auch robuster (weil schon größer) gegenüber Schnecken sind. Pflanzen kann man von Astern, Zinnien, Löwenmaul, Cosmea,  aber auch Dahlien bzw. Stauden wie Astern, Phlox, Gräser, und dergleichen kaufen. Gladiolen und Lilien pflanzt man im Frühling, um sie im Juli und August zu ernten.

NOSTALGISCHE STRÄUSSE MIT einjährigen SOMMERBLUMEN

Mit einjährigen Sommerblumen, die man im Frühjahr selbst aussäen kann, lassen sich die schönsten Nostalgie-Sträuße zaubern. Drei oder vier verschiedene Pflanzenarten  reichen dafür völlig aus – die Blütenformen dieser Arten sollten sich unterscheiden (z.B. nicht nur margeritenähnliche).

Zinnien gibt es mit einfachen und dichtgefüllten Blüten in den verschiedensten Farben.

Kombinieren wir beispielsweise die zarten Blüten des Schmuckkörbchens (Cosmea) mit den kräftigen Blütentrauben des Löwenmäulchens. Zu diesen Blüten in Weiß und Rosa wirken die blauen Rispen des Sommer-Rittersporns sehr hübsch. 

Auch die Blüten von Dahlien fügen sich in diesen Strauß sehr gut ein. Keine Angst: Die Dahlie nimmt es nicht übel, wenn wir einzelne Blütenstiele für die Vase scheiden. Ganz im Gegenteil: Die mehrjährige, aber frostempfindliche Knollenpflanze wird sogar motiviert, neue Blütenknospen zu bilden.

Wenn man kräftige Farben liebt, kann man auf den einjährigen Sonnenhut (Rudbeckia hirta) zurückgreifen. Die leuchtendgelben Blüten kombinieren wir am besten mit gelben und orangefarbenen großblumigen Zinnien und leuchtendroten oder blauen hohen Lobelien oder blauen Salbei.

Die flauschigen Blütenrispen des Federborstengrases (Pennisetum oder „Flaschenputzer“) sind eine schöne Ergänzung.

SCHÖNE BLÜTENSTAUDEN FÜR DEN SCHNITT

Wer nicht jedes Jahr neu aussäen oder pflanzen will, pflanzt winterharte Blütenstauden ins Beet, die sich besonders gut für den Schnitt eignen. Zu den schönsten Sommerblühern für die Vase zählen die hohe Glockenblume (Campanula persicifolia) in Blau und Weiß sowie die Flammenblume (Phlox paniculata) in Weiß und verschiedenen Rosatönen. Ebenfalls in Weiß, Blau und Rosa blühen die Astern.

Je nach Sorte präsentieren sich die tellerartigen Blüten der Schafgarbe (Achillea) in Rot, Lachsrosa, Weiß, Gelb oder Orange. Für weitere gelbe Farbtupfer im Beet und im Blumenstrauß sorgen Stauden-Sonnenblume (Helianthus) und Gelber Sonnenhut (Rudbeckia fulgida). 


Pflegetipp:

Glockenblume und Flammenblume fühlen sich an einem nicht zu sonnigen Platz am wohlsten. Damit die Flammenblume reicht blüht und gesund bleibt, sollte der Boden immer gleichmäßig feucht und nährstoffreich sein. Die übrigen Stauden bevorzugen eher sehr sonnige, gerne auch trockenere Standorte.

Ohne Blattschmuck ist ein Gartenstrauß nur halb so schön. Funkienblätter (Hosta) sind eine schöne Ergänzung

Eine besondere Würze bekommt jedes Arrangement, wenn man Kräuter unter die bunten Blüten mischt. Zweige von Garten-Salbei (Salvia officinalis), Minze oder Zitronenmelisse sind wunderbare Ergänzungen.

Damit der Spaß am selbst arrangierten Vasenschmuck lange anhält, sollte man die Blütenstiele früh morgens schneiden, man verwendet dafür ein scharfes, sauberes Messer oder eine entsprechende Schere.

Man stellt  die geschnittenen Stiele möglichst schnell ins Wasser. Nach zwei bis drei Tagen sollte man das Vasenwasser wechseln und die Enden der Stiele neu anschneiden. Blätter, die ins Vasenwasser ragen, sollte man unbedingt sofort entfernen, sonst birgt das Gefahr der Fäulnis.

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Bienen
Nützlinge
Blumen / Blüten
28.5.2021
Artenvielfalt im Garten und am Balkon!

Einen „Artenvielfaltsgarten“ selbst anlegen!

