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Erwin’s Gartenschule

Krokusse und andere Frühblüher als Bienenweide

Warum  sind Frühblüher wichtig?

Der Herbst ist die Zeit,  um  Blumenzwiebeln zu pflanzen. Vor allem Frühblüher dienen im zeitigen Frühjahr  den Bienen und anderen Insekten als erste  wichtige Nahrungsquelle. Gerade völkerbildende Arten wie Honigbienen und  Hummeln sind auf Frühblüher wie Krokusse angewiesen. Nektar und Pollen sorgen  für den Aufbau und die Stabilisierung der Völker in einer schweren Zeit.

Frühlings-Krokusse erreichen einen hohen Nektarwert und einen mittleren Pollenwert. Obwohl bei uns nicht überall heimisch  vorkommend, haben sie den Status „einheimisch“ erhalten. Die Attraktivität  auch für viele Wildbienenarten ist hoch.

Welche  Krokusse und andere, damit zu kombinierende Frühblüher sind  insektenfreundlich?

Um ein vielfältiges Nahrungsangebot  für Insekten schon im zeitigen Frühjahr zu schaffen, eignen sich besonders  Blumenzwiebeln und Knollen. Unter den Krokussen und Frühblühern gibt es  besonders bienenfreundliche Sorten, die auch für das Beet, den Rasen oder die  Blumenkiste geeignet sind. Krokusse pflanzen ist einfach und besondere Pflege  benötigen sie auch nicht.

Der Krokus ist mal blau, violett,  gelb, weiß oder gestreift und zählt zur Familie der Schwertliliengewächse. Es  werden rund 100 Arten unterschieden,  hinzukommen noch zahlreiche durch Kreuzung entstandene Hybriden.

Heimat der Wildarten ist der  Krokus-Gürtel, ein Gebiet von der Iberischen Halbinsel über Süd- &amp,  Mitteleuropa und Nordafrika sowie den Balkan bis hin zum Kaukasus und  Westchina. Grundsätzlich teilt man die Gattung Crocus nach ihrer  Blütezeit auf.

Von Februar bis April blühen die  Frühlings- oder Frühblüher und  von September bis Oktober blühen die Herbstkrokusse oder Herbstblüher.

In unseren Gärten haben Kleiner  Krokus, Elfen-Krokus und Frühlings-Krokus Einzug gehalten.

Als besonders bienenfreundlich hat  sich jedoch ein bunter  Mix von  frühblühenden Wildkrokussen bewährt.

Eine  Bienenweide aus Wildkrokussen gestalten:

Wildkrokusse des Frühlings, im Handel  oft unter der Bezeichnung Botanische  Krokusse bekannt, lassen sich in einem auch im Winter sonnig  platzierten Beet mit durchlässigem Boden gut mit anderen Frühblühern  kombinieren. Hierfür eignen sich andere besonders bienenfreundliche  Frühblüher wie

·          Kegelblume  (Puschkinia),

·          Blausternchen  (Scilla),

·          Sternhyazinthe  (Chionodoxa),

·          Traubenhyazinthe  (Muscari).

·          Wildtulpe  (kleinblumig),

·          Dichternarzissen(Wildformen)

·          Winterling  (Eranthis)

Als schöne Augenweide wirkt ein  bunter Krokus-Teppich unter Laubbäume (nicht Nadelbäumen) oder Sträuchern.  Die Zwiebelchen können aber auch einfach in den Rasen gepflanzt werden.  Hierfür eignen sich bienenfreundliche Wildkrokusse am besten. Grundsätzlich  die Zwiebel immer in Gruppen  pflanzen, damit sie in so genannten Tuffs genügend Farbwirkung erzielen.  Wildkrokusse haben den großen Vorteil, dass sie vermehrungsfreudig sind.

So entsteht mit den Jahren ein  phantastischer Krokusteppich im Frühjahr. Auch nach der Blüte vorsichtig mit dem Rasenmäher umgehen.  Solange das Laub der Frühblüher noch grün ist, ist die Vermehrung noch nicht  abgeschlossen. Schließlich will man im nächsten Frühjahr wieder einen  Krokuswiese haben. Für Bienen weniger oder nicht empfehlenswert sind hingegen  Züchtungen bzw. Hybriden und gefüllt blühende Arte.

Ist  jeder Standort und Boden für Krokusse geeignet?

Ein sandig durchlässiger, nicht zu  nasser Boden ist empfehlenswert, die Sonne ist wichtig. Schattenpflanzungen  sind unter Nadelbäumen nur bedingt bis gar nicht geeignet.

