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Erwin’s Gartenschule

Essbare Blüten

Was früher nur in der  Spitzengastronomie, umgekehrt aber auch nur in der „alternativen Hobbyküche“  zum Einsatz gekommen ist, wird immer mehr zum „Nahrungsergänzungsmittel“, was  sehr gesund, schmackhaft und halt besonders ist.

Auch wenn für viele noch immer ein  bisschen „strange“, so finden essbare Blüten seit jeher den Weg in jeden  Haushalt, man denkt nur nicht immer dran.

Sie sorgen für gute Laune im  Blumenbeet oder am Balkon – und auf dem Teller!

Einen Balkon oder einen Garten ohne  etwas Blühendes können sich viele nicht vorstellen. Zu Recht: Blüten sind  bunte Hingucker im Garten, auf der Terrasse und dem Balkon.

Die Farbtupfer im Grün sind aber  nicht nur dazu da, um bewundernde Blick auf sich zu ziehen. Sie erfüllen auch  eine wichtige Aufgabe: Blüten locken Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und  andere Insekten an, damit sie die Pflanze befruchten und sich Früchte wie  Äpfel, Tomaten oder Himbeeren entwickeln können.

Essbare  Blüten nicht nur als Dekoration

Viele Blüten sind aber auch für uns  genießbar. Je nach Pflanze können wir die Blütenblätter oder sogar ganze  Blüten in der Küche verwenden. Und das nicht nur als Dekoration: Mit ihren  zuckersüßen bis pfeffrig-scharfen Aromen geben essbare Blüten Gerichten und  Getränken eine besondere Note.

In der natürlichen Hausapotheke  werden einige essbare Blüten ebenfalls geschätzt: Tee aus Lavendelblüten  helfen zum Beispiel bei Magen- und Darmbeschwerden sowie Einschlafstörungen.  Aufgüssen aus Malven sagt man eine hustenstillende Wirkung nach. Und die  Blüten der Kamille haben es sogar als Tee in sämtliche Verkaufsregale  geschafft.

Essbar  oder giftig?

Blumen, Gemüse, Kräuter und Gehölze:  Essbare Blüten findet man in jeder Kategorie. Ob Blüten einer bestimmten  Pflanze oder Art genießbar sind, ist ihnen leider nicht anzusehen. Um auf  Nummer sicher zu gehen, sollte man sich vorab genau informieren und sicher  sein, was man vorhat, bevor man sie erntet und weiterverarbeitet.

Als genießbar gelten in der Regel die  Blüten von Bärlauch, Borretsch,  Gänseblümchen, Holunder,  Kapuzinerkresse, Kornblume, Lavendel, Löwenzahn, Pimpernelle, Ringelblume,  Rose, Rucola, Schafgarbe, Schnittlauch, Schnittknoblauch, Thymian,  Hornveilchen, Wilde Stiefmütterchen und Zucchini.

Folgende Blüten sind nicht essbar oder sogar giftig:  Akelei, Christrose, Eisenhut, Engelstrompete, Fingerhut, Goldregen,  Herbstzeitlose, Maiglöckchen, Hahnenfuß, Tollkirsche sowie  Nachtschattengewächse wie Tomaten.

Das  kann man mit essbaren Blüten machen

Essbare Blüten sind in der Küche  vielseitig einsetzbar – frisch, getrocknet, roh, gegart, zu Sirup oder Gelee  verarbeitet oder in Essig und Alkohol eingelegt. Kräuter- und Gemüseblüten  verfeinern in der Regel herzhafte Gerichte, Blumenblüten eignen sich  insbesondere für süße Speisen und Getränke.

Mit den frisch gezupften Blüten von  Kapuzinerkresse, Kornblume, Borretsch, Rucola und Gänseblümchen kann man  beispielsweise grünen Salat aufpeppen. Gehackt verwandeln sie Kräutertopfen,  Dips und Kräuterbutter in farbenfrohe Hingucker, die man auch aufs Brot  schmieren oder zu „Schölfeler“, gedünstetem Gemüse und Grillfleisch servieren  kann. Holunderblüten kann man in Teig wenden, frittieren und als  Hauptmahlzeit servieren. Ebenso Zucchini: Die Blüten einfach mit Frischkäse  füllen und mit Salat genießen.

Essbare  Blüten auch in Süßspeisen

Wer es lieber süßer mag, kann mit  kandierten Rosenblättern oder Veilchen Desserts und Torten verzieren. Selbst  gemachte Pralinen und Bruchschokolade werden mit getrockneten Blüten  von  Lavendel, Rose, Ringelblume und Kornblume zu echten Hinguckern. Und  auch Kräutersalz und Keksen verleihen sie eine besondere Note.