Die meisten heimischen Schmetterlinge und Bienen ernähren sich von Blüten. Viele Pflanzen sind auf Schmetterlinge und Bienen als Bestäuber angewiesen und bieten den Nektar als "Gegenleistung" für den Pollentransport. Dieses über Jahrmillionen gewachsene Zusammenspiel wird heute oft gestört, zum Beispiel durch neue Pflanzen, die keinen Nektar geben und durch chemische Pflanzenschutzmittel, die den wertvollen Insekten schaden. Nur mit den richtigen Blüten kann man Schmetterlinge und Bienen in den eigenen Garten locken. Als Faustregel gilt: je vielfältiger ein Garten, desto attraktiver für die „Flieger“! Gärten, die nur aus kurz gemähter Rasenflächen bzw. Thujen-Hecken bestehen, eignen sich auch nicht für die ganzen Bestäuber.

Wild ist gut - kurz gemähte Rasen sind für Schmetterlinge und Bienen wie Wüsten, „wilde Ecken im Garten“ wie Oasen, die Natur weiß selbst, was am besten für sie ist. Ein Teilbereich des Rasens in eine nicht so häufig gemähte Blumenwiese umwandeln!

Nicht alles auf einmal mähen - um nicht auf einen Schlag den ganzen Lebensraum von Faltern und Raupen zu zerstören, sollten nicht alle Flächen gleichzeitig gemäht werden.

Auf heimische Pflanzen setzen - statt ausschließlich exotische Zierpflanzen im Garten zu pflanzen, lieber mit heimischen Pflanzenarten kombinieren, das schmeckt den Bienen und Schmetterlingen besser.

Verzicht auf Chemie im Hausgarten - blühende Pflanzen sollten niemals mit Insektenbekämpfungsmittel behandeln werden und auch Pflanzenschutz-Stäbchen für die Erde sind pures Gift für Bienen und Schmetterlinge! Ameisenköder, Wespensprays, Gelsenstecker und Fenster-Aufkleber gegen Fliegen sind ebenfalls giftig für viele Nützlinge. 

Wildblumenbeet anlegen

De einfachste Einstieg in einen schmetterlings- und bienenfreundlichen Garten ist ein Wildblumenbeet. Ein Wildblumenbeet kann man auch in großen Kübeln oder Blumentöpfen einsäen, z.B. für den Balkon!

Viele Wildblumen gedeihen am besten auf nährstoffarmen und mageren Böden. Wildblumenmischungen für Magerstandorte erbringen Nektar für viele Bienen, Falter und Futter für die Raupen vieler Arten.

Wer keinen nährstoffarmen Boden zur Verfügung hat, kann auch auf fetteren Böden ein Blumenbeet für Schmetterlinge und Bienen anlegen. Eine Wildblumenwiese wird sich jedoch nur dann auf Dauer halten, wenn dem Boden zur Abmagerung Sand oder Kies beigemischt wurde.

Auf nährstoffreichem Boden ist auch die Feuchtwiese eine gute Alternative. Ständig zugeleitetes Dachrinnenwasser reicht für die Etablierung eines Stücks Nasswiese aus. Hier können sich Hahnenfuß und Kuckuckslichtnelke halten und hier wächst auch der äußerst gut besuchte Baldrian.

 

Blumenwiese anlegen

Bei einer Wildblumenwiese gilt: Wichtiger als die Größe der Fläche ist die Qualität der Wiese. Für Bodenbeschaffenheit, Lage und passenden Pflanzen gelten bei Wiesen die gleichen Aussagen wie bei den Beeten.

Wie man erfolgreich eine Blumenwiese und -beet anlegen kann:

  1. Boden ca. 1-2 Spaten tief umgraben.
  2. Rasen, Pflanzenteile und Wurzeln entfernen und den Boden mit der Harke und einem Rechen durcharbeiten bis er locker und feinkrümelig ist.
  3. Auf mageren, nährstoffarmen Böden entstehen artenreiche Wildblumenwiesen. Im Garten kann dazu der Boden mit feinem Kies oder Sand vermischt werden (bis zu 50%!!).
  4. Die Blumensamen mit der Hand auf das Saatbeet streuen (eventuell zum gleichmäßigen Ausstreuen mit Sägemehl vermischen).
  5. Die Samen mit dem Rücken des Rechens leicht in den Boden eindrücken oder einklopfen. Nicht mit Erde abdecken, da sie nur im Licht keimen! Die Erde während der Keimzeit (ca. 4-6 Wochen) gut feucht halten.