Wie  tief pflanzt man Krokusse und wie weit auseinander?

Prinzipiell pflanzt man Zwiebel  doppelt so tief wie ihr Durchmesser, manchmal auch noch tiefer, der Abstand  sollte ca. 10cm betragen.

Autor
Erwin Seidemann
Datum
7.9.2020
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23.7.2021
Schnittblumen aus dem eigenen Garten

Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten sind nämlich längst ein „Muss“ bezüglich Selbstversorgung in den Sommermonaten. Blumen erscheinen aber „nicht so wichtig“, dabei sind Blumen die Farbe unserer Seele, der Blickfang eines Gartens und frischgepflückt vermitteln sie ein Glücksgefühl, sind was  Besonderes, auch als Geschenk beim Besuch bei Freunden!

Nicht jedem ist das Blumenbinden in die Wiege gelegt, es braucht beizeiten auch professionelle Hilfe und der Strauß wird dadurch erst „perfekt“. Manchmal ist es aber nur die Vielfalt, die Fülle, das Besondere, die einem Freude schenkt! Und das geht eben manchmal eben nur aus dem eigenen Garten.

Und man benötigt nur ein paar weniger Quadratmeter, einen sonnigen Platz und einen GUTEN, nährstoffreichen Boden.

Direktsaat ins Freie auf einen offenen Boden – ist noch möglich, empfehlenswert sind aber nur schnellkeimende Sommerblumenmischungen, die von der Keimung bis zur  Blüte lediglich 6-7 Wochen benötigen, für Sonnenblumen ist es schon spät, die brauchen 12-16 Wochen.

Besser ist es, vorkultivierte Pflanzen zu kaufen, zudem auch robuster (weil schon größer) gegenüber Schnecken sind. Pflanzen kann man von Astern, Zinnien, Löwenmaul, Cosmea,  aber auch Dahlien bzw. Stauden wie Astern, Phlox, Gräser, und dergleichen kaufen. Gladiolen und Lilien pflanzt man im Frühling, um sie im Juli und August zu ernten.

NOSTALGISCHE STRÄUSSE MIT einjährigen SOMMERBLUMEN

Mit einjährigen Sommerblumen, die man im Frühjahr selbst aussäen kann, lassen sich die schönsten Nostalgie-Sträuße zaubern. Drei oder vier verschiedene Pflanzenarten  reichen dafür völlig aus – die Blütenformen dieser Arten sollten sich unterscheiden (z.B. nicht nur margeritenähnliche).

Zinnien gibt es mit einfachen und dichtgefüllten Blüten in den verschiedensten Farben.

Kombinieren wir beispielsweise die zarten Blüten des Schmuckkörbchens (Cosmea) mit den kräftigen Blütentrauben des Löwenmäulchens. Zu diesen Blüten in Weiß und Rosa wirken die blauen Rispen des Sommer-Rittersporns sehr hübsch. 

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Wenn man kräftige Farben liebt, kann man auf den einjährigen Sonnenhut (Rudbeckia hirta) zurückgreifen. Die leuchtendgelben Blüten kombinieren wir am besten mit gelben und orangefarbenen großblumigen Zinnien und leuchtendroten oder blauen hohen Lobelien oder blauen Salbei.

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SCHÖNE BLÜTENSTAUDEN FÜR DEN SCHNITT

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Pflegetipp:

Glockenblume und Flammenblume fühlen sich an einem nicht zu sonnigen Platz am wohlsten. Damit die Flammenblume reicht blüht und gesund bleibt, sollte der Boden immer gleichmäßig feucht und nährstoffreich sein. Die übrigen Stauden bevorzugen eher sehr sonnige, gerne auch trockenere Standorte.

Ohne Blattschmuck ist ein Gartenstrauß nur halb so schön. Funkienblätter (Hosta) sind eine schöne Ergänzung

Eine besondere Würze bekommt jedes Arrangement, wenn man Kräuter unter die bunten Blüten mischt. Zweige von Garten-Salbei (Salvia officinalis), Minze oder Zitronenmelisse sind wunderbare Ergänzungen.

Damit der Spaß am selbst arrangierten Vasenschmuck lange anhält, sollte man die Blütenstiele früh morgens schneiden, man verwendet dafür ein scharfes, sauberes Messer oder eine entsprechende Schere.

Man stellt  die geschnittenen Stiele möglichst schnell ins Wasser. Nach zwei bis drei Tagen sollte man das Vasenwasser wechseln und die Enden der Stiele neu anschneiden. Blätter, die ins Vasenwasser ragen, sollte man unbedingt sofort entfernen, sonst birgt das Gefahr der Fäulnis.

