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Erwins’s Gartenschule

Kamelie - die Diva unter den Blumen

Die Faszination der  Kamelien zieht seit einigen Jahren weite Kreise. Warum dies so ist, lässt  sich nur schwer abschätzen. Ist es die Ähnlichkeit der Blüten mit jener der  Rosen, so kann das treffend sein, was aber schon die einzige Ähnlichkeit zu  anderen, ähnlich aussehenden Pflanzen sein dürfte.

Denn eines ist  sicher - die Kamelie ist DIE Diva unter der bei uns am häufigsten verwendeten  Zierpflanze!

Wie sehen Kamelien aus?

Kamelien sind  immergrüne Sträucher mit glänzend grünen, leicht gezähnten Blättern, welche  im Spätsommer große Knospen ausbildet, die sich im Laufe des Winters langsam  und in Schüben zu öffnen beginnen. Die Blüten sind rosenähnlich und haben  unterschiedlichen Forme. Viele sind vollgefüllt blühend, andere einfach,  pfingstrosenähnlich oder anemonenblütig. Die Blütenfarben gehen von weiß über  creme bis hin zu gelb, die Hauptfarbe ist rosa bis rot.

Kamelien sind  ganzjährig attraktiv, Winter wie Sommer, erstens, weil sie immergrün sind und  zweitens durch ihre Blüte!

Es gibt keine  Wachstumsangaben. Manche werden groß wie Kleinbäume, andere bleiben niedrig  wie halbstrauchähnliche Bodendecker.

Was sind Kamelien?

Es sind auf jeden  Fall besondere Pflanzen, die eher elitären Charakter besitzen. Früher wurden  sie nur in speziellen Kamelienbaumschulen im norddeutschen Raum und in  Italien im Raum Toskana angeboten. Heute hat sie immer noch den Charakter  einer ganz besonderen Pflanze. Sie wird aber trotz Beteuerung vieler Züchter  in unseren Breiten weder winterhart noch zimmergeeignet sein! Sie ist ein  Zwischending zwischen beidem! Kamelien haben bei uns die Eigenschaft einer  bedingten Frostresistenz. Sie ist aber eine anspruchsvolle Kübelpflanze für  den (kühlen) Wintergarten bis maximal 12°C!

Kamelien sind aber  eigentlich anspruchslos, wenn man den geeigneten Standort für sie gefunden  hat.

Welcher Standort ist der Beste?

Der beste Ort für  eine Kamelie ist ein geschützter Ort vor Wind, Morgensonne im Winter und vor  direkter Sonne im Sommer. Die Temperaturunterschiede sollten das ganze Jahr  über nicht allzu sehr schwanken, außer während der Blütenbildung im  Hochsommer, wo 20°C gefragt sind. Vor Wind geschützt sollten sie auch im  Sommer werden.

Kamelien als Kübel- und Terrassenpflanzen

Egal wie, eine  Kamelie kann im Topf im Freien niemals überwintert werden; dies bezogen auf  Tirol.

Selbst ein  geschützter Standort ohne Wind und Wintersonne mit Wurzelschutz am Topf usw.  reichen nicht aus, um die Pflanze vor dem Austrocknen und Erfrieren zu  schützen. Manchmal wird auch behauptet, die Kamelie mag das Herumrücken  nicht. Im Gegenteil, das mag sie, wenn ihr der darauffolgende Standort noch  besser passt.

Am besten, man  räumt die Kamelie im Oktober in den kühlen (5 bis max. 12°C), hellen Raum mit  einer dementsprechend hohen Luftfeuchtigkeit (50% und mehr), lässt sie im  Winter im Haus blühen und räumt sie ohne Schnitt und Umtopfen im April wieder  auf die geschützte, halbschattige Terrasse.

Erst wenn die  Kamelie komplett durchgewurzelt ist, darf man sie umtopfen! Am besten  verwendet man eine mit Quarzsand angereicherte, lehmhaltige Rhododendronerde mit  pH-Wert 5,5. Darüber hinaus soll sie rasch austrocknen können.