Für den Anfang braucht es Geduld, denn die ersten Samen keimen erst nach einigen Wochen. Besonders Wildblumen wachsen langsam. Kommen unerwünschte Arten zuerst, diese mit der Hand regelmäßig entfernen. Erst nachdem die Pflanzen ihre Samen ausgestreut haben, sollte gestutzt oder gemäht werden. Die Mahd nicht liegenlassen, damit der Boden weiterhin nährstoffarm bleibt. Die beste Zeit dafür ist logischerweise das Frühjahr!

Balkon schmetterlings- und bienenfreundlich gestalten:

Wer keinen Garten zur Verfügung hat, kann natürlich auch den Balkon schmetterlings- und bienenfreundlich gestalten. Dauerhaft "einziehen" werden Schmetterlinge und Bienen auf dem Balkon vermutlich nicht. Aber als Raststation für vorbeifliegende Bestäuber sind Balkone sehr wichtig. Kletterpflanzen zum Beispiel sind ein Ruheplatz für Schmetterlinge, und die Blütenpracht bietet den Faltern reichlich Nahrung, beispielsweise Efeublüte im Herbst. Im Blumentopf mögen Schmetterlinge und Bienen alles, was duftet. Am besten Küchenkräuter wie Basilikum, Pfefferminze oder Salbei blühen lassen. Pelargonien und anderen Balkonblumen besitzen oft wenig Nektar  - sie bieten kein "Futter" für die Schmetterlinge. Ein Wildblumenbeet kann man auch in großen Kübeln, Blumentöpfen oder -kästen einsäen.

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Blumen / Blüten
Frost
Duftende Pflanzen
2.4.2021
Pflanzenportrait: Eine elegante Schönheit namens Magnolia

Eine der weitverbreitetsten Ziersträucher, die dennoch nicht „abgedroschen“ ist, jedes Jahr, genau um diese Zeit, versetzt sie durch ihre tolle Blütenpracht und Eleganz ins Staunen und man spürt: jetzt geht`s los mit dem Gartenjahr. Leider hat sie ihre Tücken, oft wird durch Spätfröste, wie er jetzt bevorsteht, der Blütenflor zerstört. Wollen wir hoffen, dass sie noch knospig ist, weil dann übersteht sie den kommenden Kälteeinbruch nächste Woche gut.

Die am weitesten verbreitete und prachtvollste Magnolie ist die Tulpen-Magnolie (Magnolia soulangeana). Sie ist gleichzeitig eine der ältesten Magnolien-Züchtungen überhaupt und entstand um 1820 im Königlichen Gartenbauinstitut Fromont bei Paris. Die Tulpen-Magnolie kann wie die meisten Magnolien mit den Jahren stattliche Ausmaße erreichen – acht bis zehn Meter breite Kronen sind bei rund 50 Jahre alten Pflanzen keine Seltenheit. Die hellrosafarbenen, tulpenförmigen Blüten erscheinen im April vor dem Laubaustrieb in unglaublicher Fülle.

Magnolien sind durch ihre in den Blättern gewonnenen Alkaloide in der TCM-Medizin sehr verbreitet, die Alkaloide helfen bei hohem Blutdruck, Schlafstörungen, Hustenreiz, Magen/Darmproblemen. Die Blüten sind essbar und werden manchmal gebacken angeboten, vor allem die aufgehenden Blüten, sind in China und Japan weitverbreitet.

Standort und Boden

Man gönnt Magnolien im Garten einen Logenplatz in Einzelstellung und kalkuliert unbedingt genügend Standfläche ein, denn viele Arten und Sorten gehen im Alter in die Breite. Je nach Sorte sollte die Krone zu allen Seiten drei bis fünf Meter Platz haben, um sich auszubreiten. In Mitteleuropa bereiten Spätfröste der Blütenpracht der Magnolien leider oft ein jähes Ende – die Blütenblätter verfärben sich dann binnen weniger Tage braun und fallen zu Boden.

Besonders spätfrostgefährdet ist die Tulpen-Magnolie, die meisten anderen Sorten vertragen ein paar Minusgrade, ohne gleich ihre Blütenblätter abzuwerfen. Als besonders frosthart gilt die Stern-Magnolie (Magnolia stellata), insbesondere die Sorte 'Royal Star'. Auch die Blüten der mit rund drei Metern Wuchshöhe und -breite kleinsten Frühlingsmagnolie zeigen die höchste Frosttoleranz, da sie sich oft schon Anfang März öffnen.