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Bienen
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Blumen / Blüten
28.5.2021
Artenvielfalt im Garten und am Balkon!

Einen „Artenvielfaltsgarten“ selbst anlegen!

Die meisten heimischen Schmetterlinge und Bienen ernähren sich von Blüten. Viele Pflanzen sind auf Schmetterlinge und Bienen als Bestäuber angewiesen und bieten den Nektar als "Gegenleistung" für den Pollentransport. Dieses über Jahrmillionen gewachsene Zusammenspiel wird heute oft gestört, zum Beispiel durch neue Pflanzen, die keinen Nektar geben und durch chemische Pflanzenschutzmittel, die den wertvollen Insekten schaden. Nur mit den richtigen Blüten kann man Schmetterlinge und Bienen in den eigenen Garten locken. Als Faustregel gilt: je vielfältiger ein Garten, desto attraktiver für die „Flieger“! Gärten, die nur aus kurz gemähter Rasenflächen bzw. Thujen-Hecken bestehen, eignen sich auch nicht für die ganzen Bestäuber.

Wild ist gut - kurz gemähte Rasen sind für Schmetterlinge und Bienen wie Wüsten, „wilde Ecken im Garten“ wie Oasen, die Natur weiß selbst, was am besten für sie ist. Ein Teilbereich des Rasens in eine nicht so häufig gemähte Blumenwiese umwandeln!

Nicht alles auf einmal mähen - um nicht auf einen Schlag den ganzen Lebensraum von Faltern und Raupen zu zerstören, sollten nicht alle Flächen gleichzeitig gemäht werden.

Auf heimische Pflanzen setzen - statt ausschließlich exotische Zierpflanzen im Garten zu pflanzen, lieber mit heimischen Pflanzenarten kombinieren, das schmeckt den Bienen und Schmetterlingen besser.

Verzicht auf Chemie im Hausgarten - blühende Pflanzen sollten niemals mit Insektenbekämpfungsmittel behandeln werden und auch Pflanzenschutz-Stäbchen für die Erde sind pures Gift für Bienen und Schmetterlinge! Ameisenköder, Wespensprays, Gelsenstecker und Fenster-Aufkleber gegen Fliegen sind ebenfalls giftig für viele Nützlinge. 

Wildblumenbeet anlegen

De einfachste Einstieg in einen schmetterlings- und bienenfreundlichen Garten ist ein Wildblumenbeet. Ein Wildblumenbeet kann man auch in großen Kübeln oder Blumentöpfen einsäen, z.B. für den Balkon!

Viele Wildblumen gedeihen am besten auf nährstoffarmen und mageren Böden. Wildblumenmischungen für Magerstandorte erbringen Nektar für viele Bienen, Falter und Futter für die Raupen vieler Arten.

Wer keinen nährstoffarmen Boden zur Verfügung hat, kann auch auf fetteren Böden ein Blumenbeet für Schmetterlinge und Bienen anlegen. Eine Wildblumenwiese wird sich jedoch nur dann auf Dauer halten, wenn dem Boden zur Abmagerung Sand oder Kies beigemischt wurde.

Auf nährstoffreichem Boden ist auch die Feuchtwiese eine gute Alternative. Ständig zugeleitetes Dachrinnenwasser reicht für die Etablierung eines Stücks Nasswiese aus. Hier können sich Hahnenfuß und Kuckuckslichtnelke halten und hier wächst auch der äußerst gut besuchte Baldrian.

 

Blumenwiese anlegen

Bei einer Wildblumenwiese gilt: Wichtiger als die Größe der Fläche ist die Qualität der Wiese. Für Bodenbeschaffenheit, Lage und passenden Pflanzen gelten bei Wiesen die gleichen Aussagen wie bei den Beeten.

Wie man erfolgreich eine Blumenwiese und -beet anlegen kann:

  1. Boden ca. 1-2 Spaten tief umgraben.
  2. Rasen, Pflanzenteile und Wurzeln entfernen und den Boden mit der Harke und einem Rechen durcharbeiten bis er locker und feinkrümelig ist.
  3. Auf mageren, nährstoffarmen Böden entstehen artenreiche Wildblumenwiesen. Im Garten kann dazu der Boden mit feinem Kies oder Sand vermischt werden (bis zu 50%!!).
  4. Die Blumensamen mit der Hand auf das Saatbeet streuen (eventuell zum gleichmäßigen Ausstreuen mit Sägemehl vermischen).
  5. Die Samen mit dem Rücken des Rechens leicht in den Boden eindrücken oder einklopfen. Nicht mit Erde abdecken, da sie nur im Licht keimen! Die Erde während der Keimzeit (ca. 4-6 Wochen) gut feucht halten.