Ein guter Rat ist  jener, dass man knapp unter die Oberfläche des Wurzelballens greift, um mit  dem "Grünen Daumen" festzustellen, ob genügend Feuchtigkeit am  Ballen ist. Vor der Knospenbildung zwischen April und Juli braucht die  Kamelie am meisten Wasser UND Nährstoffe, danach weniger, im Winter nur auf  Trockenheit hin! Das bedeutet, dass alle Kamelien das Regelmäßige lieben,  niemals aber mit Pauschalurteil gegossen werden dürfen, ein bisschen Gefühl  ist schon gefragt.

Kamelien ins Freiland gepflanzt

Viele  Voraussetzungen sind notwendig, um eine Kamelie im Freien überwintern zu  können. Zuerst die Auspflanzzeit zwischen April und Juni und während der  Wachstumsphase. Die restliche Zeit im Jahr ruht die Pflanze und bildet kaum  Neuwurzeln!

Tirol liegt in der  Klimazone 6 (minus 17-23°C im Winter), benötigen Kamelien jedoch Zone 8-9 (-2  bis -12°C), also keinen Illusionen hingeben. Einzelne Sorten und Arten halt  schon bis minus 20°C aus! Winterschutz ist erforderlich mit Tannenzweigen und  Wurzelschutzvlies um den Stamm herum. Die windgeschützte Lage, welche im  föhnigen Inntal schwierig beschaffbar ist und letztens der kühle,  halbschattige Standort. Und die Sorten müssen vergewissert härter sein als empfindliche  Sorten.

Wann düngen?  

Kamelien sind nur  während der Wachstumsphase mit einem flüssigen Rhododendrondünger wöchentlich  zu düngen und das ist nur zwischen April und Juli, danach und davor nicht  mehr. Das Kuriose ist, dass Kamelien bereits ab dem Knospenansatz im  Spätsommer bis zur Vollblüte im April in Ruhe sind, d.h. nicht wachsen und  auch kaum Wurzeln machen.

Was ist beim Kauf zu beachten?

Die Pflanze sollte  nur einen kräftigen Stamm besitzen, weiters gesundes, glänzendes Laub und  eine satte Farbe. Der Knospenansatz muss reichlich sein, die Pflanze sollte  aber knospenseitig nicht überladen sein.

Was ist bei vorzeitigem Knospenfall?

Die  Luftfeuchtigkeit ist zu niedrig! Sprühen mit abgestandenem Wasser in die  Pflanze hinein mindestens 2-3x pro Woche, damit sich die Blüte entfalten  kann.

Unterbrochene  Wasserzufuhr während der Blütenansatzphase: regelmäßige Feuchtigkeit ist das  Um und Auf in dieser Zeit (im Sommer).

Zu viele Knospen,  müssen ausgebrochen werden; zu warm im Raum (über 15°C)!

Die wichtigsten Krankheiten und Schädlinge

Stammgrundfäule:  passiert nur, wenn man zu tief pflanzt!

Läuse und Honigtau:  am besten mit Paraffinölpräparaten beim Einräumen im Herbst zweimal innerhalb  eines Monats besprühen, die Blätter nachher mittels Abwischen vom Honigtau  befreien.

Virosen: Verfärben  der Blätter. Kann passieren, die Pflanze geht aber nicht ein davon. Hat auch  keinen Sinn, die Blätter zu entfernen, wachsen so und anders wieder nach.

Die wichtigsten Arten

Camellia japonica: in Ostasien über 20000 Sorten davon,  nur 2-3% davon in Europa erhältlich, wovon über sogenannte Winterhärte nur  wenig bekannt ist. Von winterhart kann man bei uns so und anderst nur bedingt  sprechen, auch wenn sie oft bei verschiedenen Vertreibern propagiert wird.

Selten sind duftende  Sorten, was in der Züchtung noch eine wichtige Vorgabe ist. Hervorgegangen  aus Cjaponica sind die C.-Williamsi-Hybriden, die etwas winterhärter sind und  nach dem Abblühen die Blüten als Ganzes abwerfen. Die derzeit härtesten  Hybriden sind jene des Züchters Ackerman, der an der Harvard University  bedeutende Züchtungen entwickelt hat.

Camellia sasanqua: Herbstblühende Kamelien sind noch  etwas härter, was Temperatur anbelangt und unempfindlicher auf Kalk im Boden,  brauchen einen etwas sonnigeren Standort und die Blüte duftet sogar. Im  Herbst mit frühem Frost öffnet sich die Knospe aber erst gar nicht, was ein  gewisser Nachteil ist. Frühblühende Sorten blühen bereits ab September bis  Dezember hin. Die Blüten sind einfach bis halbgefüllt.