Aber nicht nur auf dem Teller, auch  im Glas und in der Tasse machen essbare Blüten eine gute Figur. Getrocknete  Rosenblüten veredeln Tees, in Kräutermischungen sorgen Kornblume und  Ringelblume für Farbtupfer.

In sommerlichen Cocktails sind  Blüteneiswürfel echte Hingucker. Aus frischen Löwenzahnblüten kann man einen  Likör herstellen. Frische Veilchen eignen sich zum Aromatisieren von Essig  und Zucker. Für Letzteres eignen sich übrigens auch Blüten des Holunders.

Selbstanbau ja oder nein?

Natürlich kann man essbare Blüten  auch selbst anbauen. Die meisten von ihnen brauchen wenig Platz und man kann  sie nicht nur im Garten, sondern auch in einem Kübel, Blumentopf oder  Balkonkiste und Terrasse anbauen.

Die meisten aufgeführten Pflanzen  sind recht pflegeleicht und stellen keine besonderen Ansprüche – abgesehen  von einem sonnigen Plätzchen. Einige Pflanzen profitieren sogar davon, wenn  man sie mit essbaren Blüten zusammenbringt. Als gute Nachbarn gelten zum  Beispiel Lavendel und Rosen, Borretsch und Erdbeeren, Tomaten und  Ringelblumen sowie Zucchini und Kapuzinerkresse.

Bei der Ernte von essbaren Blüten ist der Zeitpunkt entscheidend:  Verblüht oder welk haben sie meist nur noch wenig Aroma. Idealerweise sammelt  man sie an einem sonnigen Vormittag, wenn sich die Kelche voll entfaltet  haben und verarbeitet sie so schnell wie möglich.

In einem Glas oder einer Schale mit  kaltem Wasser können sie aber auch noch einige Stunden lang frisch bleiben.  Da zarte Blütenblätter leicht knicken und dann schnell unschön aussehen,  empfiehlt es sich, die Blüten in einem offenen Korb zu sammeln. Vor der  Verarbeitung sollte man sie vorsichtig abwaschen oder zumindest gut  ausschütteln – auch um Insekten aus ihrem Versteck zu locken.

Nicht  jede Blüte ist auch ein Genuss

Wenn man selbst essbare Blüten  anbauen möchte, sollte man sich vor dem Kauf der Pflanzen unbedingt  informieren, ob die Blüten auch zum Verzehr geeignet sind. Die meisten  Zierpflanzen im Handel sind das in der Regel eher nicht, da sie häufig mit  synthetischen Pflanzenschutzmitteln behandelt worden sind. Auch Saatgutmischungen  sollten entsprechend deklariert sein, sie dürfen nicht gebeizt sein.

Autor
Erwin Seidemann
Datum
2.6.2020
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Rasen
Blumen / Blüten
20.5.2022
Blumenwiese anlegen und pflegen

Immer mehr Menschen wollen keine strengen, gedüngten, wöchentlich gemähten Flächen mehr, zumindest will aber bald jeder zweite sowas wie eine natürliche Blumenwiese in seinem Garten. Das geht natürlich leichter, wenn man einen entsprechend größeren Garten hat. Und was der Hauptgrund für viele Menschen mittlerweile ist, dass man auch einen Beitrag zum Artenschutz (Artenvielfalt) leisten will gegen das Bienen- und Insektensterben!


Welche Flächen sind besonders geeignet?

Stark besonnte, mit schottrigem Material aufgefüllte Flächen. Nährstoffarmut, Trockenheit sind vorteilhaft, ausgenommen in der Keim- und Anfangsphase, da sollte es feucht gehalten werden.


Wie sollte man vorgehen?

Die bestehende Erde sollte abgemagert werden, es soll mindestens 50, besser 70% mineralischer Anteil (Schotter), dann leicht aufgefräst werden. Danach sät man eine hochwertige (billige Wiesenblumenmixturen enthalten nur Kornblumen und Mohn, die nach dem ersten Jahr wieder verschwunden sind) Mischung ein, am besten 10-20 Gramm/m², gießt fleißig an und dann sieht man nach einigen Tagen/Wochen bereits die Sämlinge, je nach Art. Auch lästige Beikräuter aus dem Bestand wie der Sauerampfer werden kommen, die man aber mit der Sense nach etwa 1,5-2 Monaten abmäht, dann können sich die richtigen Kräuter wieder viel besser entwickeln.