Für den Anfang braucht es Geduld, denn die ersten Samen keimen erst nach einigen Wochen. Besonders Wildblumen wachsen langsam. Kommen unerwünschte Arten zuerst, diese mit der Hand regelmäßig entfernen. Erst nachdem die Pflanzen ihre Samen ausgestreut haben, sollte gestutzt oder gemäht werden. Die Mahd nicht liegenlassen, damit der Boden weiterhin nährstoffarm bleibt. Die beste Zeit dafür ist logischerweise das Frühjahr!

Balkon schmetterlings- und bienenfreundlich gestalten:

Wer keinen Garten zur Verfügung hat, kann natürlich auch den Balkon schmetterlings- und bienenfreundlich gestalten. Dauerhaft "einziehen" werden Schmetterlinge und Bienen auf dem Balkon vermutlich nicht. Aber als Raststation für vorbeifliegende Bestäuber sind Balkone sehr wichtig. Kletterpflanzen zum Beispiel sind ein Ruheplatz für Schmetterlinge, und die Blütenpracht bietet den Faltern reichlich Nahrung, beispielsweise Efeublüte im Herbst. Im Blumentopf mögen Schmetterlinge und Bienen alles, was duftet. Am besten Küchenkräuter wie Basilikum, Pfefferminze oder Salbei blühen lassen. Pelargonien und anderen Balkonblumen besitzen oft wenig Nektar  - sie bieten kein "Futter" für die Schmetterlinge. Ein Wildblumenbeet kann man auch in großen Kübeln, Blumentöpfen oder -kästen einsäen.

Die meisten heimischen Schmetterlinge und Bienen ernähren sich von Blüten. Viele Pflanzen sind auf Schmetterlinge und Bienen als Bestäuber angewiesen und bieten den Nektar als "Gegenleistung" für den Pollentransport.

zum Beitrag
Balkonblumen
Bienen
Umweltschutz
23.4.2021
Einen Bienen-Eldorado auf Terrasse und Balkon

Honigbienen und ihre wilden Artgenossen benötigen, so wie wir Menschen auch, für ihr Überleben energiereiche Nahrungsquellen. War das über Millionen von Jahren kein Problem, so ist das Angebot während der letzten Jahrzehnte weltweit dramatisch rückläufig geworden. Nektar und Pollen sind aus vielen Gründen kaum noch vom zeitigen Frühling bis in den Herbst hinein in ausreichender Menge verfügbar, und Bienen und andere Bestäuber finden nur dann ein für ihr Überleben ausreichendes und vor allem auch rückstandsfreies Nahrungsangebot vor, wenn wir für sie überlebenswichtige Trachtpflanzen ganz bewusst bereithalten, wo immer es in unserer zubetonierten Welt dafür noch Möglichkeiten gibt.

 

Aber wer hat schon einen großen Garten? Für nicht wenige besteht das Gartenglück oft nur aus einem winzig kleinen Balkon oder einem Fensterbrett. Und trotzdem sollte und möchte man mittun und auch einen Beitrag leisten, um Biene  & Co das Überleben zu erleichtern. Wenn jedoch unser Engagement, unabhängig von der Größe unseres Balkons, wirklich etwas bringen soll, dann heißt es zwangsläufig, mit gärtnerischer Raffinesse ans Werk zu gehen. Je begrenzter die Möglichkeiten, umso ausgeklügelter die Gestaltung.

 

Damit ein Balkon mit geringem Platzangebot den ganzen Sommer über bis in den Herbst hinein sowohl Bienen als auch uns Freude bereitet, greift man am besten zu einjährigen, speziell für die Balkonkultur gezüchteten Pflanzen. Von Jahr zu Jahr werden mehr bienenfreundliche Balkonblumen angeboten, mit denen man „Klassiker“, wie Pelargonien oder Surfinien, auf die man ihrer unbestrittenen Fernwirkung wegen vielleicht nicht ganz verzichten möchte, zumindest „unterfüttern“ und ergänzen kann. Beide sind zwar altbewährt, liefern aber keine Bienennahrung, ausgenommen Wildpelargonien, die Besuch von Schwebfliegen erhalten. Zur Gewissensberuhigung pflanzt man dann am besten den unermüdlich blühenden Duftsteinrich (Lobularia marittima), auch als Steinkraut oder in Tirol als „Biene Maya“ bezeichnet, als Bienenleckerbissen dazwischen.

