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Erwins’s Gartenschule

Essbare Blüten

Was früher nur in der  Spitzengastronomie, umgekehrt aber auch nur in der „alternativen Hobbyküche“  zum Einsatz gekommen ist, wird immer mehr zum „Nahrungsergänzungsmittel“, was  sehr gesund, schmackhaft und halt besonders ist.

Auch wenn für viele noch immer ein  bisschen „strange“, so finden essbare Blüten seit jeher den Weg in jeden  Haushalt, man denkt nur nicht immer dran.

Sie sorgen für gute Laune im  Blumenbeet oder am Balkon – und auf dem Teller!

Einen Balkon oder einen Garten ohne  etwas Blühendes können sich viele nicht vorstellen. Zu Recht: Blüten sind  bunte Hingucker im Garten, auf der Terrasse und dem Balkon.

Die Farbtupfer im Grün sind aber  nicht nur dazu da, um bewundernde Blick auf sich zu ziehen. Sie erfüllen auch  eine wichtige Aufgabe: Blüten locken Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und  andere Insekten an, damit sie die Pflanze befruchten und sich Früchte wie  Äpfel, Tomaten oder Himbeeren entwickeln können.

Essbare  Blüten nicht nur als Dekoration

Viele Blüten sind aber auch für uns  genießbar. Je nach Pflanze können wir die Blütenblätter oder sogar ganze  Blüten in der Küche verwenden. Und das nicht nur als Dekoration: Mit ihren  zuckersüßen bis pfeffrig-scharfen Aromen geben essbare Blüten Gerichten und  Getränken eine besondere Note.

In der natürlichen Hausapotheke  werden einige essbare Blüten ebenfalls geschätzt: Tee aus Lavendelblüten  helfen zum Beispiel bei Magen- und Darmbeschwerden sowie Einschlafstörungen.  Aufgüssen aus Malven sagt man eine hustenstillende Wirkung nach. Und die  Blüten der Kamille haben es sogar als Tee in sämtliche Verkaufsregale  geschafft.

Essbar  oder giftig?

Blumen, Gemüse, Kräuter und Gehölze:  Essbare Blüten findet man in jeder Kategorie. Ob Blüten einer bestimmten  Pflanze oder Art genießbar sind, ist ihnen leider nicht anzusehen. Um auf  Nummer sicher zu gehen, sollte man sich vorab genau informieren und sicher  sein, was man vorhat, bevor man sie erntet und weiterverarbeitet.

Als genießbar gelten in der Regel die  Blüten von Bärlauch, Borretsch,  Gänseblümchen, Holunder,  Kapuzinerkresse, Kornblume, Lavendel, Löwenzahn, Pimpernelle, Ringelblume,  Rose, Rucola, Schafgarbe, Schnittlauch, Schnittknoblauch, Thymian,  Hornveilchen, Wilde Stiefmütterchen und Zucchini.

Folgende Blüten sind nicht essbar oder sogar giftig:  Akelei, Christrose, Eisenhut, Engelstrompete, Fingerhut, Goldregen,  Herbstzeitlose, Maiglöckchen, Hahnenfuß, Tollkirsche sowie  Nachtschattengewächse wie Tomaten.

Das  kann man mit essbaren Blüten machen

Essbare Blüten sind in der Küche  vielseitig einsetzbar – frisch, getrocknet, roh, gegart, zu Sirup oder Gelee  verarbeitet oder in Essig und Alkohol eingelegt. Kräuter- und Gemüseblüten  verfeinern in der Regel herzhafte Gerichte, Blumenblüten eignen sich  insbesondere für süße Speisen und Getränke.

Mit den frisch gezupften Blüten von  Kapuzinerkresse, Kornblume, Borretsch, Rucola und Gänseblümchen kann man  beispielsweise grünen Salat aufpeppen. Gehackt verwandeln sie Kräutertopfen,  Dips und Kräuterbutter in farbenfrohe Hingucker, die man auch aufs Brot  schmieren oder zu „Schölfeler“, gedünstetem Gemüse und Grillfleisch servieren  kann. Holunderblüten kann man in Teig wenden, frittieren und als  Hauptmahlzeit servieren. Ebenso Zucchini: Die Blüten einfach mit Frischkäse  füllen und mit Salat genießen.