Camellia sinensis: Die Wildstrauchform des bekannten Schwarztee-Strauchs ist eine völlig  uninteressante Zierform, blüht weißlich im Winter und ist nur ob ihrer  wirtschaftlichen Bedeutung interessant, weil sie eben zur Teegewinnung  (Blatt) wichtig ist.

Autor
Erwin Seidemann
Datum
10.2.2020
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Blumen / Blüten
Frost
Duftende Pflanzen
2.4.2021
Pflanzenportrait: Eine elegante Schönheit namens Magnolia

Eine der weitverbreitetsten Ziersträucher, die dennoch nicht „abgedroschen“ ist, jedes Jahr, genau um diese Zeit, versetzt sie durch ihre tolle Blütenpracht und Eleganz ins Staunen und man spürt: jetzt geht`s los mit dem Gartenjahr. Leider hat sie ihre Tücken, oft wird durch Spätfröste, wie er jetzt bevorsteht, der Blütenflor zerstört. Wollen wir hoffen, dass sie noch knospig ist, weil dann übersteht sie den kommenden Kälteeinbruch nächste Woche gut.

Die am weitesten verbreitete und prachtvollste Magnolie ist die Tulpen-Magnolie (Magnolia soulangeana). Sie ist gleichzeitig eine der ältesten Magnolien-Züchtungen überhaupt und entstand um 1820 im Königlichen Gartenbauinstitut Fromont bei Paris. Die Tulpen-Magnolie kann wie die meisten Magnolien mit den Jahren stattliche Ausmaße erreichen – acht bis zehn Meter breite Kronen sind bei rund 50 Jahre alten Pflanzen keine Seltenheit. Die hellrosafarbenen, tulpenförmigen Blüten erscheinen im April vor dem Laubaustrieb in unglaublicher Fülle.

Magnolien sind durch ihre in den Blättern gewonnenen Alkaloide in der TCM-Medizin sehr verbreitet, die Alkaloide helfen bei hohem Blutdruck, Schlafstörungen, Hustenreiz, Magen/Darmproblemen. Die Blüten sind essbar und werden manchmal gebacken angeboten, vor allem die aufgehenden Blüten, sind in China und Japan weitverbreitet.

Standort und Boden

Man gönnt Magnolien im Garten einen Logenplatz in Einzelstellung und kalkuliert unbedingt genügend Standfläche ein, denn viele Arten und Sorten gehen im Alter in die Breite. Je nach Sorte sollte die Krone zu allen Seiten drei bis fünf Meter Platz haben, um sich auszubreiten. In Mitteleuropa bereiten Spätfröste der Blütenpracht der Magnolien leider oft ein jähes Ende – die Blütenblätter verfärben sich dann binnen weniger Tage braun und fallen zu Boden.

Besonders spätfrostgefährdet ist die Tulpen-Magnolie, die meisten anderen Sorten vertragen ein paar Minusgrade, ohne gleich ihre Blütenblätter abzuwerfen. Als besonders frosthart gilt die Stern-Magnolie (Magnolia stellata), insbesondere die Sorte 'Royal Star'. Auch die Blüten der mit rund drei Metern Wuchshöhe und -breite kleinsten Frühlingsmagnolie zeigen die höchste Frosttoleranz, da sie sich oft schon Anfang März öffnen.

Grundsätzlich bevorzugen alle Magnolien einen warmen, vor kalten Winden geschützten Standort. Der Boden sollte gleichmäßig feucht, humusreich und möglichst leichtsauer (kalkfrei) sein. Auf Sandböden ist die Frosthärte im höher als auf feuchten, nährstoffreichen Lehmböden. Letztere sollten daher mit Sand, Kompost und Lauberde verbessert werden.

 

Pflege und Schnitt

Einmal gepflanzt, sorgen Magnolien viele Jahrzehnte lang für überreiche Blütenfülle. Sie werden von Jahr zu Jahr schöner und kommen mit einem Minimum an Pflege aus.