Wiesenblumen sind Lichtkeimer, also nicht mit Erde bedecken, sondern nur leicht einwalzen. Anfangs feucht halten! Gemäht wird in der Regel im Sommer und im Herbst, nicht öfters! Es besteht mittlerweile auch die Möglichkeit – damit es schneller geht – sogenannte Wildstauden als Leitpflanzen bereits vorkultiviert – mit einzupflanzen und dazwischen zu säen. Man hat dann einen kleinen Vorsprung von 1-2 Jahren und die Wiese tut sich leichter.


Was ist die Zebrasaat?

Diese macht man bei bestehenden Rasenflächen. Man fräst einen schmalen Streifen heraus, arbeitet viel Sand ein, sät dort ein und vor zu breiten sich in ein paar Jahren die Blumen auch in dem bestehenden Rasen aus. Wenn dieser ungedüngt bleibt, ist es allerdings eine Geduldsfrage.

Voraussetzung ist, dass man nicht mehr düngt. Gut ist, wenn man das Saatgut mit Quarzsand vermengt, damit gibt’s eine bessere Verteilung!


Wie oft und wie tief mähen?

1-2x pro Jahr bei den besten Mischungen pro Jahr, das Schnittgut sollte 3-5 Tage liegen gelassen werden, damit der Samen gut eindringen kann in die Erde, dann entfernt man es. Man schneidet nie tiefer als 8-10cm!

Wie stellt man eine Rasenfläche auf Blumenwiese um?

Nicht einfach. Man braucht 3-5 Jahre Geduld, zumindest, kann auch länger dauern! Nicht mehr düngen, die Flächen werden zuerst mit Braunelle, Gänseblümchen und Ehrenpreis besiedelt, später mit Margeriten, hier gibt es natürlich auch Hilfestellungen vom Fachmann oder eben auch die Heumulchsaat, wie beschrieben. 

Was kann man Gutes einbringen?

Die Heumulchsaat ist die Alternative zur Nachsaat, die muss aber rasch gehen. Das heißt, man fragt einen Bauern zur Mahd hin nach ein paar frischen Quadratmetern Blumenwiese, wo viele Blumen drin sind, holt diese ab und verteilt sie 2-3 cm dick auf der bestehenden, eventuell schlecht bestückten, vorher gemähten Blumenwiese oder auf der Umstellfläche, die man eben statt eines Rasens haben möchte. 

Selbst Samen sammeln? Ja, das funktioniert, man braucht nur viel Geduld, man sollte die „richtigen“ Blumen und Kräuter suchen und finden, alle zur Samenreifezeit sammeln und dann vor zu einsäen, macht Spaß, ist günstig, aber sehr aufwändig. Umgekehrt hat man echt nur jene Blumen in der Wiese, die man auch in seiner heimatlichen Umgebung hat. Schön! Aber bitte KEIN Springkraut sammeln, das wäre fatal….


Einjährige Blumenwiesen

Immer häufiger anzutreffen sind einjährige Blumenwiesen, die viele Blumen beinhalten, die im Frühjahr (April/Mai) eingesät werden und im Spätherbst mit den ersten Frösten absterben, häufig bleibt der Samen aber im Boden und keimt nächstes Jahr wieder (Mohn, Cosmeen, Kornblumen). Der Vorteil ist die freie Gestaltung, die Pflegeleichtigkeit, umgekehrt aber die jährlich wiederkehrende Neuanlage. Super geeignet für große Tröge, aber auch für kleinere Flächen und Streifen.


Blumenzwiebeln in der Wiese?

Ist sicherlich eine tolle Sache, gehört im September oder Oktober gemacht. Am besten sind Krokusse, Wildtulpen, Wildnarzissen, Blausternchen, Traubenhyazinthe, Herbstzeitlose giftig) oder ähnliche Blumen mit Wildcharakter. Gemäht werden diese dann erst im Juni, wenn sie eingezogen haben, derweil sollten aber bereits viele heimische Blumen blühen!

Blumenwiesen sind höchst trittempfindlich, man sollte mehr oder weniger NICHT hineingehen, wenn, dann nur mit Sense oder Balkenmäher, schon gar nicht  „einfach so“ mit dem Rasenmäher!

Immer mehr Menschen wollen keine strengen, gedüngten, wöchentlich gemähten Flächen mehr, zumindest will aber bald jeder zweite sowas wie eine natürliche Blumenwiese in seinem Garten.