Essbare  Blüten auch in Süßspeisen

Wer es lieber süßer mag, kann mit  kandierten Rosenblättern oder Veilchen Desserts und Torten verzieren. Selbst  gemachte Pralinen und Bruchschokolade werden mit getrockneten Blüten  von  Lavendel, Rose, Ringelblume und Kornblume zu echten Hinguckern. Und  auch Kräutersalz und Keksen verleihen sie eine besondere Note.

Aber nicht nur auf dem Teller, auch  im Glas und in der Tasse machen essbare Blüten eine gute Figur. Getrocknete  Rosenblüten veredeln Tees, in Kräutermischungen sorgen Kornblume und  Ringelblume für Farbtupfer.

In sommerlichen Cocktails sind  Blüteneiswürfel echte Hingucker. Aus frischen Löwenzahnblüten kann man einen  Likör herstellen. Frische Veilchen eignen sich zum Aromatisieren von Essig  und Zucker. Für Letzteres eignen sich übrigens auch Blüten des Holunders.

Selbstanbau ja oder nein?

Natürlich kann man essbare Blüten  auch selbst anbauen. Die meisten von ihnen brauchen wenig Platz und man kann  sie nicht nur im Garten, sondern auch in einem Kübel, Blumentopf oder  Balkonkiste und Terrasse anbauen.

Die meisten aufgeführten Pflanzen  sind recht pflegeleicht und stellen keine besonderen Ansprüche – abgesehen  von einem sonnigen Plätzchen. Einige Pflanzen profitieren sogar davon, wenn  man sie mit essbaren Blüten zusammenbringt. Als gute Nachbarn gelten zum  Beispiel Lavendel und Rosen, Borretsch und Erdbeeren, Tomaten und  Ringelblumen sowie Zucchini und Kapuzinerkresse.

Bei der Ernte von essbaren Blüten ist der Zeitpunkt entscheidend:  Verblüht oder welk haben sie meist nur noch wenig Aroma. Idealerweise sammelt  man sie an einem sonnigen Vormittag, wenn sich die Kelche voll entfaltet  haben und verarbeitet sie so schnell wie möglich.

In einem Glas oder einer Schale mit  kaltem Wasser können sie aber auch noch einige Stunden lang frisch bleiben.  Da zarte Blütenblätter leicht knicken und dann schnell unschön aussehen,  empfiehlt es sich, die Blüten in einem offenen Korb zu sammeln. Vor der  Verarbeitung sollte man sie vorsichtig abwaschen oder zumindest gut  ausschütteln – auch um Insekten aus ihrem Versteck zu locken.

Nicht  jede Blüte ist auch ein Genuss

Wenn man selbst essbare Blüten  anbauen möchte, sollte man sich vor dem Kauf der Pflanzen unbedingt  informieren, ob die Blüten auch zum Verzehr geeignet sind. Die meisten  Zierpflanzen im Handel sind das in der Regel eher nicht, da sie häufig mit  synthetischen Pflanzenschutzmitteln behandelt worden sind. Auch Saatgutmischungen  sollten entsprechend deklariert sein, sie dürfen nicht gebeizt sein.

Autor
Erwin Seidemann
Datum
2.6.2020
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23.4.2021
Einen Bienen-Eldorado auf Terrasse und Balkon

Honigbienen und ihre wilden Artgenossen benötigen, so wie wir Menschen auch, für ihr Überleben energiereiche Nahrungsquellen. War das über Millionen von Jahren kein Problem, so ist das Angebot während der letzten Jahrzehnte weltweit dramatisch rückläufig geworden. Nektar und Pollen sind aus vielen Gründen kaum noch vom zeitigen Frühling bis in den Herbst hinein in ausreichender Menge verfügbar, und Bienen und andere Bestäuber finden nur dann ein für ihr Überleben ausreichendes und vor allem auch rückstandsfreies Nahrungsangebot vor, wenn wir für sie überlebenswichtige Trachtpflanzen ganz bewusst bereithalten, wo immer es in unserer zubetonierten Welt dafür noch Möglichkeiten gibt.

 

Aber wer hat schon einen großen Garten? Für nicht wenige besteht das Gartenglück oft nur aus einem winzig kleinen Balkon oder einem Fensterbrett. Und trotzdem sollte und möchte man mittun und auch einen Beitrag leisten, um Biene  & Co das Überleben zu erleichtern. Wenn jedoch unser Engagement, unabhängig von der Größe unseres Balkons, wirklich etwas bringen soll, dann heißt es zwangsläufig, mit gärtnerischer Raffinesse ans Werk zu gehen. Je begrenzter die Möglichkeiten, umso ausgeklügelter die Gestaltung.