Das Wurzelwerk der Magnolien verläuft sehr flach durch den Oberboden und reagiert empfindlich auf jegliche Art von Bodenbearbeitung. Daher sollte man die Baumscheibe nicht mit der Hacke bearbeiten, sondern einfach mit einer Schicht Rindenmulch abdecken oder mit verträglichen Bodendeckern bepflanzen.

Geeignete Arten sind beispielsweise die Schaumblüte (Tiarella) oder das  Immergrün (Vinca). Im Frühjahr sind Magnolien für ein paar Nährstoffe in Form von organischem Volldünger (zB. Schafwolle oder Hornspäne) und Kompost dankbar. Wenn der Boden in trockenen Sommern trotz Mulchschicht austrocknet, sind zusätzliche Wassergaben wichtig.

Die Magnolien sind eine sehr altertümliche Pflanzengattung. Die ersten Arten sind vor über 100 Millionen Jahren entstanden und damit vermutlich die Ahnen aller heute lebenden Blütenpflanzen. Die Blüten der heutigen Magnolien-Arten sind trotz ihrer Schönheit botanisch immer noch sehr einfach aufgebaut und lassen Rückschlüsse auf das Aussehen der ersten Blütengehölze zu. Ein Grund für das hohe Alter der Pflanzengattung ist sicherlich ihre hohe Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge. Weder Blattpilze noch Schadinsekten rühren die Pflanzen an, so dass Hobbygärtner bei ihren Magnolien auf Pflanzenschutzmaßnahmen verzichten können.

Magnolien sind zwar grundsätzlich schnittverträglich, nach Möglichkeit sollten sie Ihre Magnolien jedoch frei wachsen lassen. Zudem verheilen Schnittwunden bei Magnolien sehr langsam. Im Gegensatz zu Forsythien und vielen anderen Frühlingsblühern vergreisen die Sträucher nicht, sondern bilden mit den Jahren immer mehr Blüten. Man kann Magnolien bei Bedarf mit der Gartenschere etwas auslichten, sollte aber nie versuchen, die Kronen zu verkleinern. Damit zerstört man auf Dauer die malerische Wuchsform, denn die Sträucher reagieren an der Schnittstelle mit starkem Neuaustrieb. Der beste Zeitpunkt für Schnittmaßnahmen ist bei Magnolien der Hochsommer.


Weitere Arten/Sorten


Durch intensive Züchtung – hauptsächlich in Neuseeland und den USA – gibt es bei Magnolien inzwischen eine riesige Sortenvielfalt, die nur langsam Einzug in die Baumschulen hält. Zu den exotischsten Varianten gehören zweifellos die gelben Magnolien („Yulan“), von denen nach und nach immer mehr Sorten auf den Markt kommen.

Aber auch einheitlich purpurrote Züchtungen wie die Sorte 'lilliflora Nigra“ oder „Susan“' gibt es seit Jahren.

Magnolia loeberii Merill ist eine großblumige, schlankwüchsige Sorte mit hellrosa Blüten. Die Kobushimagnolie treibt ebenso wunderbare Blüten im April und ist sommergrün, im Gegensatz zur Magnolia grandiflora, die immergrün, nur bedingtwinterhart in unseren Breiten und von der Blüte zwar hübsch, aber nicht bedeutungsvoll ist, verkörpert aber DEN mediterranen Garten wie eine Säulenzypresse oder Pinie.

Ebenso eine Sommer blühende Sorte ist M. sieboldii, die in weiß wunderbar blüht, durch den üppigen Laubbesatz aber meist zu wenig auffällt.

Ein toller, neuer „Typus“ ist die Hybridmagnolie „Genie“, die dunkelrote, riesige Blüten im April bringt und sogar duftet.

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Frost
Blumen / Blüten
Frühling
26.3.2021
Baldrianblütenextrakt als Wärmegeber

Baldrian kennt man als Wurzel-Auszug ja hinlänglich als Beruhigungs- (nicht Schlaf-) Mittel, als Badezusatz zur Entspannung usw.

Baldrian ist eine winterharte Blütenstaude, sehr hübsch mit den weißen bis zartrosa Blüten, wird 1,50m hoch, hat feste Rhizome (Wurzelstöcke), in deren Wurzelrinde viel Wirkstoff steckt.