Grundsätzlich bevorzugen alle Magnolien einen warmen, vor kalten Winden geschützten Standort. Der Boden sollte gleichmäßig feucht, humusreich und möglichst leichtsauer (kalkfrei) sein. Auf Sandböden ist die Frosthärte im höher als auf feuchten, nährstoffreichen Lehmböden. Letztere sollten daher mit Sand, Kompost und Lauberde verbessert werden.

 

Pflege und Schnitt

Einmal gepflanzt, sorgen Magnolien viele Jahrzehnte lang für überreiche Blütenfülle. Sie werden von Jahr zu Jahr schöner und kommen mit einem Minimum an Pflege aus.

Das Wurzelwerk der Magnolien verläuft sehr flach durch den Oberboden und reagiert empfindlich auf jegliche Art von Bodenbearbeitung. Daher sollte man die Baumscheibe nicht mit der Hacke bearbeiten, sondern einfach mit einer Schicht Rindenmulch abdecken oder mit verträglichen Bodendeckern bepflanzen.

Geeignete Arten sind beispielsweise die Schaumblüte (Tiarella) oder das  Immergrün (Vinca). Im Frühjahr sind Magnolien für ein paar Nährstoffe in Form von organischem Volldünger (zB. Schafwolle oder Hornspäne) und Kompost dankbar. Wenn der Boden in trockenen Sommern trotz Mulchschicht austrocknet, sind zusätzliche Wassergaben wichtig.

Die Magnolien sind eine sehr altertümliche Pflanzengattung. Die ersten Arten sind vor über 100 Millionen Jahren entstanden und damit vermutlich die Ahnen aller heute lebenden Blütenpflanzen. Die Blüten der heutigen Magnolien-Arten sind trotz ihrer Schönheit botanisch immer noch sehr einfach aufgebaut und lassen Rückschlüsse auf das Aussehen der ersten Blütengehölze zu. Ein Grund für das hohe Alter der Pflanzengattung ist sicherlich ihre hohe Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge. Weder Blattpilze noch Schadinsekten rühren die Pflanzen an, so dass Hobbygärtner bei ihren Magnolien auf Pflanzenschutzmaßnahmen verzichten können.

Magnolien sind zwar grundsätzlich schnittverträglich, nach Möglichkeit sollten sie Ihre Magnolien jedoch frei wachsen lassen. Zudem verheilen Schnittwunden bei Magnolien sehr langsam. Im Gegensatz zu Forsythien und vielen anderen Frühlingsblühern vergreisen die Sträucher nicht, sondern bilden mit den Jahren immer mehr Blüten. Man kann Magnolien bei Bedarf mit der Gartenschere etwas auslichten, sollte aber nie versuchen, die Kronen zu verkleinern. Damit zerstört man auf Dauer die malerische Wuchsform, denn die Sträucher reagieren an der Schnittstelle mit starkem Neuaustrieb. Der beste Zeitpunkt für Schnittmaßnahmen ist bei Magnolien der Hochsommer.


Weitere Arten/Sorten


Durch intensive Züchtung – hauptsächlich in Neuseeland und den USA – gibt es bei Magnolien inzwischen eine riesige Sortenvielfalt, die nur langsam Einzug in die Baumschulen hält. Zu den exotischsten Varianten gehören zweifellos die gelben Magnolien („Yulan“), von denen nach und nach immer mehr Sorten auf den Markt kommen.

Aber auch einheitlich purpurrote Züchtungen wie die Sorte 'lilliflora Nigra“ oder „Susan“' gibt es seit Jahren.

Magnolia loeberii Merill ist eine großblumige, schlankwüchsige Sorte mit hellrosa Blüten. Die Kobushimagnolie treibt ebenso wunderbare Blüten im April und ist sommergrün, im Gegensatz zur Magnolia grandiflora, die immergrün, nur bedingtwinterhart in unseren Breiten und von der Blüte zwar hübsch, aber nicht bedeutungsvoll ist, verkörpert aber DEN mediterranen Garten wie eine Säulenzypresse oder Pinie.

Ebenso eine Sommer blühende Sorte ist M. sieboldii, die in weiß wunderbar blüht, durch den üppigen Laubbesatz aber meist zu wenig auffällt.

Ein toller, neuer „Typus“ ist die Hybridmagnolie „Genie“, die dunkelrote, riesige Blüten im April bringt und sogar duftet.

Eine der weit verbreitetsten Ziersträucher, die dennoch nicht „abgedroschen“ ist, jedes Jahr, genau um diese Zeit, versetzt sie durch ihre tolle Blütenpracht und Eleganz ins Staunen und man spürt: jetzt geht`s los mit dem Gartenjahr.

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