 

Damit ein Balkon mit geringem Platzangebot den ganzen Sommer über bis in den Herbst hinein sowohl Bienen als auch uns Freude bereitet, greift man am besten zu einjährigen, speziell für die Balkonkultur gezüchteten Pflanzen. Von Jahr zu Jahr werden mehr bienenfreundliche Balkonblumen angeboten, mit denen man „Klassiker“, wie Pelargonien oder Surfinien, auf die man ihrer unbestrittenen Fernwirkung wegen vielleicht nicht ganz verzichten möchte, zumindest „unterfüttern“ und ergänzen kann. Beide sind zwar altbewährt, liefern aber keine Bienennahrung, ausgenommen Wildpelargonien, die Besuch von Schwebfliegen erhalten. Zur Gewissensberuhigung pflanzt man dann am besten den unermüdlich blühenden Duftsteinrich (Lobularia marittima), auch als Steinkraut oder in Tirol als „Biene Maya“ bezeichnet, als Bienenleckerbissen dazwischen.

 

Auch die blütenreichen Bidens, eigentlich heißen sie ja „Zweizahn“, eignen sich dafür. Man pflanzt sie allerdings besser in einen eigenen, nicht zu kleinen Topf, da sie in einem Blumenkistchen wahre Nährstoffräuber sind. Hübsche Effekte erzielt man auch mit der im leisesten Windhauch tanzenden Prachtkerze (Gaura lindheimeri), die reichlich Bienenbesuch erhält.  

 

Einen nervenberuhigenden und zur entspannten Bienenbeobachtung geeigneten Erholungsort kann man mit einer blauen Balkonbepflanzung schaffen, für die Fächerblume (Scaevola Blume des Jahres 2021 in Tirol), Eisenkraut (Verbena), einjähriger Mehlsalbei (Salvia farinacea), Männertreu (Lobelia erinus), die stark duftende Vanilleblume (Heliotropium arborescens) oder die hübsche Kapaster (Felicia amelloides) attraktiv kombiniert werden. Dies trifft auch auf weiße Blüten, wie den „Weißen Willi“ zu. Er wird auch als Bienenschleierkraut oder Zauberschnee bezeichnet, ist überaus wüchsig und pflegeleicht, entwickelt aber im Laufe des Sommers zunehmend Platzbedarf. Eine lange Blütezeit hat das anspruchslose Kapkörbchen (Osteospermum), das mit heißen Standorten zurechtkommt, während sich Knollenbegonien eher im Halbschatten wohlfühlen. Sie tragen zweierlei Blüten, gefüllte männliche und ungefüllte weibliche. Zur nahen Betrachtung auf kleinen Balkonen eignet sich auch der Elfenspiegel (Nemesia), der ebenso wie der ihm ähnelnde Elfensporn (Diascia) in vielen Farben angeboten wird. Die den ganzen Sommer über mit kleinen weißen Blüten aufwartende hübsche Schneeflockenblume (Sutera duffusus, früher Bacopa) wächst gerne hängend, während Tagetes, von denen man nur ungefüllte Sorten, z.B. Tagetestenuifolia, verwenden sollte, immer aufrecht stehen.

 

Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich auf Balkon und Terrasse auch die so bezeichneten Snack-Gemüsearten wie Chili, Kirschtomaten, Minipaprika und -gurken usw., von denen wir allerdings nur dann ernten können, wenn vorher fleißige Bestäuber am Werk waren. Aber auch viele bienenfreundliche Kräuter fühlen sich hier ausgesprochen wohl und sind zudem vor Schnecken sicher.

 

Last but not least gibt es zwei absolut unverzichtbare „must's“, sowohl für Bienen- Neueinsteiger wie erfahrene Routiniers. Beide lassen sich auf Balkon oder Terrasse, und zur Not auch auf einem Fensterbrett halten, und werden von Sommermitte bis zum Frost von Bienen aller Art gestürmt. Das ist einmal das nur einjährige Afrikanische oder Blaue Basilikum (Ocimum basilicum), und dann die mehrjährige Bergminze, auch als Steinquendel bekannt (Calamintha nepeta).  Ihre unzähligen, für das menschliche Auge eher unspektakulären Blüten sind für Bienen das Eldorado schlechthin. Beide sind wetterfest und auch ohne besonders grünen Daumen zu halten.