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Balkonblumen
Insekten
22.4.2022
Bienen- und insektenfreundliche Balkonblumen

Balkone sind wertvolle Jausen- und Labe-Stationen!

Bei der Zusammenstellung seiner persönlichen Balkon- und Terrassenbepflanzung geht es klarerweise um die Üppigkeit, den Farbenreichtum, den Duft, aber mittlerweile auch um das Nascherlebnis (Snack-Paprika, Zwergtomate, Minigurken, Erdkirsche, Erdbeere etc.), das kleine, aber feine Ernteerlebnis durch Küchen- und Teekräuter, letztendlich aber um das „große Ganze“, die Mischung, „von allem etwas“….und um den Schutz unserer heimischen Fauna – Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Vögel, diverse Insekten.

Beschränken wir uns hier auf die „Freundlichkeit“ der Balkonblumen gegenüber Honigbienen, das schließt weitgehend auch andere Insekten mit ein. Die Natur erlebt ja ein Wechselspiel zwischen Geben und Nehmen: Die Blume gibt – naiv ausgedrückt – der Biene Nektar (Kohlehydrate) als Nahrung, dafür hat die Biene bei der „Ernte“ desselben die Aufgabe die Pollen (Eiweiß) der Blume zum Zwecke deren Fortpflanzung weiterzutragen, was meist auch mit Bravour gelingt und so die Vielfalt garantiert. Natürlich gelangt auch jene Menge Pollen zu den Stöcken, wo sie von den fleißigen Arbeitsbienen „weiterverarbeitet“ werden nebst des Nektars….


Was haben jetzt Balkonblumen mit diesem Kreislauf zu tun, zumal die Bienen jene meist fremdländischen Pflanzen ja gar nicht kennen?

Bienen sind Kosmopoliten, sie suchen sich das, was ihnen schmeckt. Sie steigen da auch in luftige Höhen auf, um sich den Schmaus zu holen, auch wenn gerade hier nicht die Fortpflanzung der Balkonblume im Vordergrund steht, sondern die gesunde Jause im Speziellen. Bienen finden nicht immer geeignete Nahrung. Speziell während der Sommerhitze, wo nicht betreute Flächen oft vertrocknen, Wasserquellen versiegen, viele Pflanzen Frühjahrsblüher sind und im Sommer wenig bis nichts liefern können. Umso wichtiger sind Balkonpflanzen mit hoher Effektivität und reichhaltigem Buffet.

In Studien speziell an der Bayrischen Landesversuchsanstalt für Wein und Gartenbau  in Veitshöchheim wurden Versuche angelegt und durch Anflugzählungen die Attraktivität für Bienen und andere nektarliebende Tierarten erhoben.

Die meisten Balkonblumen haben durch die Intensivzüchtungen und dem Drang und die Forderung der Verbraucher nach schier endloser Blütezeit von April bis November keinerlei Relevanz für die Bienen. Sie sind also „unfreundlich“ diesen gegenüber z.Bsp. wie die meisten Petunien, Million Bells (Callibrachoa), Pelargonien (Balkongeranien) - also DIE typischen, üppigen und anspruchslosen Balkonblumenarten, wonach wir Menschen suchen. Man braucht ja nicht darauf zur Gänze verzichten, aber man kann dagegen halten und die Balkonkisten aufwerten und insektenfreundliche Pflanzen dazwischen pflanzen, was auch beispielsweise Läuse fernhalten kann. In Monokulturen können sich Schädlinge leichter breitmachen.


Was gibt es also für Sterne am Bienen-„Balkon-Himmel“?

Salvia farinacea, der Mehlsalbei: ein Ziersalbei in dunkel- oder hellblau bzw. weiß, häufig in Beeten zu sehen, aber durch seine attraktiven Blautöne für Mischungen in Balkonkisten bestens geeignet und ein Leckerbissen für Bienen.

Lobularia, das Steinkraut: in Weiß, Rosa, Lila oder Violett ist er einer der Superstars für Balkon, Beet oder auch das Grab. Er ist duftend, und lange blühend, praktisch winterhart und ein Universalgenie für Insekten und Menschen.

Bidens, der Zweizahn der im lateinischen Namen „Bidens“ schon praktisch den (englischen) Bienentanz (Bee-Dance) in sich trägt. Besonders die weißen Sorten zeichnen sich durch hohe Anflugzahlen und tolle Nahrungsquelle gleichzeitig aus, wobei weiße Blumen allgemein attraktiver und lieber angeflogen werden als anders Farbige. Die gelben, orangen und neuerdings kirschfarbenen Sorten sind dennoch die beliebteren und ebenso gern gesehenen Labe-Stationen.