 

Auch die blütenreichen Bidens, eigentlich heißen sie ja „Zweizahn“, eignen sich dafür. Man pflanzt sie allerdings besser in einen eigenen, nicht zu kleinen Topf, da sie in einem Blumenkistchen wahre Nährstoffräuber sind. Hübsche Effekte erzielt man auch mit der im leisesten Windhauch tanzenden Prachtkerze (Gaura lindheimeri), die reichlich Bienenbesuch erhält.  

 

Einen nervenberuhigenden und zur entspannten Bienenbeobachtung geeigneten Erholungsort kann man mit einer blauen Balkonbepflanzung schaffen, für die Fächerblume (Scaevola Blume des Jahres 2021 in Tirol), Eisenkraut (Verbena), einjähriger Mehlsalbei (Salvia farinacea), Männertreu (Lobelia erinus), die stark duftende Vanilleblume (Heliotropium arborescens) oder die hübsche Kapaster (Felicia amelloides) attraktiv kombiniert werden. Dies trifft auch auf weiße Blüten, wie den „Weißen Willi“ zu. Er wird auch als Bienenschleierkraut oder Zauberschnee bezeichnet, ist überaus wüchsig und pflegeleicht, entwickelt aber im Laufe des Sommers zunehmend Platzbedarf. Eine lange Blütezeit hat das anspruchslose Kapkörbchen (Osteospermum), das mit heißen Standorten zurechtkommt, während sich Knollenbegonien eher im Halbschatten wohlfühlen. Sie tragen zweierlei Blüten, gefüllte männliche und ungefüllte weibliche. Zur nahen Betrachtung auf kleinen Balkonen eignet sich auch der Elfenspiegel (Nemesia), der ebenso wie der ihm ähnelnde Elfensporn (Diascia) in vielen Farben angeboten wird. Die den ganzen Sommer über mit kleinen weißen Blüten aufwartende hübsche Schneeflockenblume (Sutera duffusus, früher Bacopa) wächst gerne hängend, während Tagetes, von denen man nur ungefüllte Sorten, z.B. Tagetestenuifolia, verwenden sollte, immer aufrecht stehen.

 

Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich auf Balkon und Terrasse auch die so bezeichneten Snack-Gemüsearten wie Chili, Kirschtomaten, Minipaprika und -gurken usw., von denen wir allerdings nur dann ernten können, wenn vorher fleißige Bestäuber am Werk waren. Aber auch viele bienenfreundliche Kräuter fühlen sich hier ausgesprochen wohl und sind zudem vor Schnecken sicher.

 

Last but not least gibt es zwei absolut unverzichtbare „must's“, sowohl für Bienen- Neueinsteiger wie erfahrene Routiniers. Beide lassen sich auf Balkon oder Terrasse, und zur Not auch auf einem Fensterbrett halten, und werden von Sommermitte bis zum Frost von Bienen aller Art gestürmt. Das ist einmal das nur einjährige Afrikanische oder Blaue Basilikum (Ocimum basilicum), und dann die mehrjährige Bergminze, auch als Steinquendel bekannt (Calamintha nepeta).  Ihre unzähligen, für das menschliche Auge eher unspektakulären Blüten sind für Bienen das Eldorado schlechthin. Beide sind wetterfest und auch ohne besonders grünen Daumen zu halten.

 

Eines soll aber nicht verheimlicht werden – wer bienenfreundlich pflanzt, muss ab und zu zur Gartenschere greifen und befruchtete Blüten ausschneiden, wenn unsere Balkonblumen bis zum Herbst durchblühen sollen. Aber viel Samenansatz ist ein untrügliches Zeichen für viel Bienenbesuch und dokumentiert unsere erfolgreiche Bienenverköstigung.

 

Wer sich mit Biene & Co noch nie näher befasst hat, der wird der Idee, ihnen auf dem Balkon einen Festschmaus anzubieten, anfangs vielleicht zögerlich gegenüberstehen. Aber Bienen sind äußerst friedfertige Tiere und einzig und alleine darauf konzentriert, ihr Volk, die Bienen, mit Nektar und Pollen zu versorgen. Sollten Sie also die Möglichkeit haben, pflanzen Sie unbedingt bio-bienenfreundlich. Was übrigens keineswegs ausschließt, dass beim Bienenfüttern nicht auch für uns ein bisschen Seelennahrung in Form von Farbe, Duft und Schönheit abfällt.

 

Wenn Sie mehr über Biene & Co und ihre Bedürfnisse erfahren möchten, sollten Sie „Bienenparadies Biogarten“ lesen.

Auszug aus unserem Buch „Bienenparadies Biogarten“ und Artikel in der ORF Nachlese

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