 

Eines soll aber nicht verheimlicht werden – wer bienenfreundlich pflanzt, muss ab und zu zur Gartenschere greifen und befruchtete Blüten ausschneiden, wenn unsere Balkonblumen bis zum Herbst durchblühen sollen. Aber viel Samenansatz ist ein untrügliches Zeichen für viel Bienenbesuch und dokumentiert unsere erfolgreiche Bienenverköstigung.

 

Wer sich mit Biene & Co noch nie näher befasst hat, der wird der Idee, ihnen auf dem Balkon einen Festschmaus anzubieten, anfangs vielleicht zögerlich gegenüberstehen. Aber Bienen sind äußerst friedfertige Tiere und einzig und alleine darauf konzentriert, ihr Volk, die Bienen, mit Nektar und Pollen zu versorgen. Sollten Sie also die Möglichkeit haben, pflanzen Sie unbedingt bio-bienenfreundlich. Was übrigens keineswegs ausschließt, dass beim Bienenfüttern nicht auch für uns ein bisschen Seelennahrung in Form von Farbe, Duft und Schönheit abfällt.

 

Wenn Sie mehr über Biene & Co und ihre Bedürfnisse erfahren möchten, sollten Sie „Bienenparadies Biogarten“ lesen.

Auszug aus unserem Buch „Bienenparadies Biogarten“ und Artikel in der ORF Nachlese

zum Beitrag
Gemüsepflanzen
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16.4.2021
Ungebrochener (Selbstversorger-) Boom: Hochbeet

Hochbeete gibt es aus unterschiedlichsten Materialien, der Klassiker ist aus heimischen Nadelhölzern wie Lärche, Zirbe, Tanne oder Fichte, letzteres eher selten. Es ist rechteckig, allerdings neuerdings auch rund angefertigt. Weitere Materialien sind Stein, (Gott sei Dank immer seltener aus) Kunststoff, aus Blech, Ziegel, aber auch aus Weidengeflechte, wer es sehr eng mit der Natur hält. Der Inhalt ist das Wichtigste und der daraus resultierende „Hochbeeteffekt“, der ja einige Jahre anhält.

Ein Hochbeet ist ja ein Biotop (ja, ist es wirklich - Teiche sind z.B. Feuchtbiotope), das künstlich angelegt wird, meist in den Maßen 3m lang, 0,8m hoch und 1 - 1,20m breit, so, dass man noch bequem in die Mitte langen kann. Man kann es sich von jedem Hobbybastler oder Zimmerer/Spengler, je nach Material aufstellen lassen, aber auch Fertigteile nehmen. Im Garten 5 - 10cm tief eingraben, ansonsten aber auch auf die Terrasse einfach aufstellen (Statik beachten!), besser auf den Fliesenboden wegen des Wasserabzugs.

Mit dieser Größe kommt man – ohne Tomaten/Zucchini/Gurken und mit wenigen Gewürzen/Kräutern gerechnet – als 4-köpfige Familie so halbwegs gut über die Runden!

Was ist drin im Hochbeet?

Richtigerweise wird es unten mit einem Hasenstallgitter (Mäuse) ausgekleidet, dann an den 4 Innenwänden eine Noppenfolie (wegen des Holzes), danach erfolgt der schichtweise Aufbau, wobei von unten nach oben die Schichtdicke abnimmt, aber da ist man recht flexibel:

Unterste Schicht 20 - 25cm mit grobem Strauchschnitt (aus Gartenrückschnitten), dann drauf feiner Strauchschnitt und Laub (15-20cm), dann Gartenerde (10-15cm), dann abgelagerter Kompost (10-15cm) und dann drauf z.B. Gemüseerde (10cm).

Der Aufbau geht dahingehend, dass die unteren Schichten die Rotteschichten sind, da Wärme frei wird und somit ein Mikroklima erzeugt, das 5 - 8°C höher liegt als normal, die Pflanzen früher dran und robuster sind. Das ist der besagte „Hochbeeteffekt“.

Vor- und Nachteile?

Der Vorteil ist die Verfrühung, das „Nichtbückenmüssen“ (Kreuz), das bodenneutrale Arbeiten, das Gesundbleiben durch das naturnahe Anbauen.

Der Nachteil ist, dass alle 5 - 6 Jahre das Hochbeet ausgeräumt gehört, weil sonst der Effekt durch das Fertigverrotten der untersten Schichten nicht mehr gegeben ist. Oder man nimmt es dann als normales Gemüsehochbeet her, ist dann aber kein typisches und sinngemäßes mehr, man braucht sich aber wenigstens nicht mehr zu bücken.