Strauchbasilikum „Magic“, ist ein wahrer Bienenmagnet während der Blütezeit (Juni-Oktober). Er ist nicht nur verlockend sondern auch eine echte Nahrungsquellen und gleichzeitig wunderbar zur Herstellung von Pesto, geeignet. Zudem vertreibt Basilikum die Weiße Fliege (ein hartnäckiger Lästling) von unseren Fuchsien und anderen Balkonblumen.

Lobelia, das Männertreu in Blau, Weiß, neuerdings auch in Rose gilt unter Bienenfreunden als besonders ergiebig und attraktiv, was das Nahrungsangebot, sowohl Pollen als auch Nektar betrifft, obwohl – auf den ersten Blick – nicht so viel „da“ ist. Sie enthalten sozusagen versteckte Kapazitäten.

Scaevola, die Fächerblume war letztes Jahr bereits Balkonblume des Jahres mit dem Namen „Bienenparadies“ - das sagt schon Vieles aus. Sie haben blaue, weiße oder rosa Blütchen, die zart, aber in großer Zahl zwischen den bekannten anderen Balkonblumen sprießen und blühen, anspruchslos und wetterfest sind.


All diese Blumen sind gut miteinander misch- und kombinierbar, aber auch mit den beliebten Standard-Balkonblumen wie vorher genannt, in ein Kistchen zu pflanzen, ganz nach Geschmack und Bedarf. Allen ist die Anspruchslosigkeit als Eigenheit nachzusagen, also kein hohes Attribut.

Um die Natürlichkeit, Leuchtkraft, Duft und Geschmack zu fördern, verzichten viele Menschen bei der Substratwahl schon auf Torf. Was anfangs im Mai häufiger zu gießen ist, entpuppt sich als wassersparend, weil torffreie Substrate die Pflanzen stressresistenter und fähiger zur Wasseraufnahme machen. Die Ernährung ist auch hier entscheidend für die Gesundheit und den Blüherfolg, dazu verwendet man die bereits sehr beliebte und bewährte Schafwolle in Form von Pellets, die es im guten Fachhandel zu kaufen gibt. Herkunft Österreich, also auch hier ist Ressourcenschonung groß geschrieben! 

Bei der Zusammenstellung seiner persönlichen Balkon- und Terrassenbepflanzung geht es klarerweise um die Üppigkeit, den Farbenreichtum, den Duft

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Allergien
Blumen / Blüten
1.4.2022
Allergien im "Zusammenspiel" mit unseren Garten- und Terrassenpflanzen

Allergien betreffen viele Menschen, vor allem jene, die viel in der Natur machen, gerade jetzt im Frühling und die ihren Garten oder die Terrasse lieben. Und das quer übers Jahr und leider durchgängig im Garten vom Gemüsepflanzl bis zu der Balkonblume.


Die wichtigsten Allergiebereiche im Zusammenhang mit Pflanzen

Atemwege:

Die häufigsten Krankheiten sind Asthma und Heuschnupfen. Die müssen nicht zwangsläufig mit Pflanzen in Zusammenhang stehen, tun es aber häufig. Gerade bei Kindern und Jugendlichen kann lästiger Heuschnupfen auftreten, aber auch Erwachsene leiden darunter.

Heuschnupfen tritt bei Pollenflug durch Gräser im Sommer und Herbst und bei Bäumen allgemein am häufigsten auf und das schon ab dem Frühjahr (Weiden, Birken etc.). Allergien durch Pilzsporen sind meist im Sommer und Herbst, aber auch schon im Frühjahr durch organische Masse, verrottendes Laub, umgegrabene Komposthäufen, Totholz etc. bemerkbar.

Atemwege können aber auch durch Aromen und Düfte blockiert werden, wie zB dann, wenn die Pflanzen am meisten Duft versprühen, um Insekten anzulocken und dadurch die Befruchtungsreife anzeigen. Duftende Blüten wie ein Geißbart verströmt um die Mittagszeit den meisten Duft (Honigdrüsen) und solche Blumen, die vorwiegend durch Motten bestäubt werden, sind abends aktiv. Beide sind für Atemwegsallergiker schlecht, genauso wie Kräuter, die durch Reibung Aromen verströmen und die Atemwege zumachen wie Thymian, Lavendel, Salbei etc.