Dieser Wirkstoff ist aber nicht jener, der den Pflanzenliebhaber interessiert. Nein, es ist jener, der in der Blüte steckt, das daraus entstehende Extrakt ist ein Wärmegeber, der in vielen Substanzen enthalten ist wie z.B. Wärmegele für Sportler u.v.m.

Daher ist es auch sehr interessant als Schutz gegenüber Frösten bis minus 6°C und das wollen wir näher beschreiben.

 

"Wundermittel “Baldrianblütenextrakt als Schutz gegen Spätfrost

Wenn späte Frostnächte, die in den vergangenen Jahren wieder recht häufig waren (sogar noch im Mai) bevorstehen, hilft Baldrian nicht nur, unsere Nerven zu beruhigen, er ist auch ein ausgezeichneter Frostschutz. Das Extrakt erhöht die Pflanzentemperatur für 12-15 Stunden um 5-6°C, bedeutet Frostschutz in selbigem Minusbereich. Baldrianblüten- Extrakt ist in Apotheken erhältlich, kann aber auch selbst erzeugt werden, so man von den sehr hübsch und bienenfreundlich blühenden Pflanzen ausreichend im Garten hat.

Baldrianblütenextrakt ist ein Wärmegeber und sorgt übrigens auch für starke und gesunde Pflanzen, ein gesundes Bodenleben und fördert die Rotte im Kompost. Daher ist das Wort Frostschutz in dem Zusammenhang nicht ganz korrekt. Viel mehr erhöht es die Pflanzentemperatur für einige Stunden, mobilisiert die pflanzeneigenen Abwehrstoffe und löst Prozesse aus, die Frost kurzfristig überdauern können.

 

So macht man Baldrian-Blütenextrakt selbst: Gut zwei Hände voll Blüten ein paar Tage lang – leicht angefeuchtet - ziehen lassen, anschließend mit dem Mixer pürieren und durch ein Leinentuch pressen. Die Flüssigkeit in einer dunklen Glasflasche kühl aufbewahren, Flasche wegen der einsetzenden Gärung nur zu zwei Drittel füllen. Zur Verwendung 2-3 Tropfen auf 1 Liter handwarmes Wasser gut verrühren. Als Frostschutz am Nachmittag über die Obstbaumblüte bzw. die gefährdeten Pflanzen spritzen. Wichtig: es muss noch hell sein, damit die Pflanze die Flüssigkeit noch gut aufnehmen kann, nächtliche Nach-Spritzungen zeigen keinerlei Wirkung!

Wiederholt sich die Frostnacht darauffolgend, muss das Ganze wiederholt werden.

Klar kann man hier Skepsis an den Tag legen, die Verwendung von Baldrianblüten ist aber hinlänglich getestet und bewährt, es birgt viel altes Wissen und Erfahrungsschatz.

Gartenedition der ORF Nachlese/Hinweis ... Baldrian kennt man als Wurzel-Auszug ja hinlänglich als Beruhigungs- (nicht Schlaf-) Mittel, als Badezusatz zur Entspannung usw.

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Gartenpflege
Bienen
Blumen / Blüten
12.3.2021
Heimisch pflanzen - Weidekätzchen

Heimische Pflanzen sind das bunte Leben und der zentrale Baustein eines jeden Naturgartens. 

Lange Zeit wurden sie in der Gartengestaltung vernachlässigt. Mit dem allgemein steigenden Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein beginnt sich dieses Image langsam zu wandeln.

Ansprechende Gärten – tierisch viel Nutzen

Es gibt unglaublich viele, attraktive und bemerkenswert schöne heimische Pflanzen -  für jede Gartensituation – auch solche, die mit extremen Standorten und den immer häufiger werdenden Klimakapriolen sehr gut zurechtkommen. Der ‚Tupfen auf demi‘:  unsere Tierwelt liebt sie, weil ihre Blüten, Blätter, Samen und Früchte aller feinste Nahrung bieten! Dadurch füllt sich der Garten mit noch mehr Leben. 

Natürliches – ganz ohne Chemie!