Tipp:

Die oberste Schicht gehört jährlich mit einer dünnen Kompost-Schicht (1-2cm) und einer Gemüseerde-Schicht (meistens wieder 10cm) ergänzt. Die Schichten durch ein eventuelles Umstechen nicht vermengen! Daher nur aufhacken oben, die unteren Schichten sind locker genug, da braucht man nicht umzustechen!

Welche Gemüse und Kräuter kann man pflanzen?

Im Grunde genommen alle Salate, Kohlgemüse, Erdbeeren, Porree, Radieschen, Karotten, Vogerl, Mangold, Spinat, diverse Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Oregano, Majoran etc., aber auch schwachwüchsige Strauchtomaten und ebensolche Zucchini und Gurken, die es züchterisch mittlerweile auch gibt.

Mini-Zucchini tun es auch für die meisten.

Hochbeete gibt es aus unterschiedlichsten Materialien, der Klassiker ist aus heimischen Nadelhölzern wie Lärche, Zirbe, Tanne oder Fichte, letzteres eher selten.

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Blumen / Blüten
Frost
Duftende Pflanzen
2.4.2021
Pflanzenportrait: Eine elegante Schönheit namens Magnolia

Eine der weitverbreitetsten Ziersträucher, die dennoch nicht „abgedroschen“ ist, jedes Jahr, genau um diese Zeit, versetzt sie durch ihre tolle Blütenpracht und Eleganz ins Staunen und man spürt: jetzt geht`s los mit dem Gartenjahr. Leider hat sie ihre Tücken, oft wird durch Spätfröste, wie er jetzt bevorsteht, der Blütenflor zerstört. Wollen wir hoffen, dass sie noch knospig ist, weil dann übersteht sie den kommenden Kälteeinbruch nächste Woche gut.

Die am weitesten verbreitete und prachtvollste Magnolie ist die Tulpen-Magnolie (Magnolia soulangeana). Sie ist gleichzeitig eine der ältesten Magnolien-Züchtungen überhaupt und entstand um 1820 im Königlichen Gartenbauinstitut Fromont bei Paris. Die Tulpen-Magnolie kann wie die meisten Magnolien mit den Jahren stattliche Ausmaße erreichen – acht bis zehn Meter breite Kronen sind bei rund 50 Jahre alten Pflanzen keine Seltenheit. Die hellrosafarbenen, tulpenförmigen Blüten erscheinen im April vor dem Laubaustrieb in unglaublicher Fülle.

Magnolien sind durch ihre in den Blättern gewonnenen Alkaloide in der TCM-Medizin sehr verbreitet, die Alkaloide helfen bei hohem Blutdruck, Schlafstörungen, Hustenreiz, Magen/Darmproblemen. Die Blüten sind essbar und werden manchmal gebacken angeboten, vor allem die aufgehenden Blüten, sind in China und Japan weitverbreitet.

Standort und Boden

Man gönnt Magnolien im Garten einen Logenplatz in Einzelstellung und kalkuliert unbedingt genügend Standfläche ein, denn viele Arten und Sorten gehen im Alter in die Breite. Je nach Sorte sollte die Krone zu allen Seiten drei bis fünf Meter Platz haben, um sich auszubreiten. In Mitteleuropa bereiten Spätfröste der Blütenpracht der Magnolien leider oft ein jähes Ende – die Blütenblätter verfärben sich dann binnen weniger Tage braun und fallen zu Boden.

Besonders spätfrostgefährdet ist die Tulpen-Magnolie, die meisten anderen Sorten vertragen ein paar Minusgrade, ohne gleich ihre Blütenblätter abzuwerfen. Als besonders frosthart gilt die Stern-Magnolie (Magnolia stellata), insbesondere die Sorte 'Royal Star'. Auch die Blüten der mit rund drei Metern Wuchshöhe und -breite kleinsten Frühlingsmagnolie zeigen die höchste Frosttoleranz, da sie sich oft schon Anfang März öffnen.

Grundsätzlich bevorzugen alle Magnolien einen warmen, vor kalten Winden geschützten Standort. Der Boden sollte gleichmäßig feucht, humusreich und möglichst leichtsauer (kalkfrei) sein. Auf Sandböden ist die Frosthärte im höher als auf feuchten, nährstoffreichen Lehmböden. Letztere sollten daher mit Sand, Kompost und Lauberde verbessert werden.