Haut: Ausschläge und Ekzeme

Die bekanntesten sind Neurodermitis (nicht unbedingt mit Pflanzen im Zusammenhang, verstärken es aber), Urtikaria („Nesselsucht“ -  durch Gräser, Rasenschnitt, Nesseln verursacht) und Kontaktekzeme (Ringelblume, Efeu, Becherprimeln, Chrysanthemen, Zwiebelblumen wie Tulpen, Hyazinthen).

Hier spricht man von Hautirritationen, wenn sich Bläschen bilden wie bei der Nesselsucht oder flächige Rötungen mit Ekzemen. Bei Neurodermitis ist die Ursache ja nicht 100% erforscht, steht indirekt aber auch mit manchen Pflanzen in Verbindung. Schwere Hautirritationen verursachen u.a. Goldregen, Essigbaum, Eisenhut, Oleander, Rizinus, Eibe, Wandelröschen u.v.m., diese sind auch Großteils giftig. Leichte bis mittlere Hautirritationen verursachen bei Allergikern Narzissen, Akelei, Lupine, Rittersporn, aber auch Bäume wie die Rosskastanie, die Feige etc.

Nicht zu unterschätzen sind Insektenstiche durch Wespen, Bienen, Hornissen und sogar Stechmücken, deren Reaktionen bei Allergikern ja hinlänglich bekannt sind. Hier sind die Bestäuber- und Weidepflanzen manchmal mit ausschlaggebend, wenn das Insekt vorher grad dort war und dadurch die Abwehrreaktionen verstärken kann.


Wie kann man als Allergiker gärtnern?

Zuerst wird man einen Allergologen aufsuchen, der einen austestet und die Pflanzen ausmacht, die für die Allergien infrage kommen können.

Wenn man Atemwege durch Pilzsporen blockiert bekommt, wird man offene Komposthäufen, Totholzbereiche, Rindenmulch, verrottende Laubhäufen meiden. Hier gilt es bei Kontakt Mundschutz tragen, Brillen aufzusetzen, nach Kontakt Haare waschen, Hände waschen, auch wenn man Gartenhandschuhe trägt usw.


Zu welcher Tages/Jahreszeit ist’s am besten, im Garten zu arbeiten?

Im Winter klarerweise, wenn es ans Schneiden geht, aber auch hier haben Asthmatiker bei zu tiefen Temperaturen Probleme.

Für Allergiker ist die Tageszeit – an warmen, windstillen Tagen wohlgemerkt – zwischen späten Vormittag und frühen Abend am besten, weil sich Pollen und Sporen durch die Thermik eher über Kopf befinden und davor und danach sich abgesenkt haben und lästig werden.

Pilzsporen kommen eher bei feuchter, Gräser Pollen bei trockener Witterung vor. Rasenmähen ist generell nichts für alle Allergiker!


Beispiele von für Allergiker geeigneten Pflanzen:

Einjährige: Löwenmaul, Begonie, Petunie, Nemesie, Ziersalbei, Gladiole

Stauden: Zierlauch, Storchschnabel, Stockrose, Erica, Johanniskraut, Ziersalbei, Felberich

Sträucher und Kletterpflanzen: Hortensie, Kletterhortensie, Echter Wein, Forsythie, Deutzie, Weigele, Fünffingerstrauch, Hartriegel, Magnolie, Him- und Brombeere

Bäume: Judasblattbaum, Tulpenbaum, Eberesche, Blutpflaume

Kräuter: Petersilie, Schnittlauch, Minze, Lorbeer, Liebstöckel, Kerbel


Beispiele für Allergiker, welche Pflanzen sie meiden sollten:

Gemüse: Artischocken, Tomaten, Rhabarber, Sellerie

Kräuter: Lavendel, Kamille, Schafgarbe, Brennnessel

Einjährige und Stauden: Gräser(!), Pelargonien, Ringelblumen, Vanilleblume, Wandelröschen, Sonnenblumen(ausgenommen pollenlose Sorten), Zinnien, Dahlien, Nelken, Zimmer-Calla

Bäume wie Haselnuss, Birke, Pappel, Weide, Ahorn, Erle, Ulme etc

Allergien betreffen viele Menschen, vor allem jene, die viel in der Natur machen, gerade jetzt im Frühling und die ihren Garten oder die Terrasse lieben. Und das quer übers Jahr und leider durchgängig im Garten vom Gemüsepflanzl bis zu der Balkonblume.

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