Auch das Leben unserer ‚Nützlinge‘ hängt im Wesentlichen vom Vorhandensein heimischer Pflanzen ab! Sie haben sich im Laufe der letzten Jahrtausende gemeinsam entwickelt und aufeinander abgestimmt. Dieses Wissen fördert das Verständnis für das Netzwerk der Natur, denn je größer die Vielfalt an heimischen Pflanzen, desto größer wird die Vielfalt an heimischen Tierarten und desto engmaschiger wird das Netzwerk von ‚Fressen‘ und ‚Gefressen‘ werden. Und je engmaschiger dieses Netzwerk ist, desto schneller kann sich ein natürliches Gleichgewicht einpendeln - ein Regelwerk der Natur - ganz ohne Gift und Chemie!

Das Beste daran: unter den heimischen Gehölzen und Stauden gibt es eine Vielzahl an Heil- und Nutzpflanzen, die sich sowohl in der Küche als auch für die Hausapotheke verwenden lassen! Ein paar Beispiele: Himmelschlüssel als schleimlösendes Heilkraut, Malve zur Linderung von Hustenreiz, Mädesüß gegen Entzündungen und Fieber, Königskerzenblüten als hustenberuhigendes Mittel bei allen Erkältungskrankheiten, Johanniskraut gegen Angst und Depression, Herzgespann gegen hohen Blutdruck und nervösen Herzbeschwerden, Beinwell zur Förderung der Kallus-Bildung bei Brüchen sowie zur Förderung der Wundheilung, uvm.

Heimische Wildpflanzen – Bitte AUCH verwenden!

Heimische Blütenstauden bereichern mit einem besonderen Charme unsere Gärten und machen sie lebendig. Als Faustregel gilt: von einer einzigen heimischen Blütenpflanzen leben mindestens 10 Insektenarten! Während die Exoten oft nur in einer Disziplin gut sind – sind heimische wahre Alleskönner – von der Blüte bis zum Blatt.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es geht nicht darum, nur mehr heimische Pflanzen im Garten zu haben (deshalb auch der Vermerk ‚meistens‘!). Es gibt für den Garten tolle Zuchtformen und Zierpflanzen, auf die man nicht verzichten muss! Wichtig ist eigentlich nur, dass sie im Garten auch vorkommen.

Weidenkätzchen:

Die um diese Zeit wichtigste, bekannteste, heimische Wildpflanze ist das Weidenkätzchen, von dem es unterschiedliche (heimische) Arten gibt. Weiden sind Pionierpflanzen, das bedeutet, sie kommen von Tallagen entlang von Flüssen und Bächen genauso vor wie in höheren Lagen, sie setzen sich überall durch.

Leider ist es eine Unsitte, sich den Osterstrauß in der freien Wildbahn zu besorgen und genau jene Kätzchenweiden zu beernten. Der Pollen jener Weiden, der aus Fetten und Eiweißen besteht, ist so ungemein wichtig für die heimische Insektenwelt, insbesondere für Bienen, die ab 8°C auszufliegen beginnen. Pro Bienenvolk EINE Weide, das wäre ein Ansatz. Die Salweide als bekannteste Weide ist der bevorzugte Pollenspender, welcher gesunde und vitale Bienenvölker garantiert.

Daher sollte man Weiden grundsätzlich erst nach deren Blütezeit im April schneiden.

Bevorzugt sollten Palmkätzchen aus Weidenkulturen von zugelassenen Anbauern bezogen werden und nicht in der freien Natur abgeschnitten.

Weidenstecklinge pflanzen bedeutet auf die Natur zu vertrauen: Entweder man kauft Weiden in heimischen Gärtnereien oder man macht sich seine Stecklinge ohne Probleme und bequem selbst. Die Stecklinge sollten schon etwas braun und verholzt, nicht jung und frisch abgeschnitten und einfach in die feuchte Erde gesteckt werden. Man kann sie aber in einem Wasserglas bewurzeln und dann auspflanzen. All das macht man NACH der Blüte im April/Mai.

Wenn man im eigenen Garten für eine richtig große Kätzchenweide Platz hat, toll, ansonsten kann man kleinwüchsige, veredelte Kätzchenweiden auch im Vorgarten oder in einem Trog pflanzen, auch diese sind den Bienen und Insekten sehr zuträglich.

Weitere Infos findet man auf der Homepage der Tiroler Zeitschrift „Grünes Tirol“/Heimisch pflanzen, hier findet man weitere heimische Pflanzen, ich werde aber fortlaufend wieder mal darüber berichten.

Heimische Pflanzen sind das bunte Leben und der zentrale Baustein eines jeden Naturgartens.

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