 

Pflege und Schnitt

Einmal gepflanzt, sorgen Magnolien viele Jahrzehnte lang für überreiche Blütenfülle. Sie werden von Jahr zu Jahr schöner und kommen mit einem Minimum an Pflege aus.

Das Wurzelwerk der Magnolien verläuft sehr flach durch den Oberboden und reagiert empfindlich auf jegliche Art von Bodenbearbeitung. Daher sollte man die Baumscheibe nicht mit der Hacke bearbeiten, sondern einfach mit einer Schicht Rindenmulch abdecken oder mit verträglichen Bodendeckern bepflanzen.

Geeignete Arten sind beispielsweise die Schaumblüte (Tiarella) oder das  Immergrün (Vinca). Im Frühjahr sind Magnolien für ein paar Nährstoffe in Form von organischem Volldünger (zB. Schafwolle oder Hornspäne) und Kompost dankbar. Wenn der Boden in trockenen Sommern trotz Mulchschicht austrocknet, sind zusätzliche Wassergaben wichtig.

Die Magnolien sind eine sehr altertümliche Pflanzengattung. Die ersten Arten sind vor über 100 Millionen Jahren entstanden und damit vermutlich die Ahnen aller heute lebenden Blütenpflanzen. Die Blüten der heutigen Magnolien-Arten sind trotz ihrer Schönheit botanisch immer noch sehr einfach aufgebaut und lassen Rückschlüsse auf das Aussehen der ersten Blütengehölze zu. Ein Grund für das hohe Alter der Pflanzengattung ist sicherlich ihre hohe Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge. Weder Blattpilze noch Schadinsekten rühren die Pflanzen an, so dass Hobbygärtner bei ihren Magnolien auf Pflanzenschutzmaßnahmen verzichten können.

Magnolien sind zwar grundsätzlich schnittverträglich, nach Möglichkeit sollten sie Ihre Magnolien jedoch frei wachsen lassen. Zudem verheilen Schnittwunden bei Magnolien sehr langsam. Im Gegensatz zu Forsythien und vielen anderen Frühlingsblühern vergreisen die Sträucher nicht, sondern bilden mit den Jahren immer mehr Blüten. Man kann Magnolien bei Bedarf mit der Gartenschere etwas auslichten, sollte aber nie versuchen, die Kronen zu verkleinern. Damit zerstört man auf Dauer die malerische Wuchsform, denn die Sträucher reagieren an der Schnittstelle mit starkem Neuaustrieb. Der beste Zeitpunkt für Schnittmaßnahmen ist bei Magnolien der Hochsommer.


Weitere Arten/Sorten


Durch intensive Züchtung – hauptsächlich in Neuseeland und den USA – gibt es bei Magnolien inzwischen eine riesige Sortenvielfalt, die nur langsam Einzug in die Baumschulen hält. Zu den exotischsten Varianten gehören zweifellos die gelben Magnolien („Yulan“), von denen nach und nach immer mehr Sorten auf den Markt kommen.

Aber auch einheitlich purpurrote Züchtungen wie die Sorte 'lilliflora Nigra“ oder „Susan“' gibt es seit Jahren.

Magnolia loeberii Merill ist eine großblumige, schlankwüchsige Sorte mit hellrosa Blüten. Die Kobushimagnolie treibt ebenso wunderbare Blüten im April und ist sommergrün, im Gegensatz zur Magnolia grandiflora, die immergrün, nur bedingtwinterhart in unseren Breiten und von der Blüte zwar hübsch, aber nicht bedeutungsvoll ist, verkörpert aber DEN mediterranen Garten wie eine Säulenzypresse oder Pinie.

Ebenso eine Sommer blühende Sorte ist M. sieboldii, die in weiß wunderbar blüht, durch den üppigen Laubbesatz aber meist zu wenig auffällt.

Ein toller, neuer „Typus“ ist die Hybridmagnolie „Genie“, die dunkelrote, riesige Blüten im April bringt und sogar duftet.

Eine der weit verbreitetsten Ziersträucher, die dennoch nicht „abgedroschen“ ist, jedes Jahr, genau um diese Zeit, versetzt sie durch ihre tolle Blütenpracht und Eleganz ins Staunen und man spürt: jetzt geht`s los mit dem Gartenjahr.

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